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Dokumentenidentifikation DE4100716A1 16.07.1992
Titel Einrichtung zum Blechhalten in einfachwirkenden Pressen
Anmelder Umformtechnik Erfurt GmbH, O-5010 Erfurt, DE
Erfinder Petter, Wieland, Dr., O-5060 Erfurt, DE;
Geist, Gregor, O-5301 Hopfgarten, DE;
Zeidler, Rolf, O-5082 Erfurt, DE;
Schlag, Andreas, O-5066 Erfurt, DE;
Menger, Eckhard, O-5060 Erfurt, DE
DE-Anmeldedatum 14.01.1991
DE-Aktenzeichen 4100716
Offenlegungstag 16.07.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.07.1992
IPC-Hauptklasse B21D 24/08
Zusammenfassung Die Erfindung dient zum Gegenhalten mit variablen Kräften während und zum Ausheben der Blechteile nach Beendigung des Umformvorganges.
Während des Ziehvorganges einer einfachwirkenden Presse wird ein Verspannen des Werkstückes gegen den Stößel und damit die Blechhaltung erreicht, wobei während des Stößelhubes außerhalb des Ziehbereiches keine Förderströme des Druckmediums erforderlich sein sollen und gleichzeitig vor Beginn des Ziehprozesses möglichst ein weicher und lärmarmer Übergang, ein mit geringen Ölströmen bzw. ohne Ölstrom regelbarer Arbeitsprozeß und ein weicher und lärmarmer Übergang beim Erreichen der oberen Endlage der Zieheinrichtung möglich ist.
Erfindungsgemäß wird das Blechhalten dadurch erreicht, daß außerhalb des Werkzeuges und im Kraftfluß zwischen den Kraftübertragungsgliedern eine form- und/oder kraftschlüssige Einrichtung zur lagedefinierten Kopplung der Kraftübertragungsglieder während des Ziehprozesses angeordnet ist, die das Werkstück gegen das Oberwerkzeug klemmt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Blechhalten in einfachwirkenden Pressen, insbesondere zur Blechumformung, zum Gegenhalten mit variablen Kräften während und zum Ausheben der Blechteile nach Beendigung des Umformvorganges

Nach der DD-Patentschrift 2 67 204 ist ein hydraulischer Blechhalter für einfachwirkende Pressen bekannt, der das Werkstück gegen den Stößel verspannt, ohne daß der Stößel gegen die Blechhaltekraft arbeiten muß. Die dazugehörige Anordnung besteht aus mindestens einem mit dem Pressenstößel gekoppelten hydraulischen Arbeitskolben und mindestens einem mit der Druckkolbenplatte gekoppelten hydraulischen Arbeitskolben, die miteinander in Wirkverbindung stehen. Dadurch wird bei oder kurz vor Ziehbeginn durch Druckaufbau in dem Druckmittelraum der o. g. Druckmitteleinheit eine von der Druckbolzenplatte dem bewegten Preßstößel entgegengesetzte Kraft zwischen dem Oberwerkzeug und dem Ziehring wirksam. Weiterhin sind in der Verbindungsleitung zwischen dem Druckmittelraum und dem Druckmittelausgleichsbehälter der Wirkausgang eines zusätzlichen Arbeitszylinders, dessen Kolbenstange mit der Druckbolzenplatte in Wirkverbindung steht, und/oder ein regelbarer Druckübersetzer angeordnet. Diese Lösung erfordert vor der definierten Kopplung der beiden Arbeitskolben außerhalb des Ziehvorganges große Förderströme des Druckmediums und somit den Einsatz von Geräten großer Nennweite. Dabei benötigt eine Regelung während des Ziehvorganges aufgrund des relativ großen eingespannten Ölvolumens entweder ein relativ großes Kompressionsvolumen bzw. eine längere Zeit für den variablen Druckauf- und -abbau.

