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Dokumentenidentifikation DE3446878C2 15.10.1992
Titel Aufzeichnungsmaterial und Bildaufzeichnungsverfahren
Anmelder Canon K.K., Tokio/Tokyo, JP
Erfinder Munakata, Hirohide;
Tomida, Yoshinori, Yokohama, Kanagawa, JP;
Haruta, Masahiro, Funabashi, Chiba, JP;
Hirai, Yutaka, Tokio/Tokyo, JP;
Nishimura, Yukuo, Sagamihara, Kanagawa, JP;
Hamamoto, Takashi, Yokohama, Kanagawa, JP
Vertreter Tiedtke, H., Dipl.-Ing.; Bühling, G., Dipl.-Chem.; Kinne, R., Dipl.-Ing.; Grupe, P., Dipl.-Ing.; Pellmann, H., Dipl.-Ing.; Grams, K., Dipl.-Ing.; Struif, B., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 21.12.1984
DE-Aktenzeichen 3446878
Offenlegungstag 11.07.1985
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.10.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.10.1992
IPC-Hauptklasse G03C 1/72

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Aufzeichnungsmaterial mit einer lichtempfindlichen, ein Enzym und gegebenenfalls ein Bindemittel enthaltenden Schicht und einer bildbildenden Schicht, die eine durch die Einwirkung des Enzyms in der Gegenwart einer Entwicklungsflüssigkeit abbaubare Substanz enthält, wobei die Aktivität des Enzyms durch Belichtung erhöht oder erniedrigt werden kann, sowie ein Bildaufzeichnungsverfahren, in dem das Aufzeichnungsmaterial verwendet wird.

Eine enzym-katalysierte, chemische Reaktion ist im allgemeinen insofern, vorteilhaft, als die Reaktionsgeschwindigkeit merklich höher ist als bei einer gewöhnlichen chemischen Reaktion unter üblichen Temperatur- und Druckbedingungen und als die Selektivität der Reaktion ausgezeichnet ist, da ein Enyzm nur eine besondere Reaktion aktiviert.

In den letzten Jahren ist berichtet worden, daß die Aktivität eines Enzyms mit Licht durch chemische Modifizierung des Enzyms mit einer fotochromen Substanz gesteuert werden kann (vergl. Y. Karube und S. Suzuki, "Control of Fixed- Enzyme Reaction" in Kagaku Kogyo, April 1981, Seiten 57-61). Gemäß dieser Literaturstelle bewirkt die chemische Modifizierung von beispielsweise einer amylolytischen Enzymamylase mit einem Spiropyran, welches eine fotochrome Substanz ist, eine Erniedrigung der Amylaseaktivität, wenn dieses Enzym Licht ausgesetzt bzw. belichtet wird.

In der US-PS 35 15 551 wird ein solches Prinzip für photographische Verfahren angewendet. Zur Erzeugung photographischer Bilder umfaßt das Aufzeichnungsmaterial eine einzelne, gegebenenfalls auf einem Schichtträger aufgebrachte Schicht, die ein Protein, eine Protease und ein lichtempfindliches Material, welches zur Umwandlung der Protease von der aktiven in die inaktive Form oder umgekehrt in der Lage ist, enthält. Das von der Protease abbaubare Protein, wie z. B. Gelatine, dient dabei selbst als Bindemittel. Dies hat den Nachteil, daß die Protease nach der Belichtung bei der Entwicklung des Bildes frei diffundieren kann und somit ein unscharfes Bild erzeugt.

Auch die DE-AS 26 04 092 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung eines silberfreien Bildes unter Verwendung eines lichtempfindlichen Aufzeichnungsmaterials mit einem Schichtträger und einer lichtempfindlichen Schicht. Die lichtempfindliche Schicht enthält eine Mischung aus einem inaktiven Enzym (Zymogen), welches durch Belichtung aktiviert werden kann, und einem durch das aktivierte Enzym aufspaltbaren Bindemittel oder einem durch dieses Enzym nicht spaltbares Bindemittel mit einer durch das Enzym spaltbaren Verbindung. Wenn wie im ersten Fall das Bindemittel durch das aktivierte Enzym abgebaut wird, ergibt sich wiederum das Problem einer Bildunschärfe. Auch wenn wie im zweiten Fall noch nach der Bildentwicklung durch das Enzym ein Bindemittel vorhanden ist, ist ein vollständig scharfes Bild nicht gewährleistet, und ferner ist keine Reliefbildung bzw. Resistbildung möglich.

