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Dokumentenidentifikation DE3903198A1 09.08.1990
Titel Mehrlagiges Siebgewebe einer Papiermaschine
Anmelder Andreas Kufferath GmbH & Co KG, 5160 Düren, DE
Erfinder Odenthal, Heinz, Dipl.-Phys. Dr., 4019 Monheim, DE
Vertreter Schumacher, B., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 6450 Hanau
DE-Anmeldedatum 03.02.1989
DE-Aktenzeichen 3903198
Offenlegungstag 09.08.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.08.1990
IPC-Hauptklasse D21F 1/10
IPC-Nebenklasse D03D 1/00   D03D 11/00   
Zusammenfassung Bei einem mehrlagigen Siebgewebe zur Bespannung in der Siebpartie einer Papiermaschine mit einem der oberseitigen Papierseite zugewandten, zumindest einlagigen Obergewebe und einem der unterseitigen Maschinenseite zugewandten, zumindest einlagigen Untergewebe, das mit dem Obergewebe durch Längsfäden überkreuzende Bindequerfäden verbunden ist, ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß das Untergewebe als ein- oder mehrlagiges Füllquerfadengewebe ausgebildet ist, daß das Füllquerfadengewebe an seiner dem Obergewebe zugewandten Oberseite flottierend geführte Füllquerfäden aufweist und daß ausschließlich zumindest einige dieser Füllquerfäden die Bindequerfäden für die Verbindung von Ober- sowie Untergewebe bilden. Bei einem solchen mehrlagigen Siebgewebe sind eine weitgehende Markierungsfreiheit und eine optimale Laufstabilität sowie Lebensdauer gewährleistet.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein mehrlagiges Siebgewebe gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.

Die EP-B1-01 26 943 und die EP-A1-01 41 791 beschreiben für Papiermaschinen dienende Verbundgewebe mit einem Untergewebe in Form eines doppellagigen Standardgewebes und einem einlagigen Obergewebe. Das letztere ist mit dem Untergewebe über Bindequerfäden verbunden, die die normalen oberen Querfäden des doppellagigen Untergewebes bilden und für einen Rapport in der Abbindefolge des Untergewebes aussetzen, um die notwendige Flottierungslänge für die Anbindung an das Obergewebe zu erzielen. Diese normalen oberen Querfäden des doppellagigen Untergewebes bilden somit gleichzeitig die Bindeschußfäden. Bei einer Ausführungsform der EP-B1-01 26 943 werden die Bindeschußfäden nicht von einem normalen oberen Querfaden des doppellagigen Untergewebes, sondern von einem separaten dünneren Bindequerfaden gebildet, der nicht unmittelbarer Bestandteil der Ober- sowie Untergewebe ist.

Die erstgenannte Verbindungsart hat den wesentlichen Nachteil, daß durch das Anbinden des normalen Querfadens des Untergewebes an das Obergewebe die Homogenität des Untergewebes zerstört wird. Dieses führt zwangsläufig zu starken Inhomogenitäten im transversalen Entwässerungsprofil des Gewebes. Dieses führt zu einer intensiven hydraulischen Markierung, die die Verwendung eines solchen Siebes problematisch erscheinen läßt. Auch ist ein solches Gewebe nur mit erheblichem Maschinenaufwand zu fertigen.

Die zweite Verbindungsart, die grundsätzlich auch gemäß der DE-PS 29 17 694 für ein Verbundgewebe aus zwei einlagigen Geweben vorgeschlagen wird, hat den wesentlichen Nachteil, daß die langen Fadenflottierungen des normalerweise sehr dünn ausgeführten separaten Bindeschußdrahtes innere Scherbewegungen und Friktionen zwischen den papierseitigen und laufseitigen Geweben nicht unterdrücken können. Erfahrungsgemäß führt dieses in der Regel zum vorzeitigen Bespannungswechsel aufgrund der Abspaltung der oberen von der unteren Gewebelage. Dieser Nachteil kann jedoch durch einen integralen Bindequerfaden der unteren Gewebelage vermieden werden, da hierbei die Fadenflottierungslängen des Bindequerdrahtes deutlich reduziert sind.

