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Dokumentenidentifikation DE3246541C2 03.05.1990
Titel Verfahren zur Herstellung von als Wärmetauscher ausgebildeten Platten oder Formkörpern
Anmelder Hering, Reinhard, Brione Sopra Minusio, CH
Erfinder Hering, Reinhard, Brione Sopra Minusio, CH
Vertreter Bibrach, R., Dipl.-Ing.; Rehberg, E., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte; Bibrach-Brandis, M., Rechtsanw., 3400 Göttingen
DE-Anmeldedatum 16.12.1982
DE-Aktenzeichen 3246541
Offenlegungstag 20.06.1984
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 03.05.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.05.1990
IPC-Hauptklasse B27N 3/06
IPC-Nebenklasse E04C 2/52   E04F 13/08   E04D 13/00   B32B 25/04   F24D 19/02   B27N 5/00   
Zusammenfassung Verfahren zur Herstellung von witterungsbeständigen Platten oder Formkörpern, die aus mit Bindemitteln versetzten Partikeln, wie z. B. Fasern oder Späne, oder anderweitig aufbereiteten Rohstoffen bestehen und unter Hitze zusammengepreßt werden, wobei auf Ober- und/oder Unterseite dieser losen oder vorverdichteten Mischung vor deren Heißpressung eine Deckschicht aus vulkanisierbaren, elastomeren Stoffen, wie Natur- und/oder Synthesekautschuk od. dgl. aufgebracht und bei der Heißpressung vulkanisiert wird, sollen so eingerichtet sein, daß sich Platten oder Formkörper als Heiz- oder Kühleinrichtungen in einfacher Weise herstellen lassen. Dies wird hier dadurch erreicht, daß zur Bildung von integrierten Hohlleitern vor oder bei der Heißpressung in die Oberfläche des Trägermaterials grabenförmige, mit der vulkanisierbaren Deckschicht ausgekleidete Vertiefungen eingebracht und durch eine weitere, die Vertiefungen überbrückende Beschichtung abgedeckt werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von als Wärmetauscher ausgebildeten Platten oder Formkörper durch Heißpressen und zeigt auch ein gemäß dem Verfahren hergestelltes plattenartiges oder als Formteil ausgebildetes Bauelement.

Aus der US-PS 42 57 481 ist ein als Wärmetauscher ausgebildetes Bauelement in Form einer Platte oder eines Formkörpers bekannt, bei dem das Trägermaterial aus mit Bindemitteln versetzten Partikeln erstellt wird. Das Trägermaterial kann auch aus Beton, Zement oder Ton bestehen. In dem Trägermaterial ist eine Leitung für das Wärmeträgermedium untergebracht. Die Leitung kann auch aus dem Trägermaterial selbst bestehen oder gebildet sein. Es ist auch möglich, eine wasserdichte Beschichtung in den Leitungen anzuordnen.

Zur Herstellung von witterungsbeständigen Platten oder Formkörper aus lignozellulosehaltigen Fasern oder Spänen ist es aus der EP-A-9 053 bekannt, die mit Bindemittel versetzte Mischung aus Fasern oder Spänen vor der Heißpressung mit einer Beschichtung aus vulkanisierbaren elastomeren Stoffen zu versehen, wobei während der Heißpressung einerseits die Vulkanisation des elastomeren Stoffs und andererseits die innige Verbindung mit dem Trägermaterial sowie das Aushärten des mit Bindemitteln versetzten Trägermaterials gleichzeitig erreicht wird. Damit wird eine sehr feuchteresistente Platte geschaffen, die eine unlösbare und preisgünstige Oberflächenbeschichtung aufweist, eine hohe Witterungs- und Alterungsbeständigkeit besitzt und in einem einzigen Verfahrensgang billig hergestellt werden kann. Dabei wird aus den eingesetzten Partikeln ein Rohkörper insbesondere durch Streuung gebildet, der vor der Heißpressung mit der Beschichtung aus vulkanisierbaren elastomeren Stoffen, beispielsweise Natur- und/oder Synthesekautschuk versehen wird. Somit ist es möglich, nicht nur plattenförmige Bauelemente herzustellen, sondern auch solche Bauelemente, bei denen der Formkörper mit Vertiefungen versehen ist, wobei auch hier der Grundkörper über seine Erstreckung eine durchgehende Materialstärke aufweist. Auch die AT-PS 1 55 378 beschreibt schon ganz allgemein Holzplatten für Möbel- und Bautischler, die u. a. mit Gummi beschichtet werden können.

