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Dokumentenidentifikation DE3105990C2 15.11.1990
Titel Fadenzuliefergerät
Anmelder Schaub + Cie AG, Vordemwald, CH
Erfinder Schaub, Werner, Riken, CH
Vertreter Wächtershäuser, G., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 8000 München
DE-Anmeldedatum 18.02.1981
DE-Aktenzeichen 3105990
Offenlegungstag 14.01.1982
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.11.1990
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.11.1990
IPC-Hauptklasse B65H 51/20

Beschreibung[de]

Für die einwandfreie Zulieferung des Fadens an fadenverarbeitende Maschinen, insbesondere Textilmaschinen, ist es von besonderer Bedeutung, den Faden mit einer bestimmten Geschwindigkeit und minimaler, möglichst konstanter Spannung der Verarbeitungsstelle zuzuführen. Üblich ist z. B. bei Strick-, Wirk-, Spul- und anderen Textilmaschinen den Faden von Spulen abzuziehen. Bei der Fadenabnahme verändert sich der Durchmesser des auf der Spule befindlichen Fadenvorrates und je nach Abzugsvorrichtung auch der Winkel, unter dem der Faden von der Spule abgezogen wird. Dadurch verändert sich die Abzugs-Fadenspannung, welche ohne Reguliereingriffe selbst bei geringen Variationen unerwünschte Rückwirkungen an der gefertigten Ware zur Folge haben kann. Außerdem tritt vorzugsweise infolge gegenseitigen Haftens von Fadenwindungen, häufig ruckweises Ablaufen des Fadens von der Spule auf, wodurch sich die Gefahr von Fadenbrüchen erhöht.

Zur Behebung dieser Nachteile sind bereits eine große Anzahl von Vorrichtungen vorgeschlagen worden, bei welchen der von der Spule abzogene Faden in mehreren Windungen über paarweise miteinander zusammenwirkende, schief zueinander stehende zylindrische oder leicht konische Walzen geführt wird. Diese als Galettenabzugswerke gestalteten Vorrichtungen bezwecken neben einem Ausgleich der Zulauf-Fadenspannung auch ein Trennen der einzelnen Windungen gegen die Ablaufseite hin, um Reibungseingriffe benachbarter Fadentrums zu vermeiden und dadurch eine praktisch gleichbleibende Fadenspannung auf der Ablaufseite zu erzielen. Beispiele solcher Vorrichtungen gehen aus den US-PS 20 74 022, 29 77 746 und andere hervor.

Während die in der Form von Galettenabzugswerken mit zwei Walzen gestalteten Vorrichtungen zwar eine Trennung der Fadenwindungen zumindest im Ablaufbereich sicherzustellen vermögen, besitzen sie entweder einen aufwendigen, viel Platz beanspruchenden Aufbau, oder sind schwierig einstellbar. Nachteilig ist aber bei allen bekannten Ausführungen, daß relativ große Walzenmassen in Bewegung versetzt werden müssen, was einerseits große Trägheitsmomente bringt, und andererseits verschleißgefährdete Antriebsmechanismen erfordert. Wesentlich ist jedoch bei Fadenzuliefergeräten eine geringe Antriebsleistung. Da die Achsen der Galettenwalzen im Abstand zueinander angeordnet sind, ergibt sich weiterhin noch ein anwendungstechnischer Nachteil: der Fadenabzug kann nur tangential von der Ablaufwalze erfolgen, das sogenannte Über-Kopf-Abziehen ist nicht möglich. Auch funktionieren sie nur in einer einzigen Drehrichtung.

Diesen Nachteilen konnte teilweise dadurch bgegegnet werden, indem man den Achsabstand gegen Null gehen ließ und die beiden Galettenwalzen schließlich in der Form einer käfigartigen Vorrichtung ineinandersteckte. Hierzu sei beispielsweise auf die US-PS 22 89 390 verwiesen.

