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Dokumentenidentifikation DE4026099A1 31.10.1991
Titel Ölversorgungssystem für die Lager von zu- und abschaltbaren Abgasturboladern
Anmelder MTU Motoren- und Turbinen-Union Friedrichshafen GmbH, 7990 Friedrichshafen, DE
Erfinder Sudmanns, Hans, 7990 Friedrichshafen, DE
DE-Anmeldedatum 17.08.1990
DE-Aktenzeichen 4026099
Offenlegungstag 31.10.1991
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.10.1991
IPC-Hauptklasse F02C 7/06
IPC-Nebenklasse F02B 37/00   F02D 23/00   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Ölversorgungssystem für die Lager von zu- und abschaltbaren Abgasturboladern für Brennkraftmaschinen. Um einen Schmiermittelfluß in Turbinen- oder Verdichtergehäuse der Abgasturbolader hinein zu unterbinden, aber dennoch eine optimale Schmierung der Lager zu gewährleisten, wird der Schmiermittelfluß mit Hilfe von Ventilen so gesteuert, daß vor Beginn des Hochlaufens eines schaltbaren Abgasturboladers der Schmiermittelfluß zu den Lagern freigegeben und erst nach dem endgültigen Auslaufen wieder gesperrt wird. Dabei wird die Betätigung der Ventile durch den an den Lagern anliegenden Schmiermitteldruck, und vorzugsweise durch einen in den Stellzylindern der Absperreinrichtungen herrschenden Druck vorgenommen, der das Auslaufen des Abgasturboladers nach einer bekannten Zeitspanne signalisiert.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Ölversorgungssystem für die Lager von zu- und abschaltbaren Abgasturboladern, das den Zufluß von Schmiermittel zu den Lagern steuert.

Zur Erhöhung des Wirkungsgrades können Brennkraftmaschinen mit mehreren Abgasturboladern ausgerüstet werden, von denen einer oder mehrere zu- und abschaltbar ausgeführt sind. Im Leerlauf oder bei geringer Last sind dann durch Sperren der Abgaszufuhr zur Turbine die schaltbaren Abgasturbolader stillgesetzt. In diesem Betriebszustand herrscht in Verdichter und Turbine der abgeschalteten Abgasturbolader und in der Ladeluftleitung der Atmosphärendruck. Die bei Abgasturboladern üblichen Sperrluftdichtungen, die den Austritt von Schmieröl aus dem Lagergehäuse in das Verdichter- und Turbinengehäuse bei zugeschaltetem Abgasturbolader verhindern, sind wegen des fehlenden Überdrucks bei Stillstand des Abgasturboladers nicht funktionsfähig. Infolge einer Kohäsionswirkung gelangen bei längeren Stillstandszeiten eines Abgasturboladers nicht unbeträchtliche Mengen von Schmieröl durch die Sperrluftdichtungen hindurch in das Turbinen- und Verdichtergehäuse, wo sich das Schmieröl in einer Lache ansammelt. Bei der Inbetriebnahme des Abgasturboladers kann das Lecköl zu Schäden an Abgasturbolader und Brennkraftmaschine führen.

Es wurde deshalb in der DE-PS 37 04 967 schon vorgeschlagen, auch nach Abschaltung eines Abgasturboladers in der Ladeluftleitung einen über dem Umgebungsdruck liegenden Druck aufrechtzuerhalten. Hierzu werden durch eine saugseitig angeordnete Absperrvorrichtung auch der Verdichter des abgeschalteten Abgasturboladers und die Sperrluftdichtungen mit dem im Luftleitungssystem herrschenden Ladeluftdruck beaufschlagt. Nachteilig ist, daß die Sperrluftentnahme mit einer Wirkungsgradverschlechterung des Motors verbunden ist. Ferner können keine handelsüblichen Abgasturbolader verwendet werden, weil sie keine Sperrluftdichtungen mit dem erforderlichen Leitungssystem aufweisen. Dementsprechend hoch sind die Kosten für Abgasturbolader mit Sperrluftdichtungen. Nachteilig ist ferner, daß für den ununterbrochenen Schmiermittelfluß auch während der Stillstandszeiten Energie verbraucht wird.

