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Dokumentenidentifikation DE3821120A1 28.12.1989
Titel Vorrichtung zum vorübergehenden Speichern eines Fadens
Anmelder Stahlecker, Fritz, 7347 Bad Überkingen, DE;
Stahlecker, Hans, 7334 Süßen, DE
Erfinder Stahlecker, Fritz, 7347 Bad Überkingen, DE
Vertreter Wilhelm, H., Dr.-Ing.; Dauster, H., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 7000 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 23.06.1988
DE-Aktenzeichen 3821120
Offenlegungstag 28.12.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.12.1989
IPC-Hauptklasse B65H 51/20
Zusammenfassung Bei einer Vorrichtung zum vorübergehenden Speichern eines Fadens zwischen einer Spleißeinrichtung und einer kontinuierlich fadenliefernden Liefereinrichtung ist eine um eine quer zur Fadentransportrichtung gerichtete Achse rotierbare, ringförmige Ablagekammer vorgesehen, deren Boden luftdurchlässig ist und an eine Absaugung angeschlossen ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum vorübergehenden Speichern eines Fadens zwischen einer Spleißvorrichtung und einer kontinuierlich fadenliefernden Liefereinrichtung mit einer luftdurchlässigen, um eine Achse rotierenden Ablagefläche, der eine Absaugung zugeordnet ist.

Bei einer bekannten Vorrichtung dieser Art (GB-A 21 36 461) ist eine perforierte Walze vorgesehen, die innen mit einer Saugeinrichtung versehen ist, die über einen bestimmten Umfangsbereich eine durch die perforierte Walze hindurchgehende Saugluftströmung erzeugt. Der gelieferte Faden soll sich aufgrund seiner Drehung in Schlaufen auf dem Umfang der Walze ablegen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art so auszubilden, daß bei möglichst geringen Abmessungen auch bei hohen Liefergeschwindigkeiten eine Funktionssicherheit erhalten wird.

Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß eine ringförmige Ablagekammer vorgesehen ist, deren Boden luftdurchlässig ist und an eine Absaugung angeschlossen ist.

Bei dieser Ausbildung wird sichergestellt, daß die Ablage des gelieferten Fadens in einem bestimmten Bereich erfolgt, der durch die Seitenwände der Ablagkammer begrenzt wird. Dadurch ist ein kontrolliertes Wiederabziehen der gespeicherten Fadenmenge auch mit einer erhöhten Geschwindigkeit möglich, ohne daß starke Geschwindigkeitsunterschiede und damit verbundene Spannungserhöhungen auftreten können.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgesehen, daß die Ablagekammer einen V-förmigen Querschnitt aufweist. Das Garn kann somit an den Seitenwänden dieser Ablagekammer zu dem Boden hin gleiten.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgesehen, daß die Ablagekammer in einer Stirnseite eines scheibenförmigen Körpers vorgesehen ist. Dadurch ist es möglich, die Abzugsrichtung mit einer Komponenten entgegen der Bewegungsrichtung der Ablagekammer zu versehen, so daß auch beim Abziehen kontrollierte Verhältnisse auftreten und nicht mehrere Garnschlaufen gleichzeitig abgezogen werden. Dabei wird der Faden über den Rand der Ablagekammer abgezogen, so daß definierte Verhältnisse gegeben sind.

Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsformen.

Fig. 1 zeigt eine Ansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung in Richtung der Drehachse gesehen,

Fig. 2 einen Schnitt entlang der Linie II-II der Fig. 1 in einer Explosionsdarstellung,

Fig. 3 eine Ansicht auf eine zu der Vorrichtung gehörenden Saugkammer,

Fig. 4 eine Ansicht einer zwischen Saugkammer und einer Ablagekammer angeordneten Schlitzscheibe,

Fig. 5 eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Vorrichtung in Verbindung mit einer Liefereinrichtung, einer Spleißeinrichtung und einer Aufwickeleinrichtung für einen Faden unmittelbar vor dem Durchführen eines Spleißvorganges und

Fig. 6 bis 8 Ansichten entsprechend Fig. 5 in den verschiedenen Zuständen der erfindungsgemäßen Vorrichtung während des Speicherns eines Fadens.

Die dargestellte Vorrichtung (1) enthält einen scheibenförmigen Grundkörper (2), der mit einer Nabe (3) versehen ist. Die Nabe (3) enthält eine zentrische Bohrung (4), mit welcher sie auf einen Zapfen (22) einer drehbar gelagerten Welle (20) aufgepreßt wird. Der scheibenförmige Grundkörper (2) besitzt eine zu einer Stirnseite hin offene im Querschnitt V-förmige Aussparung, die als eine Ablagekammer (7) dient. Die Ablagekammer (7) wird durch zwei umlaufende Ringwülste (5, 6) begrenzt. Die Aussparung ist durch einen kurzen Steg (8) unterbrochen, der die Ringwülste (5, 6) miteinander verbindet. Der scheibenförmige Körper (2) ist mit einem strichpunktiert dargestellten Riemen antreibbar, beispielsweise einem Zahnriemen (9).

