PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE3801913C2 01.03.1990
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Adsorption bzw. Chemisorption von gasförmigen Bestandteilen aus einem Gasstrom
Anmelder Walther & Cie AG, 5000 Köln, DE
Erfinder Bechthold, Horst, Dr.-Ing., 5042 Erftstadt, DE;
Baer, Edmund, Dr.-Ing., 5060 Bergisch Gladbach, DE;
Romey, Reiner, Dipl.-Ing., 5000 Köln, DE
DE-Anmeldedatum 23.01.1988
DE-Aktenzeichen 3801913
Offenlegungstag 03.08.1989
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 01.03.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.03.1990
Addition 38068621
IPC-Hauptklasse B01D 53/06
IPC-Nebenklasse B01D 53/34   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Adsorption bzw. Chemiesorption von gasförmigen Stoffen aus einem Rohgasstrom. Das mit den Adsorbentien vermischte Rohgas wird einem Gewebefilter zugeführt, in dessen Zentrum sich ein Fangschacht mit seitlich darunter angeordneten Staubführungsblechen befindet. Das Rohgas wird über eine Düse von unten in den Fangschacht geleitet. Gas und abgeschiedener Staub rezirkulieren um den Fangschacht. Dabei entsteht eine innere Staub-Gas-Rückführung um den Fangschacht.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Adsorption oder Chemisorption von gasförmigen Stoffen aus einem Rohgasstrom durch Zugabe von trockenen Adsorbentien mit Eigenschaften die eine chemische Reaktion mit den adsorbierten Gaskomponenten bewirken, wobei das beladene Adsorbens zusammen mit dem nicht reagierten Adsorbens in einem Gewebefilter staubförmig abgeschieden und zum Teil in den Adsorptionsprozeß zurückgeführt wird.

In der Vergangenheit ist eine Reihe von Verfahren - meist im Zusammenhang mit Umweltschutzmaßnahmen - bekannt geworden, welche die Aufgabe zu lösen versuchen, durch Zusatz feinstverteilter Adsorbentien zu einem schadstoffbeladenen Gasstrom die Schadgasbestandteile zu adsorbieren. In den meisten Fällen findet dabei zusätzlich eine chemische Reaktion mit dem Adsorbens statt, wodurch die Schadgaskomponente bleibend mit dem Adsorbens vereinigt wird. In diesem Fall liegt eine Kombination von Adsorption und chemischer Reaktion vor, die sog. Chemisorption. In diesen Fällen ist oft das Vorhandensein von Wasserdampf im Gas oder einer gewissen Feuchte des Adsorbens erforderlich, vor allem dann, wenn die chemische Reaktion des Schadstoffes mit dem Adsorbens die vorangegangene Lösung dieser adsorbierten Komponente in Wasser zur Voraussetzung hat.

Diese Trockenverfahren haben gegenüber den nassen (z.B. Rauchgaswäschen unter Einsatz von gelöschtem Kalk oder suspendiertem Kalkstein) oder den halbtrockenen Verfahren (z.B. Absorptionsverfahren in Sprühtrocknern unter Einsatz einer alkalischen Suspension, jedoch mit trockenem Endprodukt) den Nachteil, daß wegen des hier langsameren Reaktionsablaufes eine lange Kontaktzeit des Adsorbens mit dem zu reinigenden Gas erforderlich ist. Reicht die Verweilzeit nicht aus, so tritt ein großer Teil des eingesetzten Adsorbens ohne Teilnahme an den Reaktionen ungenutzt zusammen mit dem Endprodukt aus dem Prozeß aus und geht verloren. Dieser Verlust ist unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nur in gewissen Grenzen akzeptabel.

Der Ausnutzungsgrad des Adsorbens wird in aller Regel durch das "Molverhältnis" ausgedrückt. Das Molverhältnis 1,0 bedeutet vollständige Ausnutzung des Adsorbens, ein höheres Molverhältnis weist in dem über eins hinausgehenden Zahlenanteil den Verlust an nicht umgesetztem Adsorbens aus.

Bei den hier betrachteten Trocken-Chemisorptionsverfahren (oder Adsorptionsverfahren) liegen die bei den herkömmlichen Verfahrenskombinationen bekannt gewordenen Molverhältnisse bei mindestens 2,5, es sind jedoch auch Zahlen bekannt, die weit über 4,0 hinausgehen. Die dadurch entstehenden Betriebsmittelkosten sind in aller Regel wirtschaftlich nicht vertretbar. Außerdem werden hohe Endlagerkosten verursacht.