Bei einer Brennkraftmaschine mit einem Abgasturbolader nach der DE-PS 16 69 721 ist eine Abschaltung des Abgasturboladers an sich nicht vorgesehen. Infolge eines Schadens am Abgasturbolader kann jedoch eine ungewollte Stillsetzung des Abgasturboladers erfolgen. Würde die Brennkraftmaschine bei stillstehendem Abgasturbolader weiterbetrieben und die Schmiermittelzufuhr zu den Lagern des Abgasturbolader nicht gestoppt, würde infolge des in der Ansaugleitung herrschenden Unterdrucks nach und nach das Schmieröl der Brennkraftmaschine in den Verdichter des Abgasturboladers gesaugt werden. Es ist deshalb ein Ventil in der Schmiermittelleitung zu den Lagern des Abgasturboladers vorgesehen, das bei einem Unterdruck in der Abgasleitung den Schmiermittelfluß zu den Lagern stoppt, so daß ein gefahrloser Weiterbetrieb der Brennkraftmaschine ohne Aufladung möglich ist. Ferner ist eine Schaltvorrichtung vorgesehen, die bei mangelndem Schmiermitteldruck in der Schmiermittelleitung zu den Lagern des Abgasturboladers die Schmiermittelzufuhr sperrt, wobei gleichzeitig die Abgase anstatt der Turbine einer Umgehungsleitung zugeführt werden.

Eine Wiederzuschaltung des Abgasturboladers kann erst nach Behebung des Defekts erfolgen. Die Inbetriebnahme des intakten Abgasturboladers geschieht beim Start der Brennkraftmaschine mit Zündung. Dabei erfolgt die Schmiermittelzufuhr zu den Lagern und die Beaufschlagung der Turbine mit Abgas gleichzeitig. Es ist dann allerdings möglich, daß der Schmiermitteldruck an den Lagern noch nicht ausreichend aufgebaut ist, während der Abgasturbolader bereits hochgefahren ist. In diesem Fall können die Lager Schaden nehmen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Schmiermittelversorgung der Lager von schaltbaren Abgasturboladern derart zu gestalten, daß ein Schmiermittelfluß in Verdichter- oder Turbinengehäuse der Abgasturbolader hinein unterbunden wird, dennoch aber die optimale Schmierung der Lager gewährleistet ist.

Diese Aufgabe wird bei einer Ausführung des Ölversorgungssystems für die Lager nach den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Bei stillgesetztem Abgasturbolader ist die Ölversorgung zu den Lagern durch ein Ventil in der Schmiermittelleitung abgesperrt. Das Ventil wird bei beabsichtigter Zuschaltung des Abgasturboladers sofort freigeschaltet, während das Hochlaufen des Abgasturboladers erst beginnt, wenn ein ausreichender Schmiermitteldruck an den Lagern anliegt. Ist die Abschaltung des Abgasturboladers vorgesehen, so wird die Schmiermittelzufuhr nicht abgestellt, bevor der Abgasturbolader ausgelaufen ist. Da der Schmiermittelfluß bei Stillstand unterbrochen ist, kann kein Öl in Verdichter- oder Turbinengehäuse gelangen. Zugleich ist aber auch die optimale Schmierung der Lager gewährleistet.

Nach Anspruch 2 wird die Schaltstellung des in der Schmiermittelleitung angeordneten Ventils und des den Zutritt von Druckmittel zu den Stellzylindern der Absperreinrichtungen für den schaltbaren Abgasturbolader regelnden Ventils durch einen Mikroprozessor gesteuert, in dem als Eingangsgrößen das Schaltsignal zum Zu- und Abschalten des Abgasturboladers, ein Drehzahlsignal zum Erfassen des Betriebszustands des Abgasturboladers und ein dem Schmiermitteldruck entsprechendes Signal vorliegen. Anstelle eines Drehzahlsignals kann nach Anspruch 3 auch der Stelldruck in den Stellzylindern gemessen werden. Dazu ist allerdings ein Zeitglied notwendig, das angibt, nach welcher Zeitspanne nach dem Schließen der Absperreinrichtungen der Abgasturbolader völlig ausgelaufen ist.

