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Dokumentenidentifikation DE3201241C2 07.06.1990
Titel Laufstreifenerneuerter Gürtelreifen für Fahrzeuge
Anmelder Continental Aktiengesellschaft, 3000 Hannover, DE
Erfinder Thielemann, Klaus, Ing.(grad.), 3200 Hildesheim, DE;
Klaue, Rudolf, Dipl.-Ing., 3008 Garbsen, DE
DE-Anmeldedatum 16.01.1982
DE-Aktenzeichen 3201241
Offenlegungstag 28.07.1983
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 07.06.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.06.1990
IPC-Hauptklasse B60C 9/18

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen laufstreifenerneuerten Gürtelreifen für Fahrzeuge nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Es sind durch Aufkleben eines Laufstreifens besohlte Fahrzeugluftreifen bekannt (DE-AS 10 21 259), bei denen zum Spannungsabbau zwischen dem mit einander parallelen Festigkeitsträgern bewehrten Laufstreifen und dem Unterbau des Reifens eine weiche Polsterschicht aus Gummi vorgesehen ist. Der Reifen weist zudem einen aus fadenförmigen Festigkeitsträgern bestehenden, im Sinne der Karkasse gewölbten Zwischenbau auf, der eine Gürtelfunktion nicht ausüben kann; über die Winkelstellung enthält die Veröffentlichung keine Angaben.

Bei weiterhin bekannten runderneuerten Gürtelreifen (DE-OS 25 56 930) verlaufen die Festigkeitsträger der an der Innenseite des erneuerten Laufstreifens befindlichen Cordgewebelage in Reifenumfangsrichtung, während die benachbarte, nicht erneuerte Cordgewebelage Festigkeitsträger aufweist, die mit der Reifenumfangsrichtung Winkel von 10 bis 30° einschließen. Diese Winkelunterschiede im Grenzbereich zwischen dem erneuerten und dem nicht erneuerten Teil des Reifens führen zu unerwünschten Spannungen, insb. Schubspannungen, die Randablösungen im Gürtel zur Folge haben können.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Nachteile zu beseitigen. Unerwünschte Spannungen in dem vorerwähnten Grenzbereich sollen also ausgeschaltet werden.

Die Lösung dieser Aufgabe ist im Patentanspruch 1 angegeben.

Weitere zweckmäßige Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Reifens sind in den Unteransprüchen aufgezeigt.

Aufgrund der übereinstimmenden Fadenwinkel ergeben sich zwischen den Festigkeitsträgern der beiden die Grenzschicht zwischen dem Laufstreifen und dem nicht erneuerten Teil des Reifens einschließenden Cordgewebelagen praktisch keine Relativbewegungen. Demgemäß entstehen auch nur entsprechend kleine Schubspannungen, die zu einer Schonung der vorerwähnten Grenzschicht führen. Inerhalb des Gürtelverbandes sind erheblich voneinander abweichende Fadenwinkel nur zwischen solchen Cordgewebelagen vorhanden, die sich im erneuerten bzw. nicht erneuerten Teil des Reifens befinden. Die dadurch gegebenen Spannungen beeinflussen die Grenzschicht nicht.

Anhand der Zeichnung wird die Erfindung nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert. Es zeigt

Fig. 1 einen radialen Teilschnitt durch einen im wesentlichen aus Gummi oder gummiähnlichen Stoffen bestehenden Fahrzeugluftreifen und

Fig. 2 eine Teildraufsicht auf den Gürtel für einen Reifen gemäß Fig. 1.

Der Reifenkörper wird gemäß Fig. 1 durch eine Radialkarkasse verstärkt, die aus auf kürzestem Wege von einem Wulst 1 zum anderen Wulst 1 geführten fadenförmigen Festigkeitsträgern 2 gebildet ist, welche im Bereich der Wülste 1 an den dort befindlichen Wulstkernen 3 durch Umschlingen verankert sind.

In der Reifenzenitpartie, also im Bereich der Lauffläche 4 des Reifens befindet sich ein in Umfangsrichtung zugfester Gürtel 5, der sich im wesentlichen über die Breite des Laufstreifens 6 erstreckt.

