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Dokumentenidentifikation DE4021021A1 16.01.1992
Titel Transportfahrzeug zur Personenbeförderung mit Verkaufswagen
Anmelder Deutsche Service-Gesellschaft der Bahn mbH, 6000 Frankfurt, DE
Erfinder Kober, Robert Erich, 6000 Frankfurt, DE
Vertreter Jochem, B., Dipl.-Wirtsch.-Ing., Pat.-Anw., 6000 Frankfurt
DE-Anmeldedatum 02.07.1990
DE-Aktenzeichen 4021021
Offenlegungstag 16.01.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.01.1992
IPC-Hauptklasse B61D 37/00
IPC-Nebenklasse B62D 47/02   B60P 3/025   A47F 10/02   
Zusammenfassung Ein Transportfahrzeug zur Personenbeförderung, insbesondere ein Eisenbahnwagen, hat unter der Decke (12) längs seines Durchgangs wenigstens eine Laufschiene (14), an welcher über Laufrollen (18) ein Verkaufswagen (10) hängend verfahrbar ist. Die Laufschiene (14) oder eine sich parallel erstreckende Schiene (24) ist an eine elektrische Stromquelle angeschlossen und über Stromabnehmer (26) mit wenigstens einem elektrischen Heiz- oder Kühlgerät am Verkaufswagen (10) verbunden. Das Traggestell (16) des Verkaufswagens (10) bildet in Seitenansicht ein umgekehrtes U, so daß eine Bedienungsperson zwischen diesen beiden Schenkeln hindurchtreten kann.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Transportfahrzeug zur Personenbeförderung, insbesondere Eisenbahnwagen, mit einem Durchgang sowie einen Verkaufswagen zur Verwendung in einem solchen Fahrzeug.

Bisher werden in Zügen mittels Rädern auf dem Boden rollende Verkaufswagen eingesetzt. Gerade wenn die Züge voll besetzt sind und eigentlich die besten Verkaufschancen vorhanden waren, kommen die Verkaufswagen nicht durch, weil die Gänge durch Koffer und anderes Reisegepäck verstopft sind, Die bisher verwendeten Verkaufswagen haben darüber hinaus den Nachteil, daß sie mangels Stromanschluß nicht oder nur mittels umständlicher oder gefährlicher Behelfsmaßnahmen in der Lage sind, Getränke und Speisen zu kochen oder zu kühlen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Transportfahrzeug und einen zugehörigen Verkaufswagen zu schaffen, durch welche die Verfügbarkeit dieser Verkaufshilfe verbessert wird und das Serviceangebot erweitert werden kann.

Vorstehende Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß unter der Decke des Transportfahrzeugs längs des Durchgangs wenigstens eine Laufschiene angeordnet ist, an welcher über Laufrollen ein Verkaufswagen hängend verfahrbar ist.

Die neue Anordnung bietet den Vorteil, daß der Verkaufswagen über Koffer und andere Gepäckstücke hinweg verfahren kann, da er sich in einer höheren Ebene bewegt. Wegen der hängenden Lagerung besteht auch keine Gefahr des Umkippens. Besonders vorteilhaft ist eine Ausgestaltung der Erfindung dahingehend, daß die Laufschiene und/oder wenigstens eine sich parallel erstreckende Schiene an eine elektrische Stromquelle angeschlossen ist und über Stromabnehmer mit wenigstens einem am Verkaufswagen angebrachten Heiz- oder Kühlgerät verbunden ist. Dadurch wird die Möglichkeit geboten, unmittelbar am Verkaufswagen z. B. Kaffee zu kochen, Speisen in einem Mikrowellenherd zu erhitzen und Getränke beliebig lange kühl zu halten.

In weiterer bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung erstreckt sich die Laufschiene wenigstens an ihrem einen Ende bis an ein offenes Ende des Fahrzeugs. Bei mehreren aneinander gekuppelten derartigen Fahrzeugen kann dann der Verkaufswagen durch den Zug verfahren werden.

Insbesondere dann, wenn der Fahrgastraum des Transportfahrzeugs längs des Durchgangs in eine Vielzahl von Abteilen aufgegliedert ist, empfiehlt sich ein Verkaufswagen, dessen Traggestell in einer Seitenansicht parallel zu den Achsen der Laufrollen im wesentlichen die Form eines umgekehrten U hat, an dessen beiden Schenkeln Behälter befestigt sind, zwischen denen ein zum Hindurchtreten ausreichender Abstand vorhanden ist. In diesem Fall kann ein den Verkaufswagen begleitender Verkäufer zwischen den Behältern des Verkaufswagens hindurchtreten, wenn er die Personen in einem Abteil bedient, und er hat dabei zu beiden Seiten der Tür des Abteils verschiedene Behälter und Geräte am Verkaufswagen, denen er Speisen und Getränke entnehmen kann. Zweckmäßigerweise sind bei der zuletzt vorgeschlagenen Gestaltung des Verkaufswagens die Behälter und Geräte vom Zwischenraum der beiden Schenkel aus zugänglich.

