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Dokumentenidentifikation DE3942456A1 27.06.1991
Titel Tastengitarre
Anmelder Steiner, Ernst, 8000 München, DE
Erfinder Schmitz, William, 8000 München, DE
DE-Anmeldedatum 22.12.1989
DE-Aktenzeichen 3942456
Offenlegungstag 27.06.1991
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.06.1991
IPC-Hauptklasse G10D 3/16
IPC-Nebenklasse G10D 1/08   G10C 3/16   G10C 3/18   
IPC additional class // G10H 3/18  
Zusammenfassung Es ist eine Tastengitarre beschrieben, die neben den üblichen Teilen einer Gitarre auch ein Tastenfeld aufweist, mit einer Anzahl Tasten, die der Anzahl von Saiten der Gitarre entspricht. Über eine einfach aufgebaute Betätigungsmechanik wird die Betätigungsbewegung der einzelnen Tasten auf Hammerteile übertragen, die unterhalb der Saiten parallel nebeneinanderliegend angeordnet sind, wobei die Übertragungsmechanik so ausgebildet ist, daß unabhängig von der Haltung und Lage des Gitarrenkörpers immer gleichbleibende Anschlagbedingungen aufrecht erhalten werden. Die beschriebene Mechanik ist ferner so einfach aufgebaut, daß nahezu keinerlei Werkzeuge beim Zusammenbau der einzelnen Bauelemente verwendet werden braucht und ferner auch ein problemloses Auswechseln der Hammerteile möglich ist, ohne dabei irgendwelche Halterungselemente lösen bzw. festdrehen zu müssen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Tastengitarre nach dem Oberbegriff des Anspruches 1. Eine derartige Tastengitarre ist bereits aus der DE-OS 35 04 007.6 bekannt. Diese bekannte Tastengitarre umfaßt eine Betätigungsmechanik, bei welcher mehrere den jeweiligen Saiten der Gitarre zugeordnete Stangen bei Betätigung einer der Tasten des Tastenfeldes in Drehung versetzt werden muß, um einen Anschlagmechanismus zu betätigen, dessen wesentliches Merkmal in der Verwendung eines schwimmend gelagerten Hammerteils besteht.

Diese bekannte Konstruktion ist vergleichsweise sehr aufwendig, da für den Betätigungsmechanismus auch beispielsweise Zugseile verwendet werden müssen, um die Kipp-Bewegung der jeweiligen Taste des Tastenfeldes in eine Drehbewegung umzuwandeln. Darüber hinaus hat sich gezeigt, daß diese bekannte Konstruktion nicht lageunabhängig arbeiten kann, d. h. die Anschlagdynamik und die Anschlagstärke bei Betätigung einer Taste des Tastenfeldes wird sehr umfangreich von der jeweiligen Haltung des Gitarrenkörpers beeinflußt, so daß sich diese bekannte Konstruktion in der Praxis auch nicht durchsetzen konnte. Darüber hinaus ist auch die Lagerung der Hammerteile vergleichsweise kompliziert und es ist eine umfangreiche Justagearbeit nach dem Zusammenbau der einzelnen Teile erforderlich.

Aus der DE-OS 34 40 339.6 ist ebenfalls bereits eine Tastengitarre bekannt, die jedoch auf einem anderen Prinzip basiert, gemäß welchem die jeweiligen Saiten der Gitarre nicht angeschlagen werden, sondern durch einen relativ komplizierten Mechanismus jeweils angezupft werden. Auch diese bekannte Konstruktion konnte sich in der Praxis nicht durchsetzen, da sie mit einigen einschneidenden Nachteilen behaftet ist:

Zum einen gelangt auch bei dieser bekannten Konstruktion bzw. Mechanik ein Seilzug zur Anwendung und zum anderen sind die Zupfelemente über den Saiten angeordnet, so daß bei dieser bekannten Konstruktion auch nicht mehr die Möglichkeit besteht, die Gitarre nach herkömmlicher Art unbehindert spielen zu können.

