PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE3840521C2 06.08.1992
Titel Hängebahn für Stückguttransport
Anmelder C.A. Heinemann GmbH, 4000 Düsseldorf, DE
Erfinder Baysal, M., Dipl.-Ing.;
Karayol, S., Dipl.-Ing., 4044 Kaarst, DE
Vertreter König, R., Dipl.-Ing. Dr.-Ing.; Bergen, K., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 4000 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 01.12.1988
DE-Aktenzeichen 3840521
Offenlegungstag 07.06.1990
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 06.08.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.08.1992
IPC-Hauptklasse B65G 9/00
IPC-Nebenklasse D06F 93/00   E01B 25/24   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Hängebahn für Stückguttransport, insbesondere für den Wäschetransport mit schwerkraftgetriebenen, auf gegen die Horizontale zumindestens abschnittsweise geneigten Transportschienen laufenden Transportwagen und mindestens einer in den Transportschienen integrierten Stoppstelle.

Die Wirtschaftlichkeit in einem Großwäschereibetrieb setzt einen kontinuierlichen Wäschefluß voraus. Sowohl im Schmutzwäsche- als auch im Reinwäschebereich sind noch in erheblichem Umfang manuelle Arbeiten erforderlich. Rund 60% der Wäschereikosten werden durch Personal verursacht, so daß eine Erhöhung der Automatisierung des Betriebes eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit bedeutet. Aufwendige Tätigkeiten fallen im Schmutzwäschebereich insbesondere durch Sortieren und Maschinenbedienung, hier vor allem durch Eingabetätigkeiten an.

Eine moderne Großwäscherei ist in einen Schmutz- und einen Reinwäschebereich aufgeteilt. Der Schmutzwäschebereich untergliedert sich in die Teilfunktionsbereiche Anlieferung, Zuführung zum Waschprozeß und den Waschprozeß selbst. Im Reinwäschebereich werden die Teilbereiche Pressen, Volltrocknen, Mangeln, gegebenenfalls Nähen, sowie Lagern und Ausliefern unterschieden.

Im Schmutzwäschebereich wird die angelieferte Wäsche zunächst von Hand in Wäschesäcke sortiert und entsprechend ihrer Zugehörigkeit gekennzeichnet, bevor der Wäschesack mit einem Fördersystem zu einer Warteposition vor der jeweils nur einen Wäschesack aufnehmenden Waschstraße transportiert wird. Dort werden die Wäschesäcke einzeln unter Eingabe des für den betreffenden Wäschesack entsprechenden Programmes in die Waschmaschine eingefüllt. Das Waschprogramm ist insbesondere abhängig von der Art und Menge der in den Wäschesack eingefüllten Wäsche. Der die Waschstraße bedienenden Person muß also zusätzlich zu der bei der Sortierung der Schmutzwäsche erfolgenden Kennzeichnung der Wäscheart das Füllgewicht des einzelnen Wäschesacks bekannt sein, es sei denn, die Sortierer sorgen bereits beim Abfüllen der Wäschesäcke für eine stets gleichmäßige Beladung der Wäschesäcke. Für den eigentlichen Beladevorgang der Waschmaschine muß der Wäschesack zunächst manuell geöffnet werden, bevor die Wäsche von Hand in die Waschstraße gegeben werden kann. Da die Waschdauer je nach Programm unterschiedlich lang ist, ist die an der Waschstraße beschäftigte Person üblicherweise auch während des Waschvorganges zugegen, um unmittelbar nach Ablauf des Waschvorganges den nächsten Wäschesack einfüllen zu können.

Sortiervorgänge, maschinenbedingtes Handling und internes Transportieren sind somit gegenüber dem vollautomatisch ablaufenden Waschprozeß recht personalintensiv. Vergleichbare Probleme treten auch an den Schnittstellen zwischen den nachgeschalteten Maschinen des Reinwäschebereiches auf, so daß auch hier hohe Personalkosten verursacht werden. Es hat daher nicht an Versuchen gefehlt, die Verknüpfung der Teilfunktionsbereiche durch Automatisierung zu verbessern.

