Die Erfindung ist auf ein Backmittel für Hefeteige und Verfahren
zur Herstellung solcher Backmittel gerichtet.
Mit Hefe getriebene Backwaren, wie z.B. Brot und Kuchenwaren, werden
aus Mehl hergestellt, das ganz oder zum größten Teil Weizenmehl ist. Die Qualität
der Backwaren hängt besonders von der Qualität des Mehls und insbesondere von der
Teigbearbeitung ab. Erst durch intensive Knetung des Teiges erhält der Kleber im
Mehl die gewünschten Eigenschaften, wie große Dehnbarkeit, Elastizität und Gashaltevermögen.
Beim Übergang von der Handverarbeitung auf die maschinelle Verarbeitung
ergaben sich viele Probleme bei der Herstellung des Teiges. Erst durch Zusatz von
Lipiden als Emulgatoren konnte man die Knettoleranz von Teigen erhöhen.
Untersucht man die Zusammensetzung der natürlicherseits im Weizenmehl
vorkommenden Lipide, so findet man eine Reihe von Lipidkomponenten, die sich im
Rohlecithin wiederfinden, wie z.B. Lysophosphatidylcholin, Phosphatidylcholin, N-Acylphosphatidylethanolamine,
Phosphatidylinosid, Phosphatidsäure, Lysophosphatidsäure, Phosphatidylglycerol,
Lysophosphatidylethanolamin, Lysophosphatidylglycerol, Diglyceride, Monoglyceride,
Triglyceride, Stearine usw. Diese Weizenlipide spielen während der Teigbearbeitung
eine nicht unerhebliche Rolle, diese Rolle kann sehr deutlich durch Zusatz von
Lecithin bzw. synthetischen Emulgatoren verstärkt werden. Dabei können einzelne
Komponenten wie auch das Verhältnis der einzelnen Phospholipide im Lecithin stören
(L. Wassermann, Fette Seifen Anstrichmittel 1983, 85, 20; Y. Pomeranz, Food Techol
1970, 24, 928).
Die Wirkungsweise von Emulgatoren aus Lipiden, wie z.B. Lecithin
in Form des sogenannten Rohlecithins, welches aus tierischen und pflanzlichen Materialien
wie Eiern, Ölsaaten und Ölfrüchten wie z.B. Kokosnuß-Kopra, Palmkerne, Erdnüsse,
Raps, Sonnenblumenkerne, Sojabohnen, Ölpalmen und Oliven, gewonnen wird (J. Eichberg,
Kirk-Othmer, Encyclopedia of Chemical Technology Vol. 14 Seite 250-269), in Teigen
und Backmassen ist eingehend untersucht worden (H.D. Jodlbauer ZLR 1977 (1) 33-45;
Y. Pomeranz, cereal Chem. 1970, 47, 435 ff; Y. Pomeranz, Food Technol. 1970, 24,
928 ff; I.B.M. Coppock, J. Sci. Food Agr. 1954, 5, 19 ff; DE-PS 1183 452; J. Pomeranz
in B.F. Szuhaj and G.R. List 'Lecithins' AOCS 1985).
Bereits in den vierziger Jahren wurde Lecithin in Mengen von 0,1
bis 0,5 %, auf Mehl gerechnet, beim Brotbacken verwendet (L. Wassermann, Fette
Seifen Anstrichmittel 1983, 85, 120 ff; DE-PS 719268; W. Schäfer, Bäckerei Techn.
1972, 73 ff). Dabei machte sich die verbesserte Teigkonsistenz bei der Verarbeitung
der Teige über Maschinen bemerkbar. Das eingesetzte handelsübliche Lecithin hat
pastöse bis flüssige Konsistenz. Zur besseren Handhabung in der Bäckerei wird Lecithin
auf mehlartige Bestandteile aufgezogen. Durch die schwankende Qualität und Zusammensetzung,
bedingt durch die verschiedene Herkunft der eingesetzten Lecithine, ist jedoch nicht
immer ein guter Backerfolg gewährleistet, so daß man verstärkt auf synthetische
Emulgatoren überging.
