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Dokumentenidentifikation DE3230768C2 22.02.1990
Titel Azo-Pigmentfarbstoffe
Anmelder Sandoz-Patent-GmbH, 7850 Lörrach, DE
Erfinder Kaul, Bansi Lal, Dr., Biel-Benken, CH
DE-Anmeldedatum 19.08.1982
DE-Aktenzeichen 3230768
Offenlegungstag 10.03.1983
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 22.02.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.02.1990
IPC-Hauptklasse C09B 29/20
IPC-Nebenklasse C09B 67/20   C09D 17/00   D06P 1/44   D01F 1/04   
Zusammenfassung Erfindungsgegenstand sind die Azofarbstoffe der Formel (Formel) worin die beiden R 1 unabhängig voneinander Wasserstoff, C1 -8-Alkyl, Cyclohexyl oder durch Halogen, Hydroxyl, Cyan, C 1- 2-Alkoxy oder C1 -2-Alkoxycarbonyl ein- oder zweimal substituiertes C 2- 3-Alkyl und R2 und R 3, unabhängig voneinander Wasserstoff, Chlor, Brom, Methyl oder C1 -2-Alkoxy bedeuten, ihre Herstellung durch Diazotieren und Kuppeln und ihre Verwendung als Pigmente.

Beschreibung[de]

Es wurde gefunden, daß sich die Azoverbindungen der Formel



worin die beiden R&sub1; unabhängig voneinander Wasserstoff, C1-8-Alkyl, Cyclohexyl, oder durch Halogen, Hydroxyl, Cyan, C1-2-Alkoxy oder C1-2-Alkoxycarbonyl ein- oder zweimal substituiertes C2-3-Alkyl

und R&sub2; und R&sub3;, unabhängig voneinander Wasserstoff, Chlor, Brom,

Methyl oder C1-2-Alkoxy bedeuten, ausgezeichnet als Pigmentfarbstoffe, insbesondere zum Einfärben von Lacken und anderen Anstrichmitteln, für den Pigmentdruck und zum Spinnfärben von Viscose eignen.

Bedeuten eines oder beide R&sub1; Alkyl, so kann dieses geradkettig oder verzweigt sein; vorzugsweise enthalten diese Alkylgruppen 1, 2, 3 oder 4 Kohlenstoffatome. Unter Halogen ist insbesondere Chlor oder Brom zu verstehen. Vorzugsweise sind die substituierten Alkylgruppen (R&sub1;) monosubstituiert, dabei ist die Hydroxylgruppe wieder bevorzugter Substituent.

Bevorzugt sind die Pigmente der Formel I, worin die beiden R&sub1; C1-2- Alkyl oder eines Wasserstoffs, das andere C1-2-Alkyl, R&sub2; Wasserstoff, Chlor, Methyl oder C1-2-Alkoxy und R&sub3; Wasserstoff, Chlor oder Methyl bedeuten. Insbesondere bevorzugt sind die Pigmente der Formel (I), worin die beiden R&sub1; C&sub1;-2-Alkyl oder eines Wasserstoff und das andere C1-2-Alkyl, R&sub2; Methyl oder Methoxy und R&sub3; Wasserstoff bedeuten.

Die Herstellung der neuen Verbindungen der Formel (I) erfolgt durch Kupplung eines diazotierten Amins der Formel (II)



mit einer Verbindung der Formel (III)



Die Verbindungen der Formeln (II) und (III) sind bekannt und lassen sich analog zu bekannten Methoden für die Herstellung ähnlicher Verbindungen leicht synthetisieren. Diazotieren einer Verbindung der Formel (II) und das Kuppeln des diazotierten Amins mit einer Verbindung der Formel (III) erfolgen ebenfalls analog zu bekannten Methoden.

Die so hergestellten Verbindungen werden vorzugsweise einer bis zu 24 Stunden dauernden Lösungsmittelbehandlung (Kochen in z. B. Äthanol, 2-Methoxy- oder 2-Äthoxy-äthanol, o-Dichlorobenzol oder Dimethylformamid) und daran anschließend einer Mahlung unterzogen, wodurch sich häufig eine Umwandlung der Kristallmodifikation oder zumindest ein Reinigungseffekt ergibt, wodurch die Pigmenteigenschaften (insbesondere die Echtheiten) der neuen Verbindungen nicht unwesentlich verbessert werden.

