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Dokumentenidentifikation DE3738375C2 02.08.1990
Titel Vorrichtung zum Einsetzen von Testküvetten in eine Meßvorrichtung eines Analysegerätes
Anmelder Heinrich Amelung GmbH, 4920 Lemgo, DE
Erfinder Amelung, Rolf, Dipl.-Ing.;
Brakemeier, Ernst-Aug.;
Becker, Helmut, 4920 Lemgo, DE
Vertreter Stracke, A., Dipl.-Ing.; Loesenbeck, K., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 4800 Bielefeld
DE-Anmeldedatum 12.11.1987
DE-Aktenzeichen 3738375
Offenlegungstag 24.05.1989
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 02.08.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.08.1990
IPC-Hauptklasse G01N 21/01
IPC-Nebenklasse G01N 21/03   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Einsetzen von mit Testküvetten in eine Meßvorrichtung eines Analysegerätes gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Aus der DE-OS 27 11 853 ist es bekannt, die Beschickungsöffnungen mehrerer, nebeneinanderliegender Testküvetten durch einen einstückigen Halte- und Verschlußstreifen in der Form zu verschließen, daß die Testküvetten auf den Halte- und Verschlußstreifen aufgeklebt werden.

Allerdings besteht die Gefahr, daß beim Lösen des Halte- und Verschlußstreifens Kleberreste am Rand der Beschickungsöffnungen der Testküvetten hängen bleiben können, was zu einer Verfälschung des Untersuchungsergebnisses führen kann, da Klebepartikel mit der zu untersuchenden Flüssigkeit in Berührung kommen und mit dieser vermengt werden können.

Auch dann schon, wenn die eindringenden Klebepartikel in geringster Menge vorliegen, kann dies bei den heute möglichen feinsten Untersuchungsmethoden zu Ergebnisverfälschungen führen.

Das Verschließen von mehreren nebeneinanderliegenden Testküvetten ist auch aus der US 46 75 299 bekannt. Dabei ist der Halte- und Verschlußstreifen zweiteilig ausgebildet, wobei die Testküvetten an der Unterseite eines ebenfalls Beschickungsöffnungen aufweisenden Haltestreifens verklebt, während der die Beschickungsöffnungen abdeckende Verschlußstreifen durch eine unterseitige Haftschicht mit dem Haltestreifen verbunden ist.

Bei dieser bekannten Möglichkeit die Testküvetten zu halten und zu verschließen, stellen sich durch die Verwendung von Klebern die gleichen Probleme ein wie sie im Zusammenhang mit der DE-OS 27 11 853 geschildert wurden.

Ein weiterer Nachteil bei der Verwendung der bekannten Halte- und Verschlußstreifen ist darin zu sehen, daß diese aufgrund der eingesetzten Klebstoffe nicht nur nicht wiederverwendet werden können, sondern darüber hinaus nach einer Entnahme der Testküvetten als anfallender Abfall eine Umweltbelastung darstellen.

Da die Testküvetten, und mithin die Halte- und Verschlußstreifen Massenartikel darstellen, die in großer Anzahl Verwendung finden, stellt die Nichtwiederverwendbarkeit einen wirtschaftlichen Nachteil dar.

Der vorliegenden Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der gattungsgemäßen Art zu schaffen, mit der eine wirtschaftlichere Verwendung und problemlosere Handhabung der Testküvetten möglich wird.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 genannten Merkmale gelöst.

Da der Halte- und Verschlußstreifen nach der Erfindung praktisch formschlüssig mit den Testküvetten verbunden ist, ist es ausgeschlossen, daß irgendwelche Fremdpartikel, die ein Untersuchungsergebnis verfälschen könnten, beim Lösen des Halte- und Verschlußstreifens von den Küvetten in diese gelangen könnten.