Erst der Einsatz von synthetischen Emulgatoren, allein oder im Gemisch
mit Lecithin, erlaubte Backwaren maschinell so herzustellen, daß Schwankungen in
den Eigenschaften der Gebäcke kaum auftraten. Bevorzugte Emulgatoren sind Mono-
und Diglyceride von Diacetylweinsäure oder Mono- und Diglyceride verestert mit
Genußsäuren, wie Zitronensäure und Milchsäure sowie sonstige Emulgatoren, wie beispielsweise
Polyglycerinester, teilweise oder vollständig verestert mit Fettsäuren.
Mit den synthetischen Emulgatoren werden immer gleich gute Eigenschaften
erhalten. In jüngster Zeit geht jedoch das Bestreben dahin, Nahrungsmittel auf
den Markt zu bringen, die frei von synthetischen Stoffen sind.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Backmittel
für Hefeteige zu schaffen, das als Emulgator ein Naturprodukt enthält, welches die
bisherigen Nachteile der Lecithinemulgatoren überwindet, das zu reproduzierbaren
verbesserten Eigenschaften hinsichtlich des Backverhaltens und der Backwaren führt.
Darüber hin aus sollen Verfahren zur Herstellung und Anwendung eines solchen Backmittels
angegeben werden.
Die Aufgabe wird durch ein Backmittel gelöst, das als alleinigen
Emulgator eine gereinigte entölte Phospholipidfraktion enthält, bei der der Anteil
von Phosphatidylcholin zu Phosphatidylethanolamin kleiner als 1 ist.
Die Phospholipidfraktion wirkt als Emulgator. Als solcher ermöglicht
die Fraktion die Bildung einer Fett/Wasser-Emulsion, so daß das Fett besser verteilt
und die Wasseraufnahmefähigkeit des Teiges erhöht werden kann, was wiederum zu einer
Verbesserung der Teigstruktur führt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Emulgatoren,
wie Diacetylweinsäureester, die das Wachstum der Hefe Aktivieren, bis sich ein
Gleichgewicht eingestellt hat, verändert die Phospholipidfraktion die Teigstruktur
durch Veränderung der Viskosität und damit ist die Möglichkeit gegeben, daß der
Teig das gleiche Volumen erreicht wie mit einem synthetischen Emulgator. Die einzelnen
in der Fraktion enthaltenen Phospholipide wirken auf die Bestandteile des Mehls,
wie Proteine, Stärke und Schleimstoffe ein, was viele Eigenschaftsverbesserungen
bringt. So wird die Krume des fertigen Teiges weicher, das Volumen größer, die
Poren feiner und die Porenwände dünner. Auch der Gärvorgang des Teiges wird beeinflußt,
so daß eine Gärunterbrechung möglich wird. Die fertige Backware läßt sich besser
aus der Form herausnehmen und die Frischhaltezeit wird verlängert. Worauf zurückzuführen
ist, daß mit einer Phospholipidfraktion, bei der der Anteil an Phosphatidylcholin
zu Phosphatidylethanolamin kleiner als 1 ist, eine besonders gute Eigenschaftsverbesserung
erhalten wird, ist bisher nich geklärt.
Bevorzugt werden Phospholipidfraktionen, die 75 - 95 Gew.-% Phospholipide
und 5 - 25 Gew.-% Sterine, Steringlykoside, Zucker und/oder Mo-, Di- oder Triglyceride
enthalten, wobei das Verhältnis von Phosphatidylcholin zu Phosphatidylethanolamin
1:2 bis 1:10 bis 1:10 beträgt.