Bei der Zieheinrichtung in einer Presse nach der EP- Patentanmeldung 01 73 755 sind die mit der Druckwange und mit dem Blechhalter zusammenwirkenden Druckzylinder mit den Zylindergehäusen starr befestigt. Dabei sind die Kolben der Druckzylinder beidseitig über Kolbenstangen aus den Zylindergehäusen herausgeführt und wirken einerends mit dem Blechhalter und anderenendes mit der Druckwange zusammen. Der Zylinderraum jedes Druckzylinders ist auf der dem Blechhalter abgewandten Kolbenseite separat über je ein im Durchfluß veränderbares Ventil bei passiver Steuerung mit einem Abfluß und bei aktiver Steuerung mit einem Druckaggregat für das Druckmedium fließverbunden. Diese Lösung erfordert einen großen irreversiblen Energiebedarf während des Gegenhaltens, d. h., zum Zeitraum der Blechhaltung. Außerdem sind infolge des Verdrängerprinzips im Ziehkissen zur Kraftsteuerung sehr große Förderströme zu steuern, die Ventile großer Nennweiten erfordern. Diese lassen nur eine weniger sensible Kraftsteuerung gegenüber Ventilen kleinerer Nennweiten mit entsprechend kleinen Massen, Trägheitskräften und Steuerzeiten zu.

Die Aufgabe der Erfindung ist es, während des Ziehvorganges einer einfachwirkenden Presse ein Verspannen des Werkstückes gegen den Stößel und damit die Blechhaltung zu erreichen, wobei während des Stößelhubes außerhalb des Ziehbereiches keine Förderströme des Druckmediums erforderlich sein sollen und gleichzeitig vor Beginn des Ziehprozesses möglichst ein weicher und lärmarmer Übergang, ein mit geringen Ölströmen bzw. ohne Ölstrom regelbarer Arbeitsprozeß und ein weicher und lärmarmer Übergang beim Erreichen der oberen Endlage der Zieheinrichtung möglich ist. Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die in den kennzeichnenden Teilen der Patentansprüche beschriebenen Merkmale erreicht.

Es liegt auch im Rahmen der Erfindung alle Ausführungsformen durch den Einsatz eines Auswerferkastens zu realisieren bzw. untereinander zu kombinieren. Der Vorteil der Lösung besteht in den kleinen Förderstrommengen bzw. im Wegfall des Druckmediums bzw. keinen zur Kraftsteuerung während und der Vermeidung großer Förderstrommengen vor und nach dem Prozeß der Umformung. Es sind neben Kurzhubkolben - Zylindereinheiten Ventile kleiner Nennweiten mit entsprechend kleinen Massen, Trägheitskräften und Steuerzeiten einsetzbar und eine sensible Kraftsteuerung möglich.

Zweckmäßige Varianten der Realisierung der Erfindung werden nachfolgend an den vier Ausführungsbeispielen erläutert. Die zugehörigen Zeichnungen zeigen:

Fig. 1 Schnittdarstellung des Blechhalters mit einer im Maschinentisch angeordneten Kupplungs- und Bremskombination,

Fig. 2 Schnittdarstellung des Blechhalters mit schaltbaren Rollenschubkupplungen zur lagedefinierten Kopplung,

Fig. 3.1 Schnittdarstellung des Blechhalters mit Gewindetrieben zur lagedefinierten Kopplung und Anwendung von Kurzhubzylindern,

Fig. 3.2 Schnittdarstellung des Blechhalters mit Gewindetrieben zur lagedefinierten Kopplung und Anwendung von Dehnmeßstreifen,

Fig. 4.1 Schnittdarstellung des Blechhalters mit Hebelmechanismus zur lagedefinierten Kopplung,

Fig. 4.2 Schnittdarstellung des Blechhalters mit Auswerferkasten und Hebelmechanismus,

Fig. 5.1 Schnittdarstellung des Blechhalters mit in der Quertraverse angeordneten Verriegelungseinrichtungen und Kurzhubzylindern unterhalb des Auswerferkastens,

Fig. 5.2 Schnittdarstellung des Blechhalters mit in der Quertraverse angeordneten Verriegelungseinrichtungen und Kurzhubzylindern oberhalb des Auswerferkastens.

Im ersten Ausführungsbeispiel sind am Stößel 1 das Oberwerkzeug 2 und mindestens zwei Verbindungsstangen 3 befestigt. Die Verbindungsstangen 3 sind durch eine Quertraverse 4 verbunden. Auf dieser Quertraverse 4 sind mindestens zwei radial verschiebbare Gleitstücke 5 angeordnet. Auf der Kissenplatte 6 sind mindestens vier hydraulische Kurzhubzylinder 18 angebracht, die mittels Ventile 8 und Druckaufnehmer 9 nach Programm geregelt werden können.