Bei der Einrichtung nach Anspruch 4 werden die Ventile unmittelbar, ohne Verwendung einer Recheneinheit über Steuerleitungen pneumatisch, hydraulisch oder elektrisch geschaltet. Das Freischalten der Schmiermittelleitung beim Zuschalten des Abgasturboladers erfolgt beispielsweise durch Beaufschlagung des Betätigungsglieds des entsprechenden Ventils mit dem Ladeluftdruck oder einem entsprechenden elektrischen Stellsignal. Erst wenn sich in der Schmiermittelleitung vor den Lagern ein ausreichender Schmiermitteldruck aufgebaut hat, wird das zweite Ventil durch Beaufschlagung des Betätigungsglieds mit dem Schmiermitteldruck umgeschaltet. Es wird dadurch das Hochlaufen des Abgasturboladers durch Beaufschlagung der Stellzylinder mit Stelldruck ausgelöst. Außerdem ist eine weitere Schmiermittelleitung vorgesehen, die parallel zur ersten liegt. Diese zweite Schmiermittelleitung muß durch ein Ventil freigeschaltet werden, nachdem das erste Ventil in der ersten Schmiermittelleitung freigeschaltet wurde, und bevor das erste Ventil zum Abschalten des Abgasturboladers wieder in Sperrstellung geschaltet wird. Nur dann ist gewährleistet, daß die Lager des abzuschaltenden Abgasturboladers auch während des Auslaufens des Abgasturboladers ausreichend geschmiert sind.

Die Betätigung des zweiten Ventils erfolgt nach den Ansprüchen 5 oder 6 entweder abhängig von der Drehzahl oder dem in den Stellzylindern herrschenden Druck. Als Zeitverzögerungsglieder dienen Drosseln in den Steuerleitungen. Der besondere Vorteil dieser Anordnung liegt darin, daß nur einfache Bauelemente wie Leitungen und Ventile gebraucht werden, die wenig störanfällig sind. Die Betätigung der Ventile kann unmittelbar durch Systemdrücke und gegebenenfalls durch ein elektrisches Ausgangssignal eines Drehzahlsensors gesteuert werden. Dabei können die Ventile bei Zu- und Abschaltung des Abgasturboladers jeweils in der gleichen Reihenfolge betätigt werden, was eine einfache und sichere Steuerung des Schmiermittelflusses bedeutet.

In den Ansprüchen 7 bis 10 wird auf eine zweckmäßige Ausgestaltung der Pneumatik- und Hydraulikbauteile eingegangen. Nach Anspruch 11 ist noch eine weitere parallele Schmiermittelleitungen vorgesehen, die lediglich zu einer reduzierten Schmierölversorgung dient. Denn Undichtigkeiten der Absperreinrichtungen können auch nach Abschaltung des Abgasturboladers ein Weiterlaufen des Abgasturboladers mit geringer Drehzahl bewirken.

Von Vorteil ist, daß die Einrichtung auch als Sicherheitseinrichtung zum selbsttätigen Abstellen der schaltbaren Abgasturbolader bei Mangelschmierung der Lager dienen kann.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben; es zeigen:

Fig. 1 den Schaltplan für ein Ölversorgungssystem mit einem Mikroprozessor;

Fig. 2 einen Schaltplan für ein Ölversorgungssystem mit unmittelbar von Systemdrücken oder elektrischen Betriebskennwerten der Brennkraftmaschine entsprechenden Signalen geschalteten Ventilen.

