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Fernsteuersystem mit Schnellzugriff - Dokument DE3914513A1
 
PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE3914513A1 16.11.1989
Titel Fernsteuersystem mit Schnellzugriff
Anmelder Thomson Consumer Electronics, Inc., Indianapolis, Ind., US
Erfinder Testin, William John;
Richards, Roger Lester, Indianapolis, Ind., US
Vertreter von Bezold, D., Dr.rer.nat.; Schütz, P., Dipl.-Ing.; Heusler, W., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 02.05.1989
DE-Aktenzeichen 3914513
Offenlegungstag 16.11.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.11.1989
IPC-Hauptklasse H03J 9/00
Zusammenfassung Ein Fernsteuersystem (15) für einen Fernsehempfänger enthält Vorkehrungen, um eine vorbestimmte Verzögerungszeit verstreichen zu lassen, bevor auf einen neuen Fernsteuerbefehl nach einem vorherigen Fernsteuerbefehl angesprochen wird; hiermit soll ein unerwünschtes Hin- und Herschalten sogenannter Kipp-Steuerfunktionen (z. B. Stromversorgung und Tonsperre) im Falle kurzzeitiger Unterbrechungen von Fernsteuersendungen vermieden werden, die dann auftreten können, wenn ein Benutzer den Fernsteuersender (15a) unbeabsichtigt vom Fernsehempfänger weg richtet. Zusätzlich sind Vorkehrungen (15b) getroffen, um die Hüllkurve der Fernsteuersendung abzutasten und dadurch festzustellen, ob eine Unterbrechung einer gewollten Beendigung der Sendung entspricht, damit ein schnelles wiederholtes Ansprechen (sogenannter "Maschinengewehr"-Betrieb) auf Befehle wie z. B. "Kanal aufwärts" oder "Kanal abwärts" möglich ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Fernsteuersystem.

Fernsteuersysteme werden häufig verwendet, um elektronische Heimgeräte für Video und Audio zu bedienen. Die Geschwindigkeit, mit der solche Geräte ansprechen können, ist für die Benutzer wichtig, insbesondere bei bestimmten Funktionen. So enthalten viele Fernsehempfänger und Videocassettenrecorder beispielsweise Einrichtungen, um schrittweise von einem auf einen anderen Kanal weiterzuschalten, wenn der Benutzer eine Taste "Kanal aufwärts" oder "Kanal abwärts" drückt. Bei den derzeitigen Fernsteuersystemen ist die Geschwindigkeit dieser schrittweisen Fortschaltung durch verschiedene Faktoren begrenzt.

Bei vielen Fernsteuersystemen ist eine Mindestpause vorgesehen, bevor ein neuer Kanal gewählt werden kann, so daß der Benutzer genügend Zeit hat, festzustellen, welches Programm der gerade gewählte Kanal sendet. Eine typische Pause hierfür ist ungefähr 0,5 Sekunden lang. Das heißt, eine Fortschaltung über 10 Kanäle dauert etwa 5 Sekunden.

Bei einem verbesserten Fernsteuersystem erfolgt die Abstimmung auf einen neuen Kanal sofort, wenn der Benutzer die Taste "Kanal aufwärts" oder "Kanal abwärts" drückt, losläßt und dann erneut drückt. Diese Betriebsart für kurze Zugriffszeit wird manchmal auch als "Maschinengewehr-" oder "Schußbetrieb" bezeichnet. Selbst bei dieser Art verbesserten Fernsteuersystems jedoch ist die Zugriffsgeschwindigkeit für die Wahl eines neuen Kanals durch einen sogenannten "Prellschutz"- Betrieb begrenzt, der normalerweise dazu dient, Steuerfehler auf ein Mindestmaß zu reduzieren.

"Prellschutz" (engl.: "debouncing") ist eine Fachbezeichnung, die ursprünglich in Verbindung mit der Decodierung von Tastaturschaltern verwendet wurde: nach dem Drücken einer Taste an einer Tastatur läßt man, bevor das Schließen von Tastenkontakten decodiert wird, eine "Prellschutz"-Zeit verstreichen, die derjenigen Zeitspanne entspricht, welche die zugehörigen Schalterkontakte bis zu ihrer Beruhigung benötigen. Diese Maßnahme dient dazu, Decodierungsfehler minimal zu halten. Bei Fernsteuersystemen werden üblicherweise ganz ähnliche, und deswegen ebenfalls als "Prellschutz" bezeichnete Maßnahmen getroffen, um Steuerfehler zu vermeiden, wenn der Empfang einer Fernsteuernachricht unbeabsichtigt für kurze Zeit unterbrochen wird.