In der Kissenplatte 6 sind mindestens zwei Kupplungsund Bremskombinationen montiert. Die Kupplung 7 dieser Kupplungs- und Bremskombinationen wirken bei Betätigung mindestens eines Wegeventils 10 auf die Gleitstücke 5, während die Bremse 11 nach Abschalten des Wegventils 10 durch die Federn 12 mit dem Maschinentisch 13 durch die an ihn befestigten Gleitstücke 14 reibschlüssig verbunden ist. Der Ziehring 15 stützt sich über mehrere Druckbolzen 16 und 17 auf den Kurzhubzylindern 18 ab. Auf dem Ziehring 15 ist das Werkstück 19 im Abstand x von dem Ziehrand 20 des Unterwerkzeuges 21 abgelegt. Der Stößel 1 mit dem an ihm befestigten Oberwerkzeug 2 bewegt sich aus der oberen Totpunktlage in Schließstellung. Bevor das Oberwerkzeug 2 das Werkstück 19 berührt, werden die Kupplungen 7 durch das Wegeventil 10 aktiviert, so daß mit dem Schließen des Kupplungskolbens die Kissenplatte 6 beschleunigt wird. Der Beschleunigungsvorgang wird so gestaltet, daß der Synchronlauf bereits erreicht ist, bevor das Werkstück 19 mit dem Ziehring 15 den Weg des Abstandes x zurückgelegt hat.

Anschließend erfolgt die Programmierte Druckregelung im Kurzhubzylinder 18. Nach dem unteren Totpunkt hebt bei ungesteuerter Betriebsweise der Stößel 1 über die Verbindungsstange 3, die Quertraverse 4, die Kupplungen 7, die Kissenplatte 6, die Druckbolzen 16 und 17 sowie den Ziehring 15 das gezogene Werkstück 19 aus dem Unterwerkzeug 21 aus. Kurz vor oberer Endlage der Kissenplatte wird das Wegeventil 10 abgeschaltet, so daß die Kissenplatte durch das Anliegen der Bremse 11 den oberen Anschlag gedämpft erreicht. Bei gesteuerter Betriebsweise wird das Wegeventil 10 so abgeschaltet, daß die Bremse 11 im unteren Totpunkt wirkt und die Kissenplatte 6 blockiert. Nach erneuter Aktivierung des Wegeventils 10 bewegt ein nicht dargestellter Pneumatikkolben die Kissenplatte 6 in die obere Endlagendämpfung.

Im zweiten Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 sind am Stößel 1 das Oberwerkzeug 2 und mindestens zwei Verbindungsstangen 3 befestigt. Die Verbindungsstangen 3 sind an eine Quertraverse 4 angebracht. In diese Quertraverse 4, sind mindestens zwei schaltbare Rollenschubkupplungen, bestehend aus den Kolben 25, den Rollkörpers 26 und den Druckfedern 27, montiert. Mindestens zwei Klemmleisten 23 sind mit der Kissenplatte 6 verbunden. Auf die Kissenplatte 6 wirkt ein am Maschinentisch 13 angeordneter Arbeitszylinder 22. Auf der Kissenplatte 6 sind mindestens vier hydraulische Kurzhubzylinder 18 angeordnet, die mittels der Ventile 8 und Druckaufnehmer 9 nach Programm geregelt werden können. Der Ziehring 15 stützt sich über mehrere Druckbolzen 16 und 17 auf den Kurzhubzylinder 18 ab. Auf dem Ziehring 15 ist das Werkstück 19 im Abstand x von dem Ziehrand 20 des Unterwerkzeuges 21 abgelegt.

Der Stößel 1 mit dem an ihm befestigten Oberwerkzeug 2 bewegt sich aus der oberen Totpunktlage in die Schließdarstellung. Bevor das Oberwerkzeug 2 das Werkstück 19 berührt, erfolgt durch eine nicht dargestellte Einrichtung der Angleichvorgang zwischen dem Werkstück 19 und der nachgeordneten Elemente sowie dem Oberwerkzeug 2.

