| Dokumentenidentifikation |
DE3821611C2 30.07.1992 |
| Titel |
Verfahren zur Herstellung von Möbelteilen mit zumindest einer gerundeten Kante |
| Anmelder |
Reckord, geb. Kirchhoff, Rita, 4836 Herzebrock, DE |
| Erfinder |
Reckord, geb. Kirchhoff, Rita, 4836 Herzebrock, DE |
| Vertreter |
Thielking, B., Dipl.-Ing.; Elbertzhagen, O., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 4800 Bielefeld |
| DE-Anmeldedatum |
27.06.1988 |
| DE-Aktenzeichen |
3821611 |
| Offenlegungstag |
28.12.1989 |
| Veröffentlichungstag der Patenterteilung |
30.07.1992 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
30.07.1992 |
| IPC-Hauptklasse |
B27H 1/00
|
| IPC-Nebenklasse |
B27C 5/00
B27G 13/14
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| Beschreibung[de] |
|
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung
von Möbelteilen oder dergleichen der im Gattungsbegriff
des Patentanspruchs 1 näher bezeichneten Art.
Ein solches Verfahren ist aus der DD-PS 1 45 496 bekannt.
Hierbei wird jedoch mittels eines Formfräsers
die Formnut derart in die Platte 1 eingefräst, daß an
die divergierenden Flankenabschnitte zur Vorderseite
der Platte hin ein quaderförmiger Hohlraum anschließt.
Dieser Hohlraum erstreckt sich bis zu dem als Filmscharnier
verwendeten elastischen Band, welches bei der
bekannten Ausführung auf die Vorderseite der Platte
aufgebracht ist. Vor dem Gegeneinanderklappen der Plattenabschnitte
wird in den quaderförmigen Hohlraum der
Formnut ein Egalisierstreifen aus einem biegsamen
Schaumkunststoff eingelegt, der den quaderförmigen
Hohlraum völlig ausfüllt. Beim Falten der Plattenabschnitte
aus der 180-Grad-Ausgangslage heraus macht der
elastische Egalisierstreifen die Verformung der Formnut
mit, er legt sich an die divergierenden Flankenabschnitte
an und stützt zur Vorderseite hin das als
Filmscharnier dienende elastische Band ab.
Das geschilderte Verfahren hat einige Nachtiele. Nach
dem Fräsvorgang hält das das Filmscharnier bildende
elastische Band die beiden Plattenabschnitte zusammen,
es muß daher für den nachfolgenden Faltvorgang ausreichend
dick sein, um eine sichere Führung der Plattenabschnitte
zu gewährleisten. Die Einbringung des Egalisierstreifens
in den quaderförmigen Hohlraum der Formnut
bereitet insbesondere bei größeren Längen Schwierigkeiten,
bei paßgenauer Ausfüllung des Hohlraums der
Formnut ist wegen des Reibungswiderstandes ein Einfädeln
des Egalisierstreifens fast nicht möglich. Zudem
stellt der Egalisierstreifen einen Fremdkörper dar, der
an seinen beiden Längskanten aufgrund der Biegung beim
Faltvorgang wegen fehlender einstückiger Verbindung mit
den Plattenabschnitten aufgrund der Verkürzung an der
konvexen Biegeseite Fugen zu den gegenüberliegenden Anschlußseiten
der Plattenabschnitte bedingt, die sichtbare
unregelmäßige Kantenrundungen nach dem Faltvorgang
mit sich bringen.
Aus der EP 00 51 700 A1 ist ein Verfahren bekannt, um
aus Flachstäben, die aus Holz bestehen, abgewinkelte
Möbelteile herstellen zu können. Dazu wird in den abzuwinkelnden
Bereich von der Rückseite der Flachstäbe
her eine Profilnut eingefräst, wobei zur späteren
Sichtseite hin ein Holzsteg stehenbleibt. Die Nut hat
zur Sichtseite hin nach Art eines Ovals konvergierende
Flankenabschnitte, die nach dem Falten der Stababschnitte
ein Loch umgrenzen. Beim Faltvorgang wird der
zwischen den Stabschnitten gebildete Holzsteg ohne
Abstützung gebogen, dies wird in bekannter Weise mittels
Anwendung von Heißdampf vorgenommen. Die Ausbildung
einer massiven Ecke und die selbstätige Führung
der zu biegenden und beim Faltvorgang zusammenzuführenden
Teile ist bei diesem Verfahren nicht möglich.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde ein Verfahren
der gattungsbildenden Art vorzuschlagen, mit dem
eine massive, homogene Eckausbildung und eine Verbesserung
der Kantenrundung an der Sichtseite erzielt wird.
Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der gattungsgemäßen
Art nach der Erfindung durch die kennzeichnenden
Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
Der besondere Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens
liegt darin, die Möbelteile oder -korpusse mit den gerundeten
Eckkanten durch das Fräsen der Platte und anschließendes
Zusammenfalten der entstandenen Plattenteile
oberflächenfertig herstellen zu können. Dazu hat
die Platte als Ausgangsmaterial an ihrer Vorderseite,
welche bei dem fertigen Werkstück die Sichtseite bildet,
sogleich ein Oberflächenfinish beispielsweise in
Gestalt einer fest aufgebrachten Folie, eines Furniers
oder eines Lackauftrags. Der biegsame Steg zwischen den
Plattenteilen, der in der praktischen Ausführung eine
Dicke von 1-2 mm hat, stellt eine makellose Oberfläche
im Bereich der gerundeten Kanten sicher, da sich
durch das Stegmaterial, das dem Ausgangsmaterial der
Platte entspricht, keine Fugen und keine störenden Erhebungen
oder Vertiefungen hindurchdrücken können. Dadurch
ergibt sich eine durchgehend homogene Sichtseite
des fertigen Möbelteils, dessen Oberflächenvergütung,
die in einer Furnierschicht oder einem Lacküberzug bestehen
kann, durch den Faltvorgang und die dadurch bedingte
Biegung des Stegmaterials nicht beeinträchtigt
wird. Damit beim Zusammenklappen der Plattenabschnitte
der Steg ohne die Gefahr eines Bruches gebogen werden
kann, verwendet man zweckmäßig als Plattenmaterial eine
Qualitätsspanplatte oder ein ähnlich hochwertiges Material
aus einem Holz-Kunststoff-Verbund.
Das neue Verfahren eignet sich insbesondere zur
Herstellung verdickter Plattenkanten, wobei sich entlang
der Faltlinie ein Gehrungsfräsen erübrigt, weil die
Rückseite der Plattenteile gegeneinander geklappt
werden. Lediglich müssen durch einen entsprechenden
Formfräser die Flanken der Formnut so ausgebildet sein, daß
sich nach dem Zusammenklappen der Plattenteile eine
kontinuierlich durchgehende Plattenrundung ergibt.
Bei der Herstellung von Korpussen nach dem
erfindungsgemäßen Verfahren, bei denen die Plattenteile lediglich
vorwiegend um 90 Grad gefaltet werden und sich danach
entlang von Gehrungsflächen an den Schmalseiten
aneinander abstützen, ist zusätzlich ein Gehrungseinschnitt
erforderlich. Dieser wird ebenso wie das Formfräsen der
gerundeten Nutflanken von der Rückseite der Platte her
vorgenommen, die bei Korpussen die Innenseite später
bildet.
Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den
Merkmalen der Unteransprüche.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung an
Ausführungsbeispielen noch näher erläutert. Dabei
zeigen:
Fig. 1 einen Querschnitt durch den Abschnitt einer
Platte, die nach dem Einschnitt einer
Formnut zum Gegeneinanderklappen der
Plattenteile um 180 Grad vorbereitet ist,
Fig. 2 einen Querschnitt durch den Plattenabschnitt
nach Fig. 1 in zusammengeklappter Anordnung
der Plattenteile,
Fig. 3 eine Stirnansicht einer Platte, die durch
Gehrungsfräsen und Formfräsen für das Falten
eines Korpusses vorbereitet wird,
Fig. 4 die Platte nach Fig. 3 nach Beendigung der
Fräsarbeiten und
Fig. 5 den aus der Platte nach den Fig. 3 und 4
weitgehend zusammengefalteten Korpus.
