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Dokumentenidentifikation DE3824896A1 25.01.1990
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Probenanalyse in der Dünnschichtchromatographie
Anmelder Heisig, Wolfgang, 3550 Marburg, DE
Erfinder Heisig, Wolfgang, 3550 Marburg, DE
Vertreter Missling, A., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 6300 Gießen
DE-Anmeldedatum 22.07.1988
DE-Aktenzeichen 3824896
Offenlegungstag 25.01.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.01.1990
IPC-Hauptklasse G01N 30/90
IPC-Nebenklasse G01N 30/94   B01D 15/08   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Probenanalyse unter Verwendung einer entwickelten oder noch zu entwickelnden Chromatographieplatte. In einem verschließbaren Behältnis (5) ist eine Trägerplatte (3) angeordnet, welche mit einer zur Derivatisierung oder Hydrolyse geeigneten chemischen Substanz (4) beschichtet oder getränkt ist. Das Behältnis wird durch eine Chromatographieplatte (1) verschlossen, deren Schicht (2) der Trägerplatte (3) zugewandt ist. Erfindungsgemäß ist es möglich, das geschlossene Behältnis in einen Ofen oder Wärmeschrank einzubringen. Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung kann die zu verwendende Menge an Chemikalien stark verringert werden, andererseits ist es möglich, nach erfolgter Derivatisierung oder Hydrolyse nochmals eine Chromatographie vorzunehmen, ohne daß dabei die Ergebnisse der ersten Chromatographie gestört würden. Die erfindungsgemäße Vorrichtung und das erfindungsgemäße Verfahren sind bei verschiedensten Arten aufeinanderfolgender chemischer, dünnschichtchromatographischer Untersuchungsverfahren anwendbar.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Probenanalyse mittels einer mit der zu untersuchenden Substanz versehenen Chromatographieplatte, wobei insbesondere bei dem erfindungsgemäßen Verfahren eine Dünnschichtchromatographie erfolgt. Weiterhin bezieht sich die Erfindung auf eine Vorrichtung zur Probenanalyse, insbesondere zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.

Es sind aus dem Stand der Technik einzelne Verfahren und Vorrichtungen zur Probenanalyse bekannt, beispielsweise Verfahren und Vorrichtungen zur Dünnschichtchromatographie, zur Hydrolyse oder zur Derivatisierung. Bei diesen Verfahren und den dazu verwendeten Vorrichtungen handelt es sich im wesentlichen um Einzelverfahren, welche unabhängig voneinander oder nacheinander durchgeführt werden. Dabei erweist es sich insbesondere dann, wenn zu der Probenanalyse oder Probenuntersuchung zusätzliche chemische Substanzen als Agens oder Reagens verwendet werden müssen, als unwirtschaftlich und aus Umweltschutzgründen unerwünscht, daß jeweils relativ große Mengen der chemischen Substanzen erforderlich sind, welche in die Atmosphäre austreten können und welche mit erheblichen Kosten verbunden sind. Weiterhin erweist es sich bei den bisher bekannten, getrennt durchzuführenden Verfahren als nachteilig, daß vielfach zur vollständigen Durchführung der einzelnen Untersuchungen in den einzelnen Arbeitsschritten Untersuchungen wiederholt durchgeführt werden müssen, um aussagefähige Ausgangswerte für nachfolgende Untersuchungsschritte vorliegen zu haben.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Probenanalyse zu schaffen, welche bei einfachem Aufbau und sicherer Handhabbarkeit eine Probenanalyse in einem relativ kurzen Zeitraum ermöglichen und eine material- und umweltschonende Vorgehensweise gestatten.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß z.B. nach Durchführung einer ersten Chromatographie die mit der Substanz versehene Schichtseite der Chromatographieplatte zur Durchführung einer chemischen Reaktion in enge räumliche Zuordnung zu einem mit einem Agens versehenen Schichtseite einer Trägerplatte gebracht wird und daß dann die Chromatographieplatte einer zweiten Chromatographie unterworfen wird.

Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich durch eine Reihe erheblicher Vorteile aus. So ist es erfindungsgemäß möglich, einer eindimensional, dünnschichtchromatographisch aufgetrennten Probelösung direkt eine weitere Analyse folgen zu lassen, wobei es möglich ist, diese Analyse direkt an den auf die Chromatographieplatte aufgebrachten Substanzen vorzunehmen, ohne daß zusätzliche, weitere Verfahrensschritte erforderlich wären. Ein weiterer, wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dadurch gegeben, daß im Gegensatz zu den bisher verwendeten Verfahren nur eine sehr geringe Menge an Agens- oder Reagens-Chemikalien erforderlich ist. Durch diese Maßnahme kann zum einen die an die Umgebung abgegebene Chemikalienmenge wesentlich verringert werden, zum anderen ist es aus Kostengründen besonders günstig, nur geringe Chemikalienmengen verwenden zu müssen, insbesondere dann, wenn es sich bei den durchzuführenden Probenanalysen oder Probenuntersuchungen um Analysen handelt, welche regelmäßig in großer Anzahl durchzuführen sind. Ein weiterer Vorteil der Erfindung liegt darin, daß das durch die Untersuchungs-Chemikalien beeinflußte Luftvolumen der Laborräume minimiert werden kann, so daß sich für das Laborpersonal angenehmere Arbeitsbedingungen ergeben und daß insbesondere die Anforderungen an die Betriebssicherheit wesentlich leichter erfüllbar sind. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn die Chemikalien brennbar oder explosiv sind.

In einer besonders günstigen Ausgestaltung kann das erfindungsgemäße Verfahren so ausgebildet sein, daß die chemische Reaktion in Form einer Derivatisierung oder einer Hydrolyse erfolgt. Bei diesen chemischen Verfahren ist es üblicherweise erforderlich, unter Verwendung einer relativ großen Chemikalienmenge eine Probenmenge zu behandeln. Abgesehen von der bereits beschriebenen Chemikalien-Einsparung erweist es sich erfindungsgemäß als günstig, daß die bereits zur Verfügung stehende Dünnschichtchromatographieplatte zur weiteren Untersuchung der Probensubstanzen verwendet werden kann. Es ist insbesondere nicht erforderlich, eine zusätzliche Probenaufbereitung bzw. Probenentnahme durchzuführen.

Durch die Möglichkeit, erfindungsgemäß unter Verwendung der einer ersten Chromatographie unterworfenen Chromatographieplatte nachfolgend an die Derivatisierung oder Hydrolyse eine weitere Chromatographie durchzuführen, ist es möglich, die Ergebnisse der beiden Chromatographien direkt miteinander zu vergleichen, da es sich um identisch dieselben Probensubstanzen handelt. Dabei benutzt man die übliche, zweidimensionale Entwicklungsweise von DC-Platten.

Erfindungsgemäß ist es in einer Weiterbildung des Verfahrens vorteilhaft, die Chromatographieplatte und die zugeordnete Trägerplatte zur Durchführung der chemischen Reaktion einer erhöhten Umgebungstemperatur auszusetzen, beispielsweise durch Einbringen in einen Trockenschrank oder in einen Wärmofen. Durch die Möglichkeit, die Reaktion bei höherer Temperatur ablaufen zu lassen, ist es möglich, die Schicht der Chromatographieplatte mit dem zu verwendenden Agens oder Reagens in Verbindung zu bringen, ohne daß es erforderlich wäre, das Agens oder Reagens aufzusprühen oder über ein Tauchbad aufzubringen, so wie dies aus dem Stand der Technik bekannt ist. Durch die erfindungsgemäße Verfahrensweise ist es möglich, die Ergebnisse der ersten Chromatographie ungestört auf der Chromatographieplatte beizubehalten.

In einer besonders günstigen Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Schichtseite der Chromatographieplatte nach Durchführung der zweiten Chromatographie zur Durchführung einer Detektionsreaktion in eine enge räumliche Zuordnung zu einer mit einem Reagens versehenen Schichtseite einer Trägerplatte gebracht. Die Detektionsreaktion dient dazu, die Ergebnisse der zweiten Chromatographie deutlicher sichtbar zu machen und die Bestandteile optisch voneinander zu unterscheiden. Dabei erweist es sich wiederum als besonders vorteilhaft, daß sowohl die Ergebnisse der ersten als auch der zweiten Chromatographie auf einer einzigen Chromatographieplatte sichtbar sind.

