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Dokumentenidentifikation DE3842355C2 15.10.1992
Titel Vorrichtung zum Herstellen keramischer Gegenstände durch Gießen
Anmelder Erich Netzsch GmbH & Co Holding KG, 8672 Selb, DE
Erfinder Söthje, Günther, Dipl.-Ing., 8672 Selb, DE
DE-Anmeldedatum 16.12.1988
DE-Aktenzeichen 3842355
Offenlegungstag 21.06.1990
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.10.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.10.1992
IPC-Hauptklasse B28B 1/26

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Herstellen keramischer Gegenstände durch Gießen in auf Plateaus stehende Formen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Eine gattungsgemäße Vorrichtung ist bereits aus der DE-PS 24 28 897 bekannt. Diese Vorrichtung hat zwei ineinander konzentrisch angeordnete Transportmittel. Der Herstellungsvorgang beginnt an der Gießstation auf der äußeren Schleife. Danach werden die Formen mittels einer Übergabevorrichtung auf die innere Transportmittelschleife umgesetzt, wobei gleichzeitig der Restschlicker ausgegossen wird. Auf dem inneren Transportmittel durchlaufen die Formen eine Trockenkammer zur Scherbenverfestigung, die etwa die Hälfte der Strecke der inneren Transportschleife umfaßt. Am Ende der inneren Schleife setzt eine weitere Übergabevorrichtung die Formen zurück auf das äußere Transportmittel. Hierauf gelangen die Formen zur Entformungsstation, in der die keramischen Gegenstände aus den Formen entnommen werden. Nach dieser Station durchläuft auch das äußere Transportmittel eine Trockenkammer, in der die Formen zurückgetrocknet werden, um sie dann wiederum einem neuen Gießvorgang zuzuführen.

Diese Gießanlage hat den Vorteil einer raumsparenden Bauweise, es besteht jedoch keine Möglichkeit, bei kleineren Stückzahlen und unterschiedlich großen Gegenständen auch zeitsparend zu arbeiten, nachdem jede Form einen vorbestimmten Weg zurücklegen muß.

Der Erfindung liegt demnach die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, bei der beim Herstellen unterschiedlich großer Gegenstände die unterschiedlichen Zeiten für die Trocknung der Gegenstände und die Rücktrocknung der Formen berücksichtigt werden können.

Diese Aufgabe wird entsprechend der Erfindung durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 angegebenen Merkmale gelöst.

Bei einer von den räumlichen Verhältnissen bzw. von der Leistung abhängig einsetzbaren Vorrichtung sind die Stationen zum Gießen, zum Ausgießen überschüssiger Masse, zum Entformen und zum Trocknen untereinander von einer frei programmierbaren Transportvorrichtung bedienbar. Hierbei kommt vorzugsweise ein runder Trocknungs- und Speicherelevator zum Einsatz.

Sollte es auf Grund der Geschoßhöhen in den Fabrikationsstätten nur möglich sein, lineare Trocknungskammern bzw. Speicher verwenden zu können, so kann es bei dieser Vorrichtung notwendig sein, zwei oder mehrere frei programmierbare Transportvorrichtungen zwischen den Stationen vorzusehen. Insbesondere bei hohen Leistungen mit unterschiedlichen Artikelgrößen müssen die Transportwege auf mehrere Transportvorrichtungen aufgeteilt werden.

Um den Einsatz der Transportvorrichtungen für alle Arten und Anordnungen der Stationen zu gewährleisten, sind diese frei programmierbar. Sie können durch entsprechende Programme vollautomatisch dafür sorgen, daß die gefüllten Formen für nur bestimmte Zeit einem Standort zur Scherbenbildung zugeteilt sind, einem Trockner zur Verfestigung des Scherbens zugeführt werden, in eine Ausschlagvorrichtung zum Entfernen des Rohlings gelangen und daß man die Formen zur Rücktrocknung einer Trockenkammer zuführt bzw. sie in einem Speicher bevorratet. Dazu können die Aufnahmen vorwärts, rückwärts, auf, ab, nach links und nach rechts bewegt und zusätzlich dazu die gesamte Transportvorrichtung geschwenkt werden.

Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind im folgenden an Hand schematischer Zeichnungen näher erläutert.

Es zeigt:

Fig. 1 eine Draufsicht einer Vorrichtung zum Gießen keramischer Gegenstände mit linearer Trockenkammer,

Fig. 2 einen Schnitt A-B der Fig. 1,

Fig. 3 eine Draufsicht einer Vorrichtung zum Gießen keramischer Gegenstände mit runder Trocknungskammer,

Fig. 4 einen Schnitt A-B der Fig. 3.

