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Dokumentenidentifikation DE3932819A1 11.04.1991
Titel Wäßrige Präparationen von C.I. Azoic Diazo Components, ihre Herstellung und Verwendung
Anmelder Hoechst AG, 6230 Frankfurt, DE
Erfinder Mach, Horst-Roland, Dr., 6246 Glashütten, DE
DE-Anmeldedatum 30.09.1989
DE-Aktenzeichen 3932819
Offenlegungstag 11.04.1991
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.04.1991
IPC-Hauptklasse C09B 41/00
IPC-Nebenklasse C09D 11/02   D06P 1/12   D06P 3/68   D06P 3/872   
IPC additional class // C09B 67/36  
Zusammenfassung Bei den konventionellen Methoden zur Herstellung von kupplungsfähige Diazoniumverbindungen aufweisenden Druckpasten werden Flüssigbasen, Natriumnitrit und Phosphorsäure nacheinander getrennt in die Verdickung eingebracht oder sie werden jeweils als separate Verdickungen angesetzt und dann erst vor dem Gebrauch zusammengerührt. Derartige Maßnahmen verlangen einen ziemlichen Aufwand und werden daher in der Praxis als nachteilig empfunden. Bei Verwendung von zum Diazotieren üblichen Säuren besteht weiterhin die Gefahr einer Beeinträchtigung von neben den Diazokomponenten gedruckten Reaktivfarbstoffen in der Fixierung durch Dämpfen.
Diese von Fachkreisen als problematisch eingeschätzte Situation läßt sich dadurch beheben, daß man Flüssigpräparationen von diazotierbaren Aminen auf wäßriger Basis verwendet, welche neben dem Amin zugleich die für seine Diazotierung erforderliche Säuremenge in Form von vorzugsweise Phosphorsäure enthalten. Solche Präparationen entsprechend der Erfindung braucht man zur Herstellung gebrauchsfertiger Druckpasten bloß in eine Nitrit enthaltende Verdickung einzurühren.

Beschreibung[de]

Das Färben und Bedrucken von Cellulosefasermaterial mit sogenannten Azo-Entwicklungsfarbstoffen nach der Eisfarbentechnik ist schon lange bekannt und wird in der Textilindustrie seit Jahrzehnten ausgeübt.

Entsprechend diesem Prinzip werden auf die Faser applizierte C.I. Azoic Coupling Components dort mit C.I. Azoic Diazo Components in kupplungsfähiger Form vereinigt und setzen sich hier zu unlöslichen, echten Azofarbstoffen um.

Der allgemeine Arbeitsgang zur Erzeugung derartiger Färbungen und Drucke durch Kupplung besteht also im wesentlichen im Grundieren der Ware mit der Kupplungskomponente, kurz als "Naphthol" bezeichnet, und im nachherigen Aufbringen der Diazokomponente.

Von den zur Farbstoffbildung benötigten Grundsubstanzen steht die Diazokomponente im Handel einmal als stabilisierte, kupplungsfähige Diazoniumverbindung, dem sogenannten Echtfärbesalz zur Verfügung und zum anderen aber auch als noch undiazotiertes primäres Amin, der sogenannten Echtfärbebase, welche erst durch Diazotieren in den unmittelbar kupplungsfähigen Zustand übergeführt werden muß.

Aus verschiedenen Gründen geht man in der Praxis jedoch vom Einsatz der fertigen, stabilisierten Diazoniumverbindungen ab und bevorzugt neuerdings das Arbeiten mit den Echtfärbebasen, wobei der zusätzliche aufwendige Prozeß des Diazotierens in Kauf genommen wird.

Von seiten der Farbstoffhersteller hat es aus diesem Anlaß nicht an Bemühungen gefehlt, die Diazotierung der ins Auge gefaßten Amine so einfach wie möglich zu gestalten.

Da die Diazotierung um so rascher und auch vollständiger verläuft, je kleiner die Partikel der betreffenden Amine sind, ist man zunächst dazu übergegangen, diese Ausgangsstoffe besonders aufzubereiten. Man hat sie - um gleichzeitig das lästige Stauben zu vermeiden - deshalb in fein verteilter Form im wäßrigen Medium dispergiert. Eine solche spezielle Vorbehandlung wird z. B. in der Fachliteratur durch die DE-PS 22 49 533, DE-PS 23 46 502, DE-PS 24 49 783, DE-PS 27 40 589 u. a. niedergelegt.

