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Dokumentenidentifikation DE3606566C2 07.06.1990
Titel Halterung einer Windschutzscheibe an einem Kraftfahrzeug
Anmelder Audi AG, 8070 Ingolstadt, DE
Erfinder Bayer, Josef;
Gerzimbke, Manfred, 8074 Gaimersheim, DE
DE-Anmeldedatum 28.02.1986
DE-Aktenzeichen 3606566
Offenlegungstag 03.09.1987
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 07.06.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.06.1990
IPC-Hauptklasse B60J 1/02

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Halterung einer Windschutzscheibe an einem Kraftfahrzeug nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Es ist bekannt, Windschutzscheiben direkt am Flansch eines Windschutzscheibenrahmens zu verkleben. Der Vorteil einer solchen Montage liegt darin, daß eine so montierte Windschutzscheibe zu einem tragenden Teil der Karosserie wird und damit die Stabilität erhöht bzw. einfachere und gewichtsgünstigere Konstruktionen in der Umgebung der Windschutzscheibe zuläßt. Ein weiterer Vorteil besteht auch in der schnellen und weitgehend automatisierbaren Montage bei der Serienfertigung. Einer solchen Ausführung haftet dagegen der Nachteil an, daß zum Ausbau einer Windschutzscheibe aufwendige Maßnahmen erforderlich sind. Ausbauten sind in Werkstätten häufige Reparaturen für zerbrochene Scheiben, aber auch in der Großserie müssen häufig fehlerhafte und zerkratzte Scheiben ausgewechselt werden. Zum Ausbau ist es notwendig, den Kleber durch Schneiddrähte, Messer, Meißel etc. vom Windschutzscheibenflansch zu trennen, was sehr aufwendig und zeitraubend ist. Zusätzlich besteht die Gefahr, daß der Flansch dabei verformt wird und danach nicht mehr lagerichtig zur Windschutzscheibe ausgerichtet ist.

Zur Lösung des vorstehend beschriebenen, bekannten Problems wurde bereits vorgeschlagen (DE-AS 25 20 320 und DE-GM 75 20 034), die Scheibe nicht direkt mit dem Flansch eines karosserieseitigen Windschutzscheibenrahmens zu verkleben. Die Scheibe soll mit einem umlaufenden Rahmen oder einem Profil verklebt werden, wobei dann der Rahmen oder das Profil mit dem karosserieseitigen Flansch verbunden wird. Beim Auswechseln der Scheibe wird nicht mehr die Klebeverbindung zwischen Scheibe und Rahmen oder Profil aufgetrennt, sondern die Verbindung zwischen dem Rahmen oder Profil und dem karosserieseitigen Flansch gelöst, wodurch der Auswechselvorgang erleichtert ist.

Als Verbindung zwischen dem Rahmen und dem karosserieseitigen Flansch werden einerseits Schraubverbindungen vorgeschlagen (DE-GM 75 20 034). Bei der Vielzahl der für einen dichten Einbau erforderlichen Schraubverbindungen entsteht hierbei ein hoher Montageaufwand bei der Serienfertigung. Als weitere Verbindung wird eine Steckverbindung vorgeschlagen (DE-AS 25 20 320), bei der das umlaufende Rahmenprofil U-förmig ausgebildet und über den karosserieseitigen Flansch gesteckt ist. Beim Auswechseln einer Scheibe ist es dabei erforderlich, das U-Profil aufzubiegen, wodurch die Gefahr einer Beschädigung des Flanschverlaufs und der Lackierung gegeben ist. Beiden Vorschlägen haftet weiter der Nachteil an, daß der mit der auszuwechselnden Scheibe durch Klebung verbundene Rahmen in jedem Fall als Wegwerfteil verloren ist und daß für Reparaturen in Werkstätten dort bereits mit den Rahmen verklebte Scheiben zur Verfügung gestellt oder aufwendige Klebeeinrichtungen angeschafft werden müssen.

