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Dokumentenidentifikation DE4115378A1 24.09.1992
Titel Antimikrobielles Material zum Züchten oder Aufgewahren von Fisch, sowie Verfahren zu dessen Herstellung
Anmelder Sugo, Etsuko, Gunma, JP
Erfinder Sugo, Etsuko, Gunma, JP
Vertreter Eitle, W., Dipl.-Ing.; Hoffmann, K., Dipl.-Ing. Dr.rer.nat.; Lehn, W., Dipl.-Ing.; Füchsle, K., Dipl.-Ing.; Hansen, B., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Brauns, H., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Görg, K., Dipl.-Ing.; Kohlmann, K., Dipl.-Ing.; Ritter und Edler von Fischern, B., Dipl.-Ing.; Kolb, H., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte; Nette, A., Rechtsanw., 8000 München
DE-Anmeldedatum 10.05.1991
DE-Aktenzeichen 4115378
Offenlegungstag 24.09.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.09.1992
IPC-Hauptklasse A01N 61/00
IPC-Nebenklasse A01N 1/02   
IPC additional class // B01J 20/26,A01K 63/02,C08J 5/20,C08L 51:02,51:06,C08F 251/02,255/00  
Zusammenfassung Diese Erfindung beschreibt ein antimikrobielles Material zur Fischzucht oder zur Aufbewahrung von Fisch, welches einen geformten Gegenstand aus einem Pulpen- und/oder Polyolefin-Basismaterial aufweist. Diese Erfindung beschreibt weiterhin ein Verfahren zur Herstellung dieses Materials. Der geformte Gegenstand weist eine funktionelle Gruppe auf, die eine Funktion zur Entfernung von schädlichen Ionen in Kombination mit einer antimikrobiellen Wirkung aufweist. Das Material wird durch Pfropfpolymerisation eines reaktiven Monomers auf einem geformten Gegenstand eines Pulpen- und/oder Polyolefin-Basismaterials und durch Einführen einer funktionellen Gruppe mit der oben genannten Funktion in die aufgepfropfte Kette des Pfropfpolymers hergestellt. Durch die Verwendung des Materials kann die Aufbewahrung von Fisch, einschließlich dem Transport, stabil und effizient durchgeführt werden.

Beschreibung[de]

Diese Erfindung betrifft ein Material, welches beim Transport und beim Züchten oder beim Aufbewahren von Lebensmittelfisch oder Aquariumfisch nützlich ist, sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung. Insbesondere betrifft diese Erfindung ein antimikrobielles Material, mit dem Nahrungsmittelfisch für längere Zeit am Leben erhalten werden kann, sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung.

Mit zunehmender Variation der Eßgewohnheiten entstand eine zunehmende Nachfrage nach einem Transport von lebendem Nahrungsmittelfisch. Bis zur gegenwärtigen Zeit ist der Transport von lebendem Fisch in ruhendem Zustand bei niedriger Temperatur weit verbreitet. Jedoch beinhaltet dieses Verfahren die Nachteile, daß die Überlebensrate der Fische nach dem Zurückgeben der Fische in ein Aquarium sehr gering ist und daß der Verbrauch an elektrischem Strom groß ist. Andererseits ist bei einem Transportverfahren, bei dem ein Wasserbehälter verwendet wird, in dem die Fische unter üblichen Bedingungen gehalten werden, eine große Menge an Sauerstoff erforderlich, und die Dichte an Fischen in diesem Behälter ist gering. Die Dichte an Fischen während des Transportes von einem Fischplatz zu einem Fischhafen, sowie während der Lagerung in einem Fischhafen vor der Auslieferung und die Überlebensrate sind direkt mit den Kosten verbunden und stellen daher wichtige Faktoren bei dem Transport von lebendem Fisch dar.

