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Dokumentenidentifikation DE3327652C2 07.06.1990
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Naßlöschen von glühendem Koks in einem Einpunktlöschwagen
Anmelder Still Otto GmbH, 4630 Bochum, DE
Erfinder Lorenz, Kurt, DR., 4321 Hattingen, DE;
Bruns, Engelbert, 4350 Recklinghausen, DE
DE-Anmeldedatum 30.07.1983
DE-Aktenzeichen 3327652
Offenlegungstag 07.02.1985
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 07.06.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.06.1990
IPC-Hauptklasse C10B 39/14
IPC-Nebenklasse C10B 39/08   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Naßlöschen von glühendem Koks in einem Einpunktlöschwagen gemäß Oberbegriff des Hauptanspruches und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.

Ein Verfahren zum Naßlöschen von Einpunktlöschwagen der gattungsgemäßen Art ist insbesondere im Zusammenhang mit der sogenannten Drucklöschung bekannt. Dabei wird der gesamte Koks aus einer Verkokungsofenkammer in einer Stellung des Löschwagens, d. h. ohne daß er während des Ausdrückens verfahren wird, in einen Kübel gedrückt, der anschließend mit einem Deckel verschlossen wird. Zum Löschen wird eine nur kleine Wassermenge aufgegeben, die nahezu vollständig verdampft und möglichst als verwertbarer Dampf abgezogen wird. Derartige Drucklöschkammern erfordern sehr stabile Wandungen wegen der unter Umständen auftretenden hohen Drücke innerhalb der Kammern. Außerdem wird eine relativ lange Zeit für das vollständige Löschen der Kammerfüllung benötigt.

Aus der DE 31 41 242 A 1 ist eine Kokslöscheinrichtung bekannt, bei der zwar möglichst drucklos gelöscht wird, wobei aber der Kokslöschbehälter ebenfalls mit einem Deckel verschlossen wird. An der Deckelunterseite befinden sich sogenannte Sprühdüsen zur Aufgabe des Löschwassers. Die beim Löschen entstehenden Gase, vor allen Dingen der Wasserdampf, werden im unteren Bereich des Kokslöschbehälters seitlich abgezogen. Hierbei müssen die Löschdämpfe entgegen dem natürlichen Auftrieb über besondere Einrichtungen durch die Koksschüttung nach unten gezogen werden und aus dem Löschbehälter entfernt werden. Das erfordert zusätzlichen apparativen Aufwand. Darüber hinaus bereitet es Probleme, bei einer relativ hohen Koksschüttung den Koks gleichmäßig abzukühlen.

Aus der US 42 74 923 ist ein Einpunktlöschwagen bekannt, der während des Koksausdrückvorganges von einer Abzugshaube abgedeckt ist, wobei gleichzeitig der in den Löschwagen fallende Koks von oben mit Wasser besprüht wird. In dem Boden des Koksaufnahmebehälters ist außerdem ein senkrechtes Rohr angeordnet, um Wasser in die Mitte der Koksmasse einzugeben.

Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe besteht nun darin, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Naßlöschen von glühendem Koks in einem Einpunktlöschwagen vorzuschlagen, das keinen Überdruck im Behälter hat und bei dem auch bei höherer Koksschüttung bzw. bei extrem großer Koksmenge es zu einer gleichmäßigen Abkühlung des Kokses kommt.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das Kennzeichen des Hauptanspruches gelöst. Die Verfahrensansprüche 2 bis 4 enthalten sinnvolle Ergänzungen dazu. In den Ansprüchen 6 bis 9 ist darüber hinaus eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens mit verschiedenen Ausführungsformen wiedergegeben.