In einer bekannten Anordnung (DE-AS 20 15 496) ist eine Windschutzscheibe an einem Flansch einer karosserieseitigen Scheibenöffnung durch einen zweigeteilten Rahmen gehalten. Der erste innere Rahmen ist mit dem Flansch verbunden und der zweite äußere Rahmen ist mit dem inneren Rahmen durch eine Clipverbindung verbunden, wodurch die Scheibe zwischen Anlageflächen am inneren und äußeren Rahmen gehalten ist. Aufgrund seiner Ausbildung muß der innere Rahmen vor dem Einsetzen der Windschutzscheibe montiert werden. Eine Vormontage gerahmter Scheiben zur Reduzierung des Montageaufwands am Endmontageband ist hierbei nicht möglich.

Aufgabe der Erfindung ist es demgegenüber, eine gattungsgemäße Halterung einer Windschutzscheibe an einem Kraftfahrzeug dahingehend zu verbessern, daß bei einfacher und kostengünstiger Montage eine Scheibe schnell und einfach ausgewechselt werden kann.

Diese Aufgabe wird mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Gemäß Anspruch 1 wird die Scheibe nicht unmittelbar an den karosserieseitigen Flansch geklebt, sondern zwei Rahmen verwendet, wovon ein erster innerer Rahmen mit dem Flansch an der Karosserie verklebt ist. Weiter ist ein zweiter äußerer Rahmen vorgesehen, mit dem der innere Rahmen durch eine Schraub- oder Klippverbindung verbunden ist. Die Scheibe ist zwischen Anlageflächen am inneren und äußeren Rahmen gehalten.

Eine Scheibe kann sehr einfach dadurch ausgewechselt werden, daß der äußere Rahmen vom inneren Rahmen abgenommen wird, wodurch die Scheibe einfach abgenommen werden kann. Die Klebung am inneren Rahmen wird dabei nicht berührt oder zerstört. Beim Auswechseln der Scheibe wird aber auch der innere Rahmen und je nach Ausführung der äußere Rahmen nicht zerstört oder beschädigt, so daß die Rahmenteile wieder verwendbar sind. Wenn nur eine defekte Scheibe ausgewechselt werden soll, braucht in einer Werkstätte keine aufwendige Verklebung durchgeführt werden, wodurch die Auswechslung zeitsparend und reparaturfreundlich ist.

Auch die Montage bei der Serienfertigung ist einfach und zeitsparend durchzuführen, da insbesondere die Scheiben mit den beiden verbundenen Rahmen unabhängig vom Endmontageband vormontiert werden können. Die gerahmten Scheiben werden dann am Endmontageband angeliefert und dort nur noch als komplette Einheit mit dem inneren Rahmen und der Karosserie verklebt, so daß keine unerwünscht zeitaufwendigen Montagearbeiten am Endmontageband für die Scheibenbefestigung notwendig werden.

Nach Anspruch 2 ist es zweckmäßig, den inneren Rahmen als L-Profil mit außen umlaufendem Bund auszubilden, so daß die Scheibe in dieses Profil eingelegt werden kann. Der äußere Rahmen ist dabei als Deckrahmen ausgebildet, der einen Teil des Scheibenrandes abdeckt und die Anlage und Haltefläche für die Scheibe bildet und den Anschluß an die umgebenden Karosserieteile herstellt.

Mit den Ansprüchen 3 bis 5 werden vorteilhafte Ausgestaltungen der Verbindung zwischen dem inneren und äußeren Rahmen beansprucht. Es wird sowohl eine Schraubverbindung als auch eine Klippverbindung mit einem Tannenzapfenprofil und eine Schiebeverbindung mit sich umgreifenden Vorsprüngen vorgeschlagen. Bei einer Schraubverbindung bleibt beim Auswechseln einer Scheibe in jedem Fall auch der äußere Deckrahmen unbeschädigt und kann wieder verwendet werden. Diesem Vorteil steht aber eine zeitaufwendigere Vormontage gegenüber. Da die vorgeschlagenen Clip- oder Schiebeverbindungen die Scheibe gut und stabil halten müssen, besteht die Gefahr, daß beim Auswechseln der Scheibe der Deckrahmen zerstört wird oder von vornherein als Wegwerfteil auszuführen ist. Bei solchen Ausführungen ist dagegen die Montage bei der Serienfertigung einfacher und schneller durchzuführen, so daß bei einer Großserienfertigung die beiden letztgenannten Ausführungen zu bevorzugen sind.

