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Dokumentenidentifikation DE3939847A1 06.06.1991
Titel Unter Lichteinwirkung abbaubare Spalierklammer
Anmelder Société Champenoise de Bouchons S.A.R.L., Epernay, FR
Erfinder Salome, Frédéric, Epernay, FR
Vertreter Beetz sen., R., Dipl.-Ing.; Beetz jun., R., Dipl.-Ing. Dr.-Ing.; Timpe, W., Dr.-Ing.; Siegfried, J., Dipl.-Ing.; Schmitt-Fumian, W., Prof. Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Mayr, C., Dipl.-Phys.Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 01.12.1989
DE-Aktenzeichen 3939847
Offenlegungstag 06.06.1991
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.06.1991
IPC-Hauptklasse A01G 17/08
IPC-Nebenklasse C08L 55/02   C08K 3/30   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine unter Lichteinwirkung abbaubare Spalierklammer. Diese besteht aus einem unter Lichteinwirkung abbaubarem Material, dessen Zusammensetzung so gewählt ist, daß ein kontrollierter Bruch nach Ablauf einer ausreichenden Zeit erfolgt. Sie weist einen Y-förmigen Ausschnitt (10) auf, der den Durchgang und die momentane Befestigung zweier Drähte bzw. Schnüre ermöglicht. Das unter Lichteinwirkung abbaubare verwendete Material besteht aus Acrylnitril-Butadien-Styrol (A-B-S), dem ein gelber organischer Farbstoff wie z. B. Kadmiumgelb beigefügt ist. Die erfindungsgemäße Klammer findet Verwendung beim Hochbinden von Gewächsen.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft Klammern, die dazu verwendet werden, Schnüre bzw. Drähte aneinander anzunähern und zu verbinden, die dazu dienen, Reben von Weinstöcken, Zweige von Obstbäumen und Pflanzenäste anzuheben, um sie in einer besonderen, günstigeren Stellung zu haltern.

Weinreben, kleine Aste von Bäumen und Pflanzentriebe wachsen im Frühjahr und erstrecken sich bis zum Boden auf dem sie schließlich aufliegen. Es wurde bereits versucht, die Reben bzw. Äste anzuheben und sie nach oben gerichtet zu haltern, indem sie durch zwei Metalldrähte oder Kunststoffschnüre gehaltert wurden, die durch Halter oder Klammern stellenweise miteinander verbunden worden sind, derart daß eine gewisse Beabstandung beibehalten wurde, die von der besonderen Art der betreffenden Vegetationsform abhing.

Zu diesem Zweck sind verschiedene Befestigungsorgane verwendet worden. Das älteste Modell bestand aus einem offenen Ring, in dessen Öffnung aufeinanderfolgend jede der Hochbindschnüre eingeführt wurde. Verbesserte Befestigungsorgane sind seitdem aufgetaucht, von denen bestimmte Patentschutz genießen. Diese Verbesserungen sind alle darauf gerichtet, die Plazierung und insbesondere die Entfernung, dieser Befestigungen zu vereinfachen.

Die Erfahrung zeigt, daß in der Praxis trotz der zahlreichen Verbesserungen folgende Schwierigkeiten auftreten:

  • - der Teil der Befestigungen, der die Klammer an einer Schnur aufhängen soll, paßt sich nicht leicht an Schnüre verschiedener Durchmesser an,
  • - die Annäherung der zweiten Schnur, hinsichtlich ihrer Einführung in den Haken bzw. ihrer Anordnung hinter der Zunge erfordert eine große Kraftanstrengung,
  • - die Trennung zweier Hochbindschnüre bzw. Drähte wird nicht erleichtert, wenn die Vegetation wächst und stärker wird, was eine unangenehme Kraftanstrengung für die Finger bedeutet,
  • - die Klammern müssen zu Saisonende wieder eingesammelt werden, um sie in der nächsten Saison wieder an denselben Stellen zu plazieren,
  • - die Verluste und die Oxidierung verlangen häufige Ersetzungen,
  • - das Vorhandensein von Klammern auf den Schnüren bzw. Drähten stört bei der Verwendung von Erntemaschinen.


Die vorliegende Erfindung hat sich zur Aufgabe gestellt, diese Nachteile zu vermeiden und insbesondere eine Klammer anzugeben, die auf Schnüre bzw. Drähte unterschiedlicher Durchmesser montiert werden kann, die die Annäherung und Halterung der zweiten Schnur bzw. des zweiten Spalierdrahtes ohne weitere Maßnahmen erleichtert und die eine Lösung der Schnüre bzw. Drähte nach einer vorbestimmten Zeit bewirkt.

Die erfindungsgemäße Spalierklammer aus Kunststoff ist im wesentlichen dadurch gekennzeichnet, daß sie aus einem unter Lichteinwirkung abbaubaren Material besteht, dessen Zusammensetzung so gewählt ist, daß ein kontrollierter Bruch und ein Lösen der Spalierdrähte nach hinreichender Zeit erfolgt und dadurch, daß die Klammer einen Y-förmigen Ausschnitt aufweist, der den Durchgang und die gleichzeitige Befestigung zweier Schnüre bzw. Drähte ermöglicht.

Das verwendete, unter Lichteinwirkung abbaubare Material besteht aus thermoplastischem Material, dem ein photodegradierendes Mittel zugefügt ist.