Das Diazotieren von derart verbraucherfreundlich zugeschnittenen Aminen, in Fachkreisen als Flüssigbasen bezeichnet, verursacht für die Belange der Färberei an sich keine Schwierigkeiten. In Druckereien indessen versucht man darüber hinaus, den Vorgang des Ansetzens der Druckpasten noch mehr handhabungssicher zu machen.

Im Einklang mit diesem Bestreben wird daher in der DE-PS 28 50 901 beschrieben, für die Herstellung von Druckpasten mit kupplungsfähigen Diazoniumverbindungen von zwei getrennten Verdickungen auszugehen. Eine davon soll das dispergierte Amin sowie Natriumnitrit aufnehmen, die andere die notwendige Säure enthalten. Durch Zusammenrühren der beiden verdickten Ansätze entsteht dann die gebrauchsfertige Druckpaste für den sogenannten Basenaufdruck.

Bei der gemeinsamen Applikation von so zubereiteten Druckpasten für die Diazokomponente separat neben denen von Reaktivfarbstoffen auf mit Naphtholaten vorgrundierter Ware hat allerdings sowohl die Variante mit herkömmlichen diazotierten Basen als auch die mit Echtfärbesalzen den Nachteil erbracht, daß im Falle des Einsatzes von flüchtigen Säuren für die Diazotierungsoperation - als eine Folge des damit verbundenen typischen Verhaltens - die vorherrschend durch Dämpfen stattfindende einphasige Fixierung der Reaktivfarbstoffe beeinträchtigt wird. Wegen dieses schädlichen Einflusses wird in der Patentanmeldung P 38 41 482.1 daher vorgeschlagen, im Wasserdampf nicht flüchtige Säuren zum Diazotieren zu verwenden.

Aber selbst die in der geschilderten Weise unter Zuhilfenahme von nicht wasserdampfflüchtigen Säuren modifizierte Technik des Diazotierens-in-der-Paste (DIP-Verfahren) wird in der Druckereibranche immer noch als ein zu umständlicher Prozeß betrachtet, der - sogar in Verbindung mit den sonst günstigen Flüssigbasen - bisher wenig Resonanz gefunden hat. Dafür verantwortlich ist in erster Linie das Erfordernis, zwei Stammverdickungen auf Vorrat zu halten. Dazu kommt noch die Verwendung von Phosphorsäure, einer in der Textilpraxis bislang unüblichen Chemikalie, welche sich trotz allem als nicht wasserdampfflüchtige Säure für die Durchführung der aus der DE-PS 28 50 901 sowie der deutschen Patentanmeldung P 38 41 482.1 bekannten Verfahren als vorteilhaft erwiesen hat. Die Akzeptanz der beiden Arbeitsweisen hängt also weitgehend von der Bereitschaft der Veredler ab, zusätzlich Phosphorsäure zu erwerben.

Die Einfachheit der Verarbeitung von Flüssigbasen aufweisenden Zubereitungen der Diazokomponente regte zu Überlegungen an, um auf dieser Grundlage bequemer verwendbare Produkte zu entwickeln, die dem Fachmann bedeutende Erleichterungen in der gewerbsmäßigen Anwendung bieten.

Im Rahmen eines Gesamtkonzeptes

  • - Einsatz von Reaktivfarbstoffen im Afrikadruck ohne Alkalizusatz,
  • - auf mit Naphtholat grundierter Ware,
  • - in Kombination mit Echtfärbebasen, diazotiert mit einer nichtflüchtigen Säure, sowie
  • - Fixieren nach dem Einphasen-Verfahren durch kurzzeitiges Dämpfen (höchstens 8 Minuten)


spielt die Erstellung einer Kerngamme von ohne weitere Umstände sofort anwendungsbereiten Präparationen von diazotierbaren aromatischen Aminen eine Schlüsselrolle.