Zur Abdichtung der Scheibe gegenüber den Anlageflächen an den Rahmen, zum Ausgleich von Toleranzen und zur Erhöhung der Reibung und damit des festen Halts der Scheiben an den Rahmen sind nach Anspruch 6 an den Anlageflächen Gummidichtungen vorgesehen.

Anhand von Zeichnungen werden drei Ausführungsbeispiele der Erfindung mit weiteren Einzelheiten, Merkmalen und Vorteilen näher erläutert.

Es zeigt

Fig. 1 eine Karosserie mit einer in Längsrichtung auseinandergezogenen und die Einzelbauteile zeigenden Halterung einer Windschutzscheibe,

Fig. 2 einen Querschnitt durch einen Randbereich einer ersten Ausführungsform einer Windschutzscheibenhalterung entlang der Linie A-A,

Fig. 3 einen Querschnitt durch einen Randbereich einer zweiten Ausführungsform einer Windschutzscheibenhalterung entlang der Linie A-A,

Fig. 4 einen Querschnitt durch den Randbereich einer dritten Ausführungsform einer Windschutzscheibenhalterung entlang der Linie A-A.

In Fig. 1 ist eine Windschutzscheibenhalterung 1 an einer Karosserie 2 dargestellt, mit einem karosserieseitigen Flansch 3 eines Scheibenrahmens um die Karosserieöffnung 4 zur Aufnahme einer vorderen Windschutzscheibe 5 und mit einem ersten inneren Rahmen 6 und einem zweiten äußeren Deckrahmen 7. Zur Verdeutlichung der Reihenfolge, wie die beiden Rahmen 6, 7 und die Windschutzscheibe übereinanderliegen, sind diese Teile in der Form eines Explosionsbildes in der Fahrzeuglängsachse versetzt dargestellt. Einzelheiten der Rahmenausführungen werden durch Schnitte entlang der Linie A-A an drei Ausführungsformen entsprechend der Fig. 2 bis 4 dargestellt.

Fig. 2 zeigt den karosserieseitigen Flansch 3, den inneren Rahmen 6, die darüberliegende Scheibe 5 und den äußeren Deckrahmen 7. Der innere Rahmen 6 ist L-förmig ausgeführt mit einem abstehenden und die Scheibe umgebenden Bund 8. Der innere Rahmen 6 ist mit Hilfe einer Klebeschicht 9 mit dem Flansch 3 verklebt. Im Bund 8 ist eine Gewindebohrung für eine Schraubverbindung 10 vorgesehen, über die der Deckrahmen 7 mit dem inneren Rahmen 6 verbunden ist. Zwischen der inneren Scheibenanlagefläche und dem inneren Rahmen 6 liegt eine Gummidichtung 11. Die zusammengefügten beiden Rahmen bilden im Querschnitt ein U-Profil, in dem die Scheibe beidseitig gehalten wird.

Auch die zweite Ausführungsform nach Fig. 3 zeigt einen Flansch 3, eine Klebeschicht 9, einen inneren Rahmen 6, eine Windschutzscheibe 5, einen äußeren Deckrahmen 7 und eine Gummidichtung 11. Die Verbindung zwischen dem Rahmen 6 und dem Deckrahmen 7 ist hier als Schiebeprofil ausgeführt, wobei der Rahmen 6 eine vorstehende Nase 12 und der Deckrahmen 7 ein entsprechendes, die Nase 12 umgreifendes Profil 13 aufweist. Die Verbindung wird von dem nach oben abgebogenen Flanschteil 14 zusammengehalten und gesichert.