Wenn eine Fischdichte erhöht wird, erhöht sich die Ammoniakkonzentration in dem Wasserbehälter und möglicherweise auch die Rate an Fischsterben aufgrund einer erhöhten Konzentration eines Nitritions, welches aufgrund der Zersetzung von Ammoniak auftritt. Um dies zu verhindern, wird ein kombiniertes Filtrationsverfahren angewandt, bei dem Ammoniak in einem Wasserbehälter an aktiviertem Kohlenstoff, Korallensand etc., adsorbiert wird, und bei dem Bakterien sich vermehren können, die schädliche Substanzen zersetzen können, aber die Probleme konnten bisher noch nicht durch zufriedenstellende Lösungen gelöst werden.

Wenn die Fischdichte zunimmt, kann weiterhin die Krankheitsrate während der Aufbewahrung der Fische zunehmen. Beispielsweise trat die Infektion durch Infektionskrankheiten, wie Oodinioise, Trichodimiase, Lymphozystenkrankheit, Weißfleckenkrankheit sowie Fäulnis des Fischschwanzes als ein ernstes Problem auf.

Verschiedene Probleme blieben ungelöst, wie es oben erwähnt ist, die Zuverlässigkeit beim Züchten, beim Aufbewahren und beim Transport von Fischen ist noch gering. Daher ist es auf verschiedenen Gebieten erforderlich, so schnell wie möglich eine Lösung zu finden.

Es ist daher ein Ziel dieser Erfindung, ein Material zur Verfügung zu stellen, mit dem der Transport und das Züchten oder Aufbewahren von Fisch stabil und effizient durchgeführt werden kann, sowie ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Materials anzugeben.

Als ein Ergebnis von äußerst umfangreichen und intensiven Untersuchungen konnten die Erfinder feststellen, daß das oben genannte Ziel der vorliegenden Erfindung durch ein antimikrobielles Material zum Züchten oder Aufbewahren von Fisch erreicht werden kann, welches einen Formkörper eines Pulpen- und/oder eines Polyolefin-Basismaterials umfaßt, wobei der Formkörper eine funktionelle Gruppe mit einer Funktion zur Entfernung von schädlichen Ionen, kombiniert mit einer antimikrobiellen Aktivität, umfaßt.

Das erfindungsgemäße, antimikrobielle Material kann durch ein Verfahren hergestellt werden, welches die Pfropfpolymerisation eines reaktiven Monomers auf einem geformten Gegenstand eines Pulpen- und/oder eines Polyolefin-Basismaterials sowie das Einführen einer funktionellen Gruppe mit einer Funktion, um schädliche Ionen zu entfernen, kombiniert mit einer antimikrobiellen Funktion, in das Pfropfpolymer umfaßt.

Übliche Ionenaustauschtechniken waren nicht in der Lage, selektiv ein Ammoniakion oder ein Nitrition in dem Meerwasser zu entfernen, weil große Mengen an Natrium- und Chloridionen vorhanden sind. Im Gegensatz dazu ist das erfindungsgemäße, antimikrobielle Material in der Lage, schädliche Ionen, beispielsweise ein Ammoniakion und ein Nitrition, selektiv zu absorbieren und zu entfernen, ohne ein Natriumion oder ein Chloridion zu adsorbieren, da das erfindungsgemäße Material eine funktionelle Gruppe aufweist, die sowohl kationische als auch anionische Eigenschaften aufweist, die gegenseitig ausgeglichen sind.