Alle bekannten Verfahren versuchen die Ausnutzung des Adsorbens dadurch zu erhöhen, daß der abgeschiedene, nur zum Teil ausreagierte Staub zu einem mehr oder minder großen Anteil in den Rohgasstrom zurückgeführt wird. Rückführmengen von dem 5- bis 10fachen, bezogen auf das eingesetzte Frischadsorbens sind hierbei normal, ohne daß damit ein erreichtes Molverhältnis von weniger als 2,5 bekannt geworden wäre. Die Einrichtung zur Rückführung des teilgenutzten Adsorbens stellen jedoch einen erheblichen Anteil der Investitionskosten dar, verursachen zusätzlichen Meß- und Regelaufwand und in aller Regel einen nicht unerheblichen Platzbedarf.

Während einige dieser Verfahren lediglich die Zuführungsleitungen zur Staubabscheidung als Reaktionsstrecke benutzen, verwenden andere Verfahren eine zusätzliche Reaktionskammer von beträchtlicher Größe, um die Kontaktzeit zwischen Adsorbens und Gas zu verlängern. In diesem Fall wird das rückgeführte Gut in die Reaktionskammer aufgegeben. Aber auch mit dieser Einrichtung sind mit vertretbarem Aufwand nur beschränkte Rückführmengen zu verwirklichen, so daß auch bei ihrer Anwendung keine befriedigende Ausnutzung des eingesetzten Adsorbens möglich ist.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, mit möglichst geringem Investitionsaufwand und unter Vermeidung komplizierter und aufwendiger Einrichtungen für die Staubrückführung den Ausnutzungsgrad für das Adsorbens bei Trockenverfahren deutlich zu erhöhen.

Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Staubrückführung innerhalb eines Gewebefilters erfolgt, wobei das 20- bis 80fache des eingesetzten Frischgutes rezirkuliert wird und wobei gleichzeitig eine veränderbare Gasrückführung zur Intensivierung der Vermischung von Adsorbens und Gas stattfindet.

Eine besondere Ausgestaltung der Erfindung wird darin gesehen, daß das Rohgas und das frische Adsorbens einem als Schlauchfilter ausgebildeten Gewebefilter zugeführt und dort Teile des Gases mittels eines Fangschachtes mit zugeordneter Düse in Zirkulation gehalten wird, wobei abgeschiedener Staub nach seiner Abreinigung an der Rezirkulation teilnimmt.

Mit dieser Maßnahme wird erreicht, daß die Staubrückführung nahezu ohne zusätzlichen Platzaufwand innerhalb des zur Staubabscheidung dienenden Schlauchfilters stattfindet. Durch die geometrische Gestaltung des Innenraumes wird ein Strömungszustand erreicht, der für eine intensive Vermischung des rückgeführten Staubes mit dem schadstoffbeladenen Gas sorgt. Erfindungsgemäß wird das Rohgas mit dem frischen Adsorbens über einen einstellbaren Düsenquerschnitt dem Fangschacht zugeführt. Weiterhin wird das Rohgas mit dem Adsorbens und der abgeschiedene Staub während der inneren Rückführung über einen veränderbaren Spalt in den Fangschacht geführt. Dabei werden das Rohgas mit dem Adsorbens und das zirkulierende Gas mit den Staubanteilen vor Eintritt in den Fangschacht zusammengeführt und dort vermischt.

Erfindungswesentlich ist, daß der Düsenquerschnitt und der Spalt derart eingestellt werden, daß der entstehende Druckrückgewinn im Fangschacht die Verluste der Rückströmung des Gas-Staub-Gemisches außerhalb des Fangschachtes deckt.

Der Innenraum des Schlauchfilters ist demgemäß so gestaltet, daß nicht nur bereits abgeschiedener Staub in weiten Grenzen zirkuliert, sondern auch ein durch Veränderung der geometrischen Gestalt einstellbares Vielfaches des eintretenden Rohgasstromes zurückgeführt wird. Das Verfahren bietet demnach eine Staubzirkulierung ohne zusätzlichen Aufwand (an Förderelementen und Einrichtungen für die Zwischenlagerung) bei gleichzeitig in weiten Grenzen regelbarer Kontaktzeit des Adsorbens mit dem Gas.

Das erfindungsgemäße Verfahren vereinigt demnach die Verfahrensschritte Staubrückführung, Gasrezirkulation sowie Staubabscheidung miteinander in einer einzigen Vorrichtung, in der die zurückgeführte Staubmenge, sowie die rezirkulierte Gasmenge in weiten Grenzen verändert werden können.

