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Dokumentenidentifikation DE3937733A1 16.05.1991
Titel Anordnung an einer Presse zum Ziehen von Blechteilen
Anmelder Herion-Werke KG, 7012 Fellbach, DE
Erfinder Porombka, Reiner, 7000 Stuttgart, DE;
Prosser, Viktor, 7064 Remshalden, DE
Vertreter Berendt, T., Dipl.-Chem. Dr.; Leyh, H., Dipl.-Ing. Dr.-Ing.; Hering, H., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 13.11.1989
DE-Aktenzeichen 3937733
Offenlegungstag 16.05.1991
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.05.1991
IPC-Hauptklasse B21D 24/08
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Anordnung an einer Presse zum Ziehen von Blechteilen. Sie umfaßt wenigstens ein hydraulisches Druckkissen und einen mit diesem verbundenen Blechhalter, die durch einen Kolben betätigbar sind. Der zum Ausgleich einer Längung des Pressenkörpers während des Tiefziehvorganges erforderliche Vorhub oder Freiweg des Kolbens wird vorab eingestellt mittels einer pneumatischen, hydraulischen oder mechanischen Einrichtung, die den Kolben relativ zum Druckkissen und zum Blechhalter in Richtung zum Unterwerkzeug der Presse beaufschlagt.
Die Anordnung ist ferner mit Einrichtungen versehen, die ein gleichzeitiges Einlegen von z. B. zwei zu bearbeitenden Blechen erkennen und die Presse abschalten.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Anordnung an einer Presse zum Ziehen von Blechteilen mit wenigstens einem hydraulischen Druckkissen mit einem ölgefüllten Gehäuse, einem darin beweglich angeordneten Kolben, einem Servoventil zur Einstellung des Öldrucks im Kissen, sowie einem durch das (die) Druckkissen beaufschlagbaren Blechhalter.

Beim Tiefziehen von Blechen muß vor Beginn des Ziehvorganges das zu ziehende Blech mit Hilfe eines Blechhalters gehalten werden, ehe der Pressenstößel beginnt, das Blech zu verformen. Zum Andrücken des Blechhalters gegen das Blech werden hydraulische Druckkissen verwendet, die entsprechend den geforderten Blechhaltekräften mit Druck beaufschlagt werden.

Bei den bisherigen Einrichtungen wird nun der Blechhalter mit einer vorgewählten Blechhaltekraft entsprechend einem vorgewählten Öldruck auf das zu verformende Blech aufgesetzt. Dadurch wird das Ölpolster im Druckkissen schlagartig verdichtet und es entsteht ein für die Presse, das Werkzeug und das zu verarbeitende Blech nachteiliger Auftreffschlag oder Stoß, d. h. eine starke Druckspitze im gesamten System mit nachteiligen Auswirkungen. Beispielsweise können dünne Bleche durch diesen Auftreffschlag des Blechhalters verhärten und verspröden, was zu Blechreißern führen kann. Ferner können in dem Blech Auftreffmarken entstehen, die später an dem tiefgezogenen Blech sichtbar sind, was einen relativ hohen Ausschuß zur Folge haben kann.

Schließlich führt das harte Aufsetzen des Blechhalters auf dem Blech zu einer starken Geräuschbildung.

Es ist ferner bekannt, daß beim Ziehvorgang infolge der beim Ziehen ausgeübten Kräfte eine Auf-Federung bzw. Längung des Pressenkörpers entsteht, die durch das Druckkissen ausgeglichen werden muß. Zu diesem Zweck wird bei den bisher bekannten Vorrichtungen der Blechhalter um den Weg, den sich der Pressenkörper während des Ziehvorganges längt, vorher auf das zu haltende Blech aufgesetzt, um dadurch den erforderlichen Vorhub oder Freiweg zur Regelung der Blechhaltekraft zu erhalten.

Die Druckspitze beim Auftreffen des Blechhalters auf das Blech und die Auffederung des Pressenkörpers bewirken eine sehr hohe Ölverdrängung auf dem Druckkissen, bedingt durch die Regelung zur Konstanthaltung der Blechhaltekraft. Das aus dem Druckkissen verdrängte hohe Ölvolumen muß kurzfristig abgeführt werden und erfordert große Nennweiten der Regelventile, was einen negativen Einfluß auf die Regelgenauigkeit und die Regelgeschwindigkeit hat.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die eingangs genannte Anordnung so zu gestalten, daß der Vorhub oder Freiweg des Kolbens vorab, d. h. vor dem Aufsetzen des Blechhalters auf dem Blech, eingestellt werden kann.

