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Dokumentenidentifikation DE3412562C2 18.01.1990
Titel Vorrichtung zum Abdichten von Gleitlagern
Anmelder Lorenz, Gerhard, Dipl.-Ing., 3012 Langenhagen, DE
Erfinder Lorenz, Gerhard, Dipl.-Ing., 3012 Langenhagen, DE
Vertreter Leine, S., Dipl.-Ing.; König, N., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 3000 Hannover
DE-Anmeldedatum 04.04.1984
DE-Aktenzeichen 3412562
Offenlegungstag 15.11.1984
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 18.01.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.01.1990
IPC-Hauptklasse F16C 33/74
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Abdichten von Lagern, insbesondere von gekapselten, wartungsfreien Lagern. Die Vorrichtung weist eine auswechselbare, das Eindringen von Fremdkörpern zwischen die Gleitflächen der relativ zueinander bewegten Teile des Lagers verhindernde Dichtung auf. Die Dichtung ist auf der einen Seite mit Dichtlippen versehen und auf der Rückseite profiliert ausgebildet. Sie sitzt in einer Ausnehmung des Lagers, die komplementär zum Profil der Rückseite der Dichtung profiliert ausgebildet ist. Die Dichtung weist auf der den Dichtlippen gegenüberliegenden Seite eine Nut auf, so daß beidseitig dieser Nut Rippen gebildet sind. In die Nut greift ein in der Ausnehmung des Lagers ausgebildeter Steg ein, und die Rippen der Dichtung sitzen in Nuten des Gleitlagers. Die Abdichtvorrichtung ist einfach und preiswert herstellbar. Die Dichtung ist sowohl für Radial- als auch für Axiallager gleichermaßen geeignet. Das Einsetzen und Auswechseln der Dichtung kann ohne Werkzeug in einfacher Weise per Hand schnell und einfach erfolgen. Zum Herstellen der profilierten Ausnehmung in Gleitlager dient eine spezielle Formschneidplatte, die in eine Halte- und Aufnahmevorrichtung auswechselbar einsetzbar ist, welche in jeder geeigneten Werkzeugmaschine anbringbar ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Abdichten von Gleitlagern gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.

Wartungsfreie Lager haben beispielsweise gegenüber hydrodynamisch geschmierten Lagern den Nachteil, daß eingedrungene Fremdkörper infolge fehlender Selbstsäuberung zu einer Beschädigung der Gleitflächen des Lagers führen können. Werden Festschmierstoffe zur Schmierung verwendet, so werden die Fremdkörper in den Festschmierstoff eingebettet und bewirken ebenfalls eine Beschädigung der Gleitflächen. Da wartungsfreie Lager in zunehmendem Maße in allen Bereichen eingesetzt werden, stellt sich dieses Problem insbesondere bei der Verwendung in Maschinenteilen und ähnlichen Vorrichtungen, bei deren Einsatz viel Schmutz anfällt. Da wartungsfreie Lager recht teuer sind, sind sie auch entsprechend erhaltungsbedürftig.

Es ist schon bekannt, Dichtungen zum Schutz solcher Lager einzusetzen, die aus einem Metallkäfig und einer in diesen Käfig eingesetzten Lippendichtung bestehen. Die Ausnehmung im Lager für diese Dichtung muß sehr sorgfältig unter Einhaltung sehr geringer Toleranzen und daher entsprechend aufwendig hergestellt werden. Diese engen Toleranzen können nur durch abschließendes sorgfältiges Schleifen eingehalten werden. Bei einem Einsatz in Axiallagern müssen zusätzlich Spannscheiben zur Lagefixierung der Dichtringe verwendet werden. Ein Auswechseln gestaltet sich daher recht zeitaufwendig, da die Spannscheiben erst entfernt und dann wieder angezogen werden müssen. Außerdem ist die Klemmwirkung und damit die Dichtwirkung häufig nicht zufriedenstellend. Der Dichtungskörper ist voll ausgebildet. Da er elastisch ist, gibt er einem Druck auf die Dichtlippen in einem gewissen Maße nach, wodurch die Klemmwirkung und damit die Dichtwirkung verschlechtert wird.