Mit der inneren Rückführung von Staub wird dabei der Ausnutzungsgrad (das Molverhältnis) des eingesetzten Adsorbens und/oder der Abscheidegrad beeinflußt, während die rückgeführte Gasmenge zur Intensivierung der Vermischung von Gas und Staub beiträgt. Verfahren und Vorrichtung dienen demnach sowohl einer besseren Ausnutzung des Adsorbens und/oder der Erzielung eines höheren Abscheidegrades für die zu adsorbierenden Schadstoffe.

Das Wesen der Erfindung ist demnach darin zu sehen, daß die rezirkulierte Gasmenge sowie die zurückgeführte Staubmenge durch geeignete Kombinationen von Düsenquerschnitt und Spalt so aufeinander abgestimmt werden, daß Ausnutzungsgrad und Gasreinheit den gestellten Anforderungen entsprechen.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend näher beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 einen Querschnitt durch den erfindungsgemäßen Gegenstand,

Fig. 2 eine vergrößerte Darstellung des Eintrittsbereiches in den Fangschacht,

Fig. 3 eine vergrößerte Darstellung zur Fig. 2. mit zusätzlicher Fig. 3a.

Fig. 1 zeigt ein als Schlauchfilter 1 normaler Bauart dargestelltes Gewebefilter. Innerhalb einer Abscheideanlage können beliebig viele derartiger Schlauchfilter vorgesehen werden. Das Schlauchfilter besteht im Ausführungsbeispiel aus einem rechteckigen Gehäuse 2 mit einem oberen Boden 3, in den die Filterschläuche 8 eingehängt sind. Innerhalb einer Gesamtfilteranlage werden die Gehäuse 2 auch als Kammern bezeichnet. Oberhalb des Bodens 3 ist eine Reingaskammer 4 mit einem Reingaskanal 5 vorgesehen, aus dem das Reingas austritt. Am unteren Ende ist ein Staubsammelbunker 6 mit einer Austrittsschleuse 7 vorgesehen. Die Filterschläuche 8 sind um einen zentralen Freiraum 20 angeordnet, in dem sich ein rechteckiger Fangschacht 9 befindet. Dieser ist mit seinem oberen Ende 10 mit einem bestimmten Abstand zum oberen Filterboden 3 angeordnet. Das untere Ende 11 des die Filterschläuche nach unten überragenden Fangschachtes 9 ist mit einer äußeren Rundung 21 versehen, wodurch sich eine Kammer bildet, in die sich Staub 22 ablagert (Fig. 3). Fig. 3a zeigt eine weitere Stoßverluste mindernde Gestaltung 21a des unteren Endes 11 des Fangschachtes 9. Mit Abstand zum unteren Ende 11 des Fangschachtes 9 sind geneigte Staubführungsbleche 12 vorgesehen, die in Gelenken 13 am Gehäuse 2 des Filters befestigt sind. Sie sind so angeordnet, daß sie einmal eine innere Öffnung 23 und zum andern gemeinsam mit der Unterkante 11 des Fangschachtes 9 einen Spalt 24 bilden. Durch Verstellen des Neigungswinkels alpha der Staubführungsbleche 12, kann der Spalt 24 verändert werden. Unterhalb der Öffnung 23 ist eine Düse 15 vorgesehen, deren Düsenquerschnitt durch Verstellung der oberen Düsenwände 16 verändert werden kann. Zu diesem Zweck sind die Düsenwände 16 mit Gelenken 17 versehen. An der unteren Seite der Düse 15 ist der Rohgaskanal 18 angeschlossen, in den das Adsorbens mittels einer Leitung 19 feinverteilt eingeführt wird.