Nach der Erfindung wird dies dadurch erreicht, daß der Kolben mit einer Einrichtung zur Einstellung des Vorhubes zwischen sich und dem Gehäuse des Druckkissens versehen ist.

Diese Einrichtung ermöglicht es, den Vorhub oder Freiweg oder Freiraum des Kolbens vorab einzustellen, was wiederum zur Folge hat, daß der Blechhalter beim Niedergang des Pressenstößels gerade noch das zu verformende Blech berührt, d. h. praktisch ohne Stoß oder Druckerhöhung im Druckkissen auf das Blech aufgesetzt werden kann.

Zwischen dem Aufsetzen des Blechhalters auf dem Blech und dem Aufsetzen des Ziehstößels auf dem Blech wird die Anfangsblechhaltekraft aufgebracht und eingeregelt. Der hierfür erforderliche Zeitraum (z.B. 70 bis 100 ms) ist auch bei schneller laufenden Pressen groß genug für das Aufbringen und Einregeln der Anfangsblechhaltekraft.

Die mit dem Aufsetzen des Ziehstößels auf dem zu verformenden Blech einsetzende Längung des Pressenkörpers wird nun über den im Druckkissen vorhandenen Vorhub bzw. Freiraum ausgeglichen.

Vorzugsweise besteht die Einrichtung zur Erzeugung des Vorhubes aus einer Feder, durch welche der Kolben relativ zum Druckkissen ständig in Abwärtsrichtung des Pressenstößels beaufschlagt ist. Hierbei kann an der Unterseite des Kolbens ein nach unten gerichteter Stutzen angebracht sein, der durch den Boden des Druckkissengehäuses hindurchgeführt ist und an seinem unteren freien Ende einen Federteller trägt, wobei eine Druckfeder zwischen dem Boden und dem Federteller eingebaut ist.

Diese Druckfeder sucht den Kolben ständig relativ zum Druckkissengehäuse nach unten zu ziehen (bzw. das Druckkissen relativ zum Kolben nach oben zu drücken.)

Nach einer anderen Ausführungsform kann der Vorhub des Kolbens mittels einer pneumatischen oder hydraulischen Einrichtung eingestellt werden, wobei vorteilhafterweise zwischen dem Boden des Druckkissengehäuses und dem vorgenannten Federteller eine Kolben-Zylinder-Einheit eingebaut ist.

Nach noch einer anderen bevorzugte Ausführungsform kann in den Raum zwischen der Oberseite des Kolbens und dem Druckkissengehäuse ein pneumatisches oder hydraulisches Druckmittel eingeführt werden, wodurch der Kolben relativ zum Druckkissengehäuse in Abwärtsrichtung beaufschlagt werden und damit der Vorhub bzw. der Freiweg oder Freiraum eingestellt werden kann.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, an die vom Servoventil zum Druckkissen führende Steuerleitung ein Überlastventil anzuschließen, das bei Überlast im Druckkissen, z. B. bei Doppelblech-Einlegung, öffnet und die Verbindung vom Druckkissen zum Öltank freigibt.

Das Einlegen von beispielsweise zwei Blechen oder eines anderen Fremdkörpers kann zweckmäßigerweise durch einen Grenztaster oder einen Druck- oder Kraftaufnehmer erfaßt werden. Durch ein entsprechendes Signal des Grenztasters und/oder des Druckaufnehmers kann die gesamte Pressenanlage abgeschaltet werden.

Das Überlastventil ist vorzugsweise durch ein Vorsteuerventil vorgesteuert, das über ein Rückschlagventil durch den Überdruck im Druckkissen geöffnet wird.

Eine beispielsweise Ausführungsform der Erfindung wird nachfolgend anhand der einzigen Figur der Zeichnung erläutert, die schematisch im Schnitt ein Druckkissen mit Blechhalter und hydraulischer Steuerschaltung nach der Erfindung zeigt.

