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Dokumentenidentifikation DE3809132C1 24.05.1989
Titel Ballenpresse mit einstellbarer Ballenlänge
Anmelder Karl Mengele & Söhne Maschinenfabrik und Eisengießerei GmbH & Co, 8870 Günzburg, DE
Erfinder Beck, Gerhard, 8876 Jettingen-Scheppach, DE
DE-Anmeldedatum 18.03.1988
DE-Aktenzeichen 3809132
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 24.05.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.05.1989
IPC-Hauptklasse A01F 15/04
IPC-Nebenklasse A01F 15/08   A01F 15/14   
Zusammenfassung Zur Erzeugung von Rechteckballen aus landwirtschaftlichem Erntegut mit einstellbarer Ballenlänge wird vorgeschlagen, die Ballenlängen-Meßvorrichtung durch ein die Hubanzahl des Preßkolbens erfassendes Zählwerk zu bilden. Hierdurch wird eine einfache und schlupflose Erfassung der gewünschten Ballenlänge erzielt, wobei die Ballenlängeneinstellung an der Ballenpresse in einfacher Weise fernsteuerbar und rasch durchführbar ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Ballenpresse für landwirtschaftliche Erntegüter nach den oberbegrifflichen Merkmalen des Anspruchs 1.

Eine derartige Ballenpresse ist aus der DE-OS 34 36 883 bekannt, jedoch mit einer Preßvorrichtung, die der üblichen Bauart mit einem Preßkolben, der in einen Preßkanal eintaucht, ähnlich wirkt. Hierbei wird zur Einstellung der Ballenlänge von etwa einem bis zwei Metern eine Ballenlängen-Meßvorrichtung in Form eines mit Zacken versehenen Meßrades verwendet, wie dies in der genannten DE-OS beschrieben ist (Seite 23).

Diese besteht aus einem Meßrad, dessen Welle mit einer bogenförmigen Schaltstange z. B. über ein Zahnradpaar zusammenwirkt. Letztere betätigt über einen Schwenkhebel einen elektrischen Schalter, der ein Anzeigesignal für den Fahrer und weiterhin das Abtrennen und anschließende Binden auslöst.

Außer dieser umständlichen manuellen Bedienung ist nachteilig, daß auch die Ballenlängenverstellung manuell erfolgen muß, da diese lediglich über eine Lageveränderung des elektrischen Schalters oder einer nicht näher bezeichneten Anschlagschraube auf der Schaltstange veränderbar ist. Hierzu muß der Fahrer dann jeweils auf die Ballenpresse klettern, um diese Elemente neu zu arretieren. Werden verschiedene Ballenlängen benötigt, wie dies beim Einsatz derartiger Pressen bei Lohnunternehmern zur Anpassung an verschiedene Transportkapazitäten (verschieden lange und breite Transportwagen) mehrmals täglich vorkommen kann, muß die geforderte Ballenlänge jeweils in zeitraubender und umständlicher Weise eingestellt werden.

Weiterhin ist von Nachteil, daß derartige Ballenlängen-Meßvorrichtungen sehr kompliziert aufgebaut sind, wie die vielen Lagerstellen und Bauteile bei der DE-OS zeigen. Außerdem kann bei dem zackenförmigen, von dem nach hinten geschobenen Ballen angetriebenen Meßrad Schlupf auftreten, so daß unterschiedliche Ballenlängen entstehen.

Zudem muß das Zackenrad in ausreichender Entfernung von dem hin- und hergehenden Preßkolben angeordnet sein, damit dieses ansonsten bei jedem Preßhub zu weit weitergedreht würde, da das Preßgut in Preßkolbennähe durch nachfolgende Schichten und Kolbenhübe noch weiter verdichtet bzw. in der Länge verkürzt wird.

