| Dokumentenidentifikation |
DE3630742C2 12.10.1989 |
| Titel |
Häcksler |
| Anmelder |
Karl Mengele & Söhne Maschinenfabrik und Eisengießerei GmbH & Co, 8870 Günzburg, DE |
| Erfinder |
Volz, Otto, 8870 Günzburg, DE |
| DE-Anmeldedatum |
10.09.1986 |
| DE-Aktenzeichen |
3630742 |
| Offenlegungstag |
24.03.1988 |
| Veröffentlichungstag der Patenterteilung |
12.10.1989 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
12.10.1989 |
| IPC-Hauptklasse |
A01F 29/02
|
| IPC-Nebenklasse |
A01F 29/20
A01F 29/14
|
| Zusammenfassung |
Zur Verbesserung des Materialflusses in einem Scheibenrad- bzw. Trommelhäcksler wird vorgeschlagen, hinter dem Häckselrad bzw. innerhalb der Häckseltrommel eine Ringscheibe bzw. Reibtrommel anzuordnen und die umlaufenden Häckselmesser unmittelbar unter Bildung eines Reibspaltes mit den Gegenwerkzeugen der Ringreibscheibe bzw. Reibtrommel zusammenwirken zu lassen. Dadurch wird das Häckselgut in dem jeweiligen, gerade abgeschnittenen Happen unmittelbar entlang der Messerrückseite sofort in den Reibspalt eingeführt, ohne vorher nach außen geschleudert zu werden. Durch diese gleichmäßige Gutzufuhr ohne Zusammenballungen ist der Häcksler leichtzügig und durchsatzstark, sowie einfach im Aufbau.
|
| Beschreibung[de] |
|
Die Erfindung betrifft einen Häcksler nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
Bei Häckslern dieser Art wird die Körnerzerkleinerung
zum Zwecke eines Aufschlusses der harten Mais- oder
Getreidekörner meistens durch ein sog. Quetschwalzenpaar
im Auswurfkrümmer durchgeführt. Da der Quetschwalzenspalt,
insbesondere bei Scheibenradhäckslern, nur eine begrenzte
Länge aufweist und das gesamte Erntegut in oft
unregelmäßigen Anhäufungen durch diesen Quetschwalzenspalt
hindurchgezwungen wird, sind dem möglichen Häckselgutdurchsatz auch
bei erhöhten Drehzahlen Grenzen gesetzt. Außerdem können
bei der Einleitung in den Quetschwalzenspalt bei
Gutanhäufungen Probleme mit der Annahme und Weiterleitung des
Häckselgutes auftreten, da dann ein Teil des Häckselgutes
in das Häckselrad zurückgeworfen werden kann. Weiterhin
ist der Antrieb des Quetschwalzenpaares im Abstand vom
Zentralantrieb mit mehreren Lagerstellen und Umlenkrädern
und wegen der nötigen hohen Drehzahl recht aufwendig.
Neben dieser Art der Nachzerkleinerung ist auch noch die
Körnerzerkleinerung mittels Reibleisten gebräuchlich.
Hierbei sind am Außenumfang des Häcksel- und/oder
Auswurfaggregates, die Wurfschaufeln mit geriffelten Reibleisten
versehen, die mit Reibplatten an der Gehäuseinnenwand, der
sog. Rückhaltewand zusammenwirken. Nachteilig ist hierbei
neben dem gegenüber der Quetschwalzen geringeren
Nachzerkleinerungsgrad ein hoher Leistungsbedarf, da jeweils
ein an der Gegenschneide abgeschnittener Ernteguthappen
an der in Achsrichtung gesehen, kurzen Reibfläche
zerrieben werden soll. Dabei wird der Ernteguthappen am
Umfang zwischen Reibleisten und Reibboden eingeklemmt, so
daß Schnittkraftschwankungen und stoßartige Belastungen
der Häckslerteile auftreten, was eine sehr schwere
Bauweise notwendig macht. Außerdem ist insbesondere bei
Scheibenradhäckslern von Nachteil, daß zwischen der meist
horizontalen Einlaß- und der vertikalen Auslaßöffnung ein
Umfangswinkel von ca. 200° zur Verfügung steht, um das
Häckselgut zum Auswurf hin zu beschleunigen. Davon
entfallen ca. 90°, bis das Häckselgut durch die
Zentrifugalkraft nach außen an den Gehäuseumfang gelangt und dort
über einen Winkel von ca. 50° zerrieben und dabei abgetrennt
wird, so daß nur noch wenige Winkelgrade zur
Beschleunigung für den Auswurf verbleiben. Diese Art der
Nachzerkleinerung mit Reibboden ergibt somit eine geringe
Auswurfleistung und damit eine Neigung zur Verstopfung im
Häckslergehäuse.