Es versteht sich, daß der vorgeschlagene, hängend verfahrbare Verkaufswagen auch zur Verwendung z. B. auf Fähren und in Versammlungsräumen von Gebäuden geeignet ist. Der Stromanschluß bietet dabei die Möglichkeit, einen elektrischen Antrieb vorzusehen, so daß der Verkaufswagen nicht geschoben zu werden braucht. Die Steuerung kann z. B. von Hand mittels am Verkaufswagen angebrachter Steuerelemente wie Schaltknöpfe u. dgl. erfolgen. Als Alternative kommt aber auch eine Fernsteuerung oder eine Programmsteuerung in Frage, wobei der Verkaufswagen als Verkaufsautomat ausgebildet ist bzw. am Traggestell des Verkaufswagens eine Vielzahl von durch Münzeinwurf betätigbaren Verkaufsautomaten angebracht ist. Für die Zukunft ist die Betätigung der Verkaufsautomaten mittels Kredit- oder Wertkarten vorgesehen.

Von dem neuen Verkaufswagen gehen wesentlich weniger Störungen aus als von einer herkömmlichen, durch einen teilweise verstopften Durchgang geschobenen Minibar. Störungen werden als besonders unangenehm empfunden von Reisenden, die im Zug ruhen oder arbeiten wollen. Da der Verkaufswagen nicht die einzige Störungsquelle ist, sondern vielfältige Beeinträchtigungen auch von anderen Reisenden ausgehen, welche sich die Fahrzeit durch Aktivität vertreiben wollen, wird als weitere Verbesserung des gegenwärtigen Zustands ein in drei Zonen eingeteilter Zug vorgeschlagen. Vorgesehen sind eine Ruhezone, eine Aktivitätszone und eine Arbeitszone, wobei die letztere und die Ruhezone in bekannter Weise in eine 1. und eine 2. Klasse eingeteilt sein können. Die Ruhezone ist durch steuerbare Leuchtschrift-Anzeigetafeln gekennzeichnet, auf welchen Mitteilungen an die Reisenden, z. B. die jeweils nächste Haltestelle, schriftlich erscheinen, so daß eine Durchsage über Lautsprecher nicht erforderlich ist. Die Arbeitszone zeichnet sich durch den einzelnen Sitzplätzen zugeordnete Abspielgeräte für Kassetten, CD-Platten u. dgl. sowie eventuell Bildschirme aus. Hier können Reisende von Tonbändern z. B. Sprachen lernen, sich die Börsenkurse vom Tage anhören oder ggf. Daten in einen Computer eingeben. Um gegenseitige Störungen auszuschließen, sind alle Abspielgeräte nur über Kopfhörer abzuhören. Auch Musik kann auf diese Weise genossen werden.

Die Aktivitätszone dient der Kommunikation der Reisenden miteinander, Podiumsdiskussionen, künstlerischen Darbietungen und anderen derartigen Veranstaltungen während der Fahrt. An dieser Stelle des Zuges sind die hierfür notwendigen Freiflächen vorhanden, die ggf. auch als Stehplätze genutzt werden können.

In weiterer bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist ein in mehrere Zonen unterteilter Zug oder Wagen nicht mit einer festen Unterteilung versehen, sondern es wird durch steuerbare Leuchtschrift auf mehreren über die Länge der Wagen verteilten Anzeigetafeln variabel angezeigt, wo sich die Grenze zwischen zwei Zonen befindet. Wenn jeder Reisende an geeigneter Stelle im Bahnhof oder unmittelbar beim Betreten des Zuges z. B. über eine Eingabetastatur angibt, in welcher Zone und Klasse er zu reisen wünscht, können die Grenzen zwischen den einzelnen Zonen sowie zwischen Rauchern und Nichtrauchern je nach Bedarf verschoben werden.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 einen Teil-Längsschnitt durch einen Eisenbahnwagen mit hängend verfahrbarem Verkaufswagen;

Fig. 2 einen Querschnitt durch einen Eisenbahnwagen mit einem Verkaufswagen nach Fig. 1.

Wie aus Fig. 1 und 2 hervorgeht, ist ein insgesamt mit 10 bezeichneter Verkaufswagen an einer an der Decke 12 eines Eisenbahnwagens befestigten, sich in Längsrichtung des Zugs erstreckenden Laufschiene 14 hängend gelagert und geführt. Die Laufschiene 14 verläuft etwa in der Mitte eines Durchgangs, an dessen eine Seite gemäß Fig. 1 in bekannter Weise über jeweils eine Tür 13 zu betretende Abteile angrenzen können oder der sich gemäß Fig. 2 in Großraumwagen zwischen Sitzreihen hinzieht. Am Traggestell 16 des Verkaufswagens 10 gelagerte Laufrollen 18 gewährleisten leichte Verschieblichkeit längs der Laufschiene 14. Ein auf die Laufrollen 18 wirkender elektromotorischer Antrieb ist mit 20 bezeichnet.

Beim Verfahren des Verkaufswagens 10 längs der Laufschiene 14 hat er so viel Bodenfreiheit, daß er nicht mit auf dem Boden stehenden Koffern, Rucksäcken u. dgl. kollidiert. Um höheren Gegenständen ausweichen zu können und Personen passieren zu lassen, sind am oberen Ende des Traggestells 16 ein oder mehrere Gelenke 22 angeordnet, deren Gelenkachse sich parallel zur Laufschiene 14 erstreckt.