Es sind ferner Dichtungen mit Stahleinlage bekannt. Diese Dichtungen sind herstellungsmäßig relativ aufwendig. Aufgrund der Stahleinlage besteht die Gefahr der Entstehung von Unwucht. Diese Dichtungen mit Stahleinlage können nur mit speziellen Montagewerkzeugen eingesetzt und demontiert werden. Bei nicht sehr sorgfältigem Arbeiten mit dem Montagewerkzeug besteht die Gefahr, daß die Stahleinlage oder Teile der Stahleinlage beschädigt oder verbogen werden, so daß die Dichtung insgesamt unbrauchbar wird und durch eine neue zu ersetzen ist. Bei Axiallagern ist wie beim Dichtring mit Käfig eine Sicherungsscheibe gegen axiale Verschiebung notwendig. Auch diese Dichtungen erfordern wie die Dichtringe mit Käfig beim Einsetzen enge Toleranzen, die im 1/100-Bereich liegen, was einen nicht unerheblichen Aufwand bedeutet.

Das DE-GM 18 63 433 zeigt einen auswechselbaren Dichtungsring für Kolbenstangen, der zur axialen Sicherung mit einem Halteteil in einer Form einer Nut ausgebildeten Ausnehmung des Lagerkörpers sitzt. Das Halteteil ist rückseitig gerade ausgebildet. Auf der dem Halteteil gegenüberliegenden Seite sind zwei Dichtlippen vorhanden. Das Halteteil besitzt eine äußere Stirnfläche, die sich an der rückwärtigen Nutwand oder an einem Stützring abstützt. Um eine befriedigende Abdichtung zu erreichen ist es notwendig, daß das Halteteil relativ fest in der Nut sitzt. Das Auswechseln des Dichtringes gestaltet sich relativ mühsam.

Das DE-GM 78 14 685 zeigt einen Dichtungsring mit Abstreifring für Kolbenstangen. Der Dichtungsring besteht aus einem Grundkörper mit Halteteilen aus hartem Material und Dichtlippen aus weichem Material. Die Halteteile weisen harte Wulste auf, die in komplementär ausgebildete Ausnehmungen des Lagerteiles eingreifen, um einen axialen Halt zu erzielen. Im Bereich der harten Halteteile ist eine befriedigende Abdichtung nur bei sehr enger Toleranzpaarung zwischen Halteteil und Ausnehmung erzielbar.

Aus "Industrieanzeiger" Nr. 58 vom 21. 7. 1982, Seite 27, ist ein Dichtring für dünnwandige Gleitlager bekannt, der so ausgebildet ist, daß er sowohl bei vorstehender Lagerbuchse als auch in Freidrehung mit Festsitz einsetzbar ist. Hierzu weist der Dichtring einen ersten, auf dem Innen- und Außenumfang gezackt ausgebildeten Teil und einen zweiten, radial nach innen versetzten, nach innen spitz zulaufenden und im eingesetzten Zustand außenliegenden Teil zur Auflage auf der Welle auf. Bei vorstehender Lagerbuchse wird der Dichtring mit seinem ersten Teil auf den Außenrand der Lagerbuchse geschoben und in Freidrehung in eine zwischen Lagergehäuse und Lagerbuchse vorgesehenen Ausnehmung, die im Lagergehäuse ausgebildet ist. Bei dieser bekannten Abdichtung sitzt der Dichtring außen auf der Lagerbuchse auf. Eine formschlüssige Anordnung zwischen Lagerbuchse und Dichtring ist nicht vorgesehen.

Die DE-AS 23 49 432 zeigt eine kompliziert ausgebildete Dichtung für ein Wälzlager mit einem Gehäuse, seitlichen Gehäusedeckeln und einer zweiteiligen Lagerschale, die noch von einer Schonbuchse umgeben ist. Zwischen Gehäusedeckel und Welle ist ein Distanzring und zwischen Distanzring und Gehäusedeckel eine seitlich abgedichtete Hülse vorgesehen. Im Gehäusedeckel befindet sich eine Ausnehmung in Form einer Ringnut, die einen Teil einer Lippendichtung mit zwei Dichtlippen aufnimmt. Die Rückseite der Lippendichtung ist mit einer Ringnut versehen, in die eine die Ausnehmung 27 innenseitig des Gehäusedeckels abgrenzende ringförmige Rippe des Gehäusedeckels eingepreßt ist. Die Lippendichtung liegt nicht auf der Welle auf.