Ein weiterer Vorteil der Erfindung liegt darin, daß der Halte- und Verschlußstreifen wiederverwendbar ist. Dies schlägt sich einerseits in geringeren Kosten nieder, andererseits fällt kein Abfall an, der ansonsten, insbesondere bei einem Halte- und Verschlußstreifen aus Kunststoff, die bekannten Umweltprobleme mit sich brächte.

Dieser Aspekt ist auch gerade deshalb sehr interessant, da die Testküvetten bzw. die Halte und Verschlußstreifen in einer sehr großen Anzahl hergestellt werden und Verwendung finden.

Darüber hinaus bietet die Erfindung erhebliche Handhabungsvorteile, da durch die Ausgestaltung des Halte- und Verschlußstreifens das automatische Entnehmen der Testküvetten nur sehr geringe mechanische Anforderungen an einen entsprechenden Apparat stellt, so daß sich daraus eine erheblich verbesserte Wirtschaftlichkeit ergibt.

Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand von Unteransprüchen.

In der beigefügten Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt, welches im folgenden näher beschrieben wird. Es zeigt

Fig. 1 eine perspektivische Darstellung eines Halte- und Verschlußstreifens mit einer Vielzahl von daran befestigten Testküvetten

Fig. 2 eine Ansicht in Richtung des Pfeiles II in Fig. 1

Fig. 3 eine Teildraufsicht auf den Halte- und Verschlußstreifen gemäß Fig. 1

Fig. 4 einen Teilschnitt nach der Linie IV-IV in Fig. 3

In den Fig. 1 bis 4 ist mit dem Bezugszeichen 10 ein Halte- und Verschlußstreifen bezeichnet, der vorteilhafterweise aus Papier, Karton, Kunststoff oder einem ähnlichen, flexiblen Material hergestellt ist.

Dieser Halte- und Verschlußstreifen 10 dient einerseits als Träger für eine Vielzahl von Testküvetten 11, andererseits aber auch als Verschluß für die Beschickungsöffnungen dieser Testküvetten 11.

Wie in den Fig. angedeutet ist, sind die Testküvetten 11 mit einer Stahlkugel 12 bestückt, die durch die Verwendung des Halte- und Verschlußstreifens 10 nicht aus den Testküvetten 11 herausfallen kann.

Der Halte- und Verschlußstreifen 10 ist so gestaltet, daß er bei Bedarf relativ leicht von den Testküvetten 11 abgenommen werden kann, d.h., der Halte- und Verschlußstreifen 10 ist letztendlich lösbar mit den Testküvetten 11 verbunden.

Eine besonders sinnvolle Verbindungsart ergibt sich besonders anschaulich aus den Darstellungen in den Fig. 3 und 4.

Wie diese beiden Fig. deutlich zeigen, sind die Testküvetten, die im wesentlichen eine zylindrische Grundform aufweisen, im Bereich ihrer Beschickungsöffnung 13 mit einem einstückig angeformten, umlaufenden Flansch 14 versehen.

Der Halte- und Verschlußstreifen 10 ist jeweils in dem Bereich, in dem eine Testküvette 11 aufgenommen werden soll, mit zwei Durchbrechungen 15 versehen, die etwa L-förmig gestaltet sind.

Die jeweils längeren Schenkel 16 dieser Durchbrechungen 15 verlaufen parallel zueinander und weisen einen Abstand zueinander auf, der mindestens dem Durchmesser einer Testküvette 11 entspricht.

Die jeweils kürzeren Schenkel 17 der Durchbrechungen 15 sind, was Fig. 3 besonders deutlich zeigt, einander abgewandt.

Die Länge dieser kürzeren Schenkel 17 entspricht etwa der Breite des schon erwähnten Flansches 14 einer Testküvette 11.

Durch diese Durchbrechungen 15 besteht die Möglichkeit, eine Testküvette 11 mit ihrem umlaufenden Flansch 14 unter Verformung des Materials des Halte- und Verschlußstreifens 10 an diesen gewissermaßen anzuklemmen.