Es kann sich weiterhin als vorteilhaft erweisen, die chemische Reaktion und/oder die Detektionsreaktion unter Verwendung eines flüssigen oder gasförmigen Agens bzw. Reagens durchzuführen, wobei es in beiden Fällen möglich ist, das Agens bzw. Reagens durch die enge räumliche Zuordnung der Trägerplatte und der Chromatographieplatte gleichmäßig auf letztere aufzubringen und/oder zu verteilen.

Hinsichtlich der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe dadurch gelöst, daß am Boden eines kastenförmigen Behältnisses eine mit einer Schicht versehene Trägerplatte angeordnet ist und daß das Behältnis mit einer Platte dicht verschließbar ist, wobei die Platte mit einer der Schicht oder Trägerplatte zugewandten Schicht versehen ist. Durch die erfindungsgemäße Vorrichtung wird somit ein abgeschlossener Untersuchungsraum geschaffen, in welchem die Reagenzien auf besonders einfache und gleichmäßige Weise auf die Chromatographieplatte aufgebracht werden kann, ohne daß die auf dieser aufgezeigten Ergebnisse der Chromatographie gestört würden und ohne daß die chemische Substanz in die Umgebung, insbesondere in den Laborraum austritt. Durch die Möglichkeit, das Behältnis (dichtend) abzuschließen, ist es möglich, dieses ohne zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zu handhaben und beispielsweise in einen Wärmofen oder einen Trockenschrank einzubringen.

Zur Verringerung der Menge der zu verwendenden Chemikalien und um eine möglichst schnelle und gleichmäßige Probenbehandlung durchzuführen, ist vorgesehen, daß die Schichten der Platte und der Trägerplatte in einem geringen Abstand zueinander angeordnet sind. Erfindungsgemäß hat es sich als vorteilhaft erwiesen, diesen Abstand in einer Größe von 2 bis 10 mm auszubilden.

Unter Verwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens und der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist die Möglichkeit geschaffen, Substanzen direkt auf der Chromatographieplatte innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums zu derivatisieren. Weiterhin besteht die Möglichkeit, unter Verwendung gasförmiger Detektionsmittel in einem sehr kleinen Reaktionsraum Umsetzungsvorgänge mit den Probensubstanzen vorzunehmen. Bei der Detektion der zu untersuchenden Substanzen ist es unter Verwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens möglich, mittels der gasförmigen Reagentien schärfere und aussagekräftigere Ergebnisse zu erzielen, als unter Verwendung der bisher benutzten Sprüh- oder Tauchverfahren, mittels derer das Detektionsmittel auf die zu detektierende Platte aufgebracht wurde. Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß bei der Umsetzung ein Gemisch von Derivaten entstehen kann, welches eine wesentlich einfachere Identifizierung der zu untersuchenden Substanzen ermöglichen kann.

Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit der Zeichnung beschrieben. Dabei zeigt:

Fig. 1 eine schematische, isometrische Darstellung des Behältnisses der erfindungsgemäßen Vorrichtung;

Fig. 2 eine Schnittansicht entlang der Linie II-II von Fig. 1;

Fig. 3 eine Seitenansicht auf die durch den Pfeil III gekennzeichnete Seitenfläche des in Fig. 1 dargestellten Behältnisses;

Fig. 4 eine Ansicht, ähnlich Fig. 1, wobei das Behältnis durch eine Chromatographieplatte teilweise verschlossen ist;

Fig. 5 bis 7 Darstellungen von Versuchsergebnissen unter Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens; und

Fig. 8 Darstellungen verschiedener Arbeitsstufen bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.

In Fig. 1 ist in schematischer Darstellung ein kastenförmiges Behältnis 5 abgebildet, auf dessen Boden 6 eine Trägerplatte 3 angeordnet ist, welche mit einer Schicht 4 versehen ist, welche die zur Derivatisierung oder Hydrolyse erforderlichen Substanzen enthält.

