PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE3936905C1 09.08.1990
Titel Versteckvorrichtung im Zwischengeschirr von Bergbau-Schachtförderanlagen
Anmelder MAN Gutehoffnungshütte AG, 4200 Oberhausen, DE
Erfinder Schröder, Walter, Dipl.-Ing., 4235 Schermbeck, DE;
Scholz, Günter, 4250 Bottrop, DE
DE-Anmeldedatum 06.11.1989
DE-Aktenzeichen 3936905
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 09.08.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.08.1990
IPC-Hauptklasse B66B 7/08
Zusammenfassung Bei einer Versteckvorrichtung im Zwischengeschirr von Schachtförderanlagen mit in Längsrichtung gegeneinander verstellbaren Traglaschen, in deren Längsschlitze eingesetzte, mit angeschweißtem Bügel versehene U-förmige Paßstücke die Laschen in einer gewünschten Einstellung aneinander abstützen, ändert ein in die Längsschlitze eingesetzter hydraulischer Verstellzylinder die Zwischengeschirrlänge unter Belastung.
Die mit Bügeln (10) versehenen U-förmigen Paßstücke sind in der Weise in die Längsschlitze von Magazinfenster und Verstellfenster eingesetzt, daß sich die Bügel (10) der Paßstücke wechselseitig an der vorderen bzw. an der hinteren Außenlasche unverwechselbar abstützen. Die Oberseiten der Schenkel (11) jedes Paßstückes sind mit mindestens einem Vorsprung (12) bzw. mindestens einer Vertiefung (13) und die Unterseiten der entsprechenden Schenkel (11) mit mindestens einer Vertiefung (13) bzw. mindestens einem Vorsprung (12) versehen. Bei übereinander angeordneten Paßstücken greifen die Vorsprünge (12) zur formschlüssigen Verbindung der Paßstücke in die Vertiefungen (13) ein.
Gegen unbeabsichtigtes Anheben sind die Paßstücke durch Sicherungsschrauben oder durch ein spannschloßartiges Bauelement gesichert.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Versteckvorrichtung im Zwischengeschirr von Bergbau-Schachtförderanlagen mit in Längsrichtung gegeneinander verstellbaren Traglaschen, in deren Längsschlitze U-förmige Paßstücke einsetzbar sind, welche mit den horizontalen Abschnitten ihrer Schenkel gegeneinander gerichtet sind und welche durch jeweils einen Bügel miteinander verbunden sind, wobei der Bügel seitlich über die Außenlasche vorsteht, und mit einem in Längsschlitze eingesetzten hydraulischen Verstellzylinder zum Ändern der Zwischengeschirrlänge unter Belastung.

Fördergestelle und Fördergefäße einer Bergbau-Schachtförderanlage sind z. B. an einer Seilkausche unter Zwischenschaltung eines Zwischengeschirrs aufgehängt, dessen Länge zum Ausgleich bleibender Seillängungen und zur Höheneinstellung der Fördergestelle oder -gefäße verändert werden kann.

Da sich Förderseile über ihre gesamte Einsatzzeit stetig längen, kann bei zweitrumigen Schachtförderanlagen das untere Fördergestell z. B. bündig zur Beladestation stehen, während das obere Fördergestell durch die Längendehnung der Seile nicht mehr innerhalb der zulässigen Toleranzen bündig zur Entladestation steht. Bei derartigen Toleranzüberschreitungen wird ein Nachstellen der Förderseillängen erforderlich.

Hinzu kommt bei Schachtförderanlagen mit mehreren Förderseilen je Trum, daß sich die einzelnen Seile unterschiedlich längen. Dadurch ergibt sich eine unzulässige Belastung einzelner Förderseile. Durch Anpassen der Seillängen können derartige Differenzen ausgeglichen werden.

Das Ausgleichen der Förderseillängen wird durch sogenannte Versteckvorrichtungen (z. B. nach der DE-PS 11 81 877) vorgenommen, die im Zwischengeschirr untergebracht sind und im wesentlichen aus einer geschlitzten Mittellasche und zwei ebenfalls geschlitzten Außenlaschen bestehen. Durch Umstecken von Paßstücken aus dem Magazin in den Schlitz oberhalb des Magazins kann die Gesamtlänge der Vorrichtung um jeweils etwa 50 mm oder ein Vielfaches davon gekürzt werden.