Darüber hinaus sind in den letzten Jahren vermehrt Einrichtungen bekanntgeworden, welche die Nutzung einstrahlender Sonnenwärme zum Ziel haben. So beschreibt die DE-OS 26 38 815 z. B. Schaumstoffplatten mit eingeformten Kanälen, die mit aufgeklebten Überzügen aus Kunststoffbahnen abgedichtet und beschichtet und darüber durch ebenfalls aufgeklebte wärmeleitfähige Bleche aus Aluminium oder Kupfer abgedeckt sind. Auch die DE-OS 25 36 687 geht von Schaumstoff als Basismaterial aus, in das nachträglich aus Kunststoff- Halbzeug tiefgezogene Fluidkanäle einmontiert und über einem Luftzwischenraum durch strahlungsdurchlässige Platten abgedeckt werden.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung von Platten oder Formkörpern durch Heißpressen von mit Bindemitteln versetzten lignozellulosehaltigen Fasern oder Spänen aufzuzeigen, bei dem den damit hergestellten Gegenständen ein weiterer Anwendungsbereich eröffnet wird.

Erfindungsgemäß wird dies durch die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale erreicht. Aus den mit Bindemitteln versetzten lignozellulosehaltigen Fasern oder Spänen lassen sich nicht nur Holzspanplatten und ähnliche Platten und Formkörper herstellen, sondern nunmehr auch Wärmetauscher. Dabei sind die integrierten Hohlleiter unmittelbar in dem Trägermaterial angeordnet, in dem bei der Heißpressung in die Oberfläche des Trägermaterials grabenförmige, mit der vulkanisierbaren Beschichtung ausgekleidete Vertiefungen eingebracht werden, die durch eine weitere, fest mit der Beschichtung verbundene und die Vertiefungen überbrückende Deckschicht abgedeckt werden. Während des Heißpressens erfolgt nicht nur die Aushärtung des mit den Bindemitteln versetzten Spänekuchens, sondern auch die Vulkanisierung der Beschichtung und die innige Verbindung mit dem Trägermaterial. Die auf diese Weise herstellbaren Wärmetauscher lassen sich vielfach anwenden. Sie können sowohl zur Abgabe von Wärme, also als Heizelement, wie auch zum Aufsammeln von Wärme, beispielsweise als Kollektor, eingesetzt werden. Sie lassen sich für die Dacheindeckung, für eine Fassadenverkleidung sowie auch für die Erstellung von heizenden oder kühlenden Wand-, Fußboden- oder Deckplatten verwenden. Erstaunlicherweise ist es dabei möglich, die an sich feuchtigkeitsempfindlichen lignozellulosehaltigen Fasern oder Späne als Trägermaterial zu benutzen, wobei die Isolation gegenüber dem Wärmeträgermedium durch die Beschichtung erreicht wird. Die grabenförmigen Vertiefungen mit der Beschichtung werden dabei als Hohlleiter so angeordnet, daß sie der wärmeabgebenden bzw. wärmeaufnehmenden Fläche zugekehrt sind.