Daneben sind Fadenzuliefergeräte entwickelt worden, die den Fadenvorrat mit mechanischen Verschiebemitteln auf einem Wickelkörper axial verschieben. Die in den Patentpublikationen CH 5 17 854 und DE-OS 24 61 746 beschriebenen Geräte dieser Art sind die meist verbreiteten. Sie arbeiten in beiden Drehrichtungen.

Ferner gibt es Fadenzuliefergeräte, die einen zweistufigen Wickelkörper und einen rotierenden oszillierenden Steuerteil aufweisen, der die Fadenaufwicklung auf einen stehenden Körper bewirkt. Solche Geräte sind in der US-PS 32 25 446, der DE-PS 12 88 229, der DE-AS 19 42 062, der DE-PS 19 67 177 und anderen Patentpublikationen beschrieben. Insbesondere die in den letztgenannten Publikationen beschriebenen Geräte sind sehr aufwendig, oft sogar kompliziert in ihrer Konstruktion; die Fadenwindungen werden auf dem Wickelkörper gestoßen, geschoben, etc. Der Faden erfährt mehrere Richtungsänderungen und, was besonders nachteilig ist, die einzelnen Fadenwindungen liegen so satt aneinander, daß sie sich verkletten können. Dies führt zu einem sehr ungünstigen Fadenablauf mit entsprechenden Fadenspannungsdifferenzen. Solche Fadenzuliefergeräte können keine Faden-Eingangs-Spannungsdifferenzen ausgleichen, wie dies z. B. die Galettentypen können.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht deshalb in der Schaffung eines kompakt baubaren, wenig Antriebsleistung erfordernden Fadenzuliefergerätes, das in beiden Drehrichtungen betreibbar ist. Dabei soll ein angemessener Fadenvorrat aufgenommen und Fadenspannungsdifferenzen von der Eingangs- zur Ausgangsseite sukzessive auf einen gewünschten Wert abgebaut werden können.

Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe ergibt sich aus den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruchs 1. Ausführungsvarianten davon sind in den abhängigen Ansprüchen angeführt.

Von besonderem Vorteil ist, daß mit dem erfindungsgemäßen Fadenzuliefergerät eine praktisch konstante Auslauf-Fadenspannung bis hinunter zu 0,5 Gramm erreichbar ist, wobei die Einlauf-Fadenspannung zur Vermeidung von Schlupf mindestens etwa 4 Gramm betragen sollte. Die minimal auf die aktive Oberfläche des Rotationskörpers aufzulegende Anzahl Garnwindungen richtet sich nach der Art des Garnes bzw. dessen Schlupfneigung. Durch passende Wahl der Länge der aktiven Rotationskörperoberfläche läßt sich ein Gerät herstellen, das bei minimalem Platzbedarf, einen so großen Fadenvorrat aufzunehmen vermag, daß bei Garnbrüchen eine Wiederinbetriebnahme der Textilmaschine mit nur geringer Unterbrechungszeit möglich ist.

Die Erfindung ist nachstehend anhand der Zeichnung beispielsweise erläutert. Es zeigt

Fig. 1A ein Fadenzuliefergerät nach der Erfindung, in Seitenansicht mit im Schnitt gezeigter Fadentransportvorrichtung,

Fig. 1B die Fadentransportvorrichtung nach Fig. 1A in Seitenansicht zur Darstellung der Antriebselemente und des Fadentransportes,

Fig. 2A, B und C Projektionsdarstellungen zur Erläuterung der Fadenabstützung auf den Stiften der zur Tragachse konzentrischen, und auf den Stiften der zur Tragachse abgewinkelten Stifttragscheibe in den Schnittebenen A-A&min;, B-B&min; und C-C&min; in Fig. 1A beim axialen Fadenvorschub auf der Fadentransportvorrichtung.

