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Dokumentenidentifikation DE3926929A1 21.02.1991
Titel Abdichtbauwerk
Anmelder Philipp Holzmann AG, 6000 Frankfurt, DE
Vertreter Stenger, A., Dipl.-Ing.; Watzke, W., Dipl.-Ing.; Ring, H., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 4000 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 16.08.1989
DE-Aktenzeichen 3926929
Offenlegungstag 21.02.1991
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.02.1991
IPC-Hauptklasse E02D 5/18
IPC-Nebenklasse E02D 31/00   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Abdichtbauwerk aus einer im wesentlichen vertikalen Schlitzwand (1) mit einer in der Schlitzwandmasse angeordneten Dichtwand (3), die aus einer Mehrzahl von Wandscheiben (4) aus Glas besteht, welche an ihren senkrechten Rändern einstückig mit etwa rechtwinklig abstehenden Schenkeln (4a) versehen und gegeneinander sowie gegenüber dem Grund der Schlitzwand (1) abgedichtet sind. Die sich durchgehend über die gesamte Höhe der Schlitzwand (1) erstreckenden Wandscheiben (4) sind mit ihren benachbarten Schenkeln (4a) einander überlappend in einem ebenfalls über die gesamte Höhe der Schlitzwand (1) verlaufenden Kupplungsprofil (5) angeordnet. Das Kupplungsprofil (5) weist zwei im Querschnitt winkelförmige, an gegenüberliegenden Querseiten (5a) durch Dichtlippen (7) verschlossene Aufnahmekanäle (6) für jeweils einen Schenkel (4a) und einen anschließenden Teil des Steges (4b) einer Wandscheibe (4) auf. Weiterhin ist das Kupplungsprofil (5) mit einem Kupplungssteg (5c) ausgebildet, der parallel zu den Querseiten (5a) in der Mitte verläuft und zur Aufnahme der zwischen benachbarten Wandscheiben (4) insbesondere bei deren Einbau in die Schlitzwand (1) auftretenden Zugkräfte dient.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Abdichtbauwerk aus einer im wesentlichen vertikalen Schlitzwand mit einer in der Schlitzwandmasse angeordneten Dichtwand, die aus einer Mehrzahl von Wandscheiben aus Glas besteht, welche an ihren senkrechten Rändern einstückig mit etwa rechtwinklig abstehenden Schenkeln versehen sind und gegeneinander sowie gegenüber einer tieferliegenden, horizontalen, undurchlässigen Schicht abgedichtet sind.

Abdichtbauwerke der voranstehend beschriebenen Art sind aus der EP-OS 2 98 283 bekannt. Sie dienen als senkrechte Abdichtung durchlässiger Bodenschichten, weshalb sie mit ihrem unteren Teil in horizontal undurchlässige Schichten eingebunden werden. Derartige Abdichtbauwerke werden beispielsweise zum Schutz des Grundwassers vor Verunreinigungen mit kontaminierten Wässern einer Mülldeponie um die Mülldeponie herum errichtet.

Bei den zuerst verwendeten Konstruktionen wurden Schlitzwände als Abdichtbauwerk verwendet, das ausschließlich aufgrund der verwendeten Schlitzwandmasse die Durchlässigkeit einschränkte. Als Schlitzwandmasse kam insbesondere eine Zement-Bentonit-Suspension mit verschiedenen Dichtungszusätzen zum Einsatz. Bei großen Umschließungsflächen und langen Zeiträumen durchdringen jedoch noch beträchtliche Mengen an Schadstoffen derartige Abdichtbauwerke, weshalb zur weiteren Verringerung der Durchlässigkeit in der Schlitzwandmasse eine Dichtwand angeordnet wurde, die beispielsweise aus Dichtungsbahnen aus Kunststoffen bestand. Es hat sich jedoch herausgestellt, daß auch derartige Kunststoffe nicht diffusionssicher und korrosionsbeständig gegenüber bestimmten aggressiven Sickerwässern sind, weshalb mit der EP-OS 2 98 283 vorgeschlagen wurde, die in der Schlitzwandmasse angeordnete Dichtwand aus einzelnen Glasscheiben aufzubauen.

