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Dokumentenidentifikation DE3918603A1 28.12.1989
Titel Verfahren zum Bedrucken von Polyester/Cellulose-Mischfasermaterialien mit Dispersionsfarbstoffen
Anmelder Ciba-Geigy AG, Basel, CH
Erfinder Nassour, Wajdi, 7858 Weil am Rhein, DE;
Degen, Roberto, Basel, CH;
Maitre, Jean-Paul, Abidjan Ol, ZA
Vertreter Zumstein, F., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Klingseisen, F., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 07.06.1989
DE-Aktenzeichen 3918603
Offenlegungstag 28.12.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.12.1989
IPC-Hauptklasse D06P 3/85
IPC-Nebenklasse D06P 1/16   C09D 11/02   
IPC additional class // C09B 29/08,29/46,23/04,1/50,1/22  
Zusammenfassung Verfahren zum Bedrucken von Polyester-Cellulose-Mischfasermaterialien in intimer Mischung mit Dispersionsfarbstoffen und mit anschließender Hitzebehandlung der Materialien, wobei eine Druckpaste verwendet wird, die ein in wäßrigem Medium sauer reagierendes anorganisches Salz, insbesondere Natriumhydrogensulfat enthält.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein verbessertes Verfahren zum Bedrucken von Mischtextilien aus Polyester und Cellulose in intimer Mischung.

Die bisherigen Druckverfahren für obengenannte Fasermischungen basieren auf Druckpasten, die jeweils mindestens einen Farbstoff für den Celluloseanteil und mindestens einen Farbstoff für den Polyesteranteil enthalten. Zudem enthalten diese Druckpasten meistens Alginatverdicker, Harnstoff und Fixieralkalien für den Cellulosefarbstoff. Der Nachteil der Verwendung dieser Druckhilfsmittel ist, daß diese nach dem Drucken und Fixieren der Farbstoffe wieder ausgewaschen werden müssen. Diese Nachwäsche braucht einen erheblichen maschinellen Aufwand und erhöht den Verbrauch an Energie, Wasser und diversen Chemikalien.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zum Bedrucken von Mischtextilien aus Polyester und Cellulose in intimer Mischung zur Verfügung zu stellen, bei dem man diese Textilien mit einer einzigen Farbstoffklasse, nämlich Dispersionsfarbstoffen drucken kann und zudem die wirtschaftlichen und ökologischen Nachteile der bisherigen Verfahren nicht auftreten.

Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zum Bedrucken von Polyester/Cellulose-Mischfasermaterialien in intimer Mischung mit Dispersionsfarbstoffen und mit anschließender Hitzebehandlung der Materialien, dadurch gekennzeichnet, daß man eine Druckpaste verwendet, die ein in wäßrigem Medium sauer reagierendes anorganisches Salz enthält.

Das erfindungsgemäße Verfahren ergibt farbkräftige, lichtechte, waschechte und reibechte Drucke ohne Beeinträchtigung des Weißfonds der Ware und vermeidet die obengenannten Nachteile durch Verwendung einer einzigen Farbstoffklasse. Diese Maßnahme hat den weiteren Vorteil, daß sie den für die Fixierung der Cellulosefarbstoffe erforderlichen Zusatz von Alkalien, wie Natriumbicarbonat überflüssig und zudem die sonst für Reaktivfärbungen negativ wirkende reduktive Nachbehandlung durchführbar macht. Außerdem werden Farbdrucke erhalten, die keine Transparenzeffekte aufweisen.

Als in wäßrigem Medium sauer wirkende anorganische Salze sind vorteilhafterweise Alkalimetallhydrogensulfate, wie z.B. Lithium-, Kalium- oder Natriumhydrogensulfat sowie auch Aluminiumsulfat geeignet. Natriumhydrogensulfat ist bevorzugt.

Die Einsatzmengen, in denen die in wäßrigem Medium sauer wirkenden anorganischen Salze in den Druckpasten vorhanden sind, bewegen sich je nach dem Celluloseanteil zweckmäßigerweise von 50 bis 150 g/kg Druckpaste.

Bei dem erfindungsgemäß verwendeten Textilmaterial handelt es sich um intime Mischungen, die vorteilhafterweise aus 50 bis 90% Polyestermaterial und 50 bis 10% Cellulosematerial bestehen. Bevorzugt ist ein Mischungsverhältnis Polyester/Cellulose von 67 : 33 oder 50 : 50. Intime Mischungen werden durch Vereinigung der zwei Faserarten vor dem Spinnverfahren erhalten.

