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Dokumentenidentifikation DE3123760C3 29.03.1990
Titel Fadenliefervorrichtung für Textilmaschinen
Anmelder Maschinenfabrik Rüti AG, Rüti, Zürich, CH
Erfinder Steiner, Alois, Rieden, CH
Vertreter Mitscherlich, H., Dipl.-Ing.; Gunschmann, K., Dipl.-Ing.; Körber, W., Dipl.-Ing. Dr.rer.nat.; Schmidt-Evers, J., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 16.06.1981
DE-Aktenzeichen 3123760
Offenlegungstag 25.02.1982
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 22.08.1985
Date of publication of amended patent 29.03.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.03.1990
IPC-Hauptklasse B65H 51/20
Zusammenfassung Die Fadenliefervorrichtung umfaßt eine stillstehende Wickeltrommel (16) zur Speicherung eines mittels eines rotierbaren Wickelarms (12) aufwickelbaren Fadenvorrats, welcher von der Wickeltrommel (16) überkopf abziehbar ist, und mit einer Vorrichtung (A) zum selbsttätigen Steuern der Drehbewegung des Wickelarms in Abhängigkeit von der Länge des gebildeten Fadenvorrats. Im Bereich des abzugsseitigen Endes der Wickeltrommel (16) ist eine Überwachungseinrichtung (B) angeordnet, welche bei jedem Durchgang des Fadens (S) durch ihren Überwachungsbereich während des Fadenabzugs an eine Steuereinheit (27) ein erstes Signal abgibt. Die Steuereinheit (27) zählt die ersten Signale und gibt, sobald deren Anzahl einen vorgegebenen, einstellbaren, der benötigten Fadenlänge entsprechenden Wert erreicht, ein zweites Signal ab, durch welches eine Fadenklemme (28) betätigt wird. Dadurch kann die Fadenliefervorrichtung genau abgemessene Fadenlängen liefern, wie sie beispielsweise zum Schußeintrag an Düsenwebmaschinen benötigt werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Fadenliefervorrichtung nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

Fadenliefervorrichtungen dieser Art, welche als Vorspulgeräte bezeichnet werden sind z. B. aus der französischen Patentanmeldung 21 66 332 bekannt und werden in erster Linie für die Webmaschinen mit Luft- oder Wasserdüsen-Schußeintragssystemen verwendet. Die Länge des Schußfadens wird bei dieser bekannten Vorrichtung durch Veränderung des Umfangs der Wickeltrommel auf einen ganzzahligen Bruchteil der gewünschten Schußfadenlänge eingestellt. Derartige, aus Segmenten aufgebaute Wickeltrommel sind für schnellaufende Webmaschinen mit hoher Schußeintragsleistung nur bedingt brauchbar und geeignet. Das Einstellen der Fadenliefervorrichtung für verschiedene Schußlängen kann beispielsweise so erfolgen, daß die idealerweise kreisförmige Wickelfläche der Wickeltrommel ovalförmig verformt wird. Dies bietet wohl den Vorteil, daß die Fadenklemme ortsfest bleiben kann, hat aber den Nachteil, daß beim Wickelvorgang die Garngeschwindigkeit nicht konstant bleibt. Diese Ungleichförmigkeit bei der Bildung des Fadenvorrats auf der Wickeltrommel führt bei hohen Wickelgeschwindigkeiten von z. B. 1300 und mehr m/Min. zu Belastungsspitzen, die z. B. bei feinen Stapelgarnen aus Naturfasern zu erhöhten Schußfadenbruchzahlen führt oder sogar das Herabsetzen der Tourenzahl der Webmaschine verlangt. Dieser Nachteil wird umso stärker spürbar, je mehr sich die Beanspruchung des Garns durch die Fadenliefervorrichtung den zulässigen Grenzwerten, bei denen der Faden bricht, nähert.

Zudem ist die Umstellung der Fadenliefervorrichtung auf verschiedene Schußfadenlängen umständlich und zeitaufwendig.