Um die Paßstücke umsetzen zu können, kann die Versteckvorrichtung durch einen in den Längsschlitz eingesetzten hydraulischen Druckzylinder unter Belastung verkürzt werden. Dabei muß die Verbindung zwischen Förderseil und Fördergestell oder -gefäß nicht gelöst werden. Das Verstecken der Paßstücke läßt sich leicht und schnell vornehmen.

Eine Versteckvorrichtung nach dem Oberbegriff des Hauptanspruchs ist aus der DE-OS 27 26 932 bekannt.

Bei einem mehrteiligen Verstell-Zwischengeschirr nach dem DE-GM 18 89 549, bei dem abweichend vom Oberbegriff ohne hydraulischen Verstellzylinder zur Längenänderung des Zwischengeschirrs gearbeitet wird, weisen die Paßstücke auf ihrer Ober- und Unterseite eine Verzahnung auf.

Versteckvorrichtungen des Standes der Technik lassen jedoch nur Verstecklängen von etwa 400, max. 600 mm zu. Ist der Versteckweg erschöpft, müssen die Förderseile so weit durch die Seilkausche gezogen werden, bis wieder der gesamte Versteckweg zur Verfügung steht. Das Durchziehen der Seile durch die Seilkausche ist zeitaufwendig und ohne größere Hilfsgeräte nicht möglich.

Der Betreiber einer Bergbau-Schachtförderanlage erstrebt verständlicherweise Versteckvorrichtungen mit möglichst großem Versteckweg.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Versteckvorrichtung im Zwischengeschirr von Bergbau-Schachtförderanlagen zu schaffen, mit deren Hilfe es möglich ist, absolut störungssicher und in einfacher Weise einen Versteckweg von beispielsweise 1200 mm und mehr zu erzielen. Dies läßt sich jedoch, wie oben bereits erwähnt, mit den bekannten Versteckvorrichtungen nicht verwirklichen, weil größere Versteckwege über 400 mm trotz Bügel- und Riegelsicherung die Gefahr mit sich bringen, daß sich die in dem Zwischengeschirr gestapelten, bauklotzartigen Paßstücke bzw. die Schenkel derselben, die eine Höhe von 50 bis 100 mm besitzen, im hohen Stapel verwerfen oder verbiegen. Man stelle sich vergleichsweise hierzu eine Last von 20 t auf einer z. B. 1000 mm hohen Säule von Bauklötzen vor.

Die erfindungsgemäße Verbesserung von Versteckvorrichtungen des Standes der Technik löst die gestellte Aufgabe in der Weise, wie es in den Patentansprüchen angegeben ist.

Durch die erfindungsgemäße wechselseitige Anordnung der mit je einem Bügel versehenen Paßstücke im Magazin bzw. im Versteckfenster im Zusammenwirken mit der erfindungsgemäßen Nut-Feder-Sicherung der übereinanderliegenden Paßstücke ist eine unverwechselbare Unterbringung in den Fenstern der Versteckvorrichtung sichergestellt und wird ein Ausknicken der Paßstücke bzw. Schenkel auch bei hoher Stapelung nach jeder Richtung verhindert.

Die erfindungsgemäße Versteckvorrichtung macht einen großen Versteckweg möglich, der eigentlich nur durch die örtlich gegebenen Einbauverhältnisse begrenzt werden kann. Ferner verhindert die Erfindung durch die Anordnung von besonderen Sicherungsschrauben in zuverlässiger Weise, daß ein unbeabsichtigtes Anheben von Paßstücken die gewollte formschlüssige Verbindung der Paßstücke untereinander aufhebt.

Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird nachstehend an Hand von schematischen Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt

Fig. 1 einen Aufriß des Zwischengeschirrs mit Verstellzylinder,

Fig. 2 eine perspektivische (Explosions-) Darstellung von zwei Paßstücken,

Fig. 3 einen Aufriß des für die Sicherungsschraube vorgesehenen mittleren Zwischengeschirrteils in vergrößertem Maßstab,

Fig. 4 einen Querschnitt durch das Zwischengeschirr gemäß A-A der Fig. 3 und

Fig. 5 einen Aufriß des für ein spannschloßartiges Sicherungselement vorgesehenen unteren Zwischengeschirrteils in vergrößertem Maßstab.

Bei dem in seiner Länge verstellbaren Zwischengeschirr zwischen dem (nicht dargestellten) Seileinband (z. B. Seilkausche) und dem (nicht dargestellten) Fördergestell oder Fördergefäß nach Fig. 1 hängen in üblicher Weise an einer Mittellasche (1) zwei eine Doppellasche bildende Außenlaschen (2). Zur Aufhängung dient eine Traverse (3), auf deren Zapfen (4) die Außenlaschen (2) aufgesteckt sind.