Das Basismaterial, welches erfindungsgemäß verwendet werden kann, ist Pulpe und/oder ein Polyolefin, einschließlich Papierpulpe, regeneriertes Papier, Polyethylen und Polypropylen. Das zu verwendende Basismaterial kann geeigneterweise aus diesen Stoffen nach dem Endverbrauch ausgewählt werden. Acrylfasern können ebenfalls als Basismaterial verwendet werden, da die in den Acrylfasern vorhandene Cyanogruppe in eine Carboxylgruppe oder in eine Amidoximgruppe umgewandelt werden kann, indem beispielsweise eine Hydrolyse durchgeführt wird. Vom Gesichtspunkt der Stärke und der Leistungseigenschaften her, sind jedoch Pulpe- und/oder Polyolefin-Basismaterialien gegenüber den Acrylfasern bevorzugt. Diese Basismaterialien haben vorzugsweise eine faserige Form, um eine größere Oberfläche zu gewähren, was zu einer größeren Adsorptionsrate von schädlichen Substanzen führt, und außerdem erleichtert diese Form, daß irgendeine gewünschte Form leichter hergestellt werden kann. Die Fasern weisen vorzugsweise einen Faserdurchmesser von 1 bis 50 µm auf. Wenn der Durchmesser in dem bevorzugten Bereich liegt, läuft die Pfropfpolymerisation über den gesamten Durchschnitt der Fasern gleichmäßig ab.

Ein Formkörper, der das Basismaterial umfaßt, weist eine Aggregatform, beispielsweise eine Matte, einen Non-woven-Stoff oder eine Masse von Kugeln oder Schuppen auf. Für die Verwendung beim Transport oder Aufbewahren von Fisch für eine verhältnismäßig kurze Zeitdauer sind kugelförmige oder schuppenförmige Gegenstände bevorzugt. In diesem Fall kann die Wirkung der Entfernung von schädlichen Substanzen sowie die antimikrobielle Aktivität leicht dadurch gezeigt werden, daß ein solches kugelförmiges oder schuppenförmiges Material in einem Wasserbehälter oder in einem Aquarium angeordnet wird. Zur Verwendung bei einem Transport mit hoher Fischdichte oder bei einem Aufbewahren von Fisch für eine lange Zeitdauer, wird ein Non-woven-Stoff effektiv als ein Bypass-Filter verwendet, der nicht nur als ein Adsorbens für schädliche Substanzen, sondern ebenfalls als ein Filter zum Sammeln von irgendwelchen suspendierten Stoffen und als ein Bett für die Vermehrung von nützlichen Bakterien dient. Darüber hinaus entfalten diese geformten Gegenstände eine antimikrobielle Aktivität, um Infektionskrankheiten, wie Oodiniose, Trichodimiase, lymphozystische Krankheit, Weißfleckenkrankheit und Fäulnis des Fischschwanzes zu verhindern. Bei der Anwendung bei kleinen Fischen wird der kufelförmige oder schuppenförmige Gegenstand in einen Polyethylenbeutel hineingegeben, in dem die Fische gehalten werden, und Sauerstoff wird in einer Menge, die von der Fischdichte abhängt, hineingegeben, wobei anschließend der Beutel geschlossen wird. In diesem Fall kann der Fisch in dem Beutel etwa 2 Wochen transportiert und gehalten werden, während eine Infektion des Fisches verhindert wird.

Ein reaktives Monomer wird auf dem geformten Gegenstand pfropfpolymerisiert. Reaktive Monomere, die erfindungsgemäß verwendet werden können, enthalten vorzugsweise Vinylmonomere. Spezifische Beispiele von geeigneten reaktiven Monomeren enthalten Vinylmonomere, die eine Glycidylgruppe enthalten, beispielsweise Glycidylmethacrylat, Glycidylacrylat, Glycidylmethylitaconat, Ethylglycidylmaleat und Glycidylvinylsulfonat; und Vinylmonomere, die eine Cyanogruppe enthalten, beispielsweise Acrylnitril, Vinylidencyanid, Crotonnitril, Methacrylnitril, Chloracrylnitril, 2-Cyanoethylmethacrylat und 2-Cyanoethylacrylat.

Die Pfropfpolymerisation des reaktiven Monomers auf dem Formgegenstand kann beispielsweise durch Polymerisation in Gegenwart eines Polymerisationsinitiators, durch thermische Polymerisation, durch strahlungsinduzierte Polymerisation unter Verwendung von ionisierenden Strahlungen, beispielsweise alpha-Strahlen, beta-Strahlen, gamma-Strahlen, beschleunigte Elektronenstrahlen, Röntgenstrahlen und Ultraviolettstrahlen, durchgeführt werden. Die durch gamma-Strahlen oder beschleunigte Elektronenstrahlen induzierte Polymerisation wird für den praktischen Gebrauch empfohlen.

