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Dokumentenidentifikation DE4130684A1 19.03.1992
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Austausch von Schmiermittel eines Aggregats
Anmelder Zahnradfabrik Friedrichshafen AG, 7990 Friedrichshafen, DE
Erfinder Wolf, Andreas, Dr., 7992 Tettnang, DE;
Magg, Alfred, 7990 Friedrichshafen, DE
DE-Anmeldedatum 14.09.1991
DE-Aktenzeichen 4130684
Offenlegungstag 19.03.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.03.1992
IPC-Hauptklasse F16N 37/00
IPC-Nebenklasse G01F 22/00   B67D 5/16   B67D 5/40   B67D 5/08   
IPC additional class // B64F 5/00,G07C 3/00  
Zusammenfassung Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Austausch von Schmiermittel, beispielsweise innerhalb eines Getriebes. Für die einwandfreie Funktion und Verfügbarkeit von Getrieben ist der regelmäßige Austausch des Schmiermittels im Rahmen von Wartungsarbeiten erforderlich. Üblicherweise wird dieser Austausch manuell vorgenommen, d. h., das im Aggregat (1) befindliche Schmiermittel wird entfernt und neues, unverbrauchtes Schmiermittel wird im Anschluß eingefüllt. Dieser Vorgang ist zeit- und personalaufwendig. Trotz sorgfältig und gewissenhaft durchgeführter Wartung sind Fehler nicht auszuschließen. Um diese Mängel zu beheben, wird erfindungsgemäß ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Austausch von Schmiermittel vorgeschlagen, womit das verbrauchte Schmiermittel in Verfahrensschritten, die selbsttätig, fehlerfrei, mit geringem Zeit- und Personalaufwand reproduzierbar und protokollierbar sind, gegen neues Schmiermittel ausgetauscht werden kann. Hierzu wird das Schmiermittel von einer Pumpe (12) aus dem Aggregat (1) entfernt und in einen Speicher (6) gefördert. Nach Umschalten eines Wegeventils (10) wird neues, unverbrauchtes Schmiermittel aus einem Behälter (7) gepumpt und dem Aggregat (1) wieder zugeführt. Das Verfahren und die Arbeitsweise der Vorrichtung ist durch eine Steuereinheit (14) zu steuern bzw. zu überwachen (Abbildung).

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Austausch von Schmiermittel eines Aggregats, insbesondere eines Getriebes.

Auf vielen Gebieten der Technik kommen Getriebe zur Anwendung, die sich insbesondere durch ihre hohe Übersetzung sowie eine große Belastbarkeit auszeichnen. Diesen Getrieben ist in der Regel gemeinsam, daß das Schmiermittel in regelmäßigen Abständen ausgetauscht werden muß, um die Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit zu gewährleisten. Bei den bekannten Verfahren zum Austausch von Schmiermittel wird, nach Erreichen einer vorgegebenen Anzahl von Betriebsstunden oder beispielsweise nach Erreichen einer bestimmten Laufleistung bzw. sonstiger für die Wartung relevanter Betriebsdaten, das im Aggregat befindliche Schmiermittel entfernt. Dieses verbrauchte Schmiermittel kann beispielsweise, wie bei Kfz-Getrieben üblich, abgesaugt werden. Das verbrauchte Schmiermittel wird durch neues Schmiermittel ersetzt. Diese Verfahren sind sowohl zeit- und personalaufwendig. Nachteilig ist vor allem, daß diese Verfahren doch beträchtliche Risiken in sich bergen, da eine fehlerhafte Wartung, beispielsweise durch unvollständigen oder ungenügenden Austausch von Schmiermittel nicht ausgeschlossen werden kann. Zu diesen Nachteilen tritt erschwerend hinzu, daß der Vorgang des Schmiermittelaustausches nur schlecht dokumentierbar ist. Zusammengefaßt sind diese Verfahren zeitaufwendig, fehleranfällig (nicht fullproof), mannabhängig und nur schlecht dokumentierbar.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Prozeß der Nachschmierung eines Aggregats, insbesondere eines Getriebes zu vereinfachen, zuverlässig und reproduzierbar sowie dokumentierbar zu gestalten und gleichzeitig den erforderlichen Zeit- und Personalaufwand zu reduzieren.