Mittellasche (1) und Außenlasche (2) sind mit Längsschlitzen versehen.

Auf einer Sockelkonstruktion (14) ist ein Verstellzylinder (5), beispielsweise ein hydraulischer Hubzylinder, angeordnet, der in die von den Außenlaschen (2) und der Mittellasche (1) gebildeten Längsschlitze (Magazinfenster 8 und Verstellfenster 7) eingesetzt wird.

Fig. 1 zeigt die erfindungsgemäße Versteckvorrichtung ohne Sicherungselemente (15, 18) im unteren bzw. im mittleren Zwischengeschirrteil. Im Magazinfenster (8) der Versteckvorrichtung befindet sich ein Paßstück (9). Die übrigen Paßstücke (9) sind in das Verstellfenster (7) eingesetzt. Der Versteckweg ist durch Maßpfeile neben dem Verstellfenster (7) gekennzeichnet.

In der perspektivischen Fig. 2 werden (in Explosionsdarstellung) zwei erfindungsgemäße Paßstücke (9) gezeigt. Die beiden Schenkel (11) eines jeden Paßstückes (9) weisen einen Bügel (10) auf, der an die Schenkelflanken angeschweißt ist. Dadurch nehmen die Paßstücke (9) eine U-förmige Gestalt an. In der Darstellung zeigen die Schenkel (11) an ihren offenen Unterseiten je einen Vorsprung (12), hier in Form von in die Schenkel (11) eingesetzten Rundstiften. Das darunter dargestellte Paßstück (9) weist an den Schenkeloberseiten Vertiefungen (13), hier Bohrungen mit Kreisquerschnitt auf. Selbstverständlich können je Paßstück (9) mehrere Rundstifte und entsprechende Bohrungen vorgesehen werden. Auch können natürlich die Rundstifte an den Oberseiten der Paßstückschenkel (11) und die zugehörigen Bohrungen an den Unterseiten angeordnet werden. Anstelle von hier gezeigten Rundstiften ist jede andere Art von Ausbildung der Nut- und Feder-Elemente denkbar.

Zum Einsetzen der Paßstücke (9) in das Magazinfenster (8) bzw. in das Verstellfenster (7) der Versteckvorrichtung verfährt man so, daß jeweils abwechselnd ein Paßstück (9) mit seinem Bügel (10) nach vorne und das nächste Paßstück (9) mit seinem Bügel (10) nach hinten in das Fenster unverwechselbar eingeschoben wird. Der Bügel (10) eines jeden Paßstückes (9) legt sich somit vor die jeweilige Außenlasche (2) der Versteckvorrichtung.

Beim Stapeln der Paßstücke (9) im Paßstückmagazin (8) bzw. im Verstellfenster (7) greifen die Vorsprünge (12) an den Unter- bzw. Oberseiten der Paßstückschenkel (11) in die zur Aufnahme derselben vorgesehenen Vertiefungen (13) der darunter bzw. darüber liegenden Paßstücke (9).

Infolge der erfindungsgemäßen Gestaltung der Paßstücke ist eine Stapelung in der Versteckvorrichtung möglich, die ein Wegknicken von Paßstücken eines Stapels unmöglich macht. Daher eignet sich eine mit derartigen Paßstücken ausgerüstete Versteckvorrichtung auch zur Erzielung eines Versteckweges, der Versteckwege mit bekannten Vorrichtungen weit überschreitet.

Zur Sicherung der Paßstücke (9) gegen Heraustreten derselben aus ihrer formschlüssigen Verbindung mittels Vorsprung (12) und Vertiefung (13) infolge Erschütterungen oder dgl. beim Betrieb der Schachtförderanlage sieht die Erfindung Sicherungselemente (15, 18) vor, die in den Fig. 3 bis 5 dargestellt sind.

Fig. 3 und 4 zeigen eine sehr einfache und zuverlässige Sicherung mit Hilfe von Spannschrauben (15), die von unten in die Sockelkonstruktion (14) für den Verstellzylinder (5) eingeschraubt werden und die sich mit ihren Schraubenköpfen auf den Oberseiten der beiden Schenkel (11) eines im Paßstückmagazin (8) befindlichen Paßstückes (9) abstützen. Ein Lockern der Spannschrauben (15) nach unten ist bei der erfindungsgemäßen Anordnung nicht möglich und insofern ist eine absolute Sicherung der Paßstücke (9) gegen Abheben aus ihrer formschlüssigen Verbindung gewährleistet.