Bevorzugt sind Phospholipidfraktionen, die 8 bis 17 Gew.-% Phosphatidylcholin,
18 bis 26 Gew.-% Phosphatidylethanolamin und als weitere Phospholipide Lysophosphatidylcholin,
Lysophosphatidylethanolamin, Lysophosphatidylinositol, Phosphatidylinositol, Phosphatidsäure,
Lysophosphatidsäure, Phosphatidylglycerol, Lysophosphatidylglycerol, N-Acylphosphatidylethanolamin
oder Lysophosphatidylglycerol enthalten.
Besonders bevorzugt sind Phospholipidfraktionen, die
8 - 17 Gew.-% Phosphatidylcholin
18 - 26 Gew.-% Phosphatidylethanolamin
10 - 18 Gew.-% Phosphatidylinositol
9 - 15 Gew.-% Phosphatidsäure
6 - 13 Gew.-% N-Acylphosphatidylethanolamin
2 - 12 Gew.-% Lysophospholipide
5 - 25 Gew.-% Sonstige Phospholipide, Sterine, Steringlykoside, Zucker und Triglyceride,
wobei der Triglyceridgehalt maximal 5 % beträgt
enthält
Die Phospholipidfraktionen können nach an sich bekannten Verfahren
gemäß DE-OS 30 47 048, DE-OS 30 47 012 und DE-OS 30 47 011 aus Sojabohnen, Raps,
Sonnenblumenkernen und anderen Ölsaaten und Ölfrüchten, bevorzugt jedoch aus Sojabohnen,
gewonnen werden.
Bevorzugt werden die Phospholipidfraktionen gewonnen, indem man Rohlecithin
(z.B. Sojarohlecithin) bei ca. 75°C mit Ethanol extrahiert. Die ethanollöslichen
Bestandteile werden von den unlöslichen Bestandteilen abgetrennt und nach Sedimentation
bei erniedrigter Temperatur gemäß EP 0054770 einer Säulenchromatographie über Kieselgel
unterzogen.
Die Bestandteile des Säulenvorlaufs werden mit den ethanolunlöslichen
Bestandteilen der Extraktion vereinigt.
Nach Abdestillation des Restethanols wird der Rückstand in bekannter
Weise mit Aceton entölt. Durch Variation der Extraktions- und säulenchromatographiebedingungen
kann das Verhältnis von Phosphatidylcholin zu Phosphatidylethanolamin je nach Bedarf
insbes. von 1:2 bis 1:10 eingestellt werden.
Die Menge des Phospholipidanteils in dem Backmittel hängt von dem
gewünschten Teig ab. In einem schweren fettreichen Teig ist in Backmittel mit einem
größeren Anteil an Phospholipidfraktion erforderlich als für einen leichteren fettärmeren
Teig. Die Phospholipidfraktion liegt allgemein in einer Menge im Bereich von 0,05
bis 25 % in dem Backmittel vor, vorzugsweise in einer Menge von 0,2 bis 7,5 %.
Das erfindungsgemäße Backmittel hat eine hohe Lagerstabilität. Wenn
man es mit einem Fett, das frei von Lipase und Lipoxigenase ist und einem Zuckergehalt
von mindestens 40 % herstellt, so ist es garantiert mindestens 1 Jahr haltbar.
Es wird nun auf Verfahren zur Herstellung des vorstehend beschriebenen
Backmittels eingegangen.
Das Backmittel kann in an sich bekannter Weise dadurch hergestellt
werden, daß die Phospholipidfraktion mit der geschmolzenen Fettkomponente vermischt,
das Mehl, der Zucker und gegebenenfalls weitere pulverförmige Bestandteile zugegeben
und das Gemisch durch ständiges Umpumpen homogenisiert und dann abgekühlt wird.
Es ist gefunden worden, daß sich durch die Art der Herstellung des
Backmittels die Wirkung der Phospholipidfraktion noch verbessern läßt, wenn die
Phospholipidfraktion in dem Fett oder dem Mehl feinstverteilt wird und das Gemisch
in besonders kleinen Teilchen anfällt.
