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Dokumentenidentifikation DE3728363C1 02.05.1991
Titel Automatische Handfeuerwaffe
Anmelder Achterholt, Rainer, 8968 Durach, DE
Erfinder Achterholt, Rainer, 8968 Durach, DE
Vertreter Kern, W., Dipl.-Ing.; Brehm, H., Dipl.-Chem. Dr.phil.nat., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 25.08.1987
DE-Aktenzeichen 3728363
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 02.05.1991
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.05.1991
IPC-Hauptklasse F41A 3/02
Zusammenfassung Das Waffenrohr einer automatischen Handfeuerwaffe ist ortsfest in einem Waffengehäuse gehalten, in dem senkrecht zur Rohrachse eine rotationssymmetrische Bohrung ausgespart ist, innerhalb derer ein walzenförmiges Patronenkammer-Gehäuse angeordnet ist, das durch zwangsweise, gleichsinnige, intermittierende Rotationsbewegung um seine Drehachse fortlaufend in eine Schußposition und in eine Ladeposition bringbar ist. Um eine bessere Anpassung an die Munition, insbesondere an eine hülsenlose Patrone zu gewährleisten, bei Bedarf eine Liderung am geschoßseitigen Patronenkammer-Ende zu ermöglichen und um gegebenenfalls die Kadenz zu erhöhen, sind im walzenförmigen Patronenkammer-Gehäuse zwei Patronenkammern ausgebildet, die gegenseitig zentralsymmetrisch bezüglich der Patronenkammer-Gehäuse-Drehachse angeordnet sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine automatische Handfeuerwaffe, insbesondere ein Gewehr, eine Pistole oder eine Maschinenpistole. Die Waffe ist insbesondere zum Verschießen hülsenloser Munition geeignet.

Mehr im einzelnen betrifft die Erfindung eine automatische Handfeuerwaffe mit einem Rohr, das ortsfest in einem Rohrteil gehalten ist, in dem senkrecht zur Rohrachse eine rotationssymmetrische Bohrung ausgespart ist, innerhalb derer ein walzenförmiges Patronenkammer-Gehäuse angeordnet ist, das durch zwangweise, gleichsinnige, intermittierende Rotationsbewegung um seine Drehachse fortlaufend in eine Schußposition sowie in eine Ladeposition bringbar ist, in welcher aus einem Magazinkanal eines waffengehäuseseitig angebrachten Magazins eine insbesondere hülsenlose Patrone in eine Patronenkammer im walzenförmigen Patronenkammer-Gehäuse einbringbar ist.

Eine automatische Handfeuerwaffe dieser Art ist aus der DE-PE 28 13 633 bekannt. Das Patronenkammer-Gehäuse der bekannten Waffe befindet sich nach einer Rotation um 180° im Anschluß an eine Schußposition erneut in einer Schußposition. Hierzu ist eine einzige Patronenkammer vorgesehen, die symmetrisch zu einer Quermittelebene des Patronenkammer-Gehäuses ausgebildet ist; die Längsachse der Patronenkammer fluchtet mit einem Durchmesser des Patronenkammer-Gehäuses, und die Patronenkammer-Gehäuse-Drehachse schneidet die Seelenachse des Rohres.

Obwohl durch die stets in der gleichen Drehrichtung erfolgende, intermittierende Bewegung des Patronenkammer-Gehäuses die Steuerungs- und Bewegungsabläufe vergleichmäßigt werden, weist die bekannte Bauart auch Nachteile auf. Die Anpassung der Patronenkammer an die zu verwendende Munition ist nicht optimal, da eine Patrone typischerweise nicht symmetrisch zu ihrer Quermittelebene ausgebildet ist. In Verbindung mit hülsenloser Munition wird die grundsätzlich mögliche, besonders hohe Kadenz durch eine rasche Aufheizung der einzigen Patronenkammer begrenzt. Angepaßte Liderungen sind nicht möglich.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, bei einer automatischen Handfeuerwaffe der angegebenen Art den zwangsweisen, intermittierenden, gleichsinnigen, nach je einer 180°-Drehung zu einer neuen Schußposition führenden Antrieb des Patronenkammer-Gehäuses und die daraus resultierenden Vorteile beizubehalten, jedoch zusätzlich die Anpassung der Patronenkammer an die Geschoßführungsfunktion und an die Abdichtung zum Schlagbolzen hin zu verbessern.

