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Dokumentenidentifikation DE4037092A1 27.05.1992
Titel Verfahren zur Steuerung des Drehmoments einer Brennkraftmaschine
Anmelder Zahnradfabrik Friedrichshafen AG, 7990 Friedrichshafen, DE
Erfinder Runge, Wolfgang, Dr.;
Hengstler, Hans-Dieter, 7980 Ravensburg, DE
DE-Anmeldedatum 22.11.1990
DE-Aktenzeichen 4037092
Offenlegungstag 27.05.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.05.1992
IPC-Hauptklasse F02D 43/00
IPC-Nebenklasse F02D 41/14   F02D 41/26   F02D 45/00   F02D 29/02   B60K 41/04   
Zusammenfassung Bei einem Verfahren zur Steuerung des Drehmoments einer Brennkraftmaschine weist ein automatisches Getriebe, das von der Brennkraftmaschine angetrieben wird, eine Getriebesteuereinrichtung (1) auf, und die Brennkraftmaschine weist eine Steuereinrichtung auf, die aufgrund von Drehzahl-, Last- und gegebenenfalls Temperatursignalen einen Zündwinkel einer Zündanlage und/oder eine Einspritzimpulsbreite einer Kraftstoff-Einspritzanlage steuert. Die Getriebesteuereinrichtung (1) steuert ihrerseits aufgrund von Drehzahl- und Lastanforderungssignalen Schaltvorgänge des automatischen Getriebes. Zur Verbesserung der Steuerung der gesamten Antriebseinheit mit dem Ziel einer Verringerung des Kraftstoffverbrauchs sowie ruckfreier Schaltvorgänge sind Rechnersysteme der Getriebesteuereinrichtung (1) und der Steuerung (2) der Brennkraftmaschine über Schnittstellen (3) stetig miteinander kommunizierend verbunden, wobei der Steuereinrichtung (2) der Brennkraftmaschine aus der Getriebesteuerung (1) in einem zyklischen Zeittakt eine prozentuale Drehmomentanforderung (PLF) zugeleitet wird, aufgrund welcher die Steuereinrichtung (2) das Drehmoment der Brennkraftmaschine selbsttätig beeinflußt (Fig. 1).

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Steuerung des Drehmoments einer Brennkraftmaschine, die ein Kraftfahrzeug über ein automatisches Getriebe antreibt, mit einer Steuereinrichtung für die Brennkraftmaschine, die aufgrund von Drehzahl-, Last- und gegebenenfalls Temperatursignalen einen Zündwinkel einer Zündanlage und/ oder eine Einspritzimpulsbreite einer Kraftstoff- Einspritzanlage steuert, mit einer Getriebesteuereinrichtung für das automatische Getriebe, die aufgrund von Drehzahl- und Lastanforderungssignalen Schaltvorgänge des automatischen Getriebes steuert.

