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Dokumentenidentifikation DE2948802C2 07.06.1990
Titel Verfahren zum Positionieren und Ankleben von Vorsätzen und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
Anmelder Dipl.-Ing. Hans Ehlermann GmbH & Co KG, 2810 Verden, DE
Erfinder Steinhöfel, Paul, 2810 Verden, DE
Vertreter Utermann, G., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 7100 Heilbronn
DE-Anmeldedatum 04.12.1979
DE-Aktenzeichen 2948802
Offenlegungstag 11.06.1981
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 07.06.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.06.1990
IPC-Hauptklasse B42C 5/00

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Positionieren und Ankleben der gefalzten Vorsätze an bereits zusammengetragenen Buchblocks. Deren Rücken werden bei der Bearbeitung geschnitten oder gefräst. Nach dem Binden werden die Kanten beschnitten. Die Erfindung betrifft außerdem eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens. Dabei werden die Vorsätze nach dem beschriebenen Verfahren angeklebt. Sie hat einen Vorschubkanal für das Einlaufenlassen der Buchblocks in einen Bindeautomaten, eine Vorschubfinger aufweisende Vorschubeinrichtung und getrennte Vorsatzkanalführungen und Anleger für die Zuführung der Vorsätze in die Vorsatzkanalführungen.

Vorsätze sind das verbindende Stück zwischen Buchblock und fester Decke. Sie sind im Bereich des Rückens gefalzt. Beim Klebebinden von Büchern werden die Lagen so gefalzt, daß der Rücken erst im Bindeautomaten geschnitten oder gefräst wird, um dann beleimt zu werden. Diesem Schneide- oder Fräsvorgang können die Vorsätze nicht unterworfen werden, weil der Falz geschlossen bleiben muß, um eine saubere Verbindung zwischen den äußersten Seiten des Buchblocks und der Buchdecke herzustellen. Deshalb müssen die Vorsätze sehr genau ausgerichtet an den Buchblock angelegt und in der Kante verleimt werden. Wenn Klebebindemaschinen verwendet werden, die von beiden Seiten schließende Klammern haben, so kann durch genaues Ausrichten der Vorsätze das gewünschte Ergebnis erzielt werden. Werden jedoch Maschinen verwendet, die nur einseitig schliessende Klammern haben, so ist das ausgerichtete Einführen von Buchblock und Vorsatz schwierig oder unmöglich.

Es ist bekannt, daß Vorsätze als verbindendes Stück zwischen Buchblock und fester Decke entweder vor dem Arbeitsgang "Klebebinden" an der ersten und letzten Lage angeklebt werden oder in einem integrierten System zwischen Zusammentragmaschine und Klebebinder zugeführt werden. Dabei sind zur Zeit zwei Verfahren bekannt. Bei dem ersten Verfahren werden die Vorsätze durch zwei Vorsatzanklebestationen zwischen Zusammentragmaschine und Klebebinder vor dem Schließen des Klammerwagens ca. 5 mm angehoben, um beim anschließenden Fräsen nicht beschädigt zu werden. Die Befestigung der Vorsätze erfolgt dann nach dem Fräsen durch konische Leimwalzen. Das Anheben und Halten im Klammerwagen ist schwierig und beschränkt die Konstruktions- und Gestaltungsmöglichkeiten der Vorrichtungen. Bei dem zweiten Verfahren werden die Vorsätze durch zwei Anleger zwischen Zusammentragmaschine und Klebebinder zugeführt. Dabei werden die Vorsätze vor dem Klebebinden versetzt vom Bundsteg an der Falzkante der Vorsätze angeklebt. Dieses Verfahren hat den Nachteil, daß besonders die Höheneinstellung der Vorsätze, d. h. die Entfernung Vorsatzunterkante zum Buchblockrücken sehr schwierig durchführbar ist.