Die Aufgabenstellung für die vorliegende Erfindung lautete daher, die Erzeugung von Azo-Entwicklungsfarbstoffen im Basenaufdruck durch geeignete Vorkehrungen rationeller sowie ökonomischer zu gestalten, ohne die Textildruckereibetriebe zu zusätzlicher Beschaffung und Lagerhaltung von nach den herkömmlichen Arbeitsweisen bisher nicht verwendeten Ausgangsstoffen zu zwingen, gleichzeitig dabei aber sicherzustellen, daß dadurch die problemlose einphasige Fixierung von im selben Druckvorgang miteinander applizierten Reaktivfarbstoffen nicht behindert oder gar ausgeschlossen wird.

Dieses Vorhaben wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß man primäre aromatische Amine in eine stabile, flüssige Zubereitungsform auf wäßriger Basis bringt, welche die zum Diazotieren sowie zur Kupplung benötigte Säure in Form einer nicht wasserdampfflüchtigen Säure enthält.

Aufgrund dieser gezielten Maßnahmen erleichtert sich für den Drucker die Herstellung gebrauchsfertiger Druckpasten gegenüber dem Stand der Technik dahingehend, daß

  • a) nur noch eine einzige Stammverdickung mit Natriumnitrit erforderlich ist, und demzufolge
  • b) das Ansetzen von solchen Druckpasten allein durch simples Einrühren der erfindungsgemäßen flüssigen Basenzubereitungen in die Stammverdickung a) bewerkstelligt werden kann.


Weitere Vorteile bei der Benutzung der erfindungsgemäßen Präparationen erwachsen durch

  • c) die staubfreie Verarbeitung derselben,
  • d) deren Einsatzfähigkeit sowohl im reinen Basenaufdruck als auch im Druck neben Reaktivfarbstoffen,
  • e) die Vermeidung einer zusätzlichen Lagerung von bisher in Veredlungsbetrieben nicht gebräuchlichen Chemikalien, und vor allem
  • f) die mühelose Handhabung.


Die Herstellung der flüssigen Präparationen entsprechend dieser Erfindung sowie ihre Verwendung wird nachfolgend beschrieben:

Als diazotierbare Amine (auch Aminofarbstoffe) kommen grundsätzlich alle in Betracht, die für die übliche Eisfarbentechnik geeignet sind.

Die aus der Produktion trocken in Pulverform oder als wasserfeuchte Paste anfallenden primären aromatischen Amine (C.I. Azoic Diazo Components) werden mit Wasser und der vorgesehenen, nicht wasserdampfflüchtigen Säure, in der Regel Phosphorsäure, sorgfältig verrührt. Als derartige Säuren können fernerhin auch Zitronensäure, Glykolsäure, Milchsäure, Weinsäure od. a. bzw. Mischungen davon zum Einsatz gelangen.

Die dazu verwendete Säuremenge wird dabei so bemessen, daß sie - ihrem Molgewicht entsprechend - einmal zur Bildung des Aminsalzes und darüber hinaus zur Diazotierung und Einstellung des richtigen Kupplungs-pH-Wertes ausreicht. Sie beträgt demnach bei Vorliegen der freien primären Amine die 3- bis 4fache Menge des Gewichts des Amins, bei Vorliegen des Aminsalzes bloß die 1,5- bis 2,5fache Menge.

Je nach der chemischen Natur und/oder den physikalischen Verhältnissen des Ausgangsamins muß in einzelnen Fällen das Aminsalz zunächst mit Salzsäure gebildet werden, bevor man die nicht wasserdampfflüchtige Säure zugeben kann.

Durch den Zusatz von lösenden oder lösungsvermittelnden und/oder dispergierenden Produkten, z. B. geringer Mengen eines Hydrotrops wie mehrwertige Alkohole, insbesondere Glycerin, oder Oxethylate, kann das Bereiten der Präparation günstig beeinflußt werden.

Falls erforderlich, wird in die so gewonnene Lösung des Amins noch zur Stabilisierung eine säure- und elektrolytbeständige Verdickung, vorzugsweise ein hochmolekulares, lineares Polysaccharid der Xanthan-Reihe eingerührt.

Die Anwendung der so erhältlichen flüssigen Präparationen von primären aromatischen Aminen gestaltet sich denkbar einfach:

Es braucht dazu nur eine einzige säurebeständige Stammverdickung auf natürlicher oder bevorzugt synthetischer Basis zusammen mit Natriumnitrit angesetzt und bevorratet zu werden. Zur Herstellung der Druckpasten werden die oben beschriebenen Präparationen einfach in diese Stammverdickung eingerührt und können dann direkt zum Drucken verwendet werden.