Bei einem Fernsteuersystem für Fernsehgeräte beispielsweise kann trotz ständigen Drückens einer Fernsteuertaste der Empfang der Fernsteuernachricht unterbrochen werden, z.B. dann, wenn der Benutzer mit seinem Fernsteuersender kurzzeitig vom Fernsehempfänger weg und zur Decke oder zum Boden zielt. Eine Unterbrechung kann als Loslassen der Taste interpretiert werden, und die Wiederaufnahme der Fernsteuernachricht (wenn der Benutzer den Fernsteuersender wieder zurück auf den Fernsehempfänger richtet) kann als erneuter Tastendruck für denselben Fernsteuerbefehl interpretiert werden. Im Falle sogenannter "Kipp"-Steuerfunktionen (d.h. Funktionen, die wie z.B. die Versorgungsleistung und die Tonsperre "ein" und "aus" geschaltet werden, wenn eine der betreffenden Funktion zugeordnete einzige Taste gedrückt, losgelassen und erneut gedrückt wird) können solche unbeabsichtigten Unterbrechungen einer Fernsteuernachricht zu einem ungewünschten Kippen zwischen den beiden Zuständen der Funktion führen.

Wenn man eine Prellschutzzeit verstreichen läßt, bevor ein neuer Fernsteuerbefehl nach der Ausführung eines vorhergehenden Fernsteuerbefehls ausgeführt wird, dann wird das unerwünschte Umschalten oder Kippen von "Kipp"-Funktionen bei unbeabsichtigten kurzzeitigen Unterbrechungen einer Fernsteuernachricht vermieden. Leider begrenzt der Prellschutz aber auch die Geschwindigkeit, mit welcher das System auf einen gewollten Fernsteuerbefehl ansprechen kann.

Die vorliegende Erfindung ist auf ein Fernsteuersystem gerichtet, das einen Prellschutzbetrieb zur Verhinderung ungewollten Umschaltens von Kippfunktionen bei unbeabsichtigten Unterbrechungen einer Fernsteuernachricht aufweist, trotzdem aber sehr schnell (in weniger als der Prellschutzzeit) auf ein aufeinanderfolgendes Drücken, Loslassen und Wiederdrücken einer Taste ansprechen kann, um Funktionen wie z.B. die Weiterschaltung von Kanälen durchzuführen. Ein erfindungsgemäßes Fernsteuersystem, das diese Forderungen erfüllt, ist in den Patentansprüchen gekennzeichnet.

Gemäß der vorliegenden Erfindung spricht ein Fernsteuerdecoder, der für eine Prellschutz-Zeitverzögerung sorgt, bevor ein neuer Fernsteuerbefehl nach der Durchführung eines vorhergehenden Fernsteuerbefehls ausgeführt wird, auch auf einen Detektor an, der das Fehlen einer Fernsteuernachricht fühlt, um zu erlauben, daß der neue Fernsteuerbefehl vor Beendigung der Prellschutz-Verzögerungszeit ausgeführt wird. Dieser Detektor kann die Form eines Hüllkurvendetektors haben, um die Hüllkurve eines die Fernsteuernachricht enthaltenden modulierten Trägers zu fühlen. Wenn beim Abtasten der Hüllkurve mit vorbestimmter Häufigkeit eine gegebene Anzahl der Abtastwerte eine Amplitude unterhalb eines gegebenen Wertes hat, dann zeigt dies das Fehlen einer Hüllkurve und damit ein beabsichtigtes Ende einer vorhergehenden Fernsteuersendung an.