Ein Verfahren zur Steuerung des Drehmoments einer Brennkraftmaschine der vorgenannten Gattung ist bekannt aus der DE-C 29 35 916. Danach soll ein beim Schaltvorgang des automatischen Getriebes auftretender Schaltruck dadurch vermindert werden, daß während des Schaltvorgangs das Drehmoment der Brennkraftmaschine reduziert wird. Neben der Verminderung des Schaltrucks kann durch das während des Schaltablaufs reduzierte Drehmoment der Brennkraftmaschine auch die Schleifzeit der am Schaltvorgang beteiligten Reibungskupplungen des automatischen Getriebes verringert werden, so daß ein geringerer Verschleiß und eine geringere Erwärmung der Reibelemente auftritt. Die Steuereinrichtung für die Brennkraftmaschine ist mit einer Erkennungsschaltung ausgestattet, die während eines Schaltvorgangs aus der Getriebesteuerung ein Schaltsignal erhält. In einem Speicher der Steuereinrichtung für die Brennkraftmaschine sind Kennfelder abgelegt, nach denen der Zündwinkel und/oder die Einspritzimpulsbreite last- und drehzahlabhängig gesteuert werden. Wird der Erkennungsschaltung der Steuereinrichtung der Brennkraftmaschine ein Schaltsignal zugeführt, so schaltet die Steuereinrichtung selbsttätig auf ein weiteres Kennfeld um, in welchem durch eine Verstellung des Zündwinkels in Richtung "spät" oder eine Verringerung der eingespritzten Kraftstoffmenge das Drehmoment der Brennkraftmaschine reduziert ist. Probleme bereitet dabei die exakte Ermittlung des Zeitpunkts der Reduzierung des Drehmoments. Außerdem sind eine derartige Speicherung unterschiedlicher Kennfelder und eine Kennfeldumschaltung relativ aufwendig. Schließlich ist festzustellen, daß eine derartige Steuerung des Antriebsdrehmoments der Brennkraftmaschine allein aufgrund von Schaltsignalen der Getriebesteuerung in modernen Antriebskonzepten nicht ausreicht, zumal das von der Brennkraftmaschine auf das automatische Getriebe übertragene Drehmoment auch eine große Bedeutung für das Fahrverhalten des Kraftfahrzeugs hat und sich auf den Kraftstoffverbrauch auswirkt.

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Steuerung des Drehmoments einer Brennkraftmaschine zu schaffen, mit dem trotz eines geringen Regelungsaufwands das Drehmoment der Brennkraftmaschine stets auf seinen günstigsten Wert eingestellt werden kann.

Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der genannten Gattung nach dem kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1 dadurch gelöst, daß Rechnersysteme der Getriebe- und der Motorsteuerung über Schnittstellen stetig kommunizieren, wobei der Steuereinrichtung der Brennkraftmaschine aus der Getriebesteuereinrichtung in einem zyklischen Zeittakt eine prozentuale Drehmomentanforderung zugeleitet wird, aufgrund welcher die Steuereinrichtung der Brennkraftmaschine das Drehmoment der Brennkraftmaschine selbsttätig beeinflußt. Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird ein dezentrales Mikroprozessorsystem verwendet, bei dem über serielle oder parallele Schnittstellen die einzelnen Mikroprozessoren der Steuereinheit der Brennkraftmaschine und der Getriebesteuereinrichtung Daten austauschen. Über die Schnittstellen werden ständig die aktuellen Daten der Getriebesteuereinrichtung und entsprechende Anforderungen an die Steuereinrichtung für die Brennkraftmaschine weitergegeben, die sich dadurch ihrerseits in idealer Weise an die Getriebesteuereinheit anpassen kann. Somit kann die Getriebesteuereinheit der Steuereinrichtung der Brennkraftmaschine jederzeit in dem zyklischen Zeittakt eine gewünschte Drehmomentreduzierung oder -erhöhung anhand von Prozentwerten übermitteln.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen 2 bis 9 beschrieben.

Gemäß Anspruch 2 soll im Falle einer durch die Getriebesteuerung ermittelten Drehmomentänderung die über die Schnittstelle ausgegebene prozentuale Drehmomentanforderung nach einem Gradienten reduziert oder erhöht werden. Dabei kann nach Anspruch 3 der Gradient als Funktion aus einem Sollwert der Drehmomentanforderung, einem variablen Faktor der Drehmomentanforderung und einem Lastsignal ermittelt werden.

dPLF = f (PLF2, PLF, Last).

Weiterhin ist gemäß Anspruch 4 vorgesehen, daß bei einer durch einen Schaltvorgang hervorgerufenen Drehmomentänderung der variable Faktor der Drehmomentanforderung vom ersten Greifen oder Lösen von am Schaltvorgang beteiligten Reibelementen ausgegeben wird.

