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Dokumentenidentifikation DE4037189A1 27.05.1992
Titel Lackierbares Kunststoffbauteil
Anmelder Bayerische Motoren Werke AG, 8000 München, DE
Erfinder Link, Günther, Dr., 8301 Furth, DE
DE-Anmeldedatum 22.11.1990
DE-Aktenzeichen 4037189
Offenlegungstag 27.05.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.05.1992
IPC-Hauptklasse B05D 7/02
IPC-Nebenklasse B05D 1/36   B05D 3/00   C08J 7/04   
Zusammenfassung Um lackierbare Kunststoffteile aus Polyurethan mit einer optisch einwandfreien Oberfläche beim Endlackieren herzustellen, wird erfindungsgemäß auf die unbehandelte Bauteiloberfläche ein feuchtigkeitsaushärtender Lack aufgetragen. Dieser Lack glättet zum einen dauerhaft Oberflächenvertiefungen (Poren) und/oder verhindert weiterhin sowohl, daß eingeschlossene kleine Luftblasen als auch - bei Materialanhäufungen -, daß eingeschlossene Luft entgast und den Decklack aufwirft.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein lackierbares Kunststoffteil nach dem Oberbegriff des ersten Anspruchs.

Es ist bekannt in der Automobilindustrie, Kunststoffteile an der Außenseite der Fahrzeugkarosserie anzubringen und diese dann in der Karosseriefarbe zu lackieren. Werden diese Bauteile aus Polyurethan nach dem RIM oder RRIM-- Verfahren hergestellt, so können beim Aushärten an der Oberfläche Oberflächenfehler (Poren), Oberflächenvertiefungen (Löcher) bzw. eingeschlossene Luftblasen auftreten, die einen hohen Reparaturaufwand nach sich ziehen.

Bisher hat man diese Oberflächenvertiefungen mit Hilfe von Spachtelmassen geglättet. Dies hat jedoch den Nachteil, daß die Spachtelmasse bei anschließenden Behandlungsschritten nicht immer in den Vertiefungen haften bleibt, so daß eventuell ein erneutes Spachteln notwendig wird oder erst nach dem Lackieren das fehlerhafte Spachteln erkennbar wird. Im letzten Fall muß dann erneut geschliffen, gespachtelt und lackiert werden.

Darüber hinaus haben die Kunststoffteile aus Polyurethan bei Materialanhäufungen den Nachteil, daß eingeschlossene Luft erst nach einer Lagerzeit von 8 bis 10 Tagen entweicht. Werden nicht ausgelagerte Polyurethankunststoffteile lackiert, so tritt die eingeschlossene Luft beim Trocknen des Lackes unter Wärmezufuhr beschleunigt an die Oberfläche des Kunststoffteils und bildet unter der Decklackschicht Luftblasen.

Werden nicht ausgelagerte lackierte Polyurethankunststoffteile ohne Wärmezufuhr getrocknet, so treten die Luftblasen trotzdem innerhalb der ersten 8 bis 10 Tagen nach der Herstellung des Kunststoffteils auf und bilden Luftblasen unter dem Decklack.

Derartige Teile sind dann mit optischen Fehlern behaftet und müssen zum Ausgleich der optischen Fehler erneut geschliffen und lackiert werden.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein lackierbares Kunststoffteil aus hochverdichtenden Schäumen bereitzustellen, welches nach seiner Herstellung mit einem Decklack versehen werden kann, ohne daß die vorher beschriebenen Oberflächenfehler am fertiglackierten Teil auftreten.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des ersten Anspruchs gelöst. Ein feuchtigkeitsaushärtender Lack ist bekannt. Er hat die Eigenschaft, daß er bei Umgebungstemperatur in circa 3 bis 4 Stunden aushärtet und eine geschlossene Oberfläche bildet. Diese Oberfläche kann anschließend in üblicher Weise behandelt werden und auch mit einem Decklack versehen werden, der unter Wärmezufuhr getrocknet wird. Dieser feuchtigkeitsaushärtende Lack bildet für die eingeschlossene Luft im Kunststoffteil eine undurchdringbare Sperrschicht. Er verhindert auch ein Anheben oder partielles Ablösen des Decklackes, so daß eine vollkommene ebene Oberfläche erzielt wird.