Es ist ein zweistufiges Herstellungsverfahren möglich, in dem in einem weiteren Preßvorgang eine äußere Deckschicht in dem Bereich der Flächen neben der Vertiefung fest mit der vorhandenen inneren Beschichtung verbunden wird. Noch vorteilhafter ist ein einstufiges Verfahren, bei dem auf die noch lose, un- oder lediglich vorverdichtete Mischung des Trägermaterials vor der Heißpressung eine innere Beschichtung und eine äußere Deckschicht aus vulkanisierbaren elastomeren Stoffen aufgebracht werden, zwischen die mit Abmessung, Form und Plazierung der Leitungsführung übereinstimmend, ein Trennmittel aufgebracht wurde. Die innere Beschichtung verbindet sich während der nachfolgenden, den Verlauf und den halben Querschnitt des Hohlleiters grabenförmig prägenden Heißpressung durch Vulkanisation ganzflächig mit dem Trägermaterial, während innere Beschichtung und Deckschicht miteinander aber nur außerhalb des Bereichs des Trennmittels und des Hohlleiters fest und dicht verbunden werden.

Das nach dem Verfahren gemäß Anspruch 1 bis 3 hergestellte plattenartige oder als Formteil ausgebildete Bauelement kennzeichnet sich erfindungsgemäß durch die im Anspruch 4 angegebenen Merkmale. Es wird ein Bauelement mit integriertem Hohlleiter für zirkulierende flüssige oder gasförmige Heiz- und/oder Kühlmedien geschaffen, das einerseits als Sonnenkollektor zugleich Dacheindeckung, Fassadenverkleidung usw. sein sowie andererseits als heizende oder kühlende Wand-, Fußboden- oder Deckenplatte eingesetzt werden kann.

Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand von Unteransprüchen.

Derart hergestellte, vorwiegend plattenförmige, aber auch als ziegel- oder kassettenförmiges Formteil auszubildende Bauelemente sind in der nachfolgenden Beschreibung anhand der Zeichnungen erläutert, und zwar zeigen

Fig. 1 bis 4 schematische Darstellungen über Aufbau und Anwendung solcher Bauelemente;

Fig. 5 einen Schnitt zweier mit einem integrierten Hohlleiter verbundener Bauelemente;

Fig. 6 eine Schnittdarstellung durch eine andere Ausführungsform und

Fig. 7 bis 9 Schemazeichnungen zur Demonstration des Herstellungsvorganges erfindungsgemäßer Bauelemente.

Im Prinzip sind die erfindungsgemäßen Bauelemente folgendermaßen aufgebaut:

Die Oberfläche des die Formstabilität bewirkenden und thermisch möglichst gut isolierenden Trägermaterials enthält den Verlauf der Hohlleiterführung als Vertiefung mit z. B. halbkreisförmigem Querschnitt und ist im ganzen mit einer dieser Verformung folgenden fest haftenden Deckschicht aus einem elastomeren, vulkanisationsfähigen Material überzogen, das beständig gegenüber den infragekommenden Heiz- bzw. Kühlmedium und für diese undurchlässig ist. Eine weitere, darüberliegende Deckschicht aus demselben oder einem anderen in gleicher Weise beständigen und dichten Stoff, der die vertiefte Leitungsführung überspannt und in den angrenzenden glattfächigen Partien mit der elastomeren Deckschicht des Trägermaterials z. B. durch Vulkanisation, Verklebung usw. fest und dicht verbunden ist, bildet den äußeren Abschluß des Bauelementes und vervollständigt die vertieft angelegte Leitungsführung zum kompletten Hohlleiter. Diese äußere Deckschicht kann sowohl weich und elastisch sein, als auch, evtl. in Verbindung damit, aus stabilen sowie begeh- und belastbarem Material bestehen. Sie sollte die Ein- und Abstrahlung begünstigende oder besonders gute wärmeleitende oder verteilende Eigenschaften haben, wie sie z. B. Metallfolien und Bleche aufweisen. Sie kann Armierungen enthalten, mit oder ohne spezielle Filterwirkung transparent sein sowie bedarfsweise bei der Herstellung oder nachträglich am Einsatzort mit zusätzlichem Boden- oder Wandbelag, Kunstharzverputz oder anderweitigen z. B. dekorativ gestalteten Oberflächen versehen sein.

