Die Erfindung betrifft eine Oxidanode, die zum kathodischen
Korrosionsschutz bei angelegtem bzw. aufgeprägtem Strom
verwendet wird, insbesondere zum kathodischen Schutz von Tanks und
von Rohrleitungen, die in der Erde, in Süßwasser oder in
Seewasser verlegt sind. Ferner können derartige Oxidanoden in
Verbindung mit dem Schutz von eingerammten Stahlblechen in Häfen
verwendet werden. Weitere Beispiele für das Anwendungsgebiet
der erfindungsgemäßen Anode sind Schwimmdocks, Hochspannungs-
Gleichstrom-Übertragungen und große Wassertürme für
Trinkwasser.
Im allgemeinen kann die Anode gemäß der Erfindung in den Fällen
verwendet werden, bei denen die bereits bekannten Anoden
eingesetzt werden können. Der niedrige Preis und der geringe
Verbrauch, d. h. der geringe Verlust an Anodenmaterial, bei allen
Stromdichten und weitere Vorteile, die im folgenden noch
beschrieben werden, machen die Anode gemäß der Erfindung zu einer
wirkungsvollen und attraktiven Alternative der bekannten Anoden.
Magnetitanoden zum kathodischen Korrosionsschutz bei
aufgeprägtem Strom sind bekannt und sind üblichen Silicium/Eisen- und
Graphit-Anoden überlegen, die oft ausgetauscht werden müssen.
So ist eine Magnetitanode bekannt, deren gesamte Innenfläche
mit einer dünnen Kupferschicht überzogen ist und bei der knapp
unterhalb des oberen Anodenendes eine Kupferplatte mit der
inneren Kupferschicht mit Hilfe einer Leitungsverbindung
verbunden ist, die aufgelötet ist. Diese Magnetitanode wird in der
Praxis für den kathodischen Schutz einer Anzahl von
Vorrichtungen eingesetzt, die korrodieren können. In diesem Zusammenhang
sei auf Linder, "Magnetite Anodes For Impressed Current
Cathodic Protection, Corrosion/78" - Veröffentlichung 159, März
1978, Houston/Texas in: "Materials Performance", August 1979,
Seiten 17 bis 20 verwiesen. Diese Literaturstelle enthält eine
Beschreibung des Standes der Technik, der der vorliegenden
Erfindung nahekommt.
Ferner ist eine rohrförmige Anode zum kathodischen
Korrosionsschutz aus der GB-PS 14 41 908 bekannt, die aus einem nicht
oxidischen Material besteht und eine in der Mitte des Tubus
geführte Anode aufweist.
Die bekannten Anoden weisen eine Reihe von Nachteilen auf. So
hat die Befestigung der Leitungsverbindung am oberen Ende der
Anode hinsichtlich der Stromverteilung und demgemäß
hinsichtlich der sogenannten Endeffekte, d. h. Rohrladung,
zu Problemen und damit auch zu einem Angriff des Metallüberzugs
an den Stellen der Anode geführt, wo eine ungleichmäßige
Strombelastung auftritt.
Wenn ferner Kupferüberzüge in Verbindung mit der bekannten
Befestigung der Leitungsverbindung verwendet werden, können
Risse in der Magnetitanode auftreten. Bei der Bildung von Rissen
kann der Elektrolyt in die Risse eindringen und die
Kupferschicht im Bereich der Risse verschwindet. Dadurch treten
Probleme bei der Stromentladung auf, da an den Stellen der Anode,
an denen die Kupferschicht verschwindet, kein Strom durchtreten
kann, so daß die übrigen Teile der Anode übermäßig hoch
belastet werden. Ferner tritt ein verhältnismäßig hoher
Widerstand beim Verschwinden der Kupferschicht auf.
Daher ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine
fortentwickelte Oxidanode für kathodischen Korrosionsschutz bei
aufgeprägtem Strom bereitzustellen, die in der Lage ist, einen zu
hohen Anodenwiderstand zu vermeiden, einfach und kostengünstig
herzustellen ist und ohne großen technischen Aufwand anwendbar
ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Kennzeichen des
Anspruchs 1 befindlichen Merkmale gelöst.