Die DE-PS 8 67 336 zeigt eine Dichtung für im Gehäuse mit Wälzlagern gelagerte Wellen. Der Dichtring sitzt in einer kegeligen Ringnut des Gehäuses. Er weist nur eine Dichtlippe auf und vermag das Lager nur unzureichend zu schützen.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Vorrichtung zum Abdichten von Gleitlagern der eingangs genannten Art so auszubilden, daß unter Beibehaltung einer guten Dichtwirkung und eines geringen Herstellungsaufwandes eine besonders leichte Auswechselbarkeit der Dichtung möglich ist.

Diese Aufgabe wird durch die im Kennzeichen des Anspruchs 1 angegebene Ausbildung gelöst.

Die zueinander komplementäre Profilierung der Dichtung und des Lagerteiles braucht nicht paßgenau für einen Preßsitz oder Festsitz ausgebildet zu sein. Die Dichtung kann ohne weiteres Abmessungen haben, durch die sie ohne das Gleitlager relativ locker in der Ausnehmung des Lagerteiles sitzt, so daß die Dichtung entsprechend leicht montierbar und demontierbar ist. Durch die Zulässigkeit gröberer Toleranzen (im 1/10-Bereich) zwischen Dichtung und Lagerteil wird der Herstellungsaufwand entsprechend verringert. Entscheidend bei der erfindungsgemäßen Dichtung ist nicht der feste Sitz der Dichtung ohne Welle, sondern mit Welle. Den festen Sitz und die gute Abdichtung erhält die erfindungsgemäße Dichtung beim Einschieben der Welle oder des bewegten Lagerteiles. Dann werden nämlich die Dichtlippen durch Auflage auf das Lagerteil gespreizt, und die Dichtung erhält ihre notwendige Spannung in axialer und radialer Richtung. Hierbei erfolgt die vorgesehene Abdichtung im Gleitflächenbereich und eine wesentlich verbesserte Abdichtung im rückseitigen Bereich der Dichtung, weil durch die beiden Stege der Dichtung und die zugeordneten Ausnehmungen im Lagerteil eine Art labyrinthartige Abdichtung entsteht. Durch das Spreizen der Dichtlippen, aber auch durch das Ineinandergreifen der Stege und Ausnehmungen treten geringfügige Verformungen mit entsprechender Materialverdrängung auf, wodurch die erwähnte Vorspannung erzeugt wird. Die erfindungsgemäße Dichtung ist gleichermaßen ohne zusätzliche Maßnahmen für Radial- und Axiallager geeignet. Die Dichtung kann per Hand ohne spezielles Montagewerkzeug sehr leicht eingesetzt und ebenso leicht ausgewechselt werden wegen der spannungsfreien Anordnung in der Ausnehmung des Lagerteiles.

Vorteilhafte und zweckmäßige Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Aufgabenlösung sind in den Unteransprüchen 2 bis 10 angegeben.

Eine Vorrichtung zum Herstellen der profilierten Ausnehmung im Lagerteil ist im Anspruch 11 angegeben mit Weiterbildungen in den Ansprüchen 12 und 13. Mit Hilfe dieser Vorrichtung ist ein äußerst leichter Einbau der erfindungsgemäßen Dichtung in praktisch beliebige Lager möglich. Je nach Größe des Lagers können verschiedene Formschneidplatten an der Halte- und Aufnahmevorrichtung gegeneinander ausgewechselt werden. Die Halte- und Aufnahmevorrichtung wird auf einer Werkzeugmaschine installiert. Durch Vorsehen weiterer Schneidkanten gemäß Anspruch 13 ist es möglich, das Gleitlager planmäßig auch auf Länge fertig zu bearbeiten. Nach dem Plan-Dreh-Vorgang erfolgt in der Bohrung der profilierte Einstich. Dies ist sehr vorteilhaft bei Werkzeugmaschinen mit NC-Steuerung. Mit Hilfe der Herstellungsvorrichtung für die profilierte Ausnehmung im Lagerteil ist auch ein nachträglicher schneller Einbau der erfindungsgemäßen Dichtung in bereits vorhandene Lager jederzeit möglich.