Eine vor allem herstelltechnisch vorteilhafte Variante solcher Bauelemente, die allerdings keine harten und strapazierbaren Außenflächen erbringt, jedoch z. B. für Dacheindeckungen mit integriertem Kollektor geeignet ist, ergibt sich bei folgendem Aufbau: Dem stabilen und isolierenden Trägermaterial sind, den Vertiefungen der Leitungsführung folgend, statt nur einer, zwei getrennte elastomere Deckschichten aufvulkanisiert, die sich infolge eines vorher analog zur Leitungsführung aufgebrachten Trennmittels nur im zwischen und neben den Leitungen befindlichen Bereich miteinander verbunden haben und sich zu einem Hohlleiter öffnen, sobald sie mit Heiz- oder Kühlmedien gefüllt werden. Die Leitungsführung ist danach in ihrem halben Querschnitt als plastische Erhebung auf der Oberfläche erkennbar. Auch hierfür kann u. U. transparentes und evtl. gewebe- oder faserarmiertes Material eingesetzt werden, um Strahlendurchlässigkeit oder die Stabilität zu erhöhen.

Jedes Element bzw. jeder Leitungsabschnitt ist generell an den Stellen des Zu- oder Abflusses mit ebenfalls integrierten Anschlußbuchsen versehen, um z. B. mit Hilfe von Rohr- oder Schlauchverbindungen einzelne Einheiten sowohl zu Gruppen zusammen- als auch an das zentrale Versorgungssystem anschließen zu können.

Verfahren zur Herstellung dieser Bauelemente mit integriertem Hohlleiter gehen in erster Linie von der Verwendung von Rohstoffen aus, die sich im Heißpreßverfahren verformen, verfestigen und miteinander verbinden lassen. Unter dieser Voraussetzung kann das zuerst beschriebene Bauelement in zwei aufeinanderfolgenden Preßprozessen beispielsweise folgendermaßen produziert werden: Eine lose Mischung von mit Bindemitteln versetzten Partikeln und/oder Fasern und/oder Spänen wie z. B. Holz-, Mineral-, Glasfasern usw. wird, bedeckt mit einer Schicht aus noch unvulkanisiertem Kautschuk bzw. anderen vulkanisierbaren Elastomeren, in einer Heißpresse, die entweder selbst oder als beigelegtes Preßblech die erhabene Negativform von Verlauf und Querschnitt des späteren Hohlleiters enthält, unter Einwirkung von Druck, Zeit und Temperatur gemeinsam verpreßt. Diesem Zwischenprodukt, jetzt einseitig mit einer fest haftenden auf- und aus- oder zumindest anvulkanisierten Kautschukschicht und der vertieften Leitungsführung versehen, wird, ggf. nach dem Einsetzen von Anschlußbuchsen für die spätere Zu- und Ableitung, sodann in einem weiteren Arbeitsgang die eigentliche Deckschicht aufgepreßt. Sie kann entweder lediglich aus einer evtl. armierten gleichartigen oder ähnlichen Kautschukschicht oder, mit ihr oder ohne sie als verbindende Zwischenlage, aus Blechen (Gummi-Metall-Verbindung) und/oder anderen durch den Einsatzzweck bestimmten Materialien bestehen und mit dem ersten Preßling im Bereich der zwischen und neben den Leitungen liegenden Partien z. B. durch erneute Vulkanisation oder Verschweißen, Verkleben u. dgl. verbunden werden. Damit ist dann das plattenförmige oder dreidimensional verformte Bauelement bereits fertig und einsatzbereit für Verlegung oder Montage am Bau.