Ein derartiger Häcksler mit Reibleisten und damit
zusammenwirkendem Reibboden am Außenumfang des Häckslers ist
beispielsweise aus der DE-OS 34 47 197 bekannt, bei dem die
eingangs allgemein beschriebenen Probleme mit Belastung
der Häckslerteile und der Durchsatz- und ggf.
Zerkleinerungsleistung durch die Trennung des bisher in Baueinheit
konstruierten Scheibenrades in Häckselrad und Wurfrad
vorgeschlagen wird. Damit wird zwar das Häckselrad von
einem Teil der Belastungen entlastet, da es durch einen
weiten Förderspalt vom Wurfrad entkoppelt ist, jedoch
die Belastungen durch die Nachzerkleinerung am
Umfangsbereich lediglich auf das dahinter angeordnete Wurfrad
übertragen. Ansonsten gelten auch hier die eingangs
erwähnten Probleme, insbesondere bei der Nachzerkleinerung.
Ein entsprechend Anspruch 1 gattungsgemäßer Häcksler ist
aus der DE-PS 6 60 404 bekannt, bei der zum Zerkleinern
von Pflanzen zu einer breiartigen Masse ein mit dem
Häckselrad umlaufender, an dessen Umfang angeordneter
Reibring vorgesehen ist, der mit einem an der
Gehäusevorderwand befestigten Reibring zusammenwirkt. Zur Einführung
des durch Häckselmesser zerkleinerten Gutes in die am
Außenumfang angeordnete Nachzerkleinerungsvorrichtung sind
spiralförmige Rippen als Fördermittel vorgesehen, die das
Häckselgut in die die Häckselmesser umschließenden
Reibringe fördern. Hierdurch soll das Häckselgut gleichmäßig
auf den Mahlspalt dieses scheibenmühlenähnlichen Häckslers
verteilt werden, um somit gleichmäßigen Lauf und schnelle
Feinzerkleinerung ohne Verstopfungsgefahr zu erreichen.
Nachteilig ist hierbei, daß die äußeren ringförmigen
Mahlwerkzeuge, die das Häckselrad umschließen, zusätzlichen
Bauaufwand und -raum benötigen, da sie den Durchmesser des
Häckslergehäuses, insbesondere der Scheibenradbauart,
zusätzlich vergrößern, bzw. bei vorgegebenem Durchmesser die
Häckselmesserlänge und damit den Durchsatz des Häckslers
verringern.
Weiterhin ist von Nachteil, daß am Häckselrad zusätzliche
Förderelemente wie die Rippen oder Mitnehmer vorgesehen
sind um das geschnittene Gut nach außen in die
Ringreibfläche zu befördern. Durch dieses Fördern oder Abschleudern
an außen am Häckselrad befindliche Mahlwerkzeuge wird das
am Häckselmesser jeweils geschnittene Gut ebenso wie bei
der oben beschriebenen Reibzerkleinerung an der
Rückhaltewand oder Quetschwalzen zu unregelmäßigen Anhäufungen
verdichtet. Dies wird zwar bei der DE-PS durch die spiraligen
mehrgängigen Rippen etwas abgemildert, jedoch bleibt der
lange Weg des Häckselgutes mit mehreren Richtungsänderungen
bis zur Reibeinrichtung vorhanden.
Eine ähnliche Konstruktion ist bei der älteren,
nachveröffentlichten DE-OS 35 41 022 gegeben, bei der das Häckselrad
durch einen aus äußeren Mahlwerkzeugen gebildeten zumindest
teilweisen Ring umschlossen wird und damit die nutzbare
Häckselmesserlänge bei gegebenem Gehäusedurchmesser beschränkt
und den Bauaufwand vergrößert. Dieser äußere Mahlring wird
erst nach einem Abschleudern des Häckselgutes nach außen in
einem Förderspalt erreicht, was durch zusätzliche Abstreifer
oder Rippen unterstützt werden soll. Zwar sind hier
zusätzliche in Ausgestaltung der äußeren Mahlwerkzeuge auch radiale
Mahlwerkzeuge vorgesehen (Fig. 2), die jedoch von den
Messerhinterkanten durch den Förderspalt (Fig. 3) getrennt sind.
