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Dokumentenidentifikation DE4035651A1 14.05.1992
Titel Vorrichtung zum Legen von Garnschlingen
Anmelder Croon & Lucke Maschinenfabrik GmbH & Co KG, 7947 Mengen, DE
Erfinder Wedler, Klaus, Dipl.-Ing., 7951 Mittelbiberach, DE
Vertreter Stellrecht, W., Dipl.-Ing. M.Sc.; Grießbach, D., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Haecker, W., Dipl.-Phys.; Böhme, U., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Beck, J., Dipl.-Phys.Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 7000 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 09.11.1990
DE-Aktenzeichen 4035651
Offenlegungstag 14.05.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.05.1992
IPC-Hauptklasse B65H 51/20
IPC-Nebenklasse D04H 3/05   
Zusammenfassung Eine Vorrichtung zum Legen von Garnschlingen auf eine Unterlage umfaßt folgende Merkmale: Einen Wickelkörper mit an seinem Außenumfang axial verlaufenden Nuten. In die Nuten greifen Transportfinger ein, die in den Nuten axiale und radiale Bewegungen ausführen. Durch einen Wickelflügel sind auf den Wickelkörper Garnwindungen auflegbar, welche durch die axialen und radialen Bewegungen der Transportfinger zur freien Stirnseite des Wickelkörpers hin vorgeschoben werden. Die freie Stirnseite des Wickelkörpers ist einer die Garnschlingen aufnehmenden Unterlage zugekehrt. Die Nuten des Wickelkörpers sind an dessen freier Stirnseite offen, und die Transportfinger erstrecken sich in den Nuten bis zu den stirnseitigen Nutöffnungen. Die freien Kanten des Wickelkörpers und der Transportfinger sind angefast oder abgerundet, so daß die auf dem Wickelkörper vorgeschobenen Garnwindungen in Form von Garnschlingen ohne Behinderung frei auf die Unterlage fallen können.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Legen von Garnschlingen auf eine Unterlage.

Eine Vorrichtung dieser Art ist beispielsweise aus der DE-C2 28 28 535 bekannt. Sie umfaßt zur Bildung der Garnschlingen mehrere Schraubspindeln, die über Getrieberäder miteinander verbunden sind. Die Herstellung sowohl der Schraubspindeln als auch der Getriebemittel erfordert einen beträchtlichen Aufwand. Außerdem ist der Abwurf der Garnschlingen von den Schraubspindeln nicht immer störungsfrei durchführbar.

Eine andere bekannte Vorrichtung zum Legen von Garnschlingen auf eine Unterlage ist aus der DE-C2 31 14 535 bekannt. Auch diese Vorrichtung erfordert einen erheblichen Herstellungsaufwand und arbeitet nicht in jeder Hinsicht störungsfrei, und zwar insbesondere dann, wenn Schlingen aus elastischem oder gezwirntem Garn abgelegt werden sollen.

Aus der DE-A1 31 39 350 ist eine horizontal gleitbare Speicher- und Liefervorrichtung für einen Faden bekannt, der intermittierend in gestreckter Form, also ohne vorherige Schlingenbildung einem Webstuhl zugeführt wird. Diese Vorrichtung umfaßt einen Wickelkörper mit axial zwischen Stäben verlaufenden Zwischenräumen oder "Nuten". In die Nuten greifen Transportfinger eines Taumelkörpers ein, der relativ zum Wickelkörper eine Taumelbewegung derart ausführt, daß die Transportfinger in den Nuten axiale und radiale Bewegungen ausführen. Durch einen rotierenden Wickelflügel werden auf den Wickelkörper Garnwindungen aufgelegt, welche durch die axialen und radialen Bewegungen der Transportfinger zur freien Stirnseite des Wickelkörpers vorgeschoben werden. Das freie Ende des die Windungen bildenden Garnes ist an der freien Stirnseite des Wickelkörpers durch eine ortsfeste Öse geführt und wird intermittierend abgezogen, wobei die jeweils auf dem Wickelkörper und den Transportfingern aufgestauten Garnwindungen als rasch abziehbarer Garnvorrat dienen, der durch nachrückende Garnwindungen stetig ergänzt wird. Diese bekannte Fadenspeicher- und Liefervorrichtung eignet sich wegen der erwähnten ortsfesten Öse und eines das freie Ende des Wickelkörpers umschließenden, meist noch mit einer Bürste versehenen Ringbundes nicht zum Ablegen freier Garnschlingen auf einer Unterlage.

Es ist Aufgabe der Erfindung, eine gattungsgemäße Vorrichtung so auszubilden, daß sie verhältnismäßig einfach herstellbar ist und Schlingen aus Garnen beliebiger Art einwandfrei auf einer Unterlage ablegt.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale A. bis G. des Patentanspruchs 1 gelöst.

Die Patentansprüche 2 bis 5 betreffen bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung.