Zur Lösung der gestellten Aufgabe wird erfindungsgemäß ein Verfahren vorgeschlagen, das aus zumindest folgenden Arbeitsschritten besteht:

Das Aggregat wird mit Behältern verbunden. Das im Aggregat eingeschlossene, verbrauchte Schmiermittel wird entfernt und in einem ersten Behälter gespeichert. Das unverbrauchte neue Schmiermittel, das sich in einem zweiten Behälter befindet, wird in das Aggregat gefördert. Bei diesem Vorgang wird das Gewicht bzw. das Volumen oder das Gewicht und das Volumen des entfernten und/oder erneuerten Schmiermittels erfaßt. Die entfernte bzw. ersetzte Schmiermittelmenge wird mit zumindest einem vorgegebenen Sollwert verglichen. Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich insbesondere dadurch aus, daß es jederzeit reproduzierbar und dokumentierbar ist. Wartungsfehler sind zuverlässig ausgeschlossen, weil die einzelnen Verfahrensschritte automatisiert werden können. Die Ergebnisse des Verfahrens sind jederzeit reproduzierbar und vor allem dokumentierbar, was Voraussetzung für eine Kontrolle des Austauschvorgangs ist.

Vorgenommene Wartungsarbeiten lassen sich jederzeit nachweisen.

Zur Erfassung des Gewichtes des ausgetauschten Schmiermittels wird nach einem weiteren, vorteilhaften Merkmal der Erfindung vorgeschlagen, das aus dem Aggregat entfernte und/oder in das Aggregat geförderte Schmiermittel abzuwiegen. Dies kann zweckmäßigerweise dadurch geschehen, daß die Behälter zumindest vor und nach jedem Austausch von Schmiermittel gewogen werden. Der Wägevorgang kann auch kontinuierlich vorgenommen werden.

Anstelle der Gewichtserfassung kann es vorteilhaft sein, das Volumen des aus dem Aggregat entfernten und/oder in das Aggregat geförderten Schmiermittels durch Messung eines Volumenstroms zu erfassen. Durch Messung eines Volumenstroms, beispielsweise des in das Aggregat geförderten Schmiermittels, läßt sich durch Integration über der Zeit exakt die nachgefüllte Schmiermittelmenge erfassen.

Es ist besonders vorteilhaft, bei Erreichen, zumindest eines vorgegebenen Sollwerts, bei dem der Austausch von Schmiermittel beendet wird, ein Meßprotokoll zu erstellen, bevor die Verbindung zwischen dem Aggregat und den Behältern aufgehoben wird. Das Meßprotokoll enthält zweckmäßigerweise alle für den Verfahrensprozeß wesentlichen Daten. Dies sind vor allem: Angaben über das Baumuster des Aggregats, an dem der Austausch von Schmiermittel vorgenommen wird, den Zeitpunkt des Austausches, die Menge des entnommenen und die Menge des erneut zugeführten Schmiermittels, die Art des Schmiermittels und Identifikationsangaben, die auf die verantwortliche Wartungsperson schließen lassen.

Das erfindungsgemäße Verfahren zum Austausch von Schmiermittel eines Aggregats zeichnet sich insbesondere dadurch aus, daß es mannunabhängig, automatisierbar, reproduzierbar und vollständig dokumentierbar ist. Der erforderliche Zeitaufwand wird gleichzeitig stark reduziert. Dieses Verfahren eignet sich insbesondere zur Wartung von hoch übersetzenden und/oder hoch belasteten Stellgetrieben in der Luftfahrt. In Frage kommen hier vor allem Stellgetriebe zum Ein- und Ausfahren von Tragflügelbestandteilen. Bei diesen Antrieben ist ein regelmäßiger Austausch des Schmiermittels gefordert. Aus Sicherheitsgründen sind die mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erzielbaren Vorteile hier besonders wertvoll.

Eine Vorrichtung zur Durchführung des vorgeschlagenen Verfahrens besteht erfindungsgemäß darin, daß Behälter über ein Wegeventil, eine Pumpe und eine Verbindungsleitung an das Aggregat anschließbar sind. Im Normalfall besteht die Vorrichtung aus zwei Vorratsbehältern, von denen einer zur Aufnahme des auszutauschenden verbrauchten Schmiermittels dient und der zweite das nachzufüllende, im Neuzustand befindliche Schmiermittel, z. B. ein bei Raumtemperatur fließfähiges Semi-Fluid, enthält.