Gemäß Anspruch 5 soll die Reduzierung bzw. Erhöhung bis zum Soll-Endwert der Drehmomentanforderung erfolgen, wobei der einer bestimmten Fahrweise angepaßte Soll-Endwert errechnet wird aus dem variablen Faktor minus dem Produkt aus variablem Faktor und einem Gewichtungsfaktor, der seinerseits eine Funktion aus Lastanforderungen und Drehzahlen ist, also: PLF2 = PLF ± PLF×Fak (T), wobei Fak (T) = f (n1, n2, Last).

Gemäß Anspruch 6 soll die Getriebesteuerung reduzierte Momentenanforderungen im Antriebsstrang erfassen, die aufgrund von Radschlupf der Antriebsräder des Kraftfahrzeugs eintreten. Neben reduzierten Drehmomentanforderungen, die bei Schlupfzuständen der Schaltkupplungen des automatischen Getriebes auftreten, können somit auch reduzierte Drehmomentanforderungen erfaßt werden, deren Ursache Radschlupf an den Antriebsrädern des Kraftfahrzeugs ist. Auf eine separate Antriebsschlupf- Regeleinrichtung kann folglich verzichtet werden.

Dem Anspruch 7 zufolge soll während einer Überschneidungsschaltung zweier Reibelemente kurzfristig das Motormoment durch eine erhöhte Momentenanforderung angehoben sein, so daß ein während dieser Überschneidungsschaltung auftretender Abfall des Abtriebsdrehmoments ausgeglichen werden kann. Bei einer Überschneidungsschaltung zweier Reibungskupplungen bzw. -bremsen des automatischen Getriebes, die ohne Zugkraftunterbrechung mit zunehmendem Kupplungsmoment der einen und abnehmendem Kupplungsmoment der anderen Reibungskupplung erfolgt, wird kurzzeitig im Bereich der Überschneidungsschaltung das Abtriebsdrehmoment reduziert. Diese Reduzierung des Abtriebsdrehmoments soll erfindungsgemäß durch ein erhöhtes Drehmoment der Brennkraftmaschine ausgeglichen werden, wobei das Drehmoment kurzfristig den maximalen Wert überschreiten kann. Eine derartige kurzfristige Anhebung des Drehmoments der Brennkraftmaschine soll vorzugsweise durch eine vergrößerte Einspritzimpulsbreite der Kraftstoff- Einspritzanlage erzielbar sein.

Schließlich soll gemäß Anspruch 9 das Getriebesteuergerät neben der prozentualen Momentenanforderung als erste Stellgröße einen Kupplungsdruck der Schaltelemente als zweite Stellgröße erfassen, wobei aufgrund der beiden Stellgrößen das Abtriebsmoment des Getriebes und Schleifzeiten der Schaltelemente unabhängig beeinflußbar sein sollen.

Beim Stand der Technik wird durch eine Kennfeldumschaltung der Steuereinrichtung der Brennkraftmaschine das Drehmoment um einen feststehenden prozentualen Wert reduziert. Der Nachteil davon ist, daß nur der Kupplungsdruck als Stellgröße zur Verfügung steht, um auf die beiden Ausgangsgrößen (Regelgrößen) Abtriebsdrehmoment und Schleifzeit Einfluß zu nehmen. So kann es z. B. passieren, daß der Verlauf des Abtriebsdrehmoments günstig ist, die Schleifzeit aber zu kurz ist.

Führt man entsprechend der vorliegenden Erfindung die prozentuale Drehmomentanforderung PLF ein, die während der Schaltung vom Getriebesteuergerät stetig verstellt werden kann, so hat man stattdessen zwei Stellgrößen, nämlich den Kupplungsdruck und die Drehmomentanforderung PLF, um die beiden Ausgangsgrößen Abtriebsdrehmoment und Schleifzeit unabhängig voneinander beeinflussen zu können. Muß man beispielsweise den Kupplungsdruck erhöhen, um das Abtriebsdrehmoment zu erhöhen, so kann man durch gleichzeitiges Erhöhen der prozentualen Drehmomentanforderung PLF erreichen, daß die Schleifzeit konstant bleibt. Es gilt

