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Dokumentenidentifikation DE4106782A1 26.09.1991
Titel Überfallsicherung für Tresore
Anmelder Huber, Thomas, 7073 Lorch, DE
Erfinder Huber, Thomas, 7073 Lorch, DE
DE-Anmeldedatum 04.03.1991
DE-Aktenzeichen 4106782
Offenlegungstag 26.09.1991
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.09.1991
IPC-Hauptklasse E05G 5/00
IPC-Nebenklasse E05G 5/02   
Zusammenfassung Um eine auch gegen Überfall und Geiselnahme sichere Aufbewahrung von Wertgegenständen bei hoher Verfügbarkeit zu gewährleisten, bedarf es einer Überfallsicherung.
Diese besteht erfindungsgemäß darin, daß der Tresor durch zwei verschiedene Handlungsweisen des Betreibers mit einer Zeitverzögerung zu öffnen ist, wobei eine dieser beiden Handlungsweisen zusätzlich noch einen Alarmalgorithmus auslöst, der z. B. darin besteht, daß über Funk ein automatisches Telefon aktiviert wird, welches mindestens eine Person mittels Endlosband über den Überfall informiert.
Die beiden Handlungsweisen können z. B. zwei verschiedene Nummernkombinationen sein.
Es wäre sinnvoll, wenn die Wartezeit für den Normalfall und die Wartezeit für den Alarmfall getrennt und vom Betreiber selbst einstellbar wären.
Ebenso wäre es gut, wenn die noch verbleibende Zeit bis zum Öffnen des Tresors auf einer Anzeige angezeigt würde.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Überfallsicherung für Tresore oder ähnliche stationäre Anlagen, bei denen eine Gefährdung nicht nur durch Einbruchdiebstahl, sondern auch durch Überfall bzw. Geiselnahme besteht.

Für die sichere und kostengünstige Aufbewahrung von Wertgegenständen gibt es z. Zt. die Möglichkeit der Aufbewahrung in einem Bankschließfach oder die Möglichkeit des Einschließens in einen eigenen Tresor.

Der Tresor bietet ausreichenden Schutz gegen Einbruchdiebstahl, nicht jedoch gegen einen Überfall auf den Betreiber des Tresors oder Geiselnahme.

Diesem Nachteil begegnen manche Tresorhersteller dadurch, daß sie in den Tresor ein Zeitschloß einbauen, durch welches sich der Tresor nur zu bestimmten, vorher festgelegten Zeiten öffnen läßt.

Bei einer fehlerhaften Zeiteingabe kann es vorkommen, daß sich der Tresor für längere Zeit nicht mehr öffnen läßt. Außerdem ist die Gefahr des Verlustes der eingeschlossenen Wertgegenstände durch Überfall bzw. Geiselnahme nur in der Zeit gebannt, in der sich der Tresor nicht öffnen läßt. Zudem ist eine spontane Entnahme durch den Betreiber auch nur zu bestimmten Zeiten möglich. Dies ist auch ein großer Nachteil bei Bankschließfächern, kann man doch nur während der Geschäftszeiten über die eingeschlossenen Wertsachen verfügen. Außerdem birgt der Transport von und zu der Bank ein nicht zu unterschätzendes Risiko.

Aufgabe der Erfindung ist es, jederzeit einen spontanen Zugriff auf die im Tresor befindlichen Wertsachen zu ermöglichen, ohne dabei das Risiko eines Verlustes der Wertsachen durch Überfall bzw. durch Geiselnahme einzugeben. Außerdem soll das Transportrisiko von der Bank und zurück entfallen.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Tresor durch zwei verschiedene Handlungsweisen des Betreibers mit einer Zeitverzögerung zu öffnen ist, wobei eine dieser beiden Handlungsweisen zusätzlich noch einen Alarmalgorithmus auslöst.

Die zwei Handlungsweisen könnnen z. B. zwei verschiedene Nummernkombinationen sein.

Der Alarmalgorithmus kann z. B. darin bestehen, daß durch ein Signal z. B. über Funk ein an anderer Stelle positioniertes automatisches Telefongerät mit Endlosband eine oder mehrere Personen anruft und den Überfall mitteilt. Diese Personen müssen dann ihrerseits die Polizei alarmieren und an den Überfallort schicken.

Dazu muß natürlich die Verzögerungszeit bis zum Öffnen so gewählt werden, daß die Polizei sicher in dieser Zeit zum Überfallort gelangen kann. Aus diesem Grunde ist es sinnvoll die Verzögerungszeit einstellbar zu gestalten, so daß der Betreiber des Tresors die Zeit selbst, je nach Entfernung vom nächsten Polizeiposten und anderen individuellen Gegebenheiten, bestimmen und einstellen kann.

Ebenso ist es sinnvoll, die noch verbleibende Zeit bis zum Öffnen über eine Anzeige anzuzeigen. Das kann auf den Geiselnehmer beruhigend wirken, da er dann selbst sieht, daß der Betreiber die "richtige" Nummer eingegeben hat und der Tresor sich öffnen wird. Das kann den Geiselnehmer von eventuellen Gewaltakten gegen den Betreiber abhalten.

Außerdem wäre es möglich, daß der Tresor bei der Handlungsweise des Betreibers, die zum Alarm führt, gar nicht wirklich öffnet, sondern dies nur über die Anzeige vorgetäuscht wird.