Fig. 1A zeigt in Seitenansicht einen Geräteträger 1, der z. B. mittels einer Schraubverbindung 1.1 an der Tragkonsole 1.2 einer (nicht gezeigten) Textilmaschine angebaut ist. Der Geräteträger 1 enthält nicht detaillierte Haltemittel für den Tragzapfen 2 einer im Vertikalschnitt dargestellten, hier hängend angeordneten Fadentransportvorrichtung 3 für die gleichförmige Zufuhr eines Fadens 4, 4&min; an eine Verarbeitungsstelle der Textilmaschine. Der Faden 4 gelangt über eine Öse 5, ein Röhrchen 6 zu einer Tellerbremse 7, welche dem bereits im Röhrchen 6 beruhigten Faden eine gewisse Vorspannung erteilt. Der Faden 4 passiert hierauf eine Öse 8 am Ende eines Tragarmes 8.1, der vorzugsweise als Betätigungshebel einer bei Fadenbruch ansprechenden nicht gezeigten Abstelleinrichtung für die bezügliche Textilmaschine gestaltet ist. Durch eine Leitöse 9 gelangt der Faden 4 sodann auf den Förderabschnitt 3.1 der Fadentransportvorrichtung 3, der über einen koaxial auf dem Tragzapfen 2 gelagerten Antriebsabschnitt 3.2 in Drehbewegung versetzbar ist.

Der Antriebsabschnitt 3.2 enthält ein im wesentlichen aus zwei zweckmäßig spiegelbildlich gestalteten Flanschhülsen 10, 10&min; aufgebautes Antriebspoulie. Die Flanschhülsen 10 sitzen auf einer Nabenbüchse 10.1, die mittels Kugellagern 11 auf dem Tragzapfen 2 drehbar gelagert ist. In - nicht gezeigten - Bohrungen auf einem koaxialen Teilkreis der Flanschhülsen 10, 10&min; sind Stifte 12 eingesetzt, deren gegenseitiger (umfangsmäßiger) Abstand mit der Zahnteilung eines Zahnriemens 13 bzw. einem Vielfachen davon übereinstimmt und deren Durchmesser auf die Breite der Zahnlücken des Zahnriemens 13 abgestimmt ist. Die Stiften 12 zwischen den Flanschhülsen 10, 10&min; bilden somit die Eingriffszone des Zahnriemens 13 am Antriebsabschnitt 3.2.

Der Förderabschnitt 3.1 der Fadentransportvorrichtung 3 reicht von einem Mantelring 14, der an der innenliegenden Flanschhülse 10&min; im Antriebsabschnitt 3.2 angebaut ist, bis zu einer Endabdeckung 15 auf der Stirnseite der Fadentransportvorrichtung 3. Dazwischen liegt ein aus zwei Gruppen von Stäben 12.1 und 16 gestalteter zweiteiliger drehbarer Korbaufbau. Jeder Stab 12.1 bildet die axiale Fortsetzung des jeweiligen Stabes 12 im Antriebsabschnitt 3.2. Im Korbaufbau sind die Stäbe 12.1 der ersten Gruppe in der innenliegenden Flanschhülse 10&min;, und die Stäbe 16 der zweiten Gruppe in einer dritten Flanschhülse 17 befestigt, die sich im stirnseitigen Endbereich des Förderabschnittes 3.1 befindet. Die beiden Teile des Korbaufbaues sind am Tragzapfen 2 angebaut. Ein von diesem getragender mittlerer Abschnitt 2.2 ist als im Durchmesser vergrößerte längliche Schulter gestaltet und trägt an seinem Förderabschnitt-seitigen Ende einen sowohl exzentrisch als auch angewinkelt angeordneten Lagerzapfen 2.1. Um diesen Lagerzapfen 2.1 rotiert die dritte Flanschhülse 17 mit den Stäben 16 auf Kugellagern 21, die innerhalb einer die Flanschhülse 17 stützenden Nabenbüchse 22 angeordnet sind.

An dieser Stelle sei bemerkt, daß die Flanschhülsen 10, 10&min; und 17 vorzugsweise gleich gestaltet und mit Bohrungen versehen sind, deren Lage und Größe im wesentlichen miteinander übereinstimmen.