Der Einsatz von kontinuierlich arbeitenden, vollautomatischen Waschstraßen ist bei Großwäschereien heute bereits Standard. Im Wäschezuführungsbereich zur Waschanlage hat sich die Verwendung von Hängebahn-Förderanlagen als Fördersysteme wegen der damit verbundenen Vorteile durchgesetzt. Die gute Anpassungsfähigkeit von Schienen-Hängebahnen an die örtlichen Verhältnisse sowie der Anbau von Kurven, Weichen, Wiegeeinrichtungen und Drehscheiben ermöglichen den nachträglichen Einbau in ältere Wäschereibetriebe. Des weiteren beansprucht die Hängebahn kaum etwas von der für andere Aufgaben notwendigen Bodenfläche, da die Fahrbahn über Flur angeordnet ist. Insbesondere bieten sich Hängebahnen zur Förderung von Stückgütern in einzelnen Gehängen an.

Ein elektrischer Antrieb des Fahrwerks der Transportwagen scheidet bei Hängebahnen für Wäschereibetriebe wegen der Vielzahl der Transportwagen in aller Regel aus, so daß die Transportwagen entweder von Hand oder durch die in Gefällestrecken aufgrund der Erdbeschleunigung in Fahrtrichtung wirkenden Kraft bewegt werden.

Bei einem bekannten Wäsche-Hängebahnsystem wird der zuvor abgewogene, gefüllte Wäschesack über einen elektrischen Aufzug angehoben und in die Transportbahn eingespeist. Die gefüllten Wäschesäcke laufen durch das Gefälle der Transportschienen aus eigener Kraft über ein pneumatisch gesteuertes Weichensystem in eine die gefüllten Säcke aufstauende Vollspeicherbahn. Jeder Wäschesack wird mit einem das Waschprogramm enthaltenden Codeplättchen, das während des Transports ohne Stopp gelesen wird, vor der Einspeisung in die Transportbahn versehen. Aus dem Speicher ruft nun die Waschstraße rechtzeitig zur Beschickung den nächsten Wäschesack ab, der über ein Gefälle zur Abwurfstation läuft. Sobald die Waschanlage zur Neubeschickung bereit ist, öffnet sich der Sack und die Schmutzwäsche fällt in den Einfülltrichter der Waschstraße. Danach läuft der leere Wäschesack zurück in Richtung Beladestation, wo er in einer Leerspeicherbahn bis zur nächsten Verwendung geparkt wird. Der Wäschesack wird über einen Seilzug von Hand wieder geschlossen, neu gefüllt und wieder in die Transportbahn eingespeist. Das für jeden Wäschesack zulässige Beladungsgewicht wird durch eine in den Aufzug integrierte mechanische Waage bestimmt. Die Vereinzelung der Wäschesäcke sowohl in der Voll- als auch in der Leerspeicherbahn erfolgt pneumatisch durch Freigabe eines die Laufbahn der Transportschiene blockierenden Hebels.

Pneumatische Antriebe haben den Nachteil, daß sie geräuschvoll arbeiten, durch Undichtigkeiten störanfällig sind und infolgedessen einen hohen Luftverbrauch aufweisen. Des weiteren können die pneumatischen Bauelemente nur über elektromagnetische Ventile mit der zur Automatisierung der Wäsche- Hängebahn notwendigen Programm-Steuerung zusammenwirken.

Die oben beschriebene Vereinzelung der Wäschesäcke hat den weiteren Nachteil, daß kein Anrollimpuls auf die in den Speicherbahnen ruhenden Wäschesäcke ausgeübt wird. Die gegenüber der Fahrenergie erforderliche höhere Anfahrenergie bedingt ein größeres Gefälle der Transportschienen im Bereich der Voll- und Leerspeicherbahn, insbesondere im Bereich der Leerspeicherbahn, da dort das fehlende Beladungsgewicht den Anfahrvorgang nicht mehr unterstützt. Insbesondere in Großwäschereien mit begrenzter Raumhöhe und bereits bestehender vollautomatischer Waschstraße kann sich aufgrund des erforderlichen Gefälles ein nachträglicher Einbau einer automatischen Wäsche-Hängebahn verbieten, wenn die Oberkante des Einfülltrichters der Waschstraße oberhalb der mit ausreichendem Gefälle versehenen Transportbahn zu liegen käme. Außerdem wird durch das größere erforderliche Gefälle der Transportbahn in relativ niedrigen Gebäuden ein größerer Teil der Bodenfläche infolge des sich eher unter Stehhöhe verkürzenden Abstandes zwischen Unterkante Wäschesack und Boden als Arbeitsfläche blockiert.

