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Dokumentenidentifikation DE3909984A1 27.09.1990
Titel Geräteträgersystem für Ein-Mann-Arbeit im Steillagenweinbau
Anmelder Bauer, Helmut, Dipl.-Ing., 7119 Weißbach, DE
Erfinder Bauer, Helmut, Dipl.-Ing., 7119 Weißbach, DE
DE-Anmeldedatum 25.03.1989
DE-Aktenzeichen 3909984
Offenlegungstag 27.09.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.09.1990
IPC-Hauptklasse A01G 17/02
IPC-Nebenklasse A01B 3/64   

Beschreibung[de]

Mit dieser Gerätekombination - Geräteträger (Fig. 2) und Umsetzwagen (Fig. 1) - können Weinberge und andere Kulturen in Steillagen in gleicher Mechanisierung bearbeitet werden wie dies in Weinbergen in Flachlagen üblich ist. Flachlagen können mit dieser Gerätekombination auch bearbeitet werden. Für den Weinbau in Steillagen befinden sich keine Bearbeitungsgeräte und -systeme auf dem Markt mit welchen alle Arbeiten im Ein-Mann-Betrieb durchgeführt werden können.

In Fachbeiträgen in der "DWZ" vom August 1986, Seite 17-20, vom ATW (Ausschuß für Technik im Weinbau) im "Der Deutsche Weinbau" vom 29. Mai 1987, Seite 668-672, ebenso vom ATW in der gleichen Fachzeitung vom 3. Juni 1988, Seite 785-799, wird beschrieben, daß kein Gerätesystem auf dem Markt und auch nicht bekannt ist, mit welchem alle Arbeiten im Weinberg im Ein-Mann-Betrieb durchgeführt werden können.

Mit diesem Geräteträgersystem kann der Arbeitsaufwand um 40-60% reduziert werden bei gleichzeitiger Verringerung der körperlichen Belastung und Verbesserung der Arbeitssicherheit.

Die Arbeitssicherheit wird komplettiert von einer automatisch durch die Abtastung der Seilspannung ausgelösten Bergstütze (17), die den Geräteträger bei Seilbruch vor Absturz bewahrt. Durch die Seilabsicherung ist das Geräteträgersystem vollkommen unabhängig von Witterung und Bodenverhältnissen und somit wesentlich leistungsfähiger als Direktzuggeräte in steilen Weinbergen oder ähnlichen Kulturanlagen.

Die mit diesem Geräteträgersystem ausgestatteten Weinbaubetriebe sind in der Lage, eine derart große Weinbergfläche zu bewirtschaften, die dem Weinbaubetrieb ein gesundes und sicheres Einkommen ermöglicht. Die Kulturlandschaft der Weinbaugebiete ist geprägt von den Weinbergshängen; sie könnten zukünftig erhalten bleiben.


Anspruch[de]
  1. 1. Der Geräteträger (Fig. 2), dadurch gekennzeichnet, daß auf ihm die Steuereinheit (1) sowie die Antriebe für Hangelwinde (2), Hydraulikaggregat (3), Kabeltrommel (4), den Rückfahrmotor (5) für flaches Gelände und die Arbeitsgeräte (6) - im Bild ist beispielsweise ein Schlegelmulchgerät dargestellt - aufgebaut sind, so daß der Winzer den gesamten Bewegungs- und Arbeitsablauf aus nächster Nähe beobachten, direkt steuern und beeinflussen kann, ohne die Hilfe weiterer Personen.
  2. 2. Der Geräteträger (Fig. 2) nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß der Winzer in einem Bedienungsstand, bestehend aus Sitz (7), Fußstütze (8) und Steuereinheit (1). mitfährt, der je nach angebautem Bearbeitungsgerät hinten, mittig, seitlich oder vorne aufsteckbar ist, um aus nächster Nähe die Bewegungs- und Arbeitsabläufe beobachten und beeinflussen zu können.
  3. 3. Der Geräteträger (Fig. 2) nach Anspruch 1 und/oder 2, gekennzeichnet dadurch, daß die Aggregate von Elektromotoren angetrieben werden. Die elektrische Energie wird über ein Elektrokabel (9), welches mit Hilfe einer selbsttätig aufwickelnden Kabeltrommel (4) ab- und aufgerollt wird, vom Umsetzwagen (Fig. 1) aus übertragen. Die elektrische Energie kann sowohl von einem Generator (10) der auf dem Umsetzwagen montiert sein kann und von einem Verbrennungsmotor, z. B. Traktor, angetrieben werden, als auch aus einem öffentlichen Stromnetz geliefert werden.
  4. 4. Der Geräteträger (Fig. 2) nach Anspruch 1 und/oder 2 und/ oder 3, gekennzeichnet dadurch, daß er bergab bei ausreichendem Gefälle durch Hangabtriebskraft, in flacherem Gelände angetrieben (5) am Seil (11) der Hangelwinde (2) gesichert in die Kultur einfährt und bergauf durch das Seil (11) die Hangelwinde (2) gezogen wird. Damit ist der Geräteträger nicht mehr auf die Traktion seiner Aufstandsflächen angewiesen, welche mit zunehmender Hangneigung begrenzt ist und auch nicht mehr ausreicht, ebenso von den Witterungsverhältnissen abhängt wodurch das Unfallrisiko des Winzers deutlich reduziert wird.
  5. 5. Für die Umsetzung des Geräteträgers (Fig. 2) nach Anspruch 1 und/oder 2 und/oder 3 und/oder 4 von Kulturzeile zu Kulturzeile wurde dieser Umsetzwagen (Fig. 1) entwickelt, gekennzeichnet dadurch, daß auf ihm eine in der horizontalen kippbaren Plattform (12) montiert ist, auf welche der Geräteträger (Fig. 2) sich zieht und zur nächsten Rebzeile bzw. von der Hofstelle zum Weinberg und zurück transportiert wird. An dieser kippbaren Plattform (12) ist auch an einem Querjoch (13) das Seil (11) der Hangelwinde (2) und das Elektrokabel (4) befestigt.
  6. 6. Der Umsetzwagen (Fig. 1) nach Anspruch 5, gekennzeichnet dadurch, daß er weiterhin mit Transportfläche (14), Generator (10), Spritzmittelpumpe (15) und Anhängeöse (16) ausgerüstet ist.






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