Das Rohgas mit dem darin befindlichen Adsorbens gelangt über die Düse 15 und den Fangschacht 9 und von dort in den oberen Bereich der Filterschläuche 8. Das Gas wird durch die Filterschläuche hindurchgeführt und so vom Staub weitgehend befreit. Dabei bildet sich auf der Oberfläche der Schläuche 8 eine Staubschicht wachsender Dicke, die nach den bekannten Methoden in bestimmten Zeitabständen, meist vom Differenzdruck automatisch gesteuert, abgereinigt werden. Das von Staub und Schadstoffen weitgehend befreite Reingas, verläßt das Filter 1 über die Reingaskammer 4 und den Reingasstutzen 5. Im Ausführungsbeispiel ist die für den Prozeß erforderliche Menge an frischem Adsorbens unmittelbar vor Eintritt in die Filterkammer durch geeignete Vorrichtungen dem Rohgasstrom zugemischt. Es ist denkbar, das Adsorbens auch an anderer geeigneter Stelle dem System zuzuführen, z.B. hinter der Düse 15. Aus dem Rohgaskanal 18, der sich in Strömungsrichtung verjüngen kann, tritt das staubbeladene Rohgas nach oben durch einen Schlitz von der Breite 25 aus und wird durch die seitlichen Begrenzungswände 16 zu einem gerichteten Strahl geformt. Mittels der Gelenke 17 können die Wände 16 in ihrer Richtung verändert werden, wie in Fig. 3 gestrichelt dargestellt, so daß - z.B. bei Teillastfahrweise - der Gasaustritt aus der Schlitzdüse 15 von der ursprünglichen Breite 25 auf die verringerte Breite 26 verändert werden kann. Hiermit kann der Impuls des austretenden Gasstrahles erhöht werden, so daß auch bei Teillast die weiter unten beschriebene Rezirkulation im gewünschten Umfang aufrechterhalten werden kann.

Der Abstand der Düse 15 zum unteren Ende 11 des Fangschachtes 9 ist nach den allgemeinen bekannten Methoden ermittelt. Der Abstand 27 der Wände des Fangschachtes 9 ist größer als der Abstand 25 der Wände der Düse 15. In diesem Bereich erweitert sich der aus der Düse 15 austretende Gasstrahl unter Vermischung mit dem durch den niedrigeren Druck am Düsenaustritt seitlich angesaugten staubhaltigen Gasstrom im Bereich des Spaltes 24. Dadurch entsteht eine überlagerte, um den Fangschacht 9 zirkulierende Gasströmung. Diese bewirkt eine intensive Vermischung von Gas und rückgeführtem Staub und bewirkt auf diese Weise bessere Stoffübergangsverhältnisse. Durch Veränderung des Anstellwinkels alpha und damit Veränderung der Neigung der Staubführungsbleche 12 kann die Größe des Spaltes 24 für den rückzuführenden Gasstrom eingestellt und damit die rückgeführte Gasmenge beeinflußt werden. Die Verstellung des Winkels alpha ist durch eine geeignete Vorrichtung während des Betriebes möglich.

Der bei der Abreinigung der Schläuche nach unten fallende Staub wird zu einem Teil vom rückgeführten Gasstrom mitgenommen, zum anderen Teil verläßt er das innere Rückführungssystem durch verstellbare Öffnungen oder Schlitze 28 in den Staubführungsblechen 12 und wird im Bunker 6 des Filters 1 gesammelt und über die Schleuse 7 ausgetragen.

Ein weiterer Anteil des abgeschiedenen Staubes gleitet über die Staubführungsbleche 12 und fällt über dessen Vorderkante in den aus der Düse 15 austretenden Gasstrom, der diesen Staubanteil in das System unter Vermischung mit dem Gas zurückführt. Die staubführenden Bleche 12 bestehen aus zwei Teilen, die an ihren Enden mit Langlöchern versehen sind und nach ihrer Justierung mit Hilfe einer Schraubverbindung 14 fixiert werden. Durch Änderung der Länge 29 kann ein zusätzlicher Staubanteil (bei Verkürzung) aus dem Kreislaufsystem entfernt und dem Bunker 6 zugeführt werden und umgekehrt.

Durch entsprechenden Spalt 24 kann jeder beliebige Rückführzustand für Gas und Staub eingestellt werden, solang der Impuls des aus der Düse 15 austretenden Gases ausreicht, um den Staub zusammen mit dem rückgeführten Gas auf die Austrittsgeschwindigkeit am oberen Ende der Strahlausbreitung innerhalb der Fangvorrichtung (unter Berücksichtigung sämtlicher auftretender Druckverluste) zu beschleunigen. Bei senkrecht hängenden Staubführungsblechen 12 (Winkel alpha=0°) wird somit nur eine äußerst geringe Staubmenge zurückgeführt, während die rückgeführte Gasmenge, bei unverändertem Austrittsimpuls aus der Düse 15, ihr Maximum erreicht, weil der Druckverlust im Spalt 24 seinen kleinsten Wert annimmt. Umgekehrt kann die Gasrückführung gegen Null gehen, wenn der Winkel alpha so groß gewählt wird, daß der Spalt 24 nur noch dazu ausreicht, den herabfallenden Staub durchzulassen. Dies stellt gleichzeitig den Zustand dar, in dem die größtmögliche Staubrückführung bei geeigneter Wahl der Länge 29 der Staubführungsbleche 12 erreicht wird.