Wenn auf eine harte, begeh- und belastbare Außenschicht verzichtet werden kann, läßt sich ein solches Bauelement mit integriertem Hohlleiter sogar in einem einzigen Preßprozeß herstellen. Der unverdichteten, mit Bindemitteln versetzten Partikel-Späne-Fasermischung wird zunächst wiederum eine zweckmäßigerweise folienförmige Schicht noch unvulkanisierten elastomeren Materials aufgelegt, die auf ihrer der Trägersubstanz zugekehrten Seite bereits angearbeitete Anschlußpartien für spätere Zu- und Ableitungen enthalten kann. Auf sie wird dann eine weitere Schicht ebenfalls vulkanisierbaren Materials gelegt, das auf seiner nach innen gekehrten Seite mit einem Trennmittel beschichtet ist, welches in Form und Plazierung dem Verlauf des vorgesehenen Hohlleiters entspricht. Dieser ist als erhabenes Negativ entweder Teil des Preßwerkzeuges oder eines eingelegten Preßbleches. Während des nun folgenden Heißpreßprozesses wird das Trägermaterial verdichtet und erhält durch Aushärten des Bindemittels seine Stabilität. Gleichzeitig wird die innere Kautschukschicht mit der Trägersubstanz ganzflächig, mit der äußeren Kautschukschicht jedoch nur dort durch Vulkanisation verbunden, wo das dazwischen befindliche Trennmittel dies nicht verhindert. Das die Presse verlassende Fertigprodukt ist jetzt auf seiner Oberfläche mit einer fest haftenden und im Leitungsverlauf zunächst noch vertieften doppelten Kautschukbeschichtung versehen, die sich zum eigentlichen Hohlleiter öffnet und ausstülpt, sobald sich ein flüssiges oder gasförmiges Medium darin befindet und bewegt. Auch dieses Teil ist damit bereits fertig und für Montage und Verlegung einsatzbereit. Zumindest die äußere Schicht soll und kann aus einer zugleich witterungsbeständigen Kautschukmischung bestehen und möglichst Eigenschaften aufweisen, die - je nach Einsatzzweck - die Temperaturein- oder abstrahlung begünstigen. Selbstverständlich können die hier geschilderten Produktionsabläufe um zusätzliche Prozesse erweitert werden. Zudem kann die Verwendung anderer, z. B. tiefziehfähiger Materialien zu anderen Techniken der Trägersubstanzbeschichtung oder Hohlleiterauskleidung und Zusammenfügung führen.

Nach welchen der hier nur im Prinzip dargestellten Verfahren solche Bauelemente mit integriertem Hohlleiter auch produziert werden, ihr Vorzug gegenüber allen herkömmlichen Lösungen liegt

  • 1. in der Möglichkeit, sehr großflächige Elemente herzustellen;
  • 2. das Trägermaterial durch Stoffwahl, Dichte und Schichtdicke zugleich als in fast allen Fällen erforderliche thermische Isolation zu nutzen;
  • 3. in der sehr einfachen und außergewöhnlich billigen Herstellbarkeit durch den Einsatz kostengünstiger Materialien und auf wenige Operationen beschränkbare Produktionsprozesse;
  • 4. in der Doppelfunktion dieser Elemente, die Dachkollektor und Dachdeckung, Wandkollektor und Fassadenverkleidung, Wandverschalung und Heizkörper sowie tragende Bodenplatte und Fußbodenheizung zugleich sein können.


Die Elemente können, wenn sie z. B. als Kollektoren die Umgebungswärme oder Sonneneinstrahlung nutzbar machen sollen, als ebene Dachplatten oder großformatig ziegelartig ausgebildet sein. Weiterhin können sie in Form ebener Platten ganz- oder teilflächig als Außenwandverschalungen sowie zweckmäßig gestaltet als Fassadenelemente vorgehängt und zu größeren Funktionseinheiten zusammengeschlossen werden. Auch als sog. Energiezäune sind sie denkbar, entweder in Plattenform oder aus koppelbaren Einzelelementen bestehend.