Nach einem weiteren Ziel der Erfindung soll eine höhere Kadenz erzielbar sein. Nach noch einem weiteren Ziel soll die Waffe speziell zum Verschießen hülsenloser Munition angepaßt sein, deren Geschoß bezüglich der Treibladung verschieblich angeordnet und von dieser wenigstens teilweise umfaßt ist.

Ausgehend von einer automatischen Handfeuerwaffe mit den oben angegebenen Merkmalen ist die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe und Ziele dadurch gekennzeichnet, daß im walzenförmigen Patronenkammer-Gehäuse zwei Patronenkammern ausgebildet sind, die gegenseitig zentralsymmetrisch bezüglich der Patronenkammer-Gehäuse-Drehachse angeordnet sind. Die beiden Patronenkammern befinden sich in einem Zylinder-Abschnitt des walzenförmigen Patronenkammer-Gehäuses, der mit der Seelenachse fluchtet. Die Patronenkammer-Gehäuse-Drehachse ist exzentrisch zur Seelenachse angeordnet, damit in jeder Schußposition die jeweilige Patronenkammer-Längsachse mit der Seelenachse fluchten kann. Das geschoßseitige Ende jeder Patronenkammer kann mit einer an sich bekannten, an den Rohrdurchmesser angepaßten Liderung versehen sein.

Das erfindungsgemäß vorgesehene Patronenkammer-Gehäuse weist zwei identische Patronenkammern auf, die zentralsymmetrisch zur Patronenkammer-Gehäuse-Drehachse ausgebildet sind und die sich abwechselnd nach einer Drehung des Patronenkammer-Gehäuses um 180° in der Schußposition befinden. Während der Zündung einer, in der einen Patronenkammer befindlichen Patrone kann die andere Patronenkammer abkühlen. Bei Bedarf kann diese Abkühlung durch zwangsweise Zuführung von Kühlmedium, wie etwa Druckluft, verstärkt werden. Der Patroneneinschieber und der Patronenausstoßer können benachbart an der gleichen Seite des Waffengehäuses angeordnet werden; jedoch kann eine räumlich und funktionell getrennte, im Abstand zueinander befindliche Anordnung vorgesehen werden. Ohne Beeinträchtigung der Kadenz kann dem Patronenausstoßer stets eine Reinigungsfunktion für die gerade fluchtende Patronenkammer zugeordnet werden.

Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Handfeuerwaffe ergeben sich aus den Unteransprüchen.

So kann jede Patronenkammer einen weiteren Abschnitt zur Aufnahme der Treibladung der hülsenlosen Munition und einen engeren Bohrungsabschnitt bzw. eine Liderung zur Aufnahme des Geschosses aufweisen. Der engere Bohrungsabschnitt flüchtet mit dem Rohrdurchmesser. Es wird eine verschleißfreie Abdichtung des geschoßseitigen Patronenkammer-Endes und eine optimale Führung des Geschoßes erreicht. Die Ausbildung und Heranführung des Verschlußstückes mit der Zündeinrichtung an den weiteren Abschnitt der Patronenkammer ist erleichtert. Es wird insbesondere eine hervorragende Anpassung an solche hülsenlose Munition erreicht, deren Geschoß bezüglich der Treibladung verschieblich angeordnet und von dieser wenigstens teilweise umfaßt ist.