TK = KK·pK,

wobei

KK = Kupplungskonstante

PK = Kupplungsdruck

TK = Kupplungsmoment

T1 = TM100 · PLF,

wobei

TM100 = Drehmoment der Brennkraftmaschine (100%-Wert)

PLF = prozentuale Drehmomentanforderung

0 ≤ PLF ≤ 1

Während einer Hochschaltung wird die Getriebeeingangsdrehzahl n1 mit Hilfe der entsprechend zugeschalteten Kupplung auf die Synchrondrehzahl nSyn des neuen Ganges heruntergezogen: ≙1 = dn1/dt

Dieses Herunterziehen der Drehzahl der Getriebeingangswelle auf die Synchrondrehzahl nSyn erfolgt mit einem bestimmten Gradienten n1 innerhalb einer bestimmten Zeit tS (Schleifzeit). Das Abtriebsdrehmoment Tab ergibt sich aus dem Kupplungsmoment TK und einer Gangübersetzung I:

Tab = i · TK

Weiterhin gilt:

I1 · n1 = T1 - TK (Momentenbilanz)

Dabei ist

I&sub1; = Trägheitsmoment an der Eingangswelle

≙&sub1; = Gradient für die Änderung der Drehzahl der Eingangswelle

T&sub1; = Eingangsdrehmoment an der Eingangswelle

Es gilt weiterhin



Wesentliche kennzeichnende Größen (Ausgangsgrößen) der Schaltung sind:

Abtriebsdrehmoment Tab (wesentlich verantwortlich für die Schaltqualität):

Tab = i · KK · pK

Schleifzeit tS (wesentlich für Kupplungsbelastung):



Die Erfindung ist nicht auf die Merkmalskombination der Ansprüche beschränkt. Für den Fachmann ergeben sich weitere sinnvolle Kombinationsmöglichkeiten von Ansprüchen und einzelnen Anspruchsmerkmalen aus der Aufgabenstellung.

Zur weiteren Erläuterung der Erfindung wird auf die Zeichnung verwiesen, in der die Funktion des erfindungsgemäßen Verfahrens dargestellt ist. Es zeigen:

Fig. 1 ein Blockschaltbild mit einer Getriebesteuereinrichtung und einer Steuereinrichtung für eine Brennkraftmaschine;

Fig. 2 ein Flußdiagramm zur Berechnung eines prozentualen Momentenfaktors und

Fig. 3 ein Ablaufdiagramm einer während einer Getriebeschaltung der Steuereinrichtung der Brennkraftmaschine zugeleiteten Momentenanforderung.

In der Fig. 1 ist mit 1 eine Getriebesteuereinrichtung bezeichnet, die über nicht näher dargestellte Sensoren eine Turbinendrehzahl nT eines hydrodynamischen Drehmomentwandlers, eine Getriebeabtriebsdrehzahl nab, eine Drehzahl einer Brennkraftmaschine nM, ein Lastsignal und ein Temperatursignal der Getriebeöltemperatur erfaßt. Die Getriebesteuereinrichtung weist einen Mikroprozessor auf, der diese Eingangsdaten nach vorbestimmten logischen Regeln verarbeitet und nicht näher dargestellte Schaltventile eines elektro-hydraulischen Steuersystems eines automatischen Getriebes ansteuert. Diese Steuerventile beherrschen reibschlüssige Schaltelemente des automatischen Getriebes, die als Reibkupplungen oder -bremsen ausgebildet sind.