Eine optimale Verteilung der Phospholipidfraktion in der Fettkomponente
wird erfindungsgemäß erreicht, wenn diese nach dem Homogenisieren in kristallisierter
Form anfällt. Optimale Verteilung der Phospholipidfraktion in Mehl läßt sich erfindungsgemäß
erzielen, wenn die Phospholipidfraktion-Mehl-Mischung unter Bedingungen behandelt
wird, bei denen sich die Phospholipide an die Stärke des Mehls anlagern und ein
Phospholipid-Amylose-Amylopectin-Komplex gebildet wird.
Bei der zuerst genannten Ausführungsform wird zunächst die Fettkomponente,
die aus tierischen und/oder pflanzlichen Fetten bestehen kann, geschmolzen und die
Phospholipidfraktion in die geschmolzene Masse eingerührt. Das Gemisch wird tiefkühlversprüht.
Vorzugsweise verwendet man eine Düse, bei welcher ein Pulver einer Körnungsbreite
im Bereich von 70 bis 500 µm anfällt. Besonders bevorzugt wird ein Fett-Phospholipidfraktion-Pulvergemisch,
das zu 80 % eine Korngröße von etwa 250 µm hat. Das phospholipid-haltige Kristallfett-Pulver
wird dann mit so viel pulverförmigen Komponenten vermischt, daß ein 50 %iges Fettkonzentrat
anfällt. Dieses ist lagerfähig und kann gleich oder erst vor Verwendung mit den
restlichen Bestandteilen der Backmittelrezeptur vermischt werden.
Bei der zweiten Ausführungsform wird Mehl auf einen bestimmten Feuchtegrad
von etwa 20 % gebracht und mit enzymatisch aktivem Malzmehl und der Phospholipidfraktion
bei einer Temperatur von 140°C durch einen Schneckenextruder geschickt. Unter den
im Extruder herrschenden Bedingungen findet die Bildung des Phospholipid-Amylose-Amylopektin-Komplexes
statt. Das aus dem Extruder austretende Produkt wird nachgetrocknet und dann zu
einem Pulver gemahlen, das eine Korngröße im Bereich von 500 µm hat. Dieses Phospholipid-Amylose-Amylopektin-Komplexpulver
wird dann mit den übrigen Bestandteilen der Backmittelrezeptur vermischt.
Die Erfindung wird nun noch an Beispielen erläutert.
Beispiel 1
Herstellung eines Backmittels mit der Phospholipidfraktion nach bekanntem
Verfahren.
Es wurde ein pastenförmiges Backmittel nachstehender Zusammensetzung
hergestellt:
Die Phospholipidfraktion hatte die nachstehende Zusammensetzung:
Die Phospholipidfraktion wurde mit dem geschmolzenen Fett vermischt
und bei 50°C mit den pulverförmigen Komponenten vereinigt und durch ständiges Umpumpen
homogenisiert und langsam auf 20°C abgekühlt.
Es wurde ein Hefeteig nachstehender Zusammensetzung hergestellt: 2000
g Mehl Type 550, 1000 ml Wasser, 160 g Hefe und 30 g Salz. In diesen Teig wurden
500 g des vorstehend beschriebenen Backmittels in einem Hubkneter 15 Minuten lang
eingeknetet. Teigruhezeit 20 Minuten, Teigausbeute 150, Teigeinlage 500 g, Gärzeit
der Teigstücke 80/90 Min., Teigtemperatur 26°C, Ofentemperatur 200°C.
Beispiel 2
Herstellung eines Backmittels mit der Phospholipidfraktion nach dem
Verfahren der Ausführungsform 1.
Es wurde ein pulverförmiges Fettkonzentrat und damit ein Backmittel
hergestellt.
