PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE4109263A1 24.09.1992
Titel Verfahren zum mustergemäßen Herauslösen eines Polyester-Elastan-Garnes aus einem hochelastischen Stoff
Anmelder Bayer AG, 5090 Leverkusen, DE
Erfinder Tostmann, Rainer, 5093 Burscheid, DE
DE-Anmeldedatum 21.03.1991
DE-Aktenzeichen 4109263
Offenlegungstag 24.09.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.09.1992
IPC-Hauptklasse D06Q 1/02
IPC-Nebenklasse D06M 11/38   D06M 11/54   D04B 21/10   
IPC additional class // C09D 11/02,D06P 1/38,D06M 101:06,101:32,101:28,101:34,101:38,101:30  
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum "Ausbrennen" (d. h. mustergemäßem Herauslösen) von hochelastischen Polyester-Elastan-Garnen (Spandex- bzw. Polyurethan-Elastomerfäden) aus einem hochelastischen Stoff bzw. Textil. Unter Polyester-Elastan-Garnen sollen Synthesefaser-Filamentgarne verstanden werden, in denen ein langkettiges synthetisches Polymeres vorliegt, das zumindest 85 Gew.-% aus einem segmentierten Polyurethan(harnstoff) als faserbildender Substanz besteht. Das Weichsegment der segmentierten Polyurethan(harnstoff)e muß dazu zumindest teilweise auf Basis von (alkalisch hydrolysierbaren) aliphatischen Polyester oder Polycarbonat-Diolen bestehen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum "Ausbrennen" (d. h. mustergemäßem Herauslösen) von hochelastischen Polyester-Elastan-Garnen (Spandex- bzw. Polyurethan- Elastomerfäden) aus einem hochelastischen Stoff bzw. Textil. Unter Polyester-Elastan-Garnen sollen Synthesefaser-Filamentgarne verstanden werden, in denen ein langkettiges synthetisches Polymeres vorliegt, das zumindestens 85 Gew.-% aus einem segmentierten Polyurethan(harnstoff) als faserbildender Substanz besteht. Das Weichsegment der segmentierten Polyurethan(harnstoff)e muß dazu zumindest teilweise auf Basis von (alkalisch hydrolysierbaren) aliphatischen Polyester oder Polycarbonat-Diolen bestehen.

Der Begriff wie auch das Verfahren zur Herstellung von Ausbrenn-Artikeln ist schon lange bekannt. Ein Textilfachwörterlexikon sagt zu dem Begriff "Ausbrenn-Artikel" folgendes:

"Herstellung auf Fasergemischen verschiedenster Art durch örtliche Einwirkung von Chemikalien, die eine gewünschte Faserart zerstören und nachträglich herauszulösen gestatten. Gemusterte Durchbrucheffekte auf ganz oder durch Aufdruck behandelten Mischgewebe, oder Ätzspitzen durch Maschinenstrickerei auf andersartigem, später herauszulösendem Grundgewebe ähnlich auch Ätzsamt. Hiermit lassen sich originelle Farbwirkungen leicht verbinden, einfachstes Prinzip: Gemisch Seide und Baumwolle oder Kunstseide, letztere mit Aluminiumsulfat oder -chlorid carbonisierend herauslösen. Gemisch Acetat und Viskose-Kunstseide, letzteres herauslösen mit tiefgekühltem Kupferoxidammoniak oder erstere mit Benzoylperoxid."

Das "Ausbrennen" von Mustern in textilen Flächengebilden wurde nach der Entwicklung von Elastanfasern auch auf Elastan-haltige Flächengebilde angewendet, jedoch wurden immer die nicht-Elastanfäden durch das "Ausbrennen" beseitigt. In der DE-OS 29 41 694 werden beispielsweise aus einem Flächengebilde, bei dem ein elastisches Garn und ein zusammengesetztes Garn so ins Textil einwirkt, daß beide zu Wirkmaschen als integrales Teil eines zusammenhängenden Textils geformt werden. Aus dem zusammengesetzten Garn (aus zwei verschiedenen, nichtelastomeren (Hart)Garnen) wird eines der nicht-elastomeren Garne (z. B. ein regeneriertes Cellulosegarn) mustermäßig herausgelöst. Das Herauslösen der Cellulosefasern geschieht in einem "Carbonisierverfahren" (Einwirkung saurer Druckpasten und "Brennern" bei ca. 170°C zum Lösen der Cellulosefasern).