Die mit den neuen Farbstoffen erhaltenen Färbungen zeichnen sich durch ein sehr gutes Niveau der Allgemeinechtheiten aus.

Gegenüber den nächstvergleichbaren, aus den US-Patentschriften 20 66 986 und 22 09 749 bekannten Pigmentfarbstoffen wurden Vergleichsversuche durchgeführt, die belegen, daß die erfindungsgemäßen Pigmente den bekannten Pigmenten in der Lichtechtheit überlegen sind. Aus den Ergebnissen dieser Vergleichsversuche werden keine Rechtsansprüche abgeleitet.

In den folgenden Beispielen bedeuten die Teile Gewichtsteile und die Prozente Gewichtsprozente. Die Temperaturen sind in Celsiusgraden angegeben.

Beispiel a) Diazolösung

53,8 Teile 1-Amino-2,5-dichlorbenzol-4-sulfonsäuredimethylamid werden langsam, unter Rühren in eine Mischung aus 147 Teilen Eisessig und 60 Teilen Wasser eingebracht, 16 Stunden bei Raumtemperatur gerührt, mit 117 Teilen 30prozentiger Salzsäure versetzt, unter gleichzeitiger Zugabe von 60 Teilen Eis auf ca. 0° gekühlt, mit 14 Teilen Natriumnitrit, in Form einer 4normalen Lösung, im Verlaufe von 5 Minuten versetzt, eine Stunde bei 0-5° gerührt, der Überschuß an Nitrit mit einer geringen Menge Aminosulfonsäure zerstört, 5 Minuten gerührt, mit 2,0 Teilen Filtererde versetzt, filtriert und der Rückstand mit 10 Teilen Wasser, das dem Filtrat beigefügt wird, ausgewaschen.

b) Kupplungskomponente

Man löst 58,6 Teile 2-Hydroxy-3-naphthoesäure-2&min;-methoxyphenylamid in 350 Teilen Wasser, 10 Teilen eines handelsüblichen Aniontensides (fl.) und 53,4 Teilen 30prozentiger Natronlauge durch Rühren, gibt zur Lösung 2,0 Teile Filtererde, filtriert, wäscht den Rückstand mit 10 Teilen Wasser, das dem Filtrat zugefügt wird.

c) Kupplung

Man versetzt die Diazolösung (a) mit 10 Teilen eines handelsüblichen, flüssigen Anionentensides, kühlt auf 0-5° und gibt dazu, unter Rühren und Kühlen, im Verlaufe von 3 Stunden, die Lösung der Kupplungskomponente. Man rührt noch zwei Stunden bei 0 bis 5° und eine Stunde bei 22 bis 25° nach, erhitzt eine Stunde lang auf 80°, filtriert den gebildeten Pigmentfarbstoff ab, wäscht mit 5000 Teilen Wasser und trocknet ihn. So erhält man ein scharlach-rotes Pigment.

Behandelt man diesen Pigmentfarbstoff ca. 2 Stunden in kochendem Dimethylformamid, erhält er eine kräftig rote Nuance, die Lichtechtheit der Ausfärbungen wird dadurch verbessert.

Die farbmetrischen Werte, Chroma (C*) und Farbwinkel (H*) sind:

vor der Lösungsmittelbehandlung C* = 50, H* = 26, nachher C* = 46, H* = 20 (alle Werte 1 : 25 Weißverschnitt = 1 Teil Buntpigment, 25 Teile TiO&sub2;, in AMF-Lack 1/9 Richttypstärke).

Beispiel 2

12,75 Gramm 1-Amino-2,5-dichlorbenzol-4-sulfonsäuremonomethylamid werden in 50 ml Eisessig und 20 ml 30prozentiger Salzsäure gerührt, auf ca. 0° gekühlt, unter Rühren langsam mit 6,3 ml 8n- NaNO&sub2;-Lösung versetzt, eine Stunde bei 0 bis 5° weiter gerührt, der Nitritüberschuß mit wenig Aminosulfonsäure zerstört und die Diazoniumsalzlösung filtriert.

13,85 g 2-Hydroxy-3-naphthoesäure-(2&min;-methyl-phenylamid) werden in 62 ml Wasser und 10 ml 30prozentiger Natronlauge gelöst, mit 2,5 ml eines flüssigen Aniontensid-Präparates versetzt, auf ca. 0° gekühlt und so sehr langsam, unter Rühren der ebenfalls gekühlten Diazoniumsalzlösung zugefügt. Man rührt weiter eine Stunde bei ca. 0°, 4 Std. bei 20° und eine Stunde bei 90°, filtriert das rote Pigment ab, wäscht es säurefrei und trocknet es auf übliche Weise.