Die Erfindung soll nun anhand der beigefügten Zeichnung, in der Ausführungsbeispiele dargestellt sind, näher erläutert werden.

Es zeigt

Fig. 1 schematisch einen Schnitt durch ein erfindungsgemäß ausgebildetes Radiallager mit zylindrischen Gleitflächen,

Fig. 2 einen Teilschnitt durch ein Radiallager nach Fig. 1 mit Festschmierstoff,

Fig. 3 schematisch einen Schnitt durch einen Teil eines erfindungsgemäß ausgebildeten Axiallagers mit ebenen Gleitflächen,

Fig. 4 eine spezielle Ausführungsform einer erfindungsgemäß ausgebildeten Abdichtvorrichtung,

Fig. 5 eine Darstellung einer erfindungsgemäß ausgebildeten Dichtung bei Belastung in einer nicht profilierten Ausnehmung im Lagerteil zur Aufnahme der Dichtung,

Fig. 6 schematisch eine Halte- und Aufnahmevorrichtung für eine Formschneidplatte einer Vorrichtung zum Herstellen der Ausnehmung im Lagerteil zur Aufnahme der Dichtung,

Fig. 7 einen Schnitt A-B durch die Vorrichtung nach Fig. 6,

Fig. 8 schematisch eine Formschneidplatte in einer Seitenansicht zum Einsetzen in die Vorrichtung nach Fig. 6 und

Fig. 9 eine Rückansicht der Formschneidplatte nach Fig. 8.

Die Fig. 1 und 2 zeigen ein wartungsfreies Radiallager 2 im Schnitt, dessen eines Lagerteil 4, nachfolgend Lagerbuchse genannt, beispielsweise aus Stahl 6 mit einer Gleitschicht 8 aus Bronze oder ganz aus Massivbronze 10 besteht. Zur Schmierung können in der Lagerbuchse Festschmierstoffstellen 11 angeordnet sein, wie dies in der Fig. 2 dargestellt ist.

In der Lagerbuchse 4 ist eine Welle 12, das andere Lagerteil, drehbar angeordnet (gestrichelt eingezeichnet in der Fig. 1).

Gleitflächenseitig weist die Lagerbuchse 4 an beiden Enden 14 und 16 ringförmige Ausnehmungen 18 und 20 auf, hier in Form von Stufenausnehmungen. Im Boden der Ausnehmungen sind jeweils zwei beabstandete Ringnuten 22, 24 bzw. 26, 28 ausgebildet. Die gleitflächenseitigen Kanten der Ausnehmungen 18 und 20 weisen Abschrägungen 48, 50 auf.

In den Ausnehmungen 18 und 20 sitzen leicht und schnell auswechselbare Ringdichtungen 30 und 32, die die Gleitfläche 34 der Lagerbuchse 4 einschließen. Die Dichtungen weisen nach außen, von der Gleitfläche 34 wegzeigende Dichtlippen 36, 38 auf, die unter Vorspannung auf der Gleitfläche 40 der Welle 12 aufliegen. Der Dichtungskörper 42 der Dichtung ist zur Verringerung der Reibung zur Gleitfläche 34 der Lagerbuchse rückversetzt angeordnet, so daß zwischen den Dichtungen 30 und 32 und der Welle ringförmige Hohlräume 44 und 46 gebildet werden. Diese Hohlräume nehmen trotz Abdichtung eingedrungene Fremdkörper auf.

Der Halteteil 52, 54 der Dichtungen 30, 32 weist zu den Ringnuten komplementär ausgebildete Stege 56, 58 bzw. 60, 62 auf, so daß die Dichtungen in der Einbaulage nach Art einer Labyrinthdichtung in den Ausnehmungen 18 und 20 sitzen.