Für das Fettkonzentrat wurden benötigt:
Die Fettkomponente wurde auf 65 bis 70°C erwärmt und die Phospholipidfraktion
in das geschmolzene Fett eingemischt. Die homogene Mischung wurde in einer herkömmlichen
Tiefkühlsprühanlage versprüht. Das erhaltene Fettpulver wurde mit den staubförmigen
Komponenten vermischt, so daß ein 45 %iges Fettkonzentrat resultierte.
Mit diesem Fettkonzentrat wurde zu einem späteren Zeitpunkt ein Backmittel
nach folgender Rezeptur hergestellt:
Beispiel 3
Herstellung eines Backmittels mit der Phospholipidfraktion nach dem
Verfahren der Ausführungsform 2.
Es wurde ein pulverförmiges Backmittel über ein Lactose-Amylose-Amylopektin-Komplexpulver
hergestellt. Dazu wurden benötigt:
Die Eigenschaften des Weizenmehls sind:
1000 kg dieses Weizenmehls wurden auf einen Feuchtigkeitsgehalt von
20 % gebracht. Dem Mehl wurde die Phospholipidfraktion eingemischt, das Gemisch
in einem Zweischneckenextruder bei 145°C extrudiert.
Das Produkt wurde aus dem Extruder über eine 7 mm Düse ausgepreßt,
nachgetrocknet und zu einem Pulver vermahlen, wovon 90 % eine Korngröße zwischen
150 und 250 µm hatte. Das Phospholipid-Amylose-Komplexpulver wurde zu einem Backmittel
nachstehender Zusammensetzung verarbeitet:
Die Herstellung dieses Backmittels erfolgte in einem üblichen Mischer.
Mit den Backmitteln der Beispiele 2 und 3 wurden die gleichen Backversuche
wie bei Beispiel 1 beschrieben durchgeführt und ähnliche Backergebnisse im Rahmen
der Fehlergrenze von Backversuchen erhalten.
Beispiel 4
Herstellung eines Backmittels mit der Phospholipidfraktion nach dem
Verfahren der Ausführungsform 1.
Es wurde ein pulverförmiges Fettkonzentrat und damit ein Backmittel
wie in Beispiel 2 beschrieben, hergestellt. Für das Fettkonzentrat wurden benötigt:
Das vorstehend beschriebene Backmittel (110 kg) wurde mit Mehl der
Type 550 (890 kg) nach bekanntem Verfahren zu einem Fertigmehl vermischt.
Mit diesem Fertigmehl wurden verschiedene Gebäcke hergestellt.
a) Toastbrot
Es wurde ein Hefeteig nachstehender Zusammensetzung hergestellt:
1000 g des Fertigmehls, 540 g Wasser und 50 g Hefe.
Zunächst wurde das Fertigmehl mit dem Wasser und der Hefe vermischt
und dann die Mischung mit dem Ziehfett zu einem Plunderteig verarbeitet (3 einfache
Touren). Der Plunderteig wurde zu 50 x 90 cm ausgerollt und in 6 Streifen à 50
x 15 cm geschnitten.
Die Zutaten für die Gebäckfüllung wurden angerührt und auf die Mitte
der Teigstreifen gestrichen. Die Teigränder wurden mit Wasser bestrichen, der Teig
übergeklappt, der Rand eingeschnitten und zu großen Plunderkragen auf das Blech
gelegt. Die Backtemperatur war 210°C, die Backzeit 30 Minuten. Nach dem Backen
wurden die Plunderkragen aprikotiert und glasiert.
Backergebnis:
Es wurden 6 große Plunderkragen mit hellgelber glänzender Oberfläche
erhalten. Der Geschmack war abgerundet, arttypisch. Die Struktur war zart.
c) Schneckenstreifen
Hierfür wurden folgende Zutaten benötigt:
Das Fertigmehl wurde mit dem Wasser und der Hefe intensiv zu einem
Teig verknetet und zu 2 Teigstücken einer Größe von ca. 50 x 30 cm (750 g) ausgerollt.