Bei der aus der EP-OS 2 98 283 bekannten Konstruktion eines Abdichtbauwerkes ist es erforderlich, zur Bildung der Dichtwand mehrere Glasscheiben auch in der Höhe übereinander anzuordnen, wobei es erforderlich ist, diese Glasscheiben absolut dicht miteinander zu verbinden. Wegen der Vielzahl der vorhandenen Fugen und insbesondere der beim Zusammentreffen von vier Scheiben entstehenden Knotenpunkte ist es in der Praxis ausgeschlossen, derartige Dichtwände auch über einen längeren Zeitraum mit der erforderlichen Dichtigkeit gegen aggressive Sickerwässer herzustellen.

Es ist deshalb zur Verbesserung der aus der EP-OS 2 98 283 bekannten Konstruktion vorgeschlagen worden, entweder unter Verzicht auf eine Dichtwand die Schlitzwand aus schadstoffresistenten Glasteilen mit entsprechendem schadstoffresistenten Bindemittel zu bilden oder als in eine bekannte Schlitzwandmasse einzubringende Dichtwand Wandscheiben aus Glas zu verwenden, die über die gesamte Höhe der Schlitzwand verlaufen und an ihren einander überlappenden Rändern durch eine Dichtmasse miteinander verbunden sind, die aus schadstoffresistentem Glas und schadstoffresistenten Bindemitteln besteht. Hierbei können die senkrecht verlaufenden Ränder der aus Glas bestehenden Wandscheiben wiederum einstückig mit etwa rechtwinklig abstehenden Schenkeln versehen sein, die einander überlappen, so daß sich begrenzte Räume für die nach Einbringen der Wandscheiben in die Schlitzwand einzubringende Dichtmasse ergeben.

Da das Einbringen der einzelnen Wandscheiben der Dichtwand in die mit Schlitzwandmasse ausgefüllte Schlitzwand entsprechend dem Baufortschritt nacheinander erfolgt, ist es für die Praxis außerordentlich wichtig, daß die jeweils in die Schlitzwand abzusenkende Wandscheibe zuverlässig an der bereits in der Schlitzwandmasse angeordneten Wandscheibe geführt wird, damit benachbarte Wandscheiben nicht nur die richtige Lage zueinander einnehmen, sondern auch über ihre gesamte Höhe gegeneinander abgedichtet werden können. Das Nebeneinanderstellen einzelner Wandscheiben und das nachträgliche Einbringen von Abdichtmaterial ist in der Praxis nur dann möglich, wenn bereits beim Einbringen der einzelnen Wandscheiben der Raum für das Abdichtmaterial vorgegeben und freigehalten wird.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das aus der EP-OS 2 98 283 bekannte Abdichtbauwerk derart weiterzubilden, daß sich eine in der Praxis verwertbare Konstruktion ergibt.

Die Lösung dieser Aufgabenstellung durch die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß die sich durchgehend über die gesamte Höhe der Schlitzwand erstreckenden Wandscheiben mit ihren benachbarten Schenkeln einander überlappend in einem ebenfalls über die gesamte Höhe der Schlitzwand verlaufenden Kupplungsprofil angeordnet sind, das zwei im Querschnitt winkelförmige, an gegenüberliegenden Querseiten des Kupplungsprofils durch Dichtlippen verschlossene Aufnahmekanäle für jeweils einen Schenkel und einen anschließenden Teil des Steges einer Wandscheibe aufweist und das parallel zu diesen Querseiten in der Mitte mit einem zwischen den die Schenkel der Wandscheibe aufnehmenden Teilen der Aufnahmekanäle liegenden Kupplungssteg zur Aufnahme der zwischen benachbarten Wandscheiben insbesondere bei deren Einbau in die Schlitzwand auftretenden Zugkräften ausgebildet ist.