Die Achse 18 des Tragzapfens 2 und des mittleren Abschnittes 2.2 liegen in derselben Ebene wie die Achse 19 des Lagerzapfens 2.1, so daß sich die beiden Achsen schneiden. Der Winkel zwischen den Achsen 18 und 19 beträgt etwa 1,5-5°, und ihr Schnittpunkt 20 liegt an einer Stelle außerhalb des Förderbereichs im Förderabschnitt 3.1. Durch den Schnittpunkt 20 erstreckt sich eine Ebene senkrecht zur Lagerzapfenachse 19, in welcher das äußere Ende der Stäbe 12.1 der ersten Gruppe und das Befestigungsende der Stäbe 16 der zweiten Gruppe auf einer praktisch kreisförmigen Teilungslinie (Fig. 2C) liegen. Die Stäbe 12.1 der ersten Gruppe sind jeweils praktisch in der Mitte zwischen zwei Stäben 16 der zweiten Gruppe angeordnet.

Zur genauen Festlegung der Lage der Stäbe 12.1 und 16 in ihren bezüglichen Halterungen bzw. Flanschhülsen 10&min;, 17 sind in diesen vorzugsweise aus Kunststoff gefertigten Bauteilen Zentrierscheiben 23 und 23.1 aus Metall eingesetzt, in welche durch nicht bezeichnete Bohrungen eine genaue Ausrichtung der bezüglichen Stäbe sichergestellt wird.

Es sei hier festgehalten, daß sich die Stäbe 12 und 12.1 der ersten Gruppe im wesentlichen parallel zur Hauptachse 18 des Tragzapfens 2, und die Stäbe 16 der zweiten Gruppe im wesentlichen parallel zur Achse 19 des Lagerzapfens 2.1 erstrecken, und die Teilkreisdurchmesser der bezüglichen Haltebohrungen für beide Stabgruppen genau gleich groß sind.

Die Enden der Stäbe 12.1 der ersten Gruppe erstrecken sich in die Flanschhülse 17 hinein und sind in Bohrungen, die jeweils in der Mitte zwischen zwei Haltebohrungen für die Stäbe 16 der zweiten Gruppe sowohl in der Flanschhülse 17 als auch in der Zentrierschraube 23.1 angeordnet sind, mit leichtem Schiebesitz gefangen. Sie führen bei ihrem Umlauf um den Tragzapfen 2 infolge der Schrägstellung des Lagerzapfens 2.1 bzw. der Flanschhülse 17 relativ zu dieser eine auf- und abwärts steigende Bewegung aus, wobei sich die Enden der Stäbe 12.1 im Hohlraum 15&min; zwischen der Zentrierscheibe 23.1 und der Endabdeckung 15 hin- und herbewegen. Um einen Metall- Metall-Kontakt zwischen den Enden der ersten Stäbe 12.1 und der zugeordneten Bohrung in der Zentrierscheibe 23.1 zwecks Vermeidung von Metallabrieb zu umgehen, können diese Bohrungen mit einem "selbstschmierenden" Kunststoff ausgefüttert, oder die Stabenden mit einem entsprechenden Kunststoffbelag versehen werden.

Gleichermaßen führen die Enden der Stäbe 16 der zweiten Gruppe im Hohlraum des Mantelrings 14, dessen axial orientierter Randflansch 14&min; den Förderbereich des Faden-Förderabschnittes 3.1 zugewandt ist, oszillierende und bezüglich der Flanschhülse 10&min; axiale Relativbewegungen aus, wenn sich die Flanschhülse 17, angetrieben durch die Kupplungswirkung der in der Flanschhülse 17 bzw. in der Zentrierscheibe 23.1 gefangenen Stäbe 12.1, um den Lagerzapfen 2.1 dreht. Der Randflansch 14&min; ist so breit, daß sich die Enden der Stäbe 16 weit genug im genannten Hohlraum befinden, um ein zufälliges Einlaufen des ankommenden Fadens 4 hinter die Stabenden zu vermeiden.