Das mechanische Wiegen der Wäsche an der Beladestation durch Federwaagen ist relativ ungenau und hat den Nachteil, daß die Eingabe des Meßergebnisses in die Programmsteuerung der Wäsche-Hängebahn von Hand erfolgen muß, es sei denn, die Wäschesäcke werden stets gleich schwer beladen, was die Erledigung von Spezialwaschaufträgen mit unterschiedlichen Gewichten erheblich erschwert.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die oben erwähnten Nachteile zu vermeiden, und gleichzeitig die Hängebahn weiter zu automatisieren, insbesondere die Vereinzelungsmechanismen in der Transportbahn zu verbessern.

Die Lösung dieser Aufgabe basiert auf dem Gedanken, mit nur einem Bauteil das Stoppen, Vereinzeln und Beschleunigen eines Lastträgers einer Hängebahn im wesentlichen gleichzeitig zu ermöglichen.

Dieser Lösungsgedanke wird überraschend einfach dadurch realisiert, daß als Stoppstelle ein an der Transportbahn angeordnetes, über einen Antrieb in Transportrichtung umlaufendes Drehkreuz vorgesehen ist.

Aus dem Aufsatz "Verkettungseinrichtungen in der Fertigungstechnik" von Hesse und Zapf, abgedruckt im Carl Hanser Verlag, München, 1971, Seite 156, sowie der DE-PS 8 90 026 sind gattungsfremde Vorrichtungen bekannt, nämlich eine Glasrohrsortiermaschine mit einem mehrarmigen Drehkreuz bzw. eine Flaschenfüll- und Verschließmaschine mit einem drehkreuzartigen Flascheneinschubstern. Obwohl dieser Stand der Technik seit mehreren Jahrzehnten bekannt ist, wurden von den auf dem Sachgebiet der Erfindung tätigen Fachleuten Drehkreuze als Verteiler für Hängebahnen nicht in Betracht gezogen.

Dafür, daß der für Hängebahnen zuständige Fachmann den vorgenannten gattungsfremden Stand der Technik zur Lösung seiner Aufgaben nicht in Betracht ieht, spricht schließlich auch der Prospekt "Hand-Hängebahn" der Firma Hespe & Woelm GmbH & Co.KG in Heiligenhaus, beim Deutschen Patentamt am 8. August 1985 eingegangen; denn in dieser Druckschrift, die eine Hängebahn für den Stückguttransport betrifft, befindet sich trotz des Bekanntseins von Drehkreuzen seit Jahrzehnten an keiner Stelle ein Hinweis auf in den Transportschienen integrierte Drehkreuze.

Schließlich sind wiederum auf einem gattungsfremden Gebiet, nämlich zur Führung von Dosen auf ihrem Transportweg Drehkreuze als solche bekannt, die darüber hinaus im Unterschied zur Erfindung anders geformte und abgewinkelte Arme besitzen.

Vorzugsweise ist das Drehkreuz zwischen L-förmigen Profilen der Transportschienen angeordnet, wobei die L-förmigen Profile aus mit aufeinander zu weisenden, horizontalen, einen Zwischenraum freilassenden Stegen bestehen. Durch den Zwischenraum zwischen den horizontalen Stegen kragt der Lastarm des auf den horizontalen Stegen rollenden Transportwagens.

Das zwischen den L-förmigen Profilen in Transportrichtung umlaufende, mehrarmige, vorzugsweise mit drei um 120° versetzt angeordneten, gegen die Drehrichtung abgewinkelten Armen versehene Drehkreuz wird elektromotorisch, vorzugsweise über eine Kette bedarfsweise gedreht und stoppt, vereinzelt und beschleunigt den in den Transportschienen laufenden Transportwagen an den Vollspeicherbahnen, der Abwurfstation und der Leerspeicherbahn. Zur Erfüllung dieser Funktionen wird das Drehkreuz jeweils vorzugsweise um 120° weitergedreht. Der anrollende Transportwagen wird zunächst durch einen die Transportbahn blockierenden Drehkreuzarm gestoppt, anschließend durch die Verdrehung des Drehkreuzes vereinzelt und während dessen durch den nachfolgenden Dreharm beschleunigt. Ein mit der Programmsteuerung der Hängebahn zusammenwirkender Näherungsschalter ist parallel neben der von den Drehkreuzarmen beschriebenen Kreisbahn angeordnet und gibt jeweils zuverlässig nach einer Drehung des Drehkreuzes um 120° einen Impuls an die den Elektromotor unmittelbar stoppende Steuerung. Die Anordnung der Näherungsschalter parallel zu der von den Drehkreuzarmen beschriebenen Kreisbahn ist wegen des von den Drehkreuzarmen in den Näherungsschalter zu induzierenden Impulses notwendig.