Die nachfolgenden Herstellungsbeispiele stecken nur einen Rahmen ab, ohne die Erfindung in irgendeiner Weise einschränken zu wollen.

Beispiele A) Herstellung der Amin-Präparationen 1. Stammfarbe Orange 125 g von Azoic Diazo Component 2 mit der C.I.-Nr. 37005 (n-Chloranilin) werden mit 165 g Wasser und 400 g Phosphorsäure 85%ig langsam verrührt. Danach werden in diesen Ansatz 260 g einer 2%igen Verdickung auf Basis eines hochmolekularen, linearen Polysaccharids der Xanthan-Reihe eingerührt und zum Schluß noch 50 g Glycerin unter Rühren zugegeben 1000 g


2. Stammfarbe Rot 155 g von Azoic Diazo Component 10 mit der C.I.-Nr. 37120 (5-Chlor-o-anisidin) werden zur Bildung des Chlorhydrats zunächst in 230 g Wasser verrührt und dann durch Behandlung mit 100 g Salzsäure 32,1%ig (20°B}) gelöst, worauf man diese Lösung mit 240 g Phosphorsäure 85%ig langsam unter Rühren versetzt. Danach werden in diesen Ansatz 225 g einer 2%igen Xanthan-Verdickung entsprechend der Stammfarbe 1 eingerührt und zum Schluß noch 50 g Glycerin unter Rühren zugegeben 1000 g


3. Stammfarbe Bordeaux 165 g von Azoic Diazo Component 1 mit der C.I.-Nr. 37125 (2-Nitro-p-anisidin) werden mit 155 g Wasser und 400 g Phosphorsäure 85%ig langsam verrührt. Danach werden in diesen Ansatz 230 g einer 2%igen Xanthan-Verdickung entsprechend der Stammfarbe 1 eingerührt und zum Schluß noch 50 g Glycerin unter Rühren zugegeben 1000 g


4. Stammfarbe Blau 400 g der als Sulfat vorliegenden Azoic Diazo Component 35 mit der C.I.-Nr. 37255 [N-(p-Methoxyphenyl)-p-phenylendiamin · 1/2 sulfat] werden mit 200 g Wasser und 400 g Phosphorsäure 85%ig langsam verrührt. Danach werden diesem Ansatz 110 g einer 2%igen Xanthan-Verdickung entsprechend der Stammfarbe 1 eingerührt und zum Schluß noch 50 g Glycerin unter Rühren zugegeben 1000 g


5. Stammfarbe Schwarz 150 g von Azoic Diazo Component 38 mit der C.I.-Nr. 37190 (Kupplungsprodukt aus diazotiertem p-Nitroanilin und 2,5-Dimethoxyanilin) werden zur Bildung des Chlorhydrats durch Vermischen mit 300 g Wasser sowie 50 g Salzsäure 32,1%ig (20°B}) langsam unter Rühren versetzt und in Lösung gebracht. Danach werden in diesen Ansatz 100 g Phosphorsäure 85%ig und 200 g Zitronensäure eingerührt und zum Schluß noch 200 g Glycerin unter Rühren zugegeben 1000 g
B) Verwendung der Amin-Präparationen Grundieren des Gewebes

20 g von Azoic Coupling Component 2 mit der C.I.-Nr. 37505 (2-Hydroxy-3-naphthoylamino-benzol) werden in 1 l heißes Wasser (95°C), das 20 cm³ Natronlauge 32,5%ig (38°B}) und 5 g eines Schutzkolloids auf Basis von modifiziertem Eiweiß enthält, eingerührt und gelöst.

Mit dieser Lösung klotzt man ein Baumwollgewebe bei 80% Flottenaufnahme (bezogen auf das Gewicht der trockenen Ware) und trocknet es.

Druckbeispiel 1

Zum Ansetzen der Druckpaste von einer kupplungsfähigen Diazoniumverbindung werden 800 g einer säurebeständigen Stammverdickung synthetischen Ursprungs vorgelegt, die bereits 6,5 g/kg Natriumnitrit enthält. Dazu werden nun unter Rühren 50 g der gemäß Präparation 1 gewonnenen Stammfarbe Orange zugefügt und das Ganze wird schließlich durch Auffüllen mit Wasser auf 1 kg Gesamtgewicht eingestellt.