Das Wesentliche dieser bekannten Tastengitarre besteht darin, daß im Bereich der Einspannvorrichtung zur Halterung der Saitenenden am oder im Gitarrenkörper ein Tastenfeld angeordnet ist und daß die einzelnen Tasten des Tastenfeldes über eine Betätigungsmechanik mit jeweils einer Anschlag- bzw. Zupfvorrichtung verbunden sind.

Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe soll darin gesehen werden, eine Tastengitarre der angegebenen Gattung zu schaffen, die nach dem Anschlagprinzip arbeitet und bei der die gesamte Betätigungsmechanik besonders einfach ausgeführt ist und darüber hinaus ein sicheres unverändertes Spielen der Gitarre vollkommen unabhängig von der jeweiligen Lage oder Haltung des Gitarrenkörpers möglich ist.

Im Rahmen dieser Aufgabe soll auch eine Tastengitarre geschaffen werden, bei der die einzelnen Saiten abhängig von der Anschlaggeschwindigkeit der jeweiligen Tasten dynamisch angeschlagen werden können.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß

  • a) die Betätigungsmechanik eine der Anzahl der Saiten entsprechende Anzahl von federvorgespannten Kipp-Stangen aufweist, deren Kipp-Bewegung jeweils über eine Taste ausgelöst wird,
  • b) an dem von der Taste abliegenden Ende der Kipp-Stange ein Hebeglied mit einem Hebekissen vorgesehen ist,
  • c) das jeweilige Hammerteil am oberen Ende eines federvorgespannten schwenkbar gelagerten Kipp-Armes um eine im wesentlichen horizontal verlaufende Welle an einem Ende schwenkbar gelagert ist, und
  • d) an dem jeweiligen Hammerteil eine schräg zur Horizontalen geneigt verlaufende Auflauffläche ausgebildet ist, an die das Hebekissen angreift, um bei einer Kipp-Bewegung der betreffenden zugeordneten Kipp-Stange das Hammerteil um den Kipp-Arm zu schwenken.


Bei der Konstruktion nach der vorliegenden Erfindung sind die Hammerteile besonders vorteilhaft unterhalb den Saiten im Gitarrenkörper versenkt angeordnet, so daß sie von unten nach oben gegen die Saiten schlagen. Die Gitarre kann daher auch jederzeit nach herkömmlicher Art (z. B. unter Verwendung eines Plektrons) gespielt werden.

Die Konstruktion nach der vorliegenden Erfindung ist besonders für eine Elektrogitarre geeignet, da durch die Zwischenschaltung eines Verstärkers oder einer Verstärkeranlage die beim Anschlagen einer Saite entstehenden Geräusche nicht störend in Erscheinung treten können, wobei auch nicht mehr unterschieden werden kann, ob die betreffende Saite durch Zupfen oder durch Anschlagen in Schwingung versetzt wurde.

Die Konstruktion nach der vorliegenden Erfindung ist so ausgeführt, daß die Kipp-Bewegung der jeweiligen Taste des Tastenfeldes nicht mehr wie bei der bekannten Konstruktion in eine Drehbewegung umgesetzt werden muß, sondern in Form einer weiteren Kipp-Bewegung übertragen wird, wobei diese Kipp-Bewegung unmittelbar auf das Hammerteil übertragen werden kann, um einen Saitenanschlag zu bewirken.

Im einzelnen kann die Erfindung dadurch eine vorteilhafte Ausgestaltung erfahren, daß das Hebekissen aus einer Rolle aus einem nachgiebigen weichen Material wie beispielsweise Filz besteht. Durch dieses letztere Merkmal wird der Vorteil erreicht, daß das Hebekissen jederzeit ausgewechselt werden kann, wenn dies nach sehr langem Gebrauch einmal erforderlich sein sollte.