Die Dichtungen können auf der der Dichtlippe gegenüberliegenden Seite eine weitere Dichtlippe 64 aufweisen, wie dies gestrichelt in der Fig. 2 eingezeichnet ist. Diese Dichtlippe kann nach außen, also von der Gleitfläche weg, oder zur Gleitfläche hin, also einwärts zeigen. Sie liegt ebenfalls unter Vorspannung auf der Welle auf.

Die Fig. 3 zeigt einen Schnitt durch ein Lagerteil 68 eines wartungsfreien Axiallagers 70. Das Lagerteil weist eine ebene Gleitfläche 72 auf, in der Festschmierstoffstellen 73 vorgesehen sind. Die Gleitfläche 72 wird hier von einer auswechselbaren Dichtung 74 (Streifen-Lippendichtung) umgeben, die vorzugsweise in einer umlaufend ausgebildeten Ausnehmung 76 des Lagerteiles 68 angeordnet ist. Die Dichtung 74 und die Ausnehmung 76 sind grundsätzlich analog zu den Dichtungen 30 und 32 (Ring-Lippendichtungen) und den Ausnehmungen 18 und 20 des Radiallagers 2 nach den Fig. 1 und 2 ausgebildet, so daß bezüglich der speziellen Ausbildung und Anordnung der Dichtung 74 auf die obige Beschreibung der Dichtungen 30 und 32 nach den Fig. 1 und 2 verwiesen werden kann.

Außer für Metallager ist die oben beschriebene Dichtung gleichermaßen für Kunststofflager und Lager aus anderen Materialien geeignet.

Die Fig. 4 zeigt eine bevorzugte Vorrichtung zum Abdichten eines Gleitlagers. Die Vorrichtung weist eine bereits erwähnte Dichtung 30 auf, die in einer stirnseitigen Ausnehmung 96 des Lagerteiles 4 angeordnet ist und Dichtlippen 80, 82 aufweist, die unter Druck auf der Welle 12 aufliegen. Die Dichtung ist hier in Form eines Dichtringes ausgebildet, der einen etwa rechteckförmigen Querschnitt hat und auf der den Dichtlippen 80, 82 gegenüberliegenden Rückseite eine umlaufende Nut 84 aufweist sowie eine seitliche umlaufende stufenförmige Ausnehmung 86. Durch diese Ausnehmungen werden zwei durch die Nut 84 getrennte Stege 88, 90 gebildet. Der Steg 90 ist um die Breite b der Ausnehmung 86 vom äußeren Rand 90 der Dichtung 30 versetzt angeordnet. Die auf der Stirnseite des Lagerteiles 4 ausgebildete Ausnehmung 96 weist eine Profilierung auf, die komplementär zur Profilierung der Rückseite der Dichtung 30 ausgebildet ist. Die Ausnehmung 96 weist eine stirnseitige Ausfräsung 98 auf, an die sich der Reihe nach eine Nut 100, ein Steg 102, eine weitere Nut 104 und eine gleitflächenseitige Abschrägung 105 für die Dichtlippe 80 anschließen.

In der Fig. 4 ist die Tiefe t der rückseitigen Ausnehmung 86 der Dichtung 30 kleiner als die Tiefe der Nut 84 ausgebildet. Dementsprechend ist auch der Abstand a der stirnseitigen Ausfräsung 98 größer als der Abstand des Steges 102 von der Gleitfläche. Hierdurch wird das Einsetzen und Auswechseln der Dichtung 30 erleichtert, da ein größerer Teil der Dichtung mit der Hand ergriffen werden kann.

Selbstverständlich kann die Tiefe t der Ausnehmung 86 gleich der Tiefe der Ausnehmung der Nut 84 sein oder auch größer, ohne daß die Handhabbarkeit des Dichtringes 30 wesentlich verschlechtert wird.