Vorzugsweise ist am Ende des Magazinkanals ein Patroneneinschieber mit einem ersten Stößel und mit einem zweiten Stößel vorgesehen. In der Ladeposition jeder Patronenkammer wird eine Patrone aus dem Magazinkanal in die Patronenkammer eingeführt. Der erste Stößel drückt die Treibladung in den weiteren Abschnitt. Der zweite Stößel trennt das Geschoß von der Treibladung und schiebt das Geschoß in den engeren Bohrungsabschnitt hinein. Der innerhalb der Treibladung entstehende Hohlraum erleichtert und beschleunigt den gleichmäßigen Abbrand der Ladung.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist der Patronenausstoßer benachbart und im geringen Abstand zum Patroneneinschieber angeordnet. Beide Vorrichtungen wirken in der gleichen Richtung. Am Waffengehäuse wird wenig Platz benötigt. Der Magazinenkanal, der Patroneneinschieber und der Patronenausstoßer können oberhalb des Rohrteiles angeordnet werden. Nicht gezündete Patronen werden nach unten ausgestoßen und gefährden den Schützen nicht.

Weiterhin kann dem Patronenausstoßer eine Kühlmedium-führende Druckleitung zugeordnet sein, um die in einer gegebenen Position mit dem Patronenausstoßer fluchtende leere Patronenkammer zwangsweise zu kühlen. Hierdurch kann die Gefahr einer vorzeitigen Entzündung der Treibladung von hülsenloser Munition verringert werdeß. Die Kadenz der Waffe kann erhöht werden, weil stets eine ausreichende Kühlung der Patronenkammer gewährleistet ist, in welche eine neue Patrone eingeführt wird. Als Kühlmedium kann beispielsweise Druckluft dienen, die mittelbar an der Waffe durch einen Gasdruckantrieb oder durch einen fremdgetriebenen Motor erzeugt wird.

Weiterhin kann der Patronenausstoßer zusätzlich mit einer Reinigungsvorrichtung für die in einer gegebenen Position mit dem Patronenausstoßer flüchtende, leere Patronenkammer ausgerüstet sein. Bei dieser Reinigungsvorrichtung kann es sich beispielsweise üm eine Schab- oder Kratzeinrichtung handeln, welche von der Patronenkammer-Wand Abbrandrückstände entfernt. Gerade von solchen heißen Kohlungsrückständen geht die Gefahr einer Selbstentzündung einer neuen, in die Patronenkammer eingebrachten Patrone aus.

Aus der DE-AS 24 01 543 ist bereits eine automatische Handfeuerwaffe mit einem schwenkbaren, senkrecht zur Seelenachse angeordneten, walzenförmigen Patronenkammer-Gehäuse bekannt, dessen Drehachse exzentrisch zur Seelenachse liegt. Das bekannte Patronenkammer-Gehäuse führt nicht eine intermittierende, gleichsinnige Rotationsbewegung aus, sondern wird in einem 90° Schritt vorwärts und rückwärts geschwenkt. Soweit in dem bekannten Patronenkammer- Gehäuse drei Patronenkammern ausgebildet sein können, ist jede Patronenkammer in einem anderen Zylinderabschnitt des walzenförmigen Patronenkammer-Gehäuses ausgebildet und einem eigenen Rohr einer mit drei Rohren versehen Waffe zugeordnet. Die besonderen Vorteile der erfindungsgemäßen Handfeuerwaffe, wie gleichsinnige Rotationsbewegung des Patronenkammer-Gehäuses und Möglichkeit zur Kühlung der gerade nicht benutzten Patronenkammer sind mit dem bekannten Patronenkammer-Gehäuse nicht erzielbar.

Nachstehend wird die Erfindung mehr im einzelnen anhand einer bevorzugten Ausführungsform mit Bezugnahme auf die Zeichnungen erläutert; die letzteren zeigen:

Fig. 1 in einer schematischen Schnittdarstellung ein erfindungsgemäß vorgesehenes Patronenkammer-Gehäuse innerhalb eines ausschnittsweise dargestellten Waffengehäuses, benachbart zum Magazinkanal mit Patroneneinschieber und Patronenausstoßer; das Patronenkammer- Gehäuse nimmt seine Ladeposition ein; und

Fig. 2 in einer schematischen Schnittdarstellung das Patronenkammer-Gehäuse nach Fig. 1 in seiner Schußposition bezüglich des Waffenrohres.