Die Menge eines reaktiven Monomers, welches auf dem Formgegenstand polymerisiert wird, wird durch die Pfropfrate (%) ausgedrückt, die durch die folgende Gleichung erhalten wird:



Erfindungsgemäß liegt die Pfropfrate vorzugsweise im Bereich von 10 bis 150%. Wenn die Pfropfrate außerhalb dieses Bereiches liegt, können die charakteristischen Eigenschaften des Basismaterials verschlechtert werden.

Die Arten der Pfropfpolymerisation eines reaktiven Monomers auf einen Formgegenstand werden in Flüssigphasenpolymerisation, bei der ein geformter Gegenstand direkt mit einem flüssigen reaktiven Monomer zur Reaktion gebracht wird, und in Gasphasenpolymerisation unterschieden, bei der ein geformter Gegenstand mit dem Dampf oder Gas eines reaktiven Monomers in Kontakt gebracht wird. Beide dieser Polymerisationsarten können erfindungsgemäß nach dem Endverbrauch oder dem Zweck verwendet werden.

Die funktionelle Gruppe, die eine Funktion zur Entfernung von schädlichen Ionen kombiniert mit einer antimikrobiellen Aktivität aufweist, weist eine Struktur auf, bei der eine Aminogruppe oder eine Iminogruppe mit einer Carboxylgruppe oder einer Oximgruppe kombiniert wird. Genauer ausgedrückt, wird die funktionelle Gruppe, die die kombinierten Funktionen aufweist, ausgewählt aus der Gruppe, die aus einer Amidoximgruppe, einer Imidoximgruppe, einer Monoaminomonocarboxylgruppe, einer Monoaminodicarboxylgruppe und einer Diaminodicarboxylgruppe besteht. Die funktionelle Gruppe wird in eine aufgepfropfte Kette eines Pfropfpolymers eingeführt.

Die Einführung einer derartigen funktionellen Gruppe in einen geformten Gegenstand kann durch Eintauchen des geformten Gegenstandes, auf den ein reaktives Monomer aufgepfropft wurde, in eine Methanol/Wasser-Lösung von Hydroxylamin, Glycin, Phenylalanin, Alanin, Tryptophan, Histidin, Valin, Leucin, Serin, Aspartamsäure oder Glutaminsäure durchgeführt werden. Durch das Eintauchen wird die oben genannte Substanz durch Addition mit der aufgepfropften Kette des Pfropfpolymers verbunden, um dem Pfropfpolymer die gewünschten kombinierten Funktionen zu verleihen. Der Gehalt der funktionellen Gruppe in dem Endprodukt liegt vorzugsweise von 0,5 bis 8 mmol/g. Solange der Gehalt der funktionellen Gruppe innerhalb dieses Bereiches liegt, zeigt das Endprodukt hydrophile Eigenschaften, ohne die charakteristischen Eigenschaften des Basismaterials zu beeinträchtigen.

Es konnte noch nicht klargestellt werden, warum und wie die oben beschriebene funktionelle Gruppe die antimikrobielle Aktivität entfaltet. Es ist jedenfalls Tatsache, daß die Amino-, Imino-, Carboxyl- und Dioximgruppen jeweils im wesentlichen keine antimikrobielle Aktivität aufzeigen, wenn diese Gruppen alleine verwendet werden. Das bedeutet, daß derartige beachtliche antimikrobielle Wirkungen nicht stärker auftreten im Vergleich zu üblichen antimikrobiellen Materialien, wie dies in den nachfolgend beschriebenen Beispielen dargelegt wird, solange nicht eine Aminogruppe oder eine Iminogruppe mit einer Carboxylgruppe oder einer Oximgruppe kombiniert wird. Somit führt das erfindungsgemäße antimikrobielle Material zu einer großen Verbesserung der bisher bekannten Materialien.