Diese und andere Merkmale der Erfindung werden nachstehend an einem Ausführungsbeispiel anhand von Zeichnungen näher erläutert:

Fig. 1 zeigt ein Blockschaltbild eines Fernsehempfängers mit einem Fernsteuersystem, das bestimmte Merkmale der vorliegenden Erfindung verkörpert;

Fig. 2 zeigt vereinfachte Wellenformen, welche Fernsteuernachrichten unter bestimmten Bedingungen darstellen, die zum Verständnis der Arbeitsweise des in Verbindung mit Fig. 1 zu beschreibenden Fernsteuersystems nützlich sind;

Fig. 3 ist ein Flußdiagramm eines Teils eines Programms zur Steuerung eines Mikroprozessors, der in dem erfindungsgemaßen Fernsteuersystem nach Fig. 1 enthalten ist;

Fig. 4 zeigt eine Wellenform zur Erläuterung eines exemplarischen Codierungsformats, das im Fernsteuersystem nach Fig. 1 verwendet werden kann;

Fig. 5 zeigt in Blockform einen Fernsteuerdecoder, der im Fernsteuersystem nach Fig. 1 verwendet werden kann, insbesondere im Falle der Benutzung des in Fig. 4 gezeigten Codierungsformats.

Der in Fig. 1 dargestellte Fernsehempfänger enthält einen Tuner 1, der unter dem Einfluß einer Tuner-Steuereinheit 3 den Empfänger auf eines der an einem HF-Eingang empfangenen HF-Signale entsprechend einem gewählten Kanal abstimmt, um ein ZF-Signal zu erzeugen. Das ZF-Signal wird in einem ZF- Teil 5 gefiltert, verstärkt und in weiterer Weise verarbeitet, bevor es auf eine Videosignal-Verarbeitungseinheit 7 und eine Tonsignal-Verarbeitungseinheit 9 gekoppelt wird. In der Videosignal-Verarbeitungseinheit 7 und in der Tonsignal-Verarbeitungseinheit 9 werden zugeordnete Komponenten des ZF-Signals demoduliert und verarbeitet, um Bild- und

Ton-Ausgangssignale zu erzeugen. Eine Haupt-Stromversorgungseinheit 11 liefert die Betriebsleistung an die bis hierher beschriebenen Teile des Fernsehempfängers, wenn der Empfänger "eingeschaltet" ist.

Ein Mikroprozessor (oder Mikrocomputer) 13 erzeugt Steuersignale für verschiedene Teile des Fernsehempfängers als Antwort auf Befehle eines Benutzers, die mit Hilfe eines (einen Sender 15a und einen Empfänger 15b) enthaltenden Fernsteuersystems, das die Erfindung betrifft, oder über ein am Fernsehempfänger selbst befindliches Bedienungsfeld (nicht dargestellt) eingegeben werden. Der Mikroprozessor 13 reagiert auf Instruktionen eines Programms, das in einem Festwertspeicher (ROM) 17 gespeichert ist. Ein Speicher mit wahlfreiem Zugriff (RAM-Speicher) 19 speichert vom Mikroprozessor 13 verarbeitete Daten. Eine "Bereitschafts"-Stromversorgungsquelle 21 liefert Betriebsleistung an den Mikroprozessor 13 und den Fernsteuer-Empfangsteil 15b des Fernsteuersystems 15 auch dann, wenn der Fernsehempfänger "ausgeschaltet" ist (d.h. wenn die Haupt-Stromversorgungseinheit 11 keine Betriebsleistung liefert), so daß ein Fernsteuerbefehl für die Einschaltung des Empfängers verarbeitet werden kann.

Die vom Mikroprozessor 13 erzeugten Steuersignale sind: ein Leistung-Ein/Aus-Steuersignal (E/A) für die Haupt-Stromversorgungseinheit 11, um den Fernsehempfänger ein- und auszuschalten; Steuersignale "Kanal aufwärts" (K+) und "Kanal abwärts" (K-) für die Tuner-Steuereinheit 3, um den nächsthöheren bzw. nächst-niedrigeren Kanal für die Abstimmung auszuwählen; Steuersignale "Lautstärke höher" (L+) und "Lautstärke niedriger" (L-) für die Tonsignal-Verarbeitungseinheit 9, um die Lautstärke zu erhöhen bzw. zu vermindern; ein Tonsperren-Steuersignal (STILL) für die Tonsignal-Verarbeitungseinheit 9, um die Tonwiedergabe wahlweise zu sperren und zu entsperren.