Es sind auch Fadenliefervorrichtungen für Düsenwebmaschinen bekannt, welche einen getrennten Abmeß- und Speicherteil aufweisen, wobei der Abmeßteil durch rotierende Walzen, hin- und herbewegte Finger und dergleichen, und der Speicherteil durch einen pneumatischen Speicher gebildet ist, in welchem der Faden in Form einer langgestreckten Schlaufe gespeichert wird. Bei diesen Fadenliefervorrichtungen ergeben sich wegen der mit der Webbreite wachsenden Speicherlänge Platzprobleme.

Es ist auch eine Fadenliefervorrichtung mit einer Wickeltrommel bekannt, auf welche der Schußfaden durch einen Wickelarm aufgewickelt und durch den Mantel der Wickeltrommel periodisch durchstoßende Stifte wahlweise blockiert oder für den Schußeintrag freigegeben wird, vgl. DE-OS 27 51 380. Bei dieser Fadenliefervorrichtung muß zwischen Schußeintrag, Bewegung des Wickelarms und Bewegung der Stifte ein exakter Synchronismus bestehen.

Diese Probleme werden vervielfacht, sobald verschiedenartige, beispielsweise verschiedenfarbige Schußfäden eingetragen werden sollen. Dann muß bekanntlich für jede Farbe eine Fadenliefervorrichtung vorhanden sein. Bei den erstgenannten Fadenliefervorrichtungen wird neben der evtl. auftretenden Erhöhung der Schußfadenbrüche die Einstellung gleicher Schußfadenlänge besonders kritisch. Bei den zweitgenannten Fadenliefervorrichtungen verschärfen sich naturgemäß die ohnehin bestehenden Platzprobleme. Und die letztgenannten Fadenliefervorrichtungen können in diesem Fall nur verwendet werden, wenn der Farbwechsel in einem konstanten Rhythmus stattfindet, wobei die Drehzahl der einzelnen Aggregate proportional zu diesem Rhythmus gewählt sein muß. Sobald jedoch die Farbfolge frei wählbar sein soll, können diese Fadenliefervorrichtungen wegen der Kopplung zwischen der Bewegung des Wickelarmes und der Stifte nicht verwendet werden. Denn sobald und solange ein bestimmter Schußfaden nicht benötigt wird, ist die jeweilige Fadenliefervorrichtung stillgelegt, wird aber der Schußfaden benötigt, dann müßte sie praktisch verzögerungsfrei anlaufen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Fadenliefervorrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, welche in einfacher Weise ermöglicht, ohne mechanische Veränderungen an der Fadenliefervorrichtung selbst, die Fadenlänge auch um Fadenlängen von Bruchteilen des Wickeltrommelumfangs wählbar zu verändern.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst.

Immer, wenn von einer der Überwachungseinrichtungen ein erstes Signal abgegeben wird, wird von der Wickeltrommel gerade eine dem Trommelumfang entsprechende Fadenlänge abgezogen. Indem man bestimmt, wieviele derartige einen Trommelumfang entsprechende Fadenlängen und Bruchteile davon der einzutragenden Schußfadenlänge entsprechen, bieten die Überwachungseinrichtungen eine einfache Möglichkeit, exakt den Zeitpunkt festzustellen, zu welchem die benötigte Fadenlänge abgezogen ist. Dies geschieht in einfacher Weise durch Zählen der ersten Signale. Sobald diese den vorgegebenen Schwellenwert erreichen, wird über das zweite Signal jene Fadenklemme betätigt, bei der die Fadenlänge erreicht sein wird, und es ist damit gewährleistet, daß der Webmaschine genau die benötigte Fadenlänge geliefert wird.

Die Steuereinrichtung kann nun, ausgehend von der Fadenklemme, welche den soeben eingetragenen Schuß gestoppt hat, die beim folgenden Schuß zu betätigende Fadenklemme bestimmen. Dabei ist eine, sich aus der Schußlänge ergebende Anzahl von Fadenklemmen am Ablängvorgang beteiligt.

Die Vorrichtung zum Steuern der Drehbewegung des Wickelarmes bewirkt in bekannter Weise, daß dessen Wickelbewegung gestoppt wird, sobald die Anzahl der auf die Wickeltrommel gewickelten Fadenwindungen einen vorgegebenen Wert überschreitet, und daß die Wickelbewegung wieder gestartet wird, sobald dieser Wert unterschritten wird. Das bedeutet, daß unmittelbar nach Beginn des Fadenabzugs von der Trommel deren Neubewicklung beginnt und so lange andauert, bis auf der Trommel wiederum die benötigte Fadenlänge gespeichert ist.