Hierbei kann dann nach dem Aushärten des feuchtigkeitsaushärtenden Lackes sofort die übliche Weiterbehandlung, auch das Auftragen des Decklackes durchgeführt werden. Eine Wartezeit von 8 bis 10 Tagen ist nicht mehr notwendig. Damit entfallen auch die Bereitstellung eines Zwischenlagers und die Kosten hiefür.

Auch bei Oberflächenvertiefungen hat das Aufbringen des feuchtigkeitsaushärtenden Lackes den Vorteil, daß diese zuverlässig und dauerhaft ausgefüllt werden.

Die Unteransprüche beschreiben vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung. Insbesondere hat es sich nicht als notwendig herausgestellt, das gesamte Kunststoffteil mit dem feuchtigkeitsaushärtenden Lack zu versehen. Vielmehr ist es ausreichend, nur die Stellen mit Oberflächenvertiefungen mit diesem Lack zu versehen. Da insbesondere auch bei Materialanhäufungen die Gefahr des Aufsteigens der eingeschlossenen Luft innerhalb von 8 bis 10 Tagen gegeben ist, brauchen auch nur diese Stellen, die aus der Erfahrung heraus bekannt sind, erfindungsgemäß behandelt werden.

Durch die Anwendung des feuchtigkeitsaushärtenden Lackes auf Kunststoffteilen aus Polyurethan, die nach dem RIM oder RRIM-Verfahren hergestellt werden, können also ohne großen Zeit- und Arbeitsaufwand zwei Hauptprobleme von zu lackierenden Polyurethanteilen ausgemerzt werden. Das erste Hauptproblem sind die an der Oberfläche beim Schäumvorgang entstehenden Vertiefungen (Poren) und/oder eingeschlossene kleine Luftblasen. Das zweite Hauptproblem, die lange Ausgaszeit vor einer Weiterverarbeitung, kann dadurch ebenfalls vermieden werden.

Damit können mit einem Decklack versehene Polyurethanteile schnell und kostengünstig und ohne zusätzliche Nacharbeit hergestellt werden.

Wird die Lackschicht irgendwann einmal beschädigt und wird ein Nachlackieren mit vorhergehendem Schleifvorgang notwendig, so empfiehlt es sich, ebenfalls wieder den feuchtigkeitsaushärtenden Lack aufzutragen. Damit wird sichergestellt, daß nicht kurz unterhalb der Bauteiloberfläche abgelagerte Lufteinschlüsse durch die zugeführte Wärme beim Aushärten des Decklackes freigesetzt wird und zu Luftblasen unterhalb des Decklackes führt.


Anspruch[de]
  1. 1. Lackierbares Kunststoffteil aus hochverdichtenden Schäumen, insbesondere PUR RRIM, welches nach der Herstellung mit einem Decklack versehen wird, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Auftrag des Decklackes auf die unbehandelte Oberfläche des Kunststoffteils ein feuchtigkeitsaushärtender Lack aufgetragen wird.
  2. 2. Lackierbares Kunststoffteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der feuchtigkeitsaushärtende Lack nur an Stellen mit Oberflächenvertiefungen oder Materialanhäufungen aufgetragen wird.
  3. 3. Lackierbares Kunststoffteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der feuchtigkeitsaushärtende Lack mit einem Pinsel aufgetragen wird.
  4. 4. Lackierbares Kunststoffteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der feuchtigkeitsaushärtende Lack aufgespritzt wird.
  5. 5. Lackierbares Kunststoffteil nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der feuchtigkeitsaushärtende Lack bei Oberflächenvertiefungen in einer derartigen Stärke aufgetragen wird, daß die Vertiefungen ausgefüllt sind.






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