Die Konstruktion nach der Erfindung ist weiter dadurch gekennzeichnet, daß das Hebeglied aus einem Z-förmigen Teil besteht, welches am Ende der Kipp-Stange angelenkt ist. Das Hebeglied ist dabei um eine im wesentlichen vertikale Achse schwenkbar gelagert und ist in einer Drehrichtung federvorgespannt. Um die Drehbewegung dieses Hebegliedes zu begrenzen, ist am Ende der Kipp-Stange ein Anschlagteil in Form einer im wesentlichen vertikal verlaufenden Achse ausgebildet.

Eine besonders einfache Montage der einzelnen Teile insbesondere der Hebekissenrolle und auch der Hammerteile wird dadurch erreicht, daß die Hebekissenrolle auf einer Welle gelagert ist, die zu der im wesentlichen horizontal verlaufenden Welle des Kipp-Armes im spitzen Winkel verläuft.

Durch dieses letztere Konstruktionsmerkmal wird erreicht, daß die Hebekissenrolle immer fest auf ihre zugeordnete Welle aufgedrückt wird, wenn die Mechanik betätigt wird, wobei das Aufdrücken der Rolle auf ihre zugeordnete Welle durch das Hammerteil selbst erfolgt. Andererseits wird aber auch das Hammerteil selbst auf seiner Drehwelle festgehalten, so daß es jederzeit bequem durch ein anderes Hammerteil ausgetauscht werden kann.

Ein wesentliches Merkmal der vorliegenden Erfindung besteht ferner auch darin, daß die geneigt verlaufende Auflauffläche durch einen von der unteren Seite des Hammerteils schräg abstehenden Stift gebildet ist. Ein derartiges Hammerteil mit einem schräg nach unten abstehenden Stift läßt sich sehr einfach beispielsweise als Spritzgußteil herstellen. Der Stift kann daher auch einstückig mit dem Hammerteil ausgebildet sein.

Der Anschlag des Hammerteils wird ferner durch ein Anschlagkissen auf die jeweilige Saite übertragen, wobei das Anschlagkissen an dem freien Ende des Hammerteils ausgebildet ist.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel nach der Erfindung ist der Kipp-Arm an seinem unteren Ende drehbar gelagert und ist in Richtung auf das Hebeglied federvorgespannt. Durch dieses letztere Merkmal wird erreicht, daß der gesamte Mechanismus auch dann in einer stabilen festen Lage gehalten wird, wenn keine der Tasten des Tastenfeldes betätigt wird. Es wird somit sichergestellt, daß für den Anschlag einer Saite vollkommen unabhängig von der jeweiligen Lage des Gitarrenkörpers immer gleiche Voraussetzungen geschaffen und beibehalten werden.

Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform der Betätigungsmechanik besteht darin, daß an der unteren Fläche jeder Taste eine Betätigungsstange befestigt ist, die mit ihrem freien Ende auf das zugeordnete Ende einer Kipp-Stange einwirkt.

Zur Vermeidung von Betätigungsgeräuschen ist zweckmäßigerweise am freien Ende der Betätigungsstange ein Dämpfungskissen angeordnet. Dadurch kann der gesamte Betätigungsablauf beim Anschlag einer Saite nahezu geräuschlos durchgeführt werden.

Wie bereits oben erwähnt, kann durch ein spezifisches Konstruktionsmerkmal das Hammerteil lose auf seiner zugeordneten Drehwelle aufgesteckt werden und ist daher jederzeit austauschbar. Dieses letztere Merkmal ist besonders vorteilhaft, da je nach Anschlaghärte oder gewünschter Dämpfung des Anschlags sehr schnell die Hammerteile durch andere Hammerteile ausgewechselt werden können.

Schließlich können sämtliche Konstruktionsteile aus Kunststoff gefertigt sein. Das Tastenfeld, die Betätigungsmechanik mit dem Hebegliedern und den Hammerteilen und ferner auch mit den Kipp-Armen können insgesamt als Baueinheit ausgeführt werden, die vorgefertigt werden kann und dann als vollständig fertig montierte Baueinheit in eine entsprechende Ausnehmung eines Gitarrenkörpers eingesetzt und in dieser Ausnehmung befestigt werden kann.

Durch dieses letztere Merkmal wird die Herstellung der Tastengitarre besonders einfach und übersichtlich.

Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels unter Hinweis auf die Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 eine Draufsicht auf eine Tastengitarre mit Merkmalen nach der Erfindung, teilweise in gebrochener Darstellung;

Fig. 2 eine Schnittdarstellung gemäß der Linie I-I in Fig. 1, wobei aber nur die Mechanik für eine Taste der Übersichtlichkeit halber veranschaulicht ist; und

Fig. 3 eine Seitenansicht des Endbereiches einer Kipp- Stange zur Veranschaulichung der Kipp-Hebelmechanik, die für jede Saite der Gitarre jeweils einmal vorgesehen ist.

Fig. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Tastengitarre mit Merkmalen nach der Erfindung, die allgemein mit 1 bezeichnet ist. Die in Draufsicht gezeigte Tastengitarre hat ein ähnliches äußeres Erscheinungsbild wie die Tastengitarre gemäß der genannten DE-OS 35 04 007.6 und besteht demnach aus einem Gitarrenkörper und einem Griffbrett 2, über welches nicht näher bezeichnete Saiten laufen, wobei die Enden der einzelnen Saiten an einer Einspannvorrichtung 6 zur Halterung der Saiten unter Spannung gehalten sind. Mit 3 ist ein Tonabnehmer bezeichnet, während mit 4 einzelne Regler zur Einstellung der Lautstärke des Klangbildes bezeichnet sind.

Oberhalb der Klangregler 4 bzw. neben der Einspannvorrichtung 6ist im Gitarrenkörper ein Tastenfeld mit einzelnen Tasten 5 in einer entsprechend bemessenen Ausnehmung 10 angeordnet, und zwar in einer relativ zur Einspannvorrichtung 6 schrägen Lage, so daß die Tasten 5 von der rechten Hand eines Spielers sehr bequem erreicht und betätigt werden können.

Die gezeigten Tasten 5 sitzen auf einer gemeinsamen Welle 9 und sind mit einer Betätigungsmechanik verbunden, die im Inneren des Gitarrenkörpers angeordnet ist. Die in Fig. 1 nicht im einzelnen gezeigte Betätigungsmechanik wirkt auf Hammerteile 8 ein, die bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel parallel nebeneinanderliegend unterhalb der Saiten in einem gewissen Abstand von der Einspannvorrichtung 6 gelegen sind. Die Hammerteile 8 schlagen somit von unten her gegen die jeweilige Saite.

Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Gitarrenkörper mit einer Ausnehmung 7 ausgestattet, die zur Aufnahme der Mechanik dient. Die Öffnung 7 kann durch einen entsprechend gestalteten Deckel verschlossen werden.