Gestoppt wird der Transportwagen mit dem daran hängenden Stückgut, beispielsweise einem Wäschesack durch den inneren Rand des gegen die Drehrichtung abgewinkelten Armes des Drehkreuzes, indem die vordere Achse des vorzugsweise zweiachsigen Transportwagens an dem inneren Rand zur Anlage kommt. Bei einer Drehung um 120° wird die in Fahrtrichtung vordere Achse des Transportwagens freigegeben, während die hintere Achse durch den äußeren, Evolventenform besitzenden Rand des gegen die Drehrichtung des Drehkreuzes abgewinkelten nachfolgenden Armen desselben Drehkreuzes erfaßt wird und durch die auf der Achse kraftschlüssig ablaufende Evolvente eine zusätzliche Beschleunigung erhält. Der nachfolgende Transportwagen wird sodann vor den inneren Rand des abgewinkelten nachfolgenden Armes des Drehkreuzes laufen.

Durch den mehr oder minder heftigen, von der Rollgeschwindigkeit des Transportwagens abhängigen Aufprall der Vorderachse auf die Innenseite des Drehkreuzarmes kann es durch die über einen Bügel gelenkige Aufhängung insbesondere des beladenen Wäschesackes zu ein Rückrollen des Transportwagens von der Anlagefläche bewirkenden Pendelbewegungen kommen, deren Auswirkungen allerdings durch eine in Fahrtrichtung hinter jedem Drehkreuz angeordnete Rücklaufsperre verhindert werden können. Diese Rücklaufsperre ist vorzugsweise ein quer zur Fahrtrichtung gelagerter, außerhalb der Transportschiene liegender, mit einem Vorsprung an dem Lastarm zusammenwirkender, einseitig an einem Anschlag anliegender Hebel.

Der Transportwagen betätigt während seiner Anlage am Drehkreuz einen der Programmsteuerung der Wäsche-Hängebahn die Ankunft bzw. Abfahrt eines Transportwagens mitteilenden Signalgeber, der vorzugsweise aus einem quer unterhalb der Transportschiene liegenden, einen Taster betätigenden Stab besteht. Der Stab wird durch den am Transportwagen angeordneten Lastarm bewegt. Die Programmsteuerung benötigt zur Steuerung des Drehkreuzantriebes unter anderem Daten über die Beladung des Wäschesacks und die Art der Beladung.

Das von der Art der Wäsche abhängige Waschprogramm wird von an den Transportwagen angebrachten Code-Plättchen an einer dem Einfülltrichter der Waschanlage vorgeschalteten Lesestation automatisch gelesen oder unter Verzicht auf die Code-Plättchen mit den anderen Daten während des Beladevorgangs der Wäschesäcke in die Programmsteuerung eingegeben. Die Meldung der Beladung der einzelnen Wäschesäcke an die Programmsteuerung der Hänge-Wäschebahn erfolgt bereits bei der Beladung des an einer verfahrbaren Transportschiene angehängten Wäschesacks. Zum Zwecke der Beladung ist eine Transportschiene mit einem Hubwagen längs einer senkrecht stehenden Führungsbahn verfahrbar, die vorzugsweise als Vierkantrohr ausgeführt ist. Die verfahrbare Transportschiene ist über einen transportschienenseitig angeordneten, mit Dehnungsmeßstreifen ausgerüsteten Meßbalken enthaltenden Ausleger mit dem Hubwagen verbunden.