Das an der Messerrückseite entlanggeführte Häckselgut wird
somit zunächst in dem relativ breiten Förderspalt nach außen
gefördert, bevor es in den Wirkungsbereich der radialen
Mahlwerkzeuge bzw. deren äußeren Mahlwerkzeuge gelangen kann.
Hierdurch ergeben sich wiederum Gutanhäufungen vor dem
Eintritt in die wirksame Reibfläche, die zu Annahmeproblemen des
Häckselgutes am Reibspalt führen können.
Außerdem eignen sich die angegebenen Konstruktionen mit die
Häckselmesser außen umschließenden Mahlringen nicht für die
Anwendung bei Trommelhäckslern.
Demzufolge besteht die Aufgabe der Erfindung darin, die
erwähnten Nachteile bisheriger
Nachzerkleinerungsvorrichtungen zu vermeiden und einen leichtzügigen Häcksler zu
schaffen, der bei geringem Bauaufwand eine hohe
Durchsatzleistung und eine optimale Kornzerkleinerung bietet.
Diese Aufgabe wird bei einem Häcksler nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 1 durch die kennzeichnenden Merkmale
des Anspruchs 1 gelöst.
Durch die erfindungsgemäße Ausbildung der
Nachzerkleinerungsvorrichtung unmittelbar im Anschluß an die
Häckselmesser wird das Häckselgut direkt in den Reibspalt
eingeführt. Da das Häckselgut hierbei noch relativ
gleichmäßig über die Messerlänge verteilt ist - so wie es von
den Zuführwalzen teppichartig den Häckselmessern
zutransportiert wurde - kommt es im Reibspalt zu keinen
Gutanhäufungen und damit nicht zu den stoßweisen
Einkeilungen und Belastungen wie bei Reibvorrichtungen am
Gehäuseumfang. Aufgrund dieser sehr gleichmäßigen Gutzufuhr
in auseinandergezogenen kleinsten Portionen ohne jegliche
Zusammenballungen von Häckselgut ist die nötige
Antriebsleistung niedrig und die Durchsatzleistung selbst bei
engster Einstellung des Reibspaltes sehr hoch.
Außerdem können auch Halme und Halmknoten, die bei Silage
ein schädliches Luftpolster bilden, durch die aufgrund
der Differenzgeschwindigkeit scherenartige
Zerreibbewegung zwischen den Reibwerkzeugen aufgespleißt werden.
Da die Nachzerkleinerung unmittelbar im Anschluß an den
Häckselschnitt noch während der Abschleuderbewegung an
den Umfang hin erfolgt, findet das unvermeidliche
Abbremsen des Häckselgutes infolge der Reibung im Reibspalt sehr
früh statt, so daß noch eine lange Beschleunigungszeit und
damit große Durchsatz- und Auswurfleistung möglich ist.
Durch die Differenzgeschwindigkeit zwischen Reibwerkzeugen
am Häckselrad und Gegenwerkzeugen z. B. in Form radial
ausgerichteter Reibleisten an einem dahinterliegenden
Reibscheibenring wird das Häckselgut unmittelbar in den
Reibspalt eingezogen, so daß sich der Reibspalt infolge der
z. B. etwas geringeren Umlaufgeschwindigkeit des
Reibscheibenrings jeweils selbst reinigt und somit keine
Verstopfungs- und Durchsatzprobleme auftauchen können.
Durch die im wesentlichen achsgleiche Anordnung von
Häckselscheibe und dahinterliegender Reibscheibe beim
Scheibenradhäcksler, bzw. von Häckseltrommel mit innerhalb dieser
angeordnetem Reibzylinder bei Trommelhäckslern, ist die Lagerung
und der Antrieb mittels ineinandergesteckter Wellen nur mehr
von geringem Bauaufwand, wobei insbesondere bei der
Scheibenradbauart die Einstellung des Reibspaltes und
Außerbetriebnahme z. B. zum Grashäckseln durch axiales Verschieben
in einfachster Weise erfolgen kann.