Dies hat zur Folge, daß Ballen mit geringer Länge von z. B. 40 cm Länge, wie sie für eine gute Handhabung teilweise gefordert werden, mit einer derartigen Längenmeßeinrichtung nicht bzw. nur sehr ungenau hergestellt werden können.

Demzufolge liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Ballenpresse zu schaffen, die eine schnelle, genaue, flexible Ballenlängenänderung bei einfachem Aufbau ermöglicht.

Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

Durch die Heranziehung der Hubanzahl des Preßkolbens als Meßgröße für die Ballenlänge ist diese genau einzuhalten, da die jeweils mit einem Kolbenhub erreichte Verschiebung des Ballens durch die Hublänge des den Preßkolben betätigenden Hydraulikzylinders genau festgelegt ist. Somit werden die Ballen gleichmäßig lang und sind für Transport und Lagerung besser zu stapeln.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.

Das die Hubanzahl zählende Zählwerk kann z. B. durch elektronische Dateneingabe sehr schnell verändert werden, so daß z. B. 8, 9, 10, 11, 12 Hübe zur jeweils gewünschten Ballenlänge eingetippt werden können. Dies kann in vorteilhafter Ausgestaltung direkt vom Traktor aus erfolgen. Dieses Zählwerk für die Hubanzahl läßt sich sehr einfach herstellen, da lediglich ein Tastelement, das bei jeder Kolbenbewegung einen Schaltimpuls an das Zählwerk liefert, nötig ist. Dies können z. B. einfache Berührungsschalter in der Kolbenbewegungsbahn oder Drucktastschalter z. B. an den Hydraulikelementen des Kolbenantriebszylinders sein, die auf Öldruck hin, wie bei jedem Kolbenhub, ein Signal liefern.

In vorteilhafter Ausgestaltung ist dieser Signalgeber für das Zählwerk mit dem als Druckelement ausgebildeten Signalgeber für die Hubauslösung vereinigt, so daß nur noch ein Signalgeber benötigt wird. Dieses Druckelement ist gegenüber der Einschuböffnung in dem Preßkanal angeordnet und registriert jeweils den Anpreßdruck an die obere Preßkanalwand der ankommenden Erntegutschicht, worauf der Kolbenhub ausgelöst wird und zugleich ein Signal an das Zählwerk abgegeben wird.

Durch diese Anordnung der Ballenlängen-Meßvorrichtung in unmittelbarer Nähe zum Preßkolben können somit auch kleine Ballen gebunden werden, z. B. aus lediglich zwei oder drei Erntegutschichten, sofern dies z. B. aus Handhabungsgründen wünschenswert ist. Dies ergibt bei einer Schichtdicke von etwa zehn Zentimetern leicht tragbare Ballen. Dies wird gerade von vielen Landwirten gewünscht, die für die Rinder zwar den Großteil ihrer Ernte in Großballen von z. B. zwanzig Schichten bergen, aber für einige Sonderfütterungen bzw. Einstreu, wie für Pferde, Wild, Hühner, kleinere Ballen wünschen.

Diese flexible und schnelle Längenumstellung ist auch beim Erntevorgang selbst vorteilhaft, wenn am Feldende der Fahrer erkennt, daß die noch vorhandene Erntegutmenge für die Bildung eines vollständigen Ballens von z. B. zwei Meter Länge nicht mehr ausreicht. Der Fahrer kann dann während der Fahrt die eingestellte Ballenlänge ggf. mehrfach verkürzen, so daß noch ein kürzerer, aber formbeständiger Ballen gebunden wird. Bisher wurde ein solcher Rest oft liegengelassen oder zum nächsten Feld eines anderen Landwirts mitgenommen. Sollte jedoch anstatt Stroh z. B. Heu gepreßt werden, mußte der Preßkanal in anstrengender Arbeit von den Restballen freigemacht werden.

Anhand der Fig. 1 wird die Erfindung nachfolgend beschrieben.

Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht einer Ballenpresse (1), die an einem teilweise dargestellten Traktor (2) angehängt ist.