Es ist vorteilhaft, die Behälter über Leitungen an das Wegeventil anzuschließen. Die Verbindungen können hierbei über Schnellverschlüsse erfolgen, so daß die Behälter leicht austauschbar sind.

Ein weiteres vorteilhaftes Merkmal besteht darin, über das Wegeventil jeweils eine der Leitungen der Behälter mit der Pumpe zu verbinden. Als Wegeventil kann bei Verwendung von zwei Behältern ein 3/2-Wegeventil eingesetzt werden. Das Wegeventil kann beispielsweise elektromagnetisch betätigbar sein, so daß eine Fernbetätigung ohne weiteres möglich ist.

Eine besonders einfache Bauweise der Vorrichtung ergibt sich, wenn die Förderrichtung der Pumpe reversierbar ist. Somit kann für das Abpumpen des verbrauchten Schmiermittels aus dem Aggregat und das Einfüllen des Aggregats mit neuem Schmiermittel eine gemeinsame Pumpe verwendet werden. Die Pumpe kann beispielsweise von einem Elektromotor angetrieben werden, so daß auch hier eine Fernbedienung ohne weiteres möglich ist.

Zur Erfassung des Volumens des geförderten Schmiermittels kann der Pumpe ein Meßgerät vor- oder nachgeschaltet sein.

Eine wesentliche Voraussetzung für den automatischen Verfahrensablauf ist dann erfüllt, wenn das Wegeventil und die Pumpe an eine gemeinsame Steuereinheit angeschlossen sind. In diesem Fall ist es sinnvoll, das Volumenmeßgerät zusätzlich an die Steuereinheit anzuschließen. Und die Eingabe von aggregat-spezifischen Daten zur selbsttätigen Steuerung bzw. Regelung des Austausches von Schmiermittel zu ermöglichen, weist die Steuereinheit ein Tastenfeld auf. Über dieses Tastenfeld kann beispielsweise ein Code eingegeben werden, der die Steuereinheit dazu veranlaßt, den Austausch von Schmiermittel nach prozeß-spezifischen Daten vorzunehmen.

Um mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung unterschiedliche Aggregate warten zu können, ist es besonders vorteilhaft, wenn die Steuereinheit einen Speicher zur Aufnahme von aggregat-spezifischen Soll-Werten aufweist. Zu diesen Werten zählt beispielsweise die Code-Nummer, das Schmiermittelvolumen, Angaben über die vorgeschriebenen Wartungsintervalle usw.

Weitere für die Erfindung wesentliche Merkmale und die hieraus resultierenden Vorteile sind der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen einer erfindungsgemäßen Vorrichtung anhand der Abbildung zu entnehmen:

In der Abb. 1 ist eine Vorrichtung zum Austausch von Schmiermittel eines Aggregats 1 schematisch dargestellt. Bei dem Aggregat 1 handelt es sich um ein Bauteil, das einen regelmäßigen Austausch von Schmiermittel erfordert. Bei diesem Aggregat 1 kann es sich beispielsweise um ein Getriebe handeln. Im vorliegenden Fall wird die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Wartung von hoch übersetzenden bzw. hoch belasteten Stellgetrieben in der Luftfahrt eingesetzt. Diese Stellgetriebe werden beispielsweise zum Ein- und Ausfahren von Tragflächenbestandteilen verwendet. Es handelt sich hier um Getriebe, die einen regelmäßigen Austausch von Schmiermittel erforderlich machen, wobei dieser Austausch aue Sicherheitsgründen absolut zuverlässig erfolgen muß. In diesem Zusammenhang sei ergänzend erwähnt, daß der Prozeß der Nachschmierung nur am im Fluggerät eingebauten Getriebe erfolgen kann.

Das Aggregat 1 weist zumindest einen Anschluß 2 auf, der über eine lösbare Verbindungsleitung 3 mit einer Vorrichtung 4 zum Austausch von Schmiermittel verbunden ist. Die Verbindungsleitung 3 ist über einen weiteren Anschluß 5 an die Vorrichtung 4 angeschlossen.