Fig. 4 zeigt ebenfalls einen Flansch 3, eine Klebeschicht 9, einen inneren Rahmen 6, eine Scheibe 5, einen äußeren Deckrahmen 7 und eine Gummidichtung 11. Die Ausführung entspricht weitgehend der in Fig. 2, anstelle der Schraubverbindung 10 ist jedoch hier ein ineinandergreifendes Tannenzapfenprofil 15 als Verbindung zwischen dem Deckrahmen 7 und dem umlaufenden Bund 8 des inneren Rahmens vorgesehen.

Die gezeigten Ausführungsformen haben folgende Funktion: Bei der Erstmontage werden die Scheiben 5 an einem Vormontageplatz mit den beiden Rahmen 6, 7 eingerahmt und vormontiert. Die so vormontierte, gerahmte Scheibe wird ans Endmontageband geliefert und dort mit der inneren Rahmenfläche am karosserieseitigen Flansch 3 verklebt, wodurch die Montage und Befestigung der Scheibe 5 durchgeführt ist.

Beim Auswechseln einer Scheibe 5 wird nur der Deckrahmen 7 vom inneren Rahmen 6 gelöst und abgehoben, wodurch die Scheibe 5 für einen Austausch frei im inneren Rahmen 6 liegt. Nach dem Austausch der Scheibe 5 wird lediglich derselbe oder ein neuer Deckrahmen 7 mit dem inneren Rahmen 6 verbunden.

Zusammenfassend wird festgestellt, daß mit dem Anmeldungsgegenstand eine montage- und reparaturfreundliche Halterung einer Windschutzscheibe mit Verklebung zur Verfügung gestellt wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Halterung einer Windschutzscheibe an einem Kraftfahrzeug, bei der die Windschutzscheibe an einem Flansch einer karosserieseitigen Scheibenöffnung mit einem Scheibenrahmen und einer Verklebung gehalten wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Scheibenrahmen (6, 7) zweigeteilt ist, wobei ein erster innerer Rahmen (6) über eine Klebeschicht (9) mit dem Flansch (3) verbunden ist, ein zweiter äußerer Rahmen (7) mit dem inneren Rahmen (6) durch eine Schraub- (10), Schiebe- (12, 13) oder Clipverbindung (15) verbunden ist und die Scheibe (5) zwischen Anlageflächen am inneren und äußeren Rahmen (6, 7) gehalten ist.
  2. 2. Halterung einer Windschutzscheibe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der innere Rahmen (6) als L-Profil ausgebildet ist und ein Schenkel des Profils mit dem Flansch (3) verklebt ist und der andere Schenkel als umlaufender Bund (8) die Scheibe (5) randseitig umgibt, und daß der äußere Rahmen als Deckrahmen (7) ausgebildet ist, der am umlaufenden Bund (8) befestigt ist.
  3. 3. Halterung einer Windschutzscheibe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die gegenseitige Verbindung der beiden Rahmen (6, 7) durch eine Schraubverbindung (10) am Bund (8) ausgeführt ist.
  4. 4. Halterung einer Windschutzscheibe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die gegenseitige Verbindung der beiden Rahmen (6, 7) durch ein Tannenzapfenprofil (15) im Bund (8) des ersten Rahmens (6) und ein entsprechendes Profil am zweiten Rahmen (7) ausgeführt ist.
  5. 5. Halterung einer Windschutzscheibe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die gegenseitige Verbindung der beiden Rahmen (6, 7) durch ein Schiebeprofil mit sich umgreifenden Vorsprüngen (12, 13) an den beiden Rahmen (6, 7) ausgeführt ist.
  6. 6. Halterung einer Windschutzscheibe nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen wenigstens einer Anlagefläche der Scheibe an den beiden Rahmen (6, 7) eine umlaufende Gummidichtung (11) vorgesehen ist.






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