Nach dem Weg des Abstandes x beginnt die programmierte Druckregelung. Dadurch wird die Kissenplatte 6 über die Klemmleisten 23 und durch das Gewicht der Rollkörper 26 mit der Quertraverse 4 kraftschlüssig verbunden. Die Quertraverse 4 überträgt die Kissenkräfte über die Verbindungsstangen 3 auf den Stößel 1. Nach dem unteren Totpunkt hebt bei ungesteuerter Betriebsweise der Stößel 1 über die Verbindungsstangen 3, die Quertraverse 4, die Rollenschubkupplungen, die Kissenplatte 6, die Druckbolzen 16 und 17 sowie den Ziehring 15 das gezogene Werkstück 19 aus dem Unterwerkzeug aus. Kurz vor der oberen Endlage der Kissenplatte 6 wird das Wegeventil 24 eingeschaltet und eine hier nicht dargestellte Endlagendämpfung wirksam. Bei gesteuerter Betriebsweise wird das Wegeventil 24 so abgeschaltet, daß die Klemmwirkung der Rollen 26 auf die Klemmleisten 23 durch die Kolben 25 im unteren Totpunkt aufgelöst wird. Eine hier nicht dargestellte Sperreinrichtung blockiert die Kissenplatte 6, während der Stößel mit den Verbindungsstangen 3 und der Quertraverse 4 sich in den oberen Totpunkt bewegt. Nach der Entsperrung eilt die Kissenplatte 6 durch die Kraft des Arbeitszylinders 22 in die obere nicht dargestellte Endlagendämpfung.

Alternativ zur schaltbaren Rollenschubkupplung ist der Einsatz einer schaltbaren und reibschlüssigen Klemmkupplung möglich.

Im dritten Ausführungsbeispiel nach Fig. 3.1 sind ebenfalls am Stößel 1 des Oberwerkzeug 2 und mindestens zwei Verbindungsstangen 3 befestigt. Die Verbindungsstangen 3 sind durch eine Quertraverse 4 verbunden. Auf dieser Quertraverse 4 sind mindestens zwei Gewindetriebe, bestehend aus den Hauptelementen Gewindespindel 28 und Gewindemutter 29, gelagert. Bevorzugt wird ein Wälzschraubgetriebe eingesetzt. Die zugehörigen Antriebsmotoren 30 sind regelbar und ebenfalls an der Quertraverse 4 montiert. Am oberen Ende der Gewindemutter 29 sind hydraulische Kurzhubzylinder 18 mit Kolben 31 und Feder 32 angeordnet, deren Drücke mittels der Ventile 8 und Druckaufnehmer 9 nach Programm geregelt werden können. Der Ziehring 15 stützt sich über mehrere Druckbolzen 16 und 17 auf den Kolben 31 der Kurzhubzylinder 18 ab. Auf dem Ziehring 15 ist das Werkstück 19 im Abstand x von dem Ziehrand 20 des Unterwerkzeuges 21 abgelegt. Der Abstand x ist abhängig von dem programmierten Druck unter dem federgefesselten Kolben 31. Der Stößel 1 mit dem an ihm befestigten Oberwerkzeug 2 bewegt sich aus der oberen Totpunktlage in die Schließstellung. Die Antriebsmotoren 30 werden dabei so drehzahlengeregelt, daß sich während des Stößelhubes die Gewindemutter 29 in der Führung des Maschinentisches 13 nicht bewegen. Der Angleichsvorgang erfolgt lärmarm, in dem der Druckabfall unter dem Kolben 31 so gestaltet wird, daß die Federn 32 rechtzeitig die Kolben 31 zurückziehen. Dadurch werden die Druckbolzen 16 und 17 sowie der Ziehring 15 mit dem Werkstück 19 beschleunigt.