Fig. 2 zeigt eine Schnittdarstellung gemäß der Linie I-I in Fig. 1, wobei der Übersichtlichkeit halber nur eine Taste 5 des Tastenfeldes mit der zugeordneten Mechanik veranschaulicht ist. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß jeder der Tasten 5 eine gleichartig aufgebaute Mechanik zugeordnet ist. Diese Mechanik umfaßt gemäß der Darstellung nach Fig. 2 eine obere Taste 5, die um eine Welle 9 drehbar gelagert ist. Im Bereich des freien Endes der Taste 5 ist an der Unterseite der Taste eine Betätigungsstange 17 vorgesehen, die fest mit der Taste 5 an einem Ende befestigt ist. Am freien Ende der Betätigungsstange 17 ist ein tellerförmiger Flansch 16 ausgebildet, der zur Aufnahme und Halterung eines Dämpfungskissens 15 dient. Unterhalb des Dämpfungskissens 15 ist das freie Ende einer Kipp-Stange 14 angeordnet, wobei sich die Kipp-Stange 14 bis weit in den Bereich der Öffnung 7 des Gitarrenkörpers hinein erstreckt. Etwa in der Mitte der Länge der Kipp-Stange 14 ist ein Dreh- und Abstützblock 13 vorgesehen, in welchem die Kipp-Stange 14 so gelagert ist, daß sie eine - gemäß Fig. 2 - aufwärts und abwärts verlaufende Kipp-Bewegung um eine Achse A ausführen kann, wobei die Achse A im wesentlichen horizontal verläuft. Die Tasten 5 sind an einer Seitenwand 11 über die Drehwelle 9 gehaltert. An dem gegenüberliegenden freien Ende der Tasten 5 ist ein weiteres Dämpfungskissen 19 auf der oberen Fläche einer weiteren Wand 18 angeordnet, wobei das weitere Dämpfungskissen 19 einerseits die Betätigungsbewegung der einzelnen Tasten 5 begrenzt und andrerseits abdämpft, wobei auch eine Geräuschentwicklung bei der Betätigung der einzelnen Tasten wirksam vermieden wird. In dem allgemein mit 12 bezeichneten Hohlraum sind parallel nebeneinanderliegend weitere Einheiten der Betätigungsmechanik angeordnet. Es sei ferner darauf hingewiesen, daß aufgrund der schrägen Anordnung des Tastenfeldes innerhalb der Ausnehmung 10 des Gitarrenkörpers die einzelnen Betätigungsstangen 17 der Tasten 5 nebeneinanderliegend angeordnet werden können, so daß der Abstand der Befestigungsstelle der Stange 17 an der Taste 15 zum vorderen freien Ende der Taste 15 bei allen Tasten 5 des Tastenfeldes im wesentlichen gleich groß ist.

Die Kipp-Stange 14 ist ferner derart federvorgespannt (nicht gezeigt), daß durch diese Vorspannung die Taste 5 in einer angehobenen nicht betätigten Stellung gehalten wird.

Das gegenüberliegende Ende der Kipp-Stange 14 ist in Fig. 3 in Seitenansicht dargestellt.

Fig. 3 zeigt eine Seitenansicht der Anschlagmechanik, wobei die in Fig. 3 gezeigten einzelnen Elemente für jede der Saiten der Gitarre jeweils einmal vorgesehen sind. An dem in Fig. 3 gezeigten anderen Ende der Kipp-Stange 14 ist in geringem Abstand vom Ende ein Hebeglied 22 drehbar angeordnet, wobei das eine Ende des Hebegliedes 22 durch eine Querbohrung 25 in der betreffenden Kipp-Stange 14 eingesetzt ist, so daß sich das Hebeglied 22 um eine vertikale Achse, die durch die Bohrung 25 verläuft, drehen kann. Das Hebeglied 22 ist in etwa Z-förmig gestaltet, besitzt einen unteren vertikalen Abschnitt, einen sich daran anschließenden horizontalen Abschnitt und einen weiteren vertikalen Abschnitt der in seinem oberen Bereich in einen horizontal verlaufenden nicht näher bezeichneten Wellenstummel endet. Am horizontal verlaufenden Abschnitt des Hebegliedes 22 ist eine Spiralfeder 23 eingehängt, deren anderes Ende am Endbereich der Kipp-Stange 14 verankert ist. Zwischen diesem Endbereich und der genannten Bohrung 25 ist ein Anschlagstift 26 vorhanden, der vertikal nach oben ragt. Der Anschlagstift 26 dient dazu, eine Drehbewegung des Hebegliedes 22 um die vertikale Achse zu begrenzen. Aufgrund der Feder 23 wird also das Hebeglied 22 im Anschlag an die Begrenzungsstange 26 gehalten. Das obere Ende des Hebegliedes 22 besitzt einen Wellenstummel, auf den ein Hebekissen 24 in Form einer Rolle aufgesteckt ist. Das Hebekissen bzw. die Rolle 24 kann aus einem nachgiebigen weichen Material bestehen wie beispielsweise aus Filz oder auch aus einem weichen Gummi.