Die Unteransprüche zeigen vorteilhafte Ausgestaltungen des
erfindungsgemäßen Häckslers und dessen
Nachzerkleinerungseinrichtung, wobei insbesondere das Häckselrad mit den
Messern ebenfalls auf gesteigerte Durchsatzleistung und
Leichtzügigkeit ausgelegt und der
Nachzerkleinerungseinrichtung angepaßt ist.
Die Erfindung wird anhand von Ausführungsbeispielen in
Scheiben- bzw. Trommelbauart näher erläutert und
beschrieben. Dabei zeigt in der Zeichnung
Fig. 1 eine schematische Seitenansicht und
Halbschnitt eines Häckslers in
Scheibenradbauweise;
Fig. 2 eine Vorderansicht entlang der
Messerumlaufebene des Scheibenradhäckslers
gemäß Fig. 1;
Fig. 3 eine Seitenansicht und Halbschnitt eines
Trommelhäckslers.
In Fig. 1 ist ein Häcksler, hier in Scheibenradbauweise
dargestellt, dessen Einzugswalzen mit 1 bezeichnet ist, die
dem Häckslergehäuse 2 vor dessen Einlaßöffnung 3
vorgeschaltet sind. Die Auslaßöffnung des Häckslergehäuses ist mit 4
bezeichnet. Im Innern des Häckslergehäuses 2 läuft um die
Zentralachse 5 ein Häckselaggregat 6 um, hier ein
scheibenradförmiges Messerrad 6a, an dem die Häckselmesser 7 lösbar
befestigt sind. Das Messerrad 6a wird hier von der
rückseitigen Stirnwand 2a des Häckslergehäuses 2 aus über die
angedeutete Riemenscheibe 8 über die Antriebswelle 9
angetrieben.
Beim Umlauf des Häckselaggregates 6 streicht dieses an der
feststehenden Gegenschneide 10 vorbei, die ortsfest an der
vorderen Stirnwand des Häckslergehäuses 2 angeordnet ist
und schneidet dabei kurze Stücke des durch die Einzugswalzen
1 eingespeisten Erntegutstromes ab.
Durch die Wucht des umlaufenden Häckselschnitts wandern
die Häckselgutstückchen infolge ihrer Trägheit an der
Rückseite 7a der Häckselmesser 7 entlang und werden somit
von der Einlaßöffnung 3 wegbefördert. Um einen leichtzügigen
Schnitt zu erreichen, sind die Häckselmesser 7 relativ
steil angestellt. In der weiteren Drehbewegung des
Häckselaggregates wandern die abgeschnittenen Häckselgutteilchen
entlang der Messerrückseite 7a auf den Reibspalt 11 zu,
der durch die Reibwerkzeuge 12 und deren Gegenwerkzeuge
13 gebildet wird.
Die Reibwerkzeuge 12 sind an der von der Einlaßöffnung 3
abgewandten Seite 6&min; des Häckselaggregates 6, also beim
Scheibenradhäcksler auf der Rückseite 6a&min; und beim
Trommelhäcksler - vgl. Fig. 3 - auf der Innenseite 6b&min; der
Häckseltrommel 6b angeordnet, wobei die Reibwerkzeuge 12
hier durch im Anschluß an die Häckselmesser 7 angeordnete
Reibleisten 12a gebildet sind. Ebenso können die
Reibwerkzeuge 12 durch die Halterungen 14 für die Häckselmesser 7,
die hier Speichenform aufweisen, gebildet werden oder
auch die hinteren Messerkanten 7b selbst gebildet, sofern
die Häckselmesser 7 entsprechend breiter gewählt werden,
wobei die Messerkanten 7b vorteilhaft aus hochwertigem
Werkzeugstahl bestehen und die Messerrückseite 7a als
durchgehende Führungsfläche auf den Reibspalt 11 hin dient.
Das Häckselgut wandert nach dem Schnitt durch jeweils
zwischen den Halterungen 14 für die Häckselmesser 7 gebildete
Durchlässe 15 auf den Reibspalt 11 zu, wobei die
Halterungen 14 vorteilhaft entsprechend der Häckselmesser 7 auf
den Reibspalt ausgerichtet sind. Die Halterungen 14 sind
in der Scheibenradbauart im wesentlichen radial
ausgerichtet, während sie in der Trommelbauart etwa radial
geradlinig, versetzt oder verdrillt zur Zentralachse 5
verlaufen.