Auch kann es sich als sinnvoll erweisen, wenn die Verzögerungszeiten im Normal- und im Alarmfall getrennt einstellbar sind, so daß die Verzögerungszeit im Normalfall z. B. nur 5 Minuten oder sogar 0 Minuten beträgt, und im Alarmfall sogar 30 Minuten, um der Polizei ausreichend Zeit zu geben, am Überfallort einzutreffen.

Damit wäre ein spontaner Zugriff des Betreibers auf seine Wertsachen bei relativ hoher Sicherheit gegen Verlust der Wertsachen durch Überfall oder Geiselnahme gewährleistet.

Die Realisierung dieser Funktionen ist nach dem Stand der Technik, z. B. mit Hilfe eines Mikroprozessors, durchzuführen.

Im Folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert.

In der Zeichnung ist ein Ablaufplan einer Überfallsicherung für Tresore nach der Erfindung dargestellt. Bei diesem Beispiel handelt es sich um einen Tresor mit einem Schloß mit Nummernkombination, die zwei verschiedenen Handlungsweisen des Betreibers bestehen nur darin, daß er über zwei verschiedene Nummernkombinationen verfügt, von denen er je nach Fall eine dieser beiden Nummernkombinationen eingibt. Im Normalfall gibt er die von ihm selbst bestimmte Codenummer ein, dabei öffnet der Tresor mit der von ihm selbst eingestellten Normalzeit verzögert. Im Fall eines Überfalles gibt er die von ihm vorher selbst bestimmte Alarmnummer ein, dabei wird der Alarmalgorithmus gestartet und der Tresor öffnet mit der von dem Betreiber selbst eingestellten Alarmzeit verzögert.

Bei diesem Beispiel ist eine Einstellung der Nummernkombinationen und der Verzögerungszeiten nur bei geöffneter Tresortüre möglich. Dabei fragt der Tresor bei geöffneter Tür laufend ab, ob eine der Einstellungen gewünscht wird. So kann z. B. das Drücken einer Taste bedeuten, daß die Alarmzeit eingestellt werden soll, das Drücken einer anderen Taste kann bedeuten, daß die Codenummer eingestellt werden soll, usw.

Wird eine Einstellung gewünscht und wurde dies durch Drücken der entsprechenden Taste angezeigt, so wartet der Tresor so lange, bis eine neue Zeit eingegeben und dies quittiert wurde. Dabei muß eine der Tasten als Quittiertaste dienen; sie darf nicht zu anderen Eingabezwecken benutzt werden.

Bei diesem Beispiel kann der Tresor nicht geschlossen werden, wenn eine Einstellung per Tastendruck gewünscht, aber noch nicht vorgenommen und quittiert wurde.

Ist dies nicht der Fall, d. h. wurde eine Einstellung vorgenommen und korrekt quittiert, oder wurde gar keine Einstellung gewünscht, also während geöffneter Tresortüre keine Taste gedrückt, so wiederholt der Tresor die Abfragen so lange, bis von der Türe das Signal kommt, daß sie geschlossen wurde. Jetzt befindet sich der Tresor in einer Art Wartestellung. Er wartet so lange, bis eine oder mehrere Tasten gedrückt und dies quittiert wurde. Nach Quittierung fragt er zuerst ab, ob es sich dabei um die Alarmnummer handelt. Ist dies der Fall, so startet er den Alarmalgorithmus, dieser ist nicht näher beschrieben, es kann sich dabei um ein Funksignal an ein automatisches Telefongerät handeln. Außerdem startet er die Alarmzeit, nach deren Ablauf er seine Türe öffnet. Handelt es sich bei der Nummer nicht um die Alarmnummer, so fragt er ab, ob es sich um die Codenummer handelt. Ist dies der Fall, so startet er die Normalzeit, nach deren Ablauf er seine Türe öffnet. Handelt es sich auch nicht um die Codenummer, so wartet der Tresor auf eine erneute Eingabe mit Quittierung.


Anspruch[de]
  1. 1. Überfallsicherung für Tresore oder ähnlich stationäre Anlagen, bei denen eine Gefährdung nicht nur durch Einbruchdiebstahl, sondern auch durch Überfall bzw. Geiselnahme besteht, dadurch gekennzeichnet, daß der Tresorbetreiber bei einer bestimmten Handlungsweise z. B. durch Eingabe einer bestimmten Nummernkombination ein zeitverzögertes Öffnen und zusätzlich einen eventuell stillen Alarm auslöst, wobei eine andere Handlungsweise z. B. Eingabe einer anderen Nummernkombination nur zu einem eventuell zeitverzögerten Öffnen führt.
  2. 2. Überfallsicherung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die noch verbleibende Zeit bis zum Öffnen laufend über eine Anzeige angezeigt wird.
  3. 3. Überfallsicherung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß im Alarmfall ein zeitverzögertes Öffnen eventuell nur durch die Anzeige vorgetäuscht wird.
  4. 4. Überfallsicherung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Tresor im Alarmfall eine externe Einrichtung dazu veranlaßt, eine oder mehrere Personen z. B. telefonisch mit Hilfe eines Endlosbandes über den Überfall zu informieren.
  5. 5. Überfallsicherung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verzögerungszeit bis zum Öffnen des Tresors vom Betreiber selbst bestimmt und eingestellt werden kann.
  6. 6. Überfallsicherung nach Anspruch 1 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Verzögerungszeit im Normalfall eine andere Dauer haben kann als im Alarmfall.






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