Aus der DE-PS 32 24 187 ist es ferner bekannt, bei einem Verbundgewebe mit einem einlagigen Obergewebe und einem doppellagigen Untergewebe einen integralen Querfaden des letzteren als Bindequerfaden vorzusehen und hierbei einen sogenannten Querfadenaustausch durchzuführen. Hierbei ersetzt der obere Querfaden des doppellagigen Untergewebes rapportweise den Querfaden des Obergewebes, der an diesen Stellen ins Untergewebe einbindet oder zwischen den Geweben geführt wird. Dieses bedingt jedoch eine starke Störung der Webungshomogenität des papierseitigen Obergewebes und damit eine starke Gefahr einer Papiermarkierung.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein mehrlagiges Siebgewebe der im Oberbegriff genannten Art mit einfachen Maßnahmen so auszubilden, daß sich hinsichtlich der Reduzierung der Markierungswirkung und hinsichtlich der Laufstabilität optimale Verhältnisse ergeben.

Zur Lösung der gestellten Aufgabe zeichnet sich ein mehrlagiges Siebgewebe der im Oberbegriff von Anspruch 1 genannten Art erfindungsgemäß durch die im Kennzeichen dieses Anspruchs aufgeführten Merkmale aus. Es hat sich in der Praxis gezeigt, daß diese an der Oberseite flottierenden Füllquerfäden die idealen Bindequerfäden für das Verbinden der Ober- sowie Untergewebe sind. Die frei flottierende Lage der Füllquerfäden garantiert eine optimale Bindefestigkeit, ohne die Webungshomogenität im Obergewebe und im Untergewebe negativ zu beeinflussen. Bei einem solchen Füllquerfadensieb sind die Bindungsrapporte für alle Querfäden gleich. Demgegenüber ergibt sich beim separaten Einweben eines Bindequerfadens ein unstetiger Webvorgang, da der Bindungswechsel des Bindequerfadens nicht zum Gewebe paßt - die Rapporte sind unterschiedlich. Optimale Verhältnisse hinsichtlich der Herstellung und des Einsatzes ergeben sich gerade dadurch, daß das Füllquerfadengewebe als Untergewebe eingesetzt wird, wobei die Füllquerfäden an der dem Obergewebe zugewandten Oberseite des Untergewebes angeordnet sind.

Füllquerfadengewebe wurden bisher stets so eingesetzt, daß die Zusatz- bzw. Füllquerfäden stets an der Oberseite des Obergewebes verliefen. Sie dienten somit nicht zum Verbinden der Ober- sowie Untergewebe, sondern sollten lediglich die Papierseite des Siebes verdichten.

Die Weiterbildung von Anspruch 2 hat sich in der Praxis als besonders zweckmäßig erwiesen, obwohl grundsätzlich auch andere Papiersiebe, wie solche mit einem mehrlagigen Obergewebe, eingesetzt werden können.

Die Weiterbildung von Anspruch 3 hat den Vorteil, daß die Füllquerfäden nicht zu Markierungen an der Oberseite des Papiersiebes führen können.

Die Weiterbildung von Anspruch 4 ermöglicht ein besonders einfaches Verbinden der Ober- sowie Untergewebe durch Ausnutzen der längeren Flottierungen der Füllquerfäden an der Oberseite des Untergewebes.

Die Weiterbildung von Anspruch 5 ermöglicht ein besonders einfaches Verbinden der Ober- sowie Untergewebe, da nur die einander benachbarten Lagen beider Gewebe durch die Füllquerfäden verbunden werden. Grundsätzlich können diese auch an weiter abliegende Lagen, zum Beispiel bei einem mehrlagigen Obergewebe, anbinden.

Die Weiterbildung von Anspruch 6 hat sich in der Praxis als zweckmäßig erwiesen. Dieses gilt auch für die Weiterbildung von Anspruch 7, da einerseits eine Markierungsfreiheit an der Oberseite des Papiersiebes und andererseits eine gute Laufstabilität sowie Langlebigkeit des Papiersiebes erzielt werden.

Die Weiterbildung von Anspruch 8 ist besonders einfach und ausreichend, da es genügt, wenn das Füllschußgewebe nur an seiner Oberseite flottierende Füllquerfäden aufweist, die zumindest teilweise zum Verbinden der Ober- sowie Untergewebe genutzt werden.

Die Erfindung wird nachfolgend an zeichnerisch dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 in einem vergrößerten Schnitt in Schußrichtung ein mehrlagiges Siebgewebe nach der vorliegenden Erfindung,

Fig. 2 in einem vergrößerten Schnitt in Kettrichtung das mehrlagige Siebgewebe aus Fig. 1 und

Fig. 3 das Prinzip der vorliegenden Erfindung in einem schematischen Schnitt.

Das Ausführungsbeispiel aus den Fig. 1 und 2 beinhaltet ein Verbundgewebe mit einem papierseitigen einlagigen Obergewebe 10, das Längsfäden 12 sowie Querfäden 14 aufweist, und mit einem doppellagigen, maschinenseitigen Untergewebe 16, das Längsfäden 18 und Querfäden 20 aufweist.