Demnach weist die Metalloxidanode zum kathodischen
Korrosionsschutz bei aufgeprägtem Strom ein Metalloxid-Anodenelement auf,
das auf seiner Stromaufnahmefläche mit einem elektrisch
leitenden Metall oder einer elektrisch leitenden Metallegierung
überzogen oder plattiert ist, wobei der Überzug oder die
Plattierung mit einem elektrisch leitenden Leitungsendelement
verbunden ist, das unter leitender Verbindung an einer Stelle der
überzogenen oder plattierten Oberfläche befestigt ist und
dadurch gekennzeichnet ist, daß das Leitungsendelement an einer
mittigen Stelle oder einem mittigen Bereich der überzogenen
oder plattierten Oberfläche befestigt ist, so daß ein Kontakt
zwischen dem Endelement und dem Überzug oder der Plattierung
praktisch zum Zentrum oder im Zentralbereich des Überzugs oder
der Plattierung vorgesehen wird.
Die genannte zentrale Verbindung dient dazu, eine befriedigende
gleichmäßige Stromverteilung zu erreichen, wobei die genannten
unerwünschten Endeffekte gleichfalls weitgehend minimiert
werden.
Gemäß einer speziellen Ausführungsform der Anode handelt es
sich bei dem Metalloxid um Magnetit, obgleich auch andere
Metalloxide, beispielsweise eine NiO+FeO/Fe2O3-Anode anstelle
einer Magnetitanode verwendet werden können, bei der es sich um
eine FeO/Fe2O3-Anode handelt.
Insbesondere betrifft die Erfindung eine Magnetitanode für die
genannte Anwendung, wobei die Anode ein Magnetitanodenelement
aufweist, das auf seiner Stromaufnahmeoberfläche bzw.
Stromaufprägungsoberfläche vollständig oder teilweise mit einem
elektrisch leitenden Metall oder einer elektrisch leitenden
Metallegierung aus der aus Kupfer, Blei, Zinn, Aluminium,
Kupferlegierungen, Bleilegierungen, Zinnlegierungen und
Aluminiumlegierungen bestehenden Gruppe überzogen oder plattiert ist,
wobei dieser Überzug oder diese Plattierung mit einem elektrisch
leitenden Leitungsendelement verbunden sind, das unter
leitender Verbindung an einer mittigen Stelle oder einem mittigen
Bereich des Überzugs bzw. der Plattierung befestigt ist, so daß
ein Kontakt mit dem Überzug bzw. der Plattierung praktisch im
Zentrum oder im zentralen Bereich des Überzugs bzw. der
Plattierung vorgesehen wird.
Gemäß der Erfindung handelt es sich bei dem Metall oder der
Metallegierung, die als Überzugs- oder Plattiermaterial verwendet
werden, vorzugsweise um Blei oder eine Bleilegierung,
beispielsweise eine Bleilegierung mit einem Gehalt von 95% Pb und
5% Sb, oder um eine Bleilegierung mit einem Gehalt an Blei,
Zinn und Zink. Blei ist etwa dreimal billiger als Kupfer; Blei
ist gleichfalls passiv, wenn es anodisch mit einem elektrischen
Strom belastet wird. Diese zuletzt genannte Eigenschaft ist
wichtig, da - wie bereits erwähnt - bei der Verwendung von
Kupferüberzügen Risse von Zeit zu Zeit auftreten können; wenn
Risse im Magnetit auftreten, verschwindet der Kupferüberzug im
Bereich der Risse, so daß hinsichtlich der Stromentladung
Probleme auftreten, da dort kein Strom fließen kann, wo das Kupfer
verschwunden ist; der Widerstand der Anode wird dadurch auf
einen nicht annehmbaren Wert erhöht. Diese Probleme kann man
vermeiden, wenn man Blei oder Bleilegierungen oder andere der
genannten Metalle oder Metallegierungen anstelle von Kupfer
verwendet.
Das mittige Leitungsendelement ist vorzugsweise eine
Bronzespirale, die in den Magnetit in einer derartigen Weise gepreßt
worden ist, daß man einen Kontakt zwischen dem Metallüberzug
bzw. der Metallplattierung und der Spirale genau oder praktisch
in der Mitte der Anode erreicht, so daß eine gleichmäßige
Stromverteilung vorgesehen wird und unerwünschte Endeffekte
vermieden werden.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die
Stromaufnahmefläche des Magnetitanodenelements nur zum Teil mit
dem elektrisch leitenden Metall oder der elektrisch leitenden
Metallegierung überzogen oder plattiert, da ein derartiger
teilweiser Überzug bzw. eine derartige teilweise Plattierung
die unerwünschten Endeffekte herabsetzen kann.