Das Leistung-Ein/Aus-Steuersignal und das Tonsperren-Steuersignal entsprechen sogenannten Kippfunktionen. Das heißt, mit wiederholter Erzeugung dieser Signale kippen die betreffenden Funktionen zwischen zwei Zuständen hin und her (d.h. zwischen "ein" und "aus" der Stromversorgung bzw. zwischen "ein" und "aus" der Tonsperre). Wenn die Steuersignale "Kanal abwärts", "Lautstärke höher" und "Lautstärke niedriger" wiederholt erzeugt werden, dann werden die betreffenden Größen in Einzelschritten (d.h. um einen Kanalschritt bzw. um einen Lautstärkeschritt) verändert. Im Falle der Steuersignale "Kanal aufwärts" und "Kanal abwärts" wird der Abstimmvorgang jedesmal, wenn eines dieser Kanaländerungs-Steuersignale erzeugt wird, unterbrochen, und die Tuner-Steuereinheit 3 wird veranlaßt, die Abstimmspannung für den nächsten Kanal zu erzeugen. Wenn z.B. die Tuner-Steuereinheit 3 eine phasensynchronisierte Schleife enthält, geschieht dies, indem der Teilungsfaktor des programmierbaren Frequenzteilers der phasensynchronisierten Schleife verändert wird.

Der Fernsteuersender 15a enthält Druckschaltertasten für jedes der oben erwähnten Steuersignale. Wird eine Taste des Fernsteuersenders 15a gedrückt, dann wird der zugeordnete Schalter aktiviert (z.B. geschlossen), und wenn die Taste losgelassen wird, dann kehrt der betreffende Schalter automatisch in seinen inaktiven (z.B. geöffneten) Zustand zurück. Solange eine Taste gedrückt ist, wird eine entsprechende Fernsteuernachricht erzeugt. Die Fernsteuernachricht besteht aus einem Träger, der mit einem Impulssignal moduliert ist, das zur Darstellung der Funktion der Taste codiert ist. Bei der hier beschriebenen Ausführungsform ist das Übertragungsmedium der Fernsteuerung Infrarotlicht (IR).

Wie weiter unten noch ausführlicher anhand der Fig. 4 beschrieben wird, hat das codierte Impulssignal ein vorbestimmtes Format und eine vorbestimmte zeitliche Dauer und wiederholt sich, solange die betreffende Taste gedrückt ist. Jede Periode des codierten Impulssignals entspricht dem Befehl, welcher der gedrückten Taste zugeordnet ist. Somit wird, solange die Taste gedrückt bleibt, ständig eine Serie von Befehlen gesendet.

Die Infrarot-Fernsteuernachricht wird vom Fernsteuerempfänger 15b empfangen. Der Fernsteuerempfänger 15b und der Mikroprozessor 13 wirken zusammen, um die empfangene Fernsteuernachricht zu decodieren und dadurch die oben erwähnten Steuersignale zu erzeugen.

Der Fernsteuerempfänger 15b enthält einen Wandler 23 (z.B. eine lichtempfindliche Diode) und einen Vorverstärker 25 zur Umwandlung des empfangenen Infrarotsignals in ein entsprechendes elektrisches Signal. Das elektrische Signal wird auf einen Hüllkurvendetektor 27 gekoppelt, der ein Hüllkurvensignal entsprechend dem codierten Impulssignal der Fernsteuernachricht erzeugt. Das Hüllkurvensignal wird einem Decoder 29 angelegt, der das Impulssignal decodiert, um ein Binärwort zu erzeugen, das, wenn es gültig ist (d.h. dem vorbestimmten Sendeformat entspricht), den Befehl darstellt, welcher der vom Benutzer gedrückten Taste des Fernsteuersenders 15a entspricht. Der Decoder 29 erzeugt außerdem ein Gültigkeitssignal (Signal "gültig"), welches anzeigt, daß das zusammengesetzte Binärwort einem gültigen Befehl entspricht. Weitere Einzelheiten des Decoders 29 werden weiter unten in Verbindung mit Fig. 5 beschrieben. Das Hüllkurvensignal, das binäre Befehlswort und das Gültigkeitssignal werden auf den Mikroprozessor 13 gekoppelt.

Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist gezeigt, daß die oben beschriebenen Steuersignale und die verschiedenen Ausgangssignale des Decoders 29 in Parallelform am Mikroprozessor13 zugeführt und entnommen werden; zweckmäßigerweise erfolgt die Kopplung der genannten Signale zum und vom Mikroprozessor in Wirklichkeit jedoch in Serienform über eine seriell übertragende Datenschiene.