In den Fig. 1 und 2 ist schematisch eine Brennkraftmaschine 1 mit den Zylindern 24, den strichpunktiert dargestellten Ansaugleitungen 25 und 26, den ebenfalls strichpunktiert gezeichneten Abgasleitungen 27, sowie zwei Abgasturboladern 2und 3 dargestellt, von denen einer mittels Absperreinrichtungen 4 und 5 in den Zuführungen von Verdichter 6 und Turbine 7 zubzw. abschaltbar ist. Die Lager 8 des ständig in Betrieb befindlichen Abgasturboladers 3 und die Lager 9 des zu- und abschaltbaren Abgasturboladers stehen über die Schmiermittelleitung 10 mit der Ölversorgung der Brennkraftmaschine 1 in Verbindung. Das aus den Lagern abtropfende Öl sammelt sich in den nicht dargestellten Lagergehäusen der Abgasturbolader 2 und 3, und fließt über eine nicht dargestellte Ölrücklaufleitung in den Schmieröltank der Brennnkraftmaschine 1 zurück. Zu den Lagern 9 des schaltbaren Abgasturboladers 2 gelangt das Schmieröl nach Fig. 1 über eine Schmiermittelleitung 15 zu der zu den Lagern 9 führenden Schmierölleitung 12, wenn das Ventil 14 freigeschaltet ist. Gemäß Fig. 2 sind zwei parallele Schmiermittelleitungen 15 und 23 vorgesehen, die die Schmierölleitung 12 mit der Ölversorgung der Brennkraftmaschine verbinden. Bei stillgesetztem Abgasturbolader 2 befinden sich die Ventile 14 und 22 aber beide in Sperrstellung. Ferner ist noch eine weitere Schmiermittelleitung 11 vorgesehen, die zu den Schmiermittelleitungen 15 bzw. 15 und 23 parallel liegt und eine steuerbare Drossel 13 enthält. Die Schmiermittelleitung 11 dient zu einer reduzierten Schmiermittelversorgung der Lager. Denn Undichtigkeiten der Absperreinrichtungen 4, 5 können auch nach Abschaltung des Abgasturboladers 2 ein Weiterlaufen des Abgasturboladers mit geringer Drehzahl bewirken. Die Ölmenge wird durch die Drossel 13 so klein gehalten, daß, sollte sie aus dem Lagergehäuse des Abgasturboladers austreten, keine Schäden durch Ölzutritt in Turbinen- und Verdichtergehäuse entstehen können. Diese Ölmenge reicht jedoch nicht aus zur Schmierung der Lager bei zugeschaltetem Abgasturbolader 2. Anstelle einer Drossel 13 in der Schmierölleitung 11 könnte auch ein Schmiermittelgeber angeordnet sein, der taktweise geringe Schmiermittelmengen durchläßt. Die Taktzahl kann beispielsweise in Abhängigkeit von der Drehzahl des Abgasturboladers 2 geregelt werden, die ein Maß für die Undichtigkeit darstellt.

Soll aufgrund der Betriebskennwerte der Brennkraftmaschine der Abgasturbolader 2 zugeschaltet werden, wird beim Ölversorgungssystem nach Fig. 1 durch einen Mikroprozessor 42 über die Steuerleitung 43 das Ventil 14 freigeschaltet. Als Schaltsignal, das über die Steuerleitung 48 im Mikroprozessor vorliegt, dient beispielsweise der Ladeluftdruck. Der Ladeluftdruck kann beispielsweise in einer Einrichtung 47 in ein entsprechendes elektrisches Signal umgewandelt werden. Hat sich in der Schmiermittelleitung 15 zu den Lagern 9 ein ausreichender Schmiermitteldruck aufgebaut, wird das Ventil 17 freigeschaltet, und die doppeltwirkenden Stellzylinder 18 und 19 werden zur Öffnung der Absperreinrichtungen 4 und 5 mit Stelldruck beaufschlagt. Als Stelldrücke dienen vorzugsweise der in der Ansaugleitung des Abgasturboladers 3 nach dem Verdichter herrschende absolute Druck und der vor Verdichter herrschende statische Druck. Bereits in der Hochlaufphase liegt somit an den Lagern 9 der volle Schmiermitteldruck an. Der Schmiermitteldruck, der in der Steuerleitung 45 anliegt, muß natürlich über einen Wandler, der mit dem Mikroprozessor gekoppelt sein kann, in ein entsprechendes elektrisches Signal umgewandelt werden. Das Ventil 17 ist beispielsweise elektrisch betätigbar.