Da rezirkulierte Gasmenge und rezirkulierte Staubmenge bei Veränderungen gegenläufige Tendenzen aufweisen, ist somit die Staubdichte in dem aufwärts strömenden Gasstrom in weiten Grenzen, nahezu beliebig, veränderbar und nur begrenzt durch die Impuls- bzw. Energiebilanz des Systems. Ein zusätzlicher Freiheitsgrad besteht dann immer noch in einer Änderung des Austrittsimpulses durch Verstellung der Öffnung 26 der Düse 15, solange der damit verbundene Druckverlust wirtschaftlich in Kauf genommen werden kann.

Der Abscheidegrad ist - abgesehen von weiteren Parametern - abhängig von der je Volumeneinheit des Gases angebotenen Oberfläche des Adsorbens. Da bei einem bestimmten Kornspektrum die Summe der Oberflächen aller Partikel proportional zur Staubbeladung des Gasstroms ist, ist in jedem Volumenelement des Systems die abgeschiedene Menge pro Zeiteinheit proportional zum Feststoffgehalt des Gases. Der Abscheidegrad wird also maßgeblich durch den Gehalt an Adsorbens des Gasstromes und somit durch die rückgeführte Staubmenge je Volumeneinheit beeinflußt.

Der Einfluß der rezirkulierten Gasmenge besteht nahezu ausschließlich aus dem Effekt einer Intensivierung der Vermischung von Gas und Staub und führt zu günstigeren Stoffübergangsbedingungen im System. Die Verweilzeit des Gases im System wird durch die Größe der Kammer eindeutig bestimmt und ist - wie bei jedem anderen Verfahren unter Einsatz einer Reaktionskammer - nicht beeinflußbar. Demgegenüber ist die Kontaktzeit, auf den Staub bezogen, in weiten Grenzen durch Veränderung der Staubkonzentration beeinflußbar und dieser direkt proportional. Dadurch wird das Molverhältnis (Ausnutzungsgrad) des Adsorbens unmittelbar beeinflußt. Im Gegensatz zu den eingangs beschriebenen Systemen nach dem Stand der Technik kann nach dem erfindungsgemäßen Verfahren trotz geringeren apparativen Aufwands (Wegfall von Einrichtungen für Transport, Zwischenlagerung und Dosierung des Rückführguts) ohne weiteres das 20- bis 80fache des eingesetzten Frischguts rezirkuliert werden. Dabei stellen sich folgende Verhältnisse ein:

Der entstehende Druckrückgewinn im Fangschacht deckt die Verluste der Rückströmung des Staub-Gas-Gemisches außerhalb des Fangschachtes.

Bei entsprechend hoher Geschwindigkeit in der Düse 15 (pysikalisch gesehen setzt hier lediglich die Schallgeschwindigkeit Grenzen) kann die zurückgeführte Staubmenge noch wesentlich vergrößert werden. Die tatsächliche Grenze für die Rezirkulation ist jedoch im praktischen Fall durch den wirtschaftlich noch vertretbaren Energieaufwand gegeben.