Es ist auch denkbar, daß der gesamte Ausleger als Meßbalken ausgelegt ist. Die auf dem Meßbalken angeordneten Dehnungsmeßstreifen sind zu einer Meßbrücke, deren Verstimmung mit zunehmender Beladung des Wäschesacks zunimmt, mit nachgeschaltetem Integrator zusammengeschaltet. Das Ergebnis der Wägung wird einerseits auf einer für den Beladenden einsehbaren Digitalanzeige analog, bereits durch den Integrator gedämpft, als relativ ruhiges Signal während des Beladungsvorganges angezeigt. Andererseits wird erst der erreichte Endbeladungswert an die Programmsteuerung der Wäsche-Hängebahn gemeldet. Denn abhängig vom Beladungsgewicht des Wäschesacks und der Art der eingefüllten Wäsche wird das nachfolgende Waschprogramm nach der Menge des zugeführten Waschmittels, der Wassermenge, -temperatur, Waschdauer, Anzahl der Spülungen und insbesondere deren Zeitpunkt gewählt.

Unter anderem um das Wägeergebnis verfälschende Drehmomente auf den Meßbalken zu vermeiden, wird der Transportwagen auf der verfahrbaren Transportschiene durch eine gegen Federkraft nockenbetätigte Durchlaufsperre in Fahrtrichtung fixiert. Entgegen der Fahrtrichtung wird ein Verrollen des Transportwagens durch eine den an den Drehkreuzen angeordneten Rücklaufsperren entsprechende Rücklaufsperre verhindert. Diese Festlegung des Kraftangriffspunktes durch den Transportwagen an der verfahrbaren Wiege-Transportschiene vermeidet sicher das Auftreten von Drehmomenten an dem Meßbalken. Die verfahrbare Transportschiene wird nach dem Beladevorgang auf Transporthöhe verfahren, bis eine in Fahrtrichtung liegende Abschrägung dieser Schiene in eine entsprechende Ausnehmung der in Fahrtrichtung ersten stationären Transportschiene greift. Gleichzeitig wird beim Verfahren der Transportschiene auf Förderhöhe die Nocke der Durchlaufsperre gegen Federkraft durch einen an der Führungsbahn angeordneten Vorsprung betätigt, so daß der Transportwagen freigegeben und in die Transportbahn eingespeist wird.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines in den beiliegenden Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. In den Zeichnungen zeigt

Fig. 1 eine Prinzipskizze der Wäsche-Hängebahn;

Fig. 2 eine Seitenansicht einer ein Drehkreuz enthaltenden Transportschiene;

Fig. 3 eine Draufsicht auf eine ein Drehkreuz enthaltende Transportschiene;

Fig. 4 die Gesamtansicht der Hub-Wägestation; und

Fig. 5 eine Seitenansicht eines einen Meßbalken enthaltenden Auslegers einschließlich eines Schnittes durch die verfahrbare Transportschiene.

Um einen Überblick über die Zuordnung der einzelnen Elemente zueinander zu geben, wird zunächst auf Fig. 1 Bezug genommen. Auf Knopfdruck wird ein von einer Leerspeicherbahn 1 durch ein Drehkreuz 2a vereinzelter, zu einer Hubstation 3 gesandter, an einem Transportwagen 4 hängender Wäschesack 5 elektrisch von der Transporthöhe auf die Beladehöhe abgesenkt. Um die Beladung der Wäschesäcke 5 zu beschleunigen, ist es denkbar, mehrere Hubstationen 3 vorzusehen, so daß mehrere Wäschesäcke 5 gleichzeitig beladen werden können. Der Wäschesack 5 ist über einen Bügel 6 an einem den Bügel 6 mit dem Transportwagen 4 verbindenden Lastarm 7 angeordnet. Über einen Seilzug wird der Wäschesack wieder geschlossen. Die sortierte Wäsche wird in den Sack 5 gefüllt, bis das maximal zulässige Gewicht etwa erreicht wird. Dabei kann das Effektivgewicht an einer Digitalanzeige 8 während des Beladevorgangs kontinuierlich abgelesen werden. Die beim Einfüllvorgang auftretenden Kraftspitzen werden nicht auf die Digitalanzeige 8 übertragen, da das Ausgangssignal der elektrischen Meßbrücke über einen Integrator gedämpft wird. Das Endbeladungsgewicht des Wäschesacks 5 wird der den Ablauf steuernden Programmsteuerung übermittelt. Da neben dem Wäschegewicht auch die eingefüllte Wäschesorte interessiert, wird an einer dafür vorgesehenen Stelle im Transportwagen 4 ein entsprechendes Code-Plättchen eingelegt. Das von der Wäschesorte abhängige Waschprogramm kann unter Verzicht auf die Code-Plättchen bereits bei der Beladung in die Programmsteuerung eingegeben und dort gespeichert werden. Der gefüllte Wäschesack wird nun längs einer Führungsbahn 9 mittels einer Winde bis auf Transporthöhe angehoben und in eine Transportschiene 10 geleitet. Der an dem Transportwagen 4 hängende volle Wäschesack 5 rollt auf den gegenüber der Horizontalen geneigten Transportschienen 10 durch sein Eigengewicht bis zu der bzw. den Vollspeicherbahn(en) 11. Sind mehrere Vollspeicherbahnen 11 vorgesehen, werden elektromagnetisch durch die Programmsteuerung der Hängebahnanlage gesteuerte Weichen 12 vorgesehen. Von der Vollspeicherbahn 11 werden die Wäschesäcke 5 einzeln von einer programmgesteuerten Waschstraße 13 zu einer Abwurfstation 14 abgerufen, wobei entweder das Code-Plättchen auf dem Weg von einer Lesestation 15 abgelesen und somit das Waschprogramm in Verbindung mit dem Wägeergebnis der Beladung bestimmt oder das Waschprogramm bereits bei der Beladung in die Programmsteuerung eingegeben und dort gespeichert wird. Das Abstoppen, Vereinzeln und Beschleunigen der Transportwagen 4 erfolgt in der Vollspeicherbahn 11 durch das Drehkreuz 2b.