In 1/9 Standardtiefe in AMF-Lack (1 : 25-Weißverschnitt) ausgefärbt sind die Chroma- und Hue-Werte C* = 45,2, H* = 11,4.

Beispiel 3

Analog zu den Angaben im Beispiel 1 wird 1-Amino-2,5-Dichlorbenzol-4-sulfonsäuredimethylamid diazotiert und mit 2-Hydroxy-3-naphthoesäure-4&min;- chlorphenylamid gekuppelt. Der getrocknete Farbstoff wird 12 Stunden in Dimethylformamid unter Rückfluß gekocht. Durch die letztere Behandlung ändert das Pigment die Nuance seiner Ausfärbungen von rot nach orange, wobei jedoch die Lichtechtheit merklich verbessert wird.

Für das nicht nachbehandelte Pigment C* = 50, H* = 20, das behandelte Pigment C* = 53, H* = 33.

Anwendungsbeispiel

4 Teile des Pigments gemäß Beispiel 1 werden mit 96 Teilen einer Mischung aus

50 Teilen einer 60prozentigen Lösung von Kokos-Aldehyd-Melaminharz mit 32% Fettgehalt in Xylol,

30 Teilen einer 50prozentigen Melaminharzlösung in Butanol,

10 Teilen Xylol und

10 Teilen Äthylenglykolmonoäthyläther

24 Stunden in einer Kugelmühle gemahlen. Die dabei erhaltene Dispersion wird auf Aluminiumblech gespritzt, 30 Minuten an der Luft trocknen gelassen und dann 30 Minuten bei 120° eingebrannt. Man erhält so einen scharlachroten Film mit sehr guter Licht- und Wetterbeständigkeit.

In der folgenden Tabelle 1 sind weitere, gemäß Beispiel 1, 2 oder 3 herstellbare Pigmente der Formel (Ia)



sowie ihre Chroma-(C*) und Hue-(H*)-Werte (1 : 10 Weißverschnitt = 1 Teil Buntpigment + 10 Teile TiO&sub2;) angegeben.

Tabelle


Auch die gemäß Beispiel 1, 2 oder 3 herstellbaren Pigmente der folgenden Tabelle 2 entsprechen der Formel Ia, wobei jedoch R&sub3; immer Wasserstoff bedeutet. In allen Fällen geben diese Pigment-Ausfärbungen roter Nuancen.

Tabelle 2


Anspruch[de]
  1. 1. Die Farbstoffe der Formel (I)



    worin die beiden R&sub1; unabhängig voneinander Wasserstoff, C1-8-Alkyl, Cyclohexyl oder durch Hydroxyl, Cyan, Halogen, C1-2-Alkoxy oder C1-2-Alkoxycarbonyl ein- oder zweimal substituiertes C2-3-Alkyl

    und R&sub2; und R&sub3;, unabhängig voneinander Wasserstoff, Chlor, Brom, Methyl oder C1-2-Alkoxy bedeuten.
  2. 2. Die Farbstoffe der Formel (I), gemäß Anspruch 1,

    worin die beiden R&sub1; C1-2-Alkyl, oder eines Wasserstoff und das andere C1-2-Alkyl,

    R&sub2; Wasserstoff, Chlor, Methyl oder C1-2-Alkoxy und

    R&sub3; Wasserstoff, Chlor oder Methyl bedeuten.
  3. 3. Die Farbstoffe der Formel (I), gemäß Anspruch 1,

    worin die beiden R&sub1; C1-2-Alkyl oder eines Wasserstoff und das andere C1-2-Alkyl,

    R&sub2; Methyl oder Methoxy und

    R&sub3; Wasserstoff bedeuten.
  4. 4. Verfahren zur Herstellung der Farbstoffe der Formel I, gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man ein diazotiertes Amin der Formel (II)



    mit einer Verbindung der Formel (III)



    kuppelt.
  5. 5. Verwendung der Farbstoffe der Formel I, gemäß Anspruch 1, als Pigmente, zum Einfärben von Lacken und anderen Anstrichmitteln, für den Pigmentdruck und zum Spinnfärben von Viscose.






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