Fig. 2 zeigt einen Schnitt entlang der Linie II-II, wobei in Fig. 2 das kastenförmige Behältnis 5 mittels einer Chromatographieplatte 1 verschlossen ist. Die Chromatographieplatte 1 weist an der der Trägerplatte 3 zugewandten Seite eine Schicht 2 auf, welche in üblicher Weise die Ergebnisse der mittels der Chromatographie zu untersuchenden Substanzen umfaßt.

In Fig. 3 ist eine Seitenansicht auf die in Fig. 1 durch den Pfeil III gezeigte Seitenfläche des Behältnisses 5 dargestellt, wobei hier ebenfalls, in Abwandlung zu Fig. 1, die Chromatographieplatte 1 aufgelegt ist. Aus den Fig. 2 und 3 ist besonders deutlich zu erkennen, daß die Schichten 2 und 4 der Chromatographieplatte 1 bzw. der Trägerplatte 3 einen sehr geringen Abstand zueinander aufweisen, welcher üblicherweise nur wenige mm beträgt.

In Fig. 4 ist, ähnlich Fig. 1, eine isometrische Ansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung dargestellt, wobei diese mittels einer Chromatographieplatte 1 nur teilweise verschlossen ist. Erfindungsgemäß ist es möglich, das Behältnis 5 mittels einer einzigen Chromatographieplatte 1 zu verschließen, es ist jedoch auch möglich, mehrere kleinere Platten gleichzeitig nebeneinander zu verwenden.

Die Trägerplatte 3 ist bevorzugterweise in Form einer Sorptionsschicht ausgebildet, welche ein Agens trägt, beispielsweise ein flüssiges Agens, mit welchem die Trägerplatte getränkt ist.

Bevorzugterweise ist die erfindungsgemäße Vorrichtung aus einem inerten Material gefertigt, beispielsweise aus Glas. Die zu entwickelnde oder zu untersuchende Platte (im vorstehenden auch Chromatographieplatte genannt) kann mit einer Gelschicht versehen sein, auf welcher die zu untersuchenden Substanzen aufgebracht sind.

In den Fig. 1 und 4 ist eine Trägerplatte 3 dargestellt. Die Trägerplatte 3 kann beispielsweise in Form einer Kieselgelplatte ausgebildet sein.

Anhand der Fig. 5 bis 8 werden im nachfolgenden Versuchsergebnisse dargestellt, welche unter Verwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens und der erfindungsgemäßen Vorrichtung erhalten wurden.

In Fig. 8 sind nebeneinander drei Verfahrensschritte des erfindungsgemäßen Verfahrens dargestellt. Die in Fig. 8 linke Darstellung I zeigt die nach einer üblichen Dünnschichtchromatographie entwickelten, in einer Richtung aufgetrennten, erkennbaren Substanzflecke. Die Laufrichtung ist in üblicher Weise angeordnet, da es sich hierbei um einen üblichen Verfahrensschritt handelt, wird dieser im einzelnen nicht näher erläutert. Die in Fig. 8/I gezeigte dünnschichtchromatographisch entwickelte Platte, welche bevorzugterweise in Form einer Kieselgelplatte ausgebildet ist, wird nachfolgend unter Verwenden der in den Fig. 1 bis 4 gezeigten Vorrichtung einer Hydrolyse unterworfen, wobei die Trägerplatte 3 in Form einer Kieselgelplatte ausgebildet ist, welche mit der zu verwendenden Salzsäurelösung getränkt ist. Nach diesem Reaktionsschritt wird die Chromatographieplatte in Laufrichtung 2 einer erneuten Entwicklung unterzogen. Dabei zeichnet sich das in Fig. 8/II dargestellte Erscheinungsbild ab. Nachfolgend wird die Chromatographieplatte unter nochmaliger Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung einer Detektionsbehandlung unterworfen, wobei das hierzu erforderliche Reagens auf eine Trägerplatte aufgebracht wird. Das dabei erhaltene Ergebnis ist in Fig. 8/III gezeigt. Bei diesem Versuch entsprechen die dunkel hervorgehobenen Flecken oder Bereiche den Aglykonen, die nach abgeschlossener Reaktion hervortreten.