In der DE 14 60 723 werden in elastischen, für Miederwaren bestimmten textilen Flächengebilden, welche corespun-umsponnene Elastomerfäden enthalten, an mustermäßig benetzten Warenbahnen mit einem Atzmittel die Hülle der Kernfäden weggeätzt, während die Elastomer-Kernfäden bestehen bleiben.

In der JP-61 52 882 wird ein Grundgewebe aus Terephthalsäure-Copolyestern mit einer alkaliunlöslichen Faser (Polyamid, Polyester, Polyacrylnitril, Polyurethan, PVC oder Polyvinylenchlorid) bestickt und dann der Grundfaden mit Alkali weggelöst (Derwent-Referat).

Eine bevorzugte Ausbrennmethode bedient sich des "Ausbrennens" mittels saurer Ätzpasten, welche Cellulosefasern, besonders Baumwolle, mustermäßig auszubrennen vermögen. So lassen sich Baumwolle-/Polyethylenterephthalat- und Elastangarne (z. B. Dorlastan®-Bayer AG) mit Mustern versehen, wenn man an den Musterungsstellen saure Ätzpasten aufbringt und (z. B. bei 170°C) die Cellulosefasern ausbrennt. An den Musterungsstellen verbleiben die Elastanfilamente und Polyethylenterephthalat-Garne, ("Polyester"). Die Polyestergarne waren dabei unabdingbar notwendige dritte Faserkomponente, um nach dem Ausbrennen die Textilstruktur an den Musterungsstellen zu behalten, (s. auch Vergleichsversuch im Beispielteil).

Nach diesem Verfahren sind jedoch nur bestimmte Textilcharakteristka erzielbar, insbesondere durch zwangsläufiges Einarbeiten einer dritten Garnkomponente zur Stabilisierung der "ausgebrannten" Musterungsstelle. Außerdem wird der durchgehende "Baumwollcharakter" von textilen Flächengebilden reduziert.

In der Entwicklung elastischer Textilien für Wäsche- Anwendungen haben Textilien aus Elastan/Cellulosegarnen, inbesondere Elastan, Baumwolltextilien, besondere Bedeutung erlangt.

Es war Aufgabe der Erfindung, ein Musterungsverfahren nach der "Ausbrennmethode" für solche elastischen Mischtextilien zu entwickeln, bei denen die Cellulosegarne (insbesondere Baumwollgarne) innerhalb der Mischtextilien beim Ausbrennen erhalten bleiben. Außerdem sollten dritte Faserkomponenten nicht zwingend notwendig sein, um an den Musterungsstellen nach Ausbrennen der Polyester-Elastangarne eine Auflösung der Textilstruktur zu verhindern.

Es wurde nun gefunden, daß man Elastan/Cellulosegarne (insbesondere Baumwollgarne) enthaltende, hochelastische Flächengebilde dadurch mit Mustern versehen kann, daß man mittels geeigneter Druckpasten an den zu musternden Stellen das Elastan-Filamentgarn nach einem "Ausbrenn- Verfahren" zerstört und herauslöst.

Dies gelingt insbesondere durch Verwendung von Elastan- Filamentgarnen auf der Basis von Weichsegementen basierend auf aliphatischen Polyestern oder Polycarbonaten, z. B. Estersegmenten auf Basis Adipinsäure und aliphatischen Diolen, und durch Einwirkung alkalischer Druckpasten, welche die Elastane auf Polyesterbasis zerstören.

An den Musterungsstellen verbleibt eine Cellulosefasertextilcharakteristik. Trotz dem "Herausbrennen" d. h. Zerstörung der Elastan-Filamentgarne an den Musterungsstellen, bleiben die Elastanfilamentgarne im nicht geätzten Teil fest eingebunden (kein Ausfransen der Musterungen), soweit geeignete Textilsysteme mit eingebundenen/einfixierten Elastan-Filamentgarnen benutzt werden.

Gegenstand der Erfindung ist somit ein Verfahren zur Herstellung von Musterungseffekten durch "Ausbrennen" von Elastan-Filamenten auf Polyester-Elastan-Basis mit Hilfe von alkalischen Druckpasten.