Fig. 1B zeigt, wie durch die Schrägstellung der Stäbe 16 der zweiten Stabgruppe ein zwangsläufiger Fadentransport axial zum Förderabschnitt 3.1 bzw. axial-auswärts erfolgt. Der dabei wirksame Transporteffekt ist von den Galettenwerken her bekannt. Es soll daher nicht weiter darauf eingetreten werden.

Durch die Verlegung des Achsenschnittpunktes 20 (Achsen 18 und 19) an eine Stelle außerhalb des Förderbereichs des Faden-Förderabschnittes 3.1 und die Zentrierung der Stäbe 12.1 und 16 beider Stabgruppen auf eine ebenfalls außerhalb des genannten Förderbereichs liegende kreisförmige Teilungslinie (Fig. 2C) ist es möglich, einen Förderabschnitt 3.1 zu erzielen, dessen Erzeugende von einer im Fadeneinlaufbereich ovalen Querschnittsfläche sukzessive in eine praktisch kreisförmige Querschnittsfläche übergeht. Der dabei resultierende Rotationskörper besitzt auf eine die Oval- Scheitelbereiche begrenzte Konuskontur, die mit zunehmender Annäherung an die praktisch kreisförmige Teilungslinie in eine Zylinderkontur übergeht. Daraus resultiert eine sukzessive Abnahme der Windungslänge gegen die Fadenaustrittsseite hin, wodurch neben einem Ausgleich von Eingangs-Spannungsdifferenzen durch den Eingangs-Streckeneffekt eine Abnahme des Fadenzuges gegen den Fadenausgang hin resultiert. Praktische Versuche zeigen, daß sich Eingangsspannungsdifferenzen von 1-2 Gramm bis auf ca. 0,2 Gramm reduzieren lassen. Die Abnahme der Fadenspannung gegen den Fadenausgang hin kann durch eine leichte konische Verjüngung der ersten Stäbe 12.1 (und allenfalls auch der zweiten Stäbe 16) gegen das Auslaufende hin akzentuiert werden.

Die Fig. 2A-C belegen das oben gesagte. Die gegenseitige Lage der Stäbe 12.1 und 16 bezieht sich in den drei Darstellungen auf die Betrachtungsebenen A-A&min;, B-B&min; und C-C&min; in Fig. 1A. Unter Berücksichtigujng des Umstandes, daß bei der praktischen Ausführung des Fadenförderabschnittes 3.1 die Verschränkung der Stäbe 12.1 und 16 mit 1,5-5° wesentlich kleiner ist als in den Fig. 1A und 2 gezeigt, und daher nur unwesentliche Parallelitätsdifferenzen zwischen benachbarten Stäben 12.1, 16 bestehen, sind die den beiden Gruppen zugehörigen Stäbe jeweils "auf Mitte Lücke stehend" gezeigt. Mit 18 und 19 sind die relativen Lagen der Achsen des Tragzapfens 2 und der Lagerzapfens 2.1 in den Betrachtungsschnittebenen A-A&min; in Fig. 1A bezeichnet.