Die schweizerische Patentschrift 5 23 788 beschreibt, daß es bekannt sein soll, am ersten und letzten Druckbogen das Vorsatz mit gegenüber dem Rückenfalz um die Schnittiefe der Beschneidestation versetztem Falz seitlich anzuleimen. Dadurch wird ermöglicht, den vollständigen Buchblock einschließlich der Vorsatzbogen auf einer Zusammentragmaschine zusammentragen und diesen Buchblock anschließend den weiteren Verarbeitungsstationen zuzuführen. Bei dieser Lösung ist jedoch vor dem Zusammentragen des Buchblocks ein besonderer Arbeitsgang für die Vereinigung des ersten und des letzten Druckbogens mit den zugehörigen Vorsatzbogen notwendig. Weiter bleibt im fertigen Buch der seitliche Klebestreifen zwischen dem Vorsatzbogen und dem ersten bzw. letzten Druckbogen sichtbar. Nach einer weiteren als bekannt bezeichneten Lösung sollen vorerst die Druckbogen zu einem Buchblock zusammengetragen und danach klebegebunden oder fadengeheftet werden. An diesen Buchblock sollen danach die Vorsatzbogen in einem getrennten Arbeitsgang angebracht werden. Nach einer weiter als bekannt dargestellten Lösung sollen die Vorsatzbogen nach dem Beschneiden des Buchblocks und dessen Beleimung mit dem Buchblock vereinigt werden. Dadurch müssen jedoch bei kontinuierlich arbeitenden Maschinen die Klemmbacken, zwischen denen die Buchblöcke gehalten sind, geöffnet werden, was die Ausrichtung der Druckbogen gefährdet und zusätzliche Vorrichtungen zum Zuführen der Vorsatzbogen bedingt. Nach der in dieser schweizerischen Patentschrift 5 23 788 behandelten Verfahrenstechnik sollen die Vorsatzbogen Z-förmig mit einem Überfalz gefalzt werden, wobei die Länge des Überfalzes annähernd, jedoch mindestens gleich der Schnittiefe an der Beschneidestation ist. Die gefalzten Vorsatzbogen werden vor der Beschneidestation an den Buchblock angefügt. Die vorstehend behandelten Maßnahmen lösen das eigentliche Problem nur recht unzureichend, indem sie entweder aufwendige Zusatzvorrichtungen und Verfahrensschritte benötigen oder die Vorsatzbefestigung für die Verarbeitungszeit hinterher in Erscheinung treten lassen. Diese umständlichen Versuche der Fachwelt zeigen die Schwierigkeiten beim lagegerechten Ankleben von Vorsätzen. Ein Versuch, das Problem zu lösen, führte dazu, daß nicht Klebstoffstreifen zwischen Buchblock und Vorsatz angebracht wurden, sondern daß die Lage von Klebestreifen innerhalb eines Z-förmig, leporello-artig mit Überfalz ausgestatteten Vorsatzes vorgesehen wurde. So etwas kann nicht zu einem einfachen Leimauftrag im Durchlauf führen. Wenn man das Vorsatz vor dem Zusammentragen an den Druckbogen anklebt, bleiben die seitlichen Klebstreifen zwischen dem Vorsatzbogen und dem ersten und letzten Druckbogen später sichtbar, außerdem erfordert es einen vorrichtungsmäßig aufwendigen Vorgang vor dem Zusammentragen. Die vorstehend nur grob vorbeschriebenen Verfahrensweisen gestatten es nur entweder das Vorsatz nach dem Klebebinden oder Fadenheften in einem getrennen Arbeitsgang anzubringen oder das Anbringen des Vorsatzes nach dem Beschneiden des Buchblocks. Gerade das beides möchte die Erfindung vermeiden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung anzugeben, mittels deren es auf einfache Weise möglich ist, die Vorsätze in der gewünschten Ausrichtung zum nachträglich zu schneidenden Rücken im Durchlaufverfahren anzubringen und dabei die Gestaltungsmöglichkeiten der Vorrichtung nicht wegen der Vorsatzeinrichtungen einzuschränken. Die Erfindung besteht in ihrem verfahrensmäßigen Teil in einem Verfahren zum Positionieren und Ankleben der gefalzten Vorsätze an bereits zusammengetragenen Buchblocks, indem die Vorsätze und/oder die erste und letzte Seite des Buchblocks im Bereich außerhalb der Vorderkantenschnittlinie im Durchlauf beleimt, die Vorsätze vor dem Rückenschneiden oder -fräsen an den Buchblock außerhalb der Vorderkantenschnittlinie und nach dem Rückenschneiden oder -fräsen im Bereich der Vorsatzfalzkanten an die äußeren Seiten des Buchblocks angeklebt und die Vorsatzhalteklebstellen nach dem Bindevorgang abgeschnitten werden.

Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß es am Buchblock während der Verarbeitung Stellen gibt, die später abgeschnitten werden müssen. Sie nutzt diese Stellen, um die Vorsätze vorübergehend im Durchlauf an solchen Stellen anzukleben, so daß sie zum Buchblock genau ausgerichtet sind. Diese Ausrichtung kann an verschiedenen Stellen während des Durchlaufs durch die Maschinen vorgenommen werden und der Buchblock kann danach auch noch in losgelassenem Zustand gefördert werden. Die vorläufigen Befestigungsstellen, welche als Vorsatzhalteklebstellen bezeichnet sind, werden später entfernt. Der Rückenschnitt kann problemlos nach dem Einklammern des Buchblocks vorgenommen werden, weil die Vorsätze in einem definierten Abstand zur Kante des mit dem Vorsatz versehenen Blattes liegen. Dadurch, daß man die Vorsatzhalteklebstellen außerhalb der Vorderkantenbeschnittlinie anbringt, kann der Buchblock auf den zum Rücken gehörenden Kanten vorgeschoben werden und nur so kann die Beleimung im Durchlauf angebracht werden. Dabei geht man zweckmäßigerweise vorrichtungsmäßig so vor, daß in Laufrichtung gesehen vor den Anlegern Leimeinrichtungen für die Vorsatzhalteklebstellen vorgesehen werden. Insbesondere ordnet man Düsenleimwerke an, die intermittierend betätigt werden. Den Vorsatzanlegern werden höheneinstellbare Kanalführungen zugeordnet. Im Lauf nachher sind Zuführeinrichtungen zum Andrücken der Vorsätze an den Vorsatzhalteklebstellen vorzusehen und nach dem Rückenbeschnitt in einer Höhenlage, die die Falzkante des Vorsatzes nicht beschädigt, wird eine Falzkantenbeleimung für eine saubere Verbindung des Vorsatzes vorgesehen. So schafft man eine Verfahrensweise und vorrichtungsmäßige Möglichkeit, die einen schnellen Durchlaufbetrieb gestatten, der den heutigen Fertigungsverfahren gerecht wird. Dadurch, daß man außerhalb der Vorderkantenbeschnittlinie eine vorläufige Beleimung vornimmt, kann man im Durchlauf arbeiten, während quer zur Laufrichtung liegende Leimstreifen eine Unterbrechung des Durchlaufs oder ganz besonders hohen Aufwand für eine mitlaufende und rückkehrende Querbeleimung erfordern würden. Die vorläufige Beleimung wird am Ende des Arbeitsvorganges ohne irgendwelche zusätzlichen Maßnahmen wieder abgeschnitten, so daß nichts mehr zu sehen ist. Alle sonstigen, die Qualität des Buches bestimmenden Beleimungen und Bearbeitungsvorgänge können ohne jede Beeinträchtigung durchgeführt werden. Weitere Einzelheiten und Ausgestaltungen sind auch dem nachfolgenden, anhand der Zeichnungen gegebenen Beschreibungsteil zu entnehmen.

Ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung für die Durchführung des Verfahrens wird anhand der Zeichnungen näher erläutert. Dabei sind jeweils im Vertikalschnitt schematisiert die einzelnen Stationen einer Vorsatzanklebe- und Klammer- sowie Rückenschneid- und Rückenleimeinrichtung dargestellt. Die sonstigen Vorrichtungsteile, wie Vorschubeinrichtungen, Gestelle, Halte- und Steuermittel sind der Übersichtlichkeit halber weggelassen. Es zeigt

Fig. 1 die Beleimstation für die Vorsatzhalteklebestellen;

Fig. 2 die Vorsatzanlegestation;

Fig. 3 die höheneinstellbaren Vorsatzkanalführungen;

Fig. 4 das Heranführen der Vorsätze an die Vorsatzhalteklebstellen;

Fig. 5 den Durchlauf des mit den Vorsätzen auf definierter Höhe versehenen Buchblocks;

Fig. 6 die Rückenfräseinrichtung und

Fig. 7 die Vorsatzfalzkantenbeleimstation.

In allen Figuren ist der Buchblock mit 10 bezeichnet. Seine Rückenkanten 10.1 laufen auf einer U-förmigen Hauptkanal- Führungsbahn 11. Über dieser bewegen sich mit einer Vorschubkette 12 horizontal bewegte Vorschubfinger 12.1. Sie sind im Abstand der größten Buchblöcke und in Abstimmung mit den Takten von Zusammentragmaschine und Buchbindeautomat angeordnet, so daß vor jedem Finger 12.1 ein Buchblock oder ein Doppelnutzen geschoben werden kann. Jeder Buchblock 10 durchläuft nacheinander die Stationen gemäß den Fig. 1 bis 7, die auf einer einheitlichen Maschine angeordnet oder Bestandteile einer größeren einheitlichen Fertigungsvorrichtung mit gemeinsamen Antriebs- und Steuermitteln sind.

Fig. 1 veranschaulicht, wie der zwischen den beispielsweise stabförmigen Seitenführungen 14 geführte Buchblock 10 oberhalb seiner Vorderkantenschnittlinie 10.2 mit Leimstreifen 15 von etwa 100 bis 150 mm Länge als Vorsatzhalteklebstellen versehen wird. Dazu sind beiderseits des Durchlaufraumes 16 für den Buchblock 10 Leimdüsen 17.1 und 17.2 so vorgesehen, daß sie nur die Vorderkantenschnittbereiche oberhalb der Kantenbeschnittlinie 10.2 treffen. Den Düsen wird mit Hilfe einer schematisiert dargestellten Schmelz-, Vorrats- und Pumpeinrichtung 18 im entsprechenden Takt erwärmter Heißschmelzkleber zugeführt. Er führt zu einem schmalen Klebstoffilm, der durch die Punkte 15 angedeutet ist. Kurz hinter dieser Vorsatzhalteklebstellenbeleimeinrichtung 19 sind die Vorsatzleger 20.1 und 20.2 der Vorsatzanlegestation 20 vorgesehen. Hier sind Rotationsanleger dargestellt, die die Vorsätze 21 von Stapeln unten abziehen und in neben der Hauptkanal-Führungsbahn 11 vorgesehene Vorsatzkanalführungen 21.1 und 21.2 werfen. Die oberen Führungsbleche 21.3 und 21.4 sind abgewinkelt, während die Hauptkanalbleche 11.3 und 11.4 über dem Vorschubfingerschlitz 22 senkrecht stehen und Abstandsgleitleisten 11.5 und 11.6 aufweisen, die den Buchblock so führen, daß die Vorsatzhalteklebstellen 15 auf Abstand gehalten werden. In Fig. 2 sind die Vorsatzkanalführungen 21.1 und 21.2 noch fest mit dem Hauptkanal 11 verbunden.