Das Löschwasser wird erfindungsgemäß mit Hochdruckstrahldüsen an verschiedenen Stellen in die Koksschüttung eingeleitet. Die Düsen sind so angeordnet, daß die Wasserstrahlen asymetrisch in die Schüttung mit glühendem Koks eindringen können. Da das von oben aufgegebene Wasser bei einer hohen Koksschüttung schon nach Durchlaufen einer geringen Schüttungshöhe sich nicht mehr gleichmäßig auf die gesamte Schüttung verteilt, ist bei dieser alleinigen Aufgabe von oben leicht mit ungleichmäßiger Löschung des Kokses zu rechnen. Um nun auch die unteren Schichten des Kokses gleichmäßig zu erfassen und voll zu löschen, sieht die Erfindung vor, auch von der Seite und schräg von unten gezielte Strahlen von Hochdruckwasser einzuleiten. Wollte man bei Aufgabe von oben eine vollständige Löschung des gesamten Kokses erreichen, müßte man sehr viel länger und sehr viel mehr Wasser aufgeben, als bei gleichmäßiger Verteilung erforderlich wäre. Eine übergroße Menge Wasser führt aber an den zuerst gelöschten Stellen des Kokses dazu, daß der Koks zu naß wird. Durch die zusätzliche erfindungsgemäße Aufgabe des Wassers von der Seite und von unten wird nun erreicht, daß der Wassereintrag in den Löschwagen gering gehalten werden kann und der Wassergehalt des Kokses gleichmäßig niedrig bleibt, wobei wenig Überschußwasser entsteht.

Erfindungsgemäß hat sich vor allem eine stufenweise Beaufschlagung als vorteilhaft erwiesen, wobei man zunächst nur von oben besprüht und nach einer gewissen Zeit erst die anderen Hochdruckwasserdüsen zuschaltet. Auf diese Weise läßt sich verhindern, daß zu Beginn innerhalb kürzester Zeit sich explosionsartig zuviel Dampf entwickelt und dieser eventuell bereits an der Einfahröffnung des Löschwagens herausgedrückt wird. In diesem Zusammenhang ist vor allem der Vorschlag von Bedeutung, daß bei Zuschalten der unteren Wasserdüsen stufenweise die von oben aufgegebene Wassermenge auf mindestens die Hälfte der Anfangsmenge reduziert wird. Wenn die Löschung der oberen Schicht der Koksschüttung bereits im wesentlichen erfolgt ist, läßt sich insbesondere das Wasser von oben her fein verteilen, so daß es zu einer weitgehenden Kondensation des aufstrebenden Dampfes und einem Niederschlag der hochsteigenden Feststoffpartikel kommt.

Es hat sich auch als günstig erwiesen, daß der von der Seite und von unten in die Koksschüttung eingeleitete Hochdruckwasserstrahl in Intervallen aufgegeben wird. Dadurch kann in kurzer Zeit sehr viel und mit hohem Druck Wasser aufgegeben werden, so daß der Koks in eine gewisse Bewegung gebracht wird und es zu einem Temperaturausgleich in der Koksschüttung und an der Oberfläche zu einem Einebnen der Koksschüttung kommt.

Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird insbesondere vorgeschlagen, die Düsen und die Zuflußleitungen für die Zugabe des Hochdruckwassers an der Seite und unten am Löschwagen zu installieren und nach Einfahren des Löschwagens in den Löschturm die Zuflußleitungen an ein stationäres Hochdruckwassersystem anzuschließen. Die Wasseraufgabe von oben kann in an sich bekannter Weise im Löschturm fest installiert sein.

Um die absolute effektive Schütthöhe des heißen Kokses in dem Einpunktlöschwagen zu verringern, sieht die Erfindung vor, eine satteldachförmige Erhöhung in der Mitte des Schrägbodens anzuordnen, die vor allem die Hochdruckwasserdüsen enthält und unter der Zuflußleitungen für die Zugabe des Wassers vorhanden sind. Da der Löschwagen, abgesehen von der satteldachförmigen Erhöhung, insgesamt einen schrägen Boden enthält, ist es günstig, die Sprührichtung der Hochdruckwasserdüsen nur in Fahrtrichtung des Einpunktlöschwagens zu haben. Im Zusammenhang mit den Verfahrens- und Vorrichtungsvorschlägen der Erfindung hat es sich außerdem als günstig erwiesen, über dem Einpunktlöschwagen im Löschturm einen höhenveränderlichen Prallrost aufzuhängen, der sich über die gesamte Fläche des Einpunktlöschwagens erstreckt, um eventuell hochfliegenden Koks abzufangen.