So wird gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung eine Magnetitanode zum kathodischen Korrosionsschutz
bei aufgeprägtem Strom vorgesehen, wobei diese Anode ein
Magnetitanodenelement in Form eines hohlen und im wesentlichen
zylindrischen Rohres aufweist, das an einem Ende offen und am
entgegengesetzten Ende verschlossen ist, wobei dieses Rohr auf
seiner Stromaufnahmeinnenfläche mit metallischem Blei oder
einer elektrisch leitenden Bleilegierung überzogen oder
plattiert ist, wobei dieser Überzug bzw. dies Plattierung die
innere Oberfläche mit Ausnahme eines relativ kleinen Bereichs im
oberen Abschnitt der Oberfläche am offenen Ende des Rohres und
mit Ausnahme eines entsprechend relativ kleinen Bereichs des
verschlossenen Bodenabschnitts des Rohres bedeckt, wobei dieser
Überzug bzw. diese Plattierung mit einem leitenden
Leitungsendelement in Form einer Bronzespirale verbunden sind, die unter
leitender Verbindung an einer mittigen Stelle oder einem
mittigen Bereich des Überzugs bzw. der Plattierung befestigt ist, so
daß ein Kontakt zwischen dem Überzug bzw. der Plattierung im
wesentlichen im Zentrum bzw. zentralen Bereich des Überzugs
bzw. der Plattierung vorgesehen wird.
Eine Anode dieses Typs ist relativ billig; der Bleiüberzug oder
die Bleiplattierung dienen dazu, Zerstörungen infolge von
Rissen des Anodenüberzugs zu vermeiden; der Bleiüberzug sieht im
Vergleich zu Kupfer eine praktisch identische Stromentladung
über die gesamte Länge der Anode und einen entsprechenden
Spannungsabfall vor.
Weitere Besonderheiten und Vorteile ergeben sich aus den
Unteransprüchen und den nachfolgend beschriebenen speziellen
Ausführungsformen.
Die Erfindung wird durch eine Figur nachstehend näher
erläutert, die eine bevorzugte Ausführungsform der Magnetitanode
erfindungsgemäß wiedergibt. Hier zeigt die
Fig. 1 einen Längsschnitt einer zylindrischen
Anodenvorrichtung.
Gemäß der Fig. 1 ist ein Magnetitanodenelement 10 mit einer
Schicht 11 überzogen oder plattiert, vorzugsweise mit einer
Blei- oder Bleilegierungsschicht, die oben an der mit 17
bezeichneten Stelle abschließt und unten an der mit 18
bezeichneten Stelle. Die Metallschicht 11 ist mit einem
Kunststoffmaterial 12 bedeckt, das gleichfalls die inneren Bereiche des
Magnetitanodenelements 10 bedeckt, die keine Metallschicht 11
aufweisen. Das Innere des rohrförmigen Anodenverbunds ist mit
einem porösen Körper 13 gefüllt, beispielsweise mit
expandiertem oder geschäumten Polystyrol, und der Kopf bzw. das obere
Ende des Anodenelements ist mit einer Kunststoffkappe 16
verschlossen, durch die ein Kabel 14 geführt ist. Eine Leitung zur
Verbindung mit der Anodenmitte 15 weist die Form einer Spirale
aus Bronze auf und steht in elektrisch leitender Verbindung mit
der Schicht 11.
Wenn die Anode in der Praxis eingesetzt wird, wird die Anode
mit dem positiven Pol einer Gleichstromquelle verbunden,
während das Material bzw. der Gegenstand, der gegen Korrosion
geschützt werden soll, mit dem negativen Pol der
Gleichstromquelle verbunden wird. Der Einsatz der verbesserten Anode gemäß
der Erfindung, wie sie insbesondere in der Figur erläutert
wurde, ist sehr wertvoll, da dadurch die vorstehend
beschriebenen Vorteile erzielt werden.