Fig. 3 veranschaulicht bei ansonsten gleichem Aufbau wie die Vorsatzkanalführungen 21.11 und 21.21 unabhängig von dem Hauptkanal 11 sind. Sie sind höheneinstellbar angeordnet, was durch die Pfeile 23 veranschaulicht wird. Auch laufen die äußeren Vorsatzkanalführungsbleche 21.3 und 21.4 nun parallel zu den Hauptkanalblechen 11.3 und 11.4. So können die Vorsatzfalzkanten 21.6 in die gewünschte Höhenlage gegenüber den Rückenkanten 10.1 im Durchlauf ausgerichtet werden. Wenn diese Ausrichtung erfolgt ist, entfallen im weiteren Durchlauf der Maschine die Hauptkanalführungsbleche 11.3 und 11.4, so daß sich eine Anordnung nach Fig. 4 ergibt, in der die Vorsätze 21 mit Hilfe von Vorsatzkanalandruckelementen 25 an die Vorsatzhalteklebstellen 15 angedrückt werden. Diese Andruckelemente 25.1 und 25.2 sind beispielsweise als Führungsleisten auf entsprechender Höhe an den Vorsatzkanalführungsblechen 21.3 und 21.4 im Innern angebracht. Gleichzeitig fehlen, wie Fig. 4 zeigt, die Hauptkanalbleche 11.3 und 11.4. Die ausgerichteten Vorsatzkanalführungen 21.11 und 21.21 sind in diesem Bereich jedoch noch in der entsprechenden Höhenlage vorhanden. In den Figuren sind die Rückenkanten 10.1 nur der Übersichtlichkeit halber im Abstand von der Grundfläche des Kanals 11 gezeichnet. In Wirklichkeit gleiten sie genau auf der Grundfläche. Sind auf diese Weise die Vorsätze im Bereich außerhalb der Kantenbeschnittlinie 10.2 angeklebt, so kann der Buchblock wie in Fig. 5 dargestellt mit den auf entsprechender Höhenlage liegenden und vorläufig fixierten Vorsätzen zwischen einfachen Stabführungen 14 nur auf dem Kanal 11 weiter vorgeschoben werden. Er gelangt dann, wie Fig. 6 veranschaulicht, zwischen Klammern oder Klammerwagen 26, deren Klammern 26.1 und 26.2 gemäß den Pfeilen 27.1 zusammengedrückt werden und dabei den Buchblock mit den Vorsätzen festhalten. Wie ersichtlich liegen die Vorsatzfalzkanten 21.6 im Abstand derart oberhalb der Rückenkanten 10.1, daß die Oberkanten 28.1 der Fräser 28.2 des rotierenden Fräskopfes 28 geringfügig unterhalb der Vorsatzfalzkante 21.6, die offenen und/oder geschlossenen Rückenkantenbereiche 10.3 abtrennen und so ein überall gleichmäßiger ebener Rücken für die Beleimung und Bindung vorhanden ist, von dem in ganz geringem Abstand die gefalzten Vorsatzfalzkanten 21.6 liegen, so daß ein sauberes Einhängen in die Decke ggf. unter Beifügung von Gaze möglich ist. Um eine saubere Verarbeitung im Bereich der Falzkanten 21.6 zu ermöglichen, durchläuft der Buchblock 10 dann gemäß Fig. 7 im eingeklammerten Zustand ein Vorsatzkantenbeleimwerk 29, welches zwei zueinander geneigte konische Walzen 29.1 und 29.2 umfaßt, die rotierend angetrieben werden und Leim aus einer Leimwanne 29.3 an die mit Punkten dargestellten Stellen 29.4 der beiden Vorsätze im Bereich der Falzkanten 21.6 auftragen, so daß Leim zwischen das erste und letzte Buchblockblatt und die Vorsätze eingedrückt wird. So dringt der Leim gut zwischen Vorsatzpapier und dem vorderen und hinteren Blatt des Buchblocks ein. Dann wird der übliche Bindevorgang mit Beleimen, evtl. Gaze auflegen, Pressen und dgl. durchgeführt. Nach Beendigung des Klebebindevorganges wird der Buchblock zumindest im Bereich der Vorderkanten und zwar in der Kantenschnittlinie 10.2 beschnitten, so daß die Vorsatzhalteklebstellen 15 mit den überstehenden Teilen der Vorsätze abgeschnitten werden. Auch die übrigen Seitenkanten werden in üblicher Weise beschnitten und bei Doppelnutzen werden diese auseinandergetrennt.