Ebenfalls parallel zur Laufschiene 14 sind ein oder mehrere Stromschienen 24 an oder in der Decke 12 des Eisenbahnwagens installiert. Stromabnehmer 26 gleiten an der bzw. den Stromschienen 24 und gestatten es, den Antriebsmotor 20 sowie am Verkaufswagen 10 angebrachte Heiz- und Kühlgeräte mit Strom zu versorgen. Die Schienen 14 und 24 sowie ggf. eine weitere Schiene können auch zur Übermittlung von Steuerimpulsen und anderen Signalen an Geräte und elektrische Einrichtungen am Verkaufswagen 10 dienen.

Bei dem in Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispiel hat der Verkaufswagen 10 einen Tragrahmen 16 in Form eines umgekehrten U, an dessen beiden Schenkeln Behälter 28 für zu verkaufende Waren befestigt sind, zwischen denen ein genügend breiter Zwischenraum frei bleibt, um eine Bedienungsperson hindurchtreten zu lassen. Wie aus Fig. 1 zu erkennen, hat die Bedienungsperson somit leichten Zutritt zu den Abteilen, während sich Behälter 28 des Verkaufswagens 10 zu beiden Seiten der Tür zum Abteil befinden. Besonders einfach ist die Bedienung, wenn die Behälter 28 vom Zwischenraum zwischen den beiden Schenkeln des Verkaufswagens aus zugänglich sind. Statt der Behälter 28 können auch elektrisch betriebene Reiz- und/oder Kühlgeräte am Traggestellt 16 des Verkaufswagens 10 angebracht sein. Sie werden ebenfalls über die Stromabnehmer 26 mit elektrischer Energie versorgt.

Im Beispielsfall sind als weitere elektrische Einrichtung am Verkaufswagen 10 Leuchtschrift-Anzeigetafeln 30 befestigt, auf denen z. B. die angebotenen Waren und ihre Preise darzustellen sind.

Aus Fig. 2 geht hervor, daß der an der Fahrzeugdecke 12 aufgehängte Verkaufswagen 10 nicht daran hindert, dort Lampen 32 und Leuchtschrift-Anzeigetafeln 34 neben der Laufschiene 14 zu befestigen. Auf letzteren kann z. B. variabel angezeigt werden, ob die unter der Anzeigetafel 34 stehenden Sitze für Raucher oder Nichtraucher reserviert sind. Allein durch Änderung der Leuchtschrift-Anzeige können somit die Raucher- und Nichtraucherbereiche fallweise vergrößert oder verkleinert werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Transportfahrzeug zur Personenbeförderung, insbesondere Eisenbahnwagen, mit einem Durchgang, dadurch gekennzeichnet, daß unter der Decke (12) längs des Durchgangs wenigstens eine Laufschiene (14) angeordnet ist, an welcher über Laufrollen (18) ein Verkaufswagen (10) hängend verfahrbar ist.
  2. 2. Transportfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Laufschiene (14) und/oder wenigstens eine sich parallel erstreckende Schiene (24) an eine elektrische Stromquelle angeschlossen ist und über Stromabnehmer (26) mit wenigstens einem am Verkaufswagen (10) angebrachten elektrischen Heiz- oder Kühlgerät verbunden ist.
  3. 3. Transportfahrzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Laufschiene (14) wenigstens an ihrem einen Ende bis an ein offenes Ende des Fahrzeugs erstreckt.
  4. 4. Transportfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß am Verkaufswagen (10) eine an der Laufschiene oder an einer Laufrolle (18) angreifende, steuerbare Bremse angebracht ist.
  5. 5. Verkaufswagen mit an einem Traggestell (16) befestigten Behältern (28) für Waren zur Verwendung in einem Transportfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4 oder in Gebäuden mit Gängen, dadurch gekennzeichnet, daß am Traggestell (16) oberhalb der Behälter (28) wenigstens eine Schienen-Laufrolle (18) gelagert ist.
  6. 6. Verkaufswagen nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der untere Teil des Traggestells (16) über ein Gelenk (22) mit den Laufrollen (18) verbunden ist, dessen Achse sich quer zu den Drehachsen der Laufrollen (18) erstreckt.
  7. 7. Verkaufswagen nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Traggestell (16) in einer Seitenansicht in Richtung der Achsen der Laufrollen (18) im wesentlichen die Form eines umgekehrten U hat, an dessen beiden Schenkeln Behälter (28) befestigt sind, zwischen denen ein zum Hindurchtreten ausreichender Abstand vorhanden ist.
  8. 8. Verkaufswagen nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß am Traggestell (16) ein eine Laufrolle (18) antreibender, steuerbarer Motor (20) gelagert ist.
  9. 9. Verkaufswagen nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß er als Verkaufsautomat ausgebildet ist.
  10. 10. Verkaufswagen nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß er mit einer Ruf- oder Sprechanlage versehen ist.






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