Die Anschlüsse 2 und 5 sind vorzugsweise als Schnellverschlüsse ausgestaltet.

Die Vorrichtung 4 dient zunächst zur Aufnahme von zwei Behältern 6 und 7. Der Behälter 6 dient der Aufnahme des auszutauschenden, verbrauchten Schmiermittels. Im zweiten Behälter 7 befindet sich das nachzufüllende, im Neuzustand befindliche Schmiermittel. Es kann sich hierbei beispielsweise um ein bei Raumtemperatur fließfähiges Semi-Fluid handeln. Der Behälter 6 ist über eine Leitung 8 und der Behälter 7 ist über eine Leitung 9 am Wegeventil 10 angeschlossen. Vom Wegeventil 10 zweigt eine Verbindungsleitung 11 ab, die mit einer Pumpe 12 verbunden ist.

Bei dem Wegeventil 10 handelt es sich um ein 3/2-Wegeventil, das elektromagnetisch betätigbar ist. Hierzu ist das Wegeventil 10 über eine elektrische Leitungsverbindung 13 an eine Steuereinheit 14 angeschlossen.

Als Pumpe 12 wird vorzugsweise eine Pumpe eingesetzt, die in ihrer Förderrichtung reversibel ist. Die Pumpe 12 wird von einem Motor 15 angetrieben. Bei dem Motor 15 handelt es sich vorzugsweise um einen Elektro- oder Druckluftmotor. Vom Motor 15 führt eine elektrische Leitungsverbindung 16 zur Steuereinheit 14.

Die bereits erwähnte Verbindungsleitung 11 führt innerhalb der Vorrichtung 4 von der Pumpe 12 zum Anschluß 5. Zur Erfassung des Volumens des ausgetauschten Schmiermittels ist in der Verbindungsleitung 11 ein Meßgerät 17 zur Erfassung eines Volumenstroms bzw. eines Volumens (innerhalb einer bestimmten Förderdauer) des geförderten Schmiermittels eingeschaltet. Auch dieses Meßgerät ist über eine elektrische Leitungsverbindung 18 an die Steuereinheit 14 angeschlossen.

Anstelle der Pumpe 12 mit reversierbarer Förderrichtung können selbstverständlich zwei Pumpen Verwendung finden.

Die Steuereinheit ist mit einem Tastenfeld 19 versehen. Über das Tastenfeld 19 können alpha-numerische Eingaben getätigt werden. Beispielsweise ist die Eingabe von aggregat-spezifischen Daten möglich, mit der der Austausch von Schmiermittel selbsttätig gesteuert bzw. geregelt werden kann. Zu diesen aggregat-spezifischen Daten zählt beispielsweise ein bestimmter Code zur Kennung des angeschlossenen Aggregats. Zu diesen Daten können ferner Volumenangaben zählen, die Aufschluß über das aus dem Aggregat entnommene bzw. in das Aggregat geförderte Schmiermittel geben.

Ein Display 20 zeigt einen Volumenstrom oder auch die Zeitdauer, die zum Entnehmen des verbrauchten Schmiermittels und/oder für das Füllen des Aggregats mit unverbrauchtem Schmiermittel benötigt wird, visuell an.

Die Steuereinheit 14 wird durch einen Drucker 21 vervollständigt, mit dem die Ausgabe eines Meßprotokolls 22 möglich ist.

Die vorstehend beschriebene Vorrichtung kann wie folgt betrieben werden:

Mit Hilfe der Verbindungsleitung 3 wird die Vorrichtung 4 an das zu wartende Aggregat 1 angeschlossen. Über die als Schnellverschlüsse ausgebildeten Anschlüsse 2 und 5 ist dies einfach möglich.

In der zeichnerisch dargestellten Schaltstellung des Wegeventils 10 ist der Behälter 6 über die Leitung 8 und die Verbindungsleitung 11 und die (außerhalb der Vorrichtung 4 liegende) Verbindungsleitung 3 an das Aggregat 1 angeschlossen.

Es wird jetzt dafür gesorgt, daß das im Aggregat 1 eingeschlossene, verbrauchte Schmiermittel abgepumpt und in den Behälter 6 eingebracht wird. Hierzu wird die Pumpe 12 über den Motor 15 in einer ersten Förderrichtung angetrieben.