Das Untergewebe 16, dessen Längs- sowie Querfäden 18, 20 dicker als die Längs- sowie Querfäden 12, 14 des Obergewebes 10 sind, ist als doppellagiges Füllquerfadengewebe ausgebildet, an dessen dem Obergewebe 10 zugewandten Oberseite zwischen den entsprechenden Querfäden 20 zusätzliche dünnere Füllquerfäden 22 eingewebt sind. Diese an der Oberseite des Untergewebes 16 frei flottierenden Füllquerfäden 22 werden zumindest teilweise dazu benutzt, das Obergewebe 10 mit dem Untergewebe 16 zu verbinden, indem diese Füllquerfäden 22 Längsfäden 12 des Obergewebes 10 überkreuzen, was aus den Fig. 1 und 2 klar ersichtlich ist.

In Fig. 3 ist schematisch dargestellt, daß ein beliebiges Obergewebe 10, welches ein- oder mehrlagig sein kann, mit einem beliebigen Untergewebe 16 in Form eines Füllquerfadengewebes verbunden ist, und zwar über die an der Oberseite des Untergewebes 16 frei flottierenden Füllquerfäden 22 des Füllquerfadengewebes. Normalerweise genügt es, wenn die Füllquerfäden 22 des Untergewebes 16 direkt an die angrenzende untere Lage des Obergewebes 10 anbinden. Bei einem mehrlagigen Obergewebe 10 können die Füllquerfäden 22 auch an tiefer gelegene Bereiche des Obergewebes 10 anbinden, sofern dieses erwünscht ist.

Beim Weben können die Querfäden Schußdrähte und die Längsfäden Kettdrähte sein.


Anspruch[de]
  1. 1. Mehrlagiges Siebgewebe zur Bespannung in der Siebpartie einer Papiermaschine mit einem der oberseitigen Papierseite zugewandten, zumindest einlagigen Obergewebe und einem der unterseitigen Maschinenseite zugewandten, zumindest einlagigen Untergewebe, das mit dem Obergewebe durch Längsfäden überkreuzende Bindequerfäden verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Untergewebe (16) als ein- oder mehrlagiges Füllquerfadengewebe ausgebildet ist, daß das Füllquerfadengewebe an seiner dem Obergewebe zugewandten Oberseite flottierend geführte Füllquerfäden (22) aufweist und daß ausschließlich zumindest einige dieser Füllquerfäden die Bindequerfäden für die Verbindung von Ober- und Untergewebe (10, 16) bilden.
  2. 2. Siebgewebe nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch ein einlagiges Obergewebe (10) und ein doppellagiges Füllquerfadengewebe als Untergewebe (16).
  3. 3. Siebgewebe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser der verbindenden Füllquerfäden (22) dem Durchmesser der unmittelbar benachbarten Querfäden (14, 20) in den hierdurch verbundenen Ober- sowie Untergeweben (10, 16) oder Gewebelagen entspricht oder kleiner als dieser ist.
  4. 4. Siebgewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die die Ober- sowie Untergewebe (10, 16) verbindenden Füllquerfäden (22) diejenigen Querfäden des Füllquerfadengewebes sind, die an der dem Obergewebe (10) zugewandten Oberseite des Untergewebes (16) eine längere Flottierung aufweisen.
  5. 5. Siebgewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die verbindenden Füllquerfäden (22) einander benachbarte Lagen der Ober- sowie Untergewebe (10, 16) verbinden.
  6. 6. Siebgewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Gesamtzahl der Querfäden (20) im Untergewebe (16) mindestens der Gesamtzahl der Querfäden (14) im Obergewebe (10) entspricht.
  7. 7. Siebgewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser der die Ober- sowie Untergewebe (10, 16) verbindenden Füllquerfäden (22) etwa dem Durchmesser der Quer- sowie Längsfäden (14, 12) des einlagigen Obergewebes (10) entspricht und daß die übrigen Quer- sowie Längsfäden (20, 18) des doppellagigen Untergewebes (16) mit größerem Durchmesser ausgebildet sind.
  8. 8. Siebgewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Füllquerfadengewebe ausschließlich an seiner dem Obergewebe (10) zugewandten Oberseite flottierende Füllquerfäden (22) aufweist.
  9. 9. Siebgewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß beim Weben die Querfäden (14, 20, 22) Schußdrähte und die Längsfäden (12, 18) Kettdrähte sind.






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