Vorteilhafte Ausführungen der erfindungsgemäßen Fadenliefervorrichtung ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung teilweise im Schnitt dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert:

In der Zeichnung ist eine Fadenliefervorrichtung 1 dargestellt, welche einen buchsenförmigen Stützteil 2 aufweist, über welchen die Fadenliefervorrichtung 1 an der einen Seitenwand einer Webmaschine (nicht dargestellt) befestigt ist. Ebenfalls an dieser Seitenwand montiert ist ein Tragarm 3, auf welchem über Träger 4 und 5 ein Ballonbrecherring 6 und eine Fadenführungsöse 7 montiert sind. Im buchsenförmigen Stützteil 2 der Fadenliefervorrichtung 1 ist eine Welle 8 unter Zwischenschaltung einer Anzahl von nicht näher dargestellten Kugellagern drehbar gelagert.

Die Welle 8 trägt an ihrem in der Zeichnung links vom Stützteil 1 ausragenden Ende ein angetriebenes Ritzel 9. Der Antrieb des Ritzels 9 kann beispielsweise über einen Motor und eine magnetische Kupplung erfolgen. Motor und Kupplung sind nicht eingezeichnet, die die Kupplung betätigende Schalteinrichtung ist mit 10 bezeichnet. Mit 11 ist ein auf der Welle 8 befestigtes Gehäuse bezeichnet, das also relativ zum stationären Stützteil 2 drehbar ist und einen von einem Rohr gebildeten Wickelarm 12 trägt.

Mit 13 ist ein zylindrischer Nabenteil bezeichnet, der unter Zwischenschaltung von Kugellagern 14 auf der Welle 8 drehbar gelagert ist und über ein nicht näher dargestelltes Getriebe innerhalb des Gehäuses 11 in der Weise mit dem Stützteil 2 gekuppelt ist, daß er bei drehender Welle 8 stationär bleibt.

Das den Wickelarm 12 bildende Rohr mündet in eine aus dem linken Ende der Zeichnung ersichtliche zentrale Bohrung 15 in der Welle 8. Die Achse der Bohrung 15 bildet die Rotationsachse des Wickelarms.

Am in der Zeichnung rechten Ende der Welle 8 ist im Anschluß an den Nabenteil 13 eine Wickeltrommel 16 fliegend gelagert.

Die Wickeltrommel 16 ist durch ein topfförmiges Gehäuse gebildet, welches an seinem linken offenen Ende an einer vom Nabenteil 13 getragenen Scheibe 17 befestigt ist. Dadurch ist die Wickeltrommel 16 gegen Drehung gesichert, das heißt, sie bleibt bei rotierender Welle 8 und rotierendem Wickelarm 12 stationär.

Die Wickeltrommel 16 besitzt an ihrem hinteren Ende in der vom freien Ende des rotierenden Wickelarmes 12 bestimmten Ebene eine konische Erweiterung 18 und weist anschließend an diese gegen ihr vorderes Ende zu eine leichte konische oder zylindrische Partie 19 auf. Am vorderen Ende ist die Wickeltrommel 16 vom Ballonbrecherring 6 umschlossen, wobei zwischen dem Trommelmantel und dem Ballonbrecherring 6 ein für den Durchtritt des Schußfadens S ausreichender Spalt 20 besteht.

Der von einer nicht dargestellten Vorratsspule abgezogene Schußfaden S gelangt durch die Bohrung 15 und den Wickelarm 12 auf die konische Erweiterung 18 der Wickeltrommel 16. Bei einer Rotationsbewegung des Wickelarmes 12 gleitet der Schußfaden S auf den zylindrischen oder leicht konischen Trommelteil 19, auf welchem sich die einzelnen Fadenwindungen bei andauernder Rotation des Wickelarms 12 gegen den Ballonbrecherring 6 hin verschieben. Der Abzug des gespeicherten Schußfadens erfolgt durch den Spalt 20 zwischen Wickeltrommel 16 und Ballonbrecherring 6 und durch die Fadenführungsöse 7 zur Verarbeitungsstelle, beispielsweise zur Eintragdüse einer Düsenwebmaschine (nicht dargestellt).