Die Zeichnung zeigt eine Anordnung 10 an bzw. für eine Presse zum Ziehen, insbesondere Tiefziehen, von Blechteilen.

Die Anordnung 10 besteht aus einem Druckkissen 12 und einem mit diesem einteilig ausgebildeten oder fest mit ihm verbundenen Blechhalter 20.

Das Druckkissen 12 hat ein Gehäuse 14, in welchem ein Kolben 16 vertikal (bezogen auf die Betriebslage) beweglich und verschiebbar eingebaut ist. Der Kolben 16 ist fest mit einer Kolbenstange 18 verbunden, die durch das Gehäuse des Druckkissens 12 nach oben herausgeführt ist.

Im Betrieb werden Druckkissen und Blechhalter mittels des Kolbens aus ihrer unwirksamen oder Ruhestellung in ihre Betriebsstellung gebracht.

Das Gehäuse 14 hat einen Boden 22, Seitenwände und eine obere Querwand 24.

An der Unterseite des Kolbens 16 ist ein Stutzen oder Zapfen 26 angeformt oder fest mit dem Kolben verbunden, der nach unten sich erstreckt und durch den Boden 22 des Gehäuses 14 abgedichtet hindurchgeführt ist.

Der Zapfen 26 ragt nach unten über den Boden 22 hinaus und trägt an seinem unteren freien Ende einen Federteller 28. Zwischen dem Federteller 28 und der Unterseite des Bodens 22 ist eine Druckfeder 30 angeordnet, die den Zapfen 26 umgibt, und die den Kolben 16 relativ zum Druckkissen 12 und zum Blechhalter 20 ständig nach unten auf das Unterwerkzeug 78 zu zu ziehen sucht.

Zwischen der Unterseite des Bodens 22 und dem Federteller 28 kann ferner eine Kolben-Zylinder-Einheit 32 eingebaut sein, durch welche ebenfalls der Kolben 16 relativ zum Druckkissen 12 bzw. Blechhalter 20 nach unten auf das Unterwerkzeug 78 zu beaufschlagbar ist. Wie noch erläutert wird, kann entweder die Feder 30 oder die Kolben-Zylinder-Einheit verwendet werden oder gewünschtenfalls auch beide Elemente, um den Kolben 16 zu beaufschlagen.

Die Position des Federtellers 28 kann durch einen Grenztaster 34 abgetastet werden.

Der Kolben 16 unterteilt den Innenraum des Druckkissens 12 in zwei Kammern, eine obere Kammer 15 und eine untere Kammer 17 und an die letztere ist über eine Bohrung 40 ein Druck- bzw. Kraftaufnehmer 36 angeschlossen. Die obere Kammer 15 ist, wie noch erläutert wird, über eine Bohrung 42 an eine pneumatische oder hydraulische Druckmittelquelle anschließbar.

Die untere Kammer 17 ist über eine Bohrung 38 und eine an diese angeschlossene Steuerleitung 48 mit einem Servoventil 44 verbunden, das über eine Leitung 46 an eine Druckmittelquelle (z. B. Drucköl) P angeschlossen ist.

Von der Druckmittelquelle P kann über das Servoventil 44 und die Steuerleitung 48 Drucköl in die Kammer 17 zwischen Kolben 16 und Boden 20 des Druckkissens 12 eingeführt und in dieser Kammer ein Druck aufgebaut werden, wie noch erläutert wird.

Von der Steuerleitung 48 zweigt eine Leitung 50 ab, die zu einem Einlaßanschluß eines Überlastventils 52 führt, dessen Auslaßanschluß über eine Rücklaufleitung 68 an einen Druckmittelbehälter, z. B. einen Öltank T, angeschlossen ist.

Von der Leitung 50 zweigt eine Leitung 54 ab, die zu einem Anschluß eines Vorsteuerventils 74 führt. In der Leitung 54 liegt ein Rückschlagventil 58, das in Richtung zur Leitung 50 schließt.

Von der Leitung 50 zweigt ferner eine Leitung 60 ab, die zu einem Steueranschluß des Vorsteuerventils 74 führt und in der ebenfalls ein Rückschlagventil 62 liegt, das in Richtung zur Leitung 50 schließt. Dem Rückschlagventil 62 ist eine Drossel 64 vorgeschaltet.