Aus der GB-PS 12 17 087 ist ein weiteres enzymatisches Verfahren unter Verwendung einer Protease als Enzym zur Bildaufzeichnung bekannt. Eine getrocknete Dispersion aus der Protease und einem Bindemittel ist auf einem Glasplatten- Schichtträger aufgebracht und stellt die lichtempfindliche Schicht dar. Erst nach der Belichtung, bei der die Protease auf den belichteten Flächen inaktiviert wurde, wird in Wasser eine Gelatineschicht aufgebracht, so daß die Protease durch die dazwischenliegende Wasserschicht hindurch in die Gelatineschicht diffundieren kann und die Gelatineschicht auf den den belichteten Flächen der Enzymschicht gegenüberliegenden Flächen abbauen kann, so daß ein Reliefbild entsteht. Insbesondere durch die erforderliche Diffusion durch die Wasserschicht ist jedoch auch nach diesem Verfahren keine präzise Bilddarstellung möglich. Zudem ist durch diesen Bild-Entwicklungsmechanismus die Aufzeichnungsgeschwindigkeit gering.

Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Aufzeichnungsmaterial der eingangs genannten Art sowie ein Bildaufzeichnungsverfahren, in dem dieses Aufzeichnungsmaterial verwendet wird, bereitzustellen, wodurch eine Bildaufzeichnung mit hoher Aufzeichnungsgeschwindigkeit und hoher Bildschärfe ermöglicht wird.

Gegenstand der Erfindung ist ein Aufzeichnungsmaterial nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, bei dem das Enzym in der lichtempfindlichen Schicht durch hydrophile oder hydrophobe Gruppen modifiziert ist, und die Schicht gemäß der Langmuir- Blodgett-Methode gebildet ist.

Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Aufzeichnungsmaterial nach dem Oberbegriff des Anspruchs 2, bei dem das Enzym oder das Bindemittel in der lichtempfindlichen Schicht modifiziert ist und das Enzym an dem Bindemittel fixiert ist.

Ferner wird ein Bildaufzeichnungsverfahren zur Verfügung gestellt, bei dem das erfindungsgemäße Aufzeichnungsmaterial bildmäßig belichtet und entwickelt wird.

Fig. 1 stellt eine schematische Querschnittsansicht des erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterials dar.

Fig. 2 verdeutlicht einen Zustand des Aufzeichnungsmaterials von Fig. 1, das mit einer Entwicklungsflüssigkeit behandelt wurde.

Durch die Ausbildung der das Enzym enthaltenden, lichtempfindlichen Schicht gemäß der Langmuir-Blodgett-Methode nach dem erstgenannten Gegenstand der Erfindung bzw. durch die Fixierung des Enzyms auf ein Bindemittel nach dem zweitgenannten Gegenstand der Erfindung ist das Enzym in der lichtempfindlichen Schicht fest fixiert bzw. immobilisiert.

Die enzymatische Aktivität des auf dem Schichtträger in der vorstehend erwähnten Weise in der lichtempfindlichen Schicht fixierten Enzyms kann durch Belichtung nach zwei verschiedenen Ausführungsformen erhöht oder erniedrigt werden. Eine Ausführungsform besteht darin, daß dem Enzym eine solche Eigenschaft (Erhöhung oder Erniedrigung der enzymatischen Aktivität) verliehen wird. Bei der anderen Ausführungsform wird nicht das Enzym, sondern ein in der lichtempfindlichen Schicht zu diesem Zweck mit einer Substanz enthaltenes Bindemittel behandelt, welche bewirkt, daß das Enzym die vorstehend erwähnte Eigenschaft zeigt. Die zuerst genannte Ausführungsform umfaßt die chemische Modifizierung des Enzyms mit einer Verbindung, welche bei Belichtung ihre Eigenstruktur oder Eigenschaft ändert. Solche Verbindungen sind beispielsweise Spiropyrane, etwa 3,3&min;-Dimethyl-8-methoxy- 6-nitrospiro [2H-1-benzopyran-2,2&min;-indolin]-1&min;-propionsäure und 1,3,3&min;-Trimethylindolino-2-spiro-6&min;-benzopyran und dgl., Stilben, Salicyliden-aniline, Malachitgrün, Leuconitril, Hexaphenylbiimidazolyl, und Cinnamoylimidazol. Die zuletzt genannte Ausführungsform umfaßt eine ähnliche Behandlung des Bindemittels. Dadurch ist es möglich, daß das auf dem Bindemittel fixierte Enzym die vorstehend erwähnte Eigenschaft zeigt.