Durch die sich über die gesamte Höhe der Schlitzwand erstreckenden Wandscheiben aus Glas entfallen die bei der bekannten Konstruktion erforderlichen horizontalen Fugen und Knotenpunkte, so daß sich die notwendige Abdichtung zwischen benachbarten Wandscheiben ausschließlich auf deren senkrecht verlaufende Ränder beschränkt. Diese sind in bekannter Weise einstückig mit etwa rechtwinklig abstehenden Schenkeln versehen und werden einander überlappend bzw. hintergreifend angeordnet, und zwar erfindungsgemäß in einem ebenfalls über die gesamte Höhe der Schlitzwand verlaufenden Kupplungsprofil, das aus schadstoffresistentem Kunststoff hergestellt wird. Dieses Kupplungsprofil hat erfindungsgemäß zwei im Querschnitt winkelförmige Aufnahmekanäle, die jeweils einen Schenkel und einen anschließenden Teil des Steges einer Wandscheibe aufnehmen. An ihren in gegenüberliegenden Querseiten liegenden Enden sind die Aufnahmekanäle jeweils durch Dichtlippen verschlossen, so daß beim Einbau keine Schlitzwandmasse in die Aufnahmekanäle eindringen kann. In der Mitte des Kupplungsprofils ist ein Kupplungssteg ausgebildet, der parallel zu den Querseiten des Kupplungsprofils verläuft und demzufolge zwischen denjenigen Teilen der winkelförmigen Aufnahmekanäle liegt, die die Schenkel der Wandscheiben aufnehmen. Da sich diese Schenkel der benachbarten Wandscheiben klammerartig überlappen, wird dieser Kupplungssteg mit Druckkräften belastet, wenn benachbarte Wandscheiben durch Zugkräfte beaufschlagt werden, beispielsweise beim Einbau einer neuen Wandscheibe an eine bereits eingebaute, mit dem Kupplungsprofil versehene Wandscheibe. Das erfindungsgemäße Kupplungsprofil übernimmt somit nicht nur Führungsaufgaben beim Einbau jeder neuen Wandscheibe, sondern ist auch in der Lage, bei diesem Einbau auftretende Kräfte, insbesondere Zugkräfte aufzunehmen, ohne daß hierbei die Gefahr einer Zerstörung oder Beschädigung des Kupplungsprofils besteht oder das Kupplungsprofil von der bereits eingebauten Wandscheibe abrutschen kann.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind die die Aufnahmekanäle verschließenden Dichtlippen durch einen als Sollbruchstelle ausgebildeten Verbindungssteg miteinander verbunden. Hierdurch wird erreicht, daß der eine Aufnahmekanal des Kupplungsprofils mit einfachen Mitteln geöffnet werden kann, wenn das Profil vor dem Einbau einer Wandscheibe auf deren hinteren Rand aufgeschoben wird. Der andere Aufnahmekanal bleibt verschlossen, so daß keine Schlitzwandmasse in ihn eindringen kann, wenn die Wandscheibe mit dem Profil in die Schlitzwand abgesenkt wird. Ein Auftrennen der Dichtlippen dieses Aufnahmekanals erfolgt erst dann, wenn die nächste Wandscheibe von oben her eingebaut wird. Hierbei trennt entweder die Wandscheibe selbst den Verbindungssteg zwischen den Dichtlippen auf oder es wird ein (verlorenes) Messer verwendet, das am unteren Rand der Wandscheibe angeordnet wird und beim Absenken dieser Wandscheibe die Dichtlippen im Bereich des Verbindungssteges voneinander trennt. In beiden Fällen wird sichergestellt, daß keine Schlitzwandmasse in den Aufnahmekanal eindringen kann, so daß die Dichtwirkung des Kupplungsprofils nicht beeinträchtig wird. Die nach Auftrennen des Verbindungssteges sich an der Außenseite der Wandscheibe anlegenden Dichtlippen sorgen zuverlässig dafür, daß die notwendige Dichtwirkung erzielt wird.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist jeder Schenkel der Wandscheiben an seiner zum Steg der Wandscheibe weisenden Ecke mit einer Verdickung und jeder Aufnahmekanal des Kupplungsprofils mit einer entsprechenden Ausnehmung versehen. Durch diese Verdickungen ergeben sich bei auftretenden Zugkräften zwischen benachbarten Wandscheiben bei den im Kupplungssteg als Reaktion entstehenden Druckkräften entgegengesetzt zueinander gerichtete Komponenten, die ein seitliches Auseinanderbewegen der einander überlappenden Wandteile verhindern. Durch diese Verdickungen an den Wandscheiben und die entsprechenden Ausnehmungen in den Kupplungsprofilen wird somit die Funktion verbessert.

Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung kann innerhalb des Kupplungsprofils, vorzugsweise im Bereich seines Kupplungssteges mindestens ein durchgehender Hohlraum ausgebildet sein. Durch diesen Hohlraum kann die Elastizität des Kupplungsprofils erhöht werden.

Wenn gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung der Hohlraum über mehrere Querverbindungen mit mindestens einem der Aufnahmekanäle verbunden wird, kann der Hohlraum nach dem Einbau als Prüfkanal verwendet werden. Über derartige Prüfkanäle wird entweder kontinuierlich oder in Abständen überprüft, ob schadstoffhaltige Wässer die Dichtungselemente zwischen benachbarten Wandscheiben durchdringen.

Mit den erfindungsgemäßen Kupplungsprofilen ergibt sich weiterhin die Möglichkeit, zwei gleichartige Kupplungsprofile zur Bildung einer zweischichtigen Dichtwand bzw. zur Bildung von Ecken der Dichtwand oder zum rechtwinkligen Anschluß einer weiteren Dichtwand miteinander an ihren Längs- und/oder Querseiten zu verbinden. Die Verbindung kann durch Kleben oder Schweißen erfolgen, und zwar entweder unmittelbar miteinander oder unter Verwendung eines Zwischenprofils.

Sofern miteinander zur Bildung einer Ecke verbundene Kupplungsprofile zusätzlich durch einzelne, im Abstand voneinander liegende oder durch eine über die gesamte Länge durchgehende Klammer gehalten sind, deren Klammerschenkel in die freien Aufnahmekanäle der Kupplungsprofile eingreifen, ergeben sich zusätzliche Sicherungsmaßnahmen zur Aufrechterhaltung der Verbindung zwischen miteinander verschweißten bzw. verklebten Kupplungsprofilen.

Mit der Erfindung wird schließlich vorgeschlagen, die Kupplungsprofile endseitig durch Kappen zu verschließen, um auch ein Eindringen von Schlitzwandmasse vom Ende des jeweiligen Kupplungsprofils her auszuschließen.

Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Abdichtbauwerks und eines zugehörigen Kupplungsprofils mit zusätzlichen Anwendungsvarianten dargestellt, und zwar zeigen:

Fig. 1 eine schematische Seitenansicht eines Abschnittes einer Schlitzwand mit in der Schlitzwandmasse angeordneter Dichtwand,

Fig. 2 einen waagerechten Schnitt durch das Abdichtbauwerk gemäß der Schnittlinie II-II in Fig. 1,

Fig. 3 einen Querschnitt durch ein Kupplungsprofil im Ausgangszustand,

Fig. 4 einen der Fig. 3 entsprechenden Querschnitt durch das Kupplungsprofil nach Einsetzen zweier Wandscheiben,

Fig. 5 einen Querschnitt durch zwei unmittelbar miteinander verbundene Kupplungsprofile zur Bildung einer zweischichtigen Dichtwand,

Fig. 6 eine der Fig. 5 entsprechende Schnittdarstellung durch eine zusätzliche Ausführungsform mit zwischen den Kupplungsprofilen angeordnetem Zwischenprofil,

Fig. 7 einen Schnitt durch zwei miteinander unmittelbar verbundene Kupplungsprofile zum Anschluß einer weiteren Dichtwand und

Fig. 8 einen waagerechten Schnitt durch zwei miteinander unmittelbar verbundene Kupplungsprofile zur Bildung einer Ecke.

Die Fig. 1 und 2 zeigen schematisch einen Ausschnitt eines Abdichtbauwerkes einer im wesentlichen vertikalen Schlitzwand 1 im umgebenden Erdreich 2, wobei in der Schlitzwandmasse, beispielsweise aus einem Zement-Bentonit-Gemisch mit Dichtmittelzusätzen eine Dichtwand 3 angeordnet ist. Diese Dichtwand 3 besteht aus einer Mehrzahl von aus Glas hergestellten Wandscheiben 4, die durchgehend über die gesamte Höhe der Schlitzwand 1 verlaufen, wie die Seitenansicht in Fig. 1 erkennen läßt. Jede Wandscheibe 4 ist an ihren Längsrändern, d.h. den im Einbauzustand senkrecht liegenden Rändern einstückig mit einem etwa rechtwinklig abstehenden Schenkel 4a versehen. Dieser Schenkel 4a und der die Schenkel 4a verbindende Steg 4b jeder Wandscheibe 4 sind am besten in Fig. 4 zu erkennen.

