PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE3706132C2 06.08.1992
Titel Nußschälvorrichtung
Anmelder Maschinenfabrik G.W. Barth Ludwigsburg GmbH & Co, 7140 Ludwigsburg, DE
Erfinder Mayer-Potschak, Karl-Joachim, 7140 Ludwigsburg, DE
Vertreter Vogel, G., Pat.-Ing., 7141 Schwieberdingen
DE-Anmeldedatum 26.02.1987
DE-Aktenzeichen 3706132
Offenlegungstag 08.09.1988
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 06.08.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.08.1992
IPC-Hauptklasse A23N 5/00
IPC-Nebenklasse A23N 5/08   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 sowie ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 6.

In der EP 00 66 897 ist ein Verfahren zur Entfernung der Samenschalen von pflanzlichem Samengut und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens beschrieben. Bei diesem bekannten Verfahren werden die Randzonen des pflanzlichen Samengutes mit Dampf angequillt und dadurch die Samenschalen angerissen. Danach schrumpft das Samengut durch schnelles Trocknen, und die sich dabei ablösenden Samenschalen werden gleichzeitig und/oder in einem späteren Verfahrensschritt entfernt. Das eigentliche Beseitigen der Samenschalen setzt somit zwei Verfahrensschritte voraus, nämlich das Anquillen des Samengutes und das schnelle Trocknen desselben. Ferner ist in der US-PS 38 08 964 eine mit Luftdruck arbeitende Vorrichtung zum Blanchieren von gewärmten oder gerösteten Erdnüssen beschrieben, die aus einem Hohlkörper besteht, der sich zu seinem bodenseitigen Ende hin verjüngt, wobei das untere Ende des Hohlkörpers eine an eine Druckluftleitung anschließbare Düse aufweist, deren Druckluft die Erdnüsse beaufschlagen kann. Um die geschälten Nüsse aus der Vorrichtung herausnehmen zu können, muß der Hohlkörper geöffnet werden. Handelt es sich dabei um Vorrichtungen von mehreren Metern Größe, dann sind zusätzliche Einrichtungen erforderlich, um die Teile der Vorrichtung voneinander trennen zu können.

Ausgehend von dem obigen Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die gattungsgemäße Vorrichtung ohne unangemessenen konstruktiven Aufwand so weiterzubilden, daß die Beschädigung der Nüsse möglichst gering ist, deren Schälvorgang beschleunigt wird und diese nach dem Schälvorgang problemlos aus der Vorrichtung entnommen werden können. Außerdem soll ein Verfahren angegeben werden, das diese Ziele gewährleistet.

Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß bzgl. der Vorrichtung durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruches 1, bzgl. des Verfahrens durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruches 6 gelöst.

Man erkennt, daß die Erfindung dann verwirklicht ist, wenn die Enthäutung der Nüsse in der Weise erfolgt, daß die Häute durch Luftimpulse von den Nüssen abgerissen werden.

Die Nüsse prallen nicht mehr gegen eine Wand, so daß die Bruchgefahr wesentlich reduziert wird. Die von den Nüssen gelösten Häute werden mittels einer Absaugvorrichtung abgesaugt. Das Absaugen der Häute erfolgt schon während der Verwirbelung der Nüsse, da die Häute aufgrund ihres Gewichtes eine bestimmte Zeit im Innenraum des Hohlkörpers schweben. Wirkt auf die schwebenden Häute ein Luftstrom ein, der stark genug ist, um diese Häute in eine andere Richtung zu bewegen - andererseits aber nicht so stark ist, daß auch die Nüsse vom Luftstrom mitgerissen werden -, dann kann durch einfache Maßnahmen erreicht werden, daß nach dem Lösen der Häute von den Nüssen diese von den geschälten Nüssen voll separiert werden.

Weitere zweckmäßige und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen hervor.

Eine weitere zweckmäßige Maßnahme der Erfindung sieht vor, daß die Längsmittelachse der Düse parallel zur Symmetrieachse des Hohlkörpers verläuft, wobei das vertikal nach oben gerichtete Ende des Hohlkörpers mittels eines Verschlusses abgedeckt ist. Bei dieser Ausführungsform der Erfindung werden die Nüsse vertikal nach oben bewegt und verwirbelt, und zwar während der ganzen Zeit, in der die Druckluft durch die Düse strömt. Ist die Absaugvorrichtung im Verschluß angeordnet, dann werden die gelösten Häute schon während der Verwirbelung der Nüsse abgesaugt. Die innerhalb des Hohlkörpers herrschenden Druckverhältnisse müssen allerdings so gewählt sein, daß nur die Häute, aber nicht die Nüsse abgesaugt werden. Andererseits müssen die Druckverhältnisse sicherstellen, daß die auf die Häute wirkenden Kräfte in Richtung des Absaugkanals (Absaugvorrichtung) ausgerichtet sind. Hierbei ist es vorteilhaft, wenn die Absaugvorrichtung an einen Sammelbehälter für die Häute angeschlossen ist.

Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Enthäuten von gerösteten Nüssen. Hierbei ist vorgesehen, daß zunächst der Hohlkörper mit Röstgut gefüllt und die Absaugvorrichtung eingeschaltet wird, um schon die während des Füllens entstehenden Häute absaugen zu können, und daß daraufhin das Röstgut mit durch die Düse strömender und in Form von Luftimpulsen wirkender Druckluft beaufschlagt und verwirbelt wird. Die Dauer dieses Schäl- und Absaugvorganges ist regelmäßig von der Qualität des Röstgutes abhängig. Sind die Nüsse enthäutet, dann wird die im unteren Bereich ausgebildete Auslaßöffnung geöffnet, um die Nüsse in einem Sammelbehälter zu sammeln. Dies kann dadurch geschehen, daß die Düsen, die in der Auslaßöffnung angeordnet sind, wegbewegt werden. Da der Luftstrahl, der die Nüsse im Hohlkörper gehalten hat, entfällt, fallen die Nüsse aufgrund ihres Eigengewichtes aus der Auslaßöffnung.