Aus der in Fig. 1 dargestellten Vorrichtung sind die zur Herstellung von keramischen Gegenständen im Gießverfahren charakteristischen Stationen zu erkennen. Die erste Station 2 ist die Gießstation. An sie schließt die Station 4 zur Scherbenbildung an. Diese Station stellt eigentlich einen bestimmten räumlichen Bereich dar, in dem sich der Scherben durch Übergang der Flüssigkeit aus dem Schlicker in die Form bildet. Welche Art Förderer hier zum Einsatz kommt, hängt vor allem von der Formgröße und dem Formengewicht ab. In der anschließenden Station 6 wird der überflüssige Schlicker ausgegossen.

Von dieser Station 6 nimmt nun eine erste frei programmierbare Transportvorrichtung 8 die Plateaus 10 mit Formen 11 auf und stellt sie entsprechend der Programmierung auf einem freien Stellplatz in der Station 12 zur Scherbenverfestigung ab. Diese Station kann ebenfalls verschiedenartig ausgerüstet sein. lm vorliegenden Beispiel ist ein einfacher, nicht beheizter Speicher eingesetzt, in dem die Formen abhängig von ihrer Größe oder Gestaltung unterschiedlich lange verweilen.

Die zweite frei programmierbare Transportvorrichtung 14 bewegt sich ebenso wie die erste entlang einer geraden Führung 16. Sie holt die Formen 11 von der Ausgangsseite der Station 12 ab und bringt sie zur Station 18, in der der keramische Gegenstand in Gestalt einer Kanne, Dose usw. entformt wird, wobei die mindestens zweiteilige Form geöffnet und geschlossen werden muß. Der Gegenstand wird dann nicht dargestellten Einrichtungen wie Putz-, Isolier- oder Glasiervorrichtungen zugeführt.

Die leeren hygroskopischen Formen haben einen Teil Flüssigkeit aus der keramischen Masse aufgenommen, von dem sie vor ihrer Wiederverwendung befreit werden müssen. Dazu holt die Transportvorrichtung 14 die Formen von der Station 18 ab und setzt sie in den Trockner 20 ein. Wie auch bei anderen Vorgängen ist die Behandlungszeit auch hier hauptsächlich von der Formgröße abhängig, weshalb große Formen mit langer Rücktrocknungszeit auf die hinteren Stellplätze gesetzt werden, Die Transportvorrichtung 14 kann beispielsweise so programmiert sein, daß kleine Formen mit kürzeren Trocknungszeiten vorne, große Formen am Ende des Trockners abgestellt werden. Unabhängig davon kann jedoch auch immer der nächst freie Stellplatz besetzt werden.

Die Darstellung in Fig. 2 zeigt rechts den Trockner 20 mit beispielsweise nur einer Etage. Die erwärmte Luft zum Trocknen gelangt von einer nicht dargestellten Heizung durch den Kanal 22 über die Düsen 24 in die Trocknungskammer 26, in der die jeweiligen Formen abgestellt sind. Zur Bestückung des Trockners ist die frei programmierbare Transportvorrichtung 14 vorgesehen. An der Frontseite dieser Vorrichtung befindet sich eine Aufnahme 28 für die Plateaus 10. Durch elektrische oder hydraulische Antriebe läßt sich die Aufnahme sowohl in der Höhe wie auch nach links und rechts bewegen. Damit können die Plateaus entweder vom Trockner 20 zurück zur Station 12, die auch als Speicher für leere, getrocknete Formen genützt werden kann, und/oder von dieser zur Station 18 transportiert werden.

Nachdem der Trockner 20 und die Station 14 jeweils ein- oder mehretagig sein können, muß auch die Aufnahme zwangsläufig vertikal beweglich sein.

Links von der Station 12 ist die frei programmierbare Transportvorrichtung 8 angeordnet, deren Aufnahme 30 ebenfalls heb- und senkbar, jedoch nur einseitig nach rechts beweglich ist. Gefüllte Formen werden von Station 6 zur Station 12 und getrocknete Formen von Station 12 zur Station 2 mit dieser Transportvorrichtung 8 befördert. Die lineare Bewegung zwischen den Stationen 12, 2 und 6 macht die Transportvorrichtung 8 entlang einer Führung 16&min; entsprechend ihrer Programmierung. Der Antrieb 31 sitzt direkt an der Transportvorrichtung.

Ein anderer Aufbau einer Vorrichtung geht aus Fig. 3 hervor. Insbesondere in Betrieben, die häufig nur in kleinen Stückzahlen fertigen oder relativ große Formen einsetzen, kann diese Vorrichtung zum Einsatz kommen, die vor allem den Vorteil der kurzen Transportwege und des geringen Platzbedarfs bietet. Bei dieser Vorrichtung ist nur eine frei programmierbare Transportvorrichtung 32 notwendig. Sie ist auf Grund ihrer getrennt steuerbaren Antriebe in der Lage, sämtliche Bewegungsrichtungen zu vollziehen. Auf der kreisförmigen Führung 34 läßt sie sich vor- und rückwärts bewegen. Zusätzlich dazu ist die gesamte Transportvorrichtung 32 drehbar. Die dem Antrieb 36 gegenüberliegende Aufnahme 38 ist sowohl heb- und senkbar, wie auch vor- und zurückbeweglich.