Die Dichtwand 3 wird nach Einbringen der Schlitzwand 1 in das Erdreich 2 und Auffüllen mit Schlitzwandmasse durch aufeinanderfolgendes Einbringen der Wandscheiben 4 hergestellt, wobei sich die Schenkel 4a der einzelnen Wandscheiben 4 nebeneinanderliegend überlappen, wie dies insbesondere aus den Fig. 2 und 4 hervorgeht. Diese Schenkel 4a der jeweils benachbarten Wandscheiben 4 und die sich an die Schenkel 4a anschließenden Teile der Stege 4b sind jeweils in einem Kupplungsprofil 5 angeordnet, das der besseren Übersichtlichkeit wegen in den Fig. 1 und 2 weggelassen wurde, jedoch in den Fig. 3 bis 8 im Querschnitt dargestellt ist.

Dieses aus gegenüber den jeweiligen Schadstoffen resistentem Kunststoff hergestellte Kupplungsprofil 5 ist in seinem Ausgangszustand im Schnitt in Fig. 3 dargestellt. Diese Darstellung zeigt den etwa rechteckigen Querschnitt des Kupplungsprofils 5, in dem zwei im Querschnitt winkelförmige Aufnahmekanäle 6 ausgebildet sind. Jeder dieser Aufnahmekanäle 6 umfaßt ein Kanalstück 6a, das der Aufnahme eines Schenkels 4a einer Wandscheibe 4 dient. Diese Kanalstücke 6a verlaufen parallel zur Querseite 5a des Kupplungsprofils 5. Parallel zur Längsseite 5b des Kupplungsprofils 5 verläuft ein Kanalstück 6b der Aufnahmekanäle 6, das zur Aufnahme eines sich an den Schenkel 4a anschließenden Teiles des Steges 4b der Wandscheibe 4 dient. Diese Situation ergibt sich deutlich bei Betrachten der Fig. 3 und 4.

Das in der Querseite 5a mündende Ende des Kanalstückes 6b ist im Ausgangszustand nach Fig. 3 durch Dichtlippen 7 verschlossen, die miteinander durch einen als Sollbruchstelle ausgebildeten Verbindungssteg 7a verbunden sind. Dieser Verbindungssteg 7a wird aufgetrennt, wenn das Kupplungsprofil 5 vor dem Einbau auf den freien Rand einer Wandscheibe 4 aufgeschoben wird. Hierbei legen sich die voneinander getrennten Dichtlippen 7 mit der notwendigen Anpreßkraft an die Fläche des Steges 4b der Wandscheibe 4 an, wie dies aus Fig. 4 hervorgeht.

In der Mitte des Kupplungsprofils 5 ist ein Kupplungssteg 5c ausgebildet, der parallel zu den Querseiten 5a bzw. zwischen den Kanalstücken 6a des Kupplungsprofiles 5 verläuft. Dieser Kupplungssteg 5c nimmt Druckkräfte auf, die entstehen, wenn benachbarte Wandscheiben 4 mit Zugkräften belastet werden, wie dies insbesondere beim Einbau einer Wandscheibe 4 in die Schlitzwand 1 der Fall ist. Über den Kupplungssteg 5c erfolgt auch eine zuverlässige Führung der jeweils einzubauenden Wandscheibe 4 am Kupplungsprofil 5 der zuletzt eingebauten Wandscheibe 4, ohne daß die Gefahr besteht, daß das Kupplungsprofil 5 beschädigt oder von der eingebauten Wandscheibe 4 abgetrennt wird.