Das Erntegut wird durch eine Pick-up-Einrichtung (3) aufgenommen und mit einer Querförderschnecke (4) einem Preßrotor (5) zugeführt, der das Erntegut über den Preßschacht (6) dem hier liegend angeordneten Preßkanal (7) in Form einer vorverdichteten Schicht zuführt. Die Schichtdicke (8) wird dabei im wesentlichen durch die Abmessungen des Preßschachtes (6) bestimmt. Durch den Preßkolben (9) wird die Erntegutschicht jeweils bei Erreichen der oberen Preßkanalwand (10) um eine Schichtdicke (8) nach rückwärts geschoben, so daß sich der hier aus den sechs schraffierten Schichten bestehende Preßballen aufbaut. Der Hub des Preßkolbens (9) wird hierbei durch das Druckelement (11) ausgelöst, wenn die ankommende Erntegutschicht den entsprechend eingestellten Anpreßdruck auf das Druckelement (11) ausübt. In vorteilhafter Ausgestaltung bildet dieses Druckelement (11) zugleich einen Signalgeber für das Zählwerk (12), das nach einer hier mittels der Einstellvorrichtung (13) auf dem Traktor (2) einstellbaren Hubanzahl des Preßkolbens (9) die Bindevorrichtung (14) auslöst. Die Bindevorrichtung (14) besteht im wesentlichen aus hochschwenkbaren Nadeln (14a), die mit einem Knüpfapparat (14b) zusammenwirken. Das Zählwerk (12) kann ebenso durch ein Tastelement (15) gebildet bzw. wie hier zur besseren Übersicht mit diesem verbunden sein, das in Nähe des Preßkolbens (9) angeordnet ist und jede Hubbewegung z. B. über einen rahmenfesten Kontaktschalter erfaßt. Ebenso kann als Tastelement (15) ein Öldruckschalter (15&min;) dienen, der an der Druckleitung des Preßkolbenantriebzylinders (16) eingebaut ist.

Das Zählwerk (12) mit den Eingängen von den Druck- bzw. Tastsignalgebern und der Einstellvorrichtung (13) wird vorteilhaft durch einen elektronischen Speicherbaustein gebildet. Als Ausgang weist er eine Anzeigeleitung zur Einstellvorrichtung auf dem Traktor (2) und eine hier nicht dargestellte Verbindung zu einem Magnetventil zur Betätigung der Bindevorrichtung (14) auf. Das Zählwerk (12) kann in der Einstellvorrichtung (13) oder auch in den Druck- bzw. Tastsignalgebern für die Hubanzahl integriert sein.


Anspruch[de]
  1. 1. Ballenpresse für landwirtschaftliche Erntegüter zur Erzeugung rechteckiger Ballen mit einstellbarer Ballenlänge mittels einem in einen Preßkanal bewegbaren Preßkolben, wobei eine Ballenlängen-Meßvorrichtung zum Auslösen einer Bindevorrichtung bei Erreichen der eingestellten Ballenlänge vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Ballenlängen-Meßvorrichtung durch ein die Hubanzahl des Preßkolbens (9) erfassendes Zählwerk (12) gebildet ist.
  2. 2. Ballenpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Zählwerk (12) durch ein die Hubbewegung des Preßkolbens (9) erfassendes Tastelement (15) gebildet ist.
  3. 3. Ballenpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Zählwerk durch ein den Hub des Preßkolbens (9) auslösendes Druckelement (11) gebildet ist.
  4. 4. Ballenpresse nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Druckelement (11) am Ende der jeweils eingeführten Erntegutschicht an der oberen Wand (10) des Preßkanals (7) angeordnet ist.
  5. 5. Ballenpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Zählwerk (12) zur Einstellung der gewünschten Ballenlänge mit einer Einstellvorrichtung (13) von einem Traktor (2) aus ansteuerbar ist.






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