Durch diese Ausrichtung der Halterungen 14 bzw. der
Häckselmesser 7 wird das Häckselgut auf den Reibspalt 11 zu
getrieben, wo es zwischen den Reibwerkzeugen 12 und den
Gegenwerkzeugen 13 nachzerkleinert wird. Die
Gegenwerkzeuge 13 werden bei der Scheibenbauart durch die
Ringreibscheibe 16 gebildet, die an ihrer Stirnseite 16a die
Gegenreibleisten 13a trägt. Ebenso kann die Stirnseite
16a eine geriffelte Oberfläche aufweisen. Dabei weist die
Ringreibscheibe 16, ebenso wie der entsprechende
Reibzylinder 16&min; bei Trommelbauart - vgl. Fig. 3 - mit
Gegenreibleisten 13a oder geriffelter Oberfläche an seiner
Umfangsfläche 16&min;a, eine gegenüber dem Häckselaggregat 6
unterschiedliche Drehzahl auf, wie dies in Fig. 2 durch die
unterschiedlich langen Pfeile angedeutet ist. Aufgrund
dieser Geschwindigkeitsdifferenz wird das Häckselgut im
Reibspalt 11 zerrieben und der Reibspalt 11 immer frei
von Verstopfungen gehalten. Die Geschwindigkeitsdifferenz
kann dabei durch eine im Vergleich zum Häckselaggregat 6
langsamer umlaufende Ringreibscheibe 16 bzw. Reibzylinder
16&min; erzeugt werden oder auch durch ein schneller oder auch
gleich schnell umlaufende Gegenwerkzeuge in zum
Häckselaggregat 6 entgegengesetzter Drehrichtung.
Hierbei sind sämtliche Kombinationen in der Drehrichtung
und der Drehgeschwindigkeiten möglich. Auch eine
stillstehende Ringreibscheibe 16 bzw. Reibzylinder 16&min; ist
denkbar, da auch hier die für die Zerkleinerung und das
Einziehen in den Reibspalt 11 wesentliche absolute
Geschwindigkeitsdifferenz zwischen Reibwerkzeug 12 und
Gegenwerkzeug 13 zustandekommt. Lediglich zur
Ausschaltung der Nachzerkleinerungsvorrichtung z. B. beim
Grashäckseln wird das Häckselaggregat 6 mit der Reibscheibe
16 bzw. -zylinder 16&min; gekoppelt, so daß beide einen
einheitlichen Drehgeschwindigkeitsvektor aufweisen.
Wird die Reibscheibe 16 bzw. Reibzylinder 16&min;
angetrieben, so erfolgt dies, wie in Fig. 1 dargestellt, von
einer Seite aus mittels ineinandergesteckter Welle und
Hohlwelle. Hier ist es die Hohlwelle 17 für die
Ringreibscheibe 16, die über die Antriebswelle 9 gesteckt und
auf dieser gelagert ist. Ebenso können die beiden
Trägerscheiben 6 bzw. 16 für die Reib- 12 bzw. Gegenwerkzeuge
13 von der Vorderseite des Häckslergehäuses 2 gemeinsam
angetrieben werden, wobei dann Antriebswelle 9 und
darübergesteckte Hohlwelle 17 entsprechend vertauscht
wären. Entsprechendes gilt auch für den Antrieb bei der
Trommelbauart, wobei der Antrieb des Häckselaggregates 6,
genauer der die Reibtrommel 16&min; vollkommen umfassenden
Häckseltrommel 6b durch eine Hohlwelle erfolgt. Ebenso
ist natürlich der Antrieb von zwei gegenüberliegenden
Seiten möglich oder auch die Leistungsverzweigung z. B.
mittels Planetengetriebe von einem gemeinsamen Antrieb.
Nach und auch teilweise während des Zerreibens im
Reibspalt 11 wird das Häckselgut durch die Zentrifugalkraft
nach außen geschleudert, wobei der Reib- und Räumvorgang
durch die entsprechende Orientierung der Gegenwerkzeuge
unterstützt wird. Wie in Fig. 2 angedeutet, zeigen die
Gegenreibleisten 13a gegenüber der etwa radialen
Ausrichtung der Reibleisten 12a eine etwa tangentiale
Orientierung, so daß bei der hier gewählten Kombination einer
langsameren Ringreibscheibe 16 mit gleicher Drehrichtung,
diese von dem Messerrad 6a ähnlich einem Abscheren
laufend überholt wird und das Häckselgut neben dem
konzentrischen Zerreiben auch noch nach außen befördert wird. Bei
anderer Zusammenstellung der Geschwindigkeitsdifferenz
ist die Ausrichtung der Gegenwerkzeuge entsprechend
anzupassen.