Von der Leitung 60 zweigt zwischen dem Rückschlagventil 62 und dem Steueranschluß des Vorsteuerventils 74 eine Leitung 66 zum Steueranschluß des Überlastventils 52 ab. Das Vorsteuerventil 74 ist ferner über eine Rücklaufleitung 70 an den Tank T angeschlossen. Ferner ist auch das Servoventil 44 über eine Rücklaufleitung 72 an den Tank T angeschlossen.

Mit 76 ist eine Einrichtung zur Einstellung des Schaltpunktes oder Schaltdruckes des Vorsteuerventils 74 bezeichnet. Bei dieser Einrichtung 76 kann es sich um eine pneumatische, eine hydraulische oder auch eine mechanische (z. B. eine Feder) Einrichtung handeln.

Die erfindungsgemäße Anordnung arbeitet folgendermaßen: Wie bereits ausgeführt, muß vor Beginn des Ziehvorganges das in das Werkzeug der Presse eingelegte Blech mit Hilfe des Blechhalters 20 gehalten werden, ehe der Ziehstößel seine Verformungsarbeit an dem Blech beginnt.

Ehe der Blechhalter 20 jedoch auf das Unterwerkzeug 78 bzw. das in dieses Werkzeug eingelegte Blech aufgesetzt wird, wird der Vorhub V (oder Freiraum oder Freiweg) eingestellt.

Die Feder 30 übt eine vorgegebene Kraft auf den Kolben 16 aus, die den letzteren nach unten (bezogen auf die Darstellung in der Figur) zu ziehen sucht. Über das Servoventil 44 und die Steuerleitung 48 wird nun von der Druckmittelquelle P her Drucköl in die Kammer 17 eingeführt und in dieser ein Druck aufgebaut, welcher der Kraft der Feder 30 das Gleichgewicht hält.

Die Kennlinie der Feder 30 ist so gewählt, daß der Gleichgewichtszustand dann erreicht ist, wenn zwischen der Oberseite des Kolbens 16 und der Unterseite der oberen Querwand 24 ein Freiraum oder Vorhub V sich einstellt, wie in der Zeichnung dargestellt. (Dieser Vorhub kann einige Millimeter betragen.)

Der Kolben 16 und mit ihm das Druckkissen 12 und der Blechhalter fahren nun abwärts, wobei der Hub des Pressenstößels so eingestellt ist, daß der Blechhalter in seiner untersten Stellung das zu verformende Blech gerade berührt, d. h. auf dieses aufsetzt, jedoch keine Druckerhöhung in der Kammer 17 des Druckkissens 12 erfolgt. Der Blechhalter 20 eilt dabei dem nicht dargestellten Ziehstößel um eine vorgegebene Zeit (z. B. 70 bis 100 ms) voraus und in dieser Zeitspanne zwischen dem Aufsetzen des Blechhalters auf dem Blech und dem Auftreffen des Ziehstößels auf dem Blech wird mittels der in der Zeichnung nicht dargestellten Pressensteuerung der erforderliche Betriebsdruck in der Kammer 17 über das Servoventil 44 und die Steuerleitung 48 aufgebaut, um die notwendige Anfangsblechhaltekraft aufzubringen. Während des gesamten Ziehvorgangs kann nun abhängig vom Kurbelwinkel der Presse der Druck in der Kammer 17 und damit die Blechhaltekraft über das Regelventil 44 hubabhängig eingestellt und eingeregelt werden.

Mit dem Beginn des Ziehvorganges längt sich, wie bekannt, der Pressenkörper, wodurch der Blechhalter 20 vom Blech abgehoben werden könnte oder jedenfalls die Blechhaltekraft reduziert würde, wenn keine entsprechenden Gegenmaßnahmen getroffen würden.

Infolge der Längung des Pressenkörpers während des Ziehvorganges fährt der Kolben 16 nach oben, wodurch der Druck in der Kammer 17 abfällt und das Druckkissen zusammen mit dem Blechhalter 20 vom Blech abgehoben werden könnte. Über das Servoventil 44 und die Steuerleitung 48 wird nun (gesteuert von der nicht dargestellten Pressensteuerung) Öl in die Kammer 17 nachgeführt und der erforderliche Druck und damit die erforderliche Blechhaltekraft aufgebracht bzw. aufrechterhalten. Der Kolben 70 kann sich daher relativ zum Druckkissen 12 und zum Blechhalter 20 nach oben bewegen, wobei ihm zu diesem Zweck der Vorhub V bzw. der durch die Kammer 15 gebildete Freiweg zur Verfügung steht.