Im einzelnen zeigt Fig. 1 eine Platte, die aus einem
hochwertigen Spanplattenmaterial besteht und durch
Einfräsen einer Formnut 3 in zwei Plattenabschnitte 2
unterteilt ist. Allerdings hängen die Plattenabschnitte 2
noch einstückig zusammen, denn die Tiefe der Formnut 3
ist geringer als die Dicke der Platte 1, wodurch am
Grund der Formnut 3 ein Steg 5 stehengeblieben ist, der
aus dem Material der Platte 1 besteht. Die Flanken 4
der Formnut 3 stellen im Querschnitt einen Viertelkreis
dar, ihre zusammengenommenen Längen ergeben die
Gesamtbreite des Steges 5 zwischen den beiden
Plattenabschnitten 2. Der Steg 5 hat in praktischer Ausführung
eine Dicke von 1-2 mm und das Material der Platte 1
ist derart gewählt, daß bei dieser Dicke der Steg 5
ohne die Gefahr eines Bruches gebogen werden kann, um
die beiden Plattenteile 2 mit ihren Rückseiten
gegeneinander zu falten, wie es Fig. 2 zeigt. Dabei spannt
sich der Steg 5 über die gerundeten Nutflanken 4, die
sich zur der Außenkontur im gerundeten Kantenbereich
des fertigen Werkstücks ergänzen.
Der Steg 5 findet sich an der Vorderseite der Platte 1,
seine Außenseite liegt nach dem Faltvorgang folglich
zur Sichtseite des fertigen Werkstücks hin und hat eine
hohe Oberflächenqualität. Deshalb kann auf die
Vorderseite der Platte 1, die in Fig. 1 unten liegt, zugleich
eine fertige Oberflächenschicht 6, wie ein Furnier,
aufgebracht sein, das sich über den Bereich des Steges
5 hinweg erstreckt und beim Faltvorgang dessen Biegung
mitmacht. Die Oberflächenschicht 6 bildet somit die
fertige Außenseite der gerundeten Kante 7 des
Werkstücks, das beispielsweise als Tischplatte verwendet
werden kann, die im Bereich ihrer gerundeten Außenkante
optisch verdickt ist.
Beim Faltvorgang bildet sich zwischen den
ursprünglichen Nutflanken 4 und dem Steg 5 eine Fuge 8, die in
Fig. 2 erkennbar ist, im Bereich dieser Fuge wird
zweckmäßig der Steg 5 mit den ursprünglichen Nutflanken
4 fest verklebt, weshalb vor dem Faltvorgang auf die
Nutflanken 4 entsprechend ein Leim aufgegeben wird.
Die Fig. 3 und 4 veranschaulichen eine Platte 1, aus
der ein Korpus gefaltet wird, der vier Seiten hat.
Entsprechend werden in die Platte 3 drei zueinander
parallele Formnuten 3 eingefräst, was hier in zwei
Arbeitsgängen vorgenommen wird. Zunächst wird auch hier wieder
von der Rückseite der Platte 1 her ein Einschnitt 13 im
Bereich der Formnuten eingefräst, dessen Flanken 9 in
einem rechten Winkel zueinander stehen. Entsprechend
hat der Einschnitt 13 im Querschnitt eine V-förmige
Gestalt. Für den Einschnitt 13 wird ein Fräser 10
verwendet, dessen Schneiden 11 sich zu einer Kegelform mit
einem Kegelwinkel von 90 Grad ergänzen. Im Bereich der
Kegelspitze hat der Fräser 10 noch einen zylindrischen
Schneidansatz 12, durch den im Scheitelbereich des
Einschnittes 13 eine im Querschnitt rechteckförmige Nut 14
in das Material der Platte 1 eingeschnitten wird, die
den nachfolgenden Fräsvorgang erleichtert. Der
Einschnitt 13 ohne die Nut 14 erstreckt sich in seinem
Scheitelbereich etwa bis zur Mitte der Dicke der Platte 1.
In einem zweiten Arbeitsgang wird der Bereich der Nut
14, die durch den Fräser 10 bereits eingeschnitten
wurde, erweitert, wozu ein Formfräser 15 dient, der im
Querschnitt im Bereich seiner Schneiden 16 eine konkave
Kreisform hat. Damit wird unterhalb des Einschnittes 13
eine Hinterschneidung der Formnut 3 eingebracht, die
entsprechend gerundete Flanken 4 hat.
Entscheidend ist, daß auch hier die Tiefe der Formnut
3 geringer als die Dicke der Platte 1 ist, so daß nach
beendetem Fräsvorgang ein Steg 5 aus dem Material der
Platte 1 zur untenliegenden Plattenvorderseite hin
stehen bleibt. Die Breite dieses Steges 5 entspricht der
Abwicklung der gerundeten Nutflanken 4, die nach dem
nachfolgenden Faltvorgang von dem gebogenen Steg 5
überspannt werden, was noch anhand von Fig. 5 gezeigt
wird.