Die durch die Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß durch eine besonders einfache Ausgestaltung der Vorrichtung nicht nur die Geschwindigkeit der Enthäutung der Nüsse, sondern auch die Qualität der Enthäutung deutlich verbessert wird. Dabei ist von Bedeutung, daß bei der Nußschälvorrichtung keine wiederkehrenden Kontrollen mehr erforderlich sind.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung schematisch dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben.

Die Zeichnung zeigt eine Nußschälvorrichtung zum Enthäuten von gerösteten Nüssen. Sie besteht aus einem Hohlkörper 10 mit einer Einlaßöffnung 12 und einer Auslaßöffnung 13 für die Nüsse. Im Bereich der Auslaßöffnung 13 ist eine Druckluftleitung 14 mit Düsen 15 angeordnet, deren Luftstrahl die Nüsse verwirbeln kann. Im oberen Bereich des Hohlkörpers 10 befindet sich eine Absaugvorrichtung 20, durch welche die von den Nüssen gelösten Häute absaugbar sind. Man erkennt, daß der Hohlkörper 10 im wesentlichen zylinderförmig ausgebildet und vertikal angeordnet ist. Das untere Ende 22 des Körpers 10 ist trichterförmig ausgebildet. Es handelt sich daher um einen symmetrischen Hohlkörper 10, bei dem die Düse 15 der Druckluftleitung 14 koaxial mit der Symmetrieachse 23 angeordnet und von der Auslaßöffnung 13 für die Nüsse umgeben ist.

Die Anschlußöffnung 30 für die Absaugvorrichtung 20 ist ebenfalls koaxial zur Symmetrieachse 23 angeordnet und über eine Leitung 33 mit einem Absauggerät 35 verbunden. Die Saugkraft der Absaugvorrichtung 20 ist mittels eines Ventiles 36 einstellbar. Die abgesaugten Schalen werden in dem Sammelbehälter 38, aus dem sie entnommen werden können, gesammelt. Die Einlaßöffnung 12 kann mit einer Dosiervorrichtung verbunden sein, die jeweils eine bestimmte Menge von Nüssen in den Hohlkörper 10 einspeist.

Das Enthäuten der Nüsse kann wie folgt durchgeführt werden: Zunächst werden bei eingeschalteter Druckluftpumpe 50 und eingeschaltetem Absauggerät 35 durch die Einlaßöffnung 12 geröstete Nüsse in den Hohlkörper 10 eingebracht, die sich im Bereich der Auslaßöffnung 13, in der die Düse 15 angeordnet ist, sammeln. Die eingefüllten Nüsse werden mit dem Luftstrahl beaufschlagt und in dem Hohlkörper 10 gehalten. Dies hat zur Folge, daß die Nüsse verwirbelt und dabei vertikal nach oben bewegt werden. Durch die Verwirbelung stoßen die Nüsse gegeneinander und die Luftimpulse lösen die Häute von den Nüssen. Die gelösten Häute werden von der Absaugvorrichtung 20 erfaßt und dem Sammelbehälter 38 zugeführt. Nach einer vorgegebenen Zeit, die experimentell ermittelt wird, wird die Druckluftpumpe 50 abgeschaltet und/oder die Düse 15 aus dem Bereich der Auslaßöffnung 13 entfernt. Die enthäuteten Nüsse werden dann nicht mehr im Hohlkörper 10 gehalten und fallen aufgrund ihres Eigengewichtes aus der Auslaßöffnung 13 in einen separaten Behälter.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Enthäuten gerösteter Nüsse mit einem mindestens eine Einlaß- und eine Auslaßöffnung für die Nüsse aufweisenden Hohlkörper, der zylinderförmig und vertikal angeordnet ist und sich zu seinem bodenseitigen Ende hin verjüngt, und mit einer an eine Druckluftleitung anschließbaren Düse, die in den Innenraum des Hohlkörpers an dessen bodenseitigem Ende einmündet und deren Luftstrahl so stark ist, daß die Nüsse verwirbelt werden, dadurch gekennzeichnet, daß das bodenseitige Ende (22) selbst als Auslaßöffnung (13) ausgebildet ist, daß die Düse (15) innerhalb der Auslaßöffnung (13) angeordnet ist und zur Entleerung des Hohlkörpers (10) aus dem Bereich der Auslaßöffnung (13) entfernbar ist und daß der Luftstrahl in Form von Luftimpulsen abgegeben wird.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsmittelachse der Düse (15) parallel zur Symmetrieachse (23) des Hohlkörpers (10) verläuft.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das vertikal nach oben gerichtete Ende des Hohlkörpers (10) mittels eines Verschlusses (55) abgedeckt ist.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß im Verschluß (55) zumindest eine Einlaßöffnung (12) für die Nüsse sowie eine Anschlußöffnung (30) für die Absaugvorrichtung (20) ausgebildet sind.
  5. 5. Verfahren zum Enthäuten von gerösteten Nüssen mittels einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst der Hohlkörper mit Röstgut gefüllt und die Absaugvorrichtung eingeschaltet wird, um schon die während des Füllens entstehenden Häute absaugen zu können, und daß daraufhin das Röstgut mit durch die Düse strömende und in Form von Luftimpulsen wirkende Druckluft beaufschlagt und verwirbelt wird.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com