Wie bereits erwähnt, erzeugt der Mikroprozessor 13 unter Programmsteuerung das Steuersignal, das dem vom Decoder 29 decodierten Befehl entspricht. Das Programm enthält Vorkehrungen, um nach Erfassung eines jeden gültigen Befehls eine "Prellschutz"-Zeitverzögerung einzuführen, so daß kurzzeitige Unterbrechungen (oder Ausfälle) , wenn der Benutzer den Fernsteuersender vorübergehend vom Fernsehempfänger wegrichtet, zu ignorieren. Wäre die Prellschutz-Zeitverzögerung nicht vorgesehen, dann könnten die Unterbrechungen als Drück-Loslaß-Drück-Folge an einer Taste interpretiert werden, was bei Kippfunktionen wie etwa der Stromversorgungs- und Tonsperren-Steuerung dazu führen würde, daß in unerwünschter Weise ein Hin- und Herschalten ("Kippen") zwischen den beiden Zuständen der betreffenden Funktion erfolgt.

Der "Prellschutz"-Betrieb ist durch die Wellenformen A und B in Fig. 2 veranschaulicht. Die Wellenform A zeigt eine Fernsteuernachricht, bestehend aus einer Folge von Befehlen einer vorbestimmten Dauer (z.B. 56 Millisekunden), die durch Pausenintervalle (z.B. 8 Millisekunden) voneinander getrennt sind. Einer dieser Befehle ist unrein oder verdorben, weil der Benutzer den Fernsteuersender 15a kurzzeitig vom Fernsehempfänger fortgerichtet hat. Die Wellenform B zeigt, daß das als Antwort auf den letzten gültigen Befehl (vor dem unreinen Befehl) erzeugte Steuersignal sich bis nach Ablauf der Prellschutzzeit nicht ändern kann, so daß der unsaubere Befehl ignoriert wird. Die Wellenform zeigt außerdem, daß die Prellschutzzeit jedesmal bei Empfang eines gültigen Befehls neu etabliert wird. Wie dargestellt, ist bei der vorliegenden Ausführungsform die Prellschutzzeit auf einen Wert eingestellt, der gleich der Dauer von drei Befehlen plus den dazwischenliegenden Pausenintervallen ist.

Ein Problem, das in Verbindung mit dem Prellschutzbetrieb auftreten kann, wenn weiter unten beschriebene erfindungsgemäße Vorkehrungen nicht getroffen werden, ist mit den Wellenformen C und D in Fig. 2 veranschaulicht. Die Wellenform C zeigt eine gewollte Unterbrechung durch Loslassen der betreffenden Taste. Die Wellenform D zeigt, daß das aufgrund eines gültigen Befehls erzeugte Steuersignal aber nicht aufhört, und daher kann das System auf einen "neuen" gültigen Befehl erst ansprechen, nachdem die Prellschutz- Verzögerungszeit verstrichen ist. Somit ist die Schnelligkeit, mit der das Fernsteuersystem auf die wiederholte "neue" Erzeugung eines Steuersignals wie z.B. des Signals "Kanal aufwärts" oder "Kanal abwärts" ansprechen kann, um rasch von einem Kanal auf den nächsten zu schalten, durch die Prellschutz-Verzögerungszeit begrenzt.

Um das durch den Prellschutzbetrieb verursachte Problem zu überwinden, wird beim hier beschriebenen Fernsteuersystem, nachdem der Decoder 25 einen gültigen Befehl gefühlt hat, das vom Hüllkurvendetektor 27 erzeugte Hüllkurvensignal eine vorbestimmte Anzahl von Malen (z.B. zehnmal) über ein vorbestimmtes Zeitintervall (z.B. zehn Millisekunden) abgetastet, das länger ist als das Pausenintervall (z.B. acht Millisekunden) zwischen aufeinanderfolgenden Befehlen, jedoch viel kürzer als die Prellschutz-Verzögerungszeit. Falls das Hüllkurvensignal vorhanden ist, wenn auch unsauber oder verdorben (infolge einer Fehlausrichtung des Fernsteuersenders 15a durch den Benutzer weg vom Fernsehempfänger), wird die Amplitude eines oder mehrerer Abtastwerte einer ständigen (wenn auch unsauberen) Sendung entsprechen, und der Prellschutzbetrieb wird eingeleitet. Bei der vorliegenden Ausführungsform zeigt das Erscheinen von mehr als zwei Abtastwerten "hohen" Pegels an, daß das Hüllkurvensignal vorhanden ist und daher eine kontinuierliche Sendung erfolgt. Fehlt jedoch das Hüllkurvensignal infolge eines beabsichtigten Loslassens der betreffenden Taste, entspricht keiner der Abtastwerte dem Vorhandensein des Hüllkurvensignals. Bei der vorliegenden Ausführungsform wird das Fehlen des Hüllkurvensignals angezeigt, wenn weniger als drei "hohe" Abtastwerte erscheinen. Fehlt das Hüllkurvensignal (infolge des Loslassens einer Taste), dann wird der nächste gültige Befehl als ein neuer Befehl erkannt, und ein neues Steuersignal wird erzeugt. Die Wellenformen E und F in Fig. 2 veranschaulichen den Betrieb des vorliegenden Fernsteuersystems für den letztgenannten Fall.