Der über einen Beladetrichter 16 durch ein weiteres Drehkreuz 2c gestoppte, den Wäschesack 5 tragende Transportwagen 4 wird, sobald die Waschstraße 13 zur Neubeschickung bereit ist, automatisch geöffnet, so daß die Schmutzwäsche in den Beladetrichter 16 fällt. Anschließend wird der leere Wäschesack 5 durch das Drehkreuz 2c freigegeben und gleichzeitig beschleunigt und zur Leerspeicherbahn 1 geschickt. Die hier befindlichen leeren Wäschesäcke 5 können einzeln per Knopfdruck zur Beladehöhe der Hubstation 3 abgerufen werden, von wo aus der Arbeitsprozeß wieder neu beginnen kann.

Das an den beiden Vollspeicherbahnen 11, der Abwurfstation 14 und der Leerspeicherbahn 1 zum Einsatz kommende Drehkreuz 2 wird in Fig. 2 in Seitenansicht und in Fig. 3 in Draufsicht innerhalb eines Ausschnittes des Gesamtsystems Wäsche-Hängebahn gezeigt. Eine Drehkreuzachse 17 ist zwischen auf einem Vierkantrahmen 18 befindlichen Lagerböcken 19 gelagert. Auf das in Fahrtrichtung linke Ende der Drehkreuzachse 17 ist ein Zahnrad 20 aufgesetzt. Eine Kette 21 verbindet das Zahnrad 20 mit einem Antriebsritzel 22 eines durch Nährungsschalter 23 gesteuerten Elektromotors 24.

Der Vierkantrahmen 18 hat auf seiner mittigen Längsachse eine mit einer entsprechenden Ausnehmung der Transportschiene 10 fluchtende Aussparung 25, so daß die Drehkreuzarme 26 in einen aus den beiden L-förmigen Profilen gebildeten Hohlraum 27 der Transportschiene 10 greifen können.

Jedes Drehkreuz besitzt drei um 120° versetzt angeordnete Arme 26 mit einem Evolventenform besitzenden äußeren Rand 28 und einem bis zur Abwinkelung geradlinig verlaufenden inneren Rand 29. Die Arme 26 des Drehkreuzes 2, insbesondere deren äußeren und inneren Ränder 28, 29 wirken mit den Achsen des Transportwagens 4 zusammen. Der Transportwagen 4 wird durch Anschlag seiner vorderen Achse an den inneren Rand 29 des Armes 26 gestoppt.