Das erfindungsgemäße Verfahren ist insbesondere dazu geeignet, Glykoside (Saponine, Flavonoide) direkt auf einer Chromatographieplatte zu hydrolysieren und nach Trennung der Aglykone in der zweiten Dimension diese sichtbar zu machen. Als Beispiel wird dabei ein Flavonoide und Saponine enthaltender Extrakt aus Calendulae flos in einer Richtung dünnschichtchromatographisch getrennt. Die Hydrolyse erfolgt anschließend unter Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Dabei wird als Hydrolysereagens beispielsweise 5N-Salzsäure verwendet. Die Hydrolyse erfolgt unter Auflegung der Chromatographieplatte auf das erfindungsgemäße Behältnis, so wie in Fig. 4 dargestellt. Anschließend wird das nunmehr verschlossene Behältnis über einen Zeitraum von 4 bis 10 min auf 120°C erhitzt. Die Hydrolysebedingungen müssen dabei dem jeweiligen Untersuchungsproblem angepaßt werden, so wie dies beim Stand der Technik ebenfalls erforderlich ist. Anschließend ist es möglich, die Aglykone oder auch die enthaltenen Zucker in der zweiten Dimension zu trennen. Dies erfolgt durch nochmalige Chromatographiebehandlung, wobei die Laufrichtung entsprechend versetzt wird. Die Detektion oder Sichtbarmachung kann mittels eines flüchtigen Reagens, beispielsweise Chlorsulfonsäure-Eisessig (1 : 2) in der erfindungsgemäßen Vorrichtung erfolgen. In den Abb. 5 bis 7 sind die Versuchsergebnisse der oben beschriebenen Versuchsschritte unter Verwendung verschiedener Substanzen im einzelnen dargestellt. Die Abb. 5 bis 7 zeigen, daß bei Verwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens außerordentlich scharfe Trennungen der einzelnen Bereiche oder Flecken auch dann möglich sind, wenn nach der ersten Chromatographie- Behandlung mehrere Substanzen in einem Bereich zusammenfallen oder nebeneinander angeordnet sind.

Das erfindungsgemäße Verfahren erweist sich insbesondere für die Identitätsprüfung von Drogen als besonders geeignet, da es neben den bisher üblichen Rf-Werten und Färbungen von Zonen (z.B. DAB 9, HAB 1) zusätzliche Anhaltspunkte (beispielsweise über Aglykone oder Zucker) liefert. Außer hydrolytischen Spaltungen können in der erfindungsgemäßen Vorrichtung auch Derivatisierungen vorgenommen werden, wodurch weitere, für die Identitätsprüfungen erforderliche Werte ermittelt werden können.

Bei den in den Fig. 5 und 6 gezeigten Versuchsergebnissen wurden folgende Untersuchungslösungen verwendet:

Fig. 5: 20 µl Calendula-Tinktur (1 : 5), hergestellt nach DAB 9; Fig. 6: 20 µl Calendula-Urtinktur nach HAB 1. Als Fließmittel diente für die Laufrichtung 1 die Oberphase n-Butanol/Eisessig/Wasser (50 : 10 : 40), in der Laufrichtung 2 Cyclohexan/Ethylacetat/Eisessig (60 : 38 : 2).

In Fig. 7 wurden als Vergleichslösungen (0,1% in Methanol bzw. Lsg.5 in Chloroform) je 2 µl punktförmig aufgetragen:

1. Chlorogensäure; 2. Rutin; 3. Quercetin; 4. Isorhamnetin; 5. Oleanolsäure. Als Untersuchungslösung dienten 30 µl Calendula-Extrakt, strichförmig (15 mm × 3 mm). Für die Laufrichtung 1 wurde als Fließmittel Ethylacetat/Ameisensäure/Wasser (9 : 1 : 1), für die Laufrichtung 2 die Oberphase Cyclohexan/Aceton/konz. Salzsäure (45 : 50 : 5) verwendet.