In der Annahme, daß sich die Fadentransportvorrichtung 3 im Uhrzeigersinn drehe, läuft der Faden 4 initial auf den im Tangenten- bzw. Kulminationspunkt y&min; liegenden Stab der 12.1-Gruppe auf und legt sich dann auf den Stab a der 16er-Gruppe. Beim Weiterdrehen der Fadentransportvorrichtung gelangt dann der Faden zunächst auf den Stab a&min; der 12.1-Gruppe, und hierauf auf den folgenden Stab b der 16er-Gruppe usw. Die Stäbe der 12.1-Gruppe werden indessen im Tangenten- bzw. Kulimationspunkt nur noch leicht berührt, weil die auf der zweiten Flanschhülse 10&min; befestigten Stäbe a-y auf den nachfolgenden etwa 180° ihres Bewegungsweges eindeutig in den Transportkorb eintauchen. Der Faden wird dort voll von den Stäben der 16er-Gruppe getragen. Durch die Achslagendifferenz 18/19 erfährt der Faden auch einen Längstransport, während der auf den Stäben der 16er-Gruppe liegt. Wenn der Stab a in den untersten Bereich der Darstellung Fig. 2A gelangt, stützt er den Faden 4 nur noch leicht, und beim Weiterdrehen der Fadentransportvorrichtung gelangt er auf die Stäbe der 12.1-Gruppe. Während der nächsten Halbumdrehung wird er voll von den Stäben der 12.1-Gruppe getragen. Durch ihre Parallelität mit der Hauptsache 18 erfolgt auf diesem Weg kein Längstransport. Bei jedem Umlauf der Fadentransportvorrichtung liegt der Faden 4 somit für jeweils etwa 180° auf den Stäben der 12.1-Gruppe, wobei ein Fadenlängstransport stattfindet, und auf den Stäben der 16er-Gruppe, wobei kein Längstransport stattfindet.

Die Fig. 2B und 2C zeigen jeweils nur die rechtsseitige Hälfte der Stabanordnungen 12.1 und 16. Obschon in Fig. 2B die Teilkreisexzentrizität (Achslagen 18, 19 in der Schnittebene B-B&min; in Fig. 1A) nur noch etwa die Hälfte gegenüber der Fig. 2A beträgt, erfolgt der Fadentransport auf den Stäben der beiden Gruppen wie oben beschrieben. Aus Versuchen ergab sich, daß der Windungsabstand nur von der Achswinkeldifferenz zwischen den beiden Stabgruppen bzw. den Achsen 18, 19 abhängig ist, und daß die Transportrate über den ganzen Transportbereich im Fadenförderabschnitt 3.1 praktisch gleich bleibt. Ein Null-Transport tritt deshalb nicht auf, weil die Stabpositionen nach Fig. 2C nicht bereits am äußeren Ende des Faden-Förderbereiches vorliegen, sondern erst in der Ebene, in welcher auch der Achsschnittpunkt 20 liegt.