Bei einer Betätigung bzw. Niederdrücken der Taste 5 in Fig. 2 wird diese Niederdrückbewegung in eine Kipp-Bewegung der Kipp-Stange 14 umgesetzt, so daß das in Fig. 3 gezeigte Ende der Kipp-Stange 14 eine nach oben gerichtete Bewegung ausführt (in Richtung des Pfeiles B). Beim Loslassen der Taste wird die Kipp-Stange 14 wieder in ihre Ausgangsstellung aufgrund einer (nicht gezeigten) Feder gedrückt. Diese in die Ausgangsstellung verlaufende Kipp-Bewegung ist in Fig. 3 mit C bezeichnet.

Die in Fig. 3 gezeigte Anschlagmechanik umfaßt ferner einen Lagerbock 30, an dessen freien Ende ein Kipp-Arm 31 schwenkbar gelagert ist. Der Lagerbock 30 besitzt eine Querbohrung 29, in welche ein seitlicher wellenförmiger Fortsatz des Kipp-Armes 31 eingeführt ist. Auch der Kipp- Arm 31 besitzt eine im wesentlichen Z-förmige Gestalt, hat also einen im wesentlichen vertikal verlaufenden unteren Abschnitt, einen sich daran anschließenden horizontal verlaufenden Abschnitt und einen weiteren sich an letzterem Abschnitt anschließenden vertikalen Abschnitt, der in einen im wesentlichen horizontal verlaufenden Wellenstunmel 20 übergeht. Auf diesen Wellenstummel 20 ist ein Hammerteil 8 lose aufgesetzt, so daß das Hammerteil um die Welle 20 verschwenkt werden kann. Der Kipp-Arm 31 ist mit Hilfe eines Federelements 32, welches am vorderen Ende bei 28 an dem Lagerbock 30 verankert ist und an den horizontalen Abschnitt des Kipp-Armes 31 angreift, im Uhrzeigersinn vorgespannt, wenn man auf die Anordnung gemäß Fig. 3 blickt. Mit anderen Worten ist der Kipp-Arm 31 in Richtung auf das Hebeglied 22 vorgespannt.

Ein wesentliches Merkmal der vorliegenden Erfindung besteht nun darin, daß an dem unteren Bereich des Hammerteiles 8 eine schräg nach unten verlaufende Auflauffläche ausgebildet ist. Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel wird diese Auflauffläche durch einen schräg nach unten verlaufenden Stift 33 gebildet. Dieser Stift 33 ist einstückig und fest mit dem Hammerteil 8 verbunden. Das vordere freie Ende des Hammerteiles 8 ist mit einem Anschlagkissen 21 ausgestattet, wobei dieses Anschlagkissen 21 in sehr verschiedener Weise ausgebildet sein kann. Dieses Kissen kann beispielsweise aus einem kleinen Kunststoffvorsprung bestehen, kann aber auch aus einem weichen Gummielement bestehen oder aus einem Schlauchelement, was davon abhängt, welche Anschlagshärte beim Anschlagen einer Saite der Tastengitarre erreicht werden soll.

Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß die schräge Auflauffläche auch dadurch an dem Hammerteil 8 ausgebildet sein kann, indem der hintere untere Bereich des Hammerteiles entsprechend einstückig weitergeführt ist, so daß das Hammerteil im Bereich der Schwenkachse 20 eine im wesentlichen dreieckförmige Gestalt hat.

Die Wirkungsweise der in Fig. 3 gezeigten Mechanik ist wie folgt:

Wenn die Taste 5 in Fig. 2 niedergedrückt wird, so wird letzten Endes die Kipp-Stange 14 in Richtung des Pfeiles B angehoben. Durch diese Anhebebewegung wird das Hammerteil 8 über das Hebeglied 22 und das Hebekissen 24 angehoben, wobei sich dann aber die Schräglage der Auflauffläche verändert. Diese Schräglage wird (in bezug zu einer horizontalen Ebene) steiler. Dabei gleitet das Hebekissen 24 an der Auflauffläche des Stiftes 33 entlang, bis schließlich eine Stellung erreicht ist, in der das Anschlagkissen 21 gegen die betreffende darüber befindliche Saite schlägt. Durch die dabei entstehende Abprallwirkung und aufgrund der dann erreichten extremen Schräglage der Auflauffläche in bezug zur horizontalen Ebene prallt das Hammerteil 8 ab, wobei es um die Welle 20 im Uhrzeigersinn gedreht wird. Dieses Zurückschwenken des Hammerteils 8 ist auch deshalb möglich, weil der Kipp-Arm 31 lediglich federnd bzw. nachgiebig die Auflauffläche gegen das Hebekissen 24 drückt.