Die nachstehende Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung dient im Zusammenhang mit beiliegender Zeichnung der weiteren Erläuterung. Es zeigen:

Fig. 1 eine Seitenansicht einer Vorrichtung zum Legen von Garnschlingen;

Fig. 2 eine Untenansicht der Vorrichtung in Richtung des Pfeiles 2 aus Fig. 1;

Fig. 3 eine Seitenansicht der Vorrichtung in einem gegenüber Fig. 1 um 90° verschobenen Blickwinkel und

Fig. 4 eine Draufsicht der in Fig. 3 dargestellten Vorrichtung.

Wie aus der Zeichnung ersichtlich, ist ein einen (nicht dargestellten) Elektromotor umschließendes Gehäuse 1 mit Hilfe zweier Halterungen 2, 3 um eine horizontale Achse 4 schwenkbar gelagert, so daß seine Position zu einer horizontalen Unterlage 5 einstellbar ist. Von der Unterseite des Gehäuses 1 steht frei ein im wesentlichen zylindrischer Wickelkörper 6 ab, der über das Gehäuse 1 an der Achse 4 einstellbar fliegend gelagert ist und eine im wesentlichen nach unten gerichtete, freie Stirnseite 7 aufweist. Wie insbesondere aus Fig. 2 ersichtlich, ist der Wickelkörper 6 an seinem Außenumfang mit axial verlaufenden Nuten 8 von im wesentlichen rechteckigem Querschnitt versehen. Der Wickelkörper 6 ist durch das Gehäuse 1 mit vertikal verlaufender Achse ortsfest gehalten.

In die Nuten 8 des Wickelkörpers 6 greifen Transportfinger 9 ein, die Bestandteil eines zum Wickelkörpers 6 im wesentlichen koaxial angeordneten Taumelkörpers sind. Die Transportfinger 9 stehen von dem (auf der Zeichnung im Einzelnen nicht sichtbaren) Taumelkörper wie Zinken ab und verlaufen dabei in den Nuten 8 des Wickelkörpers 6.

Obwohl der Taumelkörper mit seinen Transportfingern 9 im wesentlichen koaxial zum Wickelkörper 6 angeordnet ist, ist er mit Hilfe einer Drehachse relativ zum Wickelkörper 6 doch so gelagert, daß er relativ zum Wickelkörper 6 eine Taumelbewegung derart ausführen kann, daß die Transportfinger 9 in den Nuten 8 axiale und radiale Bewegungen ausführen können. Die axialen Bewegungen erfolgen in Richtung des Doppelpfeils A, die radialen Bewegungen werden in Richtung des Doppelpfeils B ausgeführt. Man erkennt in Fig. 2, daß sich der Taumelkörper mit seinen Transportfingern 9 so weit nach links in Richtung des Pfeiles B verschoben hat, daß der in dieser Figur am weitesten links liegende Transportfinger 9 aus der zugeordneten Nut 8 herausragt, während der radial gegenüberliegende Transportfinger 9 in die zugeordnete Nut 8 so weit zurückgezogen ist, daß sich seine axial verlaufende Fläche innerhalb der Nut befindet. Der taumelnde Antrieb der Transportfinger 9 erfolgt über eine zentrale Welle 11, die ihrerseits mit dem bereits erwähnten, im Gehäuse 1 untergebrachten Elektromotor verbunden ist, in der Weise, daß alle Transportfinger 9 nacheinander und sich stetig wiederholend Positionen einnehmen, wie sie in Fig. 2 dargestellt sind, wobei also die Transportfinger 9 unter gleichzeitiger axialer Hin- und Herbewegung (Pfeil A) abwechselnd in die Nuten 8 eintauchen bzw. über sie vorstehen.

Am Gehäuse 1 ist weiterhin ein als "Wickelflügel" dienender Ring 12 drehbar gelagert, der von dem im Gehäuse 1 untergebrachten Elektromotor im Umlauf versetzt wird. Der Ring 12 weist eine Austrittsöffnung 13 auf, aus der ein zentral von oben in das Gehäuse 1 eingespeistes Garn 14 austritt und bei umlaufendem Ring 12 in Form von Windungen auf den stationären Wickelkörper 6 aufgelegt wird.

Durch die erwähnte radiale Bewegung der Transportfinger 9 werden die Garnwindungen jeweils stellenweise von den benachbarten Bereichen des Wickelkörpers 6 abgehoben und durch die erwähnten axialen Bewegungen der Transportfinger 9 axial nach unten in Richtung zur freien Stirnseite des Wickelkörpers 6 verschoben, so daß sich die aus Fig. 2 ersichtliche, schraubenförmige Anordnung der einzelnen Garnwindungen ergibt. Die Garnwindungen werden dabei also ausgehend vom lagerseitigen Ende des Wickelkörpers 6 (am Gehäuse 1) zur freien Stirnseite des Körpers 6 hin verschoben.