Weiterer Gegenstand der Erfindung sind elastische Flächengebilde auf der Basis von Elastanfilamenten auf Polyesterurethan-Basis und Hartfasergarnen auf Cellulosebasis und gegebenenfalls weiteren Hartfasergarnen, dadurch gekennzeichnet, daß die Elastan-Filamente an den Musterungsstellen weggeätzt sind.

Insbesondere ist Gegenstand der Erfindung ein Verfahren zum Herstellen von Mustern in textilen Flächengebilden durch mustergemäßes Herauslösen eines Garntyps aus textilen Flächengebilden infolge örtlicher Einwirkung von Chemikalien, die eine gewünschte Faserart, gegebenenfalls bei erhöhter Temperatur, zerstören und diese anschließend herausgewaschen werden ("ausbrennen")

dadurch gekennzeichnet, daß man Elastan- und Cellulosegarne enthaltende textile Flächengebilde mit Mustern versieht, indem man das eingebundene oder einfixierte Elastangarn mittels ätzender Druckpasten an den zu musternden Stellen bedruckt und bei erhöhten Temperaturen zerstört und herauslöst.

Insbesondere beansprucht wird ein Verfahren dadurch gekennzeichnet, daß man Polyester-Elastan- und Cellulosegarne und gegebenenfalls weitere Garne enthaltende textile Flächengebilde mit Mustern versieht, indem man das in dem textilen Flächengebilde stark eingebundene oder fixierte Polyester-Elastan an den zu musternden Stellen mit einer stark alkalischen Paste bedruckt und das Flächengebilde durch Erhitzen in einer Dämpfeinrichtung bei Temperaturen von 99-140°C, vorzugsweise 100-110°C, für eine ausreichende Zeit von 1 min bis 1 h, vorzugsweise 3 min bis 30 min zur Zerstörung des Polyester-Elastans an den bedruckten Stellen behandelt und das gemusterte, textile Flächengebilde anschließend auswäscht und gegebenenfalls neutralisiert.

Das Verfahren ist besonders dadurch gekennzeichnet, daß man Polyester-Elastangarne einsetzt, bei denen die aliphatischen Polyester-Weichsegemente solche auf der Basis von Adipinsäure und niedermolekularen Diolen oder spezielle Polyester auf Basis von Kohlensäure (Polycarbonate) und (cyclo)aliphatischen, niedermolekularen Diolen oder Lactonen, mit Molekulargewichten dieser Weichsegmente von 500 bis 5000, sind.

Beide Verfahren sollen in den Polyester-Elastangarnen mindestens 20 Gew.-%, vorzugsweise >50 Gew.-% und besonders >70 Gew.-% Polyester-Weichsegmente neben Polyether-Weichsegementen enthalten sein.

Beide Verfahren sind textile Flächengebilde aus Polyester-Elastan zu 2-40 Gew.-%, vorzugsweise 3-20 Gew.-%,

Cellulosegarne auf Basis Baumwollgarnen, Viskosegarnen, Kupfer-Oxidammoniakgarnen oder Celluloseacetat, bevorzugt Baumwollgarne zu mindestens 40 Gew.-%,

und gegebenenfalls weitere, nicht alkalizerstörbare Garne, insbesondere Polyalkylenterephthalat-Garne oder Polyetherelastane, eingesetzt werden.

Besonders bevorzugt wird das Verfahren, bei dem Polyesterelastane und Baumwollgarne für die textilen Flächengebilde eingesetzt werden.

Bei dem Verfahren sollen die Polyesterelastanfilamentgarne fest in die textilen Flächengebilde eingebunden und/oder einfixiert sein und nach Kettwirk-, Flach-und Rundstrick-, Raschel- oder in ein Duolastic®- Verfahren eingearbeitet sein.

Die Errindung betrifft weiter Polyestergarne und Cellulosegarne, sowie gegebenenfalls weitere, durch alkalische Ätzdruckverfahren nicht lösliche Garne enthaltende textile Flächengebilde, bei denen die Polyesterelastanfilamentgarne mustermäßig herausgelöst sind und die verbleibenden Polyesterelastangarne so stark textil eingebunden und/oder fixiert sind, daß sie an den Stellen der mustergemäßen Zerstörung nicht herausrutschen.