Der grundsätzliche Aufbau einer automatischen Handfeuerwaffe mit schwenkbarem Patronenlager-Gehäuse der hier betrachteten Art ist in der Fachwelt bekannt. In einem Waffengehäuse ist in einer rotationssymmetrische Ausnehmung ein walzenförmiges Patronenkammer- Gehäuse drehbar angeordnet. Der gesteuerte Antrieb des walzenförmigen Patronenlager-Gehäuses kann über eine Steuerscheibe erfolgen, die ihrerseits über einen Gasdruckantrieb oder einen fremdgetriebenen Motor angetrieben wird. Weiterhin ist am Waffengehäuse ein Rohr und entfernt zu diesem ein Schlagbolzen mit Hammer angebracht. Bezüglich weiterer Einzelheiten wird beispielsweise auf die vorbekannten Druckschriften DE-AS 24 01 543 und DE-PS 28 13 633 verwiesen.

Ein wesentlicher Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung betrifft die Ausgestaltung des walzenförmigen Patronenlager-Gehäuses 10. Zentralsymmetrisch zu dessen Drehachse 11 sind in einem gemeinsamen, mit dem Rohr fluchtenden Zylinderabschnitt zwei Patronenkammer 12 und 14 angeordnet. Jede Patronenkammer 12, 14 weist einen weiteren Abschnitt 15 zur Aufnahme der Treibladung 1 einer hülsenlosen Patrone 2 sowie einen engeren Bohrungsabschnitt 16 zur Aufnahme des Geschoßes 3 dieser Patrone 1 auf. Der engere Bohrungsabschnitt 16 kann von einer Liderung 17 umgeben sein, welche für die Führung des Geschosses 3 und die Abdichtung des Geschoßkanals 16 gegenüber dem Rohr sorgt. An den weiteren Abschnitt 15 jeder Patronenkammer 12, 14 schließt sich eine Erweiterung 19 an, in welche in der Schußposition ein Verschlußteil 20 mit verschieblichem Schlagbolzen 21 eingreifen kann. Der lichte Innenquerschnitt des erweiterten Abschnittes 15 ist an die Außenabmessungen der Treibladung 2 der vorgesehenen hülsenlosen Patrone 1 angepaßt und kann beispielsweise eckig, insbesondere quadratisch sein; besonders bevorzugt wird ein kreisrunder Innenquerschnitt vorgesehen.

Innerhalb des Waffengehäuses 5 ist - vorzugsweise oberhalb des Rohres 6 - ein Magazinkanal 7 ausgebildet in dem sich eine Vielzahl Patronen 1 befinden, welche zwangsweise einem Patroneneinschieber 30 zugeführt werden. Der Patroneneinschieber 30 weist zwei unabhängig voneinander verschiebliche Stößel 31 und 32 auf. Der Antrieb der Stößel 31, 32 erfolgt vorzugsweise über schematisch angedeutete Federn, und die Verstellung jedes Stößels kann vorzugsweise in an sich bekannter Weise über - nicht dargestellte - Zapfen an einer - nicht dargestellten - Steuerscheibe erfolgen. In der dargestellten Ausführungsform umfaßt der äußere Stößel 31 konzentrisch den inneren Stößel 33. Der äußere Stößel 31 dient zum Einbringen der gesamten Patrone 1 in die Patronenkammer 12 und drückt insbesondere den Treibladungskörper 2 in den erweiterten Abschnitt 15 der Patronenkammer 12. Der innere Stößel 32 ist durch eine zentrale Bohrung 4 im Treibladungskörper 2 führbar, trennt das Geschoß 3 vom Treibladungskörper 2 und verschiebt das Geschoß 3 bis in den engeren Bohrungsabschnitt 16 innerhalb der Patronenkammer 12 hinein. Nachdem der Treibladungskörper 2 und das Geschoß 3 in der genannten Weise innerhalb der Patronenkammer 12 angeordnet worden sind, werden beide Stößel 31 und 32 zwangsweise zurückgeführt und das Patronenkammergehäuse 10 kann aus der dargestellten Ladeposition im Uhrzeigersinn um 90° gedreht werden und nimmt dann die in Fig. 2 dargestellte Schußposition ein.