Da der freie Aufnahmekanal 6 des bereits mit der letzten Wandscheibe 4 eingebauten Kupplungsprofils 5 durch die Dichtlippen 7 verschlossen ist, kann keine Schlitzwandmasse eindringen. Der Verbindungssteg 7a dieses Aufnahmekanals 6 wird erst unmittelbar vor dem Absenken der folgenden Wandscheibe 4 durchtrennt, beispielsweise durch ein an der unteren Kante der Wandscheibe 4 angeordnetes Messer. Auf diese Weise wird sichergestellt, daß auch die nachfolgende Wandscheibe 4 zuverlässig im Kupplungsprofil 5 gehalten und die notwendige Dichtwirkung erzielt wird.

Bei den dargestellten Ausführungsbeispielen ist jeder Schenkel 4a der Wandscheiben 4 an seiner zum Steg 4b weisenden Ecke mit einer Verdickung 4c versehen. Für diese Verdickung 4c ist an der entsprechenden Stelle des Kanalstückes 6a eine Ausnehmung 6c ausgebildet. Hierdurch ergibt sich ein gewisser Versatz bzw. ein schräger Verlauf des Kupplungssteges 5c. Wenn dieser Kupplungssteg 5c infolge von auf benachbarte Wandscheiben 4 ausgeübten Zugkräften mit Seitenkräften belastet wird, entstehen durch diese Verdickungen 4c bzw. Ausnehmungen 6c Komponenten quer zur Zugrichtung. Diese Komponenten verhindern, daß die parallel zueinander verlaufenden, einander überlappenden Schenkel 4a benachbarter Wandscheiben 4 auseinanderbewegt werden, wodurch höhere Belastungen im Kupplungsprofil 5 entstehen würden.

Um die Elastizität des Kupplungsprofils 5, insbesondere im Bereich seines Kupplungssteges 5c zu erhöhen, können dort Hohlräume 8 vorgesehen sein. Zwei derartige Hohlräume 8 sind in Fig. 3 eingezeichnet. Diese über die gesamte Länge des Kupplungsprofils 5 durchgehenden Hohlräume 8 können zugleich als Prüfkanal verwendet werden, sofern sie über mehrere, im Abstand zueinander liegende Querverbindungen 8a jeweils mit einem der Aufnahmekanäle 6 verbunden werden, wie dies ebenfalls in Fig. 3 angedeutet ist.

Die Fig. 5 zeigt, daß es möglich ist, durch Verbinden zweier gleichartiger Kupplungsprofile 5 gemäß Fig. 3 eine zweischichtige Dichtwand 3 zu bilden. In Fig. 5 sind zusammengehörende Kupplungsprofile 5 unmittelbar an gegenüberliegenden Längsseiten 5b miteinander verbunden, beispielsweise durch Schweißen oder Kleben. Eine Variationsmöglichkeit zeigt Fig. 6, bei der zur Bildung einer zweischichtigen Dichtwand zwei gleichartige Kupplungsprofile 5 unter Zwischenfügen eines Zwischenprofils 9 miteinander verbunden sind.

In Fig. 7 ist gezeigt, wie durch Verbinden zweier Kupplungsprofile 5 eine zusätzliche Dichtwand an eine durchgehende Dichtwand angeschlossen werden kann. In diesem Fall ist an einer Längsseite 5b des zur durchgehenden Dichtwand 3 gehörenden Kupplungsprofils 5 die Querseite 5a eines weiteren Kupplungsprofils 5&min; angeschlossen, beispielsweise durch Kleben oder Schweißen. Wie in Fig. 7 angedeutet, kann hierbei eine Hälfte des zusätzlichen Kupplungsprofils 5&min;, die in Fig. 7 gestrichelt eingezeichnet ist, abgetrennt werden.

Die Fig. 8 zeigt schließlich die Bildung einer Ecke durch Verwenden zweier gleichartiger Kupplungsprofile 5, die wiederum über eine Längsseite 5b und eine Querseite 5a miteinander verschweißt bzw. verklebt sind. In diesem Fall kann in die freien Aufnahmekanäle 6 eine Klammer 10 eingesetzt werden, die in Fig. 8 strichpunktiert angedeutet ist. Diese Klammer 10 kann entweder über die gesamte Länge des Kupplungsprofils 5 durchlaufen und demzufolge als Klammerleiste ausgebildet sein oder aus einzelnen, im Abstand voneinander liegenden Klammerstücken bestehen.