Geeignet sind so insbesondere Polyesterelastanfilamentgarne und Cellulosegarne enthaltende textile Flächengebilde in Form von Kettwirk-, Flach- und Rundstrick-, Duolastic®- und Raschel-Artikeln, bei denen die Polyesterelastangarne mustergemäß zerstört und herausgelöst sind. Besonders werden Polyesterelastangarne und Baumwollgarne enthaltende textile Flächengebilde nach Ansprüchen 8 und 9 beansprucht.

In den Polyesterelastanen werden die Polyester-Weichsegemente, welche über Urethangruppen an die Hartsegmente angebunden sind, durch Umsetzung von niedrigschmelzenden (vorzugsweise <50°C) aliphatischen Polyesterdiolen oder aliphatischen Polycarbonatdiolen mit Molekulargewichten von etwa 500-5000, (vorzugsweise 1500-3500) mit Diisocyanaten zu einem NCO-Prepolymer und anschließende Kettenverlängerungsreaktion mit (cyclo)aliphatischen Diolen, Dihydrazid-Verbindungen oder aliphatischen und/oder (cyclo)aliphatischen Diaminen in bekannter Weise hergestellt. Sie werden durch Schmelz-, Trocken-, Naß- oder Chemisch-Spinnverfahren zu hochelastischen Elastanfäden versponnen (vgl. H. Oertel in Chemiefasern u. Textilindustrie, Dezember 1977, S. 1090-196 und ibid, Januar 1988, S. 44-49).

Die Polyester bzw. Polycarbonat-Segmente enthalten dabei vorzugsweise Adipinsäure/aliphatische Diol(Gemisch)e und/oder Kohlensäure/aliphatische Diol(Gemisch)e, z. B. Polyester-Segmente auf Basis Adipinsäure und Hexandiol- 1,6-/2,2-Dimethylpropandiol und/oder Butandiol-1,4-(Gemischen) oder Polycarbonate auf Basis von ε-Caprolacton oder Gemischen mit Methylcaprolactonen bzw. auf Basis Hexandiol-1,6 und weiteren Diolen.

Beispiele für solche einsetzbaren Fasern sind Dorlastan®-Elastan-Filamente/Bayer AG (auf Basis von Polyestern oder Polyester/Polytetramethylenether-Gemischen), (die Polyester-Type Lycra®128, (DuPont) oder Lynel® (Fillatice/Italien).

Das erfindungsgemäße Ausbrennverfahren (bzw. die danach entsprechend erhaltenen gemusterten textilen Flächengebilde) werden vorzugsweise auf Flächegebilde angewendet, welche Polyesterelastane und Cellulosegarne in das textile Flächengebilde eingebunden enthalten.

Unter Cellulosefasern werden dabei vorzugsweise Baumwollgarne eingesetzt, doch können auch andere Stapelfaser- oder Filament-Garne auf Cellulosebasis eingesetzt werden, soweit sie nach "Ausbrenn"-Behandlung mit der alkalischen Paste in der Fadenstruktur erhalten bleiben. Dies sind z. B. Celluloseacetatgarne (welche evtl. in unterschiedlichen Anteilen, an den Musterungsstellen verseift werden können) oder Viskosegarne. Auch Mischungen verschiedener Cellulosegarne können eingesetzt sein.

Neben den Cellulosegarnen (besonders Baumwollgarnen) können weitere "Hartfaser"-Garne mitverwendet werden. Sie sind z. B. Polyestergarne (Garne, welche im wesentlichen auf Polyethylen- oder Polybutylen-terephthalat bestehen, ebenso Polyacrylnitrilgarne oder Polyamidgarne. Eine Begrenzung der Mitverwendung ist durch das Bestehen der Alkali-Behandlung hinsichtlich Festigkeit und Struktur, aber auch hinsichtlich Verfärbungsstabilität gegeben. So sind beispielsweise Polyamidgarne vielfach wegen der eintretenden Vergilbung bei Alkalibehandlung nicht bevorzugt.