Soll der Abgasturbolader aufgrund der Betriebskennwerte der Brennkraftmaschine abgeschaltet werden, erhält der Mikroprozessor über die Steuerleitung 48 ein entsprechendes Schaltsignal. Daraufhin wird das Ventil 17 umgeschaltet und dadurch die Stellzylinder 18 und 19 umgekehrt zum Schließen der Absperreinrichtungen 4 und 5 mit Druck beaufschlagt. Das Ventil 14 bleibt aber bis zum endgültigen Stillstand des Abgasturboladers 2 geöffnet, und es liegt weiterhin der volle Schmiermitteldruck an den Lagern 9 an. Das Absperren des Ventils 14 erfolgt, wenn aufgrund des Drehzahlmeßsignals des Abgasturboladers 2 sein Stillstand gewährleistet ist. Die Drehzahl wird vom Drehzahlsensor 40 erfaßt und über die Steuerleitung 41 an den Mikroprozessor weitergegeben. Anstelle der Drehzahl kann auch der Druck in den Stellzylindern festgestellt werden und über die Steuerleitung 44 an den Mikroprozessor 42 gegeben werden. Wenn aufgrund des Drucks feststeht, daß die Klappen der Absperreinrichtungen 4, 5 geschlossen sind, kann nach einer vorgegebenen Zeitspanne, die der Abgasturbolader üblicherweise zum Auslaufen benötigt, das Ventil 14 und damit der Schmiermittelfluß abgesperrt werden. Dabei ist es notwendig, daß der Mikroprozessor mit einem nicht dargestellten Zeitgeber gekoppelt ist.

Beim Ölversorgungssystem nach Fig. 2 können die Ventile unmittelbar durch Systemdrücke geschaltet werden. Hierzu wirken die Drücke über Steuerleitungen unmittelbar am Betätigungsglied der Ventile. Das Ventil 14 mit drei Anschlüssen und zwei Schaltstellungen wird beispielsweise durch den Ladeluftdruck betätigt. Es kann jedoch auch, wie dargestellt, ein elektrisches, von der Einrichtung 47 zur Verfügung gestelltes Schaltsignal zur Betätigung des Ventils 14 vorgesehen sein. Soll der Abgasturbolader zugeschaltet werden, wird das Ventil 14 aus der gezeichneten Sperrstellung umgeschaltet, und dadurch der Schmiermittelfluß durch die Schmiermittelleitung 15 hindurch freigegeben. Zugleich baut sich auch in der gleichzeitig freigeschalteten Steuerleitung 16 der Schmiermitteldruck auf, der in der Schmiermittelleitung 12 zu den Lagern 9 herrscht. Bei ausreichendem Schmiermitteldruck in der Steuerleitung 16 wird das Ventil 17 zeitverzögert durch die Drossel 28 umgeschaltet. Dies bewirkt, daß über die Druckleitungen 20 und 21 Druckmittel zu den Druckräumen der Stellzylinder 18 und 19 gelangt und dadurch die Klappen der Absperreinrichtungen 4 und 5 geöffnet werden. Natürlich können anstelle von doppeltwirkenden Stellzylindern 18, 19 bei entsprechender Ventilgestaltung auch einfachwirkende eingesetzt werden. Auch können andere Druckmittel zu ihrer Betätigung als der Ladeluftdruck dienen.

Zusätzlich zur Schmiermittelleitung 15 ist noch eine weitere parallele Schmiermittelleitung 23 mit einem Ventil 22 vorgesehen. Die Freischaltung des Ventils 22 erfolgt nach der Freischaltung des Ventils 14 und bevor das Ventil 14 beim Abschalten des Abgasturboladers 2 wieder in Sperrstelltung geschaltet wird. Das Ventil 22 ist pneumatisch oder elektrisch betätigt. Denn es kann zur Betätigung der über Steuerleitung 29 anliegende Stelldruck in den Stellzylindern 18 und 19 verwendet werden oder ein von einem Drehzahlgeber 40 erzeugtes elektrisches Signal, das in Steuerleitung 41 anliegt. Bei entsprechendem Druck in den Stellzylindern 18, 19, bei dem die Klappen der Absperreinrichtungen 4, 5 geöffnet sind, wird das Ventil 22 freigeschaltet und es gelangt über beide Schmiermittelleitungen 15 und 23 gleichzeitig Schmiermittel zu den Lagern 9. Entsprechend könnte die Freischaltung des Ventils abhängig von der Drehzahl erfolgen, wenn die Drehzahl ungleich Null ist oder eine vorbestimmte Drehzahl überschritten wird.