Die bildbildende Schicht des erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterials ist eine Schicht für die Bilderzeugung und enthält als zur Aufzeichnung dienendes Material vorzugsweise Färbemittel, um den Kontrast gegenüber der lichtempfindlichen, ein Enzym enthaltenden Schicht zu erhöhen. Solche Färbemittel sind organische Farbstoffe, etwa Farbstoffe vom Typ der Kupferphthalocyanine, wie das Phthalocyaninblau B (C.I. 71160) und das Phthalocyaningrün (C.I. 74260) Thioindigos, wie das Thioindigorot (C.I. 73310) und das Thioindigoviolettrot Y (C.I. 73390), Indigos wie das reine Indigo (C.I. 73000) Diaminodiphenylmethane, Benzanthrone, Melanine und dgl. sowie anorganische Pigmente.

Durch Einwirkung des fixierten Enzyms in Gegenwart einer Entwicklungsflüssigkeit abbaubare Substanz wird entsprechend der Art der zu verwendenden Entwicklungsflüssigkeit ausgewählt. Geeignete Materialien für diese Substanz sind beispielsweise Stärke, Proteine, Harnstoff Glucose, Tyrosin, Indoxylacetat, Isatinacetat, Polyglutamat und Milchcasein. Geeignete Enzyme für den Abbau dieser Materialien sind beispielsweise α-Chymotrypsin, Pepsin, Trypsin, Tyrosinase, Amylase, Endopeptidase, Urease, Glucoseoxidase, Proteinase oder ein Mazerierenzym (Enzym zum Aufschließen von Nahrungsmitteln). Die Wahl des Bindemittels für die Fixierung des Enzyms hängt von der Art der verwendeten Entwicklungsflüssigkeit ab. Wenn beispielsweise die Entwicklungsflüssigkeit Wasser ist, sind Substanzen wie Kollagen, Polyacrylamid, Zellulose und poröses Glas geeignete Beispiele des Bindemittels.

Zur effektiven Aufzeichnung eines Bildes auf dem erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterial ist es erwünscht, daß das auf dem Bindemittel fixierte Enzym der lichtempfindlichen Schicht oder wenigstens in einer Grenzschicht, die an die bildbildende Schicht angrenzt, gleichförmig dispergiert ist.

Zur effektiveren Aufzeichnung ist es erwünscht, daß das zur Aufzeichnung dienende Material in der bildbildenden Schicht mit der durch das Enzym abbaubaren Substanz gleichförmig vermischt wird.

Nach dem erstgenannten Gegenstand der Erfindung gemäß Patentanspruch 1 werden hydrophobe oder hydrophile Gruppen in das Enzym eingeführt, und die Enzymschicht wird gemäß der Langmuir-Blodgett-Methode gebildet. Dadurch wird ein Bild mit hoher Dichte und hoher Auflösung erhalten.

Unter Bezugnahme auf die Zeichnungen wird die vorliegende Erfindung im Detail beschrieben.