Das Druckkissen 12 und mit ihm der Blechhalter 20 werden hingegen weiterhin durch den Druck in der Kammer 17 gegen das zu verformende Blech angepreßt.

Die Beaufschlagung des Kolbens 16 zur Herstellung des Vorhubes V kann auch mit Hilfe der Kolben-Zylinder-Einheit 32 erfolgen, die zwischen dem Boden 22 des Druckkissens 12 und dem Federteller 28 eingebaut ist. In diesem Fall kann die Feder 30 wegfallen. Die Kolben-Zylinder-Einheit 32 kann, wie bereits erwähnt, pneumatisch oder hydraulisch betätigt werden. Ihr Zylinder stützt sich beispielsweise am Boden 22 und ihr Kolben am Federteller 28 ab.

Nach einer anderen Alternative kann die Kammer 15 oberhalb des Kolbens 16, die den Freiraum für den Kolben bildet, über die Bohrung 42 an eine pneumatische oder hydraulische Druckmittelquelle angeschlossen werden, so daß ein Druckmittel in die Kammer 15 eingeführt und dadurch der Kolben 16 in Abwärtsrichtung (bezogen auf die Zeichnung und die Betriebsstellung) beaufschlagt werden kann. Auf diese Weise ist es ebenfalls möglich, den Kolben 16 vor dem Aufsetzen des Blechhalters 20 auf das zu verformende Blech in die gewünschte, in der Zeichnung dargestellte Stellung zu bringen, in der zwischen der Oberseite des Kolbens und der Unterseite der Querwand 24 des Gehäuses 14 ein Freiraum 15 bzw. ein Vorhub V gebildet werden.

In diesem Fall können der Zapfen 26 mit dem Federteller 28, die Feder 30 und die Kolben-Zylinder-Einheit 32 wegfallen.

Im Betrieb kann es passieren, daß z. B. zwei Bleche auf einmal in das Werkzeug eingelegt werden (oder auch ein anderer Fremdkörper), was, wenn trotzdem der Ziehvorgang durchgeführt würde, zu starken Schäden an Werkzeug und Presse führen würde.

Bei der erfindungsgemäßen Anordnung wird eine solche Doppeleinlegung von Blechen durch den Grenztaster 34 erkannt und erfaßt, da dieser in einem solchen Fall vorzeitig seine Position verläßt. Der Grenzschalter 34 gibt in einem solchen Fall ein entsprechendes Signal an die Pressensteuerung, die ihrerseits die gesamte Presse stillsetzt.

Eine Erkennung einer Doppeleinlegung von Blechen ist ferner mittels des Druck-Kraft-Aufnehmers 36 möglich, da bei einer Doppeleinlegung von Blechen der Blechhalter 20 vorzeitig auf dem entsprechend dickeren Blechpaket aufsetzt, was zu einer Drucksteigerung in der Kammer 17 führt, die von dem Druckaufnehmer 36 erkannt wird, der daraufhin ein Signal erzeugt und an die Pressensteuerung gibt, die dann ebenfalls die Presse abschaltet.

Bei einer Überlast, d. h. einer Druckspitze im Druckkissen, d. h. in der Kammer 17, wird ferner das Überlastventil 52 aktiviert.

Im Normalbetrieb wird das Überlastventil 52 über das Vorsteuerventil 74 geschlossen gehalten.

Steigt der Druck im Druckkissen 12 über einen vorgegebenen Wert, so wird infolge dieser Drucksteigerung zuerst das Rückschlagventil 58 und dann das Vorsteuerventil 74 geöffnet. Sobald das Vorsteuerventil 74 geöffnet hat, kann das Steueröl in der Leitung 60 über das offene Vorsteuerventil 74 und die Rücklaufleitung 70 zum Tank abströmen. Dadurch wird die Leitung 66 und damit der Steueranschluß des Überlastventils 52 drucklos, wodurch das letztere geöffnet wird, so daß das Drucköl aus dem Druckkissen 12 (d. h. aus der Kammer 17) über die Steuerleitung 48, die Leitung 50, das Überlastventil 52 und die Rücklaufleitung 68 zum Tank T abströmen kann.

