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Dokumentenidentifikation DE3527567C2 07.06.1990
Titel Pfeifenorgel
Anmelder Slojewski-Schumacher, Christa, 4234 Alpen, DE
Erfinder Schumacher, Stephan, Eupen, BE
DE-Anmeldedatum 01.08.1985
DE-Aktenzeichen 3527567
Offenlegungstag 09.04.1987
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 07.06.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.06.1990
IPC-Hauptklasse G10B 1/02
IPC-Nebenklasse G10D 15/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Pfeifenorgel nach Patent 34 28 482.

Aus der DE-OS 20 15 633 ist eine Hausorgel mit elektromagnetischer Traktur bekannt, bei der Windladen mitsamt Steuerung und Pfeifen an einer Wand aufgehängt werden, die darum einen separaten Spieltisch benötigt.

Bei dem im Handbuch der Orgelkunde abgebildeten Positiv (Abb. 530) befindet sich die Windlade nebst Steuerung oberhalb der Klaviatur im Gegensatz zur vorliegenden Erfindung, bei der diese unterhalb der Klaviatur angeordnet ist, wodurch der Platz darüber zur Aufstellung von Pfeifenreihen genutzt und eine flache Bauweise in übereinander liegenden Ebenen ermöglicht wird.

Das im "Handbuch der Orgelkunde" abgebildete Zimmerpositiv (Abb. 533) zeigt eine zweimanualige Orgel in einem Schrank, bei welcher, wie bei allen bekannten Orgeln dieser Art, die Windladen nebst Steuerung und Windversorgung durch separate Bälge, hoch oder tief liegen. So ist es auch beim Gebrauchsmuster DE-GM 84 03 097.6.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Orgel mit noch geringerem Raumbedarf zu schaffen, die sich leicht in einer Wohnung unterbringen läßt. Bekanntlich sind Orgelmusikliebhabern selten spontane Möglichkeiten geboten, selbst an großen Orgeln zu üben, oder spielen zu dürfen. Um den Zugang zu den Vorzügen der Pfeifenorgelmusik für lernende und auch musikausübende Liebhaber solcher Musik innerhalb von auch räumlich sehr beschränkten Privatwohnungen, kleinen Vereinen, Musikräumen verschiedener Art zu ermöglichen, hat der Erfinder, selbst ein ausgebildeter Orgelbauer mit vieljähriger Erfahrung, einen Prototyp entwickelt und konstruiert, welcher in der Klangqualität und Klangvielfalt, wie auch in der Einordnung im Wohnraum voll befriedigt.

Die Erfindung sieht vor, die Haltevorrichtungen für eine vertikale Heimorgel so zu gestalten, daß die Klaviaturhöhe so leicht verstellbar ausgearbeitet ist, daß Personen unterschiedlicher Statur, solche Klaviaturhöhen gemäß eigener Vorstellungen durch einfachen Zug oder Druck in deren Höhe verändern können.

Damit die vertikale Heimorgel entlang einer Wand durch ausziehbare Verstrebungen oben und unten einen festen Halt gesichert erhält, sieht der Erfinder vor, an deren extremen Enden solche entweder mit einem rechtwinkligen oder einem T-förmigen Endstück so auszurüsten, daß dann solche wie eine feste Verstrebung zum tragen gelangen können.

Um einer vertikal errichteten Heimorgel gemäß dieser Erfindung ein Maximum an Klangvariationen beiordnen zu können, sind Orgelpfeifen nicht nur oberhalb der Klaviaturbereiche vorgesehen, sondern auch zusätzliche Pfeifen unter dem Klaviaturbereich. Außerdem haben sich mit besonderer Klangfarbe solche Orgelregister erwiesen, welche an der Rückwand angebracht sind. Durch eine solche Variation von Anbringstellen unterschiedlich gearteter Orgelregister wird eine vertikale Heimorgel mannigfach ausbau und gestaltungsfähig und zu einem sehr guten Übungs- und Vergnügungsinstrument, wenngleich kleiner, so doch ähnlich den Orgeln in Kirchen, Konzertsälen usw.

Zur bildlichen Darstellung einer der möglichen Varianten einer vertikalen Heimorgel, wird in Fig. 1 angedeutet, wie an Ebene 2 die Windsteuerung in Form einer Windlade mit Ventilen (4) angebracht sein kann. Fig. 1 (5) weist den Raum aus, wo vorzugsweise der Erfinder das Gebläse mit der Windlade vorsieht. Desweiteren sieht diese Erfindung eine sich gut bewährende Anordnung von drei übereinander angeordneten Registern vor: Ein eng mensuriertes Register (6) auf der Registerebene 1, ein kurzbecheriges Zungenregister (7) auf der zweiten Registerebene (2) wie auch noch zusätzlich ein weit mensuriertes Register (8) auf der dritten Ebene (3). Die Anbringung der benannten Ebenen erfolgt auf einer gemeinsamen Platte, in senkrechter Position.

Alle Ebenen sind an einer gemeinsamen senkrechten Platte montiert, einschließlich der Windlade mit aufliegender Klaviatur, wodurch das tragfähige Grundelement gebildet wird. Die senkrechte Platte ist so vorgesehen, daß diese vorzugsweise die Windführungen von den Ventilen zu den Pfeifen beherbergt.

In Fig. 2 ist die Klaviaturseite dargestellt. Fig. 1 (9) dagegen stellt die dem Orgelspielenden abgewandte Seite dar, wobei am rückwärtigen Teil der Platte eine vierte Ebene zu ersehen ist, mit einem daraufstehenden Holzpfeifen-Register, um wie ein Echo-Werk fungieren zu können.

