PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE4111348A1 15.10.1992
Titel Verlackte Azoverbindungen
Anmelder Sandoz-Patent-GmbH, 7850 Lörrach, DE
Erfinder Kaul, Bansi Lal, Dr., Biel-Benken, CH
DE-Anmeldedatum 09.04.1991
DE-Aktenzeichen 4111348
Offenlegungstag 15.10.1992
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.10.1992
IPC-Hauptklasse C09B 63/00
IPC-Nebenklasse C09B 29/46   C09D 17/00   C09D 11/02   D06P 1/44   C08K 5/3445   D21H 19/36   D21H 21/28   
IPC additional class // B01F 17/16,D06P 3/60,3/24,3/52,3/40(C08K 5/3445,5:23)C08J 3/20  
Zusammenfassung Azoverbindungen der Formel I
<formula>
worin R Chlor oder Methyl und
Me++ ein Calzium- oder Strontiumion
bedeuten, sind wertvolle Pigmente und eignen sich zum Einfärben von natürlichen oder synthetischen, lösungsmittelfreien oder lösungsmittelhaltigen Polymeren, in Drucktinten oder zum Pigmentieren von Papier.

Beschreibung[de]

Gegenstand der Erfindung sind die Azoverbindungen der Formel I



worin R Chlor oder Methyl und Me++ ein Calcium- oder Strontiumion bedeuten.

Bevorzugt sind die Verbindungen der Formel I, worin Me++ Sr++ ist. Insbesondere bevorzugt ist die Verbindung, worin R Methyl und Me++ Sr++ bedeuten. Die Herstellung dieser Verbindungen erfolgt durch Kuppeln eines diazotierten Amins der Formel II



mit einer Verbindung der Formel III



und Umsetzen der Sulfonsäuregruppen mit Calzium oder Strontium. Diese Neutralisation kann vor oder nach dem Diazotieren und Kuppeln erfolgen. Es können aber, dem Fachmann geläufig, auch die Alkalisalze der Sulfonsäuren mit Ca oder Sr umgesetzt werden.

Die Kupplung kann als direkte oder indirekte Kupplung durchgeführt werden. Vorzugsweise wird die direkte Kupplung durchgeführt, wobei man beispielsweise eine Lösung oder Suspension des Diazoniumsalzes in eine erwärmte wäßrige Lösung der mit Hilfe von Alkali gelösten Kupplungskomponente tropfen oder laufen läßt und der pH-Wert durch Zugabe von weiterem Alkali im schwach sauren Milieu, vorzugsweise pH 6,0 bis 6,5 gehalten wird.

Zur Verlackung wird die Suspension des Kupplungsprodukts mit einem Strontium- oder Calziumsalz, vorzugsweise einem wasserlöslichen Salz in Form einer wäßrigen Lösung, versetzt und einige Zeit nachgerührt, wobei eine leicht erhöhte Temperatur von 50 bis 100°C zur Vervollständigung der Verlackung in der Regel sinnvoll ist.

Um das verlackte Azopigment in einer besonders kornweichen Form zu erhalten, kann es vorteilhaft sein, die Verlackung in Gegenwart von Dispergiermitteln oder Tensiden, vor allem von kationaktiven Tensiden durchzuführen. Geeignete kationaktive Tenside sind Fettamine mit 8 bis 18 C-Atomen, wie Octylamin, Nonylamin, Decylamin, Undecylamin, Dodecylamin, Tridecylamin, Tetradecylamin, Pentadecylamin, Hexadecylamin, Heptadecylamin, Octadecylamin, Oleylamin, Kokosfettamin und Talgamin, insbesondere die aufgeführten geradkettigen Fettamine. Weiterhin geeignet sind basisch substituierte Derivate von Fettaminen, wie Kokosfettpropylendiamin und insbesondere Talgfettpropylendiamin.

Das Dispergiermittel oder Tensid kann der Kupplungssuspension nach der Kupplung und vor der Verlackung oder während der Kupplung zugesetzt werden. Es ist auch möglich das Dispergiermittel oder Tensid der Kupplungskomponente vor der Kupplung zuzugeben.

Gegenstand der Erfindung ist auch die Verwendung der Verbindung der Formel (I) zum Pigmentieren von natürlichen und synthetischen Materialien.