Fig. 5 zeigt eine Sicherung der Paßstücke im Paßstückmagazin (8) gegen unbeabsichtigtes Anheben durch eine Spannschloßsicherung (18). Dazu wird das untere Schraubgewinde des Spannschlosses (18) in die am Boden des Paßstückmagazins angeordnete Grundplatte (6) eingeschraubt und das obere Gewinde in das Fußblech (17), auf dem das unterste Paßstück (9) liegt.

Das unterste Paßstück (9) im Magazinfenster (8) greift mit seinen an der Unterseite der Schenkel (11) angeordneten Vorsprüngen (12) in passende Vertiefungen (13) im Fußblech (17) ein, bzw. die auf dem Fußblech (17) angeordneten Vorsprünge (12) greifen in Vertiefungen (13) an der Unterseite der Schenkel (11) des untersten Paßstückes (9) ein.

Wird auf die Sicherung mittels des beschriebenen Spannschlosses (18) verzichtet und statt dessen eine Sicherung mit Hilfe der vorher beschriebenen Spannschrauben (15) vorgenommen, so muß die am Boden des Paßstückmagazins befindliche Grundplatte (6) auf ihrer Oberseite mit Vertiefungen (13) bzw. Vorsprüngen (12) zur Aufnahme eines Paßstückes (9) versehen sein.


Anspruch[de]
  1. 1. Versteckvorrichtung im Zwischengeschirr von Bergbau-Schachtförderanlagen mit in Längsrichtung gegeneinander verstellbaren Traglaschen, in deren Längsschlitze U-förmige Paßstücke einsetzbar sind, welche mit den horizontalen Abschnitten ihrer Schenkel gegeneinander gerichtet sind und welche durch jeweils einen Bügel miteinander verbunden sind, wobei der Bügel seitlich über die Außenlasche vorsteht, und mit einem in Längsschlitze eingesetzten hydraulischen Verstellzylinder zum Ändern der Zwischengeschirrlänge unter Belastung, gekennzeichnet durch die Kombination der folgenden Merkmale:
    1. a) die mit Bügeln (10) versehenen U-förmigen Paßstücke (9) sind in der Weise in die als Längsschlitze ausgebildeten Magazinfenster (8) und Verstellfenster (7) eingesetzt, daß sich die Bügel (10) der Paßstücke (9) wechselseitig an der vorderen Außenlasche (2) und an der hinteren Außenlasche (2) abstützen;
    2. b) die Oberseiten der Schenkel (11) jedes Paßstückes (9) sind mit mindestens einem Vorsprung (12) bzw. mindestens einer Vertiefung (13) und die Unterseite der entsprechenden Schenkel (11) mit mindestens einer Vertiefung (13) bzw. mindestens einem Vorsprung (12) versehen, so daß bei übereinander angeordneten Paßstücken (9) zur formschlüssigen Verbindung der Paßstücke (9) die Vorsprünge (12) in die Vertiefungen (13) eingreifen.
  2. 2. Versteckvorrichtung im Zwischengeschirr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Paßstücke (9) im Paßstückmagazin (8) gegen ungewolltes Anheben durch eine Spannschraube (15), die von unten in die Sockelkonstruktion (14) des Verstellzylinders (5) eingeschraubt ist und die sich auf dem im Magazin (8) zuoberst liegenden Paßstück (9) abstützt, gesichert sind.
  3. 3. Versteckvorrichtung für Zwischengeschirre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Paßstücke (9) im Paßstückmagazin (8) gegen ungewolltes Anheben durch eine am Boden des Magazins (8) angeordnete Einrichtung, bestehend aus einem zwischen einem Fußblech (17) und einer Grundplatte (6) angeordneten spannschloßartigen Bauelement (18) gesichert sind.
  4. 4. Versteckvorrichtung im Zwischengeschirr nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß diejenige Platte, auf der sich die Paßstücke (9) im Paßstückmagazin (8) abstützen, an ihrer Oberseite mit Vorsprüngen (12) bzw. Vertiefungen (13) versehen ist, die mit den Vertiefungen (13) bzw. den Vorsprüngen (12) an der Unterseite der Schenkel (11) des im Paßstückmagazin (8) zuunterst liegenden Paßstückes (9) korrespondieren.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com