Erfordern die Betriebskennwerte der Brennkraftmaschine die Abschaltung des Abgasturboladers, werden die Ventile in der gleichen Reihenfolge wie beim Zuschalten in Sperrstellung umgeschaltet. Durch Umschalten des Ventils 14 in die gezeichnete Sperrstellung wird der Schmiermittelfluß durch die Schmiermittelleitung 15 hindurch unterbrochen, und es gelangt nur noch über die Schmiermittelleitung 23 Schmiermittel zu den Lagern 9. Zugleich wird die Steuerleitung 28 über die Rückflußleitung 49 druckentlastet. Wegen der Drossel 28 erfolgt die Umschaltung des Ventils 17 etwas zeitverzögert. Die Druckänderung in den Stellzylindern 18, 19 pflanzt sich, zeitverzögert durch die Drossel 30, fort und bewirkt das Umschalten des Ventils 22 in Sperrstellung, wodurch die Schmiermittelzufuhr zu den Lagern 9 abgesperrt wird. Die Drossel 30 ist dabei so ausgebildet, daß die Umschaltung des Ventils 22 erst nach einer Zeitspanne nach dem Schließen der Absperreinrichtungen 4, 5 erfolgt, nach der das Auslaufen des Abgasturboladers 2 gewährleistet ist. Wird der Drehzahlsensor 40 zur Betätigung des Ventils 22 benutzt, so erfolgt die Umschaltung, wenn die Drehzahl Null ist.

Die Schmierung des Abgasturboladers ist also sowohl in der Hochlaufphase als auch in der Auslaufphase gewährleistet. Zugleich ist in den Stillstandszeiten die Schmiermittelzufuhr abgestellt, so daß keine Schäden durch unerwünschten Schmiermittelfluß entstehen können.