An dieser Schußposition fluchtet der engere Rohrabschnitt 16 mit dem Schußkanal innerhalb des Rohres 6. Ein verschiebliches Verschlußteil 20 ist zwangsweise in die Erweiterung 19 eingefahren worden und verschließt den weiteren Abschnitt 15 der Patronenkammer 12 druckdicht. Bei Bedarf können dem Verschlußstück 20 bekannte Dichtungsmittel oder eine weitere Liderung zum Verschließen des rückwärtigen Endes der Patronenkammer 12 zugeordnet sein. Innerhalb des Verschlußstückes 20 ist verschieblich eine lediglich schematisch angedeutete Zündeinrichtung 21 angeordnet. Nach Betätigung eines - nicht dargestellten - Abzughebels zündet die Zündeinrichtung 21 die Treibladung 2 beispielsweise durch Aufprall eines Hammers auf eine Zündpille durch Auslösung eines elektrischen Funkens oder durch Erzeugung eines Lichtblitzes.

Nach Auslösung eines Schußes wird das walzenförmige Patronenkammer-Gehäuse 10 um einen weiteren 90° Schritt im Uhrzeigersinn gedreht, und die zweite Patronenkammer 14 nimmt dann die Ladeposition ein. Die erste Patronenkammer 12, aus der soeben ein Schuß abgefeuert worden ist, befindet sich jetzt in fluchtender Anordnung zu einem Patronenausstoßer 40. Zum Patronenausstoßer 40 gehört - in an sich bekannter Weise - wenigstens ein verschieblich angeordneter Stößel 41, der in dieser Position in die leere Patronenkammer 12 einfahren kann. Wie dargestellt, ist der Patronenausstoßer 40 benachbart und in geringem Abstand zum Patroneneinschieber 30 angeordnet. Sämtliche Stößel 31, 32 und 41 wirken in der gleichen Richtung und können leicht von einer - nicht dargestellten - Steuerscheibe kontrolliert werden. Gegenüber dem Patronenausstoßer 40 befindet sich eine Auswurföffnung 42, über welche bei Bedarf die Hülse einer herkömmlichen Patrone oder im Falle einer Fehlzündung die nicht gezündete Patrone 1 mittels des Stößels 41 entfernt werden kann. Obwohl das erfindungsgemäß vorgesehene Patronenkammer-Gehäuse 10 mit den beiden Patronenkammer 12 und 14 besondere Vorteile zum Verschießen von hülsenloser Munition bietet und hierfür vorzugsweise vorgesehen ist, lassen sich mit diesem Patronenkammer- Gehäuse grundsätzlich auch herkömmliche, mit einer dauerhaften Hülse ausgerüstete Patronen verschießen. In diesem Falle ist vorteilhaft, daß die Auswurffunktion in der Ladeposition des Patronenkammergehäuses 10 ausgeführt werden kann und keine zusätzliche Auswurfposition fordert.

Es kann vorgesehen werden, den Stößel 41 des Patronenausstoßes 40 nur im Falle einer Fehlzündung zu betätigen. Alternativ kann der Stößel 41 zwangsweise nach jedem Schuß betätigt werden. In diesem Falle kann der Stößel 41 zusätzlich mit - nicht dargestellten - Kratz- oder Schabwerkzeugen ausgerüstet sein, um das Patronenlager 14 nach jedem Schuß zu reinigen. Insbesondere können heiße Kohlungsrückstände vom Abbrennen der vorher gezündeten Treibladung entfernt werden, was die Gefahr einer unbeabsichtigten Selbstentzündung beim Einführen einer neuen hülsenlosen Patrone 1 in die Patronenkammer 14 erheblich verringert. Zusätzlich kann an den Patronenausstoßer 40 eine - nicht dargestellte - Druckleitung angeschlossen sein, um Kühlmedium, insbesondere Druckluft, durch die leere Patronenkammer 14 zu blasen, während in die benachbarte Patronenkammer 12 eine neue Patrone 1 eingebracht wird.