Eine Rücklaufsperre 30 verhindert, daß der an dem Lastarm 7 über den Bügel 6 pendelnd aufgehängte Wäschesack 5 eine Bewegung des Transportwagens 4 entgegen der Fahrtrichtung bewirkt. Die Rücklaufsperre 30 besteht aus einem quer zur Fahrtrichtung gelagerten, einseitig an einem Anschlag 31 anliegenden Hebel 32. Die in Fahrtrichtung vordere Stirnseite 33 des Hebels 32 wirkt mit einer an dem Lastarm 7 auf Höhe der Stirnseite 33 angeordneten Nase 34 so zusammen, daß ein Zurückrollen des Transportwagens 4 entgegen der vorgesehenen Fahrtrichtung sicher verhindert wird. Der durch seine an dem inneren Rand 29 des Armes 26 des Drehkreuzes 2 anliegende Achse am Weiterrollen gehinderte Transportwagen 4 wird durch eine 120°-Drehung des Drehkreuzes 2 im Uhrzeigersinn freigegeben, wobei der äußere Evolventen-Rand 28 des nachfolgenden Armes 26 die hintere Achse des Transportwagens 4 erfaßt und sich kraftschlüssig an ihr entlang bewegt und den Transportwagen dadurch beschleunigt.

Der innere Rand 29 des nachfolgenden Armes 26 stoppt nun den nachfolgenden Transportwagen 4.

Das Drehkreuz 2 erfüllt folgende Aufgaben: Stoppen, Beschleunigen und Vereinzeln der Transportwagen 4. Der das Drehkreuz 2 antreibende Elektromotor 24 wird durch eine Programmsteuerung betätigt, die mit der Waschstraße 13, der Hubstation 3, der Lesestation 15, dem Nährungsschalter 23, den Weichen 12 und dem Signalgeber 35 zusammenwirkt. Dabei meldet der auf der Höhe der Arme 26 angeordnete Nährungsschalter 23 jeweils die Drehung des Drehkreuzes um 120°. Es kann ein weiterer Näherungsschalter 23 vorgesehen werden, der im Falle des Versagens des anderen Näherungsschalters 23 dessen Aufgabe übernimmt. Der quer zur Fahrtrichtung unterhalb der Transportschiene 10 angeordnete Stab 36 des Signalgebers wird durch den sich in Fahrtrichtung nach der Freigabe der vorderen Achse des Transportwagens 4 durch den inneren Rand 29 des Armes 26 von dem an dem Transportwagen 4 angeordneten Lastarm 7 beiseite geschoben, wodurch ein die Abfahrt des Transportwagens meldender, in der Zeichnung nicht dargestellter Taster des Signalgebers 35 betätigt wird. Die Freigabe des Transportwagens 4 durch das Drehkreuz 2 erfolgt jedoch erst nach Beendigung des Waschvorganges des zuvor in die Waschstraße 13 eingefüllten Wäscheinhalts. Art und Dauer des Waschvorgangs in der Waschstraße 13 werden durch die Art und Menge der eingefüllten Wäsche bestimmt. Zum Bestimmen des von der Wäscheart abhängigen Waschprogramms wird an dem Transportwagen beim Beladevorgang an der Hubstation 3 entweder ein Code-Plättchen befestigt, das durch die Lesestation 15 vor der automatischen Entleerung des Wäschesacks an der Abwurfstation 14 durch den Beladetrichter 16 in die Waschstraße 13 gelesen wird oder das Waschprogramm wird bereits bei der Beladung in die Programmsteuerung eingegeben und dort bis zum Abruf des entsprechenden Wäschesacks gespeichert. Das Beladungsgewicht des einzelnen Wäschesacks 5 wird ebenfalls bereits an der Hubstation 3 durch eine elektronische Wägung ermittelt, deren Ergebnis in die Programmsteuerung eingeht.

Da die Messung des Beladungsgewichtes der einzelnen Wäschesäcke 5 unmittelbar während des Beladungsvorgangs bereits angezeigt werden soll, um somit dem Beladenden eine ständige Kontrolle zu ermöglichen, ist die Wägeeinrichtung in dem einen Meßbalken 37 enthaltenden Ausleger 38 der an der Führungsbahn 9 verfahrbaren Transportschiene 39 angeordnet. Für die Beladung wird die verfahrbare Transportschiene 39 zunächst, wie in Fig. 4 dargestellt, mit einer Winde 40 auf Beladehöhe abgesenkt. Ein Herausrollen des Transportwagens 4 aus der Transportschiene bei deren Heben und Senken wird durch eine auf die Schiene 39 aufgesetzte Durchlaufsperre 41 verhindert. Die Durchlaufsperre 41 besteht im wesentlichen aus einem auf der verfahrbaren Transportschiene 39 in einer Drehlagerung 42 gelagerten Z-förmigen Hebel 43, der in Fahrtrichtung einen Stopper 44 und auf der gegenüberliegenden Seite einen Öffnungsnocken 45 aufweist. Der Stopper 44 greift durch eine Aussparung 46 in den Innenraum der verfahrbaren Transportschiene 39 und blockiert somit die vordere Laufrolle des Transportwagens 4. Eine stopperseitig an dem Z-förmigen Hebel 43 an einem Federhalter 47 angelenkte Zugfeder hält den Hebel 43 in der in der Zeichnung dargestellten strichpunktierten Lage. Somit befindet sich der Transportwagen 4 bei jeder Wägung stets in der gleichen Position innerhalb der verfahrbaren Transportschiene 39. Dadurch können unvorhersehbare Momente auf den zwischen der verfahrbaren Transportschiene 39 und dem Hubwagen 48 liegenden Meßbalken 37 vermieden werden.