Beim vorliegenden Fernsteuersystem sind also Maßnahmen getroffen, um zwischen unsauberen Befehlen infolge vorübergehender Fehlausrichtung des Fernsteuersenders 15a und dem Fehlen von Befehlen infolge des Loslassens einer Taste zu unterscheiden, damit ein ungewolltes Hin- und Herschalten vermieden und dennoch ein schnelles Ansprechen erreicht wird.

Die Fig. 3 zeigt das Flußdiagramm eines Teils des Decodierungs-Unterprogramms, das den Prellschutzbetrieb und die Verbesserung betrifft, die unter Verwendung der Hüllkurvenerfassung für ein beschleunigtes Ansprechen sorgt, worauf die vorliegende Erfindung speziell gerichtet ist. Für den größten Teil ist das Flußdiagramm aus sich heraus verständlich, wenn man sich auf die obige Erläuterung des Betriebs besinnt. Es sei jedoch erwähnt, daß das Erkennen des Loslassens einer Taste und nachfolgenden Drückens einer neuen Taste dadurch ermöglicht wird, daß der Prellschutz-Zeitgeber gelöscht wird, wenn weniger als drei "hohe" Hüllkurven-Abtastwerte erfaßt werden (vgl. auch Fig. 2, Wellenform F). Auf diese Weise wird der Prellschutzzeitbetrieb "überbrückt", wenn eine Taste losgelassen worden ist, womit die Bedingung für das Schnellansprechen gesetzt wird.

Die Fig. 4 zeigt als Beispiel ein geeignetes Format des codierten Impulssignals für die Modulation eines Trägers (z.B. mit 56,875 KHz) zur Erzeugung der gesendeten Fernsteuernachrichten. Wie oben erwähnt, bestehen die Nachrichten aus einer Folge gleicher, der jeweils gedrückten Taste entsprechender Befehle, getrennt durch Pausenintervalle. Die Befehle haben jeweils eine Dauer von ungefähr 56 Millisekunden, und die Pausenintervalle dauern jeweils 8 Millisekunden. Die Befehle enthalten positiv gerichtete Impulse die einem ersten Amplitudenmodulationspegel des Trägers entsprechen (z.B. "Träger vorhanden") und die Pausen oder Zwischenräume entsprechen einem zweiten Amplitudenmodulationspegel des Trägers (z.B. "Träger fehlt"). Jede Nachricht enthält einen 4 Millisekunden dauernden Zeichenimpuls gefolgt von einem 4 Millisekunden dauernden Pausenschritt. Jedes Datenbit der Nachricht wird durch einen 0,5 Millisekunden dauernden "Synchronimpuls" identifiziert. Die Dauer der Pausenschritte nach einem Synchronimpuls bestimmt, ob das Datenbit den Logikwert "1" oder den Logikwert "0" hat. Ein Pausenschritt von einer Millisekunde kennzeichnet den Logikwert "1", und ein Pausenschritt von 2 Millisekunden kennzeichnet den Logikwert "0". Jeder Befehl hat 24 Datenbits, enthaltend 12 Datenbits zur Identifizierung des zu steuernden Gerätes (z.B. Fernsehempfänger oder Videocassettenrecorder) und der jeweiligen Funktion (z.B. eine der oben beschriebenen Funktionen), gefolgt von den Komplementen der zwölf Datenbits. Ein "Endimpuls" von einer Millisekunde kennzeichnet das Ende eines Befehls.