Das Oberwerkzeug 2 erreicht das Werkstück 19, bevor der Weg des Abstandes x zurückgelegt ist. Im Moment der Berührung des Oberwerkzeuges 2 mit dem Werkstück 19 werden einerseits die Antriebsmotoren 30 abgeschaltet und andererseits der Regelvorgang nach Programm für die Kurzhubzylinder 18 über die Druckaufnehmer 9 und die Ventile 8 eingeleitet. Bei ungesteuerter Betriebsweise kann die Druckregelung in der untersten Totpunktlage abgeschaltet werden. Vor dem Erreichen der oberen Lage des Ziehringes 15 werden die Antriebsmotoren 30 wieder zugeschaltet, so daß die Gewindemutter 29 während des weiteren Hochganges des Stößels 1 stehenbleibt. Bei gesteuerter Betriebsweise werden im unteren Totpunkt die Antriebsmotoren 30 so zugeschaltet und drehzahlgeregelt, daß die Gewindemutter 29 zunächst sich axial in der Führung des Tischkissens 13 nicht bewegt. Erst bei gewünschtem Kurbelwinkel werden die Antriebsmotoren 30 wieder abgeschaltet, so daß das Ausheben des Werkstückes 19 beginnt. In Ausgestaltung des dargestellten Ausführungsbeispiels kann nach Fig. 3.2 die Kraft im Ziehprozeß ohne den Kurzhubzylinder 18 geregelt werden. Durch Dehnmeßeinrichtung 33, z. B. an den Verbindungsstangen 3 angeordnet kann über ein Programm der Verspannungsgrad durch die Antriebsmotoren 30 mittels des Gewindetriebes variiert werden.

Im vierten Ausführungsbeispiel, dargestellt in Fig. 4.1, sind wiederum am Stößel 1 das Oberwerkzeug 2 und mindestens zwei Verbindungsstangen 3 befestigt. An der Quertraverse 4 sind mindestens zwei Hebel 35 angebracht. Die Hebel 35 wirken auf die Pleuel 34, die mit den Pleuelköpfen 40 pendelnd verbunden sind. Auf den Pleuelköpfen 40 sind Kurzhubzylinder 18 montiert.

An den Hebeln 35 greift mindestens ein federgefesselter Pneumatikdoppelzylinder 37 mit den Kolben 41 an. Der Pneumatikdoppelzylinder 37 wird über das Wegeventil 39 gesteuert. Zur Sicherung der gestreckten Lage von Hebel 35 und Pleuel 34 ist in der Quertraverse 4 ein Anschlag 38 vorgesehen. Der Ziehring 15 stützt sich über mehrere Druckbolzen 16 und 17 auf den Kolben 31 der Kurzhubzylinder 18 ab. Auf dem Ziehring 15 ist das Werkstück 19 im Abstand x von dem Ziehrand 20 des Unterwerkzeuges 21 abgelegt. Der Abstand x ist abhängig von dem programmierten Druck unter dem federgefesselten Kolben 31. Der Stößel 1 mit dem an ihm befestigten Oberwerkzeug 2 bewegt sich aus der oberen Totpunktlage in die Schließstellung.

Der Pneumatikdruck in dem Pneumatikdoppelzylinder 37 drückt über das Wegeventil 39 den Pleuelkopf 40 gegen die den Anschläge 38 und 42 im Maschinentisch 13. Beim Niedergang des Stößels 1 strecken sich das Pleuel 34 und der Nebel 35. Kurz vor der Berührung des Oberwerkzeuges 2 und des Werkstückes 19 wird der Druck unter dem Kolben 31 abgelassen, so daß die Feder 32 die Voraussetzung schafft, daß der Kolben 31 die Druckbolzen 16 und 17, der Ziehring 15 und das Werkstück 19 beschleunigt werden. In gestreckter Lage der Pleuel 34 und der Hebel 35 beginnt die Druckregelung in den Kurzhubzylindern 18, wie bereits in den vorherigen Ausführungsbeispielen dargestellt. Bei ungesteuerter Betriebsweise wird in Tiefstlage die Druckregelung abgeschaltet und das verformte Werkstück 19 ausgehoben. Kurz vor Höchstlage des Ziehringes 15 wird das Ventil 39 abgeschaltet, wodurch die Federn 36 den Hebel 35 und das Pleuel 34 aus gestreckter Lage bewegen.

Bei gesteuerter Betriebsweise wird das Wegeventil 39 zunächst in Tiefstlage abgeschaltet und später über ein programmierbares Nockenschaltwerk wieder zugeschaltet.