Weiterhin ist dem Blockschaltbild eine Steuereinrichtung 2 für eine nicht dargestellte Brennkraftmaschine zu entnehmen, welche das automatische Getriebe antreibt. Diese Steuereinrichtung 2 weist ebenfalls einen Mikroprozessor auf, dem über Sensoren folgende Betriebsparameter der Brennkraftmaschine zugeleitet werden: Motordrehzahl nM, Drosselklappensignal, Motortemperatur und Ansauglufttemperatur. Der Mikroprozessor verarbeitet diese Eingangsgrößen nach vorgegebenen logischen Regeln und korrigiert aufgrund dieser Werte einen Drosselklappenwinkel einer im Ansaugluftstrom angeordneten Drosselklappe, eine Einspritzimpulsbreite einer Kraftstoff-Einspritzanlage sowie einen Zündwinkel einer Zündanlage.

Die Getriebesteuerung 1 und die Steuereinrichtung 2 der Brennkraftmaschine weisen eine Schnittstelle 3 auf. Über diese Schnittstelle 3 werden mittels einer Signalleitung 4 der Steuereinrichtung 3 stetig prozentuale Momentenanforderungen aus der Getriebesteuereinrichtung 1 zugeleitet. Über eine weitere Signalleitung 5 können Informationen aus der Steuereinrichtung 2 der Brennkraftmaschine auf die Getriebesteuereinrichtung 1 übertragen werden. Die Steuereinrichtung 2 verarbeitet die über die Signalleitung 4 übertragene Momentenanforderung und beeinflußt entsprechend den Drosselklappenwinkel, die Einspritzimpulsbreite oder den Zündwinkel.

Das in Fig. 2 dargestellte Flußdiagramm zeigt eine Routine zur Berechnung eines prozentualen Momentenfaktors PLFM. Diese Routine wird zyklisch nach einem Programmzyklus bearbeitet. Im Schritt S1 werden alle für die Berechnung der prozentualen Momentenanforderung notwendigen Meßwerte geholt. Es handelt sich dabei vorzugsweise um die Drehzahl der Brennkraftmaschine nM, die Drehzahl der Turbine des Drehmomentwandlers nT, ein vom Fahrer am Fahrpedal eingestellter Wert der Lastanforderung, eine Abtriebsdrehzahl nab1 des Automatgetriebes sowie eine Abtriebsdrehzahl nab2 an Antriebsrädern des Kraftfahrzeugs. Im Schritt S2 wird dann nach einem bestimmten Algorithmus als Funktion dieser Meßwerte nM, nT, Last, nab1, nab2 ein prozentualer Momentenfaktor PLFM errechnet.

Wie bereits anhand der Fig. 1 erläutert, wird dieser errechnete Wert über die Schnittstelle 3 von der Getriebesteuereinrichtung 1 zur Steuereinrichtung 2 für die Brennkraftmaschine übertragen. Der Steuereinrichtung 2 der Brennkraftmaschine wird der Empfang neuer Werte über Interrupt mitgeteilt. Der Wert in der Getriebesteuereinrichtung 1 bleibt solange erhalten, bis ein neuer Wert errechnet wurde.

Wird nun im Schritt S3 eine Aktion erkannt, so wird im nächsten Schritt S4 die Aktionsart abgefragt. Liegt keine Aktion vor, so wird der errechnete Faktor der Ausgabevariablen PLF über den entsprechenden Zweig Schritt S5 zugewiesen.