Auf dem Tragarm 3 sind ferner eine erste und eine zweite photoelektrische Detektionseinrichtungen A und B angeordnet, welche je aus einer Lichtquelle 21 bzw. 23 und aus einer Photozelle 22 bzw. 24 bestehen. Der Lichtstrahl aus den Lichtquellen 21 und 23 trifft schräg auf die Wickeltrommel 16 auf und wird von deren reflektierender Oberfläche auf die Photozelle 22 bzw. 24 zurückgeworfen. Die Lichtquellen 21 und 23 sind über Leitungen an eine Spannungsquelle angeschlossen, die Photozelle 22 ist über Leitungen 25 mit der Schalteinrichtung 10 und die Photozelle 24 ist über Leitungen 26 mit einer Steuereinheit 27 verbunden.

Sobald auf der Wickeltrommel 16 so viele Windungen des Schußfadens S aufgewickelt sind, daß diese den Detektionsbereich der ersten Detektionseinrichtung A überdecken, wird der Strahlengang zwischen Lichtquelle 21 und Photozelle 22 unterbrochen. Die Photozelle 22 erzeugt ein entsprechendes Signal, welches an die Schalteinrichtung 10 gelangt, worauf von dieser der Antrieb des Wickelarms 12 unterbrochen wird. Sobald beim Abzug des Schußfadens S von der Wickeltrommel 16 der Detektionsbereich der ersten Detektionseinrichtung A wieder von Fadenwindungen frei ist, wird der Antrieb des Wickelarms 12 wieder eingeschaltet und es beginnt ein neuer Bewicklungsvorgang. Die Lage der Detektionseinrichtung A ist dabei so gewählt, daß der Antrieb des Wickelarms 12 erst dann abgestellt wird, wenn die Länge des auf die Wickeltrommel 16 aufgewickelten Schußfadens S größer ist als die Webbreite, also die für einen Eintrag benötigte Schußfadenlänge.

Während die erste Detektionseinrichtung A dazu dient, die Rotationsbewegung des Wickelarms 12 in Abhängigkeit von der Länge des auf der Wickeltrommel 15 gebildeten Fadenvorrats zu steuern, dient die zweite Detektionseinrichtung B zur Messung der jeweils von der Wickeltrommel 16 abgezogenen Fadenlänge und zur Festlegung des Moments, in welchem die für einen Schußeintrag benötigte Fadenlänge abgezogen wurde, damit eine zwischen Fadenliefervorrichtung und Eintragdüse der Webmaschine angeordnete Fadenklemme zum exakt richtigen Zeitpunkt geschlossen werden kann.

Wenn der Schußfaden S von der Wickeltrommel 16 überkopf abgezogen wird, so bedeutet dies, daß das von der Wickeltrommel 16 zur Fadenführungsöse 7 führende Fadenstück ständig um den Trommelmantel läuft. Jedesmal wenn das genannte Fadenstück einen definierten Punkt am Trommelumfang kreuzt, wurde genau eine dem Trommelumfang entsprechende Fadenlänge abgezogen. Dieser definierte Punkt wird durch den Detektionsbereich der zweiten Detektionseinrichtung gebildet, von welcher bei jedem Fadendurchgang ein Signal erzeugt wird, welches angibt, daß gerade ein Fadenstück von der Länge des Trommelumfangs abgezogen wurde. Man bestimmt nun, wieviele derartige Fadenstücke für einen Schußeintrag erforderlich sind und stellt einen Schwellenwertdetektor der Steuereinheit 27 auf die entsprechende Anzahl von Signalen der zweiten Detektionseinrichtung B ein. Die Signale der zweiten Detektoreinrichtung B werden in der Steuereinheit 27 gezählt und beim Erreichen des Schwellenwertes wird durch die Steuereinheit 27 die Fadenklemme geschlossen. Die Fadenklemme ist vorzugsweise elektromagnetisch betätigbar; da von ihrer Ansteuerung bis zum Schließen eine gewisse Zeitspanne verstreicht, wird die Steuereinheit 27 in der Praxis so eingestellt, daß das Steuersignal für die Fadenklemme schon ein Signal vor Erreichen des Schwellenwerts ausgelöst wird. Sollte die Ansprechzeit der Fadenklemme kürzer sein als die Zeitspanne zwischen zwei aufeinanderfolgenden Signalen der zweiten Detektionseinrichtung B, dann kann dies durch ein entsprechendes Signalverzögerungsglied ausgeglichen werden.