Diese Erfindung wird nachfolgend detaillierter unter Bezugnahme auf die Beispiele beschrieben, jedoch sollte dies nicht dahingehend verstanden werden, daß die Erfindung auf diese Beispiele beschränkt ist. Alle Prozentangaben sind in Gewichtsprozenten angegeben, wenn nichts anderes angegeben ist.

Beispiel 1

Aus Polypropylenfasern mit einem Faserdurchmesser von 20 µm wurden Kugeln mit einem durchschnittlichen Durchmesser von 5 mm hergestellt. Die Kugeln wurden mit beschleunigten Elektronenstrahlen mit einer Dosis von 10 Mrad in Stickstoffatmosphäre mit Hilfe eines Elektronenstrahlbeschleunigers bestrahlt. Dann wurde der bestrahlte Formgegenstand mit einem sauerstofffreien Acrylnitril 2 Stunden lang in Kontakt gebracht, um die Pfropfpolymerisation durchzuführen, mit anschließendem sorgfältigen Waschen mit Dimethylformamid, wobei ein Pfropfpolymer mit einer Pfropfrate von 90% erhalten wurde. Das resultierende Polymer wurde in eine 30%ige Methanol/Wasser-Lösung aus Hydroxylamin 5 Stunden lang bei einer Temperatur von 80°C eingetaucht, damit das Hydroxylamin an die Cyanogruppe in der aufgepfropften Kette angebunden wird, und dies wurde sorgfältig mit warmem Wasser gewaschen. Dadurch wurde ein antimikrobielles Material zum Aufbewahren von Fisch erhalten, welches in der aufgepfropften Kette 6,5 mmol einer Kombination aus einer Aminogruppe und einer Oximgruppe pro Gramm enthielt.

10 g des resultierenden antimikrobiellen Materials wurden in einen Polyethylenbeutel mit einer Größe von 30 cm×40 cm hineingegeben und 5 Goldfische mittlerer Größe wurden zusammen mit 2 l Wasser in diesen Beutel gegeben. Der Beutel wurde mit Sauerstoffgas gefüllt und dann geschlossen. Selbst wenn die Fische bei 20°C 4 Wochen lang aufbewahrt wurden, zeigte sich keine Trübung des Wassers und es zeigte sich außerdem, daß alle Goldfische gesund waren und nicht mit Dermatitis, Schwanzfäulnis-Krankheit oder einer ähnlichen Infektionskrankheit infiziert waren. Die Konzentration an gelösten Ammoniakionen und die Konzentration an gelösten Nitritionen nach 4 Wochen betrugen 0,1 ppm bzw. 0,2 ppm. Dies zeigt die Fähigkeit des antimikrobiellen Materials bei der Adsorption und der Entfernung von schädlichen Ionen.

Zum Vergleich wurde derselbe Test durchgeführt, ohne daß das antimikrobielle Material verwendet wurde. Nach einer 1-wöchigen Aufbewahrung wurde das Wasser trübe und nahezu alle Goldfische starben.

Aus diesen Ergebnis ist somit ersichtlich, daß das erfindungsgemäße, antimikrobielle Material die Fähigkeit aufweist, schädliche Ionen zu adsorbieren, und daß es eine antimikrobielle Wirksamkeit aufweist, was zu beachtlichen Effekten bei der Aufbewahrung von lebenden Fischen in einem geschlossenen Behälter führt. Die Verwendung des antimikrobiellen Materials bewirkt eine beachtliche Verbesserung auf dem Gebiet der Fischzüchtung und des Fischverkaufes, was einen Transport von lebenden Fischen über lange Entfernungen ermöglicht und was ebenfalls den Fischverkäufern, die keine spezielle Fischaufbewahrungseinrichtung haben, ermöglicht, in ihrem eigenen Geschäft große Mengen zu verkaufen.