Mit der so zubereiteten Druckpaste bedruckt man einen Abschnitt des mit der zuvor erwähnten Kupplungskomponente grundierten Gewebes und erhält einen lebhaften, brillanten Orangeton.

Die Nachbehandlung der erzeugten Druckfärbung wird wie üblich durch zweimaliges alkalisches Seifen und abschließendes Klarspülen mittels Wasser vorgenommen.

Druckbeispiel 2

Die Herstellung der ersten Druckpaste erfolgt wie im Druckbeispiel 1 beschrieben, jedoch hier unter Verwendung von Präparation 2 (Stammfarbe Rot).

Die zweite Druckpaste wird wie folgt angesetzt: Es werden 800 g einer mittelviskosen Alginatverdickung, der man zuvor 20 g/kg von m-Nitrobenzolsulfonsäure als Na-Salz (in Wasser 1 : 2 gelöst) zugefügt hatte, vorgelegt und sodann unter Rühren 60 g des Reaktivfarbstoffes mit der Formel



eingestreut. Daraufhin wird das Ganze mit Wasser auf 1 kg Gesamtgewicht aufgefüllt und 1 Minute gründlich nachgerührt.

Beide Druckpasten werden nun nebeneinander auf das mit der Kupplungskomponente vorgrundierte Gewebe gedruckt und das bedruckte Substrat wird anschließend getrocknet.

Zum Fixieren des Reaktivfarbstoffes wird die so behandelte Ware 8 Minuten bei 102°C mit Sattdampf gedämpft.

Die erzeugte Druckfärbung wird zum Abschluß wie für Reaktivfarbstoffe üblich gewaschen und fertiggestellt. Man erhält als coloristischen Effekt neben einem tiefen Rotton ein brillantes Türkis.

Druckbeispiel 3

Zur Herstellung der ersten Druckpaste werden 800 g einer säurebeständigen Stammverdickung wie im Druckbeispiel 1 vorgelegt, die 6,5 g/kg Natriumnitrit enthält. In diese Vorlage trägt man unter Rühren 100 g von Präparation 5 (Stammfarbe Schwarz) ein und füllt mit Wasser auf 1 kg Gesamtgewicht auf, worauf noch 1 Minute nachgerührt wird.

Für die Zubereitung der zweiten Druckpaste werden 800 g einer mittelviskosen Alginatverdickung vorgelegt, die 20 g/kg von m-Nitrobenzolsulfonsäure als Na-Salz (1 : 2 in Wasser gelöst) enthält. Unter Behandlung mit einem Schnellrührer werden in diesen Ansatz 60 g des Reaktivfarbstoffes mit der Formel



eingestreut und dann wird das Ganze mit Wasser auf 1 kg Gesamtgewicht aufgefüllt. Zum kompletten Lösen des Farbstoffes rührt man die Paste noch weitere 3 Minuten unter Zuhilfenahme des Schnellrührers nach.

Beide Druckpasten werden nun nebeneinander auf das mit der Kupplungskomponente vorgrundierte Gewebe gedruckt und das bedruckte Substrat wird daraufhin getrocknet.

Zum Fixieren des Reaktivfarbstoffes wird die so behandelte Ware 8 Minuten bei 102°C im Sattdampf gedämpft.

Die erzeugte Druckfärbung wird zum Abschluß wie für Reaktivfarbstoffe üblich gewaschen und fertiggestellt. Man erhält als färberisches Ergebnis neben Schwarz ein leuchtendes Goldgelb mit scharf stehenden Konturen.

Druckbeispiel 4

Zum Ansetzen der Druckpaste von einer kupplungsfähigen Diazoniumverbindung werden 800 g einer säurebeständigen Stammverdickung wie im Druckbeispiel 1 vorgelegt, die bereits 6,5 g/kg Natriumnitrit enthält. In diese Vorlage werden danach unter Rühren 50 g der gemäß Präparation 2 eingestellten Stammfarbe eingetragen, worauf man - ebenfalls unter der Behandlung mit dem Schnellrührer - noch eine Lösung, bestehend aus

25 g des Farbstoffes Ingrain Blue 5 mit der C.I.-Nr. 74161:2,

50 g Phosphorsäure 80%ig (mit Wasser 1 : 8 verdünnt) sowie

50 g Wasser

zufügt. Schließlich wird das Ganze mit Wasser auf 1 kg Gesamtgewicht aufgefüllt.

