Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reparatur von
Steuerelementen für einen aus mehreren Brennelementen
zusammengesetzten Reaktorkern eines Druckwasserreaktors,
wobei ein Steuerelement aus einem Träger mit einer
Vielzahl dort befestigter Steuerstäbe besteht, die in
Führungsrohren eines Brennelementes bewegbar sind.
Ein derartiges Verfahren ist aus der DE 33 37 636 C2
bekannt. Dort wird unter Verwendung einer speziellen
Vorrichtung die Befestigungsstelle eines unbrauchbar
gewordenen Steuerstabes gelöst, der gelöste Steuerstab
entfernt und durch einen neuen Steuerstab ersetzt. Das
bekannte Verfahren erfordert aufwendige Vorrichtungen
und einen hohen Zeitaufwand, der an der Verfügbarkeit
der Kernreaktoranlage verloren geht.
Es stellt sich die Aufgabe, ein Verfahren der eingangs
genannten Art anzugeben, das mit einem reduzierten Zeit-
und Vorrichtungsaufwand auskommt.
Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, daß
bei einem Reaktorkern mit einer minimal geforderten
Abschaltmarge und einer zusätzlichen, darüber
hinausgehenden Abschaltreserve die unbrauchbar gewordenen
Steuerstäbe entfernt werden und die damit verbundene
Verminderung der Abschaltreaktivität aus dieser
Abschaltreserve kompensiert wird.
In der Regel beträgt die Abschaltreserve etwa 1 bis 2%
Δ γ, die durch fehlende Steuerstäbe noch aufgebraucht
werden kann. Bei Ausnutzung nur eines Teiles dieses
Potentials führt der gegenüber dem Stand der Technik
andere Weg zu den erwünschten Reduzierungen von Zeit- und
Vorrichtungsaufwand. Auch entfällt durch das fehlende
Einführen eines Ersatzstabes die Entwicklung eines
mechanischen Sicherungskonzeptes für die
Befestigungsmutter. Eine Schweißsicherung dieser Mutter bedeutet einen
noch größeren apparativen Aufwand, da diese - aus
sicherheitstechnischen Gründen - entweder unter Wasser
oder in einer abgeschirmten Glocke ausgeführt werden
muß.
Der Verlust an Marge läßt sich verringern, wenn die
reparierten Steuerelemente in Kernregionen eingesetzt
sind, die nur in geringerem Umfang zur Gesamtwirksamkeit
aller Steuerelemente beitragen. Dies können
Abschaltpositionen sein, oder solche Positionen, die geringste
Verluste an Abschaltreaktivität gewährleisten.
Eine bevorzugte Anordnung sieht vor, daß die reparierten
Steuerelemente gleichmäßig über den Kernquerschnitt
verteilt eingesetzt sind. Diese Steuerelemente mit einer
Multiplizität von 2 bzw. 4 sollen an symmetrischen
Positionen im Kern eingesetzt werden, um durch den Verlust
an Wirksamkeit möglichst keine Asymmetrie zu erzeugen.
Anhand eines Ausführungsbeispiels und der schematischen
Fig. 1 und 2 wird das erfindungsgemäße Verfahren
sowie eine Anordnung der nach dem Verfahren reparierten
Steuerelemente erläutert.
Dabei zeigt die
Fig. 1 einen Schnitt durch den Träger mit einem Teil
der Steuerstäbe und
Fig. 2 einen Querschnitt durch einen
Reaktordruckbehälter mit dem darin angeordneten Reaktorkern
in einem anderen Maßstab.
Die Fig. 1 zeigt ein Steuerelement 1, dessen Träger 2
einen Zapfen 3 zur Verbindung mit einem nicht
dargestellten Antrieb aufweist. Der Träger ist mit Bohrungen
4 versehen, die jeweils das Kopfende eines Steuerstabes
5 aufnehmen. Der Steuerstab liegt mit einer Schulter 6
an der Trägerunterseite an und erhält mit einer an die
Trägeroberseite angelegten Mutter 7 seine Festlegung
relativ zum Träger 2. Eine nicht dargestellte
Schweißsicherung unterbindet ein unerwünschtes Lösen der Mutter.
Mit Hilfe des nicht dargestellten Antriebes ist der
Träger mit den Steuerstäben in Achsrichtung bewegbar, wobei
die Steuerstäbe in Führungsrohre eines Brennelementes
einfahren können. Die Stabpositionen 8 und 9 waren mit
unbrauchbar gewordenen Steuerstäben besetzt, die
entfernt wurden. Es sind demnach nur Werkzeuge zum Lösen
der Schweißsicherung und zum Aufdrehen der Mutter
notwendig, hingegen sind Werkzeuge zum Einsetzen und
Befestigen eines Ersatzstabes nicht erforderlich.
Die in einem kleineren Maßstab dargestellte Fig. 2
zeigt einen in einem Reaktordruckbehälter 11
angeordneten Reaktorkern. Er besteht aus einer Vielzahl von
Brennelementen 12, von welchen etwa jedes Dritte ein
Steuerelement 13 aufnimmt. Sind beispielsweise acht
Steuerelemente durch Entfernen der unbrauchbar
gewordenen Steuerstäbe repariert worden, so werden sie
gleichmäßig über den Kernquerschnitt verteilt in
Kernregionen eingesetzt, in denen ein möglichst geringer
Verlust an Abschaltreaktivität gewährleistet wird. Diese
Positionen können je nach Beladeplan und Kernaufbau
verschieden sein. Bei dem Ausführungsbeispiel sind dies die
Positionen 14 bis 21.