Im Gebäudeinnern lassen sie sich in erster Linie zum Heizen und/oder Kühlen von Räumlichkeiten einsetzen. Ebenfalls entweder plattenförmig oder als ggf. dekorativ gestaltete Elemente in Form von Wandpaneelen, Deckenkassetten usw., können sie als Fußbodenheizung verlegt, als Deckenheizung abgehängt oder als Wandheizkörper ganz- oder teilflächig und u. U. sogar so eingebaut werden, daß ihre Funktion äußerlich gar nicht mehr erkennbar ist. Anschlüsse, Verbindungen und Regelelemente können sich unsichtbar, z. B. im Bereich der Scheuerleiste, befinden. Nach demselben Herstellverfahren und jeweils gleichartig gestaltet lassen sich darüber hinaus Bindeelemente ohne Leitungssystem schaffen, die z. B. Dacheindeckungen, Fassaden, Innenwände und Decken formal überall dort ergänzen können, wo die sammelnden, wärmenden oder kühlenden Funktionseinheiten nur partiell zum Einsatz kommen.

Die Fig. 1 weist im Prinzip den Aufbau eines Bauelementes mit integriertem Hohlleiter auf. Das formstabile und nach Möglichkeit zugleich thermisch isolierende Trägermaterial 1 ist einseitig ganzflächig und zugleich in den Vertiefungen des Leitungssystems 2 mit einer fest haftenden inneren Deckschicht aus heiz- bzw. kühlmedienbeständigem und -dichten Material 3 überzogen. Eine äußere Deckschicht 4 aus demselben oder einem anderen geeigneten Material, das sich im Bereich der zwischen und neben dem Leitungssystem befindlichen Flächen 5 mit der inneren Deckschicht 3 fest und dicht verbinden läßt, schließt das Bauelement entweder allein oder in Verbindung mit einem zusätzlichen Außenbelag 6 derart ab, daß unter ihr Hohlleitungen 7 gebildet werden.

In Fig. 2 ist links ein Dachplattenabschnitt dargestellt, auf dessen witterungsbeständiger, elastischer äußerer Deckschicht 4 sich plastisch erhaben die obere Hälfte des Hohlleiterprofils 8 abzeichnet. Die äußere Deckschicht 4 ist durch Faltung zugleich als Kantenschutz 9 wirksam. Rechts ein ähnlicher Dachplattenabschnitt, bei dem die Hohlleitungen 7 jedoch von dem Außenbelag 6 verdeckt sind.

Fig. 3 zeigt ziegelförmige Dachelemente. Bei dem oberen ist der halbe Querschnitt des Hohlleiters 8 als erhabenes Profil in und auf der äußeren Deckschicht 4 sichtbar, während bei dem unteren der gesamte Hohlleiter 7 unter dem Außenbelag 6 liegt.

In Fig. 4 ist ein Anwendungs- und Anordnungsbeispiel der Erfindung wiedergegeben. Bei dem als Fassadenplatte vor die Außenmauer 10 gehängten Wandkollektor 11 werden die in die isolierende Trägerplatte 1 eingebetteten Hohlleiter 7 nach außen lediglich durch eine einzige äußere Deckschicht 4, z. B. aus Aluminiumblech, abgeschlossen.

Ein ähnliches Element an der Innenseite der Außenmauer 10 fungiert als Wandheizkörper 12, dessen abstrahlende äußere Deckschicht 4 einen zusätzlichen, z. B. dekorativen Außenbelag 6 erhalten hat.

Bei dem als Fußbodenheizung eingesetztem Element 13 sind die Hohlleiter 7 zunächst mit einer zugleich als verbindendes Medium wirkenden elastischen äußeren Deckschicht 4, dann einem harten, begehbaren Außenbelag 6 und nachträglich noch einen zusätzlichen weichen Belag 14, z. B. Teppichboden, abgedeckt.