Bezugszeichenliste

1 Schlitzwand

2 Erdreich

3 Dichtwand

4 Wandscheibe

4a Schenkel

4b Steg

4c Verdickung

5 Kupplungsprofil

5a Querseite

5b Längsseite

5c Kupplungssteg

6 Aufnahmekanal

6a Kanalstück

6b Kanalstück

6c Ausnehmung

7 Dichtlippe

7a Verbindungssteg

8 Hohlraum

8a Querverbindung

9 Zwischenprofil

10 Klammer


Anspruch[de]
  1. 1. Abdichtbauwerk aus einer im wesentlichen vertikalen Schlitzwand mit einer in der Schlitzwandmasse angeordneten Dichtwand, die aus einer Mehrzahl von Wandscheiben aus Glas besteht, welche an ihren senkrechten Rändern einstückig mit etwa rechtwinklig abstehenden Schenkeln versehen sind und gegeneinander sowie gegenüber einer tieferliegenden, horizontalen, undurchlässigen Schicht abgedichtet sind, dadurch gekennzeichnet, daß die sich durchgehend über die gesamte Höhe der Schlitzwand (1) erstreckenden Wandscheiben (4) mit ihren benachbarten Schenkeln (4a) einander überlappend in einem ebenfalls über die gesamte Höhe der Schlitzwand (1) verlaufenden Kupplungsprofil (5) angeordnet sind, das zwei im Querschnitt winkelförmige, an gegenüberliegenden Querseiten (5a) des Kupplungsprofils (5) durch Dichtlippen (7) verschlossene Aufnahmekanäle (6) für jeweils einen Schenkel (4a) und einen anschließenden Teil des Steges (4b) einer Wandscheibe (4) aufweist und das parallel zu den Querseiten (5a) in der Mitte mit einem zwischen den die Schenkel (4a) der Wandscheiben (4) aufnehmenden Teilen (6a) der Aufnahmekanäle (6) liegenden Kupplungssteg (5c) zur Aufnahme der zwischen benachbarten Wandscheiben (4) insbesondere bei deren Einbau in die Schlitzwand (1) auftretenden Zugkräfte ausgebildet ist.
  2. 2. Abdichtbauwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die die Aufnahmekanäle (6) verschließenden Dichtlippen (7) durch einen als Sollbruchstelle ausgebildeten Verbindungssteg (7a) miteinander verbunden sind.
  3. 3. Abdichtbauwerk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Schenkel (4a) der Wandscheiben (4) an seiner zum Steg (4b) der Wandscheibe (4) weisenden Ecke mit einer Verdickung (4c) und jeder Aufnahmekanal (6) des Kupplungsprofils (5) mit einer entsprechenden Ausnehmung (6c) versehen ist.
  4. 4. Abdichtbauwerk nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb des Kupplungsprofils (5), vorzugsweise im Bereich seines Kupplungssteges (5c), mindestens ein durchgehender Hohlraum (8) ausgebildet ist.
  5. 5. Abdichtbauwerk nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Hohlraum (8) über mehrere Querverbindungen (8a) mit einem der Aufnahmekanäle (6) verbunden ist.
  6. 6. Abdichtbauwerk nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß zwei gleichartige Kupplungsprofile (5) zur Bildung einer zweischichtigen Dichtwand bzw. zur Bildung von Ecken der Dichtwand oder zum rechtwinkligen Anschluß einer weiteren Dichtwand miteinander an ihren Längs- und/oder Querseiten (5a, 5b) verbunden sind.
  7. 7. Abdichtbauwerk nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Kupplungsprofile (5) unmittelbar miteinander verbunden sind.
  8. 8. Abdichtbauwerk nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Kupplungsprofile (5) unter Verwendung eines Zwischenprofils (9) miteinander verbunden sind.
  9. 9. Abdichtbauwerk nach mindestens einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß miteinander zur Bildung einer Ecke verbundene Kupplungsprofile (5) zusätzlich durch einzelne, im Abstand voneinander liegende oder durch eine über die gesamte Länge durchgehende Klammer (10) gehalten sind, deren Klammerschenkel in die freien Aufnahmekanäle (6) der Kupplungsprofile (5) eingreifen.
  10. 10. Abdichtbauwerk nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Kupplungsprofile (5) endseitig durch Kappen verschlossen sind.






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