Das nachzerkleinerte Häckselgut wird somit schnell an
den Außenumfang des Häckslergehäuses 2 geschafft, so daß
es durch ein Wurfschaufeln 18 am Umfang des
Häckselaggregates 6 beschleunigt und durch die Auslaßöffnung 4
ausgeworfen werden kann.
Neben diesen beschriebenen Ausführungsbeispielen mit
ebenem bzw. zylindrischem Reibspalt 11 sind auch noch
Formen mit kegelstumpfförmigem Reibspalt 11 möglich,
wobei die sich nach außen hin verbreiternden
Messerhalterungen 14 gleichzeitig als Wurfschaufeln 18 dienen
können.
All diesen Ausführungsformen ist gemeinsam, daß durch
die erfindungsgemäße, "strömungsgünstige" Anordnung der
Nachzerkleinerungsvorrichtung in unmittelbarer Nähe zu
der Vorzerkleinerungsvorrichtung unter Nutzung der
Bewegungsenergie und -richtung des Häckselaggregates für die
sichere, gleichmäßige Zuführung in den Reibspalt ein
einfacher, leichtzügiger und durchsatzstarker Häcksler mit
wirksamer Kornzerkleinerung geschaffen wird.
|
| Anspruch[de] |
- 1. Häcksler, insbesondere zum Ernten von Silomais, mit
einem, in einem zylindrischen Gehäuse umlaufenden
Häckselaggregat, das zwischen den Häckselmessern mit
Durchlassen für das Häckselgut versehen ist, und mit
einer Einlaßöffnung, an der die Häckselmesser
vorbeistreichen, sowie einer Nachzerkleinerungsvorrichtung,
insbesondere für Maiskörner, mit relativ
zueinanderbewegten Reibwerkzeugen und Gegenwerkzeugen, die unter
Bildung eines Reibspaltes zusammenwirken, wobei die
Reibspaltebene parallel zur Umlaufbahn der Häckselmesser
verlaufend angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß
die Reibwerkzeuge (12) an der von der Einlaßöffnung (3)
abgewandten Seite (6&min;) des Häckselaggregates (6) im
unmittelbaren Anschluß an die in Umlaufrichtung hinteren
Messerkanten (7b) angeordnet sind und zusammen mit der
Messerrückseite (7a) auf den Reibspalt (11) hin
ausgerichtete und sich bis zu diesem (11) hin erstreckende
Führungsflächen bilden, wobei die wirksame Reibfläche der
von den Häckselmessern (7) überstrichenen Fläche
entspricht.
- 2. Häcksler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Gegenwerkzeuge (13) auf der zum Häckselaggregat (6)
hin gerichteten Stirnseite (16a) einer Ringreibscheibe
(16) angeordnet sind und das Häckselaggregat (6) als
Messerrad (6a) ausgebildet ist.
- 3. Häcksler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Gegenwerkzeuge (13) am Umfang (16&min;a) eines
Reibzylinders (16&min;) angeordnet sind und dieser (16&min;)
innerhalb des als Häckseltrommel (6b) ausgebildeten
Häckselaggregates (6) gelagert ist.
- 4. Häcksler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Reibwerkzeuge (12) durch die Halterungen (14) der
Häckselmesser (7) gebildet werden.
- 5. Häcksler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Reibwerkzeuge (12) durch die von der
Einlaßöffnung (3) abgewandten Messerkanten (7b) gebildet werden.
- 6. Häcksler nach Anspruch 1 und Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß das Messerrad (6a) mit im
wesentlichen radial verlaufenden Durchlässen (15) versehen
ist und die verbleibenden Speichen als Halterungen
(14) der Häckselmesser (7) und ggf. Reibleisten (12a)
ausgebildet sind.
- 7. Häcksler nach Anspruch 1 und Anspruch 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Häckseltrommel (6b) mit im
wesentlichen axial verlaufenden Durchlässen (15)
versehen ist, die durch Halterungen (14) für die
Häckselmesser (7) und ggf. Reibleisten (12a) getrennt sind.
- 8. Häcksler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Gegenwerkzeuge (13) an der
Häckslerrückwand (2a) ortsfest angeordnet sind.
|
|
Patent Zeichnungen (PDF)
|