Ein Nachströmen des Drucköls in die Leitung 60 über das Rückschlagventil 62 kann nur langsam erfolgen, da dem Rückschlagventil 62 die Drossel 64 vorgeschaltet ist, d. h. mit anderen Worten, über das offene Vorsteuerventil 74 kann mehr Öl abströmen als über die Drossel 64 und das Rückschlagventil 62 zuströmen kann. Erst wenn das Vorsteuerventil 74 wieder geschlossen hat, kann sich in der Leitung 60 und damit in der Leitung 66 am Steueranschluß des Überlastventils 52 wieder der Steuerdruck aufbauen, wodurch das Überlastventil 52 wieder geschlossen wird.

In der Praxis sind beispielsweise vier Druckkissen für den Blechhalter vorgesehen, der z. B. an seinen vier Seiten oder Ecken durch jeweils ein Druckkissen beaufschlagt wird.

Die einzelnen Druckkissen sind zusammengeschaltet, derart, daß wenn ein Überlastventil öffnet, auch alle anderen Überlastventile öffnen. In Verbindung mit dem jeweiligen Grenztaster kann nun festgestellt werden, welcher Druckpunkt bzw. welches Druckkissen überlastet wurde, worauf die Ursache gezielt beseitigt werden kann.


Anspruch[de]
  1. 1. Anordnung an einer Presse zum Ziehen von Blechteilen, mit wenigstens einem hydraulischen Druckkissen mit einem ölgefüllten Gehäuse, einem darin beweglich angeordneten Kolben, einem Servoventil zur Einstellung des Öldruckes im Druckkissen, sowie einem durch das (die) Druckkissen beaufschlagbaren Blechhalter, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (16) mit einer Einrichtung zur Einstellung eines Vorhubes (Freiraum) zwischen sich und dem Gehäuse (14) des Druckkissens (12) versehen ist.
  2. 2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß diese Einrichtung aus einer Feder (30) besteht, durch welche der Kolben (16) relativ zum Druckkissen (12) ständig in Abwärtsrichtung des Pressenstößels beaufschlagt ist.
  3. 3. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß an der Unterseite des Kolbens (16) ein nach unten gerichteter Zapfen (26) angebracht ist, der durch den Boden (22) des Druckkissengehäuses (16) hindurchgeführt ist und an seinem unteren freien Ende einen Federteller (28) trägt, und daß die Druckfeder (30) zwischen dem Boden (22) und dem Federteller (28), den Zapfen (26) umgebend, eingebaut ist.
  4. 4. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorhub des Kolbens (16) mittels einer pneumatischen oder hydraulischen Einrichtung einstellbar ist.
  5. 5. Anordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß diese Einrichtung eine Kolben-Zylinder-Einheit (32) ist, durch welche der Kolben (16) relativ zum Druckkissen (12) in Abwärtsrichtung des Pressenstößels beaufschlagt ist.
  6. 6. Anordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Kolben-Zylinder-Einheit (32) zwischen dem Boden (22) des Druckkissens (12) und dem Federteller (28) eingebaut ist.
  7. 7. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in die Kammer (15) zwischen dem Druckkissengehäuse (14) und der Oberseite des Kolbens (16) ein pneumatisches oder hydraulisches Druckmittel einführbar ist zur Einstellung des Vorhubs (V).
  8. 8. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an die Steuerleitung (48) zwischen Servoventil (44) und Druckkissen (12) ein Überlastventil (52) angeschlossen ist, das bei Überlast im Druckkissen (12), z. B. bei Doppelblech-Einlegung, öffnet und die Verbindung vom Druckkissen (12) zum Öltank (T) freigibt.
  9. 9. Anordnung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Überlastventil (52) durch ein Vorsteuerventil (74) vorgesteuert ist, das über ein Rückschlagventil (58) durch einen Überdruck im Druckkissen (12) geöffnet wird.
  10. 10. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Doppelblech-Einlegung in das Werkzeug der Presse durch einen Grenztaster (34) und/oder einen Druck- bzw. Kraftaufnehmer (36) erfaßbar ist.






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