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Dokumentenidentifikation DE3833640A1 05.04.1990
Titel Verwendung von Bituminosulfonaten zum Schutz von Fahrzeugen gegen Benagen und Vorrichtung hierzu
Anmelder Hölzle, Eckart, 7750 Konstanz, DE
Erfinder Hölzle, Eckart, 7750 Konstanz, DE
Vertreter Ruff, M., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Beier, J., Dipl.-Ing.; Schöndorf, J., Dipl.-Phys., Pat.-Anwälte, 7000 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 04.10.1988
DE-Aktenzeichen 3833640
Offenlegungstag 05.04.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.04.1990
IPC-Hauptklasse A01N 61/00
IPC-Nebenklasse B60R 27/00   A01M 25/00   
IPC additional class // A01M 29/00  
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft die Verwendung von Bituminosulfonaten, insbesondere Ammoniumbituminosulfonaten sowie eine Vorrichtung zum Fernhalten von Tieren, insbesondere im Bereich von Fahrzeugen. Diese Bituminosulfonate sind vorzugsweise, insbesondere streichfähiger Form, auf die zu schützenden Fahrzeugteile aufgetragen. Die Erfindung umfaßt ebenfalls eine Vorrichtung zum Fernhalten von Tieren, die aus mindestens einem Träger besteht, welcher mit mindestens einer Schicht aus Bituminosulfonaten versehen ist. Die Vorrichtung ist vorteilhaft so ausgebildet, daß ein Fahrzeug, insbesondere ein Kraftfahrzeug, den Träger bildet. Dieses Fahrzeug ist nach der Erfindung so ausgebildet, daß es im Bereich benagbarer Fahrzeugteile mindestens eine Beschichtung aus Bituminosulfonaten aufweist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Verwendung von Bituminosulfonaten, insbesondere Ammoniumbituminosulfonat sowie eine Vorrichtung zum Fernhalten von Tieren, insbesondere im Bereich von Fahrzeugen.

In den letzten Jahren wird immer häufiger darüber berichtet, daß Tiere und unter diesen Tieren insbesondere Marder immer häufiger Fahrzeuge dadurch beschädigen, daß sie ihnen zugängliche Fahrzeugteile benagen. Die Zunahme dieser Fälle kann darauf zurückzuführen sein, daß einerseits beispielsweise der Marder als Zivilationsfolger seine Scheu vor dem Menschen ablegt und sich im Bereich menschlicher Siedlungen aufhält und andererseits darauf, daß bestimmte Materialien einen für die Tiere interessanten Geruch oder Geschmack haben. Das Benagen von Fahrzeugteilen durch diese Tiere kann nicht nur harmlose Folgen haben, sondern ernsthafte Gefährdungen der Verkehrssicherheit hervorrufen, wenn wichtige Funktionsteile der Fahrzeuge beschädigt werden. Es besteht daher das Bedürfnis, die Tiere durch geeignete Maßnahmen von den Fahrzeugen fernzuhalten. In der Vergangenheit wurde deshalb schon vorgeschlagen, beispielsweise Mottenkugeln, die Naphthalin enthalten, oder auch Hundehaare und Katzenhaare zu diesem Zweck zu verwenden. Es sind auch bereits Ultraschall-Geräte auf dem Markt, die eine abschreckende Wirkung auf die Tiere ausüben sollen. Diese Mittel hatten entweder nicht den gewünschten Erfolg oder waren zu aufwendig.

Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, einen einfachen, zuverlässig wirksamen Schutz von Fahrzeugen gegen das Benagen durch Tiere, insbesondere durch Marder, zur Verfügung zu stellen. Dieses Mittel soll weiterhin harmlos für die Tiere, schonend für die Fahrzeuge und zudem umweltverträglich sein.

Diese Aufgabe wird von der Erfindung durch die Verwendung von Bituminosulfonaten, insbesondere Ammoniumbituminosulfonat gelöst. Diese Verbindungen sind bereits aus der Heilkunde bekannt und besitzen aufgrund ihrer antiseptischen und entzündungshemmenden Wirkung beispielsweise in Salben Verwendung. Durch den Geruch, den diese Verbindungen verbreiten, werden die Tiere nachhaltig von den Fahrzeugen ferngehalten. Der Geruch dieser Verbindungen besitzt weiterhin den Vorteil, daß er lang anhaltend ist und vom Menschen nicht als unangenehm empfunden wird. Die erfindungsgemäß verwendeten Verbindungen sind handelsübliche Produkte und werden durch Verschwelung hochschwefelhaltiger Ölschiefer erhalten. Das bei der Verschwelung entstehende Destillat wird durch konzentrierte Schwefelsäure sulfoniert und anschließend neutralisiert. Erfolgt die Neutralisation mit Ammoniak, erhält man das Ammoniumsalz der Sulfonsäure dieses hochschwefelhaltigen Schieferöls. Dieses Ammoniumbituminosulfonat stellt auch die bei der erfindungsgemäßen Verwendung bevorzugte Verbindung dar. Außer den Ammoniumsalzen können aber auch beispielsweise die Natrium- und Calciumsalze Verwendung finden. Die verwendeten Verbindungen sind schwarz-braune Flüssigkeiten, die in Wasser und Glycerin löslich sind. Diese Löslichkeit stellt einen weiteren Vorteil der Verwendung dieser Verbindungen nach der Erfindung dar, da die Verbindungen mit Wasser und/oder Glycerin wieder abwaschbar sind.