Bei einer praktischen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Handfeuerwaffe hat das walzenförmige Patronenkammer-Gehäuse einen Durchmesser von etwa 40 bis 60 mm, insbesondere einen Durchmesser von 55 mm. In diesem Patronenkammer-Gehäuse sind zentralsymmetrisch zu dessen Drehachse zwei Patronenkammern ausgebildet, deren engerer Bohrungsabschnitt einen Durchmesser von etwa 5 mm aufweist. Der erweiterte Abschnitt besitzt kreisrunden Querschnitt mit einem Innendurchmesser von etwa 10 bis 12 mm. Die Länge des erweiterten Abschnittes beträgt etwa 20 bis 30 mm.


Anspruch[de]
  1. 1. Eine automatische Handfeuerwaffe mit einem Rohr, das ortsfest in einem Waffengehäuse gehalten ist, in dem senkrecht zur Rohrachse eine rotationssymmetrische Bohrung ausgespart ist, innerhalb derer ein walzenförmiges Patronenkammer-Gehäuse angeordnet ist, das durch zwangsweise, gleichsinnige, intermittierende Rotationsbewegung um seine Drehachse fortlaufend in eine Schußposition und in eine Ladeposition bringbar ist, in welcher aus einem Magazinkanal eines waffengehäuseseitig angebrachten Magazins eine insbesondere hülsenlose Patrone in eine Patronenkammer im walzenförmigen Patronenkammer-Gehäuse einbringbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß im walzenförmigen Patronenkammer-Gehäuse (10) zwei Patronenkammern (12 und 14) ausgebildet sind, die gegenseitig zentralsymmetrisch bezüglich der Patronenkammer-Gehäuse-Drehachse (11) angeordnet sind.
  2. 2. Die Handfeuerwaffe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jede Patronenkammer (12, 14) einen weiteren Abschnitt (15) zur Aufnahme der Treibladung (2) einer hülsenlosen Patrone (1) und einen engeren Bohrungsabschnitt (16) zur Aufnahme des Geschosses (3) dieser Patrone aufweist.
  3. 3. Die Handfeuerwaffe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß an den weiteren Abschnitt (15) eine Erweiterung (19) anschließt, in welche in der Schußposition des Patronenkammer-Gehäuses (10) ein Verschlußstück (20) einschiebbar ist.
  4. 4. Die Handfeuerwaffe nach Anspruch 2 oder 3, zum Verschießen hülsenloser Munition, deren Geschoß bezüglich der Treibladung verschieblich angeordnet und von dieser wenigstens teilweise umfaßt ist, dadurch gekennzeichnet, daß

    der Magazinkanal (7) zu einem Patroneneinschieber (30) mit einem ersten Stößel (31) und mit einem zweiten Stößel (32) führt; und

    in der Ladeposition des Patronenkammer-Gehäuses (10) der erste Stößel (31) den Treibladungskörper (2) in den weiteren Abschnitt (15) drückt; und

    der zweite Stößel (32) das Geschoß (3) vom Treibladungskörper (2) trennt und in den engeren Bohrungsabschnitt (16) einschiebt.
  5. 5. Die Handfeuerwaffe nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der engere Bohrungsabschnitt (16) innerhalb des Patronenkammer-Gehäuses (10) von einer Liderung (17) umgeben ist.
  6. 6. Die Handfeuerwaffe nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß benachbart und in geringem Abstand zum Patroneneinschieber (30) ein in der gleichen Richtung wirkender Patronenausstoßer (40) angeordnet ist.
  7. 7. Die Handfeuerwaffe nach Anspruch 6, dadurch ekennzeichnet, daß an den Patronenausstoßer (40) eine Kühlmedium-führende Druckleitung angeschlossen ist, um die in einer Ladeposition mit dem Patronenausstoßer (40) fluchtende, leere Patronenkammer (14) zwangsweise zu kühlen.
  8. 8. Die Handfeuerwaffe nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß ein Stößel (41) des Patronenausstoßers (40) zusätzlich mit einem Kratz- oder Schabwerkzeug ausgerüstet ist, um in einer gegebenen Ladeposition die Wand der mit dem Patronenausstoßer (40) fluchtenden, leeren Patronenkammer (14) zu reinigen.






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