Schließlich ist in Fig. 5 ein Montagebeispiel für die Leitungsverbindung von zwei Fußbodenheizungsplatten wiedergegeben. In die halbfertigen, zunächst nur mit der inneren Deckschicht 3 versehenen Fußbodenheizungsplatten sind in die im Anschlußbereich verbreiterten Hohlleiter 7 vor dem Aufbringen der in diesem Falle harten und begehbaren äußeren Deckschichten 4 die Anschlußbuchsen 15 eingesetzt worden. In sie wurden von unten her die das Anschlußsystem zugleich abdichtenden gekrümmten Anschlußstutzen 16 geschraubt, die ihrerseits wieder durch das Schlauchstück 17 miteinander verbunden worden sind. Diese Verbindung führt durch Ausnehmungen in den Auflageleisten 18. Vor Auflegen des Teppichbodens 14 sind die Platten mit den Schrauben 19 auf dem Träger 20 befestigt worden.

Fig. 6 zeigt einen Schnitt durch den Teilabschnitt eines in einem Arbeitsgang herstellbaren Bauelementes mit integriertem Hohlleiter. Auf das Trägermaterial 1 wurde bei dem formgebenden Preßprozeß zugleich eine innere 3 und eine äußere Deckschicht 4 auf- und ausvulkanisiert. Im Leitungsbereich, wo diese beiden Schichten infolge eines vorher aufgebrachten Trennmittels 21keine Verbindung miteinander eingehen konnten, öffnen sie sich nach Einfüllen des Heiz- bzw. Kühlmediums 22 zum eigentlichen Hohlleiter 8. In die mit eingepreßte Anschlußbuchse 23, z. B. aus Hartgummi, wurde der Schlauchanschlußstutzen 24 geschraubt.