Für die erfindungsgemäße Verwendung ist es nicht nötig, daß die Bituminosulfonate in chemisch reiner Form vorliegen. Der Schutz der Fahrzeuge erfolgt insbesondere durch Bituminosulfonate von technischer Reinheit. Für den Verwendungszweck nach der Erfindung ist es vorteilhaft, wenn die Bituminosulfonate in gelöster Form und/oder dispergiert vorliegen. Für eine solche Lösung und/oder Dispersion sind insbesondere Wasser, Glycerin und Mischungen aus Wasser und Glycerin geeignet.

Weiterhin ist es bevorzugt, wenn die Bituminosulfonate in fließfähiger bis pastöser Form verwendet werden. Die Bituminosulfonate können dann insbesondere in streichfähiger Form vorliegen. Eine Verwendung der Bituminosulfonate kann so erfolgen, daß sie mit Hilfe eines Pinsels beispielsweise auf die zu schützenden Fahrzeugteile aufgetragen werden. Ein solches Auftragen ist aber auch durch andere Methoden möglich, wie zum Beispiel durch Auftupfen, Aufsprühen und andere Methoden. Die Verwendung der Bituminosulfonate nach der Erfindung muß nicht notwendigerweise direkt auf den zu schützenden Fahrzeugteilen erfolgen. Es ist ebenfalls möglich, die Bituminosulfonate auf andere Art und Weise in unmittelbarer Nähe des zu schützenden Fahrzeugs vorzusehen, beispielsweise indem man eine offene Schale mit Bituminosulfonat direkt unter den Motor stellt, oder einen damit getränkten oder imprägnierten porösen Gegenstand im Motorraum anbringt.

Die Erfindung betrifft weiterhin eine Vorrichtung zum Fernhalten von Tieren, insbesondere im Bereich von Fahrzeugen. Nach der Erfindung besteht diese Vorrichtung mindestens aus einem Träger, welcher mit mindestens einer Schicht aus Bituminosulfonat versehen und/oder damit getränkt oder imprägniert ist. Von diesen Bituminosulfonaten ist Ammoniumbituminosulfonat bevorzugt. Als Träger für die Schicht bzw. Imprägnierung aus Bituminosulfonat können die verschiedensten Unterlagen aus einer Vielzahl von Materalien vorgesehen sein. Die Schicht aus Bituminosulfonat kann sich auf der Oberfläche des Trägermaterials befinden. Es ist jedoch auch möglich, ein poröses Material zu verwenden, so daß die gesamte innere Oberfläche des porösen Materials mit einer Schicht versehen ist.

Nach der Erfindung ist eine Vorrichtung bevorzugt, bei der der Träger von dem zu schützenden Fahrzeug, insbesondere von einem Kraftfahrzeug, oder mindestens einem Teil davon gebildet wird. Es ist nach der Erfindung jedoch, wie bereits erwähnt, ebenfalls möglich, daß ein vom Fahrzeug unabhängiger Träger benutzt wird, der sich dann außerhalb, aber in unmittelbarer Nähe des Fahrzeugs, oder an einer geeigneten Stelle innerhalb des Fahrzeuges befindet.

Besonders vorteilhaft nach der Erfindung ist somit ein Fahrzeug, insbesondere ein Kraftfahrzeug, das im Bereich von benagbaren Fahrzeugteilen mindestens eine Beschichtung aus Bituminosulfonaten, und dabei bevorzugt aus Ammoniumbituminosulfonat, aufweist. Gefährdete benagbare Fahrzeugteile sind dabei in erster Linie die Teile des Kraftfahrzeuges, die den Tieren unmittelbar zugänglich sind. Dies sind speziell die im Motorraum befindlichen Teile aus Gummi und weichen Kunststoffen, so daß die Erfindung insbesondere ein Fahrzeug umfaßt, bei dem die Beschichtung auf diesen sich im Motorraum befindlichen Teilen und/oder im Bereich dieser vorgesehen ist.

Das Fahrzeug nach der Erfindung kann die Beschichtung beispielsweise auf den Teilen, die aus Metall sind, aufweisen. Insbesondere kann die Beschichtung auf Teilen des Fahrzeugs vorgesehen sein, die aus Gummi und/oder Kunststoff hergestellt sind. Diese Teile aus Gummi und/oder Kunststoff besitzen bekanntermaßen eine besondere Anziehungskraft für die Tiere, die an Fahrzeugen Schäden durch Benagen hervorrufen. Die Verwendung von Bituminosulfonaten als Beschichtungsmaterial hat hierbei den weiteren Vorteil, daß diese Verbindungen für Kunststoffe und/oder Gummi unschädlich sind.