Die Erfindung wird anhand der beigefügten Fig. 1 und 2 beispielsweise näher erläutert.

Fig. 1 zeigt in der Ansicht den erfindungsgemäßen Einpunktlöschwagen in der Löschstellung unter dem angedeuteten Löschturm.

Fig. 2 zeigt den erfindungsgemäßen Löschwagen in der anderen Ansicht, wobei ebenfalls die Anordnung der Düsen und deren Zuführungsleitungen angedeutet sind.

Bezugszeichenliste

1 Einpunktlöschwagen

2 Fahrwerk von 1

3 Querwände

4 Längswände

5 Schrägboden

6 satteldachförmige Einbauten

7 Koksauslaßklappen

8 angedeutete Oberkante der Koksschüttung in Fig. 2

9 angedeutete Oberkante der Koksschüttung in Fig. 1

10 Wasserbehälter

11 Hochdruckpumpe

12 Hochdruckwasseranschlüsse mit hydraulischer oder elektrischer Absenkung

13 konischer Ventilsitz an 12

14 Zuführungsleitung zu 15

15 seitliche obere Düsen

16 Zuführungsleitung zu 17

17 Düse im oberen Bereich von 6

18 Zuführungsleitung für 19 und 20

19 untere seitliche Düsen in 3

20 untere Düsen in 6

21 Außenwand des Löschturmes

22 Prallrost

23 Aufhängung von 22

24 Zuführung für 25

25 obere, senkrecht nach unten gerichtete Düsen zur Feinverteilung des Wassers

In der Fig. 1 ist mit 1 der Einpunktlöschwagen auf dem Fahrwerk 2 in Längsrichtung dargestellt. In den Querwänden 3 des Einpunktlöschwagens 1 befinden sich im oberen Bereich die seitlichen Hochdruckwasserdüsen 15 mit ihren Zuführungsleitungen 14 sowie im unteren Bereich die seitlichen Düsen 19 mit den Zuführungsleitungen 18. Der Schrägboden 5 des Einpunktlöschwagens ist etwa mittig mit einer satteldachförmigen Erhöhung 6 versehen, dessen obere Kante nahezu parallel zu der Schräge des Schrägbodens verläuft. Unter der satteldachförmigen Erhöhung befinden sich die Zuführungsleitungen 16 zu den einzelnen Hochdruckdüsen 17. In der Spitze dieser satteldachförmigen Erhöhung 6 wird das Wasser nahezu senkrecht nach oben bzw. schräg nach oben und zur Seite in die Koksschüttung gedrückt, und im unteren Bereich sind die Hochdruckwasserstrahlen aus den Düsen 20 nahezu waagerecht bzw. nur ein wenig nach oben in die Koksschüttung gerichtet. Wenn der Einpunktlöschwagen unter den Löschturm gefahren ist, werden die innen an der Wand des Löschturmes 21 angebrachten Hochdruckwasseranschlüsse 12 mit hydraulischer oder elektrischer Absenkung auf den konischen Ventilsitz 13 der Zuführungsleitungen am Einpunktlöschwagen abgesenkt. Aus den Wasserbehältern 10 wird dann über die Hochdruckpumpen 11 das Wasser in die Zuführungsleitungen 14, 16, 18 am Einpunktlöschwagen gegeben. In den Fig. 1 und 2 ist jeweils mit 8 und 9 die Oberkante der Koksschüttung angedeutet. Aus Fig. 1 ist insbesondere ersichtlich, wie die Hochdruckwasserstrahlen auf die Koksschüttung gerichtet sind und wie weit die einzelnen Strahlen die Koksschüttung durchdringen. Im Löschturm ist dicht über dem Einpunktlöschwagen ein sogenannter Prallrost 22 an Ketten 23 oder Stangen oder Ähnlichem höhenveränderlich aufgehängt, um eventuell hochgewirbelte Koksstückchen abzufangen. Dicht oberhalb des Prallrostes sind in einer Ebene senkrecht nach oben gerichtete Düsen zur Feinverteilung des Wassers über die gesamte Koksschüttung angeordnet. Diese Düsen 25 bestehen aus vielen kleinen Düsen, die nur mit geringem Überdruck im Vergleich zu den anderen Hochdruckwasserdüsen beaufschlagt werden. Ihre Zuführung 24 ist ebenfalls fest im Löschturm installiert und gegebenenfalls ohne Zwischenschaltung einer Hochdruckpumpe direkt mit dem Wasserbehälter 10 verbunden.