Fig. 1 stellt einen schematischen Querschnitt des erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterials dar. In dieser Figur bedeuten die Bezugsziffern folgendes: 5 ist die das fixierte Enzym enthaltende lichtempfindliche Schicht; 1 stellt das Bindemittel (in diesem Fall Kollagen) zur Fixierung des Enzyms dar; 2 ist das auf dem Bindemittel 1 fixierte Enzym (in diesem Falle ist das Enzym α-Amylase mit amylolytischer Aktivität, welches mit einem Spiropyran chemisch modifiziert ist, wobei das Spiropyran als Inhibitor für die Herabsetzung der Aktivität der α-Amylase unter Bestrahlung wirkt); und 3 bedeutet die bildbildende Schicht, die auf der das fixierte Enzym enthaltenden lichtempfindlichen Schicht 5 aufgebracht ist (in diesem Falle ist die bildbildende Schicht aus Stärke, die durch Einwirkung des Enzyms nur in Gegenwart einer Entwicklungsflüssigkeit (in diesem Falle Wasser) abbaubar ist, und einem organischen Kupferphthalocyaninpigment aufgebaut (Verhältnis von Stärke zu Kupferphthalocyanin: 50/50 Gewichtsteile). Die das fixierte Enzym enthaltende Schicht 5 und die bildbildende Schicht 3 haben zweckmäßigerweise eine Dicke von 4 bis 10 000 nm.

Die Bildaufzeichnung auf dem Aufzeichnungsmaterial mit dem beschriebenen Aufbau wird in folgender Weise durchgeführt: Zunächst wird das in einem dunklen Raum gelagerte Aufzeichnungsmaterial im Dunkeln bildmäßig belichtet, indem das Licht von der Seite der das fixierte Enzym enthaltenden Schicht 5 eingestrahlt wird, wobei vorzugsweise Strahlen verwendet werden, die die enzymatische Aktivität am besten steuern, beispielsweise UV-Strahlen mit einer Wellenlänge von 200 bis 370 nm in diesem Falle. Somit hat das fixierte Enzym eine herabgesetzte Aktivität in den belichteten Bereichen, während die ursprüngliche Aktivität in den unbelichteten Bereichen beibehalten wird. Daher wird ein latentes Bild in der das fixierte Enzym enthaltenden Schicht 5 aufgrund des Unterschiedes der enzymatischen Aktivität erzeugt.

Danach wird das Aufzeichnungsmaterial mit dem latenten Bild in eine Entwicklungsflüssigkeit, in diesem Falle beispielsweise Wasser 4, eingetaucht. Bei Kontakt mit dem Wasser wird der enzym-katalysierte Abbau der Stärke in der bildbildenden Schicht 3 eingeleitet. Wie in Fig. 2 gezeigt ist, schreitet der Abbau der Stärke in den nicht belichteten Bereichen 7 rasch fort, in denen die ursprüngliche Aktivität erhalten geblieben ist, jedoch kaum in den belichteten Bereichen 6, in denen die Aktivität vermindert wurde. Da Glucose als Ergebnis des Stärkeabbaus in Wasser löslich ist, wird das Aufzeichnungsmaterial Kupferphthalocyanin, das durch die Stärke in den unbelichteten Bereichen 7 festgehalten wird, zusammen mit der gebildeten Glucose herausgenommen. Schließlich bleibt das Kupferphthalocyanin in den belichteten Bereichen 6 unter Erzeugung eines Bildes auf dem Aufzeichnungsmaterial zurück. Das Element wird dann bei einer Temperatur von 80 bis 200°C 15 Minuten lang oder länger getrocknet. Dadurch wird der Abbau der Stärke durch das Enzym gestoppt und das Bild in dem Aufzeichnungsmaterial fixiert.

Während das Enzym selbst chemisch mit einer fotochromen Spiropyransubstanz in dem vorstehend erläuterten Falle zur Steuerung der Enzymaktivität modifiziert wird, ist die Aufzeichnung in ähnlicher Weise auch möglich, indem ein mit Spiropyran chemisch modifiziertes Kollagen als Bindemittel zur Fixierung des Enzyms eingesetzt wird. Ferner ist eine ähnliche Aufzeichnung unter Verwendung eines fixierten Enzyms möglich, dessen Aktivität bei Bestrahlung erhöht wird. Das erfindungsgemäße Aufzeichnungsmaterial kann mit einem transparenten Schichtträger versehen sein, auf welchem die lichtempfindliche Schicht ausgebildet ist.

Die Erfindung wird unter Bezugnahme auf die folgenden Beispiele näher erläutert.