Die beschriebene Ausbildung des Wickelkörpers 6, der an einem Taumelkörper angeordneten Transportfinger 9 und deren Taumelbewegung sowie der vom Ring 12 gebildete Wickelflügel sind aus der DE-A1 31 39 350 bekannt. Im Gegensatz zu dieser bekannten Ausbildung ist jedoch der hier beschriebene und dargestellte Wickelkörper 6 mit seiner Symmetrieachse nach unten gerichtet so gelagert, daß seine freie Stirnseite 7 der Unterlage 5 zugekehrt ist. Weiterhin sind die axial verlaufenden Nuten 8 des Wickelkörpers 6 im Gegensatz zur bekannten Vorrichtung an der freien Stirnseite 7 des Wickelkörpers offen und die Transportfinger 9 erstrecken sich in diesen Nuten 8 im wesentlichen bis zu den stirnseitigen Nutöffnungen. Schließlich sind - wiederum im Gegensatz zur bekannten Ausführungsform - die Umfangskanten 15 des Wickelkörpers 6 und die Endkanten 16 der Transportfinger 9 an der freien Stirnseite des Wickelkörpers 6 angefast oder abgerundet, so daß die auf dem Wickelkörper vorgeschobenen Garnwindungen in Form im wesentlichen kreisförmiger Garnschlingen 17 (Fig. 4) ohne Behinderung frei auf die Unterlage 5 fallen und sich dort gleichmäßig und überlappend ablegen.

Wie die Fig. 3 und 4 zeigen, ist die Unterlage 4 als endloses Förderband ausgebildet, dessen oberes, die Garnschlingen 17 aufnehmendes Trumm in Richtung des Pfeiles C vorläuft und die schuppenförmig abgelegten Garnschlingen 17 abtransportiert.

Wie insbesondere aus Fig. 1 hervorgeht, ist am Gehäuse 1 ein Schalter 18 angeordnet, mit dem der vom Gehäuse 1 umschlossene Elektromotor ein- und ausgeschaltet werden kann. Weiterhin ist am Gehäuse 1 ein Steuermittel 19, beispielsweise in Gestalt eines Potentiometers, vorgesehen, mit dessen Hilfe die Drehgeschwindigkeit des den Wickelflügel bildenden Ringes 12 und die Bewegungsgeschwindigkeit der mit dem erwähnten Taumelkörper verbundenen Transportfinger 9 eingestellt werden kann.

Im Betrieb der Vorrichtung wird der Wickelkörper 6 so ausgerichtet, daß seine Symmetrieachse im wesentlichen senkrecht zur Unterlage 5 verläuft, die Garnschlingen 17 also parallel zu dieser Achse senkrecht nach unten fallen. Der Wickelkörper 6 kann durch entsprechende Verschwenkung des Gehäuses 1 um die Achse 4 aber auch schräg geneigt zur Unterlage 5 eingestellt werden, falls dies erwünscht ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Legen von Garnschlingen auf eine Unterlage, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
    1. A. ein im wesentlichen zylindrischer Wickelkörper (6), der an seinem Außenumfang mit axial verlaufenden Nuten (8) versehen ist, ist an einem Ende fliegend gelagert und weist am anderen Ende eine freie Stirnseite (7) auf;
    2. B. in die Nuten des Wickelkörpers (6) greifen Transportfinger (9) eines zum Wickelkörper im wesentlichen koaxialen Taumelkörpers ein, der relativ zum Wickelkörper eine Taumelbewegung derart ausführt, daß die Transportfinger (9) in den Nuten (8) periodisch axiale und radiale Bewegungen ausführen;
    3. C. durch einen Wickelflügel (12) sind auf den Wickelkörper (6) an dessen lagerseitigem Ende Garnwindungen auflegbar, die durch die axialen und radialen Bewegungen der Transportfinger (9) zur freien Stirnseite (7) des Wickelkörpers vorgeschoben werden;
    4. D. der Wickelkörper (6) ist mit seiner Achse nach unten gerichtet so gelagert, daß seine freie Stirnseite (7) der die Garnschlingen (17) aufnehmenden Unterlage (5) zugekehrt ist;
    5. E. die axial verlaufenden Nuten (8) des Wickelkörpers (6) sind an dessen freier Stirnseite (7) offen;
    6. F. die Transportfinger (9) erstrecken sich in den Nuten (8) des Wickelkörpers (6) im wesentlichen bis zu den stirnseitigen Nutöffnungen;
    7. G. die Umfangskanten (15) des Wickelkörpers (6) und die Endkanten (16) der Transportfinger (9) sind an der freien Stirnseite (7) angefast oder abgerundet, so daß die auf dem Wickelkörper (6) vorgeschobenen Garnwindungen in Form von Garnschlingen (17) ohne Behinderung frei auf die Unterlage (5) fallen.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Wickelkörper (6) mit seiner Achse im wesentlichen vertikal ausgerichtet ist.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Wickelkörper (6) um eine zu seiner Achse rechtwinklige Achse (4) schwenkbar gelagert ist.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Unterlage (5) ein vorlaufendes Förderband ist, auf dem sich die Garnschlingen (17) schuppenförmig ablegen.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Steuermittel (19) zum Einstellen der Drehgeschwindigkeit des Wickelflügels (12) und der Bewegungsgeschwindigkeit der Transportfinger (9).






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