Insbesondere durch den in die Nut 84 eingreifenden Steg 102 wird ein absolut fester Sitz des Dichtringes und eine verbesserte Anlage der Dichtlippen auf der Welle 12 erreicht. Dies wird verdeutlicht durch die Darstellung in der Fig. 5, aus der ersichtlich ist, wie sich die Dichtung ohne Halt verhält. Bei Druck auf die Dichtlippen 80, 82 werden die Stege 88 und 90 einwärts geschwenkt, wodurch nicht nur der Auflagedruck der Dichtlippen 80, 82 verringert, sondern auch der Sitz der Dichtung in der Ausnehmung gelockert wird. Außerdem beult die Dichtung im Bereich zwischen den beiden Dichtlippen 80 und 82 aus. Eine ähnliche, wenn auch nicht ganz so starke negative Wirkung würde eine Volldichtung ohne die Nut 84 zeigen. Eine Ausbildung und Anordnung gemäß Fig. 4 verhindert diese Nachteile.

In den Fig. 6, 7, 8 und 9 ist eine Vorrichtung zum Herstellen der profilierten Ausnehmung 96 im Lagerteil 4 dargestellt. Diese Vorrichtung besteht aus einer Halte- und Aufnahmevorrichtung 110 (Fig. 6 und 7) für auswechselbare Formschneidplatten 112 (Fig. 8 und 9). Das schneidseitige Profil 114 dieser Formschneidplatte 112 entspricht dem Profil der Ausnehmung 96 des Lagerteiles 4. Die Halte- und Aufnahmevorrichtung 110 ist bei jeder geeigneten Werkzeugmaschine einsetzbar.

Die Halte- und Aufnahmevorrichtung 110 weist am Vorderende 116 seitlich eine Schwalbenschwanznut 118 sowie einen die Nut 118 und das Ende der Vorrichtung 110 durchsetzenden Schlitz 120 auf (vgl. Fig. 6 und 7). Neben der Schwalbenschwanznut 118 ist eine den Schlitz quer durchsetzende Gewindebohrung 122 ausgebildet, in der eine Klemmschraube 124 angeordnet ist zum Zusammendrücken der durch den Schlitz getrennten Teile der Halte- und Aufnahmevorrichtung 110. Die Formschneidplatte 112 weist an einem Ende dem Profil 114 entsprechende Schneidkanten 126, 128, 130, 132, 134 sowie am gegenüberliegenden Ende ein komplementär zur Schwalbenschwanznut ausgebildetes Teil 136 mit schrägen Seitenflanken 137 auf, mit dem die Formschneidplatte 112 in die Schwalbenschwanznut 118 der Halte- und Aufnahmevorrichtung 110 einsetzbar ist. Durch Anziehen der Klemmschraube 124 wird die Formschneidplatte 112 in der Nut 118 festgeklemmt.