Bei umgekehrter Drehrichtung der Fadentransportvorrichtung 3 muß der Faden in den Fig. 2A-C von rechts her und auf der anderen Seite des Förderabschnittes 3.1 zugeführt werden. Er belegt dabei zuerst die Stäbe 12.1 auf maximal einer halben Umdrehung der Vorrichtung. Da die Stäbe 16 die neu aufgelegte Fadenwindung auf der gegenüberliegenden Korbseite übernehmen, ergibt sich auch so ein Fadentransport wie oben beschrieben. Das erfindungsgemäße Fadenzuliefergerät funktioniert auch dann auf die beschriebene Weise, wenn die Transportvorrichtung 3 statt in der gezeigten hängenden Stellung, mit horizontalem oder vertikal nach oben gerichtetem Tragzapfen 2 verwendet wird. Desgleichen kann der Fadenabzug wie in Fig. 1A gezeigt, tangential über eine fixe Abzugsöse 24, die in einem Tragarm 25 am Geräteträger 1 eingesetzt ist, oder "überkopf" erfolgen. Im letzteren Fall passiert der ablaufende Faden 4&min; eine Öse 26, welche an einem Federstahldraht oder -band 27 angebracht ist, das seinerseits mit dem Tragarm 25 verbunden sein kann. Die Kombination der Öse 24 mit einer weiteren, ebenfalls im Federstahlband 27 angebrachten verschiebbaren Öse 28 gestattet die Anwendung des erfindungsgemäßen Fadenzuliefergerätes auch an Textilmaschinen mit unregelmäßigem Fadenverbrauch, wie z. B. Kleinjacquardmaschinen oder Nadelzügen. Die Ösen 26 und 28 können in einer einzigen Öse vereinigt sein, die längs eines Langloches im Federstahlband 27 angebracht ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Fadenzuliefergerät mit einem Geräteträger, einer den von einem Fadenvorrat ankommenden Faden tangential aufnehmenden, mit Antriebsmiteln versehenen trommelförmigen Fadentransportvorrichtung mit einem drehbaren Förderabschnitt, der einen auf einem feststehenden Tragzapfen drehbar gelagerten ersten Vorrichtungsteil mit die Erzeugende der trommelförmigen Fadentransportvorrichtung teilweise festlegenden und zur Achse des Tragzapfens parallelen, radial und in Umfangsrichtung gleichmäßig distanzierte ersten Stäben, sowie einen axial von diesem entfernten zweiten Vorrichtungsteil enthält, welcher auf einem zum feststehenden Tragzapfenden angewinkelten und mit diesem verbundenen Lagerzapfen drehbar gelagert und mit dem ersten Vorrichtungsteil drehgekuppelt ist, und ferner zweite, die Erzeugende der Fadentransportvorrichtung abschließend festlegende zweite Stäbe aufweist, welche in gleichen radialen und Umfangsabständen wie die ersten Stäbe zur Tragzapfenachse, parallel zur Achse des genannten abgewinkelten Lagerzapfens stehen und durch Ineinanderschachtelung mit den ersten Stäben eine Fördertrommel bilden, dadurch gekennzeichnet,
    1. - daß der Lagerzapfen (2.1) exzentrisch und so an einem Schulterabschnitt (2.2) des Tragzapfens (2) angeschlossen ist, daß die Achse 19 des Lagerzapfens (2.1) die Achse (18) des Tragzapfens an einer Stelle (20) außerhalb des Faden-Abgabebereichs schneidet, und
    2. - daß diese Schnittstelle (20) das Drehzentrum einer senkrecht zur Lagerzapfenachse (19) stehenden Zentrierscheibe (23.1) ist, auf welcher auf einem gemeinsamen Teilkreisbereich einerseits die Stäbe (16) des zweiten Vorrichtungsteils (15-17) befestigt, und andererseits Ausnehmungen vorhanden sind, in welchen die Enden der Stäbe (12.1) des ersten Vorrichtungsteils (10&min;, 12.1, 14) längs schiebbar geführt sind.
  2. 2. Fadenzuliefergerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Vorrichtungsteil einen die ersten Stäbe (12.1) in radialer und axialer Beziehung fixierenden Haltering (10&min;) enthält, und daß dieser Haltering (10&min;) fest auf einer Nabenbüchse (10.1) sitzt, welche den ersten Vorrichtungsteil auf dem Tragzapfen (2) drehbar abstützt und den Haltering (10&min;) mit den Antriebsmitteln verbindet.
  3. 3. Fadenzuliefergerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die ersten Stäbe (12.1) in einer im genannten Haltering (10&min;) eingesetzten zweiten metallischen Zentrierscheibe (23) befestigt sind.
  4. 4. Fadenzuliefergerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die metallische Zentrierscheibe (23.1) im zweiten Vorrichtungsteil in einem Haltering (17) sitzt, der fest auf einer Nabenbüchse (22) befestigt ist, durch welche das zweite Vorrichtungsteil auf dem angewinkelten Lagerzapfen (2.1) drehbar abgestützt ist.
  5. 5. Fadenzuliefergerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Enden der zweiten Stäbe (16) im Hohlraum eines am genannten Haltering (10&min;) montierten und gegen den Förderabschnitt hin offenen topfförmigen Mantelrings (14) frei beweglich angeordnet sind.
  6. 6. Fadenzuliefergerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die ersten und die zweiten Stäbe (12.1; 16) zylindrische Gestalt besitzen.
  7. 7. Fadenzuliefergerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die ersten Stäbe (12.1) im Bereich des Förderabschnittes (3.1), ausgehend von ihrem zugeordneten Haltering (10&min;), einen konisch abnehmenden Durchmesser aufweisen.






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