Es können aber auch Polyether-Elastane, z. B. Lycra auf Basis von Polytetramethylenoxid-Weichsegementen, als alkalibeständige Elastan-Fäden für besondere Musterungseffekte mitverwendet werden. Wegen der besonders leicht variablen Einarbeitung auf verschiedene Elastan-Fäden ist hier ganz besonders das Duolastic®-Verfahren (Bayer AG EP-PS 1 19 535/US 45 17 400 und US 49 09 049) geeignet. Hierdurch können Musterungsbereiche erzeugt werden, bei denen nur ein Teil (die Polyester-Elastane) ausgebrannt werden und der andere Teil (die Polyether- Elastane) in der Struktur erhalten bleiben. Solche Artikel werden gleichfalls für die Erfindung beansprucht.

Für das erfindungsgemäße Verfahren sind solche Polyesterelastan/Cellulose-haltige, textile Flächengebilde einzusetzen, bei denen der Elastanfaden so stark eingebunden oder einfixiert vorliegt, daß der Elastanfaden an der Grenzlinie seiner Herauslösung nicht ausfranst oder zu Maschenfall oder anderer Strukturauflösung führt.

Geeignet sind hierzu Kettwirk-, Flach- oder Rundstrick- oder Raschelverfahren; insbesondere zeigt das bereits genannte, neuartige Duolastic®-Verfahren eine besonders gute Einbindung der Elastangarne und auch eine leichte Musterungsmöglichkeit, da die Elastangarne jeweils von Spulen pro Faden oder Maschenreihe eingearbeitet werden. Bevorzugt sind die Elastanfäden bei etwa Flach- und Rundstrickverfahren/-waren, voll plattiert.

Powernetartikel, bei denen die Elastanfäden nur (horizontal) eingelegt sind, sind weniger geeignet. Es sei denn, daß sie durch eine intensive (Thermo)fixierung hinreichend stark eingebunden sind. Nach diesen Verfahrensvorgaben kann der Textilfachmann geeignete Verfahren/Artikel auswählen.

Einzusetzende alkalische (Ätz)Druckpasten sind dem Fachmann aus anderen Anwendungen an sich bekannt und sind auch durch ihn geeignet abwandelbar.

Die alkalischen Druckpasten enthalten im allgemeinen einen hohen Anteil einer alkalibeständingen Verdickerpaste, Polyole wie Polyoxyethylenpolyole oder Glycerin, geringe Mengen Netzmittel und Entschäumer, sowie das alkalische Ätzmittel, z. B. Natronlauge. Durch Zugabe von Wasser kann die Fließfähigkeit und der "Stand" der Druckpaste eingestellt werden. Eine typische Druckpaste wird beispielsweise in Beispiel 1 genannt.

Die Druckpasten werden mittels üblicher Vorrichtungen, z. B in Farbendruckmaschinen aufgebracht.

Die "Fixierung", d. h. das "Ausbrennen" des Polyesterelastans, erfolgt auf einem Sterndämpfer, Hängeschleifendämpfer bzw. auf jeder anderen Dämpfeinrichtung, bei denen Temperaturen >99°C, bevorzugt bis 130°C, inbesondere 100-120°C und ganz besonders bevorzugt 100-105°C, erreicht werden können. Nach der Fixierung ist ein gründliches Auswaschen und gegebenenfalls Neutralisieren der behandelten Warenqualitäten angebracht.

Das fertiggestellte Produkt hat folgendes Aussehen:

An den Musterungsstellen, wo das Polyesterelastan zerstört und herausgelöst ist, ist keine lokale Elastizität, die aus dem Elastan gegeben war, mehr vorhanden und der Stoff bzw. das Textil ist an diesen Musterungsstellen offen, transparent. An den unbedruckten Stellen ist die Elastizität weiterhin vorhanden und der Stoff bzw. das Textil ist dort dicht und geschlossen wie ohne Behandlung. Auf die Gesamtelastizität und Dehnbarkeit des Stoffes hat das Ausbrennen, d. h. Fehlen der Elastan- Filamentgarne an den Musterungsstellen, praktisch keinen Einfluß, die Elastane bleiben an den unbedruckten Stellen fest eingebunden.