Bei der Aktionsart nach Schritt S4 kann es sich um eine Reduzierung oder eine Erhöhung der Momentenanforderung handeln. Ganz gleich, ob es sich bei der Aktionsart um eine Reduzierung oder Erhöhung der Momentenanforderung handelt, laufen die nachfolgenden Berechnungsschritte völlig identisch ab: In einem Schritt S6 wird jeweils überprüft, ob ein Sollwert in der Momentenanforderung PLF2 noch mit dem Wert 0 belegt ist. Ist dies der Fall, also ist PLF2 nicht kleiner/ größer als 0, so müssen in einem anschließenden Schritt S7 noch der Sollwert PLF2 und ein Gradient dPLF, mit dem das Motormoment reduziert bzw. erhöht werden soll, ermittelt werden. Bei der Berechnung des Sollwertes der Momentenanforderung PLF2 ist ein Gewichtungsfaktor Fak (T) eingeführt, der sich als Funktion der Abtriebsdrehzahlen n1 und n2 sowie der Last errechnet. Liegt im Schritt S6 unmittelbar ein Sollwert PLF2 vor oder wurde dieser Sollwert PLF2 im nachfolgenden Schritt S7 ermittelt, so wird im Schritt S8 der aktuelle Momentenfaktor PLFn jeweils zyklisch ermittelt, indem der jeweils zuletzt errechnete Momentenfaktor PLFn-1 durch Addition des Gradienten dPLF bis zum Sollwert PLF2 reduziert oder erhöht wird. Im anschließenden Schritt S9 wird kontrolliert, ob der Wert PLFn auf den Sollwert PLF2 abgeglichen ist. Im Schritt S10, von dem aus wiederum der Rücksprung erfolgt, wird durch Einstellung von PLF2 = 0 und Aktionsart = keine angezeigt, daß die Aktionsart abgeschlossen ist und der erreichte Wert gehalten wird. Ist die Aktion abgeschlossen, wird der Wert mit den gemessenen Parametern errechnet und ausgegeben.

In der Fig. 3 ist anhand eines Kurvenverlaufs dargestellt, wie sich die auf die Steuereinrichtung 2 der Brennkraftmaschine übertragene Momentenanforderung vor, während und nach einem Schaltvorgang des automatischen Getriebes verändert. In diesem Ablaufdiagramm ist auf der Ordinate die prozentuale Momentenanforderung PLF aufgetragen, während die Abszisse einen bestimmten Zeittakt T verdeutlicht. Eine Linie A-A zeigt die auf die Steuereinrichtung der Brennkraftmaschine übertragene Momentenanforderung PLF.

Oberhalb dieser Linie A-A verläuft eine Linie B-B, anhand welcher ein Schaltsignal während eines Zeitpunkts t1 verdeutlicht wird. In einem unterhalb des Diagramms für die Momentenanforderung PLF angeordneten weiteren Diagramm ist das jeweilige Drehmoment Mab eingetragen, das von zwei an einem Schaltvorgang beteiligten Kupplungen übertragen wird. Die Kurve C-C zeigt das jeweilige Drehmoment einer Kupplung, die vor einem Schaltvorgang eingerückt ist. Während des Schaltvorgangs wird die Kupplung ausgerückt und eine zweite Kupplung, deren Drehmomentverlauf in der Kurve D-D dargestellt ist, eingerückt. Bei dieser Lastschaltung, die zu einer Hochschaltung des automatischen Getriebes in eine höhere Gangstufe führt, findet eine Überschneidungsschaltung statt, während der sich beide Kupplungen im schleifenden Eingriff befinden. Während dieser Schleifzeit tritt im Antriebsstrang ein Verlustmoment ein, das im Zeitraum zwischen den Zeittakten t1 bis t2 durch eine gezielte Anhebung der Momentenanforderung ausgeglichen wird.