Die Verbindungen der Formel (I) sind wertvolle Pigmente, die sich vor allem durch hervorragende Temperaturstabilität und Ausblutechtheit auszeichnen sowie eine sehr gute Lichtbeständigkeit besitzen. Die erfindungsgemäßen Pigmente eignen sich beispielsweise zum Pigmentieren von Druckfarben, Lacken, thermoplastischen und duroplastischen Massen, natürlichen Harzen und Kunstharzen, Polystyrol und dessen Mischpolymerisaten, Polyolefinen, insbesondere Polyäthylen und Polypropylen, Polyacryl-Verbindungen, Polyvinyl-Verbindungen, beispielsweise Polyvinylchlorid und Polyvinylacetat, Polyestern und Gummi, sowie Kunstseiden aus Viskose und Celluloseäthern, Celluloseestern, Polyamiden, Polyurethanen, Polyestern, beispielsweise Polyglykolterephthalaten und Polyacrylnitril. Sie eignen sich auch zum Pigmentdruck und zum Pigmentieren von Papier in der Masse.

Wegen der hervorragenden Temperaturbeständigkeit der Pigmente eignen sie sich besonders zum Pigmentieren von Kunststoffen in der Masse, beispielsweise von Polystyrol und seinen Mischpolymerisaten, Polyolefinen, insbesondere Polyäthylen und Polypropylen und entsprechenden Mischpolymerisaten, Polyvinylchlorid und Polyestern, insbesondere Polyäthylenglykolterephthalat und Polybutylenterephthalat, sowie entsprechenden Mischkondensaten auf Polyesterbasis.

In den folgenden Beispielen beziehen sich Angaben über Teile und Prozente auf das Gewicht, soweit nichts anderes angegeben ist. Volumenteile verhalten sich zu Gewichtsteilen wie Liter zu Kilogramm.

Beispiel 1

221 Teile 2-Amino-4-chlor-5-methylbenzolsulfonsäure werden in 2000 Teilen Wasser und 123 Teilen 33%iger Natronlauge unter Erwärmen gelöst, geklärt und mit 300 Volumenteilen konzentrierter Salzsäure versetzt. Durch Zugabe von Eis kühlt man auf ca. 15°C und diazotiert mit 140 Volumenteilen einer 38%igen Natriumnitritlösung. In 2000 Teilen Wasser und 150 Teilen 33%iger Natronlauge löst man 254 Teile 1-(3&min;-Sulfophenyl)-3-methyl-5-pyrazolon. In die 60°C warme Lösung der Kupplungskomponente läßt man die Suspension des Diazoniumsalzes langsam einlaufen, wobei der pH-Wert unter Zugabe von Natronlauge im Bereich von 6,0 bis 6,5 gehalten wird. Nach beendeter Kupplung erhitzt man auf 80°C und läßt rasch eine 80°C warme wäßrige Lösung von 357 Teilen Strontiumchlorid einlaufen. Die Pigmentsuspension wird 2 Stunden bei 80°C nachgerührt, dann filtriert, gewaschen und bei 120°C getrocknet.

Beispiel 2

Man verfährt wie in Beispiel 1, gibt aber vor der Kupplung zur Lösung der Kupplungskomponente zusätzlich 2,5 Teile Talgfettpropylendiamin, gelöst in 80 Teilen Wasser, hinzu.

Beispiel 3 (Weich-PVC-Einfärbung)

0,1 Teile des nach Beispiel 1 erhaltenen Pigments werden mit 100 Teilen einer Mischung aus 67 Teilen Polyvinylchlorid (®Hostalit S 4170, Hoechst AG), 31 Teilen Phthalsäure-bis-(2-ethylhexyl)-ester, 2 Teilen Dibutylzinnthioglykolat und 0,5 Teilen Titandioxid (PV-Echtweis R01, Hoechst AG), die durch Vermischen der Bestandteile in einem Schnellmischer bei ca. 90°C und anschließendem Abkühlen in einem Kühlmischer hergestellt worden ist, vermischt und in einem heizbaren Mischwalzwerk bei 130°C zu einem Walzfall verarbeitet. Das erhaltene, in einer Hochdruckdampfpresse verpreßte Walzfell zeigt eine klare, intensive Gelbfärbung von sehr guter Licht- und Ausblutechtheit.


Anspruch[de]
  1. 1. Die Azoverbindungen der allgemeinen Formel I



    worin R Chlor oder Methyl und Me++ ein Calcium- oder Strontiumion bedeuten.
  2. 2. Die Verbindung der Formel I, gemäß Anspruch 1, worin R Methyl und Me++ ein Strontiumion ist.
  3. 3. Verfahren zur Herstellung der Azoverbindungen der Formel I, gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man ein diazotiertes Amin der Formel II



    mit einer Verbindung der Formel III



    kuppelt und mit Calzium oder Strontium zu einem Salz umsetzt.
  4. 4. Verwendung der Azoverbindungen der Formel I, gemäß Anspruch 1 als Pigmente, zum Einfärben von natürlichen oder synthetischen, lösungsmittelfreien oder lösungsmittelhaltigen Polymeren, in Drucktinten oder zum Pigmentieren von Papier.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com