Beispiele Beispiel 1 (Alkalisches "Ausbrennen" vom Polyester-Elastanen in Baumwolle-Elastik-Artikeln)

Es wird auf einer Rundstrickmaschine (Teilung 28 E) ein Polyester-Elastan (Dorlastan®)-haltiges, elastisches Flächengebilde in R/L-Single-Jersey Bindung (vollplattiert) mit einem Flächengewicht von 115 g/m2 hergestellt. Es wurden dazu folgende Garne verwendet:

Baumwolle, 3-Zylindergarn (Nm 100/1)

Polyester-Elastan, Dorlastan® CC, Typ V 500, 33 dtex (Bayer AG)

Auf das Flächengebilde entfällt etwa 10 Gew.-% Dorlastan®. Das Flächengebilde wird mittels einer mit einer alkalischen Druckpaste aus

680 g Diaprint® 1060, 10% (Fa. Diamalt, München) 50 g P 400 (Polyethylenglykol, Mol-Gew. 400) x g Wasser (zur Einstellung der Druckvariabilität ca. 40 g) 5 g Respumit® NF neu (Entschäumer - Bayer AG) 5 g Erkantol® AS flüssig (Netzmittel - Bayer AG) 220 g Natronlauge 38° Be 1000 g


mustergemäß bedruckt und anschließend 20 min lang in einem Sterndämpfer bei 102°C behandelt. Nach gründlichem Auswaschen mit Wasser wurde die Ware optisch aufgehellt.

Die Ware zeigte an den bedruckten Stellen entsprechende "Ausbrennmuster" unter Entfernung des Polyester-Elastans. Die Ware bleibt hochelastisch, zeigte keinerlei Ausfransen an den Ausbrennstellen und besitzt einen sehr weichen, baumwollcharakteristischen Griff.

Beispiel 2

Es wird eine ähnliche Rundstrickware wie in Beispiel 1) eingesetzt, jedoch unter Einsatz von Dorlastan-CC-Type V-500 (mit einer Titer von 45 dtex) hergestellt und mit der bekannten alkalischen Druckpaste bedruckt, auf dem Sterndämpfer behandelt und ausgerüstet. Es entsteht wie in Beispiel 9 eine gemusterte hochelastische Ware.

Beispiel 3

Beispiel 1 wird gleichartig wiederholt, jedoch mit Dorlastan CC-V500 mit einem Titer von 80 dtex (10% Anteil Dorlastan in der Ware). Es wird ein gleichartiger Musterungseffekt in der hochelastischen Ware erzielt.

Beispiel 4

Die Ware nach Beispiel 1 wird nach dem "Ausbrennen" einer Baumwoll-Reaktiv-Färbung unterworfen und wie in Beispiel 1 ausgerüstet.

Beispiel 5 Vergleichsbeispiel mit saurem "Ausbrennen" von Baumwolle

Es wird eine elastische Wirkware auf einer Maschine KC4/Feinheit 28 E, mit

LI Dorlastan® V500, 45 dtex, 40% Verzug LII Baumwolle; Nm 85/1 LIII Polyethylenterephthalat 25 dtex 22, matt


mit Anteilen an

Dorlastan 11,8% L 120% Baumwolle 40,7% B 120% PET 47,5%


und einem Gewicht von 162 g/m² hergestellt.

Das Flächengebilde wird mittels einer Flachfilmdruckmaschine mustermäßig mit folgender (saurer) Ätzpaste bedruckt:

500 g Diaprint® A8, 8% (Fa. Diamalt, München) 50 g Glycerin x g Wasser (zur Einstellung der Viskosität der Druckpaste) ca. 335 g 10 g Erkantol® AS flüssig 5 g Respumit® NF neu 100 g Natriumhydrogensulfat 1000 g


Das Muster wurde bei 160°C 3 min in Trockenhitze behandelt. Hierdurch wurde (in üblicher Form) die Baumwolle "ausgebrannt", d. h. an den Musterungsstellen entfernt.

Das Polyester-Elastan und der Polyethylenterephthalat- Garn bilden an den Musterungsstellen eine textile Bindung. (Ohne Mitverwendung von PET-Garn ist das Verfahren nicht durchführbar, da andernfalls das Polyesterelastanfilamentgarn an den "ausgebrannten" Stellen nicht mehr textil eingewirkt wäre).