Dieser Energieaufwand erfährt eine nicht unwesentliche Beeinflussung durch die Formgebung des Düsenauslasses 26 bzw. des Eintrittes 11 in den Fangschacht 9. Während der Austritt 26 aus der Düse 15 möglichst scharfkantig gestaltet werden muß und nicht divergieren darf, da dies zu einer Verringerung des Austrittsimpulses führt, muß der untere Rand 11 des Fangschachtes 9 sorgfältig ausgerundet werden, wobei der Winkel beta weit über 0° liegen muß, um Stoßverluste bei der Umlenkung zu vermeiden. Durch diese Formgebung wird weiterhin erreicht, daß - wie in Fig. 3 schraffiert dargestellt - der herabfallende Staub solange dort abgelagert wird, bis er seinen normalen Böschwinkel 22 erreicht hat. Der sich im Lauf der Zeit verfestigende Staub führt dann zu einer nahezu idealen Strömungsführung. Bei gut fließenden Stäuben (also mit geringem Böschwinkel) kann die gewünschte Strömungsführung auch durch entsprechende Formgebung eines Bleches 21a bewirkt werden, so wie es in Fig. 3a dargestellt ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Adsorption oder Chemisorption von gasförmigen Stoffen aus einem Rohgasstrom durch Zugabe von trockenen Adsorbentien oder von Adsorbentien gegebenenfalls mit Eigenschaften die eine chemische Reaktion mit den adsorbierten Gaskomponenten bewirken, wobei das beladene Adsorbens zusammen mit dem nicht reagierten Adsorbens in einem Gewebefilter staubförmig abgeschieden und zum Teil in den Adsorptionsprozeß zurückgeführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Staubrückführung innerhalb eines Gewebefilters erfolgt, wobei das 20- bis 80fache des eingesetzten Frischgutes rezirkuliert wird und wobei gleichzeitig eine veränderbare Gasrückführung zur Intensivierung der Vermischung von Adsorbens und Gas stattfindet.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohgas und das frische Adsorbens einem als Schlauchfilter ausgebildeten Gewebefilter zugeführt und dort ein Teil des Gases mittels eines Fangschachtes mit zugeordneter Düse in Zirkulation gehalten wird, wobei abgeschiedener Staub nach seiner Abreinigung an der Rezirkulation teilnimmt.
  3. 3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohgas mit dem frischen Adsorbens über einen einstellbaren Düsenquerschnitt dem Fangschacht zugeführt wird.
  4. 4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Adsorbens in Richtung der Strömung des Rohgases gesehen, an geeigneter Stelle hinter der Düse zugegeben wird.
  5. 5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das zirkulierende Gas zusammen mit einem Teil des Adsorbens und einem Teil des abgeschiedenen Staubes während der Zirkulation über einen veränderbaren Spalt dem Fangschacht zugeführt wird.
  6. 6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohgas mit dem Adsorbens und das zirkulierende Gas mit den Staubanteilen vor Eintritt in den Fangschacht zusammengeführt und dort vermischt werden.
  7. 7. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Düsenquerschnitt und der Spalt derart verändert werden, daß der entstehende Druckrückgewinn im Fangschacht die Verluste der Rückströmung des Gas-Staub-Gemisches außerhalb des Fangschachtes deckt.
  8. 8. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 7, gekennzeichnet durch ein als Schlauchfilter (1) ausgebildetes Gewebefilter mit mehreren, einen zentralen Freiraum (20) umgebenden Filterschläuchen (8), einer oberen Reingaskammer (4) und einem unteren Staubbunker (6), wobei innerhalb des Freiraumes mit Abstand zur Reingaskammer ein Fangschacht (9) angeordnet ist, dem am unteren Ende (11) mit Abstand eine Düse (15) mit veränderbarem Austrittsquerschnitt (26) symmetrisch zugeordnet ist, wobei zwischen der Düse (15) und dem unteren Ende (11) des Fangschachtes (9) ein geneigter Boden (12) mit Öffnung (23) vorgesehen ist, der gemeinsam mit der Unterkante (11) des Fangschachtes (9) einen Spalt (24) bildet.
  9. 9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Boden (12) aus Staubführungsblechen gebildet ist.
  10. 10. Vorrichtung nach den Ansprüchen 8 und 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Staubführungsbleche (12) im Querschnitt veränderbare Öffnungen (28) aufweisen.
  11. 11. Vorrichtung nach den Ansprüchen 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Staubführungsbleche (12) in Lagern (13) schwenkbar angeordnet und in ihrer Länge (29) veränderbar sind.
  12. 12. Vorrichtung nach den Ansprüchen 9 und 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Staubführungsbleche (12) ohne Neigungsänderung heb- und senkbar sind.
  13. 13. Vorrichtung nach den Ansprüchen 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Querschnitt (26) der Düse (15) und der Spalt (24) veränderbar sind.
  14. 14. Vorrichtung nach den Ansprüchen 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß der obere Teil der Düse (16) über ein Gelenk (17) verstellbar und die Gelenkwelle von außerhalb des Filters verstellbar und fixierbar ist.
  15. 15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß bei Betriebsstörungen, wie Stromausfall od. dgl. die beweglichen Teile der Düse (16) unter Aufhebung der Fixierung automatisch nach innen gefahren und damit die Düse durch geeignete Kräfte geschlossen wird, um damit die Düse vor einfallendem Staub zu schützen.
  16. 16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß das untere Ende (11) des Fangschachtes (9) nach außen und/oder innen eine stoßverlustmindernde Gestalt (21) aufweist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com