Bei den oben beschriebenen und gezeigten Versuchsergebnissen wurde für die Dünnschichtchromatographie eine Sorptionsschicht aus Kieselgel 60 F254 verwendet, wobei die Plattengröße bei den Fig. 5 und 6 10 × 20 cm und bei Fig. 7 15 × 20 cm betrug. In Fig. 7 wurde als Untersuchungslösung 30 µl Calendula-Extrakt verwendet, bei welchem 1,4 g getrocknete Zungenblüten verwendet wurden, welche mittels einer Soxhlet- Extraktion mit Petrolether entfettet und einer nachfolgenden Extraktion mit 70% Methanol unterzogen wurden. Der mathanolische Extrakt wurde anschließend eingeengt und in 10 ml Methanol aufgenommen. Die Hydrolyse erfolgte nach der Entwicklung in Laufrichtung 1 unter Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung und 1 ml 5N-Salzsäure, bei 120°C und einer Behandlungsdauer von 5 min. Bei den in den Fig. 5 und 6 gezeigten Versuchsergebnissen erfolgte die Detektionsbehandlung in der erfindungsgemäßen Vorrichtung unter Verwendung von 1 ml Chlorsulfonsäure/Eisessig (1 : 2) bei einer Temperatur von 150°C und einer Behandlungszeit von 10 min. Bei dem in Fig. 7 gezeigten Versuch erfolgte die Detektion unter Verwendung von 1 ml Chlorsulfonsäure/Eisessig (1 : 2) bei einer Temperatur von 150°C und einer Behandlungszeit von 10 min. Anschließend wurde als Sprühreagens Diphenylboryloxyethylamin aufgebracht (1%ige methanolische Lösung), wobei die Markierung der Flecken bei 254 und 365 nm nach dem jeweiligen Reaktionsschritt erfolgte.

Die Erfindung ist nicht auf die gezeigten Ausführungsbeispiele beschränkt, vielmehr ergeben sich im Rahmen der Erfindung vielfältige Abwandlungsmöglichkeiten.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Probenanalyse mittels einer mit der zu untersuchenden Substanz versehenen Dünnschichtchromatographie platte, dadurch gekennzeichnet, daß vor bzw. nach Durchführung einer ersten Chromatograpie die mit der Substanz versehene Schichtseite der Chromatographieplatte (1) zur Durchführung einer chemischen Reaktion in enge räumliche Zuordnung zu einer mit einem Agens versehenen Schichtseite einer Trägerplatte (3) gebracht und daß dann die Chromatographieplatte (1) einer ersten bzw. zweiten Chromatographie unterworfen wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die chemische Reaktion in Form einer Derivatisierung erfolgt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die chemische Reaktion in Form einer Hydrolyse erfolgt.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Laufrichtung der ersten Chromatographie in einem Winkel zur Laufrichtung der zweiten Chromatographie versetzt erfolgt.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Chromatographieplatte (1) und die zugeordnete Trägerplatte (3) zur Durchführung der chemischen Reaktion einer erhöhten Umgebungstemperatur ausgesetzt werden.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperaturerhöhung in einem Trockenschrank erfolgt.
  7. 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Schichtseite der Chromatographieplatte (1) nach Durchführung der zweiten Chromatographie zur Durchführung einer Detektionsreaktion in eine enge räumliche Zuordnung zu einer mit einem flüchtigen Reagens versehenen Schichtseite einer Trägerplatte (3) gebracht wird.
  8. 8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die chemische Reaktion und die Detektionsreaktion unter Verwendung eines flüssigen, flüchtigen Agens bzw. Reagens erfolgt.
  9. 9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die chemische Reaktion und die Detektionsreaktion unter Verwendung eines gasförmigen Agens bzw. Reagens erfolgt.
  10. 10. Vorrichtung zur Probenanalyse, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß am Boden (6) eines kastenförmigen Behältnisses (5) eine mit einer Schicht (4) versehene Trägerplatte (3) angeordnet ist und daß das Behältnis (5) mit einer Platte (1) (dicht) verschließbar ist, wobei die Platte (1) mit einer der Schicht (4) der Trägerplatte (3) zugewandten Schicht (2) versehen ist.
  11. 11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Schichten (2, 4) der Platte (1) unter der Trägerplatte (3) in einem geringen Abstand zueinander angeordnet sind.
  12. 12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand 2 bis 10 mm beträgt.
  13. 13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Behältnis (5) und die Platte (1) in einem Wärmofen einbringbar sind.






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