Der Verfahrensschritt des Entnehmens des verbrauchten Schmiermittels aus dem Aggregat 1 kann automatisch ablaufen, wenn dem Steuergerät über das Tastenfeld 19 entweder ein Code zur Kennung des Aggregats oder bestimmte prozeßspezifische Angaben gemacht wird bzw. werden. Nach dem Starten des Verfahrensschritts wird das Wegeventil 10 in die gezeigte Position geschaltet, die Pumpe 12 wird in Betrieb genommen und die Zeitdauer dieses Vorgangs wird erfaßt. Über die gemessene Zeitdauer ergibt sich, gegebenenfalls mit Unterstützung des Meßgeräts 17 zur Erfassung des Volumenstroms, ein bestimmtes Volumen des entnommenen Schmiermittels, das entweder über das Display 20 visuell angezeigt wird oder nach Ablauf einer bestimmten Zeitdauer in der Weise quittiert wird, daß der Verfahrensschritt selbsttätig beendet wird.

Der Verfahrensschritt des Entfernens des verbrauchten Schmiermittels kann mit seinen prozeß-spezifischen Daten, wie beispielsweise Zeitdauer, Volumenstrom, Aggregate, Kennung usw., gespeichert und auch durch Ausdruck im Meßprotokoll 22 als Zwischenergebnis protokolliert werden.

Nach Beenden des Abpumpvorgangs wird dafür gesorgt, daß neues, unverbrauchtes Schmiermittel in das Aggregat 1 gefördert wird. Voraussetzung hierfür ist zunächst, daß das Wegeventil 10 in eine Schaltposition überführt wird, in der der Behälter 7 über die Leitung 9, die Verbindungsleitung 11 und die Verbindungsleitung 3 mit dem Aggregat 1 verbunden wird. Die Pumpe 12 wird in der zweiten Förderrichtung betrieben, so daß das unverbrauchte Schmiermittel aus dem Behälter 7 in das Aggregat 1 gefördert wird. Bei diesem Vorgang wird wiederum der Volumenstrom über das Meßgerät 17 bzw. die Zeitdauer des Fördervorgangs gemessen und gegebenenfalls im Display 20 angezeigt.

Das Befüllen des Aggregats 1 mit unverbrauchtem Schmiermittel kann manuell durch die Wartungsperson beendet werden, wenn eine vorgegebene Zeitdauer des Fördervorgangs erreicht ist bzw. wenn ein vorgegebenes Schmiermittelvolumen erreicht ist. Wurden diese Daten zuvor durch das Tastenfeld 19 der Steuereinheit 14 mitgeteilt, kann der Fördervorgang auch selbsttätig beendet werden. Es ist selbstverständlich auch eine Regelung des Fördervorgangs in der Weise möglich, daß das Volumen des geförderten Schmiermittels direkt oder indirekt erfaßt und selbsttätig mit einem vorgegebenen Sollwert verglichen wird. Ist der Ist-Wert deckungsgleich mit dem Soll-Wert, wird der Fördervorgang beendet. Die Wartung des Aggregats ist beendet, so daß lediglich die Verbindungsleitung 3 vom Anschluß 2 gelöst wird. Das Entleeren bzw. Befüllen des Aggregats 1 wird hinsichtlich der prozeß-spezifischen Daten (Aggregate, Kennung, Zeitpunkt und Zeitdauer des Entleerens bzw. Befüllens, Schmiermittelmenge, Kenndaten des Wartungspersonals usw.) festgehalten und/oder im Meßprotokoll 22 ausgewiesen. Der Wartungsvorgang ist somit jederzeit reproduzierbar und beweiskräftig protokollierbar.

Die in Fig. 2 in schematischer Darstellung wiedergegebene Vorrichtung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, daß die Behälter 6 und 7 jeweils über eine Verbindungsleitung 11 und jeweils über eine Verbindungsleitung 3 direkt mit dem Aggregat verbunden werden können. Demzufolge ist auch in jeder Verbindungsleitung 11 eine Pumpe 12 vorhanden. Das gleiche gilt für die Meßgeräte 17, die in jeder Verbindungsleitung 11 eingeschaltet sind.

