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Dokumentenidentifikation DE3811360C2 06.08.1992
Titel Verfahren zum Entfernen von Flecken aus Textilien und Mittel zur Durchführung des Verfahrens
Anmelder Brunner, Thomas, 7311 Schlierbach, DE
Erfinder Brunner, Thomas, 7311 Schlierbach, DE
Vertreter Maxton, A., Dipl.-Ing.; Langmaack, J., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 5000 Köln
DE-Anmeldedatum 02.04.1988
DE-Aktenzeichen 3811360
Offenlegungstag 12.10.1989
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 06.08.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.08.1992
IPC-Hauptklasse D06L 1/04
IPC-Nebenklasse D06L 1/12   C11D 3/43   C11D 1/90   C11D 1/22   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entfernen von Flecken aus Textilien mit Hilfe von Wasser und Fleckentfernungskomponenten zur Durchführung dieses Verfahrens.

Für das Entfernen von Flecken aus Textilien oder dgl. lassen sich grundsätzlich zwei Grundstoffe einsetzen, nämlich einmal die sogenannten waschaktiven Substanzen, die im Zusammenwirken mit Wasser die Verschmutzung von der Faseroberfläche lösen, so daß diese von der Waschflotte aufgenommen werden. Sogenannter Fettschmutz wird hierbei in der Waschflotte emulgiert und sogenannter Pigmentschmutz wird in der Waschflotte suspendiert. Bei wasserempfindlichen Geweben, kleinen Flecken auf Fettbasis oder auch auf Lackbasis werden anstelle von waschaktiven Substanzen Lösungsmittel eingesetzt, die ggf. auf die chemische Struktur des betreffenden Fleckes abgestimmt sein müssen. So wird beispielsweise 1.1.1-Trichloräthan als sogenanntes Fleckenwasser für die Einzelbehandlung, aber auch zum Detachieren von Textilien in der chemischen Reinigung eingesetzt. Daneben ist die Verwendung von sogenanntem Waschbenzin, Lacklösungsmittel, wie beispielsweise sogenannte Nitroverdünnung etc., bekannt. Die Verwendung derartiger Lösungsmittel, die alle leichtflüchtig und z. T. entflammbar sind, ist wegen der inzwischen bekannt gewordenen Gefahr von Gesundheitsschädigungen nur unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen zulässig. Hinzu kommt noch, daß mit zunehmendem Einsatz von Kunstfasern unterschiedlichster chemischer Zusammensetzung allein oder auch in Mischungen untereinander oder in Mischungen mit Naturfasern bei der Verwendung von Lösungsmitteln Vorsicht geboten ist, da u. U. die Gefahr besteht, daß durch das betreffende Lösungsmittel eine Faserkomponente in einem derartigen Mischgewebe angelöst und damit das Gewebe z. T. zerstört wird. Ebenso ist es möglich, daß durch ein derartiges Lösungsmittel die Farbpigmente bei gefärbten Fasern angegriffen werden können, so daß neben der Fleckbeseitigung auch eine Ent- oder Verfärbung der behandelten Stelle auftritt. Ein besonderer Nachteil der Verwendung derartiger Lösungsmittel, die allesamt in hohem Maße flüchtig sind, besteht darin, daß bei der Fleckenbehandlung keine ausreichende Behandlungszeit möglich ist, so daß beispielsweise bei einem Farbfleck mit Bindemittel, wie beispielweise einem Lackfleck oder einem Kugelschreiberfleck, das Bindemittel zwar gelöst wird, jedoch die an der Faser anhaftenden Pigmentteilchen nicht vollständig von der Faser getrennt werden können, so daß eine Restverfärbung bleibt. Ein weiteres Problem ist hierbei eine randfreie Fleckentfernung, die nur bei vollständigem Eintauchen des betreffenden Textilstückes in das Lösungsmittel möglich wäre. Da im täglichen Leben eine Vielzahl von fleckenden Substanzen unterschiedlichster chemischer Zusammensetzung verwendet werden, die den Einsatz der unterschiedlichsten Lösungsmittel erfordern, ist man seit einiger Zeit dazu übergegangen, Spezial-Fleckentfernungsmittel herzustellen und anzubieten, die als geschlossenes Sortiment abgegeben und dann nach entsprechender Wahl im Haushalt eingesetzt werden können. Da diese Spezial-Fleckentfernungsmittel allesamt auf der Basis flüchtiger Lösungsmittel aufgebaut sind, war eine befriedigende, randfreie Fleckentfernung nur bedingt möglich, wobei die Gefahr einer Gesundheitsgefährdung durch die verwendeten Lösungsmittel nicht in allen Fällen ausgeschlossen werden konnte.

Aus der DE-OS 14 67 574 ist es bekannt, Mischungen von waschaktiven und lösungsmittelhaltigen Detergentien in einen kapillaraktiven Stoff, beispielsweise Zellstoff, einzubringen und damit den Flecken abzureiben.

Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Fleckentfernen zu schaffen, das aufgrund der gewählten Mittel lange Einwirkungszeiten und eine randfreie Fleckentfernung ermöglicht.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die verschmutzte Stelle wenigstens einer ersten Fleckentfernungskomponente, bestehend aus einer Mischung von Glykolsäure-n-butylester, Diätylenglykolmon-n-butyläther und Fettamin-Derivat mit Betainstruktur und/oder einer zweiten Fleckentfernungskomponente, bestehend aus einer Mischung von Kokosfettsäuremonoethanolamid mit 4,5-6 Mol Ethyloxid, 97-98%ige Dodecylbenzolsulfonsäure und reines Triäthanolamin sowie als Lösungsmittel Essigsäure-(diäthylenglykolmono-n-butyläther)ester getränkt und nach einer vorgebbaren Einwirkungszeit die getränkte Stelle zusätzlich mit Wasser getränkt, gewalkt und anschließend mit Wasser ausgewaschen wird. Beide Fleckentfernerkomponenten sind nicht toxisch, praktisch nicht flüchtig und wasserlöslich. Es hat sich gezeigt, daß je nach Art der fleckenden Substanz die Behandlung der verfleckten Stelle mit nur einer Fleckentfernerkomponente ausreicht, daß jedoch für die Behandlung von bisher nicht zu entfernenden Flecken der Einsatz beider Komponenten notwendig ist. So reicht es beispielsweise aus, Flecken von Obstsäften nur mit der ersten Fleckentfernerkomponente zu tränken und nach einer Einwirkungszeit von etwa 10 bis 15 Minuten unter der Zugabe von einer geringen Wassermenge mechanisch zu reiben bzw. zu walken und anschließend die getränkte Stelle mit Wasser auszuwaschen. Durch Anstrichmittel verursachte Flecke können in einer Vielzahl von Fällen durch die Behandlung mit der zweiten Fleckentfernungskomponente in der vorstehend beschriebenen Weise entfernt werden. Insbesondere Flecken, die von Kugelschreiber oder Filzschreiber oder die von sogenannten Markierstiften verursacht sind, müssen in der Weise behandelt werden, daß zunächst die verfleckte Stelle je nach Grad der Verschmutzung über mehrere Stunden getränkt wird, dann anschließend die zweite Fleckentfernerkomponente zur ersten Fleckentfernerkomponente hinzugegeben wird, so daß beide Komponenten über eine weitere Einwirkungszeit von beispielsweise 10 Minuten bis zu einer Stunde auf die Verschmutzung einwirken können. Anschließend wird unter Zugabe von etwas Wasser das Gewebe mechanisch bearbeitet, beispielsweise gewalkt oder gegeneinander gerieben und anschließend die aus den beiden Fleckentfernerkomponenten und Wasser bestehende Tränkung ausgespült. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß die erfindungsgemäßen Mittel nicht kennzeichnungspflichtig im Hinblick auf die Entflammbarkeit sind, da der Flammpunkt der ersten Komponente 75°C und der zweiten Komponente 108°C beträgt. Ferner ist von Vorteil, daß hinsichtlich der Raumluftbelastung die Lösungsmittelanteile beider Komponenten in den MAK-Werten cm3/cm3 (ppm) und mg/m3 Luft in Kennwert-Tabellen nicht aufgeführt sind und somit die Anwendung in geschlossenen Räumen möglich ist.

Erfindungsgemäß besteht die erste Fleckentfernungskomponente zur Durchführung des Verfahrens aus einer Mischung von

10-80% Glykolsäure-n-butylester

19-80% Diäthylenglykolmono-n-butyläther

1-40% Fettamin-Derivat mit Betainstruktur.

Bevorzugt wird hierbei eine Mischung von

39-40% Glykolsäure-n-butylester,

39-40% Diäthylenglykolmono-n-butyläther,

19-20% Fettamin-Derivat mit Betainstruktur.

Erfindungsgemäß enthält die zweite Fleckentfernerkomponente zur Durchführung des Verfahrens neben der entsprechenden Menge an Lösungsmittel Essigsäurediäthylenglykolmono-n-butyläther)ester an Tensiden eine Mischung aus

1-25% Kokosfettsäuremonoethanolamid mit 4,5-6 Mol EO

1-40%, Dodecylbenzolsulfonsäure, 97-98%ig

1-20%, reines Triäthanolamin, wobei

die beiden Bestandteile Dodecylbenzolsulfonsäure und Triäthanolamin als wasserhaltige Mischung eingesetzt werden, wobei der Wasseranteil vorzugsweise 9,8% beträgt und der Rest zu 100% durch das Lösungsmittel in der Menge ergänzt wird.

Bevorzugt wird hierbei eine Mischung von

16% Kokosfettsäuremonoethanolamid mit 4,5-6 Mol EO

20% Dodecylbenzolsulfonsäure, 97-98%ig zu 100% ergänzt mit Wasser, vorzugsweise 9,8% und Essigsäure-(Diäthylenglykolmono-n-butyläther)ester, vorzugsweise 45,0%.