Aufgrund der geschilderten Wirkungsweise bzw. aufgrund der entstehenden Abprallkraft wird sichergestellt, daß pro Tastenhub der Taste 5 jeweils nur ein einzelner kurzer Anschlag auf die betreffende Saite erfolgt.

Sehr umfangreiche Versuche und Tests haben ergeben, daß diese gezeigte Mechanik äußerst stabil und lageunempfindlich ist. Sie ist besonders einfach aufgebaut und die einzelnen Teile lassen sich daher auch einfach herstellen.

Ein weiteres Merkmal der in Fig. 3 gezeigten Mechanik besteht darin, daß die Stummelwelle, auf welcher das rollenförmige Hebekissen 24 aufgesteckt ist, zur Mittelsenkrechten der Zeichenebene einen spitzen Winkel bildet, und zwar derart, daß die Projektion der Achsen der Welle 20 und der Welle des Hebekissens 24 einen spitzen Winkel definieren.

Durch dieses letztere Konstruktionsmerkmal wird erreicht, daß das Hebekissen 24 lediglich auf die Stummelwelle lose aufgesteckt werden braucht,und daß ferner auch das Hammerteil 8 lediglich lose auf die Stummelwelle 20 aufgesteckt werden braucht, und daß trotzdem sichergestellt wird, daß die betreffenden Teile nicht von ihren Wellen sich ablösen können, da sie sich gegenseitig auf die Wellen aufdrücken, und zwar aufgrund der Federwirkungen der Federn 32 und 23.

Durch dieses letztere Konstruktionsmerkmal wird auch die Möglichkeit geschaffen, daß die Hammerteile 8 problemlos und sehr schnell durch andere Hammerteile mit anderen Anschlageigenschaften bzw. mit anderen Anschlagkissen 21 ausgetauscht werden können.

Die im Prinzip in Fig. 3 gezeigte Mechanik läßt sich nun auf sehr vielfältige Weise vereinfachen:

So kann beispielsweise das Federelement 32, welches aus einer Schraubenfeder besteht, durch eine Gummistange ersetzt werden, die auf der linken Seite des unteren Abschnitts des Kipp-Armes 31 angeordnet ist und nach links abgestützt ist, wenn man auf die Anordnung gemäß Fig. 3 blickt.

Diese aus Gummi bestehende Stange ist so lang bemessen, daß alle Betätigungsmechaniken diese Gummistange gemeinsam verwenden.

Ferner kann die Schraubenfeder 23 auch jederzeit durch ein anderes Federelement ersetzt werden oder das Hebeglied 22 kann selbst als Federelement ausgebildet sein, so daß dadurch die gleiche Wirkungsweise erhalten bleibt, jedoch Teile eingespart werden.

Von einem Fachmann können weitere offensichtliche Veränderungen des gezeigten Ausführungsbeispiels vorgenommen werden, ohne jedoch dadurch den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.