Beispiel 2

Aus einer Polyethylenfaser mit einem Faserdurchmesser von 25 µm wurde ein Non-woven-Tuch mit einem Basisgewicht von 150 g/m2 gebildet. Das Non-woven-Tuch wurde mit beschleunigten Elektronenstrahlen in einer Stickstoffatmosphäre mit 10 Mrad mit einer Beschleunigungsspannung von 2 MeV und einem Elektronenstrahlstrom von 1 mA mit Hilfe eines Elektronenstrahlbeschleunigers bestrahlt und dann mit sauerstofffreiem Glycidylmethacrylat 2 Stunden lang bei einer Temperatur von 40°C in Kontakt gebracht, wodurch die Pfropfpolymerisation mit einer Pfropfrate von 150% durchgeführt wurde. Das resultierende Pfropfpolymer wurde in eine 5%-ige Propanol/Wasser-Lösung aus Glycin, der NaOH zugegeben worden war, 5 Stunden lang bei einer Temperatur von 80°C eingetaucht, damit sich das Glycin an die Glycidylgruppe anlagert. Dadurch wurde ein antimikrobielles Material erhalten, welches 2,0 mmol/g einer Kombination aus einer Aminogruppe und einer Carboxylgruppe enthielt, die mit der aufgepfropften Kette des Polymers verbunden war.

Ein Stück mit einer Größe von 40 cm2 wurde aus dem resultierenden antimikrobiellen Material herausgeschnitten und an einen Filter eines Aquariums mit einem Volumen von 50 l gebunden. 40 l frisches künstliches Meerwasser wurden in das Aquarium gegeben und 10 kobaltblaue Damselfische (Meeresfische, zur Familie Pomacentridae gehörend) wurden darin aufbewahrt, während Sauerstoff in das Aquarium eingeblubbert wurde. Nach einem 1-tägigen Aufbewahren zeigte sich, daß die Konzentration an gelösten Ammoniakionen und die Konzentration an gelösten Nitritionen 0,1 ppm bzw. 0,05 ppm betrug und daß das Meerwasser einen pH-Wert von 7,7 aufwies. Nach 1 Woche lagen die Konzentrationen für gelöstes Ammoniakion und gelöstes Nitrition bei 0,1 ppm bzw. 0,1 ppm und das Meerwasser hatte einen pH-Wert von 7,5. Selbst nach 2 Wochen waren die Konzentrationen der gelösten Ionen stabil, und alle Fische waren gesund, ohne daß sie irgendwelche Infektionskrankheiten, wie Oodiniose, Trichodimiase, lymphozystische Krankheit, Weißfleckenkrankheit und Fäulnis des Schwanzes aufwiesen. Die gleichen Ergebnisse wurden erhalten, wenn der gleiche Test durchgeführt wurde, mit der Ausnahme, daß das frische, künstliche Meerwasser durch verbrauchtes Meerwasser und Korallensand ausgetauscht wurde.

Zum Vergleich wurde der Test in der gleichen Weise durchgeführt, mit der Ausnahme, daß ein kommerziell erhältliches Set zum Aufbewahren von tropischem Fisch verwendet wurde, wobei jedoch das antimikrobielle Material nicht verwendet wurde. Frisches künstliches Meerwasser wurde unmittelbar nach der Herstellung aus Leitungswasser verwendet. Nach 1 Woche lag das Verhältnis der Fische, die ohne Infektion (gesund) lebten, bei nicht mehr als 50%.

Aus diesen Ergebnissen, ergibt sich, daß das erfindungsgemäße antimikrobielle Material ausgezeichnet bezüglich der Adsorption und Entfernung von schädlichen Ionen ist und daß es ausgezeichnete antimikrobielle Eigenschaften aufweist, Salzwasserfische ebenfalls aufzubewahren.