Bei zwei Klaviaturen sieht der Erfinder eine Ventillade auf der zweiten Ebene vor, welche hinter der unteren Klaviatur anberaumt, vorgesehen ist. Solche Bauweise eröffnet größere Gestaltungsfreiheiten, insbesondere die Austauschbarkeit von einzelnen Elementen und erlaubt einprogrammierte Ergänzungsmöglichkeiten.

In Fig. 3 wird in Verbindung mit der Rückseite einer Heimorgel aufgezeigt, wie eine nach dieser Bauweise gefertigte Heimorgel höhenverschieblich auf Gleitschienen und mit einem oder mehreren Gegengewichten ausgeführt werden kann.

Die Erweiterungsmöglichkeiten mit zusätzlichen Registern in Verbindung mit flexiblen Luftstromzufuhren, kann nicht nur als Teil einer Orgelrückwand Anwendung finden, sondern auch als Teil der vorgesehenen Orgelabstützelemente. Desgleichen können Gleitbrecher auch an anderen Teilen eines Orgelkörpers angebracht sein, oder auch völlig abgesondert konzipiert, vorgesehen werden.

Wie in Fig. 3 zu erkennen ist, sieht diese Erfindung auch vor, daß sowohl die Höhenregulierungsmöglichkeiten für die Gleitbrecher bedacht sind, als auch die Höhenregulierungsmöglichkeiten jeglicher Art von Abstützvorrichtungen für eine vertikale Heimorgel entlang einer Zimmerwand zwischen Raumdecke und Fußboden.

Langjährigen Erfahrungen im Orgelbau Rechnung tragend, sieht der Erfinder es als zweckdienlich an, nicht nur handwerklich in vielen aufwendigen Arbeitsvorgängen zu fertigen, sondern auch Kombinationen mit elektronischen Zusatzvorrichtungen vorzusehen. So können kombinierte Klangeffekte zu einer Bereicherung der Pfeifenklänge bei vertikalen Heimorgeln mittels elektronisch erzeugter Klänge erweitert werden. Somit zeigt der Erfinder mehrere Möglichkeiten auf, sowohl nach handwerklichen Prinzipien vertikale Heimorgeln zu bauen, als auch durch sich gegenseitig ergänzende Klangmittel durch hinzugefügte Elektronik, oder auch aus Kostengründen Register mit elektronischem Klangwerk einzubauen.

Eine besondere Neuerung im Orgelbau zwecks Steigerung der Tonverschmelzung sieht der Erfinder dadurch vor, daß die Rückwand der tonerzeugenden Elemente eine gewölbte tonreflektierende Rückwand aufweist, welche so eine ideale Tonwiedergabe erzeugt, wie eine Muschel. Auch die zusätzlichen tonwiedergebenden Elemente können eine abgerundete Rückwand zu einer muschelähnlichen Form ausgebildet, vorgesehen sein, um eine Konzertklangwiedergabe Möglichkeiten einräumen zu können.

Diese hier beschriebene vertikale Heimorgel sieht der Erfinder vor so zu konstruieren, daß eine Zerlegung der Orgelkonstruktion so vorgesehen wird, daß sie für Transport und Lagerungszwecke auf ein Minimum an Volumen reduziert und günstige Verpackungsmöglichkeiten mit eingeplant werden können. Dazu gehört auch die Zerlegungsmöglichkeit der teleskopisch konzipierten Befestigungselemente, welche als seitliche Verstärkungsmittel für Verpackungszwecke während des Transports dienen sollen. Diese hier aufgezählten Aspekte sind doch nicht von zu gering einzustufender Bedeutung, zumal in vielen Wohnungen der Zugang zu Treppen und bestimmten Räumlichkeiten so beengt sein kann, daß dem Spieler einer im eigenen Zuhause zur Verfügung stehenden Orgel gerade eine leicht zerlegbare und aufbaubare Orgelkonstruktion von großer Bedeutung sein kann.

Auch aus der Sicht des Austausches von Ersatzteilen, erachtet der Erfinder es als wichtig, vertikale Heimorgeln so zu konstruieren, daß ein richtiges und passendes Ersatzteil, auch über weite Entfernungen nachgeliefert werden kann, sowie die Zusammensetzung der diversen klangerzeugenden Elemente auszuwechseln oder gar zu erweitern ermöglichen.


Anspruch[de]
  1. 1. Pfeifenorgel mit einem Manual, mechanischer Traktur und mindestens einem Pfeifenregister, sowie einer unterhalb des Manuals angeordneten Windversorgung, die zusammen eine bauliche Einheit bilden, wobei Einrichtungen vorgesehen sind mit denen die Pfeifenorgan an einer Wand aufhängbar ist, nach Patent 34 28 482, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Pfeifenreihen auf Pfeifenstöcken ohne zusätzliche Steuerungselemente angeordnet sind, die in verschiedenen Ebenen übereinander an einer gemeinsamen vertikalen Platte angebracht sind, in oder an welcher die Windführungen verlaufen.
  2. 2. Pfeifenorgel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine weitere Pfeifenreihe unterhalb der Windversorgung angeordnet ist.
  3. 3. Pfeifenorgel nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich elektronische Tonerzeuger vorgesehen sind.
  4. 4. Pfeifenorgel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zum Aufhängen der Orgel eine Vorrichtung zur Höhenverstellung umfaßt.
  5. 5. Pfeifenorgel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zum Aufhängen der Orgel mindestens eine teleskopisch ausziehbare Strebe umfaßt, die entlang einer Zimmerwand, zwischen Fußboden und Raumdecke verstrebt werden kann.






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