Die Vorrichtung für das dargestellte Verfahren kann mit herkömmlichen, maschinentechnischen Mitteln aufgebaut werden. Es sind lediglich entsprechende Kanalführungsteile und zusätzliche Leimdüsen oder sonstige Leimwerke für die Vorsatzhalteklebstellen erforderlich. Das Verfahren kann bei den verschiedensten herkömmlichen Klebebindeautomaten angewendet werden. Es ist außerordentlich einfach und sicher in Aufbau und Wirkungsweise. Es kann auf vielerlei Weise modifiziert werden. Man kann andere Arten der Zuführung der Vorsätze zum Buchblock wählen und auch bei anderem Durchlauf der Bücher andere Stellen für die vorläufige Befestigung wählen. Wichtig ist nur, daß diese vorläufige Befestigung an den Vorsatzhalteklebstellen außerhalb der Bereiche erfolgt, die später am Buch verbleiben und auch außerhalb der Vorsatzfalzkante, weil hier nach dem ausgerichteten Anheften die übliche Beleimung erfolgen soll. Für die Vorsatzhalteklebstellen 15 kann Heißschmelzkleber verwendet werden, der den Vorzug hat, schnell abzubinden und dadurch sehr kurze Durchlaufstrecken auch bei hoher Geschwindigkeit ermöglicht. Man kann jedoch auch Kaltleime mit geeigneten Eigenschaften verwenden. Diese haben den Vorteil, bei Stoppen der Maschine nicht zu schnell auszuhärten. Anstelle der Leimdüsen 17 kann man auch andere Leimeinrichtungen, wie Leimrollen oder Leimscheiben, verwenden.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Positionieren und Ankleben der gefalzten Vorsätze an bereits zusammengetragenen Buchblocks, indem die Vorsätze (21) und/oder die erste und letzte Seite des Buchblocks (10) im Bereich außerhalb der Vorderkantenschnittlinie (10.2) im Durchlauf beleimt (15, 17), die Vorsätze (21) vor dem Rückenschneiden oder -fräsen an den Buchblock (10) außerhalb der Vorderkantenschnittlinie (10.2) und nach dem Rückenschneiden oder -fräsen im Bereich der Vorsatzfalzkanten (21.6) an die äußeren Seiten des Buchblocks (10) angeklebt und die Vorsatzhalteklebstellen (15) nach dem Bindevorgang abgeschnitten werden.
  2. 2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, bei der ein Vorschubkanal für das Einlaufenlassen der Buchblocks in einen Bindeautomaten, eine Vorschubfinger aufweisende Vorschubeinrichtung und getrennte Vorsatzkanalführungen und Anleger für die Zuführung der Vorsätze in die Vorsatzkanalführungen vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß in Laufrichtung vor den Anlegern (20) Beleimeinrichtungen (17, 18) vorgesehen sind, die oberhalb der Vorderkantenschnittlinie (10.2) an den Vorsatzhalteklebstelle (15) Leim auf die erste und letzte Seite des Buchblocks (10) auftragen, und die Vorsatzkanalführungen wenigstens im Bereich vor dem Ankleben höheneinstellbar (23) sind und im Bereich nach dem Ausrichten Führungen (25) für das Heranführen der Vorsätze an die Vorsatzhalteklebstellen (15) vorgesehen sind und die Rückenschnitteinrichtung (28) in Laufrichtung vor der Vorsatzfalzkantenbeleimung vorgesehen ist.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Beleimeinrichtung (17, 18) der Vorsatzhalteklebstellen mit Leimdüsen (17.1, 17.2) und einer intermittierenden arbeitenden Leimzuführeinrichtung (18) gebildet ist.






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