Aufgrund der Schaltaktivität wird die auf die Steuereinheit der Brennkraftmaschine übertragene Drehmomentanforderung entsprechend der Kurve A-A ab dem Zeittakt t2 bis auf den Sollwert PLF2 reduziert, wobei diese Reduzierung nach dem durch den Kurvenverlauf dargestellten Gradienten erfolgt. Zwischen t4 und t5 wird nach diesem Gradienten der Sollwert PLF2 wiederum auf etwa 100% angehoben. Die Drehmomentanforderung wird ständig von der Getriebesteuerung auf die Steuerung der Brennkraftmaschine übertragen, so daß sich nach dem Zeittakt t5 ein entsprechender um 100% schwankender Verlauf der Linie A-A einstellt. Eine veränderte Drehmomentanforderung kann auch von der Getriebesteuerung 1 auf die Steuereinrichtung 2 der Brennkraftmaschine übertragen werden, wenn aufgrund eines Schlupfes der Antriebsräder ein Drehmomentabfall registriert wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Steuerung des Drehmoments einer Brennkraftmaschine, die ein Kraftfahrzeug über ein automatisches Getriebe antreibt, mit einer Steuereinrichtung (2) für die Brennkraftmaschine, die aufgrund von Drehzahl-, Last- und gegebenenfalls Temperatursignalen einen Zündwinkel einer Zündanlage und/ oder eine Einspritzimpulsbreite einer Kraftstoff- Einspritzanlage steuert, mit einer Getriebesteuereinrichtung (1) für das automatische Getriebe, die aufgrund von Drehzahl- und Lastanforderungssignalen Schaltvorgänge des automatischen Getriebes steuert, dadurch gekennzeichnet, daß Rechnersysteme der Getriebesteuereinrichtung (1) und der Steuereinrichtung (2) der Brennkraftmaschine über Schnittstellen (3) stetig kommunizieren, wobei der Steuereinrichtung (2) der Brennkraftmaschine aus der Getriebesteuerung (1) in einem zyklischen Zeittakt eine prozentuale Drehmomentanforderung (PLF) zugeleitet wird, aufgrund welcher die Steuereinrichtung (2) das Drehmoment der Brennkraftmaschine selbsttätig beeinflußt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im Falle einer durch die Getriebesteuerung (1) ermittelten Drehmomentänderung die über die Schnittstelle (3) ausgegebene prozentuale Drehmomentanforderung (PLF) nach einem Gradienten (dPLF) reduziert oder erhöht wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Gradient (dPLF) als Funktion aus einem Soll-Endwert der Drehmomentanforderung (PLF2), einem variablen Faktor der Drehmomentanforderung (PLF) und einem Lastsignal wie folgt ermittelt wird:

    dPLF = f (PLF2 PLF Last).
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß bei einer durch einen Schaltvorgang hervorgerufenen Drehmomentänderung der variable Faktor (PLF) der Drehmomentanforderung vom ersten Greifen oder Lösen von am Schaltvorgang beteiligten Reibelementen an ausgegeben wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß für die Reduzierung bzw. Erhöhung bis zum Soll-Endwert (PLF2) der Drehmomentanforderung erfolgt, wobei der einer bestimmten Fahrweise angepaßte Soll-Endwert (PLF2) errechnet wird aus dem variablen Faktor (PLF) minus dem Produkt aus variablem Faktor und einem Gewichtungsfaktor (Fak (T)), der seinerseits eine Funktion ist aus Lastanforderung und Drehzahlen (n1, n2), also:

    PLF2 = PLF - PLF×Fak (T), wobei Fak (T) = f (n1, n2, Last).
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Getriebesteuerung (1) reduzierte Momentenanforderungen, die aufgrund von Radschlupf der Antriebsräder des Kraftfahrzeugs eintreten, erfaßt.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß während einer Überschneidungsschaltung zweier Reibelemente über eine erhöhte Momentenanforderung (PLF2) kurzfristig das Drehmoment der Brennkraftmaschine angehoben wird, so daß ein dabei auftretender Abfall des Abtriebsdrehmoment (Tab) ausgeglichen werden kann.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß eine kurzfristige Erhöhung des Drehmoments der Brennkraftmaschine auf einen oberhalb des maximalen Drehmoments (100%) liegenden Wertes durch eine Veränderung der Einspritzimpulsbreite der Kraftstoff-Einspritzanlage erfolgt.
  9. 9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Getriebesteuergerät (1) neben der prozentualen Momentenanforderung (PLF) als erste Stellgröße einen Kupplungsdruck (pK) der Schaltelemente als zweite Stellgröße erfaßt und daß aufgrund der beiden Stellgrößen (PLF, pK) das Abtriebsdrehmoment (Tab) des Getriebes und Schleifzeiten (TS) der Schaltelemente unabhängig voneinander beeinflußbar sind.






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