Vorteilhaft ist, daß bei der Anwendung sich die in der Mischung enthaltenen Tenside nicht von dem als Lösungsmittel dienenden Essigsäure-(diäthylenglykolmono-n-butyläther)ester trennen und so die volle Einwirkung auf das zu reinigende Gewebe erhalten bleibt.

In Abwandlung kann das emulgierbare Tensid auch durch Triäthanolaminalkylsulfat gebildet werden, das ein Amin als Kation enthält.

In einer anderen Abwandlung können wahlweise als Amine eingesetzt werden:

Monoäthanolamin, Diäthanolamin, Triäthanolamin, Monoisopropanolamine, Diisopropanolamine, Triisopropanolamine, Methylamine, Äthylamine, Propylamine oder Isopropanolamine.

Der anionische Teil der Tenside kann wahlweise einzeln oder in einer entsprechenden Mischung bestehen aus Fettalkylschwefelsäureester oder Fettsäuren. Sie können auch als Salze eingesetzt werden, wobei dann diese Verbindungen auch als wasserhaltige Verbindungen zum Einsatz kommen können.

Ferner können die anionischen Tenside in Form ihrer freien Säure, wie beispielsweise Fettsäuren, insbesondere Dodecylbenzolsulfonsäure in situ mit den angegebenen Aminen hergestellt und eingesetzt werden.

Die vorstehend angegebenen Anteile der einzelnen Mischungsbestandteile für die beiden Fleckentfernerkomponenten sind als Gewichts- Prozente definiert. Die Zugabe von Parfümöl gemäß Anspruch 4 erfolgt nach der Beurteilung des Geruchs und ist in der der beiden Fleckentfernerkomponenten- Menge unabhängig von den angegebenen Mischungsanteilen.

Der Vorteil der beiden Fleckentfernerkomponenten besteht darin, daß zum Fleckentfernen nur die verschmutzte Stelle in einer flachen Schale getränkt zu werden braucht, wobei eine längere Einwirkungszeit von mehreren Stunden möglich ist, da beide Fleckentfernerkomponenten praktisch nicht flüchtig sind. Die Auswahl, ob jeweils die erste oder die zweite Fleckentfernerkomponente allein oder im Zusammenwirken miteinander eingesetzt werden, richtet sich im wesentlichen nach der den Fleck verursachenden Substanz. Bei der Verwendung beider Fleckentfernerkomponenten nacheinander richtet sich auch die Reihenfolge der Anwendung im wesentlichen nach der den Fleck verursachenden Substanz. In der Regel erfolgt jedoch die Tränkung zunächst mit der ersten Fleckentfernerkomponente, dann wird die zweite Fleckentfernerkomponente zugegeben und nach einer kurzen Einwirkungszeit etwas Wasser zugegeben und nach einer weiteren Einwirkungszeit unter mechanischem Walken oder Reiben der verschmutzten Stelle die Tränkung mit Wasser insgesamt ausgeschwemmt.

Anstelle einer Tränkung in Badform, wie dies insbesondere für die Anwendung im Haushalt erfolgt, ist es für den gewerblichen Bereich möglich, die verschmutzte Stelle jeweils mit den Fleckentfernerkomponenten zu bedampfen, bzw. in der im gewerblichen Bereich üblichen Detachiertechnik zu behandeln.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Entfernen von Flecken aus Textilien, mit Hilfe von Wasser, dadurch gekennzeichnet, daß die verschmutzte Stelle in wenigstens einer ersten Fleckentfernerkomponente, bestehend aus einer Mischung von Glykolsäure-n-butylester, Diäthylenglykolmono-n-butyläther und Fettamin-Derivat mit Betainstruktur und/oder einer zweiten Fleckentfernerkomponente, bestehend aus einer Mischung von Kokosfettsäuremonoethanolamid mit 4,5-6 Mol Ethylenoxid, 97-98%ige Dodecylbenzolsulfonsäure und reinem Triäthanolamin sowie als Lösungsmittel Essigsäure-(diäthylenglykolmono- n-butyläthyl)ester getränkt und nach einer vorgebbaren Einwirkungszeit die getränkte Stelle zusätzlich mit Wasser getränkt, gewalkt und anschließend mit Wasser ausgewaschen wird.
  2. 2. Fleckentfernerkomponente zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Fleckentfernerkomponente aus einer Mischung von

    10-80% Glykolsäure-n-butylester,

    10-80% Diäthylenglykolmono-n- butyläther,

    1-40% Fettamin-Derivat mit Betainstruktur

    besteht.
  3. 3. Fleckentfernerkomponente zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Fleckentfernerkomponente aus einer Mischung besteht aus

    1-25%, Kokosfettsäuremonoethanolamid mit 4,5-6 Mol EO

    1-40% Dodecylbenzolsulfonsäure, 97-98%ig

    1-20% reines Triäthanolamin

    zu 100% ergänzt mit 9,8% Wasser und 45% Essigsäure- (diäthylenglykolmono-n-butyläther)ester.
  4. 4. Fleckentfernungskomponente nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Mischung jeweils Parfümöl zugesetzt ist.






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