Beispiel 1

Eine Mischung von 1,0 g Kollagen, 100 ml Aceton und 300 mg wasserfreier 3&min;,3&min;-Dimethyl-8-methoxy-6-nitrospiro 2H-1- benzopyran-2,2&min;-indolin-1-&min;propionsäure wurde bei Raumtemperatur 20 Stunden lang gerührt. 30 g einer 1%igen Suspension des mit Spiropyran chemisch modifizierten Kollagens wurden mit 30 mg Amylase bei einem pH-Wert von 4,5 reagieren gelassen und auf eine Teflonplatte ausgebreitet und bei Raumtemperatur 15 Stunden lang getrocknet. Die beschichtete Platte wurde in einer 0,1%igen Glutaraldehydlösung 1 Minute lang eingetaucht und dann bei 40°C getrocknet, wodurch eine fixiertes Enzym enthaltende, lichtempfindliche Schicht mit einer Dicke von 90 µm auf dem Teflon-Schichtträger ausgebildet wurde.

45 Gewichtsteile Stärke (im nachstehenden werden die Gewichtsteile durch "Teile" abgekürzt) und 50 Teile Kupferphthalocyanin wurden in einem Mörser gründlich vermischt, wozu 5 Teile Wasser hinzugesetzt wurden. Die Mischung wurde unter Erhitzen gelöst, abkühlen gelassen und zu einer gelartigen Masse umgewandelt. Diese gelartige Masse wurde auf die fixiertes Enzym enthaltende, lichtempfindliche Schicht ausgebreitet. Auf diese Weise wurde ein Aufzeichnungsmaterial hergestellt, das einen Schichtträger, eine lichtempfindliche Schicht mit einem fixierten Enzym und eine darauf aufgeschichtete bildbildende Schicht umfaßt.

Das Aufzeichnungsmaterial wurde bildmäßig mit UV-Strahlen von 220 nm 30 Sekunden lang belichtet und zur Entwicklung in ein Wasserbad 60 Sekunden lang eingetaucht, während eine Ultraschallbehandlung durchgeführt wurde. Es wurde ein scharfes Bild erhalten.

Beispiel 2

Eine Mischung von 1,0 g Kollagen, 100 ml Aceton und 300 mg wasserfreiem 1,3,3-Trimethylindolino-2-spiro-6&min;-benzopyran wurde bei Raumtemperatur 20 Stunden lang gerührt. 30 g einer 1%igen Suspension des mit Spiropyran chemisch modifizierten Kollagens wurden mit 30 mg Amylase bei einem pH-Wert von 4,5 reagieren gelassen und auf eine Teflonplatte ausgebreitet und bei Raumtemperatur 15 Stunden lang getrocknet. Die beschichtete Platte wurde in eine 0,1%ige Glutaraldehydlösung 1 Minute lang eingetaucht und dann bei 40°C getrocknet, wodurch eine fixiertes Enzym enthaltende, lichtempfindliche Schicht mit einer Dicke von 90 µm auf dem Teflon-Schichtträger ausgebildet wurde.

10 g einer 4%igen Agarlösung wurden durch Erhitzen bei 90 bis 100°C hergestellt. Zu dieser Lösung wurden ein Teil 4-Aminoantipyrin, 0,1 Teil Peroxidase, 5 Teile Glucose und 42,9 Teile Wasser hinzugesetzt. Die Mischung wurde rasch auf die fixiertes Enzym enthaltende, lichtempfindliche Schicht ausgebreitet. Somit wurde ein Aufzeichnungsmaterial hergestellt, das einen Schichtträger, eine lichtempfindliche Schicht mit fixiertem Enzym und eine darauf aufgeschichtete bildbildende Schicht umfaßt.

Das Aufzeichnungsmaterial wurde mit UV-Strahlen (245 nm) 30 Sekunden lang bildmäßig belichtet und danach wurden eine 5%ige Phenollösung und ein enzymatischer Reaktionsinhibitor (Diisopropylfluorophosphat) auf das Element aufgebracht. Es wurde ein scharfes und sehr stabiles Bild erhalten.

Beispiel 3

Zunächst wurde eine lichtempfindliche Schicht auf folgende Weise nach der Langmuir-Blodgett-Methode gebildet.