In Ausgestaltung des Ausführungsbeispieles können nach Fig. 4.2 mehrere Pleuel 34 an einer Kissenplatte 6 angelenkt werden. In vorteilhafter Weise sind dann auf der Kissenplatte 6 eine Vielzahl von Hydraulikzylindern 18 mit kleinem Hub und kleinem Durchmesser anordenbar, die aufgrund des geringen eingeschlossenen Ölvolumens den Einsatz trägheitsarmer Regelventile ermöglichen und damit die Werkstückqualität positiv beeinflussen. Die gesteuerte und ungesteuerte Betriebsart ist mittels des Hydraulikkolbens 42 und des Pneumatikkolbens 43 in bekannter Weise realisierbar. Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 5.1 ist das untere Ende der Verbindungsstangen 3 als konischer Anschlag 45 ausbildet, wodurch bei Betätigung der durch Federn 47 gefesselten Kolben 48 über Rückschlagventile 49 die federgefesselten Kolben 46 axial bewegt und die Quertraverse 4 mit den Verbindungsstangen 3 formschlüssig verriegelt wird. Eine Entriegelung erfolgt im unteren Totpunkt durch Aktivieren des Wegeventils 50. Zusätzlich wird der Kolben 46 bei gesteuerter Betriebsweise durch den im oberen Raum des Kolbens 43 sich aufbauenden Druckes axial verschoben, in dem die Federn 44 unterstützt werden. Im Versagensfall des Ventils 50 wird das verdrängte Öl über das Druckbegrenzungsventil 52 gequetscht. Im Versagensfalle des Ventils 50 und bei ungesteuerter Betriebsweise leiten die stellungsüberwachten Kolben 46 den Stillstand des Stößels ein. Erreicht die Quertraverse dennoch den oberen Anschlag 53, dann wirkt der konische Anschlag 45 als Überlastkupplung. Die Kolben 46 verdrängen in diesem Falle das Öl über das Druckbegrenzungsventil 52.

Anfallende Leckagen werden über das Rückschlagventil 51 durch den von den Federn 47 erzeugten Unterdruck kompensiert. Bevor das Oberwerkzeug 2 das Werkstück 19 berührt wird der Vorspanndruck in den Kurzhubzylindern 18 reduziert, so daß die Kolben 31 durch die Federn 32 nach unten bewegt werden. Mit Erdbeschleunigung folgt die Kissenplatte 6. Die unteren Anschläge der Verbindungsstangen 3 stoßen auf die Kolben 48, überwinden die Federkräfte der Federn 44 und 47 sowie die Auswerferkraft des Pneumatikkolbens 42 und beschleunigen die Quertraverse 4. Bei Beibehaltung der Koppeltechnik zwischen den Verbindungsstangen 3 mit der Quertraverse 4 und der entsprechenden Wirkungsweise können nach Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 5.2 mehrere Kurzhubzylinder 18 auf der Kissenplatte 6 angeordnet sein. Kissenplatte 6 und Quertraverse 4 sind zweckmäßigerweise durch verstellbare Anschläge zumindest in einer Richtung wirkverbunden.


Anspruch[de]
  1. 1. Einrichtung zum Blechhalten in einfachwirkenden Pressen, bei dem zur Erzeugung des Kraftflusses der Gegenhaltekraft zwischen Ober- und Unterwerkzeug Kraftübertragungsglieder angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß außerhalb des Werkzeuges und im Kraftfluß zwischen den Kraftübertragungsgliedern eine form- und/oder kraftschlüssige, mechanische Einrichtung zur lagedefinierten Kopplung der Kraftübertragungsglieder während des Ziehprozesses angeordnet ist, die das Werkstück gegen das Oberwerkzeug klemmt.
  2. 2. Einrichtung zum Blechhalten nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,

    daß auf der Quertraverse (4) mindestens zwei radial verschiebbare und in die Kissenplatte (6) hineinragende Gleitstücke (5) angeordnet sind,

    die mit Kupplungen (7) von mindestens zwei in der Kissenplatte (6) angeordneten Kupplungs- und Bremskombinationen in Wirkverbindung stehen,