Zumindest in einer Verbindungsleitung 11 ist ein weiteres Meßgerät 23 zur Anzeige des Förderdrucks der Pumpe 12 eingeschaltet.

Die Motoren 15, die Meßgeräte 17 und das Meßgerät 23 sind über die elektrischen Leitungsverbindungen 16 und 18 sowie eine weitere elektrische Leitungsverbindung 24 an die Steuereinheit 14 angeschlossen.

Die Wirkungsweise der Vorrichtung bzw. die einzelnen Verfahrensschritte zum Austausch von Schmiermittel sind wie folgt:

Im ersten Verfahrensschritt saugt eine der Pumpen 12 Schmiermittel aus einem der Behälter 6 oder 7 an und fördert es über eine der (zusammengesetzten) Verbindungsleitung 11 und 3 in das Aggregat 1. Das Aggregat 1 wird so lange mit Schmiermittel gefüllt, bis das Meßgerät 23 einen bestimmten Druck anzeigt bzw. bis dieser Druck einem bestimmten Drucksollwert entspricht. Bei einem selbsttätigen Verfahrensablauf vergleicht das Steuergerät 14 den Istwert mit dem Sollwert des Drucks und beendet selbsttätig den Fördervorgang.

Dieser erster Verfahrensschritt stellt sicher, daß das Aggregat 1 - bis auf geringe, tolerierbare Abweichungen - vollständig mit Schmiermittel gefüllt ist. Dieser Vorgang ist hierbei völlig unabhängig davon, ob dem Wartungspersonal das Innenvolumen des Aggregats 1, beispielsweise bei abweichenden Baumustern, exakt bekannt ist oder nicht.

Im zweiten Verfahrensschritt fördert die (im vorliegenden Ausführungsbeispiel) in der Zeichnung links liegende Pumpe 12 das Schmiermittel aus dem Aggregat 1 in den Behälter 6. Bei diesem Vorgang wird das aus dem Aggregat 1 entfernte Schmiermittel in seinem Volumen exakt bestimmt. Dies geschieht entweder durch Messung der Förderdauer oder durch Erfassung des Volumenstroms mit Hilfe des Meßgeräts 17, wie bereits vorstehend erläutert.

Im nächsten Verfahrensschritt wird aus dem bekannten Volumen des entfernten Schmiermittels das Soll-Volumen des nachzufüllenden, im Neuzustand befindlichen Schmiermittels errechnet. Durch die bisher geschilderten Verfahrensschritte ist es möglich, ein - zunächst - nicht exaktes Innenvolumen eines Aggregats 1 genau bis zu einem Sollstand mit neuem Schmiermittel zu füllen. Dieser Sollstand kann beispielsweise 80% (oder eine beliebige andere Größe) des Innenvolumens des Aggregats betragen.

Im letzten Verfahrensschritt füllt die Pumpe 12 das im Neuzustand befindliche Schmiermittel aus dem Behälter 7 in das Aggregat 1.

Das beschriebene Verfahren kann aber auch wie folgt abgewandelt werden:

Im ersten Verfahrensschritt wird das verbrauchte Schmiermittel vollständig aus dem Aggregat 1 entfernt.

Im zweiten Verfahrensschritt fördert die Pumpe 12 aus dem Behälter 7 im Neuzustand befindliches Schmiermittel in das Aggregat, und zwar so lange, bis ein bestimmter Druck angezeigt oder quittiert wird bzw. der Fördervorgang unterbrochen wird. Hiermit wird signalisiert, daß der Innenraum des Aggregats vollständig mit Schmiermittel gefüllt ist.

Im letzten Verfahrensschritt wird das überschüssige Schmiermittel, das der Differenz entspricht, die sich aus dem vollständig gefüllten Innenraum abzüglich des vorgeschriebenen Sollstandes des Schmiermittels ergibt, durch eine der Pumpen 12 abgesaugt. Auch auf diese Weise wird sichergestellt, daß ein vorgeschriebenes Sollvolumen im Aggregat 1 nach Abschluß des Austauschs des Schmiermittels eingehalten wird.

Das Entleeren bzw. Befüllen des Aggregats wird wiederum hinsichtlich der prozeßspezifischen Daten festgehalten und/oder im Meßprotokoll 22 ausgewiesen. Der Wartungsvorgang ist jederzeit reproduzierbar und beweiskräftig protekollierbar.