Darstellungsgemäß ist auf dem Ballonbrecherring 6 eine elektromagnetische, an die Steuereinheit 27 angeschlossene Fadenklemme 28 angeordnet. Diese weist einen gegen den Umfang der Wickeltrommel 16 absenkbaren Bolzen 29 auf. Die Wickeltrommel ist im Bereich des Bolzens 29 mit einer Bohrung 30 versehen, so daß der Bolzen 29 bei seiner Absenkung in den Trommelumfang eindringen kann und einen als Fadenklemme wirkenden Anschlag für den abgezogenen Schußfaden S bildet.

Die dargestellte Ausführung und Anordnung der Fadenklemme 28 ist besonders vorteilhaft, weil sie unempfindlich gegenüber Schwankungen der Ansprech- und/ oder Auslösezeit ist. Wenn die einzutragende Schußfadenlänge n Signalen der zweiten Detektionseinrichtung B entspricht, dann wird, wie schon gesagt, die Steuereinheit so eingestellt, daß sie das Steuersignal für die Betätigung der Fadenklemme 28 nach n-l Signalen der zweiten Detektionseinrichtung B abgibt. Nun wird der Bolzen 29 abgesenkt, wobei es nur darauf ankommt, daß dieser beim der benötigten Fadenlänge entsprechenden Fadendurchgang auch abgesenkt ist. Der genaue Zeitpunkt dafür spielt hingegen keine Rolle.

Die dargestellte Fadenliefervorrichtung ist als Ausführungsbeispiel zu verstehen, denn die zweite Detektionseinrichtung B kann an praktisch alle handelsüblichen Fadenliefervorrichtungen mit stillstehender Wickeltrommel, Überkopfabzug und erster Detektionseinrichtung angebaut werden. Dabei besteht für die Anordnung von zweiter Detektionseinrichtung und Fadenklemme ein weiter Spielraum. Für die zweite Detektionseinrichtung ist wesentlich, daß sie in Laufrichtung des Schußfadens S nach der ersten Detektionseinrichtung und im Bereich des abzugsseitigen Endes der Wickeltrommel 16 angeordnet ist. Sie kann selbstverständlich auch kurz nach diesem Ende angeordnet und als Durchlicht- und nicht als Reflexions-Lichtschranke ausgebildet sein. Ebenso braucht die Fadenklemme 23 nicht vom Ballonbrecherring 6 getragen zu sein, sie könnte auch am Tragarm 3 oder an einem speziellen Träger angeordnet sein.

Auch eine Anordnung der Fadenklemme an der Webmaschine selbst ist durchaus möglich. Ebenso könnte die Fadenklemme auch im Innenraum der Wickeltrommel 16 angeordnet sein, wobei der Bolzen 29 für seine Klemmstellung den Trommelmantel nach außen durchdringen müßte.

Wenn man von einem üblichen Durchmesser der Wickeltrommel von 10 cm ausgeht, dann entspricht jedes Signal der zweiten Detektionseinrichtung einer abgezogenen Fadenlänge von etwa 30 cm. Üblicherweise ist die Abstufung der Webbreiten jedoch wesentlich feiner als in Schritten von 30 cm. Um eine feinere Abstufung der von der Fadenliefervorrichtung abgemessenen Schußfadenlängen zu ermöglichen, ordnet man über den Umfang der Wickeltrommel 16 gleichmäßig verteilt mehrere zweite Detektionseinrichtungen B und zugeordnete Fadenklemmen 28 an, wobei Detektionseinrichtung und Fadenklemme jeweils zu einer Baueinheit zusammengefaßt sein könnten. Wenn man beispielsweise zehn derartige Baueinheiten anordnet, dann kann die Länge des abgemessenen Schußfadens in Schritten von 3 cm abgestuft werden. Selbstverständlich ist die erste Detektionseinrichtung A zur Anpassung an verschiedene Webbreiten in Richtung der Achse der Wickeltrommel 16 verstellbar.