C&sub1;&sub8;-Alkylketten wurden in α-Chymotrypsin eingeführt. Eine Mischung dieses alkylierten Chymotrypsins und cis- Cinnamoylpyrazol wurde in einem organischen Lösungsmittel gelöst. Die Lösung wurde tropfenweise zu Wasser hinzugesetzt, wodurch eine monomolekulare Lage auf der Wasseroberfläche gebildet wurde. Ein geeigneter Oberflächendruck wurde auf diese Lage zur Bildung eines kondensierten Films aufgebracht. Während dieser Zustand eingehalten wurde, wurde eine saubere Glas-Grundplatte eingetaucht und wiederholt durch die monomolekulare Lage heraufgezogen, wodurch ein aufgeschichteter Film mit 10 monomolekularen Lagen gebildet wurde.

Eine Lösung von Polyglutamat in Methylenchlorid wurde auf diese mehrlagige, lichtempfindliche Schicht durch ein Tauchbeschichtungsverfahren aufgebracht und getrocknet.

Das so hergestellte Aufzeichnungsmaterial wurde mit UV- Strahlen von der Rückseite, d. h. von der Glasplattenseite, belichtet und durch 30minütiges Eintauchen in Wasser entwickelt.

Es wurde ein scharfes, aus Polyglutamat erzeugtes Bild in Reliefform erhalten.


Anspruch[de]
  1. 1. Aufzeichnungsmaterial mit einer lichtempfindlichen, ein Enzym enthaltenden Schicht und einer bildbildenden Schicht, die eine durch die Einwirkung des Enzyms in der Gegenwart einer Entwicklungsflüssigkeit abbaubare Substanz enthält, wobei die Aktivität des Enzyms durch Belichten erhöht oder erniedrigt werden kann, dadurch gekennzeichnet, daß das Enzym in der lichtempfindlichen Schicht durch hydrophile oder hydrophobe Gruppen modifiziert ist, und die Schicht gemäß der Langmuir-Blodgett-Methode gebildet ist.
  2. 2. Aufzeichnungsmaterial mit einer lichtempfindlichen, ein Enzym und ein Bindemittel enthaltenden Schicht und einer bildbildenden Schicht, die eine durch die Einwirkung des Enzyms in der Gegenwart einer Entwicklungsflüssigkeit abbaubare Substanz enthält, wobei die Aktivität des Enzyms durch Belichtung erhöht oder erniedrigt werden kann, dadurch gekennzeichnet, daß das Enzym oder das Bindemittel in der lichtempfindlichen Schicht modifiziert ist und das Enzym an dem Bindemittel fixiert ist.
  3. 3. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die lichtempfindliche Schicht auf einem Schichtträger aufgebracht ist.
  4. 4. Aufzeichnungsmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Enzym α-Chymotrypsin, Pepsin, Trypsin, Tyrosinase, Amylase, Endopeptidase, Urease, Glucoseoxidase, Proteinase oder ein Mazerierenzym ist.
  5. 5. Aufzeichnungsmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die bildbildende Schicht mindestens einen Farbstoff enthält.
  6. 6. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Farbstoff ein Kupferphthalocyanin-, Thioindigo-, Indigo-, Diaminodiphenylmethan-, Benzanthron- oder Melanin-Farbstoff ist.
  7. 7. Aufzeichnungsmaterial nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Bindemittel Kollagen, Polyacrylamid, Zellulose oder poröses Glas ist.
  8. 8. Aufzeichnungsmaterial nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die durch das Enzym abbaubare Substanz Stärke, Protein, Harnstoff, Glucose, Tyrosin, Milchcasein, Indoxylacetat, Isatinacetat oder Polyglutamat ist.
  9. 9. Aufzeichnungsmaterial nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Dicke der lichtempfindlichen Schicht im Bereich von 4 bis 10 000 nm liegt.
  10. 10. Aufzeichnungsmaterial nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Dicke der bildbildenden Schicht im Bereich von 4 bis 10 000 nm liegt.
  11. 11. Bildaufzeichnungsverfahren, bei dem ein Aufzeichnungsmaterial gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10 bildmäßig belichtet und entwickelt wird.
  12. 12. Aufzeichnungsverfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß mit UV-Licht im Wellenlängenbereich von 200 bis 370 nm belichtet wird.
  13. 13. Aufzeichnungsverfahren nach einem der Ansprüche 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß als Entwicklungsflüssigkeit Wasser eingesetzt wird.






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