Der Meßbalken 37 ist vorzugsweise als horizontaler, zwischen zwei diametral gegenüberliegenden Winkeln 49 angeordneter Balken ausgebildet, der an ein Anschlußstück 50 anschließt. Auf den Meßbalken 37 sind vier Dehnungsmeßstreifen aufgeklebt und zu einer Meßbrücke verschaltet. Über die der Beladung entsprechende Durchbiegung des Meßbalkens 37 wird die Beladung bestimmt. Um die dynamischen, beim Einfüllvorgang auftretenden Kraftspitzen nicht in eine sich ständig ändernde, flackernde Analoganzeige umzusetzen, ist hinter die Meßbrücke ein Integrator geschaltet, der eine Reihe von Meßwerten über einen bestimmten Zeitraum aufsummiert und deren Mittelwert bildet.

Durch Eingabe des Befehls für die Hubfahrt seitens des Beladenden wird der zuletzt durch den Integrator ermittelte Wert an die Programmsteuerung übermittelt. Die verfahrbare Transportschiene 39 fährt bis auf Transporthöhe, während eine in Fahrtrichtung liegende Abschrägung 51 der Transportschiene 39 in eine entsprechende Ausnehmung 52 der in Fahrtrichtung ersten stationären Transportschiene 10 greift. Gleichzeitig wird der Öffnungsnocken 45 durch eine an der Führungsbahn 9 vorstehende Kante 53 niedergedrückt, so daß der Transportwagen 4 freigegeben wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Hängebahn für Stückguttransport, insbesondere für den Wäschetransport, mit schwerkraftgetriebenen auf gegen die Horizontale zumindest abschnittsweise geneigten Transportschienen (10) laufenden Transportwagen (4), und mindestens einer in den Transportschienen integrierten Stoppstelle, dadurch gekennzeichnet, daß als Stoppstelle ein an der Transportbahn angeordnetes, über einen Antrieb in Transportrichtung umlaufendes Drehkreuz (2) vorgesehen ist.
  2. 2. Hängebahn nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Drehkreuz (2) zwischen L-förmigen Profilen der Transportschienen (10) angeordnet ist, wobei die L-förmigen Profile aus mit aufeinander zu weisenden, horizontalen, einen Zwischenraum freilassenden Stegen bestehen.
  3. 3. Hängebahn nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Drehkreuz (2) gegen die Drehrichtung abgewinkelte Arme (26) aufweist, die am äußeren Rand (28) ihres freien Endes Evolventenform besitzen.
  4. 4. Hängebahn nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb für das Drehkreuz aus einem durch Näherungsschalter (23) gesteuerten Elektromotor (24) besteht.
  5. 5. Hängebahn nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Näherungsschalter (23) parallel neben der von dem Drehkreuz (2) beschriebenen Kreisbahn angeordnet sind.
  6. 6. Hängebahn nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß in Fahrtrichtung des Transportwagens (4) hinter dem Drehkreuz (2) eine Rücklaufsperre (30) angeordnet ist.
  7. 7. Hängebahn nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß in Fahrtrichtung des Transportwagens (4) vor dem Drehkreuz (2) in Signalgeber (35) angeordnet ist.
  8. 8. Hängebahn nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Rücklaufsperre (30) ein quer zur Fahrtrichtung gelagerter, einseitig an einem Anschlag (31) anliegender Hebel (32) ist.
  9. 9. Hängebahn nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Signalgeber (35) aus einem quer unterhalb der Transportschiene (10) angeordneten, einen Taster betätigenden Stab (36) besteht.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com