Als Polyestermaterialien kommen dabei zweckmäßigerweise vollsynthetische hochmolekulare Stoffe aus linearen, aromatischen Polyestern (im allgemeinen Polykondensationsprodukte aus Terephthalsäure und Glykolen, besonders Ethylenglykol, oder Polykondensationsprodukte aus Terephthalsäure und 1,4-Bis-(hydroxymethyl)-hexahydrobenzol) in Frage.

Als Cellulosematerialien kommen solche aus natürlicher und regenerierter Cellulose in Betracht, wie z.B.: Leinen, Viskose-Zellwolle oder insbesondere Baumwolle.

Das Polyester/Cellulose-Mischgewebe kann z.B. als Gewebe, Maschenware wie Strickware oder Gewirke, oder auch als Kettbaum vorliegen.

Bei den Dispersionsfarbstoffen handelt es sich um in Wasser unlösliche bis schwerlösliche Farbstoffe verschiedener Klassen, beispielsweise um Nitrofarbstoffe, Aminoketonfarbstoffe, Ketoniminfarbstoffe, Methinfarbstoffe, Nitrodiphenylaminfarbstoffe, Chinolinfarbstoffe, Aminonaphthochinonfarbstoffe, Cumarinfarbstoffe und insbesondere um Anthrachinonfarbstoffe oder Azofarbstoffe, wie Monoazo- oder Disazofarbstoffe. Es ist auch möglich, Gemische verschiedener Dispersionsfarbstoffe einzusetzen.

Es ist jedoch vorteilhaft den Farbstoff (coupiert oder uncoupiert) nicht als solchen zu verwenden, sondern ein wäßriges Präparat, welches den in Wasser unlöslichen bis schwerlöslichen Farbstoff (oder Farbstoffmischungen) enthält. Als derartige wäßrige Präparate kommen vor allem solche in Betracht, wie sie in der DE-OS 28 50 482 beschrieben sind.

Die Menge der den Druckpasten zuzusetzenden Farbstoffe richtet sich nach der gewünschten Farbstärke; im allgemeinen haben sich Mengen von 0,01 bis 10, vorzugsweise 0,02 bis 5 Gewichtsprozent, bezogen auf das eingesetzte Textilmaterial, bewährt.

Die Druckpasten enthalten zusätzlich zu den Farbstoffen und dem sauer wirkenden anorganischen Salz zweckmäßigerweise säurestabile Verdickungsmittel.

Als Verdicker verwendet man die in der Textildruckerei bekannten säurebeständigen Produkte z.B. Johannisbrotkernmehl und seine Derivate, Galaktomannane, Galaktomannanether, Tragant, British Gummi, Gummi Arabicum, Kristallgummi, Tamarindenkernmehl oder vor allem mittel- bis niedrigviskose Guarderivate. Es ist darauf zu achten, daß die Verdickungsmittel unter den Anwendungsbedingungen keine Ausfällungen ergeben. Alginatverdicker sind nicht geeignet.

Als weitere Zusätze können die Druckpasten Antischaummittel oder Entlüftungsmittel, Dispergiermittel für die Farbstoffe, Egalisiermittel, Netzmittel, Fettsäure-oxethylierungsprodukte mit 5 bis 40 Ethylenoxideinheiten, Oligomereninhibitoren, Faltenfreimittel und vor allem Glyzerin enthalten. Harnstoff und/oder alkalisch reagierende Verbindungen wie Alkalimetallcarbonate oder -hydrogencarbonate hingegen sowie Oxidationsmittel sind nicht erforderlich.

Die Fasergemische werden in bekannter Art und Weise mit der Druckpaste bedruckt und anschließend einer Hitzebehandlung unterzogen, um die applizierten Farbstoffe zu fixieren.

Die Fixierung erfolgt zweckmäßigerweise durch den sogenannten Thermosolierprozeß (Trockenhitzeverfahren), nach einer Zwischentrocknung, z.B. bei einer Temperatur von 100 bis 220°C. Vorzugsweise erfolgt die Fixierung bei einer Temperatur von 120 bis 220°C, vorzugsweise 160 bis 200°C und nach einer Zwischentrocknung der bedruckten Ware bei 80 bis 120°C.