Der Boden der Ablagekammer (7) wird von einer Siebscheibe (10) gebildet, die mit einer zentrischen Bohrung (12) auf der Nabe (3) des Grundkörpers (2) angeordnet wird und die eine Perforation (11) besitzt. Unterhalb der Siebscheibe (10) wird eine Haltescheibe (13) angeordnet, die ebenfalls mit einer zentrischen Bohrung (14) versehen ist, mit der sie auf die Nabe (3) aufgesteckt ist. Die Haltescheibe (13) ist auf die Nabe (3) aufgepreßt. Zusätzlich kann sie mittels Schrauben an dem Grundkörper (2) befestigt sein, so daß die Siebscheibe (10) zwischen ihr und dem Grundkörper (2) eingespannt ist. Die Haltescheibe (13) ist mit einem nur im Bereich des Steges (8) unterbrochenen umlaufenden Schlitz (15) versehen, dessen Abmessungen dem der Siebscheibe (10) zugewandten Ende der ringförmigen Aussparung (7) entsprechen.

Zwischen einem Lagergehäuse (21) der Welle (20) und der Rückseite der ringförmigen Ablagekammer (7) ist ein ringförmiges Sauggehäuse (16) angeordnet, das eine zentrische Aussparung (19) aufweist, die die Welle (20) mit Abstand umgibt. Das Gehäuse (16) bildet eine ringförmige Saugkammer (17), die mit einem Sauganschluß (18) versehen ist. Auf der dem scheibenförmigen Körper (2) zugewandten Seite ist das Gehäuse (16) mit einem umlaufenden Saugschlitz (23) versehen.

Zwischen der Saugkammer (17) und der Haltescheibe (13) ist noch eine Zwischenscheibe (24) angeordnet, die mit einer zentrischen Bohrung (25) mit einem Gleitsitz auf einem Bund (26) der Welle (20) angeordnet ist. Die Zwischenscheibe (24) ist mit einem in etwa hufeisenförmigen Schlitz (28) versehen, dessen Abmessungen im wesentlichen dem Saugschlitz (23) entsprechen. Dieser Schlitz (28) ist an einer Stelle über einen vorgegebenen Abschnitt (29) unterbrochen, so daß der Saugschlitz (23) in diesem Bereich abgedeckt ist.

Die Zwischenscheibe (24) ist mittels eines strichpunktiert angedeuteten Riemens, beispielsweise eines Zahnriemens (27) in Umfangsrichtung verstellbar (siehe auch Fig. 4), so daß die Lage der Unterbrechung (29), mit welcher der Saugschlitz (23) abgedeckt wird, in Umfangsrichtung verändert werden kann.

Bei einer abgewandelten Ausführungsform wird auf eine derartige Zwischenscheibe (24) verzichtet. In diesem Fall wird dann das Gehäuse (16) drehbar angeordnet, das dann mit einem geschlossenen Bereich des Saugschlitzes (23) versehen ist.

Wie Fig. 5 zeigt, wird die Vorrichtung (1) in den Laufweg eines Fadens (38) gebracht, um während eines Anspinnvorganges in Funktion zu treten. In Fig. 5 ist ein einzelnes Spinnaggregat einer Spinnmaschine angedeutet, die mit einer Vielzahl derartiger Spinnaggregate versehen ist. Jedes dieser Spinnaggregate enthält eine Liefereinrichtung (30), von der ein Faden (38) während des Wiederanspinnens kontinuierlich geliefert wird. Dieser Faden (38) wird mit einem Faden (45) verbunden, der von einer Spule (40) abgezogen wird. Der Faden (38) und der Faden (45) werden in eine Spleißvorrichtung (33) derart eingelegt, daß ihre beiden Enden (43, 44) auf gegenüberliegenden Seiten aus der Spleißvorrichtung (33) herausragen. Die Spleißvorrichtung (33) ist mit einer Spleißnut (34), einer Druckluftzuführung (35) und Einrichtungen (36, 37) zum Klemmen und Beschneiden der Fadenenden (43, 44) versehen.

Die Spule (40) wird normalerweise von einer Aufspuleinrichtung (39) angetrieben, von welcher eine Wickelwalze (41) dargestellt ist. Während des Anspinnens, d.h. während des Aufsuchens und Zurückführens des Fadens (45) ist die Spule (40) von dieser Wickelwalze (41) abgehoben und wird von einem nicht dargestellten Antriebselement einer Wartungseinrichtung in Abwickelrichtung angetrieben. Diese nicht dargestellte Wartungseinrichtung enthält auch die Spleißvorrichtung (33) und die Vorrichtung (1), die in den Fadenlauf hineinbewegt werden.