Die Zutaten der Gebäckfüllung wurden angerührt auf die beiden Teigstücke
gestrichen. Beide Teigstücke wurden aufgerollt und der Teigstrang im Abstand von
ca. 2 cm senkrecht tief eingeschnitten. Die so zu 3/4 abgeschnittenen Schnecken
wurden nach rechts und links seitlich auseinandergelegt, mit Ei bestrichen und
bei 3/4 Gare gebacken.
Die Backtemperatur war 210°C, die Backzeit 25 Minuten.
Nach dem Backen wurden die beiden Schneckenstreifen aprikotiert und
glasiert.
Backergebnis:
Die Schneckenstreifen hatten abgerundeten, arttypischen Geschmack.
Die Struktur was zart, der Biß kurz und zart.
Anspruch[de]
1. Backmittel für Hefeteige, das eine Fettkomponente und/oder Mehl, Zucker
sowie Phospholipide und gegebenenfalls weitere übliche Zusatzstoffe enthält, dadurch
gekennzeichnet, daß es als Phospholipid eine Fraktion enthält, bei der der Anteil
von Phosphatidylcholin zu Phosphatidylethanolamin kleiner als 1 ist.
2. Backmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es als Phospholipid
eine Fraktion enthält, bei der der Anteil von Phosphatidylcholin zu Phosphatidylethanolamin
1:2 bis 1:10 beträgt.
3. Backmittel nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Phospholipidfraktion 75 - 95 Gew.-% Phospholipide und 5 - 25 Gew.-% Sterine,
Steringlykoside, Zucker und/oder Mono-, Di- oder Triglyceride enthält.
4. Backmittel nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Phospholipidfraktion 8 bis 17 Gew.-% Phosphatidylcholin, 18 bis 26 Gew.-% Phosphatidylethanolamin,
als weitere Phospholipide Lysophosphatidylcholin, Lysophosphatidylethanolamin,
Lysophosphatidylinositol, Phosphatidylinositol, Phosphatidsäure, Lysophosphatidsäure,
Phosphatidylglycerol, Lysophosphatidylglycerol, N-Acylphosphatidylethanolamin, Lyso-N-acylphosphatidylethanolamin
sowie ggf. Sterine, Steringlykoside, Zucker und/oder Mo-, Di oder Triglyceride
enthält.
6. Backmittel nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Phospholipidfraktion < 5 Gew.-% Triglyceride enthält.
7. Backmittel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß es die Phospholipidfraktion in einer Menge von 0,05 bis 25 Gew.-% enthält.
8. Backmittel nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß es die Phospholipidfraktion
in einer Menge von 0,2 bis 7,5 Gew.-% enthält.
9. Ein Verfahren zur Herstellung des Backmittels nach einem der Ansprüche 1
bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Phospholipidfraktion in die geschmolzene
Fettkomponente homogen eingemischt wird, die homogene Mischung tiefkühlversprüht
wird und das erhaltene kristallisierte Produkt mit dem Mehl, dem Zucker und gegebenenfalls
weiteren pulverförmigen Komponenten vermischt wird.
10. Ein Verfahren zur Herstellung des Backmittels nach einem der Ansprüche
1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Phospholipidfraktion mit Weizenmehl eines
Feuchtegrades von 18 bis 22 % und enzymatischem Malzmehl durch einen Schneckenextruder
bei einer Temperatur von 140 bis 150°C geschickt wird, das Extrudat zu Pulver vermahlen
wird und mit der Fettkomponente in Form pulverförmigen kristallisierten Fetts,
dem Zucker und gegebenenfalls weiteren pulverförmigen Komponenten vermischt wird.
11. Verwendung des Backmittels nach einem der Ansprüche 1 bis 8 in Hefeteigen
in einer Menge von 2,5 bis 15,0 Gew.% bezogen auf die eingesetzte Mehlmenge.