Der Gürtel 5 des noch nicht runderneuerten Luftreifens besteht aus drei Cordgewebelagen 7, 8 und 9, die von einander parallelen Stahlseilen 10 oder Festigkeitsträgern mit ähnlichen Eigenschaften gebildet sind. Dabei kann auch noch oberhalb der Cordgewebelage 9 eine weitere Cordgewebelage angeordnet sein.

Die Stahlseile 10 der Cordgewebelage 7 verlaufen rechtssteigend etwa unter einem Winkel von 70°. Die Stahlseile 10 der Cordgewebelagen 8 und 9 verlaufen indessen unter einem Winkel von etwa 20°, und zwar in der Cordgewebelage 8 rechtssteigend und in der Cordgewebelage 9 linkssteigend.

Ist es aufgrund der Abnutzung des Laufstreifens 6 erforderlich, nicht nur den Laufstreifen selbst, sondern auch noch die Cordgewebelage 9 zu entfernen und zu erneuern und gegebenenfalls auch noch die darauf befindlichen weiteren Cordgewebelagen, so wird eine weitere aus Textil, vorzugsweise Polyamid oder Polyester bestehende Cordgewebelage 11 verwendet, und zwar so, daß sie sich an der Innenfläche 12 des erneuerten Laufstreifens 6 befindet, und zwar mit der Vorschrift, daß sie bezüglich ihrer Breite im wesentlichen mit der Breite der Cordgewebelagen 8 und 9 übereinstimmt jedoch bezüglich des Anstiegs ihrer Textilcordfäden 13 einen Winkel mit der Reifenumfangsrichtung einschließen, der demjenigen der Stahlseile 10 der Cordgewebelage 8 entspricht.

Durch die vorgenannte Werkstoffwahl der Textilcordfäden 13, insbesondere aber wegen des Anstiegs dieser Festigkeitsträger, werden die beim Betrieb des Reifens nicht zu vermeidenden Schubverformungen zwischen Fäden unterschiedlichen, entgegengesetzten Anstiegs gewissermaßen nach oben in den Bereich der Cordgewebelage 9 verlegt, so daß demgemäß die Innenfläche bzw. Trennfläche 12 frei von derartigen Beanspruchungen ist. Nennenswerte, unterschiedliche Fadenwinkel sind also nur zwischen den Festigkeitsträgern 10 und 13 der Lagen 9 und 11 gegeben.

Der Laufstreifen 6 umfaßt im Sinne dieser Anmeldung auch die Lagen 9, 11, also insgesamt den Abschnitt des Reifens, der sich oberhalb der Trennfläche 12 befindet. Dennoch können natürlich der eigentliche Laufstreifen 6 und die Lagen 9, 11 für sich hergestellt und zum Runderneuern nacheinander auf den alten, unteren Teil des Reifens aufgelegt werden, um dann durch Vulkanisieren ein einheitliches Ganzes zu erzielen.


Anspruch[de]
  1. 1. Laufstreifenerneuerter Gürtelreifen für Fahrzeuge, bei dem der Gürtel von mehreren Cordgewebelagen gebildet ist und der erneuerte Laufstreifen an seiner Innenseite eine aus Textil bestehende Cordgewebelage aufweist, die einer Cordgewebelage im nicht erneuerten Teil des Reifens benachbart liegt, dadurch gekennzeichnet, daß die Fadenwinkel der Festigkeitsträger der beiden benachbart liegenden Cordgewebelagen (11, 8) übereinstimmen.
  2. 2. Gürtelreifen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die an der Innenseite des Laufstreifens (6) befindliche Cordgewebelage (11) zwischen Cordgewebelagen (8, 9) angeordnet ist, die spitzwinklig verlaufende Festigkeitsträger aufweisen.
  3. 3. Gürtelreifen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Festigkeitsträger mit der Reifenumfangsrichtung Winkel von etwa 16 bis 24° einschließen.






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