Das Zentrum der Anlage bildet der Trockner 40. Er kann stationär oder drehbar ausgeführt sein. Sollte es auf die Verkürzung der Wege ankommen, so wäre ein drehbarer Trockner am besten geeignet, da er durch Einzeltakt oder Teilbereichschwenkung freie Stellplätze in den Arbeitsbereich der Transportvorrichtung 32 bringt.

Die Zu- und Abfuhr der Formen 11 in und aus der Anlage tätigt der Förderer 42. Vom Standplatz 44 aus können die auf Plateaus aufgesetzten Formen 11 entweder seitlich mit einem Förderer 45 oder mit der Transportvorrichtung 32 zur Station 2&min; zum Gießen gebracht werden. Von der Station 2&min; aus werden die Formen, sofern eine lange Scherbenbildungszeit notwendig ist, von der Transportvorrichtung 32 bzw. ihrer Aufnahme 38 erfaßt und vorübergehend im Trockner 40 abgestellt. Ist nur eine kurze Scherbenbildungszeit notwendig, transportiert ein Förderband die Form 11 sofort zur Station 6&min;, wo die überflüssige Masse ausgeschüttet wird.

Gleichgültig wie die Form zur Station 6&min; gelangt, anschließend setzt die Transportvorrichtung 32 diese Form in den Trockner, sofern eine Zwischentrocknung notwendig ist. Anderenfalls gelangt die Form zur Station 18&min;. Hier werden die Formen entweder von Hand oder maschinell geöffnet und die keramischen Gegenstände 46 auf einen Zubringer 48 zur weiteren Behandlung abgesetzt.

Die leeren Formen erfaßt wiederum die Aufnahme der Transportvorrichtung 32 und setzt diese nach einer Drehung um 180° im Trockner ab. Kommen die Formen nach der Trocknung wieder zum Einsatz, führt sie die Transportvorrichtung der Station 2&min; direkt zu.

Wird teilweiser Formenwechsel betrieben, so kann der Trockner 40 und/oder die Transportvorrichtung 32 so programmiert werden, daß nur alle entsprechend gekennzeichneten Standplätze geleert werden, wozu der Trockner entweder in eine bestimmte Stellung oder die Transportvorrichtung alle Standplätze 50 abfährt.

In Fig. 4 befindet sich eine Form 11 in der Station 2&min; zum Gießen. Die Form 11 steht auf einem Plateau 10, das auf dem Rollenförderer 45 aufliegt. Die Transportvorrichtung 32 mit ihrer Aufnahme 38 steht in Ruhestellung. Der Trockner 40 mit einer Vielzahl von Standplätzen 50 ist nicht bestückt.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Herstellen keramischer Gegenstände durch Gießen in auf Plateaus stehende Formen, die nacheinander
    1. - eine Station (2) zum Gießen,
    2. - gegebenenfalls eine Station (4) zur Scherbenbildung,
    3. - eine Station (6) zum Ausgießen überflüssiger Masse aus den Formen,
    4. - eine Station (18) zum Entformen und
    5. - mindestens einen Trockner (20) durchlaufen,
  2. dadurch gekennzeichnet, daß mindestens die Stellplätze eines Trockners (20) von einer frei programmierten Transportvorrichtung (14) ansteuerbar sind, die entlang einer Führung (16) vor- und rückwärtsbeweglich ist und eine Hubvorrichtung mit einer Aufnahme für die Formen aufweist.
  3. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die frei programmierbare Transportvorrichtung (32) so angeordnet ist, daß sie mit allen Stationen (2&min;, 6&min;, 18&min;, 40) in Verbindung zu bringen ist.
  4. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Stationen mehrere unabhängig voneinander frei programmierbare Transportvorrichtungen (8, 14, 32) angeordnet sind.
  5. 4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die frei programmierbare Transportvorrichtung (14) zwischen der Stationen (6) zum Ausgießen überschüssige Masse und dem Trockner (20) angeordnet ist.
  6. 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich eine Station (12) zur Scherbenverfestigung zwischen zwei frei programmierbaren Transportvorrichtungen (8, 14) angeordnet ist.
  7. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Transportvorrichtung (8, 14,32) insgesamt schwenkbar ist.
  8. 7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Trockner (20) und die Station (12) zur Scherbenverfestigung mit einer oder mehreren Etagen ausgebildet sind.
  9. 8. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Trockner (40), der auch die Station (12) zur Scherbenverfestigung bildet, mit mehreren Etagen und rund ausgebildet ist.
  10. 9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Trockner (40) mit einem Drehantrieb versehen ist.
  11. 10. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnt, daß die Aufnahme (28, 30) der Hubvorrichtung links- und rechtsbeweglich ist.






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