Die Formschneidplatte kann stirnseitig und rückseitig der Schneidfase gegenüber mit weiteren Schneidkanten 138, 140 für Plan-Dreh-Vorgänge ausgestattet sein. Damit besteht die Möglichkeit, das Gleitlager planmäßig auch auf Länge fertig zu bearbeiten, d. h. nach dem Plan-Dreh-Vorgang anschließend in der Bohrung des Lagerteiles den profilierten Einstich durchzuführen, was insbesondere vorteilhaft ist bei Werkzeugmaschinen mit NC-Steuerung.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Abdichten von Gleitlagern, insbesondere von gekapselten, wartungsfreien Gleitlagern, mit einer auswechselbaren Dichtung, die mit einem Halteteil in einer Ausnehmung eines Lagerteiles axial gesichert angeordnet ist und auf der dem Halteteil gegenüberliegenden Seite wenigstens eine Dichtlippe aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmung (18, 20, 76) des Lagerteiles (4, 68) zwei beabstandete Nuten (22, 24, 26, 28) und einen dazwischen angeordneten Steg (102) aufweist und daß das Halteteil (52, 54) der Dichtung (30, 32, 74) rückseitig zwei Stege (56, 58, 88, 90) und eine dazwischen angeordnete Nut (84) aufweist zum spannungsfreien Eingreifen in die Nuten des Lagerteiles und zur spannungsfreien Aufnahme des Steges des Lagerteiles nach Art einer Labyrinthdichtung, wobei die Dichtung ihre Spannung in radialer und axialer Richtung infolge Spreizung der Dichtlippen (36, 64, 80, 82) durch Auflage der Dichtlippen auf dem anderen Lagerteil (12) erhält.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtung bei zylindrischen Gleitflächen (40) zwei beabstandete, die Gleitfläche (34) einschließende Lippenringdichtungen (30, 32) aufweist.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtung bei ebenen Gleitflächen (72) eine die Gleitfläche einschließende Lippenstreifendichtung (74) ist.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtung am ortsfesten Lagerteil oder an dem Lagerteil mit der jeweils kleineren Gleitfläche angeordnet ist.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Dichtungskörper (42) rückversetzt zur Gleitfläche (34, 72) angeordnet ist.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Dichtungskörper (42) gleitflächenseitig auf der zur Dichtlippe (36, 38) gegenüberliegenden Seite eine weitere Lippe (64) aufweist, die unter Vorspannung auf dem Gleitlager aufliegt.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtung (30) auf der den Dichtlippen (36, 64; 80, 82) gegenüberliegenden Seite (Rückseite) außer der Nut (84) eine seitliche umlaufende stufenförmige Ausnehmung (86) aufweist, so daß der äußere Steg (88, 90) in der Einbaulage um die Breite (b) der Ausnehmung (86) versetzt vom Rand (92) der Dichtung (30) angeordnet ist.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtung (30) in einer in der Stirnseite (94) des Gleitlagers (4) ausgearbeiteten profilierten Ausnehmung (96) angeordnet ist, deren Kontur bzw. Profil der Kontur bzw. dem Profil der Dichtungsrückseite entspricht und die eine stirnseitige Ausfräsung (98) für den unter der stufenförmigen Ausnehmung (86) verbleibenden Teil der Dichtung (30) aufweist, an die sich eine dem vom Dichtungsrand (92) versetzt angeordneten Steg (90) zugeordnete komplementär zu diesem Steg ausgebildete Nut (100), dann ein der Nut (84) der Dichtung zugeordneter und komplementär dazu ausgebildeter Steg (102) und danach eine weitere dem zweiten Steg (88) zugeordnete und komplementär zu diesem ausgebildete Nut (104) anschließen.
  9. 9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß in der Dichtung (30) die Tiefe (t) der Ausnehmung (86) gleich oder kleiner als die Tiefe der Nut (84) ist und daß entsprechend im Lager (4) die stirnseitige Ausfräsung (98) einen Abstand (a) von der Gleitfläche (106) des Lagers hat, der gleich oder größer ist als der Abstand des Steges (102) von der Gleitfläche.
  10. 10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Tiefe der Nut (84) größer ist als die halbe Höhe der Dichtung (30) oder gleich der halben Höhe der Dichtung ist.
  11. 11. Vorrichtung zum Herstellen der profilierten Ausnehmung (96) im Gleitlager, gekennzeichnet durch eine in eine Werkzeugmaschine einsetzbare Halte- und Aufnahmevorrichtung (110) für eine auswechselbare Formschneidplatte (112), deren schneidseitiges Profil (114) dem Profil der Ausnehmung (96) des Lagers (4) entspricht, wobei die Halte- und Aufnahmevorrichtung (110) an einem Ende eine seitliche Schwalbenschwanznut (118) für einen komplementär hierzu ausgebildeten Teil (136) der Formschneidplatte (112) aufweist.
  12. 12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Halte- und Aufnahmevorrichtung (110) ferner an dem Ende einen die Nut durchsetzenden Schlitz (120) aufweist sowie eine quer zum Schlitz und neben der Nut angeordnete Gewindebohrung (122), in der eine Klemmschraube (124) zum Festklemmen der Formschneidplatte (112) angeordnet ist.
  13. 13. Vorrichtung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Formschneidplatte stirnseitig und rückseitig den Schneidkanten (126 bis 134) des Profils (114) gegenüber weitere Schneidkanten (138, 140) für Plan-Dreh-Vorgänge aufweist.






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