Die Fig. 5 zeigt den in Verbindung mit Fig. 1 beschriebenen Decoder 29 in näheren Einzelheiten. Der Decoder 29 enthält einen Bit-Decoder 29a mit einem taktgesteuerten Zähler und einer Kombinationslogik, um die Dauer der verschiedenen Impulse und Pausenschritte des Hüllkurvensignals festzustellen und demnach eine Folge von Logikwerten "1" und "0" zu erzeugen, die den Daten der Befehle der Fernsteuernachricht entspricht. Ein Nachrichten-Decoder 29b enthält ein Schieberegister zur Speicherung der ersten 12 Datenbits. Nachdem die ersten 12 Bits der Daten gespeichert sind, werden die zweiten 12 Bits der Daten mit diesen ersten 12 Bits in einem Gültigkeitsdetektor 29c verglichen. In einem gültigen Befehl sind die zweiten 12 Datenbits die logischen Komplemente der ersten 12 Bits. Ist ein gültiger Befehl empfangen worden, dann werden die 12 Bits des Befehls in einer Latch- Schaltung 29d gespeichert, wo sie bereit sind, um vom Mikroprozessor 13 in das Steuersignal decodiert zu werden.

Die als integrierte Schaltung ausgeführte analoge Schnittstelleneinheit (AIU), die unter der RCA-Bausteinnummer 1421874-2 erhältlich ist und in RCA-Fernsehempfängern mit dem Chassis-Typ CTC-140 verwendet wird, enthält einen Hüllkurvendetektor und einen Decoder, die sich zur Verwendung als Hüllkurvendetektor 27 und als Decoder 29 eignen, wie sie oben beschrieben wurden und dargestellt sind. Die US- Patentschrift 46 22 481 beschreibt den Hüllkurvendetektor der integrierten analogen Schnittstelleneinheit im einzelnen. Andere Teile des beschriebenen Fernsehempfängers können ebenfalls ähnlich konstruiert sein wie entsprechende Teile des RCA-Empfängers CTC-140.


Anspruch[de]
  1. 1. Fernsteuersystem zur Steuerung eines Gerätes in Ansprache auf eine Fernsteuernachricht in Form eines von einem Fernsteuersender gesendeten Trägers, der mit einem codierten Impulssignal moduliert ist, das einem vorbestimmten Codierungsformat entspricht und eine vorbestimmte zeitliche Dauer hat, mit folgenden Einrichtungen:

    einen Hüllkurvendetektor (27) zur Ableitung eines dem codierten Impulssignal entsprechenden Hüllkurvensignals in Ansprache auf die Fernsteuernachricht;

    einer Decodiereinrichtung (29), die auf das Hüllkurvensignal anspricht, um ein der Fernsteuernachricht entsprechendes Steuersignal zu erzeugen, wenn das Hüllkurvensignal im Einklang mit dem vorbestimmten Codierungsformat ist, und

    einer Funktionssteuereinrichtung (13), die auf das Steuersignal anspricht, um jedesmal, wenn das Steuersignal erzeugt wird, eine vorbestimmte Funktion des Gerätes durchzuführen, dadurch gekennzeichnet, daß die Decodiereinrichtung (29) anschließend zur Beendigung des Steuersignals sowohl auf das Ende einer Verzögerungsperiode, die länger ist als die vorbestimmte Dauer des codierten Impulssignals, als auch dann anspricht, wenn das Hüllkurvensignal für ein Zeitintervall fehlt, das kürzer ist als die vorbestimmte Zeitdauer.
  2. 2. Fernsteuersystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verzögerungszeit ein Vielfaches der vorbestimmten Zeitdauer des codierten Impulssignals ist.
  3. 3. Fernsteuersystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Decodiereinrichtung (29) das Hüllkurvensignal während des besagten Zeitintervalls eine vorbestimmte Anzahl von Malen abtastet und die Amplitude jedes Abtastwertes prüft, um festzustellen, ob das Hüllkurvensignal abwesend ist oder nicht.
  4. 4. Fernsteuersystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Decodiereinrichtung (29) die Verzögerungsperiode in Ansprache auf das Fehlen des Hüllkurvensignals beendet.
  5. 5. Fernsteuersystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Decodiereinrichtung (29) einen Computer enthält, der in Ansprache auf Instruktionen eines gespeicherten Programms arbeitet.
  6. 6. Fernsteuersystem nach Anspruch 1 zur Steuerung eines Fernsehempfängers in Ansprache auf eine Steuernachricht, die wahlweise einem ersten Änderungsbefehl oder einem zweiten Änderungsbefehl entspricht und einen Träger enthält, der mit einem codierten Impulssignal moduliert ist, das ein vorbestimmtes Format und eine vorbestimmte Zeitdauer hat, mit folgenden Einrichtungen:

    einer ersten Verarbeitungseinrichtung (11) zur Durchführung einer ersten Funktion des Fernsehempfängers;

    einer ersten Steuereinrichtung (13), die auf ein erstes Änderungssteuersignal anspricht, um die erste Verarbeitungseinrichtung (11) jedesmal bei Erzeugung des ersten Änderungssteuersignals zu einem Zustandwechsel zwischen einem ersten und einem zweiten Zustand zu veranlassen;

    einer zweiten Verarbeitungseinrichtung (1; 9) zur Durchführung einer zweiten Funktion des Fernsehempfängers;

    einer zweiten Steuereinrichtung (3, 13), die auf ein zweites Änderungssteuersignal anspricht, um die zweite Verarbeitungseinrichtung bei jeder Erzeugung des zweiten Änderungssteuersignals zu veranlassen, einen Betriebszustand um einen Teilschritt zu verändern, dadurch gekennzeichnet,

    daß die Decodiereinrichtung (29) auf das Hüllkurvensignal anspricht, um das erste Änderungssteuersignal jedesmal dann zu erzeugen, wenn das Hüllkurvensignal im Einklang mit dem vorbestimmten Codierungsformat ist und dem ersten Änderungsbefehl entspricht, und anschließend zur Beendigung des ersten Änderungssteuersignals sowohl auf das Ende einer Verzögerungsperiode, die länger ist als die vorbestimmte Zeitdauer des codierten Impulssignals, als auch dann anspricht, wenn das Hüllkurvensignal fehlt;

    daß die Decodiereinrichtung (29) auf das Hüllkurvensignal anspricht, um das zweite Änderungssteuersignal jedesmal dann zu erzeugen, wenn das Hüllkurvensignal im Einklang mit dem vorbestimmten Codierungsformat ist und dem zweiten Anderungsbefehl entspricht, und anschließend sowohl auf das Ende der Verzögerungsperiode als auch auf das Fehlen des Hüllkurvensignals anspricht, um das zweite Änderungssteuersignal zu beenden.
  7. 7. Fernsteuersystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,

    daß die zweite Verarbeitungseinrichtung (1; 9) einen Tuner (1) zur Abstimmung auf Fernsehkanäle aufweist, und

    daß die zweite Steuereinrichtung eine Tuner-Steuereinrichtung (3) aufweist, die auf das zweite Änderungssteuersignal anspricht, um als Reaktion auf aufeinanderfolgende Erzeugungen des zweiten Steuersignals den Tuner auf aufeinanderfolgende Kanäle abzustimmen.
  8. 8. Fernsteuersystem nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,

    daß die erste Verarbeitungseinrichtung eine Stromversorgungseinrichtung (11) zur Versorgung des Fernsehempfängers mit Betriebsleistung aufweist, und

    daß die erste Steuereinrichtung eine Stromversorgungs- Steuereinrichtung (13) aufweist, die auf das erste Änderungssteuersignal anspricht, um bei aufeinanderfolgenden Erzeugungen des ersten Änderungssteuersignals die Stromversorgungseinrichtung zu veranlassen, dem Empfänger die Betriebsleistung abwechselnd zuzuführen und nicht zuzuführen.
  9. 9. Fernsteuersystem nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,

    daß die erste Verarbeitungseinrichtung (1; 9) eine Tonverarbeitungseinrichtung zur Steuerung des Tonausgangs des Fernsehempfängers aufweist, und

    daß die erste Steuereinrichtung eine Tonsteuereinrichtung (13) aufweist, die auf das erste Änderungssteuersignal anspricht, um bei aufeinanderfolgenden Erzeugungen des ersten Steuersignals die Tonverarbeitungseinrichtung zu veranlassen, den Tonausgang abwechselnd stillzusetzen und nicht stillzusetzen.






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