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Herstellen von Mustern in textilen Flächengebilden durch mustergemäßes Herauslösen eines Garntyps aus textilen Flächengebilden infolge örtlicher Einwirkung von Chemikalien, die eine gewünschte Faserart, gegebenenfalls bei erhöhter Temperatur, zerstören und diese anschließend herausgewaschen werden ("Ausbrennen") dadurch gekennzeichnet, daß man Elastan- und Cellulosegarne enthaltende textile Flächengebilde mit Mustern versieht, indem man das eingebundene und/oder einfixierte Elastangarn mittels ätzender Druckpasten an den zu musternden Stellen bedruckt und bei erhöhten Temperaturen zerstört und herauslöst.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Polyester-Elastan- und Cellulosegarne und gegebenenfalls weitere Garne enthaltende textile Flächengebilde mit Mustern versieht, indem man das in dem textilen Flächengebilde stark eingebundene oder fixierte Polyester-Elastan an den zu musternden Stellen mit einer stark alkalischen Paste bedruckt und das Flächengebilde durch Erhitzen in einer Dämpfeinrichtung bei Temperaturen von 99- 140°C, vorzugsweise l00-110°C, für eine ausreichende Zeit von 1 min bis 1 h, vorzugsweise 3 min bis 30 min zur Zerstörung des Polyester-Elastans an den bedruckten Stellen behandelt und das gemusterte, textile Flächengebilde anschließend auswäscht und gegebenenfalls neutralisiert.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man Polyester-Elastangarne einsetzt, bei denen aliphatische Polyester-Weichsegemente auf der Basis von Adipinsäure und niedermolekularen Diolen oder spezielle Polyester auf Basis von Kohlensäure (Polycarbonate) und (cyclo)aliphatischen, niedermolekularen Diolen oder Lactonen, mit Molekulargewichten dieser Weichsegmente von 500 bis 5000, eingesetzt sind.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß in den Polyester-Elastangarnen mindestens 20 Gew.-%, vorzugsweise >50 Gew.-% und besonders >70 Gew.-% Polyester-Weichsegmente neben gegebenenfalls Polyether-Weichsegementen enthalten sind.
  5. 5. Verfahren nach Ansprüchen 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die textilen Flächengebilde aus Polyester-Elastan (2-40 Gew.-%), vorzugsweise 3- 20 Gew.-%),

    Cellulosegarnen auf Basis Baumwollgarnen, Viskosegarnen, Kupfer-Oxidammoniakgarnen oder Celluloseacetat, bevorzugt Baumwollgarne, zu mindestens 40 Gew.-%,

    und gegebenenfalls weiteren, nicht alkalizerstörbaren Garnen, insbesondere Polyalkylenterephthalat- Garnen oder Polyetherelastanen bestehen.
  6. 6. Verfahren nach Ansprüchen 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß Polyester-Elastangarne und Baumwollgarne für die textilen Flächengebilde eingesetzt werden.
  7. 7. Verfahren nach Ansprüchen 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Polyester-Elastangarne fest in die textilen Flächengebilde eingebunden oder einfixiert sind und nach Kettwirk-, Flach- und Rundstrick-, Raschel- oder dem Duolastic®-Verfahren eingearbeitet sind.
  8. 8. Textile Flächengebilde, aus mindestens 2-40 Gew.-% Polyesterelastanfilamentgarnen, mindestens 40 Gew.- % Cellulosegarnen, sowie gegebenenfalls weiteren, durch alkalische Ätzdruckverfahren nicht löslichen Garnen, bei denen die Polyesterelastanfilamentgarne mustermäßig herausgelöst sind und die verbleibenden Polyester-Elastane so stark im Textil eingebunden oder fixiert sind, daß sie an den Stellen der mustergemäßen Zerstörung nicht herausrutschen.
  9. 9. Polyester-Elastangarne und Cellulosegarne enthaltende textile Flächengebilde nach Anspruch 8, in Form von Kettwirk-, Flach- und Rundstrick-, Duolastic®- und Raschel-Artikeln, bei denen die Polyester-Elastangarne mustergemäß zerstört und herausgelöst sind.
  10. 10. Polyester-Elastangarne und Baumwollgarne enthaltende textile Flächengebilde nach Ansprüchen 8 und 9.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche


Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com