Beispiel 3

Schuppen aus regeneriertem Papier mit einer durchschnittlichen Teilchengröße von 5 mm wurden 10 Minuten lang in das gleiche Volumen einer Glycidylacrylatlösung eingetaucht. Nach der Entfernung von überschüssiger Flüssigkeit wurden die imprägnierten Schuppen in eine Bestrahlungskammer gegeben. Die Kammer wurde sauerstofffrei gehalten und Kobalt-60-gamma-Strahlen wurden 1 Stunde lang bei einer Absorptionsdosis von 1 Mrad auf die Schuppen gestrahlt, um die Pfropfpolymerisation durchzuführen. Das Pfropfpolymer wurde mit Dimethylformamid gewaschen und dann in eine 3%-ige wäßrige Phenylalaninlösung (pH = 13) bei einer Temperatur von 80°C für eine Dauer von S Stunden eingetaucht, damit sich das Phenylalanin an die Glycidylgruppe anbindet. Dadurch wurde ein antimikrobielles Material gebildet, welches 1,5 mmol/g einer Kombination aus einer Aminogruppe und einer Carboxylgruppe enthielt, die mit der aufgepfropften Kette des Polymers verbunden war.

In einem Aquarium mit einem Volumen von 50 l, das keine Filtrationseinrichtung aufwies, wurden 50 g des resultierenden antimikrobiellen Materials hineingegeben, und 40 l frisches, künstliches Meerwasser wurden hineingegeben, damit die Schuppen schwimmen können. 10 Salzwasserfische verschiedener Arten wurden in dem Aquarium aufbewahrt, während Sauerstoff hindurchgeblasen wurde. Nach 1 Woche wurde festgestellt, daß die Konzentration an gelösten Ammoniakionen und an gelösten Nitritionen 0,1 ppm bzw. 0,1 ppm waren und daß das Meerwasser einen pH-Wert von 7,5 aufwies. Alle Fische waren gesund, ohne daß sie an irgendwelchen Infektionskrankheiten litten.

Aus diesen Ergebnissen ist ersichtlich, daß die Verwendung des erfindungsgemäßen antimikrobiellen Materials ausschließt, daß ein Wasserbehälter für den Transport von Salzwasserfischen mit einer Filtrationseinrichtung ausgerüstet werden muß, wodurch eine Rationalisierung und eine Stabilisierung des Fischtransportes ermöglicht wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Antimikrobielles Material zur Fischzucht oder zum Aufbewahren von Fischen, umfassend einen geformten Gegenstand aus einem Pulpen- und/oder Polyolefin-Basismaterial, wobei der geformte Gegenstand eine funktionelle Gruppe aufweist, die eine Funktion zur Entfernung von schädlichen Ionen, kombiniert mit einer antimikrobiellen Wirksamkeit aufweist.
  2. 2. Antimikrobielles Material nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Basismaterial aus Fasern mit einem Faserdurchmesser von 1 bis 50 µm besteht.
  3. 3. Antimikrobielles Material nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die funktionelle Gruppe eine Kombination aus einer Aminogruppe oder einer Iminogruppe und einer Carboxylgruppe oder einer Oximgruppe darstellt, und daß sie in einer Menge von 0,5 bis 8 mmol/g des antimikrobiellen Materials vorhanden ist.
  4. 4. Antimikrobielles Material nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die funktionelle Gruppe mit der aufgepfropften Kette eines pfropfpolymerisierten geformten Gegenstandes verbunden ist.
  5. 5. Verfahren zur Herstellung eines antimikrobiellen Materials zur Fischzucht oder zur Aufbewahrung von Fisch durch Pfropfpolymerisation eines reaktiven Monomers auf einem geformten Gegenstand aus einem Pulpen- und/oder Polyolefin-Basismaterial und durch Einführen einer funktionellen Gruppe mit einer Funktion zur Entfernung von schädlichen Ionen in Kombination mit einer antimikrobiellen Wirkung in die aufgepfropften Ketten des Pfropfpolymers.






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