Vorteilhaft ist ferner, daß sich mit den Einrichtungen nach den Fig. 1 und 2 der Abgasturboladers 2 bei mangelnder Schmiermittelzufuhr zu den Lagern 9 im Notfall selbsttätig abstellen läßt, so daß Lagerschäden vermieden werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Ölversorgungssystem für die Lager (9) von zu- und abschaltbaren Abgasturboladern (2) für eine Brennkraftmaschine (1),
    1. 2. mit einer von Betriebskennwerten der Brennkraftmaschine (1) abhängig gesteuerten Betätigung eines in einer Schmiermittelleitung (15) zur Ölversorgung der Lager (9) des schaltbaren Abgasturboladers (2) angeordneten Ventils (14),
      1. 2.1 das bei Zuschaltung des Abgasturboladers vor dem Beginn des Hochlaufens die Schmiermittelleitung (15) freigibt,
    2. 3. wobei der Zutritt von Druckmittel zur Betätigung der Stellzylinder (18, 19) der Absperreinrichtungen (4, 5) zum Hochfahren des Abgasturboladers (2) über ein weiteres Ventil (17) aber erst freigegeben wird,
      1. 3.1 wenn ein ausreichender Schmiermitteldruck an den Lagern (9) anliegt,
    3. 4. und wobei bei Abschaltung des Abgasturboladers (2) die Schmiermittelzufuhr zu den Lagern (9) erst abgestellt wird,
      1. 4.1 wenn der Abgasturbolader (2) ausgelaufen ist.
  2. 2. Einrichtung nach Anspruch 1,
    1. 1. wobei die Schaltstellung der Ventile (14 und 17) durch einen Mikroprozessor (42) steuerbar ist,
      1. 1.1 dem als Eingangsgrößen ein von den Betriebskennwerten der Brennkraftmaschine (1) abhängiges Schaltsignal, das das Zu- und Abschalten des Abgasturboladers (2) einleitet,
      2. 1.2 sowie ein dem Schmiermitteldruck vor den Lagern (9) entsprechendes Signal,
      3. 1.3 und ein der Drehzahl des schaltbaren Abgasturboladers (2) entsprechendes Signal vorliegen.
  3. 3. Einrichtung nach Anspruch 2,
    1. 1. wobei anstelle eines Drehzahlsignals ein dem Stelldruck in den Stellzylindern (18, 19) entsprechendes Signal vorliegt,
    2. 2. und der Mikroprozessor mit einem Zeitgeber gekoppelt ist, durch den der Ablauf einer vorgegebenen Zeitspanne meßbar ist.
  4. 4. Einrichtung nach Anspruch 1,
    1. 1. wobei zum Auslösen des Hochlaufens des Abgasturboladers (2) das Ventil (17) nach Freigabe des Schmiermittelflusses durch die Schmiermittelleitung (15) hindurch über eine Steuerleitung (16) unmittelbar durch den an den Lagern (9) herrschenden Schmiermitteldruck umgeschaltet wird, so daß eine das Öffnen der Absperreinrichtungen (4, 5) bewirkende Beaufschlagung der Stellzylinder (18, 19 mit Druckmittel erfolgt,
      1. 1.1 und wobei ferner nach der Freigabe des Schmiermittelflusses zu den Lagern (9) über die Schmiermittelleitung (15) und vor einer Unterbrechung des Schmiermittelflusses durch die Schmiermittelleitung (15) hindurch die Freigabe eines Schmiermittelflusses über eine zur Schmiermittelleitung (15) parallele Schmiermittelleitung (23) durch ein Ventil (22) erfolgt,
    2. 2. und wobei die Stillsetzung des Abgasturboladers (2) durch Umschalten des Ventils (14) in seine Ausgangsstellung eingeleitet wird, in der die Schmiermittelleitung (15) gesperrt ist,
      1. 2.1 wobei zugleich die Steuerleitung (16) zur Druckentlastung mit einer Rücklaufleitung (49) verbunden wird,
      2. 2.2 und wobei die Sperrung der Schmiermittelleitung (23) erst nach dem Auslaufen des Abgasturboladers (2) erfolgt.
  5. 5. Einrichtung nach Anspruch 4,
    1. 1. wobei dem schaltbaren Abgasturbolader (2) ein Drehzahlsensor (40) zugeordnet ist,
      1. 1.1 der über eine Steuerleitung (41) mit dem Betätigungsglied des Ventils (22) verbunden ist,
      2. 1.2 und die Umschaltung des Ventils (22) in Sperrstellung auslöst, wenn der Abgasturbolader (2) ausgelaufen ist.
  6. 6. Einrichtung nach Anspruch 4,
    1. 1. wobei das Umschalten des Ventils (22) in Sperrstellung über die Steuerleitung (29) durch den in den Stellzylindern (18, 19) herrschenden Stelldruck erfolgt,
      1. 1.1 wenn über eine vorgegebene Zeitspanne hinweg kein ausreichender Stelldruck in den Stellzylindern (18, 19) zum Offenhalten der Absperreinrichtungen (4, 5) mehr anliegt.
  7. 7. Einrichtung nach Anspruch 6,
    1. 1. wobei in der Steuerleitung (29) eine Drossel (30) angeordnet ist.
  8. 8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7,
    1. 1. wobei das Ventil (14) in einer Schaltstellung mit zwei Durchgängen ausgebildet ist,
      1. 1.1 von denen der eine in der Schmiermittelleitung (15)
      2. 1.2 und der andere in der Steuerleitung (16) liegt.
  9. 9. Einrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 8,
    1. 1. wobei in der Steuerleitung (16) eine Drossel (28) angeordnet ist.
  10. 10. Einrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 9,
    1. 1. wobei als Stelldruck für die Betätigungszylinder (18, 19) ein in der Ansaugleitung der Brennkraftmaschine eines ständig mitlaufenden Abgasturboladers (3) herrschender Druck dient.
  11. 11. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
    1. 1. wobei parallel zu den Schmiermittelleitungen (15 und 23) eine weitere Schmiermittelleitung (11) mit einer Drossel (13) vorgesehen ist, über die ständig auch bei abgeschaltetem Abgasturbolader (2) eine geringe Schmiermittelmenge zur Aufrechterhaltung einer Mindestölversorgung zu den Lagern (9) gelangt.






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