Anspruch[de]
  1. 1. Tastengitarre, bestehend aus einem Gitarrenkörper mit einer Einspannvorrichtung zur Halterung der Saitenenden, aus einem mit dem Gitarrenkörper verbundenen Griffbrett mit einer Saitenspannvorrichtung, und ggf. aus einer Tonabnehmereinrichtung, wobei im Bereich der Einspannvorrichtung zur Halterung der Saitenenden am oder im Gitarrenkörper ein Tastenfeld angeordnet ist und wobei die einzelnen Tasten des Tastenfeldes jeweils über eine Betätigungsmechanik mit jeweils einer unter den Saiten angeordneten Anschlagvorrichtung verbunden ist, die aus schwenkbar gelagerten Hammerteilen besteht, wobei jeweils ein Hammerteil einer Saite der Gitarre zugeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß
    1. a) die Betätigungsmechanik eine der Anzahl der Saiten entsprechende Anzahl von federvorgespannten Kipp- Stangen (14) aufweist, deren Kipp-Bewegung jeweils über eine Taste (5) ausgelöst wird,
    2. b) an dem von der Taste (5) abliegenden Ende der Kipp- Stange (14) ein Hebeglied (22) mit einem Hebekissen (24) vorgesehen ist,
    3. c) das jeweilige Hammerteil (8) am oberen Ende eines federvorgespannten schwenkbar gelagerten Kipp-Armes (31) um eine im wesentlichen horizontal verlaufende Welle (20) an einem Ende schwenkbar gelagert ist, und
    4. d) an dem jeweiligen Hammerteil (8) eine schräg zur Horizontalen geneigt verlaufende Auflauffläche (bei 33) ausgebildet ist, an die das Hebekissen (24) angreift, um bei einer Kipp-Bewegung der betreffenden zugeordneten Kipp-Stange (14) das Hammerteil (8) um den Kipp-Arm (31) zu schwenken.
  2. 2. Tastengitarre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Hebekissen (24) aus einer Rolle aus einem nachgiebigen, weichen Material wie z. B. Filz besteht.
  3. 3. Tastengitarre nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Hebeglied (22) aus einem Z-förmigen Teil besteht, welches am Ende der Kipp-Stange (14) angelenkt (bei 25) ist.
  4. 4. Tastengitarre nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Hebeglied (22) um eine im wesentlichen vertikale Achse schwenkbar gelagert ist und in horizontaler Richtung in einer Drehrichtung federvorgespannt (bei 23) ist.
  5. 5. Tastengitarre nach einem der Ansprüche 3 oder 4, gekennzeichnet durch ein Anschlagteil (26) zur Begrenzung der Drehbewegung des Hebeglieds (22) um die im wesentlichen vertikal verlaufende Achse.
  6. 6. Tastengitarre nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Hebekissenrolle (24) auf einer Welle gelagert ist, die zu der im wesentlichen horizontal verlaufende Welle (20) des Kipp-Armes (31) im spitzen Winkel verläuft.
  7. 7. Tastengitarre nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die geneigt verlaufende Auflauffläche durch einen von der unteren Seite des Hammerteils (8) schräg abstehenden Stift (33) gebildet ist.
  8. 8. Tastengitarre nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Stift (33) einstückig mit dem Hammerteil (8) ausgebildet ist.
  9. 9. Tastengitarre nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß an dem freien Ende des Hammerteils (8) ein Anschlagkissen (21) ausgebildet ist.
  10. 10. Tastengitarre nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Kipp-Arm (31) an seinem unteren Ende (bei 29) drehbar gelagert ist und in Richtung auf das Hebeglied (22, 24) federvorgespannt (bei 32) ist.
  11. 11. Tastengitarre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an der unteren Fläche jeder Taste (5) eine Betätigungsstange (17) befestigt ist, die mit ihrem freien Ende auf das zugeordnete Ende einer Kipp-Stange (14) einwirkt.
  12. 12. Tastengitarre nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß am freien Ende der Betätigungsstange (17) ein Dämpfungskissen (15) vorgesehen ist.
  13. 13. Tastengitarre nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Hammerteil (8) lose auf die Drehwelle (20) aufgesteckt ist und austauschbar ist.
  14. 14. Tastengitarre nach einem vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sämtliche Konstruktionsteile aus Kunststoff gefertigt sind.
  15. 15. Tastengitarre nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Tastenfeld (5), die Betätigungsmechanik (14, 15, 16, 17) mit den Hebegliedern (22, 24, 25, 26) und den Hammerteilen (8) und mit den Kipp-Armen (31) als Baueinheit ausgeführt sind, die fertig montiert in eine entsprechende Ausnehmung eines Gitarrenkörpers (1) einsetzbar ist.






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