Fig. 7 bis 9 zeigen verschiedene Ansichten der äußeren Deckschicht 4 mit dem Hohlleiterverlauf entsprechend aufgebrachtem Trennmittel 21 bzw. eine Unteransicht der inneren Deckschicht 3 mit den beiden einzupressenden Anschlußbuchsen 23 und in Fig. 9 die Materialanordnung in der Heißpresse für einstufigen Herstellprozeß. Über dem Pressentisch 25 das Preßblech 26 mit der Negativform 27 des späteren Hohlleiters 8. Dann die äußere Deckschicht 4 (mit Trennmittel), die innere Deckschicht 3 mit den Anschlußbuchsen 23, und noch unverdichtet, die mit Bindemittel versetzte Partikel-Faser-Spänemischung des Trägermaterials 1.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Herstellung von als Wärmetauscher ausgebildeten Platten oder Formkörpern, die aus mit Bindemitteln versetzten lignozellulosehaltigen Fasern oder Spänen als Trägermaterial bestehen, durch Heißpressen, wobei vor deren Heißpressung auf Ober- und/oder Unterseite der losen oder vorverdichteten, mit Bindemitteln versetzten Späne- oder Fasermischung eine Beschichtung aus vulkanisierbaren elastomeren Stoffen aufgebracht und bei der Heißpressung vulkanisiert und gleichzeitig innig mit dem Trägermaterial verbunden wird, und zur Bildung von integrierten Hohlleitern vor oder bei der Heißpressung in die Oberfläche des Trägermaterials grabenförmige, mit der vulkanisierbaren Beschichtung ausgekleidete Vertiefungen eingebracht und durch eine weitere, fest mit der Beschichtung (3) verbundene und die Vertiefungen überbrückende Deckschicht (4) abgedeckt werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in einem weiteren Preßvorgang eine Deckschicht (4) in den Bereich der Flächen (5) neben der Vertiefung fest mit der vorhandenen Beschichtung (3) verbunden wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf die noch lose, un- oder lediglich vorverdichtete Mischung des Trägermaterials (1) vor der Heißpressung eine innere Beschichtung (3) und eine äußere Deckschicht (4) aus vulkanisierbaren elastomeren Stoffen aufgebracht werden, zwischen die, mit Abmessung, Form und Plazierung der Leitungsfähigkeit übereinstimmend, ein Trennmittel (21) aufgebracht wurde, und daß sich die innere Beschichtung (3) während der nachfolgenden, den Verlauf und den halben Querschnitt des Hohlleiters (8) grabenförmig prägenden Heißpressung durch Vulkanisation ganzflächig mit dem Trägermaterial (1) verbindet, Beschichtung (3) und Deckschicht (4) miteinander aber nur außerhalb des Bereichs des Trennmittels und des Hohlleiters (21, 8) fest und dicht verbunden werden.
  4. 4. Nach dem Verfahren gemäß Anspruch 1 bis 3 hergestelltes plattenartiges oder als Formteil ausgebildetes Bauelement, welches aus einem Gemisch aus mit Bindemitteln versetzten, verpreßten, verformten und verfestigten lignozellulosehaltigen Fasern und/oder Spänen als Trägermaterial und einer auf dessen Oberseite aufgebrachten inneren Beschichtung (3) aus vulkanisierbaren elastomeren Stoffen besteht, die innig mit dem Trägermaterial verbunden ist, und eine in die Oberfläche des Spänekuchens eingeformte grabenförmige Vertiefung (2) aufweist, die durch eine weitere, die Vertiefung (2) zu einer Hohlleitung (7) schließende und mit den benachbarten Bereichen der Flächen (5) innig verbundene Deckschicht (4) abgedeckt ist.
  5. 5. Bauelement nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch eine auf die Oberfläche des Trägermaterials (1) aufgebrachte Beschichtung (3), eine weitere Deckschicht (4) aus vulkanisierbaren elastomeren Stoffen, von denen die Beschichtung (3) mit dem Trägermaterial (1) ganzflächig, mit der Deckschicht (4) aber nur in den Bereichen der Flächen (5) neben den in Form eines halben Hohlleiterquerschnitts grabenförmig geprägten Vertiefungen fest verbunden ist, und einem durch Ausstülpen der elastischen Deckschicht (4) gebildeten und zu seinem vollen Querschnitt geöffneten Hohlleiter (8).
  6. 6. Bauelement nach den Ansprüchen 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmeleitfähigkeit der äußeren Deckschichten (4) bzw. der Außenbeläge (6) durch eingebettete Metallpartikel erhöht ist.
  7. 7. Bauelement nach den Ansprüchen 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß die äußeren Deckschichten (4) bzw. die Außenbeläge (6) transparent sind.
  8. 8. Bauelement nach den Ansprüchen 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Ein- und/oder Abstrahlung durch selektiv filternde Eigenschaften der äußeren Deckschichten (4) bzw. Außenbeläge (6) begünstigt ist.
  9. 9. Bauelement nach den Ansprüchen 4 bis 8, gekennzeichnet durch die Ausbildung als Dachkollektor sowie als Dachplatte bzw. Dachelement.
  10. 10. Bauelement nach den Ansprüchen 4 bis 9, gekennzeichnet durch die Ausbildung als Außenwandkollektor sowie als Fassadenplatte bzw. Fassadenelement.
  11. 11. Bauelement nach den Ansprüchen 4 bis 10, gekennzeichnet durch die Ausbildung als Kollektor sowie als Bestandteil von Energiezäunen.
  12. 12. Bauelement nach den Ansprüchen 4 bis 11, gekennzeichnet durch die Ausbildung als Heiz- und/oder Kühlkörper sowie als Wandplatte oder Wandelement.
  13. 13. Bauelement nach den Ansprüchen 4 bis 12, gekennzeichnet durch die Ausbildung als Heiz- und/oder Kühlkörper sowie als Fußbodenplatte oder Fußbodenelement.
  14. 14. Bauelement nach den Ansprüchen 4 bis 13, gekennzeichnet durch die Ausbildung als Heiz- und/oder Kühlkörper sowie als Deckenplatte oder Deckenelement.
  15. 15. Bauelement nach den Ansprüchen 4 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die äußeren Deckschichten (4) bzw. Außenbeläge (6) dekorativ gestaltet sind.






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