In Fig. 5 ist die Situation dargestellt, die sich unmittelbar vor einem Spleißvorgang ergibt. In dieser Situation sind die Fäden (38, 45) und ihre Enden (43, 44) bereits von den jeweiligen Zubringelementen freigegeben und in der Spleißvorrichtung (33) festgelegt worden. Der bis dahin erfolgte Abzug des von der Liefereinrichtung (30) gelieferten Fadens (38) beispielsweise mittels einer Saugeinrichtung ist unterbrochen, so daß ab diesem Moment die weitergelieferte Fadenmenge bis zum Abschluß des Spleißvorgangs gespeichert werden muß. Nach dem Spleißen wird die Spule (40) von der Hilfseinrichtung mit erhöhter Geschwindigkeit angetrieben, so daß die während des Spleißvorgangs gespeicherte Fadenmenge aufgebraucht wird, wonach anschließend die Spule (40) wieder auf die Betriebsgeschwindigkeit verlangsamt und an die Wickelwalze (41) übergeben wird.

Zum Speichern des weiterlaufenden Fadens (38) wird die ringförmige Ablagekammer (7) mit Unterdruck beaufschlagt, während der scheibenförmige Körper (2) in Richtung des Pfeiles (C) angetrieben wird. Der Steg (8) in der Ablagekammer (7) und die Unterbrechung (29) befinden sich dabei in einer Position, daß sie dem gespeicherten Faden (42) vorlaufen. Die Zwischenscheibe (24) wird deshalb ebenfalls in Richtung des Pfeiles (C) angetrieben.

Wie aus Fig. 6 zu ersehen ist, wird der zulaufende Faden (38) in Form von Schlaufen (42) in der V-förmigen Ablagekammer (7) abgelegt. Dabei überlappen sich die Schlaufen (42) des Fadens (38) schuppenartig.

Mit dem Ende des Spleißvorgangs (Fig. 7) wird der wieder angesponnene Faden (38) von der Spleißvorrichtung (33) freigegeben, die dann beispielsweise in Richtung des Pfeiles (D) entfernt wird. Unmittelbar danach wird der Aufwickelvorgang durch Antreiben der Spule (40) wieder aufgenommen, wodurch der Faden (38) aus der Ablagekammer (7) wieder abgezogen wird (Fig. 7, 8). Der Faden (38) wird dabei über die Randwulste (5, 6) abgezogen. Während dieses Abziehens mit der erhöhten Wickelgeschwindigkeit wird die Zwischenscheibe (24) in Richtung des Pfeiles (F) angetrieben, d.h. entgegen der Bewegungsrichtung der Ablagekammer (7). Die Unterbrechung (29) des Saugschlitzes (28) ist dabei bezüglich ihrer Bewegung auf die Abzugsgeschwindigkeit des Fadens (38) so abgestimmt, daß sie sich immer in dem Bereich des Abzugspunktes aus der Ringkammer (7) befindet. Dadurch wird erreicht, daß der Faden (38) nicht gegen die Saugwirkung abgezogen werden muß.

Sobald die von der Vorrichtung (1) aufgenommene Fadenreserve vollständig aufgelöst ist, wird die Vorrichtung (1) aus dem Bereich des Fadenlaufs herausgebracht.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum vorübergehenden Speichern eines Fadens zwischen einer Spleißvorrichtung und einer kontinuierlich fadenliefernden Liefereinrichtung mit einer luftdurchlässigen, um eine Achse rotierenden Ablagefläche, der eine Absaugung zugeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß eine ringförmige Ablagekammer (7) vorgesehen ist, deren Boden (10) luftdurchlässig und an die Absaugung angeschlossen ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ablagekammer (7) einen V-förmigen Querschnitt aufweist.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ablagekammer (7) in einer Stirnseite eines scheibenförmigen Körpers (2) vorgesehen ist.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Rückseite der Ablagekammer (7) eine Saugkammer (17) mit einem dem Boden (10) der Ablagekammer (7) angepaßten Saugschlitz (23, 28) angeordnet ist.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß Mittel (29) zum partiellen Abdecken des Saugschlitzes (28) vorgesehen sind.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel (29) zum partiellen Abdecken des Saugschlitzes (28) in Richtung des Saugschlitzes (28) beweglich sind.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel (29) zum partiellen Abdecken des Saugschlitzes (28) zu einer der Bewegung der Ablagekammer (7) gegensinnigen Bewegung antreibbar sind.






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