Das verwendete thermoplastische Material ist Acrylnitril- Butadien-Styrol (A-B-S). Das photodegradierende Mittel ist ein organisches gelbes Pigment wie z. B. Kadmiumgelb.

Der Anteil des degradierenden Mittels beträgt 0,6 Gew.%.

Die Klammer hat die Form eines Rechtecks, dessen Breite drei Viertel ihrer Länge beträgt. Die Dicke der Klammer beträgt 9% ihrer Länge.

Der Y-förmige Ausschnitt ist senkrecht zu und in der Mitte einer der langen Seiten der Klammer angebracht. Die Tiefe des Ausschnittes und die Aufweitung ihrer Schenkel beträgt zwei Drittel der Länge der Klammer.

Die Schenkel des Y-förmigen Ausschnittes schließen miteinander einen Winkel von ungefähr 110° ein.

Die durch diese Erfindung erhaltenen Vorteile bestehen darin, daß die zeitweise Befestigung von Drähten bzw. Schnüren von Spalieren und von Balkengerüsten lediglich dadurch gewährleistet wird, daß anfangs die Klammern auf den Drähten bzw. Schnüren angebracht werden und das Brechen der Klammern nach einem kontrollierten Zeitablauf unter Einwirkung von Umgebungslicht erfolgt. Andere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung einer Ausführungsform der Erfindung. Diese Ausführungsform betrifft eine Spalierklammer für Weinstöcke, die in der beigefügten Zeichnung dargestellt ist. Dieses Ausführungsbeispiel ist lediglich illustrativ und nicht einschränkend zu verstehen.

Die Zeichnung zeigt eine rechtwinklige Klammer mit einem Y-förmigen Ausschnitt 10, dessen Schenkel 11 und 12 einen Winkel von etwa 110° einschließen.

Wie man aus der Zeichnung erkennt, ermöglicht es die Y-Form des Ausschnittes 10 eine Verstärkung des Mittenbereichs der Klammer auf der Höhe des Ausschnittes zu erzielen, um ein vorzeitiges Brechen der Klammer beim Verspannen aufgrund der ungünstigen mechanischen Eigenschaften des verwendeten Materials zu verhindern.

Die Öffnung des Y-förmigen Ausschnittes ist abgeschrägt, um die Einführung der Drähte bzw. Schnüre zu erleichtern.

Die Enden der Schenkel 11 und 12 des Y-förmigen Ausschnittes 10 sind abgerundet, um eine gute Zugspannungsverteilung zu erreichen, die durch die Drähte bzw. Schnüre bewirkt wird.

Die Ecken der Klammer sind ebenfalls abgeschrägt bzw. abgerundet, um ein Verletzen der Hände beim Anbringen der Klammern zu vermeiden.

Es handelt sich, wie man erkennt, um nicht wiederverwendbare Klammern, im Gegensatz zu denen, die derzeit verwendet werden. Ihre Selbstvernichtung nach einer vorbestimmten Zeit erspart die Zeit, die für deren Lösen und ggf. für deren spätere Wiedergewinnung erforderlich ist und eliminiert jede Gefahr einer Störung beim Betrieb von Erntemaschinen.

Die erfindungsgemäße Klammer dient hauptsächlich zum Hochbinden von Weinstöcken, ihre Verwendung bei anderen Gewächsen ist jedoch möglich unter der Voraussetzung, daß deren Anpassung an die Gegebenheiten die wesentlichen Eigenschaften der Erfindung nicht in Frage stellen.


Anspruch[de]
  1. 1. Spalierklammer aus Kunststoff, dadurch gekennzeichnet, daß diese aus unter Lichteinwirkung abbaubarem Material besteht, dessen Zusammensetzung so bestimmt ist, daß ein kontrolliertes Zerbrechen nach Ablauf einer ausreichenden Zeit erfolgt und dadurch, daß diese einen Ausschnitt (10) in Form eines Y aufweist, der den Durchgang und die momentane Befestigung zweier Schnüre bzw. Drähte ermöglicht.
  2. 2. Klammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das unter Lichteinwirkung abbaubare verwendete Material aus einem Kunststoff besteht, dem ein photodegradierbares Mittel zugegeben ist.
  3. 3. Klammer nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der verwendete Kunststoff ein Acrylnitril-Butadien- Styrol (A-B-S) ist.
  4. 4. Klammer nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der gelbe organische Farbstoff Kadmiumgelb ist.
  5. 5. Klammer nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil an dem degradierenden Mittel 0,6 Gew.% beträgt.
  6. 6. Klammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß diese rechtwinklig ist, mit den Proportionen 1 = 0,75 L.
  7. 7. Klammer nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß deren Dicke 9% ihrer Länge beträgt.
  8. 8. Klammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Y-förmige Ausschnitt (10) senkrecht zu und in der Mitte einer ihrer langen Seiten angeordnet ist.
  9. 9. Klammer nach den Ansprüchen 1 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Tiefe des Ausschnittes (10) und die Beabstandung ihrer Schenkel zwei Drittel der Breite der Klammer ausmachen.
  10. 10. Klammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schenkel (11 und 12) des Y-förmigen Ausschnittes (10) einen Winkel von ungefähr 110° einschließen.






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