Um eine ungewollte Verschiebung einer befestigten Testküvette oder ein unbeabsichtigtes Lösen einer Testküvette vom Halte- und Verschlußstreifen 10 zu verhindern, ist der Halte- und Verschlußstreifen 10 jeweils zwischen zwei einander zugeordneten Durchbrechungen 15 im Bereich der jeweils kürzeren Schenkel 17 mit einer Ausprägung 18 versehen, die sich zur Befestigungsseite der jeweiligen Testküvette 11 hin erstreckt. Diese Ausprägung 18 sichert weitestgehend die Lage einer in die Durchbrechungen 15 eingeschobenen Testküvette.

Die gesamte Einheit - bestehend aus Halte- und Verschlußstreifen 10 und den daran befestigten Testküvetten 11 mit eingefüllten Stahlkugeln 12 - kann leicht und praktisch gehandhabt werden, ohne daß die Gefahr besteht, daß die Stahlkugeln 12 verloren gehen. Es besteht auch die Möglichkeit, die am Halte- und Verschlußstreifen 10 befestigten Testküvetten 11 in ihrer Gesamtheit in einem Arbeitsgang in eine Meßvorrichtung eines Analysegerätes einsetzen zu können. Nach diesem Einsetzen wird wiederum in einem Arbeitsgang der komplette Halte- und Verschlußstreifen 10 entfernt, so daß die entsprechenden Vorbereitungsarbeiten für die Durchführung einer Analyse erheblich vereinfacht und zeitlich verkürzt werden.

Selbstverständlich können auch andere Einheiten als dargestellt zum Einsatz gelangen. Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind an dem Halte- und Verschlußstreifen 10 insgesamt zehn Testküvetten 11 befestigt. Hier sind auch andere Zahleneinheiten denkbar, und zwar sowohl hinsichtlich einer Vergrößerung wie auch einer Verkleinerung der Anzahl der an einem Halte- und Verschlußstreifen 10 angeschlossenen Testküvetten 11.

Selbstverständlich können auch andere Verbindungsmethoden zwischen Halte- und Verschlußstreifen 10 und Testküvetten 11 zum Einsatz gelangen, entscheidens ist lediglich, daß einerseits die Beschickungsöffnungen 13 des Testküvetten 11 vom Halte- und Verschlußstreifen 10 vollständig abgedeckt werden und andererseits die Möglichkeit besteht, daß der Halte- und Verschlußstreifen 10 bei Bedarf vergleichsweise leicht von den Testküvetten 11 abgenommen werden kann.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Einsetzen von Testküvetten in eine Meßvorrichtung eines Analysegerätes, wobei die Beschickungsöffnung einer oder mehrerer Testküvetten durch einen die Testküvetten miteinander verbindenden Halte- und Verschlußstreifen abgedeckt sind, dadurch gekennzeichnet, daß der Halte- und Verschlußstreifen (10) im Bereich jeder aufgenommenen Testküvette (11) mit Durchbrechungen (15) versehen ist, durch die ein im Bereich der Beschickungsöffnung (13) der Testküvette (11) umlaufend angeformter Flansch (14) bereichsweise hindurchgeschoben und festgeklemmt ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Durchbrechungen (15) vorgesehen sind, die etwa L-förmig ausgebildet sind, wobei die jeweils längeren Schenkel (16) parallel zueinander verlaufen und mindestens in einem dem Durchmesser einer Testküvette (11) entsprechenden Abstand zueinander verlaufen und die jeweils kürzeren Schenkel (17) dieser Durchbrechung einander abgewandt sind und eine Länge aufweisen, die etwa der Breite des Flansches (14) entspricht.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen zwei einander zugeordneten Durchbrechungen (15) im Bereich der jeweils kürzeren Schenkel (17) eine zur Befestigungsseite der Testküvetten (11) hin verlaufende Ausprägung (18) vorgesehen ist.






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