Es ist nach der Erfindung bevorzugt, wenn die Dicke der Beschichtung, die sich auf dem Fahrzeug im Bereich benachbarter Fahrzeugteile befindet, 0,01 bis 1 mm und dabei bevorzugt 0,05 bis 0,2 mm beträgt. Die Beschichtung kann jedoch nach der Erfindung auch größere oder kleinere Schichtdicken aufweisen.

Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nun folgenden Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform in Verbindung mit den Unteransprüchen. Die einzelnen Merkmale der Erfindung können jeweils für sich allein oder zu mehreren in Kombination bei einer Ausführungsform der Erfindung verwirklicht sein.

Fig. 1 zeigt in schematischer, nicht maßstabsgetreuer Darstellung ein erfindungsgemäßes Kraftfahrzeug 1. Dieses Kraftfahrzeug 1 weist einen schematisch dargestellten Motor bzw. Motorblock 2 auf, dessen Oberfläche mit einer Beschichtung 5 aus erfindungsgemäß verwendeten Bituminosulfonaten versehen ist. Die Beschichtung 5 befindet sich nach der Erfindung sowohl auf den Teilen des Motors, die aus Metall bestehen, als auch auf den Teilen, die aus Kunststoff oder Gummi aufgebaut sind. Fig. 1 zeigt weiterhin eine zum Transport von Fluiden geeignete Leitung 3, die vorzugsweise aus Gummi oder Kunststoff besteht. Diese Leitung 3 ist auf ihrer Oberfläche ebenfalls mit einer Beschichtung 5 versehen. Die Leitung 3 ist beispielsweise für den Transport von Öl, Bremsflüssigkeit, Kraftstoff o.dgl. vorgesehen. Bei einer anderen, in Fig. 1 dargestellten Kunststoff- oder Gummileitung 4, handelt es sich beispielsweise um ein elektrisches Kabel, das im Motorraum vorgesehen ist. Die Leitung 4 weist ebenfalls eine Beschichtung 5 aus Bituminosulfonaten auf. Weiterhin zeigt Fig. 1, daß auf der Unterseite des Motorraumes ebenfalls eine Beschichtung 5 vorgesehen ist. Diese Beschichtung 5 kann sich entweder auf einem Metall, also beispielsweise dem Bodenblech, oder aber auf einem Kunststoffteil, also beispielsweise einem Spoiler, befinden. Die einzelnen Beschichtungen können auch alternativ oder in Einzelkombinationen vorgesehen sein. Auch kann im Motorraum ein das Bituminosulfonat aufweisender Träger lösbar angebracht sein.


Anspruch[de]
  1. 1. Verwendung von Bituminosulfonaten, insbesondere Ammoniumbituminosulfonat, zum Schutz von Fahrzeugen gegen Benagen durch Tiere, insbesondere Marder.
  2. 2. Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bituminosulfonate in technischer Reinheit vorliegen.
  3. 3. Verwendung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bituminosulfonate in Wasser und/oder Glycerin gelöst und/oder dispergiert vorliegen.
  4. 4. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Bituminosulfonate in fließfähiger bis pastöser, insbesondere streichfähiger Form vorliegen.
  5. 5. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, insbesondere Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Bituminosulfonate mit Hilfe eines Pinsels aufgetragen werden.
  6. 6. Vorrichtung zum Fernhalten von Tieren, insbesondere im Bereich von Fahrzeugen, bestehend aus mindestens einem Träger, der mindestens teilweise mit mindestens einer Schicht aus Bituminosulfonaten, insbesondere Ammoniumbituminosulfonat, versehen und/oder damit imprägniert ist.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger von einem Fahrzeug, insbesondere einem Kraftfahrzeug, gebildet wird.
  8. 8. Fahrzeug, insbesondere Kraftfahrzeug, dadurch gekennzeichnet, daß es im Bereich benagbarer Fahrzeugteile mindestens eine Beschichtung und/oder Imprägnierung mit Bituminosulfonaten, insbesondere Ammoniumbituminosulfonat, aufweist.
  9. 9. Fahrzeug nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung und/oder Imprägnierung auf im Motorraum befindlichen Teilen vorgesehen ist.
  10. 10. Fahrzeug nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung und/oder Imprägnierung auf Teilen aus Metall vorgesehen ist.
  11. 11. Fahrzeug nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung und/oder Imprägnierung auf Teilen aus Gummi und/oder Kunststoff vorgesehen ist.
  12. 12. Fahrzeug nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Dicke der Beschichtung 0,01 bis 1 mm, insbesondere 0,05 bis 0,2 mm, beträgt.






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