Aus dem bisher Gesagten geht hervor, daß bei der beschriebenen Fadenliefervorrichtung 1 die beiden Funktionen Speichern und Abziehen des gespeicherten Fadens vollständig voneinander getrennt sind. Eine Speicherung erfolgt nur dann, wenn die gespeicherte Fadenmenge die für einen Schußeintrag benötigte Länge unterschreitet und der Abzug erfolgt dann, wenn die Eintragsdüse tatsächlich den Faden einträgt. Dabei liefert die Fadenliefervorrichtung den Schußfaden in die Düse in der genau benötigten Länge. Aufgrund dieser Eigenschaften eignet sich die beschriebene Fadenliefervorrichtung besonders gut für die Verwendung an Düsenwebmaschinen, sowohl für ein- als auch für mehrfarbigen Schußeintrag. Im ersteren Fall würde dabei der Wickelarm 12 mehr oder weniger kontinuierlich laufen.

Durch die Ausbildung der Fadenklemme als Anschlagbolzen am Mantel der Wickeltrommel, welcher nach jedem vorletzten Fadendurchgang in seine den Fadenabzug blockierende Stellung gebracht wird, wird der Schußfaden unabhängig davon, mit welcher Geschwindigkeit er auch während des Abzugs des letzten, einem Trommelumfang entsprechenden Teils das Webfach durchquert, stets bei der gleichen eingetragenen Länge blockiert.


Anspruch[de]
  1. 1. Fadenliefervorrichtung für Textilmaschinen mit einer stillstehenden Wickeltrommel, auf der ein von einer stationären Vorratsspule zugeführter Faden mittels eines rotierbaren Wickelarms zur Bildung eines Fadenvorrats aufwickelbar und von der der gebildete Fadenvorrat überkopf abziehbar ist, und mit einer Steuereinheit zum selbsttätigen Steuern der Drehbewegung des Wickelarms in Abhängigkeit von der Länge des gebildeten Fadenvorrats, wobei eine im Bereich des abzugsseitigen Endes der Wickeltrommel angeordnete Überwachungseinrichtung zur Abgabe eines ersten Signals bei jedem Durchgang des Fadens während seines Abzugs durch ihren Überwachungsbereich vorgesehen ist, die der Überwachungseinrichtung nachgeschaltete Steuereinheit zur Zählung der ersten Signale und zur Abgabe eines zweiten Signals, sobald die Anzahl der ersten Signale einen vorgegebenen, einstellbaren, der benötigten Fadenlänge entsprechenden Wert erreicht, ausgebildet sowie eine an die Steuereinheit angeschlossene und durch das zweite Signal steuerbare Fadenklemme vorgesehen ist, die im Bereich des abzugsseitigen Endes der Wickeltrommel ortsfest angeordnet ist und einen elektromagnetisch betätigten Bolzen, der gegen den Mantel der Wickeltrommel bewegbar ist und in seiner aktiven Stellung Anschläge für den abgezogenen Faden (S) bildet, aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Überwachungseinrichtungen (B) und zugeordnete Fadenklemmen (28) vorgesehen sind und daß die Überwachungseinrichtungen (B) und Fadenklemmen (28) entlang eines Umfangskreises am Mantel der Wickeltrommel (16) gleichmäßig verteilt angeordnet sind.
  2. 2. Fadenliefervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anzahl der Überwachungseinrichtungen (B) und Fadenklemmen (28) je zwischen drei und zehn beträgt.
  3. 3. Fadenliefervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Überwachungseinrichtungen (B) und Fadenklemmen (28) von einem die Wickeltrommel (16) umschlingenden ringförmigen Träger (6) getragen wird.
  4. 4. Fadenliefervorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger (6) einen Ballonring bildet.
  5. 5. Fadenliefervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fadenklemmen (28) außerhalb der Wickeltrommel (16) angeordnet sind und daß die Wickeltrommel am Umfang Vertiefungen (30) für den Eintritt der Bolzen (29) in den Trommelmantel aufweist.






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