Die fertig gefräste Platte 1 gibt Fig. 4 wieder, man
erkennt dort, daß an den beiden zu den Formnuten 3
parallelen Plattenkanten jeweils das Profil der Formnuten
3 mit der zur Rückseite der Platte 1 hin sich
erstreckenden ebenen Flanke 9 und der zur Plattenvorderseite
hin liegenden gerundeten Flanke 4 angefräst ist.
Zusätzlich ist aus dem vollen Material der Platte 1 an
einer der beiden Plattenkanten ein Steg 5 mit einer
freien Längskante 17 herausgefräst worden, dessen
Funktion aus Fig. 5 deutlich wird.
Dort sind die Plattenabschnitte 2 jeweils unter einem
Winkel von 90 Grad gegeneinander gefaltet, wodurch die
geraden Nutflanken 8 im Bereich der Korpuskanten
entlang einer Fuge 18 aneinanderstoßen. An der zunächst
offenen Korpusseite, an der die beiden Längskanten der
Ausgangsplatte 1 aneinandergefügt werden, wird der an
der einen Plattenkante vorkragende Steg 5 auf die
ursprüngliche Nutflanke 4 an der gegenüberliegenden
Plattenkante aufgelegt und dort verleimt. Nach diesem
Schritt ergibt sich ein rundum geschlossener Korpus mit
einer außenseitigen Oberflächenschicht 6, die lediglich
im Bereich der zusammengefügten Plattenkanten eine
einzige Stoßfuge aufweist.
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| Anspruch[de] |
- 1. Verfahren zur Herstellung von Möbelteilen, wie Möbelkorpussen
oder dergleichen, mit zumindest einer
gerundeten Kante (7), bei dem in eine Platte (1)
ausschließlich von deren Rückseite her mittels eines
entsprechenden Formfräsers eine Formnut (3) eingeschnitten
wird, die zur Vorderseite der Platte (1)
hin divergierende, konvex gerundete, Flankenabschnitte
(4) hat, wonach dann die Plattenabschnitte
(2) beidseits der Formnut (3) um ein elastisches
Band nach Art eines Filmscharniers aus der flachliegenden,
180-Grad-Ausgangslage unter Einschluß eines
dagegen kleineren Winkels gegeneinander geklappt
werden,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Formnut (3) mit einer Tiefe eingefräst wird,
die kleiner als die Dicke der Platte (1) ist, und
entsprechend am Nutgrund zur Vorderseite der Platte
(1) hin ein Steg (5) des Plattenmaterials stehen
bleibt, der das elastische Band bildet, dessen Breite
der Länge der Abwicklung der beiden konvex gerundeten
Nutflanken (4) entspricht und der die Plattenabschnitte
(2) einstückig zusammenhält, wonach der
Steg (5) beim Klappvorgang unmittelbar über die gerundeten
Nutflanken (4) gespannt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Formnut (3) in einem einzigen Arbeitsgang
eingeschnitten wird, wozu ein Fräser verwendet wird,
dessen Schneidenprofil einen konkaven Viertelkreisbogen
darstellt, wonach die Plattenabschnitte (2) um
180 Grad relativ zueinander aufeinander geklappt
werden.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Formnut (3) in zwei Arbeitsgängen eingeschnitten
wird, wozu als erstes ein Fräser (10) mit
geraden Schneiden (11), die eine kegelförmige
Schneidenflugbahn haben, verwendet wird, wobei mit
diesem Fräser (10) ein im Querschnitt V-förmiger
Einschnitt (13) mit einer Tiefe von etwa der halben
Plattendicke in die Platte (1) vorgenommen wird, wonach
der restliche Teil der Formnut (3), der gerundete
Flanken (4) aufweist, mittels eines Fräsers
(14) mit konkav gerundeten Schneiden (15) an den V-
förmigen Einschnitt (13) anschließend unter Ausbildung
des Stegs (5) eingefräst wird.
- 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-3,
dadurch gekennzeichnet,
daß zur Herstellung eines Möbelkorpus mehrere, zueinander
parallele Formnuten (3) in die Platte (1)
eingefräst werden, wobei an den beiden dazu parallelen
Plattenkanten jeweils das Flankenprofil der
Formnuten (3) angefräst wird und an einer dieser
zwei Plattenkanten der Steg (5) mit einer freien
Längskante (17) freigefräst wird.
- 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-4,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Material für die Platte (1) eine oberflächenfertige
Qualitätsspanplatte verwendet wird.
- 6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-5,
dadurch gekennzeichnet,
daß vor dem Zusammenklappen der Plattenabschnitte
(2) an die Flanken der Formnut (3) Leim angegeben
wird.
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