In der Fig. 2 ist die Position der einzelnen Hochdruckdüsen 15, 17, 19, 20 in den Längswänden 4 und der satteldachförmigen Erhöhung 6 des Einpunktlöschwagens noch einmal dargestellt. Daraus ist ersichtlich, daß die oberen Düsen 15 etwa waagerecht in der Querwand des Löschwagens angeordnet sind, während die unteren Düsen 19, 20 sich etwa parallel zum Schrägboden und die Hochdruckdüsen 17 sich etwa parallel zu der Spitze der satteldachförmigen Erhöhung 6 erstrecken.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Naßlöschen von glühendem Koks in einem Einpunktlöschwagen, der während des Kohsausdrückens vor der Kammeröffnung steht und zum Löschen des Kokses in einen Löschturm gefahren wird, dadurch gekennzeichnet, daß der glühende Koks im Einpunktlöschwagen unter dem Löschturm zu Beginn des Löschvorganges einige Sekunden, vorzugsweise 10 bis 30 Sekunden, nur von oben besprüht wird und dann nacheinander oder gleichzeitig von der Seite und von unten ein Hochdruckwasserstrahl waagerecht und/oder schräg nach oben gerichtet in die Koksschüttung eingeleitet wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei Zuschalten der Düsen von der Seite und von unten die von oben aufgegebene Wassermenge stufenweise auf mindestens die Hälfte der Anfangsmenge reduziert wird.
  3. 3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß der von der Seite und von unten in die Koksschüttung eingeleitete Hochdruckwasserstrahl in Intervallen aufgegeben wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß nach Zuschalten der Düsen von der Seite und von unten von oben nur noch fein verteiltes Wasser aufgegeben wird, dessen Geschwindigkeit höher liegt als die Dampfgeschwindigkeit, so daß die entstandenen Dämpfe kondensiert werden.
  5. 5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß an den Seitenwandungen (3, 4) und im Schrägboden (5) des Einpunktlöschwagens (1) Hochdruckwasserdüsen (15, 17, 19, 20) fest installiert sind, deren Zuflußleitungen (14, 16, 18) im Löschturm (21) an ein stationäres Hochdruckwassersystem (10 bis 13) angeschlossen werden.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß im Schrägboden (5) des Einpunktlöchwagens in der Mitte eine satteldachförmige Erhöhung (6) angeordnet ist, in der ebenfalls Hochdruckwasserdüsen (17, 20) sich befinden und wobei sich unter dieser satteldachförmigen Erhöhung (6) die Zuführungsleitungen zu den Düsen befinden.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die satteldachförmige Erhöhung (6) sich quer zur Fahrtrichtung des Einpunktlöschwagens erstreckt.
  8. 8. Vorrichtung nach den Ansprüchen 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die seitlichen und unteren Hochdruckwasserdüsen (15, 17, 19, 20) nur eine Sprührichtung in Fahrtrichtung des Einpunktlöschwagens haben.
  9. 9. Vorrichtung nach den Ansprüchen 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß im Löschturm (21) dicht über dem Einpunktlöschwagen ein Prallrost (22) gegen eventuell hochfliegenden Koks höhenveränderlich aufgehängt ist, der sich über die gesamte Fläche des Einpunktlöschwagens erstreckt.






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