    wobei deren Bremsen (11) über Gleitstücke (14) mit dem Maschienentisch (13) wirkverbunden sind.
  3. 3. Einrichtung zum Blechhalten nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Kissenplatte (6) kurzhübige Kolben-Zylindereinheiten (18) befestigt sind.
  4. 4. Einrichtung zum Blechhalten nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der Quertraverse (4) mindestens zwei über ein Wegeventil (24) schaltbare Kolbenschubkupplungen angeordnet sind und jeweils aus einen Kolben (25), mit der Kissenplatte (6) verbundenen und durch Rollkörper (26) geführten Klemmleisten (23) und Druckfedern (27) bestehen.
  5. 5. Einrichtung zum Blechhalten nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,

    daß auf der Quertraverse (4) mindestens zwei Gewindetriebe, bestehend aus einer Gewindespindel (28) und einer Gewindemutter (29), gelagert sind,

    wobei jede Gewindespindel (28) mit einem regelbaren Antriebsmotor (30) wirkverbunden und auf dem oberen Ende jeder Gewindemutter (29) eine Kurzhubzylinder (18) mit integrierter Feder (32) angeordnet ist.
  6. 6. Einrichtung zum Blechhalten nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,

    daß auf der Quertraverse (4) mindestens zwei Gewindetriebe, bestehend aus einer Gewindespindel (28) und Gewindemutter (29) gelagert sind,

    wobei jede Gewindespindel (28) mit einem regelbaren Antriebsmotor (30) wirkverbunden und auf den Verbindungsstangen (3) je eine Dehnmeßeinrichtung (33) angeordnet ist, dessen Auswerteschaltung mit den Antriebsmotoren (30) in Wirkverbindung stehen.
  7. 7. Einrichtung zum Blechhalten nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,

    daß im Maschinentisch (13) Pleuelköpfe (40) höhenverschiebbar gelagert sind,

    die einerseits jeweils über einen Kurzhubzylinder (18) mit den jeweiligen Druckbolzen (17) sowie andererseits über ein Pleuel (34) und einen Hebel (35) mit der Quertraverse (4) wirkverbunden sind

    und die gegenüberliegenden Hebel (35) über die jeweilige Kolbenstange (41) eines Pneumatikdoppelzylinders (37) mit Federrückstellung in Wirkverbindung stehen.
  8. 8. Einrichtung zum Blechhalten nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,

    daß in an sich bekannter Weise im Maschinentisch (13) ein Auswerferkasten gelagert ist,

    auf dem eine von der Werkstückform abhängige Anzahl von Kurzhubzylindern (18) angeordnet sind, die mit den jeweiligen Druckbolzen (17) in Wirkverbindung stehen und daß der Auswerferkasten über Pleuel (34) und Hebel (35) mit der Quertraverse (4) wirkverbunden ist und die gegenüberliegenden Hebel (35) über die jeweilige Kolbenstange (41) eines Pneumatikdoppelzylinders (37) mit Federrückstellung in Wirkverbindung stehen.
  9. 9. Einrichtung zum Blechhalten nach den Ansprüchen 1, 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Federrückstellung durch mehrere Federn (36) realisierbar ist.
  10. 10. Einrichtung zum Blechhalten nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der Quertraverse (4) mindestens zwei schaltbare, formschlüssige Verriegelungseinrichtungen angeordnet sind, die mit den Verbindungsstangen (3) wirkverbindbar sind und die Quertraverse (4) über Kurzhubzylinder (18) mit dem im Maschinentisch gelagerten Auswerferkasten wirkbunden ist.
  11. 11. Einrichtung zum Blechhalten nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der Quertraverse (4) mindestens zwei schaltbare, formschlüssige Verriegelungseinrichtungen angeordnet sind, die mit den Verbindungsstangen (3) wirkverbindbar sind und die Quertraverse (4) mit dem im Maschinentisch gelagerten Auswerferkasten verbunden ist, auf dem eine von der Werkstückform abhängige Anzahl von Kurzhubzylindern (18) angeordnet ist.
  12. 12. Einrichtung zum Blechhalten nach den Ansprüchen 1, 10 und 11, dadurch gekennzeichnet, daß zum formschlüssigen Verspannen eines Anschlages der Verbindungsstange (3) mit der Quertraverse (4) die Verriegelungseinrichtung aus einem federgefesselten Kolben (48) und mindestens einem federgefesselten Kolben (46) besteht, die untereinander wirkverbunden sind.






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