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Dokumentenidentifikation DE3903168A1 16.08.1990
Titel Verfahren zum Herstellen von Reifenkordgewebe
Anmelder Uniroyal Englebert Textilcord S.A., Steinfort, LU
Erfinder Goerens, Robert Leon, Dipl.-Ing., Esch, Alzette, LU
Vertreter Schneider, E., Dipl.-Phys., Pat.-Ass., 3008 Garbsen
DE-Anmeldedatum 03.02.1989
DE-Aktenzeichen 3903168
Offenlegungstag 16.08.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.08.1990
IPC-Hauptklasse B29D 30/38
IPC-Nebenklasse D03D 1/02   D02G 3/48   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren, bei dem das Reifenkordgewebe einen Schußfaden eingewebt erhält, der sich in der späteren Imprägnierverfahrensstufe in seine Grundbestandteile auflöst. Hierdurch können alle folgenden Behandlungsstufen zum Herstellen des Reifenkordes ohne Schußfaden mit Vorteil, z. B. ohne Beeinträchtigung der Breiteneinschnürung, durchgeführt werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen von Reifenkordgewebe. Das Kordgewebe besteht aus einer Vielzahl von parallel vorliegenden Kettkordfäden, die durch einen eingewebten losen Schußfaden parallel zusammengehalten werden. Die so erhaltene Kordgewebebahn wird je nach Kordfadenmaterial mehr oder weniger verstreckt, insbs. heiß verstreckt, und danach gegebenfalls zurückgeschrumpft. Des weiteren wird die Kordgewebebahn zur Kautschukhaftungsverbesserung imprägniert. Dabei werden die Kordfäden mit einer wäßrigen, Haftvermittler enthaltenden Latexlösung behandelt. Die Kordgewebebahn wird von überschüssiger Latexlösung befreit und dann bis auf eine bestimmte, jedoch wählbare geringe Restfeuchtigkeit getrocknet. Anschließend wird die Kordgewebebahn gummiert.

Die Kordgewebebahn kann auch nach der Imprägnierbehandlung zuerst aufgewickelt werden. Der Wickel wird dann getrennt zum Gummierungskalander transportiert und dort gummiert.

Damit die einzelnen Kettkordfäden jeweils gleichmäßige physikalische Eigenschaften erlangen, werden sie als gewebte Kettkordfadenbahn gestreckt und zurückgeschrumpft. Dazu ist es erforderlich, daß die Kettkordfäden parallel zusammengehalten werden. Für die sich daran anschließenden Behandlungsstufen des Imprägnierens und Trocknens werden die Kettkordfäden weiter in Fadenlängsrichtung unter Vorspannung gehalten und behalten auf diese Weise ihre parallele Anordnung bei. Aus der Erkenntnis, daß der Schußfaden insoweit jetzt keine wesentliche Funktion mehr ausübt und entfernt werden kann, ergibt sich die technische Aufgabe, den Schußfaden mit einem geringstmöglichen Aufwand zu entfernen.

Erfindungsgemäß wird dazu ein Schußfaden verwendet, den die Kettkordfäden eingewebt erhalten, der sich während der späteren Imprägnierbehandlung der Kettkordfäden in seine Bestandteile auflöst. Der Schußfaden ist aus einem Grundstoff gebildet, der unter der Einwirkung der wäßrigen Latexlösung in seine Grundbestandteile zerfällt und von der wäßrigen Latexlösung aufgenommen wird.

Das Reifenkordgewebe, das jetzt schußfadenfrei ist und ein sogenanntes Scheinkordgewebe darstellt, wird anschließend gummiert. Bevorzugt erfolgt die Gummierung mittels eines Gummierungskalanders.

In Abänderung des Verfahrens in Bezug auf die zuletzt genannten Verfahrensstufen kann das schußfadenfreie Kettkordgewebe, wobei der Schußfaden während der Imprägnierbehandlung aufgelöst wird, zunächst aufgewickelt werden, bevor es gummiert wird. Hierzu bedient man sich eines Wickels der Kettkordfäden, wozu ein sogenannter Baum Verwendung finden kann. Der Wickelbaum wird bevorzugt einem Gummierungskalander vorgelegt. Hiernach werden die Kordfäden in gleicher Dichte und schußfadenfrei kalandriert; das ist: eine in Kautschukmischungsmasse unter Druck und Wärme der Kalanderwalzen erfolgende Einbettung (Gummierung.)