Je nach der Temperatur kann die Fixierung 20 Sekunden bis 5 Minuten, vorzugsweise 30 bis 90 Sekunden dauern.

Die Fertigstellung der Drucke erfolgt ebenfalls auf übliche Weise durch Spülen mit Wasser und kann gegebenenfalls durch zusätzliche Reinigung in alkalischem Medium unter reduktiven Bedingungen z.B. mittels Natriumdithionit vorgenommen werden. Im letzteren Falle werden die Druckfärbungen wiederum gespült und getrocknet.

Das erfindungsgemäße Druckverfahren ermöglicht sehr egale Drucke und Buntdrucke. Der Stand der Drucke ist sowohl im Filmdruck als auch im Rouleauxdruck ausgezeichnet. Die Druckpasten sind darum besonders auch für den Rotationsfilmdruck geeignet. Als Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist zusätzlich anzuführen, daß das Laugieren und das Mercerisieren der Ware nicht notwendig sind. Ebenso kann ein Sengen der Ware entfallen.

Die in den Ausführungsbeispielen genannten Teile und Prozente beziehen sich auf das Gewicht.

Beispiel 1

Ein Polyester/Baumwoll-Gewebe (67 : 33, intime Mischung) wird wie folgt bedruckt

550 Teile einer Stammverdickung enthaltend pro 1000 Teile

71,2 Teile Verdickungsmittel z. B. ein Guarderivat,

15 Teile eines Fettsäure-Oxethylierungsproduktes mit 36 Ethylenoxideinheiten,

80 Teile Glyzerin und

833,8 Teile Wasser werden mit

70 Teile eines Farbstoffes der Formel



200 Teilen Natriumhydrogensulfat (50% wäßrige Lösung) und 180 Teilen Wasser gemischt worauf das Mischgewebe auf einer Rotationsfilmdruckmaschine bedruckt wird. Alsdann wird das Mischgewebe bei 90°C getrocknet und während 60 Sekunden bei 200°C mit Heißluft behandelt. Anschließend wird das Gewebe mit kaltem Wasser gespült und einer reduktiven Nachbehandlung bei 60 bis 70°C unterworfen, wobei

2 g/l Natriumhydroxidlösung (30%)

2 g/l Natriumdithionit und

1 g/l eines üblichen Waschmittels verwendet werden. Abschließend wird das Gewebe mit warmem (60°C) und kaltem Wasser gespült und getrocknet.

Man erhält einen kräftigen orangen Druck mit gutem Weißfond der Ware und guten Gebrauchsechtheiten, wie Licht-, Wasch- und Reibechtheit.

Beispiel 2

Man verfährt wie in Beispiel 1 beschrieben, verwendet aber als Polyester/Cellulose-Mischgewebe eine intime Mischung bestehend aus 50% Polyester und 50% Baumwolle. Man erhält ebenfalls einen kräftigen orangen Druck mit gutem Weißfond und guten Gebrauchsechtheiten.

Beispiel 3

Man verfährt wie in Beispiel 1 beschrieben, verwendet jedoch anstelle von Natriumhydrogensulfat 100 Teile Aluminiumsulfat. Man erhält ebenfalls einen kräftigen orangen Druck mit gutem Weißfond und guten Echtheiten.

Beispiel 4 (4-farbiger Druck)

Man verfährt wie in Beispiel 1 beschrieben, verwendet aber vier Druckpasten mit folgender Farbstoffverteilung

Druckpaste 1

30 Teile eines Farbstoffes der Formel



Druckpaste 2

6 Teile eines Farbstoffes der Formel



und

30 Teile eines Farbstoffes der Formel



Druckpaste 3

30 Teile eines Farbstoffes der Formel



Druckpaste 4

7 Teile eines Farbstoffes der Formel (13)

20 Teile eines Farbstoffes der Formel



Man erhält einen Druck mit gelben, roten, violetten und grünen Motiven. Weißfond und Echtheiten sind gut.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Bedrucken von Polyester-Cellulose-Mischfasermaterialien in intimer Mischung mit Dispersionsfarbstoffen und mit anschließender Hitzebehandlung der Materialien, dadurch gekennzeichnet, daß man eine Druckpaste verwendet, die ein in wäßrigem Medium sauer reagierendes anorganisches Salz enthält.
  2. 2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als anorganisches Salz ein Alkalimetall-, besonders Natriumhydrogensulfat verwendet wird.






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