Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur
Betätigung einer Pfeifenorgel. Das zugehörige Interface
wandelt den Datenstrom einer MIDI-Schnittstelle nach der
MIDI-Norm um, worauf die Daten an sogenannten Gate-
Ausgängen als Steuerspannung anstehen. In einem folgenden
Transistorteil wird diese verstärkt und den einzelnen
Betätigungselementen als Leistungsteil zur Verfügung
gestellt. Der Datenstrom wird dabei von einem elektronischen
Tasteninstrument (Keyboard) oder einem Rechner mit MIDI-Schnittstelle geliefert.
Bei der Erfindung kann mit einer
Abspieleinheit, die über eine MIDI-Schnittstelle verfügt,
gearbeitet werden, nämlich mit einem programmierbaren
Keyboard, einem Computer mit MIDI-Schnittstelle
oder auch nach Anspruch 2 mittels eines Diskettenabspielgerätes
(Sequenzer) von sogenannten Standard-MIDI-Files.
Der Standard-MIDI-File kann heute von den unterschiedlichsten
Computersystemen mit wiederum zahllosen
Notenschreibprogrammen erzeugt werden. Mit Hilfe dieser
Programme ist man in der Lage auf relativ einfache Art
und Weise Musikstücke bis ins Finale (Tempoänderungen,
Artikulation, etc.) zu bearbeiten und dann auf Datenträger
abzuspeichern.
Nach Anspruch 1 ist die Einrichtung transportabel ausgeführt,
wodurch bestehende, eventuell denkmalgeschützte
Kirchenorgeln problemlos damit ausgerüstet werden können.
Diese Bauart kann auch dem Orgelbauer bei den Pfeifenstimmarbeiten
eine Arbeitskraft ersparen; zum Beispiel
über ein kleines Keyboard mit MIDI-Ausgang, das er mit
in das Pfeifenwerk nehmen, und somit, von dort aus,
selbst die entsprechende Pfeife ansteuern kann. Mit der Erfindung
ist eine Fernbedienung des Orgelwerkes manuell oder
automatisch ermöglicht.
In der Druckschrift DE 32 26 679 A1 ist zwar ein Spielwerk
beschrieben, das als Aufsatz über der Tastatur verwendet
werden soll;
die Gesamteinheit ist aber nicht geeignet, um
musikalisch anspruchsvolle Literatur zu bearbeiten und
wiederzugeben.
Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
eine universelle, an jeder Orgel nachrüstbare und deren
normale Bespielbarkeit nicht einschränkende Bedienung zu ermöglichen.
Ein Ausführungsbeispiel ist in der Zeichnung dargestellt
und wird im folgenden näher beschrieben.
Der serielle Datenstrom der MIDI-Schnittstelle wird im
Interface (1) nach MIDI-Norm umgewandelt, und steht als
Steuerspannung an den sogenannten Gate-Ausgängen (2) an.
In einem Transistorteil (3) wird die Steuerspannung
verstärkt und den einzelnen Betätigungselementen (4) als
Leistungsteil zur Verfügung gestellt, worauf die dem
MIDI-Datenfluß entsprechenden Tasten gedrückt werden.
Die Daten werden von einem geeigneten Keyboard und/oder einem Computer
erzeugt. Die Vorteile des Systems liegen darin, daß beispielsweise in
einer Kirchengemeinde ohne Organisten aber mit der eigenen Orgel
gespielt werden kann, daß diese Orgel auch über das Keyboard quasi
fernbedienbar gespielt werden kann, und daß die Einrichtung
gleichzeitig als Serviceeinrichtung für Wartungs- und Reparaturzwecke
einsetzbar ist. Soll in üblicher Weise gespielt werden, so
kann der Aufsatz problemlos vom Orgeltisch genommen werden.