Der Vorteil des Verfahrens besteht im wesentlichen darin, daß die gelegentlichen Einschnürungen des Reifenkordgewebes in der Breite mit Abweichungen von bis zu 10%, mittelbar bedingt durch den Schußfaden, der die einheitliche Dichte der Kettkordfäden zu gewährleisten hat, sie aber dennoch beeinträchtigt, vermieden werden. Dem Kalander kann das Scheinkordgewebe jetzt in absolut gleichbleibender Dichte vorgelegt und so auch kalandriert werden. Der weitere Vorteil des Verfahrens besteht darin, daß kein nenneswerter Aufwand für das Entfernen des Schußfadens erforderlich ist, da der Schußfaden aus einem Grundstoff besteht, der sich in der wäßrigen Imprägnierlösung rechtzeitig selbsttätig in seine Bestandteile auflöst.

An Hand eines Ausführungsbeispiels wird das Verfahren zum Herstellen eines Reifenkordgewebes erläutert.

In der Zeichnung sind mehrere Spulen 2 eines Gatters und eine Webvorrichtung 4 dargestellt. Von den Spulen wird jeweils ein Reifenkordfaden 1 abgezogen und mit den weiteren Reifenkordfäden zu einer Kettkordfadenbahn 3 zusammengefaßt. Diese Kettkordbahn erhält dann eingewebt einen Schußfaden 5. Dieser Schußfaden besteht aus Fäden, die z. B. auf einer Stärkebasis hergestellt sind.

Der Schußfaden 5 hat die Aufgabe, die Kordfäden 1 parallel zusammenzuhalten. Die Kettfäden des Gewebes stellen alleine den Reifenkord dar. Die Kordbahn besteht beispielsweise aus 100 Kordfäden in einer Breite von 95 Dezimeter.

Die Kettkordfadenbahn 3 wird dann in einem Streckwerk 6 auf die erforderliche Kraft verstreckt, wobei jeder Kordfaden eine Stoffgefügeänderung erleidet. Das Kordgewebe wird hierdurch tauglicher für die spätere hohe Beanspruchung in einem Reifen.

Die Kordgewebebahn 1 mit dem Schußfaden 5 wird dann durch einen Imprägniertrog 7 bewegt. Hierbei werden alle Kordfäden 1 mit wäßriger Latexlösung in Berührung gebracht und dabei imprägniert. Hierbei löst sich der Schußfaden 5 selbsttätig in seine Grundbestandteile auf und wird von der sogenannten Imprägnierflotte, ohne sie zu schädigen, aufgenommen.

Die Scheinkordgewebebahn, das ist die Kordgewebebahn ohne Schußfaden, wird von überschüssigem Imprägniermittel befreit und dann in einer Trockenvorrichtung 8 getrocknet. Die getrockneten, unter Längsspannung gehaltenen Kordfäden werden dann auf einen Baum 9 aufgewickelt. Zur weiteren Verarbeitung zu einem Reifenkord wird der Wickel 10 einem Gummierungskalander 11 vorgelegt. Die Kordfäden werden hier in absolut gleicher Dichte in Kautschukmischungsmasse eingebettet.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Herstellen von aus einer Vielzahl aus parallel angeordneten Kettkordfäden, die durch einen losen Schußfaden parallel zusammengehalten werden, gebildetem Reifenkordgewebe, das als Kordgewebebahn verstreckt, gegebenfalls zurückgeschrumpft sowie zur Kautschukhaftungsverbesserung imprägniert wird, wobei die Kordfäden mit einer wäßrigen, Haftvermittler enthaltenden Latexlösung behandelt werden, das Reifenkordgewebe danach getrocknet und anschließend gummiert wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Kettkordfäden (1) einen Schußfaden (5) eingewebt erhalten, der sich während der späteren Imprägnierbehandlung der Kettkordfäden auflöst und daß das Reifenkordgewebe (3) schußfadenfrei gummiert wird.
  2. 2. Abgeändertes Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Reifenkordgewebe (3) zuerst schußfadenfrei aufgewickelt und danach vom Wickel (10) abgewickelt schußfadenfrei gummiert wird.






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