Man druckt diese Druckpaste nun auf ein bei einer Flottenaufnahme von 80% (vom Trockengewicht) mit einer heißen wäßrigen Lösung (95°C), enthaltend

20 g/l von C.I. Azoic Coupling Component 5 mit der C.I.-Nr. 37610 (3,3&min;-Dimethyl-4,4&min;-bis-acetoacetyl- amino-diphenyl),

20 cm³/l Natronlauge 32,5%ig (38°B}) und

5 g/l eines Schutzkolloids auf Eiweiß-Basis,

geklotztes und bei 100°C getrocknetes Baumwollgewebe auf, das im Anschluß daran wieder getrocknet wird.

Zum Fixieren des Blau-Anteils in der Druckfarbe wird die so behandelte Ware hierauf 5 Minuten bei 102°C im Sattdampf gedämpft.

Danach wird die erzeugte Druckfärbung kalt und heiß mit Wasser gespült, kochend geseift, mit kaltem Wasser erneut gespült und schließlich getrocknet.

Es resultiert auf dem Gewebe ein Druckmuster mit brillantem Grünton auf weißem Grund.


Anspruch[de]
  1. 1. Flüssige, wäßrige Präparationen von primären aromatischen Aminen (C.I. Azoic Diazo Components), dadurch gekennzeichnet, daß sie die für die Diazotierung sowie zur Farbstoffkupplung benötigte Säure in Form einer nicht wasserdampfflüchtigen Säure enthalten.
  2. 2. Präparationen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie als Säure Phosphorsäure enthalten.
  3. 3. Präparationen nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie dem Mol-Gewicht des eingesetzten Amins entsprechend, die gegebenenfalls zur Salzbildung nötige Säuremenge, unter allen Umständen aber die zum Diazotieren desselben erforderliche und darüber hinaus noch eine zur Einstellung der geeigneten Kupplungs-pH- Bedingungen ausreichende Menge von nicht wasserdampfflüchtiger Säure enthalten.
  4. 4. Präparationen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß sie zusätzlich lösungsvermittelnde und/oder dispergierende Mittel enthalten.
  5. 5. Präparationen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß sie zusätzlich säure- und elektrolytbeständige Verdickungsmittel auf der Basis von Xanthanen enthalten.
  6. 6. Verfahren zur Herstellung von Präparationen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man die primären aromatischen Amine oder ihre Salze mit Wasser und den nicht wasserdampfflüchtigen Säuren verrührt und dann erforderlichenfalls die lösungsvermittelnden und/oder dispergierenden Mittel sowie zwecks Stabilisierung gegebenenfalls benötigte, säure- und elektrolytbeständige Verdickungsmittel zusetzt.
  7. 7. Verwendung von Präparationen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5 zur Herstellung von Druckpasten, dadurch gekennzeichnet, daß man sie in Natriumnitrit enthaltende Verdickungen einrührt.
  8. 8. Verwendung von Präparationen nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß man bei der Herstellung der Druckpasten zusätzlich noch C.I. Ingrain Dyes einträgt.
  9. 9. Verwendung einer oder mehrerer, nach Anspruch 7 oder 8 hergestellten Druckpasten als kupplungsfähige C.I. Azoic Diazo Components zur Erzeugung von Azo-Entwicklungsfarbstoffen nach der Eisfarbentechnik durch Bedrucken von vorgängig mit C.I. Azoic Coupling Components alkalisch grundierten und getrockneten, cellulosehaltigen oder ausschließlich aus Cellulosefasern bestehenden Textilien.
  10. 10. Verwendung von Druckpasten nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß man neben diesen, die Entwicklung der Azofarbstoffe bewirkenden Druckpasten, auf das alkalisch vorgrundierte Textilgut auch solche mit Reaktivfarbstoffen druckt und letztere durch Dämpfen fixiert.






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