Bezugszeichen

1 Aggregat

2 Anschluß

3 Verbindungsleitung

4 Vorrichtung

5 Anschluß

6 Behälter

7 Behälter

8 Leitung

9 Leitung

10 Wegeventil

11 Verbindungsleitung

12 Pumpe

13 elektrische Leitungsverbindung

14 Steuereinheit

15 Motor

16 elektrische Leitungsverbindung

17 Meßgerät

18 elektrische Leitungsverbindung

19 Tastenfeld

20 Display

21 Drucker

22 Meßprotokoll

23 Meßgerät

24 elektrische Leitungsverbindung


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Austausch von Schmiermittel eines Aggregats (1), insbesondere eines Getriebes, dadurch gekennzeichnet,
    1. - daß das Aggregat (1) mit Behältern (6, 7) verbunden wird;
    2. - daß das Aggregat (1) eingeschlossene, verbrauchte Schmiermittel entfernt und in einem Behälter (6) gespeichert wird;
    3. - daß unverbrauchtes Schmiermittel, das sich in einem weiteren Behälter (7) befindet, in das Aggregat (1) gefördert wird und
    4. - daß das Gewicht und/oder Volumen des aus dem Aggregat (1) entfernten und/oder in das Aggregat geförderten Schmiermittels erfaßt und mit zumindest einem vorgegebenen Sollwert verglichen wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das bzw. die Gewicht(e) des aus dem Aggregat (1) entfernten und/oder in das Aggregat geförderten Schmiermittels durch Abwiegen der Behälter (6, 7) zumindest vor und nach jedem Austausch von Schmiermittel erfaßt wird bzw. werden.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Volumen des aus dem Aggregat (1) entfernten und/oder in das Aggregat (1) geförderten Schmiermittels durch Messung eines Volumenstroms erfaßt wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei Erreichen zumindest eines vorgegebenen Sollwerts der Austausch von Schmiermittel beendet und ein Meßprotokoll (22) erstellt und die Verbindung (3) zwischen dem Aggregat (1) und den Behältern (6, 7) aufgehoben wird.
  5. 5. Vorrichtung zum Austausch von Schmiermittel eines Aggregats (1), insbesondere eines Getriebes, dadurch gekennzeichnet, daß die Behälter (6, 7) über ein Wegeventil (10), eine Pumpe (12) und eine Verbindungsleitung (11, 3) an das Aggregat (1) anschließbar sind.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Behälter (6, 7) über Leitungen (8, 9) an das Wegeventil (10) angeschlossen sind.
  7. 7. Vorrichtung nach den Ansprüchen 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß über das Wegeventil (10) jeweils eine der Leitungen (8 oder 9) der Behälter (6, 7) mit der Pumpe (12) verbindbar sind.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Wegeventil (10) ein 3/2-Wegeventil ist.
  9. 9. Vorrichtung nach den Ansprüchen 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Förderrichtung der Pumpe (12) reversierbar ist.
  10. 10. Vorrichtung nach den Ansprüchen 5 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Pumpen (12) mit entgegengesetzten Förderrichtungen vorhanden sind.
  11. 11. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Pumpe (12) ein Meßgerät (17) zur Erfassung eines Volumenstroms bzw. eines Volumens des geförderten Schmiermittels vor- oder nachgeschaltet ist.
  12. 12. Vorrichtung nach den Ansprüchen 5, 7 und 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Wegeventil (10) und die Pumpe (12) an eine Steuereinheit (14) angeschlossen sind.
  13. 13. Vorrichtung nach Ansprüchen 11 und 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Meßgerät (17) zusätzlich an die Steuereinheit (14) angeschlossen ist.
  14. 14. Vorrichtung nach den Ansprüchen 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinheit (14) ein Tastenfeld (19) zur Eingabe aggregat-spezifischer Daten zur selbsttätigen Steuerung bzw. Regelung des Austauschs von Schmiermittel aufweist.
  15. 15. Vorrichtung nach den Ansprüchen 12 oder 13 und 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinheit (14) einen Speicher zur Speicherung von aggregat-spezifischen Sollwerten beinhaltet.






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